Lightroom-5-Praxis - Marc Altmann - ebook

Lightroom-5-Praxis ebook

Marc Altmann

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Opis

Verständlich und anschaulich bebildert weist Mark Altmann den Weg durch das leistungsfähige, aber komplexe Werkzeug Lightroom 5. Er folgt dem Arbeitsauflauf durch Module, erklärt technische Konzepte, Funktionen und zeigt die Anwendung. Mit diesem Hintergrundwissen wird an zahlreichen Beispielen und Vorher/Nachher-Bildern erkennbar, wie das Programm sinnvoll eingesetzt wird und warum gerade dieser oder jener Regler verwendet werden sollte. Dabei stellt der Autor seine Arbeitsweise vor, gibt wertvolle Tipps und hilft, einen eigenen Workflow zu entwickeln, vom Einlesen der Fotos aus der Kamera über das Verwalten und Entwickeln von Fotos bis hin zur Datensicherung und Archivierung. Für alle, die verstehen wollen statt klicken.

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Marc Altmann beschäftigt sich als Fotoamateur seit langem mit der Digitalfotografie und hat sich in Vorträgen und Artikeln für die c‘t Digitale Fotografie unter anderem mit Lightroom, Photoshop und Farbmanagement befasst. Lightroom setzt er seit der ersten Version als zentrales Werkzeug für den Fotoworkflow ein. Marc Altmann hat Filmwissenschaft und Informatik studiert und arbeitet als Online-Redakteur und Content-Manager in Berlin.

Lightroom-5-Praxis

Das Handbuch für Fotografen

Marc Altmann

Marc Altmann

[email protected]

Lektorat: Barbara Lauer, Bonn

Copy-Editing: Alexander Reischert, Redaktionsbüro Aluan, Köln

Herstellung: Friederike Diefenbacher-Keita

Umschlaggestaltung: Helmut Kraus, www.exclam.de

Druck und Bindung: Druckerei Stürtz GmbH, Würzburg

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche

Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;

detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN

Buch 978-3-86490-124-9

PDF 978-3-86491-362-4

ePub 978-3-86491-363-1

1. Auflage 2013

Copyright © 2013 dpunkt.verlag GmbH

Wieblinger Weg 17

69123 Heidelberg

Die vorliegende Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten.

Die Verwendung der Texte und Abbildungen, auch auszugsweise, ist ohne die schriftliche Zustimmung des Verlags urheberrechtswidrig und daher strafbar. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung, Übersetzung oder die Verwendung in elektronischen Systemen.

Alle Angaben und Programme in diesem Buch wurden von den Autoren mit größter Sorgfalt kontrolliert. Weder Autor noch Herausgeber noch Verlag können jedoch für Schäden haftbar gemacht werden, die in Zusammenhang mit der Verwendung dieses Buchs stehen.

In diesem Buch werden eingetragene Warenzeichen, Handelsnamen und Gebrauchsnamen verwendet. Auch wenn diese nicht als solche gekennzeichnet sind, gelten die entsprechenden Schutzbestimmungen.

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Inhalt

Einleitung

Die wichtigsten neuen Funktionen von Lightroom 5

Änderungen in Lightroom 5.2 RC

Hinweise zur Benutzung dieses Buchs

Dank und Kontakt

1     Einführung

1.1   Lightroom in fünf Minuten

1.2   Was ist was in Lightroom?

Die Module

Die Oberfläche

Fotos oder Arbeitsfläche hervorheben

Fenstermodi und Zweimonitorbetrieb

Die Voreinstellungen

Vorgaben

Zusatzmodule

Tipps und Tricks

2     Konzepte und Techniken von Lightroom

2.1   Der Katalog

2.2   Metadaten

2.3   Lebensphasen eines Fotos

2.4   Von den Rohdaten zum elektronischen Bild

2.5   Tonwerte

2.6   Farben

2.7   Metadaten-Bildbearbeitung

3     Das Bibliothek-Modul

3.1   Startkatalog und erster Import

3.2   Fotos organisieren

3.3   Die Ansichten

Die Rasteransicht

Die Lupenansicht

Die Lupenüberlagerung

Tipps für Raster- und Lupenansicht

Die Vergleichsansicht

Die Ansichten auf der Sekundäranzeige

3.4   Die Reihenfolge der Fotos im Filmstreifen ändern

3.5   Fotos filtern

Über den Filmstreifen filtern

Über die Filterleiste filtern

Die Filtersperre

3.6   Die Schnellsammlung

3.7   Fotos auswählen und aktives Foto

3.8   Metadaten und andere Attribute verändern

Das Sprühdose-Werkzeug

3.9   Die Ansichten konfigurieren

Rasteransicht

Lupen- und Vergleichsansicht

Filmstreifen

4     Übertragung und Import

4.1   Den Importieren-Dialog verwenden

Welche Dateien kann Lightroom importieren?

Nur importieren oder auch übertragen?

Quelle (und Ziel)

Fotos vor dem Import sichten

Metadaten zuweisen

Weitere Einstellungen

Importvorgang starten

Speicherkarte defekt?

4.2   Namen für Bilddateien

Ein Namensschema zusammenstellen

Dateien nach dem Import umbenennen

Namenssystem für Aufnahmen mit einer Kamera

Namenssystem für Aufnahmen mit mehreren Kameras

4.3   Ordnerstrukturen

Automatische Datumsordner

Projektordner

4.4   Die Kamerafernsteuerung

Kameras fernsteuern (Tether-Aufnahme)

Nach Layoutvorlage fotografieren

Automatischer Import (Ordnerüberwachung)

5     Metadaten

5.1   Die Metadaten-Palette

5.2   EXIF-Metadaten

Ausrichtung und Spiegelung

Die Aufnahmezeit

Geokoordinaten

5.3   Das Karte-Modul

Bedienung der Karte

Geotagging von Hand

Geotagging per Tracklog

Regionen auf der Karte bilden

Fotos anhand der Karte suchen

5.4   Farbbeschriftungen

5.5   Bewertungssterne

5.6   IPTC-Metadaten

Die Metadatenfelder

Eingabetechniken

Umgekehrtes Geocoding (Ortsmetadaten automatisch ermitteln)

5.7   Stichwörter

Stichwörter eintragen

Tipps für die Stichwortvergabe

Die Stichwortliste-Palette

5.8   Entwicklungseinstellungen

Das Histogramm

Die Ad-hoc-Entwicklung-Palette

Entwicklungseinstellungen übertragen

5.9   Fotos finden

... über den Attribut-Teil

... über die Textsuche

... über den Metadaten-Teil

5.10 Metadaten-Workflow

Systematisches Vergleichen mit der Vergleichsansicht

6     Kataloge und Bilddateien

6.1   Grundlagen zu Katalogen

Katalogfunktionen

Speicherorte für Kataloge und Bilddateien

Optimale Geschwindigkeit im Bibliothek-Modul

Katalogeinstellungen und Vorgaben

6.2   Die Ordner-Palette

Darstellung der Ordnerstruktur

Dateioperationen ausführen

Ordner synchronisieren

6.3   Vorschauen anfertigen

6.4   Smart-Vorschauen anfertigen

6.5   Offline arbeiten

6.6   Fehlende Bilddateien

6.7   Fotos aus dem Katalog entfernen

6.8   Fotos löschen

6.9   Teilkatalog ausgeben (Als Katalog exportieren)

6.10 Mit mehreren Katalogen arbeiten

Kataloge abgleichen (Aus anderem Katalog importieren)

Katalogszenarien

6.11 Metadaten in den Bilddateien speichern

6.12 Das DNG-Format

DNG-Dateien erstellen und aktualisieren

Einstellungen für die Konvertierung

Die Datenintegrität mit der Prüfsumme überwachen

7     Organisation im Katalog

7.1   Flaggenmarkierungen

Wofür eignen sich Flaggenmarkierungen?

Fotos verbessern

7.2   Stapel

7.3   Virtuelle Kopien

7.4   Sammlungen

Sammlungen anlegen und verwalten

Techniken, um Sammlungen anzulegen

7.5   Smart-Sammlungen

Eine neue Smart-Sammlung erstellen

Metadaten für Smart-Sammlungen

Anwendungen für Smart-Sammlungen

7.6   Die Übersichtsansicht

7.7   Fotos als Diashow abspielen

8     Das Entwickeln-Modul

8.1   Die Arbeitsfläche

Optimale Geschwindigkeit im Entwickeln-Modul

8.2   Die Vorher-Nachher-Ansicht

8.3   Tonwerte und Farben beurteilen

Die genaue Darstellung von Tonwerten und Farben

Histogramm und Beschnittanzeige

RGB-Werte-Anzeige

Lab-Werte-Anzeige

8.4   Mit Smart-Vorschauen arbeiten

8.5   Paletten und Werkzeuge

Schnelles Einstellen über die Tastatur

Einstellen über Tastatur und Maus

Reglerwerte direkt eingeben

Zurücksetzen

Die Wirkung einer Palette ein- und ausschalten

8.6   Entwicklungseinstellungen übertragen

8.7   Protokoll und Schnappschüsse

8.8   Entwicklungsvorgaben

8.9   Die Standardentwicklungseinstellungen

Die Adobe-Einstellungen

Eigene Standardeinstellungen verwenden

Die Automatiken

9     Die Entwicklungseinstellungen

9.1   Der Weißabgleich

9.2   Die Tonwertregler

Was die Regler machen

Die Wiedergabe von Raw-Fotos

Globale und lokale Tonwertkorrektur

Schwarz- und Weißpunkt

Wie Sie am besten bei der Tonwertkorrektur vorgehen

Die Automatiken

HDR-Fotos entwickeln

9.3   Dynamik und Sättigung

9.4   Das Freistellen-Werkzeug

9.5   Die Gradationskurve-Palette

Die parametrische Gradationskurve

Die Punktkurve (klassische Gradationskurve)

Das Zielkorrektur-Werkzeug

9.6   Selektive Farb- und Tonwertkorrektur (HSL-/Farbe-Palette)

9.7   Schwarz-Weiß-Umsetzung

9.8   Die Teiltonung-Palette

Der Farbwähler

9.9   Schärfung

Die Regler Betrag, Radius, Details und Maskieren

Vorgehen beim Schärfen

9.10 Bereiche eines Bildes entwickeln

Welche Einstellungen gibt es?

