Küss das Cowgirl - Annie Stone - ebook

Küss das Cowgirl ebook

Annie Stone

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Opis

Kat McCarthy ist im Rodeozirkus aufgewachsen, doch erst jetzt hat sie die Chance, selbst zu zeigen, was sie kann. Ihr großer Traum: Das Barrel Racing-Finale in Las Vegas zu gewinnen. Auf dem Weg zum nächsten Rodeo kommt ihr das Schicksal in Form eines entlaufenen Pferds entgegen. Als sie es der rechtmäßigen Besitzerin zurückbringt, trifft sie auf Ryder Carmichael. Sie will sich nicht zu ihm hingezogen fühlen. Auf keinen Fall. Sie hat Ziele und Träume. Einen Plan. Aber er ist da, als sie ihn braucht, schleicht sich immer mehr und mehr in ihr Herz, zeigt ihr, dass Wunden heilen können. Und dann muss Kat feststellen, es ist nicht alles so, wie es scheint ... *** Dies ist eine Trilogie mit abgeschlossenen Teilen, aber die Charaktere tauchen in den anderen Bänden erneut auf. Teil 1 Küss den Cowboy handelt von Scott und Lynn. Teil 2 Küss das Cowgirl handelt von Ryder und Kat. Teil 2.5 Küss mich, Minnie! handelt von Minnie und Cameron. Teil 3 Küss die Ranchhand handelt von Parker und Jade.

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EPUB
MOBI

Liczba stron: 378

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Küss das Cowgirl

Annie Stone

Inhalt

Impressum

Widmung

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

12.Zwei Monate später

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Danksagung

Leseprobe

1.Mackenzie

2.Hunter

Copyright: © 2016 Annie Stone

Coverdesign: Grittany Design

Coverfoto: © Miramiska – Adobe Stock, © ivn – VectorStock und © Jeanne Provost – Shutterstock

Lektorat: ScriptLounge

V.i.S.d.P.

Autorencentrum.de

Ein Projekt der BlueCat Publishing GbR

Peter Maassen

Gneisenaustr. 64

10961 Berlin

E-Mail: [email protected]

Tel.: 030/61671496

- Pakete werden nicht angenommen -

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit schriftlicher Genehmigung von Annie Stone.

Kontakt: [email protected]

Für dich

1

Ich spüre die Anspannung meines Pferdes zwischen meinen Beinen, sehe den Staub, der durch die Arena wirbelt, höre die Geräusche des Jahrmarkts. Das Gebrabbel von Menschen, das metallische Klingeln verschiedener Buden, das Schnauben der Tiere.

Ich konzentriere mich, fasse die Zügel noch einmal anders. Ich lecke mir über die Lippen, aber mein Mund ist genauso trocken wie diese. Gleich geht es los. Gleich geht es los.

Ich spüre Cherrys Anspannung. Sie ist ein Paint Horse, braun und weiß gescheckt. Eine bildschöne Lady, hinzu kommt, dass sie schnell ist und enge Wendungen macht. Und loyal ist. Blindloyal. Man könnte sich kein besseres Pferd wünschen.

Als das Signal ertönt, schießt sie los. Ihre Hufe galoppieren über den Boden, wirbeln Staub auf, rasen in die Arena, bevor sie nach rechts steuert. Das ist die Schönheit eines erfahrenen Pferdes. Sie weiß, wie es geht. Ich muss nur sehen, dass ich oben bleibe. Sie nimmt die Kurve um die erste Tonne eng, so eng, wie wir es geübt haben. Gutes Mädchen.

Sie jagt zur zweiten Tonne, umrundet diese ebenfalls. Sie nimmt die dritte Tonne ins Visier. Zu eng ... Sie schafft es! Gott, was für ein Pferd! Jetzt nur noch aus der Arena fliegen. Komm schon, Cherry-Baby. Flieg!

