Makroökonomik - N. Gregory Mankiw - ebook

Makroökonomik ebook

N. Gregory Mankiw

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Opis

Der "Mankiw" ist nicht nur ein maßgebliches Standardwerk an deutschen Hochschulen. Übersetzt in zahlreiche Sprachen wird der Klassiker weltweit erfolgreich in Lehrveranstaltungen eingesetzt. Der Autor diskutiert Themen wie Inflation, Arbeitslosigkeit und Wachstum und beleuchtet die Möglichkeiten und Grenzen der Geld-, Fiskal- und Außenwirtschaftspolitik. Die 7. Auflage wurde umfassend überarbeitet und berücksichtigt die Aktualisierungen der 8. und 9. US-Auflage. Die einzelnen Kapitel wurden didaktisch optimiert und neu geordnet. Eine zentrale Neuerung ist das Kapitel "Das Finanzsystem". Es präsentiert wesentliche makroökonomische Forschungsergebnisse der letzten Jahre.

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Inhaltsverzeichnis

Hinweis zum UrheberrechtImpressumDer Autor Die ÜbersetzerVorwort des ÜbersetzersAbkürzungsverzeichnisVorwortDer Ansatz dieses BuchesWas ist neu in der siebenten deutschen Auflage?Die Reihenfolge der ThemenEpilogTeil I: Einführung1 Makroökonomik als Wissenschaft1.1 Womit sich die Makroökonomik beschäftigt1.2 Ökonomische Denkweise1.3 Das weitere VorgehenZusammenfassung2 Empirische Beobachtungen und Makroökonomik2.1 Die Erfassung des Wertes der ökonomischen Aktivitäten: Das Bruttoinlandsprodukt2.2 Die Erfassung der Lebenshaltungskosten: Der Verbraucherpreisindex aller privaten Haushalte2.3 Erfassung der Unterbeschäftigung: Die Arbeitslosenquote2.4 Fazit: Von Wirtschaftsstatistiken zu WirtschaftsmodellenZusammenfassungTeil II: Klassische Theorie – die Volkswirtschaft bei langfristiger Betrachtung 3 Das Bruttoinlandsprodukt: Entstehung, Verteilung und Verwendung3.1 Wodurch wird die Gesamtproduktion von Waren und Dienstleistungen bestimmt?3.2 Die Aufteilung des Nationaleinkommens auf die Produktionsfaktoren3.3 Die Determinanten der Güternachfrage3.4 Gleichgewicht und Zinssatz3.5 FazitZusammenfassung4 Das Geldsystem: Was es ist und wie es funktioniert4.1 Was ist Geld?4.2 Die Rolle der Banken im Geldsystem4.3 Wie Zentralbanken das Geldangebot beeinflussen4.4 FazitZusammenfassung5 Inflation: Ursachen, Wirkungen und soziale Kosten5.1 Die Quantitätstheorie des Geldes5.2 Seigniorage: Der Ertrag aus dem Drucken von Geld5.3 Inflation und Zinssätze5.4 Der Nominalzinssatz und die Nachfrage nach Geld5.5 Die sozialen Kosten der Inflation5.6 Hyperinflation5.7 Fazit: Die klassische DichotomieZusammenfassungAnhang zu 5 Das Cagan-Modell: Die Wirkungen des gegenwärtigen und des zukünftigen Geldangebots auf das Preisniveau6 Die offene Volkswirtschaft6.1 Die internationalen Kapital- und Güterströme6.2 Sparen und Investitionen in einer kleinen offenen Volkswirtschaft6.3 Wechselkurse6.4 FazitZusammenfassungAnhang zu 6 Die große offene Volkswirtschaft7 Arbeitslosigkeit7.1 Arbeitsmarktdynamik und natürliche Arbeitslosenquote7.2 Arbeitsplatzsuche und friktionelle Arbeitslosigkeit7.3 Reallohnstarrheit und strukturelle Arbeitslosigkeit7.4 Arbeitsmarkterfahrungen: Die Vereinigten Staaten7.5 Arbeitsmarkterfahrungen: Europa7.6 FazitZusammenfassungTeil III: Wachstumstheorie – die Volkswirtschaft bei sehr langfristiger Betrachtung 8 Wirtschaftswachstum I: Kapitalakkumulation und Bevölkerungswachstum8.1 Kapitalakkumulation8.2 Das Golden-Rule-Niveau des Kapitalstocks8.3 Bevölkerungswachstum8.4 FazitZusammenfassung9 Wirtschaftswachstum II: Technologie, Empirie und Politik9.1 Technologischer Fortschritt im Solow-Modell9.2 Von der Theorie des Wachstums zur Empirie9.3 Wachstumspolitik9.4 Über das Solow-Modell hinaus: Endogene Wachstumstheorie9.5 FazitZusammenfassungAnhang zu 9 Zurechnung der WachstumsursachenTeil IV: Konjunkturtheorie – die Volkswirtschaft bei kurzfristiger Betrachtung10 Einführung in das Problem gesamtwirtschaftlicher Schwankungen10.1 Konjunkturzyklen aus empirischer Sicht10.2 Die Bedeutung des Zeithorizonts in der Makroökonomik10.3 Gesamtnachfrage10.4 Gesamtangebot10.5 Stabilisierungspolitik10.6 FazitZusammenfassung11 Gesamtwirtschaftliche Nachfrage I: Entwicklung des IS-LM-Modells11.1 Der Gütermarkt und die IS-Kurve11.2 Der Geldmarkt und die LM-Kurve11.3 Fazit: Das kurzfristige GleichgewichtZusammenfassung12 Gesamtwirtschaftliche Nachfrage II: Anwendung des IS-LM-Modells12.1 Die Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen im Rahmen des IS-LM-Modells12.2 IS-LM als Theorie der Gesamtnachfrage12.3 Die Weltwirtschaftskrise12.4 FazitZusammenfassung13 Noch einmal offene Volkswirtschaft: Das Mundell-Fleming-Modell und das Wechselkursregime13.1 Das Mundell-Fleming-Modell13.2 Die kleine offene Volkswirtschaft bei flexiblen Wechselkursen13.3 Die kleine offene Volkswirtschaft bei festen Wechselkursen13.4 Zinssatzdifferentiale13.5 Feste oder flexible Wechselkurse?13.6 Von der kurzfristigen zur langfristigen Betrachtung: Das Mundell-Fleming-Modell bei Änderungen des Preisniveaus13.7 Ein abschließender HinweisZusammenfassungAnhang zu 13 Ein kurzfristiges Modell der großen offenen Volkswirtschaft14 Arbeitslosigkeit, Inflation und gesamtwirtschaftliches Angebot14.1 Die grundlegende Theorie des Gesamtangebots14.2 Inflation, Arbeitslosigkeit und die Phillips-Kurve14.3 FazitZusammenfassungAnhang zu 14 Die Mutter aller ModelleTeil V: Themen der makroökonomischen Theorie15 Ein dynamisches Modell der Gesamtnachfrage und des Gesamtangebots15.1 Elemente des Modells15.2 Analyse des Modells15.3 Verwendung des Modells15.4 Zwei Anwendungen: Lektionen für die Geldpolitik15.5 Fazit: Auf dem Weg zu DSGE-ModellenZusammenfassung16 Theorie des Konsumverhaltens16.1 John Maynard Keynes und die Konsumfunktion16.2 Irving Fisher und die intertemporale Entscheidung16.3 Franco Modigliani und die Lebenszyklus-Hypothese16.4 Milton Friedman und die Hypothese des permanenten Einkommens16.5 Robert Hall und die Random-Walk-Hypothese16.6 David Laibson und die Bedeutung unmittelbarer Belohnung16.7 FazitZusammenfassung17 Investitionen17.1 Ausrüstungsinvestitionen17.2 Wohnungsbauinvestitionen17.3 Lagerinvestitionen17.4 FazitZusammenfassungTeil VI: Themen der makroökonomischen Wirtschaftspolitik 18 Alternative Konzeptionen der Stabilisierungspolitik18.1 Aktive oder passive Wirtschaftspolitik?18.2 Wirtschaftspolitik: Regelbindung oder Einzelfallentscheidung?18.3 Fazit: Politik in einer unsicheren WeltZusammenfassungAnhang zu 18 Zeitinkonsistenz und Tradeoff zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit19 Staatsverschuldung und Haushaltsdefizit19.1 Die Höhe der Staatsverschuldung19.2 Messprobleme19.3 Die traditionelle Sicht der Staatsverschuldung19.4 Die ricardianische Sicht der Staatsverschuldung19.5 Alternative Konzeptionen der Staatsverschuldung19.6 FazitZusammenfassung20 Das Finanzsystem: Chancen und Gefahren20.1 Wozu sind Finanzsysteme eigentlich da?20.2 Finanzkrisen20.3 FazitZusammenfassungEpilog: Was wir wissen – und was nichtDie vier wichtigsten Erkenntnisse der MakroökonomikDie vier wichtigsten ungeklärten Fragen der MakroökonomikFazitGlossarStichwortverzeichnis
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Hinweis zum Urheberrecht

Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH, Stuttgart

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Print:ISBN: 978-3-7910-3783-7Bestell-Nr.: 20730-0002ePDF:ISBN: 978-3-7910-3784-4Bestell-Nr.: 20730-0150ePub:ISBN: 978-3-7910-4099-8Bestell-Nr.: 20730-0100

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

© 2017 Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht [email protected]

Umschlagentwurf: Goldener Westen, BerlinUmschlaggestaltung: Kienle gestaltet, StuttgartSatz: Claudia Wild, Konstanz

April 2017

Schäffer-Poeschel Verlag StuttgartEin Tochterunternehmen der Haufe Gruppe

Der Autor

N. Gregory Mankiw ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Harvard University. Er studierte an der Princeton University und am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Als Hochschullehrer hielt und hält er Vorlesungen zu Makroökonomik, Mikroökonomik, Statistik und Grundlagen der Volkswirtschaftslehre. Professor Mankiw ist ein überaus produktiver Autor und nimmt regelmäßig an wissenschaftlichen und politischen Debatten teil. Zusätzlich zu seiner Lehr-, Forschungs- und Autorentätigkeit forschte er im National Bureau of Economic Research, war Berater der Federal Reserve Bank in Boston und des Congressional Budget Office. Von 2003 bis 2005 war Mankiw Vorsitzender des Council of Economic Advisers.[2]

Die Übersetzer

Professor Dr. Klaus Dieter John (†) war seit 1992 Professor für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Universität Chemnitz. Er promovierte mit einer Arbeit über die Zusammenhänge von Beschäftigung, Inflation und Einkommensverteilung. Klaus Dieter John habilitierte sich zum Thema „Optimale Entwicklungspfade für Ökonomie und Umwelt“.

Professor Dr. Thomas Sauer ist seit 2002 Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Als Hochschullehrer hält er Vorlesungen zu Makroökonomik, Internationale Wirtschaft, Europäische Integration sowie Innovation, Nachhaltigkeit und Wachstum. Seine aktuelle Veröffentlichung, zusammen mit Susanne Elsen und Cristina Garzillo, ist Cities in transition. Social innovation for Europe’s urban sustainability. Abingdon, Oxon, New York, NY: Routledge.