Entwicklungseinstellungen auswählen

Globale und lokale Einstellungen

9.11 Der Korrekturpinsel

Korrekturstellen auftragen

Die Pinseleigenschaften im Detail

Korrekturstellen nachkorrigieren

9.12 Der Verlaufsfilter

9.13 Der Radial-Filter

9.14 Rauschreduzierung

Luminanzrauschen

Farbrauschen

Automatische Rauschreduzierung über Standardentwicklungseinstellungen

9.15 Die Objektivkorrekturen-Palette

Automatische Objektivkorrektur

Automatische Perspektivkorrektur

Manuelle optische Korrekturen

Chromatische Aberrationen korrigieren

Farbsäume entfernen (Rand-entfernen-Einstellung)

9.16 Die Bereichsreparatur

Bedienung des Werkzeugs

Verwendungsbeispiele

9.17 Die Rote-Augen-Korrektur

9.18 Die Nach-Freistellen-Vignette

9.19 Filmkorn

9.20 Alte Entwicklungseinstellungen: die Prozessversion

9.21 Raw-Profile und Farbkalibrierung der Kamera

Profil wählen

Eigene Raw-Profile erstellen

Farbregler

10   Ausgabe und Softproofs

10.1 Farben, Tonwerte und Softproofs

Ausgabeprofile

Die Renderprioritäten – relativ farbmetrisch und perzeptiv

Der Softproof

Fotos auf ein Medium hin entwickeln

Medienspezifische Korrekturen speichern

10.2 Die Ausgabeschärfung

10.3 Metadaten in Bilddateien

Ausgabekriterien während der Vergabe festlegen

Steuerung während der Ausgabe

10.4 Wasserzeichen

10.5 Einführung in die Ausgabemodule

Zwei Layoutverfahren

Drei Arbeitsweisen

11   Das Diashow-Modul

11.1 Die Diafolie gestalten

Fotos platzieren und beschneiden

Die Diafolie verzieren

11.2 Die Diashow konfigurieren

11.3 Die Diashow abspielen oder exportieren

12   Das Drucken-Modul

12.1 Mit dem Modul arbeiten

12.2 Die Layoutstile

Einzelbild/Kontaktabzug

Benutzerdefiniertes Paket

Bildpaket

Weitere Layoutelemente für alle Stile

Hilfselemente einblenden

12.3 Direkt drucken

Hochwertige Farb- und Schwarz-Weiß-Drucke ausgeben

Schwarz-Weiß-Drucke mit dem Druckertreiber anpassen

Im Entwurfsmodus drucken

Den Druck starten

12.4 JPEG-Dateien ausgeben

13   Das Web-Modul

13.1 Die Layoutstile

Die mitgelieferten Layoutstile

Layoutstile von Drittanbietern

13.2 Einstellungen zum Layout

13.3 Die Galerie erzeugen und hochladen

14   Das Buch-Modul

14.1 Seitenformat und Einband

14.2 Die Arbeitsfläche

14.3 Layouts

Seitenlayouts

Einbandlayouts

Zellfüllungen

Benutzerdefinierte Seitenlayouts

14.4 Fotos

14.5 Text

Normale Textzellen

Foto- und Seitentexte

Seitennummern

Schrift- und Absatzeinstellungen

Der sichere Textbereich

14.6 Seitenhintergrund

14.7 Automatisches Layout

14.8 Layouts anpassen

14.9 Buch bestellen oder ausgeben

Blurb

PDF oder JPEG

15   Export, E-Mail und Veröffentlichungsdienste

15.1 Der Exportieren-Dialog

15.2 Fotos per E-Mail versenden

15.3 Die Veröffentlichungsdienste

Dienste einrichten

Veröffentlichen und verwalten

Webdienste und englische Begriffe

15.4 Einstellungen für Bilddateien

Dateinamen

Dateieinstellungen

Fotos skalieren

Ausgabeschärfung

Wasserzeichen

Metadaten kontrollieren

Zusatzmodule für weitere Einstellungen

16   Bildbearbeitung mit anderen Programmen

16.1 Das Übergabe-Menü

Allgemeine Vorgehensweise

Übergabe an Photoshop

Die Exportoptionen festlegen

16.2 Übergabe mit dem Exportieren-Dialog

Dateieinstellungen

Metadaten

Übergabe an andere Programme

Beispiele

16.3 Die Farbeinstellungen in Photoshop

17   Videos

17.1 Sichten und verwalten

Abspielen

Videos zuschneiden

Verwaltung und Metadaten

17.2 Entwickeln und ausgeben

Entwicklungseinstellungen

Exportieren und Veröffentlichen

Einzelbild kopieren

17.3 Größere Videoprojekte verwalten

18   Sicherung und Archivierung

18.1 Redundanz schaffen

Drei Kopien zu jeder Zeit

Medienredundanz

Ausbreiten fehlerhafter Dateien verhindern

Bilddateien aus Vorschauen wiederherstellen

18.2 Maßnahmen zur Sicherstellung der Datenintegrität

Datenintegrität durch Import überprüfen

Backup-Software für wichtige Kopiervorgänge benutzen

Festplatten vorbeugend überprüfen

Prüfsummen verwenden

Prüfsummen in DNG-Dateien

18.3 Arbeitsdateien sichern

Bilddateien und Kataloge per Spiegel-Backup sichern

Alte Katalogversionen sichern

18.4 Fotos archivieren

Einen separaten Archivkatalog verwenden

Bilddateien archivieren

Mit einem Backup-Programm archivieren

Derivate archivieren

18.5 Archivdateien sichern

Anhang

A.1 Übersicht der Einstellungen in Lightroom

A.2 Elemente für Dateinamenvorlagen- und Textvorlagen-Editor

A.3 Adobe-Ressourcen

A.4 Blogs und Foren

A.5 Bücher und Artikel

A.6 Software

Index

Sand (Nikon D100 Raw)Freistellen, Farbtemperatur,Belichtung +0,17, Kontrast -100,Lichter -17, Tiefen +10, Weiß +80,Schwarz -60, Klarheit +100,Dynamik -10, Sättigung +100

Einleitung

»Ich glaube, daß das elektronische Bild den nächsten, größeren Fortschritt in der Bilderwelt darstellt. Derartige Systeme bringen die ihnen eigenen und unvermeidbaren Eigenschaften mit, und wieder werden der Künstler und der technisch orientierte Anwender sich bemühen, sie zu verstehen und zu beherrschen.« (Ansel Adams, Das Negativ, 1981)

Lightroom ist eine Software, die alle Arbeitsabläufe in Bezug auf Fotoverwaltung und -bearbeitung umfasst. Dies beginnt beim Einlegen der Speicherkarte in den Kartenleser und endet beispielsweise bei der Entnahme des Fotos aus dem Drucker. Der Aufbau dieses Buchs orientiert sich in erster Linie an der Reihenfolge dieser Arbeitsabläufe (dem »Workflow«), teilweise auch an Lightrooms Oberfläche.

Das Buch beginnt mit zwei einführenden Kapiteln. Kapitel 1 zeigt anhand eines Beispiels die Arbeit mit Lightroom und erläutert die wichtigsten Benutzeroberflächenelemente. In Kapitel 2 werden in einer Einführung zu Fotoverwaltung und -entwicklung die technischen Grundlagen des Programms erläutert.

Die nächsten fünf Kapitel drehen sich um die Fotoverwaltung. In Kapitel 3 geht es zunächst um die wichtigsten Werkzeuge des Bibliothek-Moduls, anschließend werden in Kapitel 4 die Übertragung der Fotos von der Speicherkarte und der Import erläutert. Kapitel 5 befasst sich näher mit der Vergabe von Metadaten, den Zusatzinformationen über die Bilddateien. In Kapitel 6 geht es um die Bilddateien selbst und die Kataloge, mit denen sie verwaltet werden. Schließlich wird in Kapitel 7 die Organisation innerhalb von Lightroom erläutert.

Die folgenden beiden Kapitel befassen sich mit der Bildbearbeitung (in Lightroom Entwicklung genannt). Zuerst geht es in Kapitel 8 um die Werkzeuge im Entwickeln-Modul. Kapitel 9 erläutert anschließend die Bildbearbeitungsfunktionen im Detail.

Anschließend folgen sechs Kapitel zur Ausgabe. In Kapitel 10 werden zunächst die Grundlagen der Ausgabe und das Softproofing (die Simulation der Ausgabe) erklärt. Kapitel 11 bis 14 behandeln die vier Ausgabemodule Buch, Diashow, Drucken und Web. Kapitel 15 befasst sich mit dem Exportieren-Dialog und den Veröffentlichungsdiensten.

Bleiben noch drei Kapitel mit spezielleren Themen: In Kapitel 16 geht es um die Erstellung von Bilddateien für die Weiterbearbeitung mit anderen Programmen (z. B. Photoshop). Kapitel 17 befasst sich mit Verwaltung und Bearbeitung von Videos, und in Kapitel 18 geht es schließlich um das Fotoarchiv und die Sicherung.

Die wichtigsten neuen Funktionen von Lightroom 5

Allgemein

Eine richtige Vollbildansicht über die Taste (Seite 6)

Unterstützung von PNG-Dateien

Überlagerungen für die Lupenansicht im Bibliothek- und Entwickeln-Modul (Seite 61)

Bildverwaltung

Smart-Vorschauen: Miniaturversionen der Bilddateien, die die Arbeit im Entwickeln-Modul erlauben, ohne dass die Bilddateien angeschlossen sind (Seiten 139, 140 und 181).

Überprüfung der Integrität von DNG-Dateien anhand ihrer Prüfsummen (Seite 157)

Entwicklungseinstellungen

Lab-Werte-Anzeige im Entwickeln-Modul (Seite 180)

Verbesserungen im Freistellen-Werkzeug (Seite 214)

Der Radial-Filter: ein drittes Werkzeug für lokale Korrekturen neben Korrekturpinsel und Verlaufsfilter (Seite 243)

Automatische Perspektivkorrekturen (Seite 252)

Überarbeitetes Bereichsreparatur-Werkzeug (Seite 259)

Ausgabe

Diashow-Modul: Videos als Teil einer Diashow verwenden (Seite 293)

Buch-Modul: Benutzerdefinierte Seitenlayouts, automatische Seitenzahlen, frei definierbare Metadaten-Bildunterschriften und mehr (Seite 323)

Veröffentlichungsdienst für Behance (Seite 348)

Die wichtigsten neuen Tastaturkürzel

Durchlaufen der Fenstermodi ab sofort mit

zum Auslösen mit der Kamerafernsteuerung

Änderungen in Lightroom 5.2 RC

Kurz vor Drucklegung dieses Buchs erschien die öffentliche Vorabversion (release candidate) von Lightroom 5.2. Die Aktualisierung enthält drei entscheidende Verbesserungen im Entwickeln-Modul, die hier kurz vorgestellt werden. Auf blogs.adobe.com/lightroomjournal/und anderen Lightroom-Blogs erhalten Sie weitere Informationen (siehe Anhang).