Während den Sekunden, die wir in der Arena waren, habe ich nichts gehört. Gar nichts. Nicht das Jubeln der Massen, nicht den Moderator am Mikro, nicht das Schnauben meines Pferdes oder das rhythmische Klopfen ihrer Hufe auf dem Sand. Nichts. Aber jetzt ... Jetzt strömt plötzlich alles wieder auf mich ein. Und dann höre ich meine Zeit. So viele Male habe ich es bereits gemacht und doch ist dieser Moment immer wieder spannend. Das Adrenalin im Körper ist noch nicht abgebaut. Das Blut ist noch in Wallung. Und da ... da kommt sie. 15,12. Meine persönliche Bestzeit.

Mein Gesicht beginnt von alleine zu grinsen. Es würde mich nicht wundern, wenn die Sicherungen rausspringen würden, denn das ist ein Mega-Watt-Lächeln. Wahnsinn!

Ich tätschel Cherrys Hals, sage ihr, dass sie das tollste Pferd der Welt sei.

Und dann gratulieren sie mir. All diejenigen, die mir noch vor einem Jahr mitteilten, dass ich es nie zu etwas bringen würde. Dass ich nur vom Namen meines Vaters profitiert hätte. Jetzt kommen sie. Jetzt wollen sie plötzlich meine Freunde sein, nachdem sie mich immer nur belächelt haben. Kat McCarthy. Tochter des großen Tim McCarthy. Ich stand immer im Schatten dieses Namens. Aber jetzt, jetzt trete ich aus diesem hervor.

Es treten noch zwei Cowgirls an, aber sie beide können meine wirklich fantastische Zeit nicht schlagen.

Als wir zu Siegerinnen gekürt werden, wirft sich Cherry ein bisschen in Pose. Aber das hat sie sich verdient. Das Preisgeld beträgt immerhin fünftausend Dollar. Bei weitem nicht so viel, wie man bei den richtig großen Events bekommen kann, aber immerhin mehr, als ich jemals gewonnen habe. Ich streichel Cherrys Hals. Als wir jemals gewonnen haben.

Nach der Siegerehrung bringe ich sie zu unserem kleinen Hänger. Ich sattel sie ab, striegel sie, füttere und tränke sie, bevor sie in den Hänger muss. Wir müssen heute noch ein ganzes Stück fahren, wenn wir übermorgen in North Carolina sein wollen, um am Raleigh Rodeo teilzunehmen.

Ich setze mich hinter das Steuer meines Pickups, der auch schon bessere Zeiten gesehen hat. Aber was will man machen? Geld wächst nun mal nicht auf Bäumen.

Mit dem heutigen Preisgeld kommen wir aber auf jeden Fall schon mal weiter. Falls wir in Raleigh gewinnen und die sagenhaften zehntausend Dollar einstreichen sollten, hilft uns das ein Riesenstück weiter. Vielleicht ist dann auch mal die Zeit für Verbesserungen gekommen. Ich mein, der Truck keucht aus dem letzten Loch. Der Hänger war schon zu Zeiten meines Grandpas ein Oldtimer.

Aber wir sind frei. Wir sind ungebunden und machen unser eigenes Ding, ohne dass uns jemand sagt, was wir zu tun und zu lassen haben. Das ist doch auch was, oder?

Wir rumpeln über die Landstraßen auf dem Weg nach Raleigh. Mit Federung wäre das vielleicht angenehm, aber so ist es schlimm. Das Radio hat vor einiger Zeit den Geist aufgegeben und so bin ich hier alleine. Alleine mit meinen Gedanken. Man merkt erst, wie viel Unsinn man denken kann, wenn einen nichts mehr vor diesen rettet.

Es wird langsam dunkel und ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich hatte gehofft, dass wir schon viel weiter wären. Ich gebe zu, ich hatte eigentlich gar keinen Plan, aber ich hatte auf ein Wunder gehofft. Hatte gehofft, dass sich irgendwas ergeben würde. Aber das tut es nicht.

Ich fahre an den Straßenrand, weil ich merke, dass ich einen Moment Ruhe brauche, um mir zu überlegen, was ich tun will. Ich kann Cherry nicht noch länger im Hänger lassen. Das geht einfach nicht. Sie braucht Bewegung, Futter, Wasser ... Sie muss ein Pferd sein dürfen.