Vorwort des Übersetzers

Für mich ist es eine herausfordernde und ehrenvolle Aufgabe, die Übersetzung dieses berühmten und einflussreichen Lehrbuchs der Makroökonomik von Gregory Mankiw von meinem Vorgänger, Kollegen Klaus Dieter John aus Chemnitz, zu übernehmen. Auch diese Übersetzung folgt dem Weg einer moderaten inhaltlichen Anpassung an die deutschen Verhältnisse. Diese siebte deutsche Ausgabe basiert auf der achten und neunten amerikanischen Ausgabe, enthält somit einige gravierende Neuerungen, die neue Erkenntnisse aus der Finanzkrise 2008/2009, ihren makroökonomischen Auswirkungen und neue Strategien der Krisenbekämpfung präsentieren, die auch für den europäischen Kontext äußerst relevant sind.[3]

Ich möchte es nicht versäumen, dem Verlag Schäffer-Poeschel, insbesondere Frank Katzenmayer, sowie dem Lektor der Übersetzung, Bernd Marquard, für die vertrauensvolle und aufmerksame Zusammenarbeit recht herzlich zu danken.

Thomas Sauer

Berlin, im November 2016

Abkürzungsverzeichnis

AbkürzungErläuterungKapitelADGesamtnachfrage10ASGesamtangebot10BIPBruttoinlandsprodukt2BNEBruttonationaleinkommen2CBOHaushaltsbüro des Kongresses19CPIKonsumentenpreisindex2DADdynamische Gesamtnachfragekurve15DASdynamische Gesamtangebotskurve15DSGEDynamisches, stochastisches allgemeines Gleichgewichtsmodell15ESVGEuropäisches System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen2, 17EZBEuropäische Zentralbank4FOMCFederal Open Market Committee12ILOInternational Labor Organization2IWFInternationaler Währungsfonds13LRASLangfristige Gesamtangebotskurve10MPCmarginale Konsumneigung3MPKGrenzprodukt des Kapitals3MPLGrenzprodukt der Arbeit3NAFTANordamerikanisches Freihandelsabkommen13NAIRUNon-Accelerating Inflation Rate of Unemployment14NBERNational Bureau of Economic Research2NKENettokapitalexporte6NNENettonationaleinkommen2NXNettoexporte2OECDOrganization for Economic Cooperation and Development7OPECOrganization of Petroleum Exporting Countries10SRASKurzfristige Gesamtangebotskurve10TARPTroubled Assets Relief Program19VGRVolkswirtschaftliche Gesamtrechnung2[4]

Vorwort

Ein Ökonom muss „in gewissem Umfang Mathematiker, Historiker, Staatsmann und Philosoph sein … Er muss die Distanz und Unbestechlichkeit eines Künstlers, manchmal aber auch die Erdverbundenheit eines Politikers haben.“ Dieses Zitat stammt von John Maynard Keynes, dem großen britischen Ökonomen, den man mehr als jeden anderen als Vater der Makroökonomik bezeichnen könnte. Es gibt kaum ein treffenderes Zitat, um auszudrücken, was es bedeutet, ein Ökonom zu sein.

Wie diese Einschätzung von Keynes vermuten lässt, müssen Studierende, die sich mit Wirtschaftswissenschaften beschäftigen, auf sehr verschiedenartige Fähigkeiten zurückgreifen. Ihnen dabei zu helfen, diese Fähigkeiten aufzuspüren und zu entwickeln, ist die Aufgabe von Hochschullehrern und Lehrbuchautoren. Beim Schreiben dieses Buches war mein zentrales Anliegen, die makroökonomische Theorie leicht verständlich zu präsentieren, und zwar so, dass ihre Relevanz deutlich wird und sie – man mag es glauben oder nicht – auch Spaß macht. Die meisten von uns, die sich dafür entschieden haben, sich beruflich mit Makroökonomik zu beschäftigen, haben ihre Entscheidung getroffen, weil sie von diesem Gebiet fasziniert sind. Vielleicht wichtiger noch: Wir glauben, dass die makroökonomische Forschung wichtige Zusammenhänge aufdecken kann, und dass unsere Erkenntnisse, wenn sie richtig angewendet werden, die Welt ein wenig besser machen. Ich hoffe, dass dieses Buch nicht nur das angesammelte Wissen unserer Disziplin transportiert, sondern auch Begeisterung und Verantwortungsbewusstsein.[5]

Der Ansatz dieses Buches

Zwar besteht in der Makroökonomik ein Bestand an gesicherten Erkenntnissen, der von (fast) allen Ökonomen akzeptiert wird, es gibt aber unterschiedliche Auffassungen darüber, auf welche Weise man dieses Wissen am besten vermitteln sollte. Ich möchte diese neue Ausgabe damit beginnen, vier meiner Anliegen deutlich zu machen, die zusammen den Ansatz dieses Buches definieren.