Farbrauschentfernung in der Details-Palette

Im Farbe-Bereich der Details-Palette gibt es jetzt einen Regler Weichheit (oder ähnlich, in der englischen Version heißt er Smoothness). Damit stellen Sie ein, bis zu welchem Grad die Rauschreduzierung größere (niederfrequente) Farbflecken entfernt. Die Kleckse treten vor allem bei unterbelichteten Fotos auf, die Sie nachträglich aufgehellt haben. Es gibt in der Palette bereits eine andere Einstellung, die festlegt, wie stark die Rauschentfernung Farbdetails einbezieht: den unteren Details-Regler. Worin besteht also der Unterschied zwischen den beiden? Details wirkt sich eher auf einzelne farbige Bildpunkte aus. Weichheit betrifft hingegen deutlich größere Flecken und Muster. Seien Sie vorsichtig mit hohen Werten, da diese unter Umständen auch Teile des Bildes beeinflussen.

Lokale Werkzeuge

Eine kleine Verbesserung betrifft die drei lokalen Werkzeuge Korrekturpinsel, Verlaufsfilter und Radial-Filter. Jeder „Pin” einer Korrekturstelle hat jetzt ein Kontextmenü (rechte Maustaste), über das Sie die Stelle duplizieren oder löschen können.

Bereichsreparatur-Werkzeug

Adobe hat das mit Version 5 ohnehin überarbeitete Bereichsreparatur-Werkzeug weiter verbessert: Es weist jetzt zusätzlich den Regler Weiche Kante (Feather) auf. Dieser funktioniert ähnlich wie die gleichnamige Einstellung für den Korrekturpinsel: Er legt fest, wie abrupt oder fließend der Korrekturbereich in die Umgebung übergeht. Der neue Schieberegler steht für beide Bereichstypen (kreisförmige Bereiche und solche mit freier Form) und für beide Korrekturmethoden (Reparieren und Kopierstempel) zur Verfügung. Ein Tastaturkürzel enthielt die Vorabversion noch nicht. In der endgültigen Version werden aber vermutlich und beziehungsweise und Mausrad den Weiche-Kante-Wert verändern. Außerdem funktioniert die automatische Quellensuche des Bereichsreparatur-Werkzeugs jetzt besser.

Hinweise zur Benutzung dieses Buchs

Verweise im Anhang

Die Webadressen der im Buch erwähnten Software und die genauen Angaben zu angesprochener weiterer Literatur finden Sie im Anhang sowie auf der Website zum Buch.

Webseite zum Buch

Unter http://www.dpunkt.de/lightroom5praxis/ finden Sie Fotos aus dem Buch zum Download, damit Sie einige der Beispiele selbst nachvollziehen und mit verschiedenen Einstellungen experimentieren können. Außerdem steht dort eine Linkliste zur Verfügung, worüber Sie die im Anhang genannten Webadressen direkt erreichen.

Tastaturbefehle

Ich habe im Buch wegen der besseren Übersichtlichkeit in der Regel nur die Windows-Variante der Tastaturkürzel angegeben. Die Mac-Kürzel ergeben sich, indem Sie durch und durch ersetzen. Wo das nicht der Fall ist, werden die Mac-Kürzel direkt angegeben. Im laufenden Text sind nur die wichtigsten Tastaturbefehle vermerkt. Eine vollständige Referenz finden Sie auf der Website zum Buch.

Dank und Kontakt

Herzlichen Dank an Alexander und Ralph Altmann, Anna Grodecki sowie Barbara Lauer.

Bei Anregungen, Kritik oder Fragen können Sie mir per E-Mail schreiben: [email protected]

Dieses Buch ist Tordis Eichstädt gewidmet.

1 Einführung

1.1 Lightroom in fünf Minuten

Erster Start

Wenn Sie Lightroom zum allerersten Mal starten, sehen Sie als Erstes die Meldung, dass ein neuer Katalog erstellt wird. Darin speichert Lightroom alle Informationen zu Ihren Fotos. Lassen Sie den Katalog ruhig am vorgeschlagenen Ort erstellen. Sie können ihn jederzeit an eine andere Stelle schieben.

Abb. 1–1 Beim ersten Start von Lightroom wird ein neuer Katalog erstellt.

Abb. 1–2 Lightroom, noch ohne Fotos

Nachdem der Katalog erstellt wurde, sehen Sie Lightroom zunächst wie in Abb. 1–2. Dabei wird die Oberfläche in einem Fenster angezeigt. Mit der Tastenkombination (zweimal hintereinander drücken) können Sie von der Fensteransicht in die Vollbildansicht wechseln. Zu Beginn ist Lightrooms Katalog leer. Fotos müssen immer erst importiert werden, bevor sie hier zu sehen sind. Über den Knopf Importieren unten links gelangen Sie zum Importieren-Dialog, mit dessen Hilfe Sie Fotos in Lightroom bringen können.

Einen Ordner mit Fotos importieren

Sie haben sicherlich bereits Fotos auf Ihrer Festplatte. Nehmen wir an, darunter befindet sich ein Ordner mit Bildern von einem Wochenende am Meer, den Sie als Erstes importieren möchten. Den Ordner wählen Sie im Importieren-Dialog auf der linken Seite aus und klicken anschließend auf Importieren unten rechts (Abb. 1–3).

Abb. 1–3 Der Importieren-Dialog

Abb. 1–4 Die Rasteransicht

Während des Imports erscheinen die Fotos nach und nach auf der Arbeitsfläche. Normalerweise sollte jetzt die Rasteransicht eingestellt sein. Dabei sind mehrere Fotos als Miniaturen zu sehen, so wie Dias auf einem Leuchttisch (Abb. 1–4). Auf der linken Seite befindet sich in der Ordner-Palette der soeben importierte Ordner. Nur die importierten Ordner werden in dieser Palette angezeigt.

Eine Auswahl treffen

Über einen Doppelklick auf ein Foto oder über die Taste gelangen Sie in die Lupenansicht. Hier ist stets ein einzelnes Foto zu sehen. Mit den Pfeiltasten (links oder rechts) können Sie Bild für Bild durchsehen. Klicken Sie einmal auf ein Bilddetail, um das Foto auf 100 % zu vergrößern (Abb. 1–5). Klicken Sie ein weiteres Mal, um wieder herauszuzoomen.

Abb. 1–5 Die Lupenansicht

Abb. 1–6 Die Vollbildvorschau

Oder drücken Sie, statt in die Lupenansicht zu wechseln, einfach einmal die Taste , und schon füllt das aktuelle Foto den ganzen Bildschirm aus. Drücken Sie erneut, um die sogenannte Vollbildvorschau wieder zu verlassen.

Während Sie die Fotos durchsehen, können Sie diese mit der Taste (»Herauspicken«) als Favoriten markieren. Das lässt sich sowohl in der Lupen- als auch in der Rasteransicht erledigen. Zur Rasteransicht kehren Sie über die Taste zurück. Markierte Fotos werden dort mit einer weißen Flagge in der Miniatur dargestellt (Abb. 1–7).

Abb. 1–7 Fotos mit Flagge markieren

Abb. 1–8 Eine neue Sammlung anlegen

Jetzt können Sie die Favoriten als neue Sammlung speichern. Sammlungen erlauben es Ihnen, Fotos unabhängig von Ordnern zu gruppieren. Wählen Sie alle markierten Fotos über Markierte Fotos auswählen im Bearbeiten-Menü. Drücken Sie jetzt oder wählen Sie Neue Sammlung im Bibliothek-Menü. Wählen Sie im folgenden Dialog, dass die ausgewählten Fotos in die Sammlung eingeschlossen werden (Abb. 1–8). Die neue Sammlung erscheint auf der linken Seite in der Sammlungen-Palette.

Fotos entwickeln

Anschließend möchten Sie Ihre Fotos vielleicht etwas bearbeiten. Dazu müssen Sie ins Entwickeln-Modul gehen. Im Moment befinden Sie sich im Bibliothek-Modul. Oben rechts können Sie in eines der anderen Module wechseln. Klicken Sie dort auf Entwickeln oder drücken Sie wie »Develop«.

Abb. 1–9 Das Entwickeln-Modul

Das Entwickeln-Modul ist etwas anders aufgebaut: Zum einen steht das einzelne Foto mehr im Vordergrund. Zum anderen befinden sich in den Spalten links und rechts andere Paletten. Sie sehen aber nach wie vor am unteren Bildschirmrand den sogenannten Filmstreifen: Er ist in jedem Modul vorhanden und enthält immer die Fotos, mit denen Sie gerade arbeiten können. Normalerweise sollten hier jetzt die Fotos der neuen Sammlung zu sehen sein; wenn nicht, klicken Sie die Sammlung in der Sammlungen-Palette an.

Abb. 1–10 Entwickeltes Foto

Wählen Sie eines der Fotos im Filmstreifen aus, das Sie bearbeiten möchten. Auf der rechten Seite befinden sich alle Paletten zum Entwickeln eines Fotos – und fast ganz oben die wichtigste: die Grundeinstellungen-Palette. Das Foto in Abb. 1–9 soll nun etwas nachbearbeitet werden. Es ist zu dunkel, recht flau und könnte etwas mehr Farbe vertragen. Daher verstelle ich drei grundlegende Regler: Belichtung +1,34 EV (nach rechts immer erhöhen oder heller), Kontrast +72, Dynamik +50 (Abb. 1–10).

Abb. 1–11 Freigestelltes Foto

Jetzt soll das Bild noch freigestellt werden. Drücken Sie hierzu oder klicken Sie auf das Symbol ganz links im Streifen unterhalb der Histogramm-Palette auf der rechten Seite (Abb. 1–11). Mit der Maus lässt sich nun die Größe des Ausschnitts ändern oder der Ausschnitt verschieben. Wenn Sie die Maus außerhalb des Ausschnitts bewegen, können Sie das Foto drehen, indem Sie klicken und ziehen. Alle Bearbeitungen in Lightroom, darunter auch das Freistellen, können Sie später wieder rückgängig machen.

Eine Diashow ansehen

Nehmen wir an, Sie wollen nach der Bearbeitung Ihrer Favoriten eine Diashow dieser Fotos ansehen. Wechseln Sie dazu ins Diashow-Modul. Wählen Sie dort eine Vorlage aus der Palette Vorlagenbrowser auf der linken Seite aus, z. B. Widescreen. In der Palette Abspielen unten rechts können Sie mit dem Dias-Regler die Anzeigedauer pro Diafolie einstellen. Klicken Sie dann auf den Abspielen-Knopf unten rechts. Verlassen Sie die Diashow über die linke Maustaste oder warten Sie, bis sie beendet ist.