Wieso plane ich nicht? Das ist ja nicht das erste Mal, dass das passiert. Aber bisher geschah tatsächlich immer ein Wunder. Manchmal tauchte genau zum richtigen Zeitpunkt eine Farm auf oder ich traf jemanden an einer Tankstelle ... Aber hier ... nichts. Ich bin hier wirklich in der Mitte von Nirgendwo.

Vielleicht habe ich all meine Wunder aufgebraucht. Vielleicht hat man nur eine begrenzte Anzahl und wenn die weg ist, dann hat man den Rest des Lebens nur noch Pech. Und ich hab sie rasant aufgebraucht, das muss ich schon sagen.

Als ich vor einem halben Jahr aus der Enge meines Elternhauses floh, wusste ich, dass auch harte Zeiten kommen würden. Ich ging trotzdem. Aber es gab auch einfach keine andere Chance.

Was soll ich machen?

Ich starre in die Dunkelheit, als würde sich eine Antwort ergeben, wenn meine Augen nur genug tränen.

Muss ich aufgeben? Muss ich meinen Traum von einem eigenen Leben begraben?

Was ist das? Ich kneife meine Augen ein wenig zusammen, um besser zu sehen. Ein Pferd. Ein Pferd, das vollkommen alleine über den Highway galoppiert. Das kann nicht richtig sein.

Ich öffne die Tür des Trucks und stelle mich in den Weg. Keine Ahnung, ob das die beste oder die schlechteste Idee ist, die ich jemals hatte. Als das Pferd mich fast erreicht hat, hebe ich die Arme und murmel beruhigend vor mich hin.

»Ho, ho ... Alles ist gut. Ganz langsam. Alles ist gut.«

Das Pferd wird langsamer, kommt schließlich zum Stehen. Sie, wie ich feststelle, hebt den Kopf, bläht die Nüstern. Ein wenig nervös tänzelt sie von einem Bein aufs andere. Vollblut. Und ein ausgesprochen Hübsches noch dazu.

»Alles ist gut, meine Schöne«, sage ich leise, während ich langsam auf sie zugehe.

Sie schnaubt, spielt ein wenig unsicher mit den Ohren.

Ich suche in meiner Hosentasche nach einem Leckerli, das ich eigentlich immer dabei habe. Ich halte ihr die Hand hin. Zögernd kommt sie mir einen Schritt entgegen. Sie schnobert an meinen Fingern, bevor sie mit weichen Lippen das Stückchen von meiner Handfläche klaubt.

Ruhig, um sie nicht zu erschrecken, wage ich mich weiter vor. Meine Finger streichen über ihre samtene Nase, den Stern auf der Stirn. Ich streichel ihren Hals. Sie lässt alles mit sich geschehen. Sie kennt das, kennt Menschen. Ist kein Geisterpferd, auch wenn sie wie aus dem Nichts aufgetaucht ist.

Ich brauche ein Halfter oder zumindest einen Strick, aber wenn ich sie jetzt hier stehen lasse, verschwindet sie vielleicht wieder.

Ich greife in ihre Mähne und hoffe, dass ich sie so zu meinem Hänger lenken kann. Sie trottet neben mir her, als wäre sie das gewöhnt. Ich hole ein Halfter, lege es ihr an. Es ist ein bisschen locker. Cherry hat zwar ein geringeres Stockmaß, aber einen größeren Kopf. Sie ist nicht so feingliedrig wie diese Schönheit.

»Gutes Mädchen. Das machst du toll.« Ich reiche ihr eine Möhre, die sie schnell verspeist.

Von innen höre ich Geraschel und dann Wiehern. Die fremde Stute hebt den Kopf und wiehert ebenfalls. Direkt neben meinem Ohr.

Gott, ich bin taub! Wie laut so ein Wiehern sein kann, weiß man erst, wenn dir ins Ohr geschrien wird.

Der hübsche Dunkelfuchs tänzelt wieder von einem Bein auf das andere. Sie wiehert erneut und mir klingeln die Ohren.

»Halt doch mal die Klappe«, sage ich leise, während ich ihr den Hals tätschel.