Erstens versuche ich, kurzfristige und langfristige Fragen der Makroökonomik in einem ausgewogenen Verhältnis zu präsentieren. Alle Ökonomen sind sich einig darüber, dass politische Eingriffe und viele andere Ereignisse die Wirtschaft über unterschiedliche Zeitspannen beeinflussen. Wir leben in unserem eigenen kurzfristigen Kontext, aber wir leben auch in dem langfristigen Kontext, den wir von unseren Eltern übernommen haben. Daraus folgt, dass makroökonomische Vorlesungen sich einerseits mit kurzfristigen Fragestellungen beschäftigen müssen, wie z. B. Konjunkturzyklus und Stabilisierungspolitik, sich andererseits aber auch mit langfristigen Problemen auseinandersetzen müssen, wie z. B. Wirtschaftswachstum, natürliche Arbeitslosigkeit, anhaltende Inflation und Wirkungen der Staatsverschuldung. Keine dieser zeitlichen Perspektiven ist wichtiger als die andere.[6]

Zweitens integriere ich die Erkenntnisse der keynesianischen und der klassischen Theorie. Obwohl die Allgemeine Theorie von Keynes die Grundlage für einen großen Teil unserer gegenwärtigen Sicht von konjunkturellen Schwankungen bildet, ist es wichtig, daran zu denken, dass die klassische Lehre die richtigen Antworten auf viele fundamentale Fragen liefert. In diesem Buch beziehe ich in meine Überlegungen etliche Beiträge ein, die einerseits von den klassischen Ökonomen vor Keynes stammen und andererseits von den neuen klassischen Ökonomen in den letzten drei Jahrzehnten entwickelt wurden. Erhebliches Gewicht messe ich beispielsweise der Loanable-Funds-Theorie des Zinssatzes, der Quantitätstheorie des Geldes und dem Problem der Zeitinkonsistenz bei. Gleichzeitig ist mir jedoch bewusst, dass viele Ideen von Keynes und den Neukeynesianern für unser Verständnis von konjunkturellen Schwankungen notwendig sind. Daher werden auch das IS-LM-Modell der Gesamtnachfrage, der kurzfristige Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit sowie aktuelle Konjunkturmodelle ausführlich behandelt.

Drittens stelle ich die Makroökonomik unter Verwendung einer Vielzahl einfacher Modelle vor. Anstatt vorzuspiegeln, es existiere ein einzelnes Modell, das vollständig genug ist, um alle Facetten der Wirtschaft erklären zu können, ermuntere ich die Studierenden zu lernen, wie man verschiedene wichtige Modelle nutzen und miteinander in Beziehung setzen kann. Dieser Ansatz weist den pädagogischen Vorteil auf, dass jedes Modell relativ einfach gehalten und in einem oder zwei Kapiteln dargestellt werden kann. Noch wichtiger ist, dass dieses Vorgehen von den Studierenden verlangt, wie Ökonomen zu denken, die stets eine Reihe verschiedener Modelle im Kopf haben müssen, wenn sie das Wirtschaftsgeschehen oder wirtschaftspolitische Maßnahmen analysieren.[7]

Viertens hebe ich hervor, dass die Makroökonomik eine empirische Disziplin ist, die durch ein breites Spektrum historischer Erfahrungen motiviert und geleitet wird. Dieses Buch enthält eine große Zahl an Fallstudien, in denen die makroökonomische Theorie angewendet wird, um reale wirtschaftliche Daten und Ereignisse zu beleuchten. Um die breite Anwendbarkeit der grundlegenden Theorie zu unterstreichen, habe ich sowohl Fallstudien ausgewählt, die sich auf aktuelle Probleme beziehen, als auch solche, die sich mit dramatischen historischen Ereignissen beschäftigen. So analysieren die Fallstudien beispielsweise die Politik von Alexander Hamilton, Henry Ford, George Bush (beide!) und Barack Obama. Sie zeigen dem Leser, wie sich ökonomische Erkenntnisse auf europäische Probleme des 14. Jahrhunderts, auf die Insel Yap, auf das Land Oz und auf aktuelle Tageszeitungen anwenden lassen.

Was ist neu in der siebenten deutschen Auflage?

Dozenten der Volkswirtschaftslehre sind immer darauf bedacht, ihre Vorlesungen aktuell zu halten und darin die neuesten Veränderungen der mikro- und makroökonomischen Landschaften zu berücksichtigen. Die Autoren von Lehrbüchern müssen genauso wachsam sein. Daher wird dieses Lehrbuch regelmäßig aktualisiert. Jede Überarbeitung reflektiert neuartige Ereignisse in der Ökonomie wie auch neue Forschungsergebnisse dazu, wie die makroökonomischen Entwicklungen am besten zu verstehen sind.[8]

Eine bedeutsame Veränderung in dieser Auflage besteht in einer neuen Organisation des bereits bestehenden Materials. In den letzten Jahren haben Entscheidungsträger in der US-amerikanischen Zentralbank, der Federal Reserve, wie auch in der Europäischen Zentralbank zu sehr unkonventionellen Maßnahmen gegriffen, um das Bankensystem zu stützen und die Erholung von einer tiefen Rezession zu fördern. Um diese Maßnahmen zu verstehen, ist ein fundiertes Wissen über die Details des Geldsystems erforderlich. Nun erfolgt bereits im neuen Kapitel 4 eine vollständige Betrachtung des Geldsystems und der Instrumente der Geldpolitik.

Die größte Veränderung in diesem Buch jedoch besteht in der Hinzufügung eines Kapitels 20 „Das Finanzsystem: Chancen und Gefahren“. Im Verlauf der letzten Jahre und als Nachwirkung der Finanzkrise und des wirtschaftlichen Abschwungs in den Jahren 2008/2009 setzte sich in der Makroökonomie die Erkenntnis durch, dass die Verbindungen zwischen dem Finanzsystem und der Volkswirtschaft weit bedeutsamer sind als bisher angenommen. Kapitel 20 erlaubt den Studierenden nun einen vertieften Einblick in dieses Thema. Es beginnt mit einer Erörterung der Funktionen des Finanzsystems, um anschließend die Ursachen und Auswirkungen der Finanzkrise zu diskutieren. Abschließend untersucht es das unmittelbare Krisenmanagement 2008/2009 und die neuen Ansätze zur Prävention zukünftiger Finanzkrisen.[9]

Alle anderen Kapitel in diesem Buch wurden aktualisiert, um die neuesten Daten und Ereignisse einzubeziehen. Hier einige der wichtigsten Ergänzungen:

Kapitel 2 enthält nun eine Fallstudie über den neuen Investitionsbegriff in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und seine Auswirkung auf die Berechnung des Bruttoinlandsproduktes.