Abb. 1–12 Im Diashow-Modul

Fotos auffindbar machen

Im Bibliothek-Modul, das Sie über erreichen, können Sie dafür sorgen, dass Sie Ihre Fotos auch in einigen Jahren noch finden werden. Auf der rechten Seite befindet sich die Stichwörter-eingeben-Palette. Geben Sie hier in das große Textfeld für jedes Foto zwei bis vier Stichwörter ein, die den Bildinhalt am besten beschreiben (stellen Sie sich vor, Sie müssten übers Telefon jemandem das Bild mit ein paar Worten vermitteln). Die Stichwörter werden durch Kommas getrennt (Abb. 1–13).

Abb. 1–13 Das Bibliothek-Modul mit der Stichwörter-eingeben-Palette

Ein paar Jahre später: Die Freundin, die damals mit Ihnen verreist ist, fragt an, ob Sie ihr das Foto mit der Muschel im Sand schicken können. Wie finden Sie das Foto nun in Ihrem Katalog? Sie haben es zwar immer noch vor Augen, aber das nützt Ihnen bei der Suche nichts. Hier kommen die Stichwörter ins Spiel.

Abb. 1–14 Suche im Bibliothek-Modul

Im Bibliothek-Modul wählen Sie Suchen über das Bibliothek-Menü oder drücken , sodass sich das Suchfeld öffnet (Abb. 1–14). Dort geben Sie den Suchbegriff »Muschel« ein. Lightroom zeigt daraufhin alle Fotos an, für die dieser Begriff verschlagwortet wurde. Darunter sollte das gesuchte Bild schnell auszumachen sein.

Foto per E-Mail verschicken

Um das Foto per E-Mail zu verschicken, wählen Sie es aus und dann Foto als E-Mail senden im Datei-Menü (siehe Abb. 1–15). Lightroom ruft nach dem Klick auf Senden Ihr E-Mail-Programm auf, wo Sie den Versand der Mail noch bestätigen müssen.

Abb. 1–15 Der E-Mail-Dialog

1.2 Was ist was in Lightroom?

Nach dem kurzen Überblick im vorhergehenden Abschnitt soll etwas tiefer in das Programm eingetaucht werden. Ich werde Sie nun konkret mit den wichtigsten Konzepten und Oberflächenelementen von Lightroom vertraut machen.

Die Module

Lightrooms Eigenart ist das Modulkonzept: Es gibt verschiedene Programmbereiche, in denen jeweils verschiedene Aufgaben im Mittelpunkt stehen. Lightroom ist damit anders strukturiert als Programme, bei denen eher das Dokument (Textverarbeitung) oder das Projekt (Videoschnittprogramm) im Zentrum stehen. Einen Überblick über die Aufgaben, für die die Module jeweils zuständig sind, finden Sie in Tab. 1–1.

Abb. 1–16 Die Module. Man kann sich Lightrooms Module so vorstellen wie die verschiedenen Räume eines Fotoateliers. Man muss einen Raum betreten (und damit einen anderen verlassen), um darin zu arbeiten.

Tab. 1–1 Jedes Modul ist für spezielle Aufgaben zuständig.

Bibliothek

Importieren, Aussortieren und Bewerten, Organisieren, Metadaten zuweisen, auf Social-Media-Webseiten veröffentlichen

Karte

Geografische Koordinaten zuweisen

Entwickeln

Entwickeln und Retuschieren einzelner Fotos

Diashow

Diashows zusammenstellen und abspielen oder als Video ausgeben

Drucken

Druckbögen gestalten und direkt oder in eine Datei drucken

Web

Webgalerien herstellen und hochladen

Buch

Fotobücher gestalten und bestellen

Die Oberfläche

Die Lightroom-Oberfläche besteht aus:

dem Modulwähler (oben) mit Erkennungstafel

den seitlichen Bereichen mit den Paletten (links und rechts)

dem Filmstreifen (unten)

der Arbeitsfläche mit der Werkzeugleiste (Mitte)

Dies gilt für jedes Modul. Modulwähler und Filmstreifen sind stets gleich, aber jedes Modul hat seine eigenen Paletten links und rechts.

Der Modulwähler

Über den Modulwähler (siehe Abb. 1–17) gelangen Sie per Mausklick in die einzelnen Module. Die Tasten und führen Sie von überall ins Bibliothek-Modul (Raster- oder Lupenansicht), hingegen ins Entwickeln-Modul. Falls Sie eines der Module selten oder nie benutzen, können Sie es verbergen: Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf den Modulwähler.

Abb. 1–17 Der Modulwähler A) Standardaussehen mit allen Modulen B) Individuelle Variante mit Erkennungstafel und zwei verborgenen Modulen

Die Erkennungstafel

Das Lightroom-Logo auf der linken Seite des Modulwählers können Sie durch eine sogenannte Erkennungstafel ersetzen. Dies ist ein Schriftzug oder eine Grafik mit dem eigenen Namen oder Logo (siehe Abb. 1–17 B). Über BearbeitenEinrichtung der Erkennungstafel rufen Sie den Erkennungstafel-Editor auf, mit dem Sie mehrere Erkennungstafeln erzeugen und verwalten können. Erkennungstafeln werden auch in den Ausgabemodulen eingesetzt, um z. B. das eigene Logo in einer Webgalerie zu verwenden.

Seit Lightroom 5 lässt sich die Oberfläche weiter personalisieren: Auch der Startbildschirm kann nun durch ein eigenes Bild ersetzt werden. Dazu legen Sie einen neuen Ordner mit dem Namen Splash Screen im Lightroom-Vorgaben-Ordner an (siehe unten) und legen Ihr Bild als PNG-Datei hinein. Die Datei darf Transparenz enthalten.

Die Paletten

Die einzelnen Paletten unterscheiden sich zwar von Modul zu Modul, aber generell sind die Paletten auf der linken Seite für die Auswahl von Fotos oder das Speichern und Abrufen von Vorgaben da, während man mit denen auf der rechten Seite Einstellungen am Foto oder z. B. an der Diashow vornimmt oder Werte abliest. Die Paletten auf der rechten Seite sind in der Regel so angeordnet, dass man sie von oben nach unten durcharbeiten kann.

Abb. 1–18 Die Paletten A/B) Umfangreichere Paletten sind häufig unterteilt. Dann lassen sich in der Regel die einzelnen Abschnitte auf- und zuklappen. C) Die »porösen« Dreiecke rechts vom Palettentitel zeigen an, dass der Solomodus eingeschaltet ist.

Eine einzelne Palette klappen Sie mit einem Klick auf den Titel auf oder zu. Über das Kontextmenü (rechte Maustaste bzw. Mausklick bei gedrückter -Taste auf Macs mit Ein-Tasten-Maus) können Sie den Solomodus einschalten – dadurch bleibt immer nur eine Palette geöffnet: Wird eine neue aufgeklappt, schließt sich die zuletzt geöffnete. So bleibt die Oberfläche übersichtlicher, weshalb ich den Solomodus in fast allen Modulen eingeschaltet habe. Sie können den Modus umgehen und mehrere Paletten öffnen, wenn Sie dabei gedrückt halten (hierzu nicht auf das Dreieck, sondern direkt auf den Titel klicken). Einzelne Paletten können Sie über das Kontextmenü auch vollständig verbergen, falls Sie sie selten benötigen.

Der Filmstreifen

Um in den einzelnen Modulen überhaupt arbeiten zu können, benötigen Sie den Filmstreifen. Im Bibliothek-Modul wählen Sie zunächst über die Paletten auf der linken Seite die Fotos aus, die im Filmstreifen angezeigt werden – das heißt, Sie stellen die Quelle ein, aus der dieser seine Fotos bezieht. In den anderen Modulen wählen Sie dann im Filmstreifen die Fotos aus, mit denen Sie arbeiten möchten.

Abb. 1–19 Der Filmstreifen

Die Werkzeugleiste

Neben den Paletten enthält die Werkzeugleiste wichtige Funktionen und Informationen. Sie befindet sich am unteren Ende der Arbeitsfläche. Ihr Inhalt ist ebenfalls vom Modul abhängig. Die Werkzeugleiste blendet man mit der Taste ein und aus. Die Elemente, die diese konkret anzeigt, wählt man über das Dreieck auf der rechten Seite. Ich habe hier nur die Funktionen eingestellt, die ich wirklich benutze – meist geht das Arbeiten mit Tastaturbefehlen schneller von der Hand.

Abb. 1–20 Die Werkzeugleiste A) Im Bibliothek-Modul B) Aufklappmenü zur Auswahl der Elemente

Die Außenbereiche verbergen

Alle vier Außenbereiche, also Modulwähler, Palettenbereiche links und rechts sowie Filmstreifen, lassen sich verbergen, um der Arbeitsfläche mehr Raum zu geben. Dazu klicken Sie auf das kleine Dreieck am jeweiligen Bildschirmrand (siehe Abb. 1–21). Um einen verborgenen Bereich wieder sichtbar zu machen, fährt man mit der Maus an den entsprechenden Bildschirmrand. Auf diese Weise arbeitet man ohne störende Elemente und hat trotzdem die Möglichkeit, schnell an sie heranzukommen. Am schnellsten lassen sich die Außenbereiche mithilfe von Tastaturbefehlen umschalten: bis blendet die vier Bereiche einzeln ein oder aus. ist für beide seitlichen Bereiche gemeinsam zuständig und schaltet alle vier gleichzeitig um.

Abb. 1–21 Außenbereiche verbergen A) Rand eines Bereichs mit Dreieck B) Kontextmenü mit Einstellungen für einen Bereich

Sie können die Außenbereiche weiter konfigurieren, indem Sie über eines der kleinen Dreiecke das Kontextmenü aufrufen (also die rechte Maustaste drücken). Über Synchronisierung ... können Sie beispielsweise zwei gegenüberliegende Bereiche aneinanderkoppeln, sodass sie stets zusammen umschalten.

Fotos oder Arbeitsfläche hervorheben

Die Vollbildvorschau

Mit Lightroom 5 gibt es endlich einen »richtigen« Vollbildmodus, bei dem das aktuelle Foto den ganzen Bildschirm ausfüllt. Drücken Sie , um ihn einzuschalten, und ein weiteres Mal oder , um ihn wieder zu verlassen. Das funktioniert in jedem Modul. Während Sie sich in der Vollbildvorschau befinden, können Sie ins Foto hineinzoomen, indem Sie mit der Maustaste auf ein Detail klicken bzw. oder die Leertaste drücken. Anschließend lässt sich der Ausschnitt mit der Maus verschieben. Um die Hintergrundfarbe der Vollbildvorschau zu ändern, klicken Sie, solange sie eingeschaltet ist, einfach mit der rechten Maustaste auf das Foto.