Was nun? Was soll ich jetzt unternehmen? Ich hab keine Ahnung.

Irgendwie kommt es mir nicht so vor, als hätte sich durch ihr Auftauchen meine Situation verbessert.

»Was mach ich nun?«, frage ich, während ich ihren Hals streichel.

Sie dreht sich zu mir und stupst mich in die Seite. Ihre Lippen fahren über meine Hosentasche. Ich grinse. Pferde sind doch alle verfressen.

Ich gebe ihr noch ein Leckerli, das sie mit Genuss verschlingt. Okay, ich glaube zumindest, dass es mit Genuss ist.

Es bleiben eigentlich nur drei Möglichkeiten. Erstens: Ich bleibe hier stehen und tue nichts weiter. Zweitens: Ich laufe mit ihr los und hoffe, ihr Zuhause zu finden. Irgendwohin muss diese Stute ja gehören. Das kann nicht so weit weg sein. Drittens: Ich lade sie in den Hänger und fahre los.

Keine dieser drei Möglichkeiten scheint wirklich eine gute zu sein. Rumstehen hat noch nie ein Problem gelöst, daher scheidet das aus. In welche Richtung soll ich laufen? Und wie weit? Nein, auch nicht gut. Bleibt nur der Hänger. Aber die Idee, eine vollkommen fremde Stute neben Cherry einzuquartieren, behagt mir gar nicht.

Vielleicht sollte ich doch mal ...

Ich binde die Stute am Hänger an und hole mein Handy aus der Kabine meines Trucks. Ich starre es an, als könnte ich es durchschmoren, damit ich es nicht benutzen kann.

Aber es hilft ja nichts.

Meine Finger wählen wie von alleine die Nummer, erinnern sich an die Kombination der Zahlen, als wäre es gestern gewesen.

»Kat?«, fragt seine Stimme.

»Ja, hey ... Ich bin es.«

Am anderen Ende der Leitung bleibt es still. Gott, das war eine Scheißidee. Eine ganz schlechte Idee. Wie hab ich nur denken können, dass es nach all der Zeit smart ist, ihn anzurufen?

»Es tut mir leid«, sage ich leise und will schon auflegen.

»Wag es ja nicht!«, knurrt er in den Hörer.

»Was?«, frage ich irritiert.

»Wenn du jetzt auflegst, gibt es keine Chance mehr. Nie wieder.«

»Okay.«

»Wie konntest du mir das antun?«

Ich höre den Schmerz in seiner Stimme und mein Herz bricht. »Es tut mir so leid, Derek. Ich konnte nicht bleiben. Nicht nach allem ...«

»Aber du hast nicht nur sie verlassen! Du hast auch mich verlassen. Hast mich zurückgelassen!«

Ich lasse den Kopf hängen, weil es stimmt. Ich hab ihn im Stich gelassen.

»Es tut mir leid.«

»Davon kann ich mir auch nichts kaufen.«

»Verzeih mir.«

»Nein.«

»Derek ...«

»Lass das.«

Ich spüre das Zucken im Mundwinkel. »Ach, Derek ...«

»Hör auf!«

»Du weißt, dass ich niemanden so liebe, wie ich dich liebe ...«

Als Antwort bekomme ich nur ein Knurren, aber das ist auch genug. Ich weiß, er hat mir vergeben.

»Wieso rufst du an? Wieso ausgerechnet jetzt?«

Ich reibe mir über die Stirn, weil ich mir gerade unglaublich schäbig vorkomme. »Ich brauche deine Hilfe.«

»Klar.« Hört sich seine Stimme enttäuscht an?

»Tut mir leid. Das war eine blöde Idee.«

»Du bist ja auch nicht für deine guten Ideen bekannt ...«

Ich lächel. Das ist Derek ...

»Hey, ja? Meine Ideen haben immer gerockt!«

»Nein, nie«, sagt er und ich bin froh, den Spott in seiner Stimme zu hören.