Kapitel 3 enthält einen neuen Abschnitt über die zunehmende Ungleichheit von Reichen und Armen in den USA.

Kapitel 4 wurde durch einen neuen Kasten „Information“ über den seltsamen Fall eines virtuellen Geldes namens Bitcoin ergänzt sowie durch eine neue Fallstudie über die neue geldpolitische Strategie der quantitativen Lockerung („quantitative easing“) und deren Wirkungen auf die Geldbasis.

Kapitel 7 diskutiert in Fallstudien zwei neue Themen auf dem Arbeitsmarkt der USA: zum einen den Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit und die Rolle der Arbeitslosenversicherung dabei, ein Thema, das in Europa schon seit längerem relevant ist, sowie das neue Phänomen der sinkenden Erwerbsbeteiligung, das auch auf die aktuell einsetzende Verrentung der „Babyboomer“ zurückgeführt wird.

Kapitel 9 präsentiert eine neue „Information“ zu Keynes Text über „Die wirtschaftlichen Möglichkeiten unserer Enkelkinder“, der auch für die aktuelle Postwachstums-Debatte in Europa relevant ist, sowie zwei neue Fallstudien über gute Unternehmensführung als Produktivitätsquelle und Industriepolitik in der Praxis.[10]

Kapitel 11 erörtert neue Forschungsergebnisse über neue Möglichkeiten, mit Regionaldaten zu genaueren Berechnungen des Gütermarktmultiplikators zu kommen.

Kapitel 16 enthält eine neue Fallstudie darüber, was aus den Steuernachlässen des Jahres 2008 in den USA über das Konsumverhalten zu lernen ist.

Kapitel 17 reflektiert eine neue Fallstudie die – auch für die Europäische Union – aktuelle Debatte über den Zusammenhang von Steuerflucht großer Unternehmen und die Eingriffsmöglichkeiten der Steuerpolitik, um diese einzudämmen.

Kapitel 18 präsentiert einen neuen empirischen Ansatz, die Auswirkungen politischer Ungewissheit auf die Wirtschaft zu reflektieren.

Schließlich wurden alle realisierten und alle ins Auge gefassten Änderungen im Hinblick auf ihre Länge überprüft. Aus meiner eigenen Erfahrung als Studierender weiß ich, dass die Wahrscheinlichkeit eines Buches, gelesen zu werden, mit seiner Länge abnimmt. Mein Ziel ist es daher, mit diesem Buch eine möglichst klare, aktuelle und leicht fassliche, aber auch möglichst kurze Darstellung der Makroökonomik zu geben.

Die Reihenfolge der Themen

Meine Strategie, Makroökonomik zu unterrichten, basiert darauf, zunächst die langfristige Analyse durchzuführen, in der die Preise flexibel sind. Erst danach kommt die kurzfristige Analyse, bei der von inflexiblen Preisen ausgegangen wird. Dieses Vorgehen weist verschiedene Vorteile auf. Erstens ist das langfristige Material für die Studierenden leichter verständlich, weil die klassische Dichotomie die Trennung von realer und monetärer Sphäre erlaubt. Zweitens haben die Studierenden bereits ein tiefer gehendes Verständnis für das langfristige Gleichgewicht erreicht, um das die Wirtschaft schwankt, wenn sie sich dem Problem des Konjunkturzyklus zuwenden. Drittens lässt sich die Verbindung zwischen Makro- und Mikroökonomik leichter herstellen, wenn Markträumungsmodelle schon am Anfang der Betrachtung stehen. Viertens beschäftigen sich die Studierenden zunächst mit Fragestellungen, die unter Wirtschaftswissenschaftlern weniger umstritten sind.[11]

Aus all diesen Gründen erleichtert die Strategie, mit den langfristigen klassischen Modellen zu beginnen, das Unterrichten erheblich.

Gehen wir nun von der Strategie zur Taktik über. Hier kommt ein Schnelldurchgang durch das Buch:

Teil I Einführung

Das einführende Material ist kurz gehalten, sodass die Studierenden schnell zu den zentralen Punkten gelangen können. In Kapitel 1 werden die breit gestreuten Fragen diskutiert, mit denen sich Makroökonomen beschäftigen, sowie das Vorgehen der Ökonomen bei der Konstruktion von Modellen erläutert, mit denen die Realität abgebildet werden soll. Kapitel 2 stellt die zentralen makroökonomischen Kennzahlen vor. Dabei stehen das Bruttoinlandsprodukt, der Verbraucherpreisindex und die Arbeitslosenquote im Vordergrund.[12]

Teil II Klassische Theorie – die Volkswirtschaft bei langfristiger Betrachtung

In Teil II wird die langfristige Periode untersucht, in der die Preise flexibel sind. Kapitel 3 stellt das grundlegende klassische Modell des Nationaleinkommens vor. In diesem Modell bestimmen die Produktionsfaktoren gemeinsam mit der Produktionstechnologie das Einkommensniveau. Die Faktorgrenzprodukte bestimmen die Verteilung des Einkommens auf die Haushalte. Darüber hinaus zeigt das Modell, wie fiskalpolitische Maßnahmen die Allokation der volkswirtschaftlichen Ressourcen zwischen Konsum, Investitionen und Staatsausgaben beeinflussen. Ferner macht es deutlich, wie der reale Zinssatz Güterangebot und Güternachfrage ins Gleichgewicht bringt.