Die Oberfläche verdunkeln

Eine andere Möglichkeit der Hervorhebung besteht darin, die Benutzeroberfläche schrittweise abzudunkeln: über mit einem der beiden Modi Gedämpftes Licht oder Licht aus. Dadurch ist die Oberfläche nur schwach bzw. gar nicht mehr zu sehen, lediglich die Arbeitsfläche oder das ausgewählte Foto bleibt hell. Farbe und Abdunklungsgrad für den Modus Gedämpftes Licht können Sie in den Voreinstellungen (siehe unten) unter Oberfläche angeben.

Abb. 1–22 Ein Foto hervorheben A) Normale Ansicht B) Gedämpftes Licht C) Vollbildvorschau. Ich benutze die Vollbildvorschau häufig, und das aus jedem Modul heraus. Sie schafft eine andere Perspektive: Man tritt einen Schritt zurück und lässt das Foto auf sich wirken.

Fenstermodi und Zweimonitorbetrieb

Die Lightroom-Oberfläche kann in einem normalen Fenster, bildschirmfüllend mit Menüleiste oder im Vollbildmodus ohne Menüleiste angezeigt werden. Den Fenstermodus stellen Sie am besten über die Tastenkombination oder über das »1«-Symbol links oben im Filmstreifen ein (siehe Abb. 1–24).

Abb. 1–23 Haupt- und Sekundäranzeige. Die Sekundäranzeige (rechts) eignet sich am besten für einen zusätzlichen Monitor.

Die Oberfläche besteht zudem aus zwei Teilen: immer aus der Hauptanzeige, wie Sie sie in Abb. 1–2 bis Abb. 1–14 sehen, und wahlweise aus einer »Sekundäranzeige«. Diese ist in erster Linie für die Arbeit mit zwei Monitoren vorgesehen, kann aber auch in einem zusätzlichen Fenster mit nur einem Monitor genutzt werden. Die Sekundäranzeige ist eine unterstützende Arbeitsfläche: Sie können auf ihr alle Ansichten des Bibliothek-Moduls anzeigen, nicht aber die anderen Module.

Abb. 1–24 Steuerung der Fenstermodi A) Über diese beiden Symbole gelangen Sie zu den Aufklappmenüs für Haupt- und Sekundäranzeige. B) Aufklappmenü für die Hauptanzeige

Ein- und ausschalten lässt sich die Sekundäranzeige durch einen Klick auf das »2«-Symbol auf der linken Seite des Filmstreifens. Auf einem zweiten Monitor lässt sich die Anzeige als Fenster oder im Vollbildmodus betreiben, auf nur einem Monitor steht lediglich ein Fenster zur Verfügung. Die Anzeige können Sie unter Windows auch mithilfe von ein- oder ausschalten. Auf dem Mac müssen Sie zusätzlich gedrückt halten.

Welcher der angeschlossenen Monitore als erster und welcher als zweiter eingestellt ist, wird in den Betriebssystemeinstellungen festgelegt. Mehr zu den einzelnen Ansichten und den Besonderheiten der Sekundäranzeige finden Sie ab Seite 64.

Die Voreinstellungen

Wie in fast allen Programmen gibt es in Lightroom einen Voreinstellungen-Dialog, in dem das grundlegende Programmverhalten festgelegt wird. Unter Windows ruft man diesen über BearbeitenVoreinstellungen () auf, unter Mac OS über LightroomVoreinstellungen ().

Abb. 1–25 Die Voreinstellungen. Hier stellen Sie das Verhalten des Programms ein.

Daneben gibt es Einstellungen für die Ansichten im Bibliothek- und Entwickeln-Modul, die separat unter AnsichtAnsicht-Optionen festgelegt werden. Weiterhin wird Lightrooms Verhalten über die Katalogeinstellungen beeinflusst, die sich über BearbeitenKatalogeinstellungen (Windows) bzw. LightroomKatalogeinstellungen (Mac) aufrufen lassen. Die Katalogeinstellungen beziehen sich immer nur auf den gerade geöffneten Katalog. Im Anhang finden Sie eine Übersicht aller Einstellungen.

Ich werde im Buch immer wieder auf Einstellungen eingehen, sodass Sie Lightroom nach Ihren Wünschen konfigurieren können.

Vorgaben

Abgesehen von obigen Voreinstellungen müssen Sie in Lightroom oft für einzelne Arbeitsschritte viele Einstellungen vornehmen, beispielsweise beim Importieren oder beim Entwickeln von Fotos. Solche Einstellungen lassen sich fast immer als Vorgaben (an einigen Stellen auch »Vorlagen« genannt) speichern, sodass Sie sie später mit einem Mausklick wieder aufrufen können. Sie können Vorgaben für alle möglichen Arten von Einstellungen anlegen: Filtervorgaben, Import- und Exportvorgaben, Metadatenvorgaben, Entwicklungsvorgaben und zahlreiche mehr. Jeweils sind einige Vorgaben mit gebräuchlichen Einstellungen bereits voreingestellt.

Abb. 1–26 Vorgaben im Exportieren-Dialog. Rechts die Einstellungen (A), links die Vorgaben (B), mit denen sie sich speichern oder laden lassen.

Vorgaben sind einer der Schlüssel für eine komfortable Arbeit mit Lightroom. Ohne sie kann die ständige Beschäftigung mit den vielen Einstellungen sehr aufwändig und damit nervtötend werden. Zudem vermeiden Vorgaben Fehler und inkonsistente Ergebnisse. Ich bemühe mich beim Anlegen der Vorgaben um intuitive und einfache Namen, die nicht die eigentlichen Einstellungen wiederholen, sondern den Zweck angeben: Statt »800 × 600, JPEG, sRGB« bei einer Exportvorgabe würde ich also schreiben: »für E-Mail«. So müsste ich mir beim Aufrufen keine Gedanken mehr um die Details machen.

Im Voreinstellungen-Dialog (siehe oben) können Sie sich den Ordner anzeigen lassen, in dem Lightroom alle Vorgaben speichert (siehe Knopf Lightroom-Vorgabenordner anzeigen in Abb. 1–25). Um Vorgaben auf einen anderen Computer zu übertragen, ziehen Sie sie einfach vom Ordner des einen Computers in den des anderen.

Zusatzmodule

Lightrooms Funktionalität ist durch Zusatzmodule erweiterbar. Der Begriff klingt, als könne man zusätzliche Module zu den sieben Modulen im Modulwähler installieren. Dies ist aber nicht möglich. Zusatzmodule sind kleine Programmerweiterungen (Add-ons, Plug-ins ...), die Ihnen sicher aus anderen Programmen, beispielsweise Mozilla Firefox, bekannt sind. Mit ihrer Hilfe lassen sich Funktionen an verschiedenen Stellen von Lightroom hinzufügen, vorwiegend im Bibliothek-Modul.

Abb. 1–27 Zusatzmodule A) Der Zusatzmodul-Manager. Einige Zusatzmodule gehören bereits zum Lieferumfang. B) Zusatzmodule legen häufig neue Menüeinträge in den Menüs Datei, Bibliothek und/oder Hilfe an. Hier im Bild finden Sie Einträge von LR Backup und Snapshotter.

Eine der beiden Möglichkeiten, um Zusatzmodule zu installieren, führt über den Zusatzmodul-Manager (DateiZusatzmodul-Manager, siehe Abb. 1–27). Dort klicken Sie auf den Hinzufügen-Knopf und wählen das neue Modul aus. Ein Zusatzmodul kommt in der Regel als Ordner mit der Endung .lrplugin daher. Das Modul kann sich überall auf der Festplatte befinden, aber Sie dürfen es nach der Installation nicht löschen. Ich lege Zusatzmodule daher lieber gleich in den Unterordner Modules des Lightroom-Programmordners. Dann werden sie außerdem nach einem Neustart von Lightroom automatisch erkannt. Die Pfade lauten:

Windows: C:\Programme\Adobe\Adobe Photoshop Lightroom 5\Modules

Mac: /Library/Application Support/Adobe/Lightroom/Modules

Über den Knopf Zusatzmodul-Exchange im Zusatzmodul-Manager gelangen Sie zur Adobe-Webseite Lightroom Exchange, auf der Zusatzmodule und andere Erweiterungen angeboten werden. Weitere Webadressen finden Sie im Anhang. Im Verlauf des Buchs werde ich einige Zusatzmodule vorstellen.

Tipps und Tricks

Rückgängig machen und wiederholen

Weil es aus irgendeinem Grund in Lightroom nicht offensichtlich ist: Sie können wie bei anderen Programmen die meisten Aktionen rückgängig machen (BearbeitenRückgängig) und danach gegebenenfalls wiederholen (Wiederholen). Die Tastaturbefehle bzw. (Mac: ) machen dasselbe.

Das Hilfe-Menü

Im Hilfe-Menü finden Sie einige Hilfsmittel, falls Sie einmal nicht weiter wissen und dieses Buch gerade nicht zur Hand haben. Für jedes Modul können Sie sich die wichtigsten Tastaturbefehle sowie Tipps in Form einer »Guided Tour« anzeigen lassen. Weiterhin haben Sie hier Zugriff auf die Online-Hilfe.

Die Warndialoge wiederherstellen

Lightroom zeigt an allen Ecken und Enden Warnungen an, bevor es Sie eine Aktion ausführen lässt (siehe Abb. 1–28). Diese Dialoge lassen sich durch Klick auf Nicht erneut anzeigen abschalten und erscheinen von da an nicht mehr. In einigen Fällen legen Sie aber mit dem letzten Klick ein bestimmtes Programmverhalten dauerhaft fest. Deshalb lassen sich die Warndialoge wieder einschalten – allerdings nur alle auf einmal: Klicken Sie dazu auf Alle Warndialogfelder zurücksetzen in den Voreinstellungen hinter dem Reiter Allgemein.

Abb. 1–28 Warndialogfeld

Aufgaben im Hintergrund

Die meisten Arbeiten, die mehrere Fotos umfassen, dauern recht lange, z. B. das Exportieren oder Importieren. Daher führt Lightroom Arbeitsgänge in der Regel im Hintergrund aus, sodass man währenddessen bereits weiterarbeiten kann. Lightroom kann mehrere Arbeiten gleichzeitig ausführen. Die einzelnen Vorgänge werden dabei links oben anstelle des Lightroom-Schriftzugs angezeigt (siehe Abb. 1–29).