Die letzten sechs Monate habe ich gegrübelt, ob ich ihn verloren habe. Keinen Kontakt zu meinen Eltern zu haben, ist die eine Sache, keinen Kontakt zu meinem kleinen Bruder zu haben, eine ganz andere. Es waren immer wir gegen den Rest der Welt. Er war mein Kumpel, mein Vertrauter, mein Fels. Wir haben immer zusammengehalten. Gegen unsere Eltern, gegen unseren großen Bruder Jack, der das Familienimperium weiterführen wird. Gegen jeden anderen.

Derek und Kat. Kat und Derek.

»Also, was soll ich tun?«

»Kannst du für mich schauen, wo es hier eine Unterkunft gibt?«

»Wo ist denn hier?«

Ich höre, wie er seinen Laptop aufklappt, das Klappern der Tasten.

»Ich glaub, ich hab ein Schild gesehen, auf dem Fayetteville stand.«

»Okay.« Mehr Geklapper. »North Carolina?«

»Ja.«

Er ist einen Moment still. »Du bist weit weg.«

»Hmmh ...«

»Also, hier sind jede Menge Farmen ...« Er tippt weiter. »Aber warte mal ...« Das tue ich. »Ach, ja, hier ...«

»Was?«

»Ich hab vor Kurzem einen Bericht gesehen über Stewart Stables. Du weißt schon, der Besitzer von Fletcher’s Bug, der das Triple gewonnen hat.«

Ich frage mich, worauf er hinaus will, bemühe mich um Geduld und sage: »Ja?«

»Die Tochter des Hauses, Lynn, hat ein eigenes Gestüt.«

»Ich will nichts mit Rennställen zu tun haben.«

Ich höre das Lächeln in seiner Stimme. »Das ist es ja. Sie züchtet Appendix Horses auf der Carmichael Farm, einem Gnadenhof für misshandelte Pferde.«

Das hört sich tatsächlich interessant an. »Wo ist das?«

»In der Nähe von Shannon.«

»Wo ist das?«

»Von Fayetteville südwestlich auf der 71.«

Ich überlege, ob ich überhaupt weiß, wo ich bin. »Ich glaub, ich bin auf der 71.«

»Na, dann bist du ja fast da.«

»Danke.«

»Hey, Kat.«

»Ja?«

»Lass nicht wieder so viel Zeit vergehen.«

»Versprochen.«

»Gut.«

Als ich aufgelegt habe, versinke ich einen Moment in Gedanken, bis mich eine Pferdenase in den Rücken stößt.

»Hey, ja, ja. Versteh schon.«

Ich mache den Hänger auf, schaue, tätschel Cherrys Kruppe, bevor ich die andere Stute in den Hänger bringe. Für einen kurzen Moment geht das. Hoffe ich.

Cherry beäugt mich misstrauisch, als ich ein anderes Pferd in ihren Hänger führe. Die Stute geht brav mit. Das ist also nichts Neues für sie. Gut.

Beide sind neugierig, gleichzeitig aber auch unsicher. Sie beschnuppern sich, quietschen ein-, zweimal, aber sobald ich ihnen Heu aufhänge, sind sie beide mit etwas anderem beschäftigt. Sagte ich schon, dass Pferde verfressen sind?

Ich schließe den Hänger und setze mich hinter das Steuer. Auf zur Carmichael Farm.

Ich fahre zurück auf die Straße, bin einen Moment unentschlossen. Bin ich schon an Shannon vorbei oder kommt das noch? Und wieso bin ich eigentlich auf dieser Straße gelandet? Ich sollte beim Autofahren wirklich konzentrierter sein.

Ich beschließe, in die Richtung zu fahren, aus der die Stute kam. So verkehrt kann das ja nicht sein. Nach etwa fünfzehn Minuten komme ich in Shannon an. Hier liegt ganz eindeutig der Hund begraben. Man kann es nicht mal als Dorf bezeichnen. Lediglich ein paar Häuser, die zufällig nah beieinander stehen. Wie soll ich den Weg zu den Carmichaels finden?

Ich fahre durch das Örtchen und bin schneller draußen, als ich dreimal einatmen kann. Ich hatte gehofft, dass irgendwo ein Schild stehen würde. Aber dann ... Das hier ist ja nicht Las Vegas oder der Times Square. Die Chance, dass ich eine auffällige Neonreklame sehe, ist eher gering.