Geld und das Preisniveau werden als nächstes eingeführt. Kapitel 4 untersucht das Geldsystem und die Instrumente der Geldpolitik. Kapitel 5 eröffnet die Diskussion der Wirkungen der Geldpolitik. Weil die Preise als völlig flexibel angenommen werden, präsentiert dieses Kapitel wichtige Vorstellungen der klassischen Geldtheorie. Es liefert Einsichten in die Quantitätstheorie des Geldes, die Inflationssteuer, den Fisher-Effekt, die sozialen Kosten der Inflation sowie die Ursachen und Folgen von Hyperinflationen.

Die makroökonomische Analyse offener Volkswirtschaften beginnt in Kapitel 6. Unter Beibehaltung der Vollbeschäftigungsannahme werden in diesem Kapitel Modelle behandelt, mit denen die Leistungsbilanz und der Wechselkurs erklärt werden sollen. Es beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten der Wirtschaftspolitik: der Beziehung zwischen Haushaltsdefizit und Leistungsbilanzdefizit, der makroökonomischen Wirkung protektionistischer Handelspolitik und den Konsequenzen der Geldpolitik für den Wert einer Währung auf dem Devisenmarkt.[13]

Die Vollbeschäftigungsannahme wird in Kapitel 7 durch Diskussion von Arbeitsmarktdynamik und natürlicher Arbeitslosenquote gelockert. Es werden verschiedene Ursachen der Arbeitslosigkeit behandelt, darunter Suchzeit, Mindestlohnvorschriften, Gewerkschaftsmacht und Effizienzlöhne. Darüber hinaus werden auch einige wichtige Fakten bezüglich der Arbeitslosigkeitsmuster vorgestellt.

Teil III Wachstumstheorie – Die Volkswirtschaft bei sehr langfristiger Betrachtung

Teil III dynamisiert die klassische Theorie durch die Einführung und Entwicklung der Komponenten der modernen Wachstumstheorie. Kapitel 8 stellt das Solow-Wachstumsmodell als Instrument zur Beschreibung der zeitlichen Wirtschaftsentwicklung vor. In diesem Kapitel wird insbesondere die Rolle von Kapitalakkumulation und Bevölkerungswachstum herausgearbeitet. Kapitel 9 erweitert dann das Solow-Modell um den technologischen Fortschritt. Es wird hier verwendet, um die weltweiten Wachstumserfahrungen zu diskutieren und um zu erklären, wie die Wirtschaftspolitik Niveau und Wachstum des Lebensstandards beeinflusst. Schließlich macht Kapitel 8 den Leser mit den modernen Theorien des endogenen Wachstums bekannt.[14]

Teil IV Konjunkturtheorie – die Volkswirtschaft bei kurzfristiger Betrachtung

Teil IV umfasst die Analyse der kurzfristigen Periode, in der die Preise starr sind. Kapitel 9 stellt mit einer Analyse der zentralen Fakten des Konjunkturzyklus, einer Einführung in das Gesamtangebots-Gesamtnachfrage-Modell sowie in die Rolle der Stabilisierungspolitik den Ausgangspunkt dar. Die nachfolgenden Kapitel bauen die hier vorgestellten Überlegungen aus.

Kapitel 11 und 12 befassen sich genauer mit der Gesamtnachfrage. Kapitel 11 behandelt das sogenannte keynesianische Kreuz und die Liquiditätspräferenztheorie. Diese Modelle dienen als Bausteine des IS-LM-Modells. Kapitel 12 greift auf das IS-LM-Modell zurück, um wirtschaftliche Schwankungen und die Gesamtnachfragekurve zu erklären. Es schließt mit einer umfangreichen Fallstudie über die Weltwirtschaftskrise.

Die makroökonomische Analyse offener Volkswirtschaften wird in Kapitel 13 mit der Diskussion kurzfristiger Schwankungen in der offenen Volkswirtschaft fortgesetzt. Das Mundell-Fleming-Modell wird dargestellt, und es wird gezeigt, wie Geld- und Fiskalpolitik die Wirtschaft bei flexiblen und festen Wechselkursen beeinflussen. Auch auf die Diskussion, ob feste oder flexible Wechselkurse vorzuziehen sind, wird eingegangen.

Kapitel 14 beschäftigt sich näher mit dem Gesamtangebot. Es werden verschiedene Ansätze zur Erklärung der kurzfristigen Gesamtangebotskurve vorgestellt. Abschließend wird der kurzfristige Tradeoff zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit diskutiert.[15]

Teil V Themen der makroökonomischen Theorie

Nach der Entwicklung von Theorien, die das Verhalten der Wirtschaft langfristig sowie kurzfristig erklären, wendet sich das Buch verschiedenen Punkten zu, die unser Verständnis für wirtschaftliche Probleme vertiefen. Der Teil V beschäftigt sich mit theoretischen Themen, während der Teil VI sich mit wirtschaftspolitischen Themen befasst. Diese Kapitel können, je nach Wunsch, am Ende des Kurses oder auch früher behandelt werden.

Das Kapitel 15 entwickelt ein dynamisches Gesamtangebots-Gesamtnachfrage-Modell. Es baut auf Überlegungen auf, mit denen die Studierenden bereits vertraut sein sollten und verwendet diese Überlegungen als Ausgangspunkt, um die Studierenden, was das Problem konjunktureller Schwankungen betrifft, näher an die Forschungsfront heranzuführen.