Abb. 1–29 Hintergrundarbeit. Bei mehreren Arbeitsvorgängen können Sie über das Dreieck auf der rechten Seite einzelne auswählen und abbrechen.

Kontextmenüs

Sie können in Lightroom auf nahezu alles mit der rechten Maustaste klicken und erhalten daraufhin ein Kontextmenü: Fotos, Layoutelemente in den Ausgabemodulen, die Arbeitsfläche, Paletten usw. Das Kontextmenü ist oft der einfachste Weg, um in Lightroom an eine Funktion zu kommen.

Tastaturbefehle

Eine weitere große Hilfe, um komfortabler zu arbeiten, sind Tastaturbefehle, die ich in diesem Buch immer wieder vorstellen werde (eine Tastaturbefehlsreferenz können Sie von der Webseite zum Buch unter www.dpunkt.de/lightroom5praxis herunterladen). Hier drei Tipps, mit denen Sie sich Tastaturkürzel schneller merken können:

Einige Tastaturbefehle sind in verschiedenen Modulen oder Programmbereichen gleich: Die Tasten , und blenden z. B. Informationen und Hilfselemente auf der Arbeitsfläche ein.

Zum Teil lassen sich Befehle leicht anhand des Anfangsbuchstabens der Funktion merken, z. B. wie Korrekturpinsel. Teilweise müssen Sie dafür auf Englisch denken: – Grid View – für Rasteransicht.

Mehrere Kürzel, die mit einer Funktion zusammenhängen, beinhalten häufig dieselbe Taste, z. B. bei den Exportieren-Befehlen die Taste : den Exportieren-Dialog aufrufen per , mit den zuletzt verwendeten Einstellungen exportieren über .

Die Alt-Taste verändert die Oberfläche

Hält man gedrückt, ändert sich manchmal die Benutzeroberfläche. So sind beispielsweise die Knöpfe unterhalb der Paletten in den meisten Modulen doppelt belegt. Auf ähnliche Weise löst ein Mausklick manchmal eine andere Aktion aus, wenn man dabei gedrückt hält. Beispielsweise lässt sich damit so mancher Dialog überspringen und eine Aktion direkt auslösen.

Birkenrinde (Nikon D100 Raw)Freistellen, Weißabgleich, Belichtung +0,92, Kontrast -7, Lichter -100, Tiefen +3, Weiß +20, Schwarz -30, Klarheit +50, Dynamik -50, Sättigung +100

2 Konzepte und Techniken von Lightroom

In dieser Einführung geht es um die grundlegenden Konzepte und Techniken, die Lightroom für die Verwaltung und Entwicklung von Fotos einsetzt. Dabei sollen folgende Fragen beantwortet werden:

Wie funktioniert Lightrooms Katalogverwaltung?

Was sind Metadaten? Wofür sind sie gut und wie werden sie verwaltet?

Welche Phasen durchläuft ein Foto im Laufe seines »Lebens«?

Was ist der Unterschied zwischen Raw-Dateien und normalen Bilddateien?

Was sind Farben und Tonwerte und wie korrigiert man sie?

Was macht das Farbmanagement?

Wie funktioniert Lightrooms Bildbearbeitungsansatz?

Was ist das DNG-Format?

2.1 Der Katalog

Für die Verwaltung von Digitalfotos gibt es zwei Konzepte: Die einfachere Art und Weise ist die Benutzung eines Fotobrowsers wie Adobe Bridge (siehe Abb. 2–1). Hier dienen die Ordner auf der Festplatte zur Organisation der Bilddateien. Die Fotos werden dann z. B. nach Projekten, Datum oder Thema sortiert. Mit dem Fotobrowser greift man auf diese Ordnerstruktur zu und kann Fotos sichten, Metadaten (Zusatzinformationen) eintragen, nach Fotos suchen usw.

Fotobrowser haben den Vorteil, dass man spontan auf einen beliebigen Ordner zugreifen kann, ohne die Fotos vorher »importieren« zu müssen. Für die langfristige Verwaltung vieler Fotos sind sie aber ungeeignet. Fotos müssen immer verfügbar sein, um sie zu betrachten oder Informationen über sie abzurufen. Wenn eine externe Festplatte mit Bilddateien gerade nicht angeschlossen ist, geht das nicht. Zudem dauern Suchabfragen über das gesamte Fotoarchiv sehr lange. Und falls Fotos verloren gehen, bemerkt man es unter Umständen nicht.

Abb. 2–1 Fotobrowser vs. Katalogprogramm A) Fotobrowser Adobe Bridge B) Katalogprogramm Lightroom. Beide weisen auf den ersten Blick wenige Unterschiede auf. Lightroom arbeitet aber über eine Repräsentation des Fotobestands – den Katalog –, während Bridge mit den Bilddateien selbst arbeitet.

Katalogprogramme (auch DAM-Programme genannt, von digital asset management) wie Lightroom beheben diese Nachteile und sind daher für die Organisation vieler Fotos besser geeignet. Sie arbeiten nicht direkt mit den Ordnern und Bilddateien auf der Festplatte, sondern mit einer Repräsentation davon – dem Katalog. Das Konzept kennen Sie vielleicht noch vom Zettelkatalog aus der Bibliothek. Im Lightroom-Katalog werden alle Daten über eine Bilddatei gespeichert, außerdem eine – meist verkleinerte – Abbildung davon, eine Vorschau. Die Bilddateien sind im Katalog nicht enthalten – genauso wenig wie der Zettelkatalog die Bücher enthält.

Katalogprogramme verfügen über eigene Organisationsmittel, die weit über die Ordner im Dateisystem hinausgehen. In Lightroom lässt sich z. B. über Sammlungen ein und dasselbe Foto auf verschiedene Weisen einsortieren. Falls Sie Fotos auf mehreren Festplatten aufbewahren, brauchen Sie mit Lightroom nicht immer alle davon angeschlossen zu haben. Sie können mit dem Katalog »offline« – ohne Zugriff auf die Bilddateien – arbeiten: Dank der Vorschauen im Katalog lassen sich die Fotos weiterhin betrachten. Außerdem können Sie Verwaltungsaufgaben erledigen – z. B. nach Fotos suchen oder Metadaten eintragen. (In Lightroom 5 sind mit den neuen Smart-Vorschauen, also Miniaturausgaben der Bilddateien, auch Bildbearbeitungen in eingeschränktem Umfang möglich, ohne dass die Bilddateien angeschlossen sind.)

Der Nachteil bei Katalogprogrammen und damit auch Lightroom ist, dass Sie jedes Foto in den Katalog importieren müssen, bevor Sie damit arbeiten können. Sie können also nicht einfach loslegen wie mit einem Fotobrowser. Langfristig gesehen erweist sich das aber als Vorteil: Jedes Foto ist nach dem Import im Katalog verzeichnet. Dadurch ist es sehr leicht feststellbar, falls eine Bilddatei auf der Festplatte verloren geht. Mehr zu Katalogen und den Katalog-Organisationsmitteln siehe Kapitel 6 und 7.

Abb. 2–2 Während des Importierens speichert Lightroom alle Informationen über ein Foto im Katalog und erstellt die Vorschau. Danach befindet sich die Bilddatei immer noch an derselben Stelle. Importieren heißt nicht, dass Bilddateien kopiert oder verschoben würden.

2.2 Metadaten

Metadaten sind alle über die Bilddaten hinausgehenden Informationen zu einem Foto. Es gibt drei grundlegende Typen, die standardisiert oder zumindest ein Quasistandard sind (siehe Abb. 2–3):

EXIF-Metadaten werden von der Kamera bereitgestellt und umfassen technische Informationen zum Foto wie verwendetes Objektiv und Brennweite, Belichtungseinstellungen oder Geokoordinaten (GPS-Daten).

Qualitative Metadaten bestehen aus Bewertungssternen und Farbetiketten. Beide vergeben Sie selbst. Mit den Bewertungssternen schätzen Sie die Qualität eines Fotos ein. Mit den Farbetiketten markieren Sie Fotos, die einen bestimmten Status haben, z. B. solche, die Sie bald löschen wollen.

IPTC-Metadaten tragen Sie ebenfalls selbst ein. Diese umfassen einerseits Informationen zum Bildinhalt, z. B. Titel, Bildbeschreibung und Stichwörter, auf der anderen Seite Informationen zum Foto selbst wie Aufnahmeort, Name des Fotografen oder Urheberrechtsstatus.

Abb. 2–3 Standardmetadaten sind für den Workflow mit modernen Programmen wie Lightroom enorm wichtig.

Aus der Digitalfotografie sind Metadaten nicht wegzudenken. Neben den Informationen, die sie menschlichen Benutzern liefern, werden sie vom Computer für die automatisierte Verwaltung, Bildbearbeitung und Ausgabe eingesetzt. So können Sie mit Lightroom über die Freitextsuche nach einem Wort in einer Bildbeschreibung suchen, alle Fotos mit mindestens drei Bewertungssternen anzeigen oder Bilddateien anhand des Datums in Ordner einsortieren lassen. Über die EXIF-Metadaten werden Objektivfehler wie Verzeichnung und Vignettierung automatisch korrigiert. Metadaten wie Bildtitel oder -beschreibung lassen sich in Fotobüchern oder Diashows setzen oder an Social-Media-Webdienste wie Flickr weiterleiten.

Da es sich um wertvolle Zusatzinformationen handelt, deren Vergabe oft viel Arbeit erfordert, ist es wichtig, Metadaten langfristig erhalten zu können – auch für den Fall, dass Sie irgendwann nicht mehr mit Lightroom arbeiten möchten. Lightroom erlaubt es Ihnen daher, zusätzlich zur Verwaltung im Katalog die Metadaten in den Bilddateien selbst zu speichern. So lassen sich diese an andere Programme weitergeben. Die obigen Standardmetadaten werden praktisch von allen Bildverwaltungsprogrammen verstanden. Umgekehrt kann Lightroom durch andere Programme veränderte Metadaten aus den Bilddateien lesen und in den Katalog aufnehmen. Der Katalog ist jedoch immer der Hauptverwaltungsort.

Abb. 2–4 Lightroom kann Metadaten zusätzlich zum Katalog in den Bilddateien speichern. Bei den meisten Dateiformaten werden Metadaten direkt eingebettet. Bei den herstellereigenen Raw-Formaten ist das nicht möglich, stattdessen werden Metadaten neben der Bilddatei als sogenannte Filial- oder Sidecar-Datei gespeichert. Diese trägt denselben Dateinamen, aber die Endung ».xmp«.

Um Metadaten in den Bilddateien zu speichern, verwendet Lightroom den XMP-Standard (siehe Abb. 2–5). XMP erlaubt es einem Programm, über die Standardmetadaten hinaus eigene Metadaten in Bilddateien abzulegen. Lightroom speichert so z. B. seine Bildbearbeitungsmetadaten, die Entwicklungseinstellungen. Gibt Lightroom dann eine Bilddatei an ein anderes Programm weiter, werden die Entwicklungseinstellungen von diesem zwar nicht genutzt, bleiben aber erhalten. Mithilfe von XMP können Bilddateien von Programm zu Programm weitergegeben werden, ohne dass jemals Metadaten verloren gehen. Mehr zu Metadaten siehe Kapitel 5.

Abb. 2–5 A) EXIF-Metadaten in Lightroom B) Dieselben Metadaten in einer XMP-Filialdatei

2.3 Lebensphasen eines Fotos

Welche Stadien durchlaufen Ihre Fotos im Laufe ihres »Lebens«? Oder anders gefragt: Wie sieht Ihr Workflow, die Abfolge Ihrer Arbeitsabläufe, eigentlich aus? Jeder Mensch arbeitet anders und ich würde Sie immer ermutigen, Ihren eigenen Workflow zu finden. Dennoch möchte ich im Folgenden eine Art Muster-Workflow mit drei grundlegenden Phasen vorstellen, sozusagen eine Schablone, von der aus Sie Ihren eigenen möglicherweise besser entwickeln können.

Dabei hilft es fast immer, Arbeiten zu automatisieren, d.h., wo es geht, an den Computer zu delegieren, vor allem wenn Sie bei mehreren Fotos etwas Ähnliches tun wollen (Bilddateien umbenennen, kopieren usw.). Lightroom arbeitet hierfür an vielen Stellen mit Stapelverarbeitung – einer Automatisierung, bei der Sie Einstellungen einmal für mehrere Fotos angeben und dann dem Programm die Arbeit überlassen, z. B.: »Gib mir die zehn ausgewählten Fotos im Format 20 × 30 cm aus.« An vielen Stellen ist es sinnvoll, einmal getroffene Einstellungen als Vorgaben (siehe Seite 26) zu speichern oder – wenn nicht möglich – aufzuschreiben, sodass Sie einen Vorgang wiederholen können.

Abb. 2–6 Die Arbeit mit Digitalfotos lässt sich in drei Phasen einteilen. Je nach Phase haben Sie es mit unterschiedlichen Arbeitsabläufen zu tun.

Phase 1: Übertragung und Import. Die kurze Phase dauert vom Auslösen, also dem Moment, in dem ein Foto auf der Speicherkarte abgelegt wird, bis zum Import des Fotos in den Lightroom-Katalog. Die Arbeitsabläufe dieser Phase lassen sich größtenteils automatisieren. Vorher sind einige Entscheidungen zu treffen: Soll Ihre Kamera JPEGs oder Raw-Dateien ausgeben? Möchten Sie Ihre Raw-Dateien ins DNG-Format konvertieren? Welche Ordnerstruktur, welches Dateinamensschema verwenden Sie? Während der Übertragung der Fotos auf den Computer werden diese dann automatisch umbenannt und in Ordner einsortiert. Siehe dazu Kapitel 4.

Phase 2: Arbeitsfotos. Diese Phase dauert einige Wochen oder Monate. In dieser Zeit sind die Fotos neu und Sie greifen vermutlich sehr häufig darauf zu. Als Erstes sichten Sie Ihre Fotos und vergeben Bewertungen. Dabei kennzeichnen Sie gleich den Ausschuss und löschen ihn wenig später. Anschließend findet vielleicht die Bildbearbeitung statt: sowohl die ausführliche Bearbeitung einzelner Fotos im Entwickeln-Modul als auch die grobe mehrerer Fotos im Bibliothek-Modul. Dann können Sie IPTC-Meta-daten vergeben und so die Fotos für die Archivierung und Ausgabe vorbereiten. Auch die Ausgabe erfolgt meist, solange die Fotos noch neu sind. Der Großteil dieses Buchs beschäftigt sich mit dieser Phase.

Phase 3: Archivierte Fotos. Die Archivphase setzt ein, wenn Metadatenvergabe, Bearbeitungen und Ausgabe weitgehend abgeschlossen sind und Sie die Fotos nicht mehr so häufig benötigen. Archivierte Fotos finden Sie nach Bedarf über Metadaten wie Stichwörter oder Bewertung wieder. In dieser Phase ist es sinnvoll, die Fotos auf einer anderen (evtl. externen) Festplatte aufzubewahren und sie auf eine spezielle Art und Weise zu sichern. Die regelmäßige Überprüfung der Sicherungsfestplatten minimiert das Risiko, dass Sie Ihre Fotos jemals verlieren. Siehe dazu Kapitel 18.

2.4 Von den Rohdaten zum elektronischen Bild

In der Digitalfotografie begegnen Ihnen zwei Kategorien von Fotos: zum einen normale Bilddateien (Bitmap-Dateien), also fertige Bilder. Lightroom verarbeitet hiervon die Formate JPEG, TIFF, PSD und mit Version 5 auch PNG. Die andere Kategorie sind Raw-Fotos, also Dateien im Rohdatenformat. Diese sind noch keine fertigen Bilder. Von den RawDateien verarbeitet Lightroom alle gängigen proprietären Raw-Formate und das DNG-Format.

Die meisten besseren Digitalkameras können sowohl fertige Bilder – meist JPEGs – als auch Raw-Dateien ausgeben (siehe Abb. 2–7). Eine Raw-Datei liegt eine Stufe vor einer normalen Bilddatei. Sie enthält nur die digitalisierten Messwerte der Sensoren. Diese müssen noch mithilfe eines Raw-Konverters in Tonwerte und Farben übersetzt werden. Wenn Sie JPEGs ausgeben, übernimmt dies die Kamera. Die Einstellungen dazu treffen Sie vor der Aufnahme, z. B. indem Sie die Bildstil- oder Profileinstellung (Landschaft, Porträt usw.) an der Kamera verstellen. Geben Sie hingegen Raw-Dateien aus, übernimmt der Computer, in unserem Fall Lightroom, die Konvertierung. Die Einstellungen treffen Sie also nach der Aufnahme.

Abb. 2–7 Aus den Sensordaten und den Informationen zum Aufbau des Sensors wird ein Farbbild hergestellt. Die Digitalkamera kann dies direkt erledigen oder die Rohdaten als Datei ausgeben.

Früher oder später entsteht aus den Rohdaten ein fertiges elektronisches Bild. Dieses setzt sich aus quadratischen Bildpunkten (Pixeln) zusammen. Meine Kamera erzeugt z. B. Bilder mit 4368 × 2912 Bildpunkten oder 12 Megapixeln. Ein solches Bild lässt sich gut bis zu einer Größe von ca. 50 × 70 cm ausgeben (man rechnet ungefähr 150 ppi, Punkte pro Zoll, das sind 60 Bildpunkte pro cm). Gibt man es größer aus, geht der Eindruck eines kontinuierlichen »analogen« Bildes evtl. verloren.

Die meisten Profis und ambitionierten Amateure fotografieren mit Raw. Warum? Weil die Raw-Datei mehr Informationen enthält als die konvertierte JPEG-Datei. Daraus ergeben sich drei große Vorteile:

Erstens verfügen Raw-Dateien noch über den gesamten Kontrastumfang (siehe Abb. 2–8), der vom Sensor aufgezeichnet wurde, je nach Kamera ca. zehn bis zwölf Blendenstufen. Das ist mehr, als die meisten Ausgabemedien wiedergeben können: Der maximale Kontrastumfang von Monitoren liegt bei acht bis neun Blendenstufen, der von Fotopapier nur bei ungefähr sieben. Damit die Darstellung nicht zu flau wird, muss der Umfang im fertigen Bild reduziert werden. Dies geschieht im Wesentlichen durch das Setzen von Schwarz- und Weißpunkt. Bei JPEGs wird dies bereits von der Kamera vorgenommen und ist damit unwiederbringlich. Bei Raw-Dateien reduziert Lightroom den Kontrastumfang zunächst auch. Dies können Sie aber vollständig zurücknehmen. So lassen sich scheinbar überbelichtete Bildbereiche bis zu einem gewissen Grad wieder restaurieren, teilweise auch abgesoffene Bereiche in den Schatten (siehe Abb. 2–9).

Abb. 2–8 Der Kontrastumfang (Dynamikumfang) eines Motivs ist der Unterschied zwischen dessen hellstem und dunkelstem Punkt. Bei nebenstehendem Motiv beträgt er 1:15.000. Das sind ca. 14 Blendenstufen. Aufgezeichnet hat meine Kamera davon 10,5 Blendenstufen, im ausgegebenen JPEG-Bild sind davon allerdings nur noch 8,5 zu sehen. Die Kamera hat den Umfang reduziert, um Medien wie Fotopapier oder Monitoren gerecht zu werden.

Abb. 2–9 Vorteile von Raw 1 A) In der JPEG-Datei sind die meisten Lichterdetails bereits verloren, für das RawFoto können je nach Kamera ein bis drei Blendenstufen hervorgeholt werden. Beide Fotos sind gleich belichtet. B) Auch in den Schatten stecken bei Raw-Fotos noch bis zu einer Blendenstufe an Details.

Der zweite große Vorteil von Raw-Dateien ist, dass sich ihre Farbtemperatur noch anpassen lässt. Die Farben eines Motivs hängen von der Farbe des Lichts ab, welches das Motiv beleuchtet, denn schließlich sehen wir ja nur das vom Motiv zurückgeworfene Licht. Unsere eigene Wahrnehmung passt sich automatisch an die Lichtfarbe an. Bei Digitalfotos erfolgt der Weißabgleich, d.h. die Anpassung an die Farbtemperatur des Lichts, während der Raw-Konvertierung. Bei JPEGs lässt sich eine falsch eingestellte Farbtemperatur also nicht mehr rückgängig machen, allenfalls mit mehr oder weniger großen Qualitätseinbußen korrigieren. Bei Raw-Fotos können Sie die Farbtemperatur frei wählen, ohne dass die Bildqualität darunter leiden würde (siehe Abb. 2–10).

Abb. 2–10 Vorteile von Raw 2 A) Ein falsch eingestellter Weißabgleich lässt sich bei JPEG-Fotos meist nur mit Qualitätseinbußen korrigieren. Hier fehlen Bilddetails in den Lichtern. B) Beim Raw-Foto bleiben alle Bilddetails erhalten.