Die nächsten beiden Kapitel analysieren die hinter der Makroökonomik stehenden mikroökonomischen Grundlagen genauer. In Kapitel 16 werden die verschiedenen Theorien des Konsumentenverhaltens vorgestellt. Dabei wird auf die keynesianische Konsumfunktion, Fishers Modell der intertemporalen Entscheidung, Modiglianis Lebenszyklushypothese, Friedmans Hypothese des permanenten Einkommens, Halls Random-Walk-Hypothese und Laibsons Modell der sofortigen Belohnung eingegangen. In Kapitel 17 wird die hinter der Investitionsfunktion stehende Theorie analysiert.

Teil VI Themen der makroökonomischen Wirtschaftspolitik

Nachdem der Leser einen Überblick über die langfristigen und kurzfristigen Standardmodelle gewonnen hat, verwendet das Buch diese Modelle als Grundlage für die Darstellung einiger zentraler wirtschaftspolitischer Diskussionspunkte. Kapitel 18 beschäftigt sich mit der Frage, wie die Politik auf kurzfristige Wirtschaftsschwankungen reagieren sollte. Zwei breite Fragen stehen im Mittelpunkt. Sollten sich die Entscheidungsträger der Geld- und Fiskalpolitik aktiv oder passiv verhalten? Sollte die Politik auf Regeln oder auf diskretionären Entscheidungen basieren? In diesem Kapitel werden Argumente für beide Seiten der Politikkontroverse vorgestellt.[16]

Kapitel 19 stellt die verschiedenen Aspekte von Staatsverschuldung und Haushaltsdefiziten in den Mittelpunkt. Es gibt einen Eindruck von der Größe der Staatsverschuldung, es diskutiert, warum die empirische Erfassung von Haushaltsdefiziten nicht immer eine einfache Sache ist, es rekapituliert die traditionelle Sicht der Staatsverschuldung, es präsentiert die sogenannte ricardianische Äquivalenz als alternative Betrachtungsweise und diskutiert verschiedene andere Probleme, die mit der Staatsverschuldung zusammenhängen. Wie in den vorhergehenden Kapiteln auch, erhält der Leser keine fertigen Schlussfolgerungen, sondern er bekommt die Werkzeuge in die Hand, um die alternativen Sichtweisen selbst bewerten zu können.

Kapitel 20 erörtert das Finanzsystem und seine Verbindungen mit der Gesamtwirtschaft. Es beginnt mit einer Diskussion dessen, wofür das Finanzsystem eigentlich verantwortlich ist: Investitionen zu finanzieren, Risiken zu teilen, asymmetrische Informationsverteilungen zu reduzieren und Wirtschaftswachstum zu stärken. Anschließend geht es auf die allgemeinen Merkmale von Finanzkrisen ein, ihre makroökonomischen Auswirkungen und die politischen Maßnahmen, um die Krisenwirkungen zu bekämpfen und die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Finanzkrisen zu vermindern.[17]

Epilog

Das Buch endet mit einem kurzen Epilog, in dem zusammenfassend auf die grundlegenden Ergebnisse eingegangen wird, denen die meisten Makroökonomen zustimmen würden. Darüber hinaus werden auch die wichtigsten bislang ungelösten Fragen noch einmal angesprochen. Dieses Schlusskapitel führt dem Leser nochmals vor Augen, wie die vielen makroökonomischen Ansätze und Modelle zusammengehören. Wie im gesamten Buch stelle ich auch in diesem Kapitel heraus, dass trotz der offenen Streitpunkte ein breites akzeptiertes Wissen hinsichtlich des makroökonomischen Geschehens besteht.

N. Gregory Mankiw

Cambridge, Massachusetts

2 Empirische Beobachtungen und Makroökonomik

Kapitelübersicht

Das Bruttoinlandsprodukt von der Entstehungs- und der Verwendungsseite

Einkommen, Ausgaben und wirtschaftlicher Kreislauf

Regeln für die Berechnung des BIP

Reales und nominales BIP, der BIP-Deflator

Die Ausgabenkomponenten des BIP: Konsum, Investitionen, Staatsausgaben, Nettoexporte

Der Verbraucherpreisindex aller privaten Haushalte – was misst er?[43]

Der Warenkorb – was ein durchschnittlicher Konsument kauft

Verbraucherpreisindex und BIP-Deflator

Wie Unterbeschäftigung gemessen wird: Die Arbeitslosenquote

Die Unterteilung der Erwerbspersonen in Erwerbstätige und Arbeitslose

Bedeutung der Erwerbsquote und der Arbeitslosenquote

„It is a capital mistake to theorize before one has data. Insensibly one begins to twist facts to suit theories, instead of theories to fit facts.“

Sherlock Holmes

Wissenschaftler, Ökonomen und Detektive haben vieles gemeinsam: Sie alle wollen wissen, was in der Welt um sie herum vorgeht. Dazu verlassen sie sich auf eine Kombination von Theorie und Beobachtung. Sie konstruieren Theorien, um ihre Beobachtungen in einen sinnvollen Zusammenhang bringen zu können. Danach wenden sie sich empirischen Daten zu, um die Gültigkeit ihrer Theorie überprüfen zu können. Nur wenn Theorie und Fakten in Einklang miteinander stehen, haben sie den Eindruck, die Situation begriffen zu haben. In diesem Kapitel werden die verschiedenen Typen von Beobachtungen diskutiert, die dazu dienen, makroökonomische Theorien aufzustellen und zu überprüfen.