Zu guter Letzt verfügen Raw-Dateien über eine höhere Bildqualität. Ihre Tonwerte sind feiner abgestuft (14 oder 12 bit statt 8 bit) und ihre Bilddaten werden verlustfrei oder gar nicht komprimiert. JPEGs werden verlustbehaftet komprimiert, sodass Farbdetails verloren gehen. Wenn Sie Fotos stark bearbeiten, werden diese Qualitätsunterschiede sichtbar.

Die Bildqualität hängt übrigens von der Belichtung ab. Während Sie JPEG-Fotos ohnehin so belichten müssen, dass sie ohne Nachbearbeitung »richtig« aussehen (d.h., dass sie weder unter- noch überbelichtet sind), haben Sie bei Raw-Fotos oft mehr Spielraum und können versuchen, die Belichtung zu optimieren. Die Bildqualität ist dann am besten, wenn Sie so weit wie möglich »am rechten Rand des Kamera-Histogramms« fotografieren, natürlich ohne dabei überzubelichten (siehe Abb. 2–11). Warum ist das so? Zum einen tritt das Rauschen, das vom Sensor erzeugt wird, zum größten Teil in den dunkleren Tonwertbereichen (am linken Ende des Histogramms) auf. Zum anderen gilt: Je heller ein Motivdetail abgebildet wird, desto feiner abgestuft sind dessen Tonwerte. Das liegt daran, dass der Sensor linear auf Licht reagiert, das Auge aber Helligkeitszuwächse logarithmisch wahrnimmt. Beides führt dazu, dass die dunkleren Tonwertbereiche eine geringere Bildqualität aufweisen. Bei heutigen DSLR-Kameras mit geringem Rauschen und 14-bit-Raw-Dateien wiegt dieses Problem nicht mehr so schwer wie noch vor einigen Jahren. Nur bei hohen ISO-Werten und/oder starker Unterbelichtung ist es nach wie vor zu bemerken.

Abb. 2–11 Raw-Fotos lassen sich auf optimale Bildqualität hin belichten. Dieses kontrastarme Motiv habe ich mit der älteren Nikon D100 fotografiert, einmal mit der Belichtungsautomatik und einmal manuell um drei Blendenstufen länger, sodass gerade keine Überbelichtung auftritt. Nachdem ich in Lightroom beide Varianten einander angeglichen hatte, zeigte die länger belichtete deutlich weniger Rauschen, sanftere Tonwertübergänge und mehr Details.

Raw oder Nicht-Raw? So klar lässt sich das gar nicht sagen. Sicherlich sind die oben genannten Vorzüge von Raw nicht unwichtig. Außerdem ist Lightroom für Raw-Fotos entworfen worden und kann mit ihnen seine Stärken voll ausspielen. Einige von Lightrooms Korrekturwerkzeugen wie Rauschentfernung oder automatische Objektivkorrektur funktionieren z. B. besser mit RawFotos als mit JPEGs. Es handelt sich aber auch um zwei verschiedene Ansätze des Fotografierens: Bei JPEG-Fotos entsteht das Bild bereits mit dem Auslösen. Bei Raw-Fotos entsteht es im Nachhinein. Welcher Ansatz Ihnen besser gefällt, sollte vielleicht entscheiden, womit Sie arbeiten.

2.5 Tonwerte

Weil es einfacher ist, betrachte ich Tonwerte zunächst für Schwarz-Weiß-Fotos, weiter unten dann für Farbfotos. Ein Tonwert ist im fertigen elektronischen Bild ein relatives Maß für die Helligkeit einer Bildregion oder eines Bildpunkts, so wie sie das Auge wahrnimmt. 0 % bedeutet die geringste, 100 % die höchste im Bild darstellbare Helligkeit. In Lightroom können Sie im Entwickeln-Modul die Maus über das Bild bewegen und dabei die Tonwerte der Bildregion über die RGB-Werte-Anzeige verfolgen (in der HistogrammPalette in Abb. 2–12). Die Tonwerte lassen sich in Tonwertbereiche einteilen, z. B. in Schatten (unter 25 %), Mitteltöne (25–75 %) und Lichter (über 75 %).

Abb. 2–12 In der Histogramm-Palette finden Sie die RGB-Werte-Anzeige und das Histogramm.

Das Histogramm in der gleichnamigen Palette zeigt an, wie die Tonwerte im gesamten Bild verteilt sind. Dazu wird die Anzahl der Bildpunkte mit den Tonwerten von 0 bis 100 % in einem Diagramm von links nach rechts dargestellt (siehe Abb. 2–12). Je höher die Erhebung in einem Tonwertbereich ist, desto mehr Bildpunkte liegen darin. Das Histogramm zeigt Dinge, die das bloße Auge manchmal nicht sieht, vor allem in Bezug auf die extremen Lichter und Schatten: Ist links oder rechts im Histogramm noch Platz, bedeutet dies, dass nicht der gesamte Tonwertumfang ausgenutzt wird. Es gibt dann kein richtiges Schwarz oder Weiß im Bild. Kommt es hingegen am linken oder rechten Ende zu »Spitzen«, ist das ein Hinweis auf Tonwertbeschnitt (clipping). Ganze Bildbereiche sind dann schwarz oder weiß und weisen keine Details mehr auf.

Das Auge nimmt Helligkeiten logarithmisch wahr. Es empfindet eine Verdoppelung der Helligkeit (wenn die doppelte Anzahl an Photonen auf das Auge trifft) nicht als doppelt so hell, sondern nur als etwas heller, und zwar genau um eine Blendenstufe. Ganz anders funktioniert der Sensor einer Digitalkamera. Er reagiert linear auf Licht. Trifft die doppelte Anzahl an Photonen auf die Sensordiode, meldet diese einen doppelt so hohen Messwert. Auch in den Raw-Dateien liegen die Helligkeiten noch linear vor. (Das ist auch der Grund, warum die Tonwerte im unteren Bereich nicht so fein abgestuft sind, wie weiter oben erläutert.) In Nicht-Raw-Dateien ist das in der Regel nicht mehr der Fall. Hier werden die Helligkeiten mit einer logarithmischen Funktion kodiert. So kommt man dem Auge sozusagen näher: Die Tonwerte sind in allen Tonwertbereichen ungefähr gleich fein abgestuft. Bei JPEGs, denen mit 8 bit Bittiefe nur 256 Abstufungen pro Grundfarbe zur Verfügung stehen, ist das sehr wichtig. Ob und wie die Helligkeiten in einer Bilddatei kodiert sind, steht übrigens im Farbprofil der Datei (siehe unten). Lightroom arbeitet intern mit linearen Helligkeitsabstufungen. Für die RGB-Werte-Anzeige und das Histogramm werden diese so umgerechnet, dass sie der Wahrnehmung des Auges entsprechen.

Abb. 2–13 Logarithmische Wahrnehmung. Der rechte Kasten erscheint als Mittelgrau, also ungefähr halb so hell wie der Kasten links. Dies liegt an der menschlichen Wahrnehmung, die logarithmisch arbeitet. Tatsächlich reflektiert der rechte Kasten nur 18 % der Lichtmenge des linken Kastens.

Bei der Tonwertkorrektur übersetzen Sie den Kontrastumfang des Motivs auf den Kontrastumfang des Mediums. Wie erläutert, wird das bei der JPEGAusgabe zum größten Teil von der Kamera gemacht. Auch Lightroom trifft bei Raw-Fotos zunächst selbstständig Einstellungen, um den Kontrastumfang zu reduzieren. Zum Beispiel setzt es Schwarz- und Weißpunkt und komprimiert die Tonwerte in Schatten und Lichtern (d.h. senkt sie im Kontrast).

Schwarz- und Weißpunkt legen einen Ausschnitt aus dem ursprünglichen aufgezeichneten Kontrastumfang fest und bilden die Tonwertgrenzen des Bildes. Das Setzen des Schwarzpunkts bedeutet, dass Sie einen beliebigen Tonwert auswählen, z. B. 15 %, und diesen auf 0 %, also reines Schwarz, setzen. Alle Tonwerte darunter werden ebenfalls zu 0 %. Gab es Bilddetails mit Tonwerten zwischen 0 und 15 %, gehen diese verloren. Die übrigen Tonwerte, also alles über den ursprünglichen 15 %, werden entsprechend gestreckt und damit kontrastreicher. Analog dazu lässt sich der Weißpunkt setzen. Sie nehmen einen beliebigen Tonwert, z. B. 85 %, und setzen ihn auf 100 % usw. Bei Raw-Dateien setzt Lightroom Schwarz- und Weißpunkt zunächst so, dass unter Umständen Bilddetails in den Schatten und Lichtern verloren gehen, vor allem in den Lichtern. Diese lassen sich wieder hervorholen, wie oben erläutert. Auf der anderen Seite können Sie sehr flaue Fotos im Kontrast verstärken, indem Sie Schwarz- oder Weißpunkt enger setzen, als Lightroom oder die Kamera es getan haben.

Mit der Gradationskurve erhöhen oder verringern Sie den Kontrast in bestimmten Tonwertbereichen. Dabei gestalten Sie die Korrektur »zeichnerisch« über eine Kurve innerhalb eines Diagramms. Die x-Achse im Diagramm repräsentiert die Eingangswerte für die Tonwerte von 0–100 %, die y-Achse die Ausgangswerte (siehe Abb. 2–14). Die Kurve passen Sie an, indem Sie verschiedene Punkte auf ihr setzen und verschieben. Alle gesetzten Punkte werden automatisch möglichst harmonisch miteinander verbunden, damit es im Foto nicht zu abrupten Tonwertsprüngen kommt. Um den Kontrast in den Schatten zu erhöhen, ziehen Sie einen Punkt recht weit links auf der Kurve nach oben (siehe Abb. 2–14). Die Schatten werden deutlich heller und kontrastreicher, Details sind besser erkennbar. In den Lichtern nimmt der Kontrast hingegen ab. Das können Sie auch an der Kurve sehen: Dort, wo die Kurve steiler verläuft als 45°, steigt der Kontrast an. Dort, wo sie flacher verläuft, wird der Kontrast abgeschwächt. Ein Kontrastanstieg in einem Tonwertbereich führt zwangsläufig zu einer Abschwächung in einem anderen Bereich.

Abb. 2–14 Einfache Tonwertkorrektur mit der Gradationskurve. Details in den Schatten werden hervorgehoben, Details in den Lichtern hingegen undeutlicher. Die Helligkeit insgesamt nimmt zu. In Lightroom ist die Gradationskurve eher für Feinkorrekturen vorhanden. Ansonsten stellt es spezielle Regler für die Tonwertkorrektur bereit.

2.6 Farben

Lightroom arbeitet nach dem RGB-Farbmodell. Für Farbfotos besteht jeder Bildpunkt aus drei Tonwerten, entsprechend den drei Grundfarben (Farbkanälen