Eine Informationsquelle sind Beobachtungen, die man so nebenbei macht. Durch das Einkaufen erhält man einen Eindruck davon, wie schnell die Preise steigen. Ist man auf Arbeitssuche, merkt man, ob die Unternehmen Arbeitskräfte einstellen. Da wir alle am wirtschaftlichen Geschehen teilnehmen, gewinnen wir im Alltagsleben einen groben Eindruck von der wirtschaftlichen Lage.[44]

Information
Institute und Institutionen
InstitutionenLinkInhaltStatistisches Bundesamtwww.destatis.deSammlung statistischer Daten aus den verschiedensten Bereichen, wie z. B.: VGR, Bevölkerungsentwicklung, Erwerbstätigkeit, Gesundheitswesen, Umwelt; zusätzlich sind regionale und internationale Daten verfügbar; Links zu statistischen Landesämtern vorhandenEZBecb.europa.euKerncharakteristika der Euroländer, USA und Japan; Statistiken zu Geldmengen, Investmentfonds etc.Deutsche Bundesbankwww.bundesbank.deAktuelle Zahlen und Zeitreihen zu Zinsentwicklungen, Konjunkturlage, Außenwirtschaft etc., MonatsberichteEurostatec.europa.eu/eurostat/Strukturindikatoren, Umweltdaten, Renditestrukturkurven etc. für sämtliche EU-LänderArbeitskreis VGRwww.vgrdl.deZeitreihen zu BIP, Bruttoanlageinvestitionen, Konsumausgaben, Kapitalstock, Einkommensentwicklungen etc., sehr übersichtliche Daten, die nach Bundesländern getrennt abrufbar sindBundesministerium für Finanzenhttp://www.bundesfinanzministerium.de/Statistiken rund um Finanzen und Steuern, aktuelle Informationen zur Finanz- und Wirtschaftspolitik in Deutschland, MonatsberichteDIWhttp://www.diw.de/deutsch/Informationen über aktuelle wirtschaftspolitische Themen in DeutschlandIfo-Instituthttp://www.cesifo-group.de/Untersuchungen und Forschungsberichte zu deutschen und europäischen wirtschaftspolitischen FragenIWFhttp://www.imf.org/Publikationen und Übersichten bezüglich Welthandel und Währungspolitiken, länderspezifische Daten verfügbarOECDwww.oecd.orgInformationen und Statistiken zu internationalen ökonomischen und sozialen Themen[45]

Vor hundert Jahren konnten die Ökonomen auf kaum etwas anderes zurückgreifen als auf diese beiläufig gewonnenen Eindrücke. Derartig bruchstückhafte Informationen machten eine rationale Wirtschaftspolitik natürlich nicht gerade leicht. Die Beobachtung der einen Person wies etwa auf eine expansive Richtung der Wirtschaft, die Beobachtung der anderen legte genau das Gegenteil nahe. Für die Wirtschaftswissenschaften war es daher äußerst wichtig, dass die individuellen Eindrücke objektiviert und zu einem kohärenten Ganzen zusammengefügt wurden.

Das, was damals Wunsch war, ist heute weitgehend Realität: Die Wirtschaftsstatistiken stellen systematische und objektive Informationsquellen dar und fast jeden Tag findet man in der Presse Hinweise auf neu veröffentlichte statistische Daten. Der größte Teil dieser Daten wird von der amtlichen Statistik, in Deutschland also vom Statistischen Bundesamt, den Statistischen Landesämtern oder von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaft, zur Verfügung gestellt.

Von diesen Institutionen werden regelmäßig statistische Erhebungen bei Haushalten und Unternehmen durchgeführt, deren Ziel in der Gewinnung von Informationen über die jeweiligen ökonomischen Aktivitäten besteht. Dazu gehört etwa die Erfassung der Haushalts- und Unternehmenseinkommen oder der Umsatz- und Preisentwicklung, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Auf der Grundlage solcher Erhebungen wird dann eine Vielzahl von statistischen Kennzahlen errechnet, die die wirtschaftliche Lage in zusammengefasster Form beschreiben. Diese statistischen Reihen liefern das Datenmaterial, das die Makroökonomen bei ihrer Analyse der Wirtschaft verwenden. Darüber hinaus dienen sie der Wirtschaftspolitik zur Beobachtung der Wirtschaft und stellen eine wichtige Entscheidungsgrundlage für wirtschaftspolitische Maßnahmen dar.[46]

Dieses Kapitel erläutert und diskutiert drei ökonomische Kennzahlen, die sowohl für die Wirtschaftspolitik als auch für die makroökonomische Analyse eine ganz zentrale Rolle spielen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beschreibt gleichzeitig das Gesamteinkommen der betrachteten Volkswirtschaft und die Gesamtausgaben für die produzierten Waren und Dienstleistungen. Der Verbraucherpreisindex misst das Preisniveau. Die Arbeitslosenquote macht Aussagen darüber, welcher Anteil der Erwerbspersonen ohne Beschäftigung ist. Wir wollen im Folgenden zeigen, wie diese Kennzahlen ermittelt werden, und welche Aussagen über die wirtschaftliche Lage sich aus ihnen ableiten lassen.

2.1 Die Erfassung des Wertes der ökonomischen Aktivitäten: Das Bruttoinlandsprodukt

Bruttoinlandsprodukt Gesamtheit aller Einkommen, die in der Volkswirtschaft entstehen oder Summe aller Ausgaben, die für den Erwerb der produzierten Waren und Dienstleistungen anfallen.

Das Bruttoinlandsprodukt