Ich wende und fahre zurück. Hier ist es wie ausgestorben. Eine Geisterstadt. Fehlt eigentlich nur noch, dass der Wind einen vertrockneten Strauch über die Straße weht ...

In der Ferne tauchen Lichter auf. Es gibt also doch jemanden, der am Leben ist.

Als der Wagen näher kommt, blitzen die Scheinwerfer mehrmals auf und ich werde langsamer. Nebeneinander bleiben wir stehen und ich rolle das Fenster runter.

»Hey«, sagt eine Frau, die vielleicht zehn Jahre älter ist als ich.

»Hi«, antworte ich.

»Haben Sie zufällig eine braune Stute gesehen?«

Ich lächel. »Dunkelfuchs mit Stern auf der Stirn, weißen Beinen hinten und Krone rechts vorne?«

»Ja, genau! Das ist Primrose.«

Ich nicke. »Sie ist im Hänger.«

Sie schaut mich erleichtert an. »O Gott sei Dank!«

»Sie ist mir ein paar Meilen die Straße runter zugelaufen.«

»Ich danke Ihnen! Wollen Sie mir zur Farm folgen, dann können wir sie ausladen?«

»Okay.« Ich bin einen Moment leise und gebe mir dann einen Ruck. »Ich will keine Umstände machen ... und Sie müssen natürlich nicht ja sagen ... aber ... hmmh ... Besteht die Möglichkeit, irgendwo die Nacht zu verbringen?«

Sie lächelt. »Das ist gar kein Problem.«

Ich bemühe mich, mir nicht ansehen zu lassen, wie erleichtert ich bin. Offensichtlich habe ich meine Wunder doch noch nicht aufgebraucht.

Sie fährt vor und ich folge ihr. Nach etwa drei Meilen fahren wir unter einem Tor durch. Carmichael. Ich muss lächeln. Das Schicksal hat mich ganz offensichtlich an den richtigen Ort geführt.

Als wir auf dem Hof ankommen, öffnet sich eine Tür und ein großer, breitschultriger Mann kommt die Treppe hinunter.

»Bist du verrückt, Lynn?«, ruft er, als er auf den Jeep zuläuft und die Tür aufreißt.

Das ist also Lynn Stewart.

»Verrückt, dich zu heiraten«, entgegnet sie und steigt langsam aus. Jetzt sehe ich, dass sie schwanger ist. Um ehrlich zu sein, viel schwangerer kann man gar nicht sein.

»Ich hatte dir gesagt, dass ich nach Prim suche!«, knurrt er, während er ihr vorsichtig beim Aussteigen hilft.

Ich steige ebenfalls aus und beim Zuschlagen der Autotür blickt er auf. Er zieht die Stirn in Falten, aber er sieht nicht unfreundlich aus. Nur besorgt.

»Hey«, sage ich und gehe auf die beiden zu.

»Sie hat Prim gefunden«, stellt mich Lynn vor. Sie lächelt mich an, bevor sie mir die Hand hinhält. »Ich bin übrigens Lynn und das ist mein Mann Scott.«

»Hey«, sage ich wieder und möchte mir ins Knie schießen. Was muss ich für einen behämmerten Eindruck machen?

Scott hält mir ebenfalls die Hand hin. »Scott Carmichael.«

»Kat«, sage ich, während ich seine Hand schüttel.

»Einfach nur Kat?«, fragt er nach.

»Lass sie in Ruhe, Scott«, schaltet sich Lynn ein.

»Ich darf nicht einmal nach einem Nachnamen fragen?«, will er wissen und bedenkt seine Frau mit einem Blick, der sich nicht entscheiden kann, ob er irritiert sein soll oder besorgt oder amüsiert oder verliebt.

Unwillkürlich frage ich mich, ob mich jemals jemand so ansehen wird.

»Frag sie nicht aus.«

»Aber sie ist doch auf meinem Hof!«

»Auf unserem«, sagt sie.

Und dann grinst er. Und aus dem grummeligen Cowboy wird ein echt sexy Mann. Ups, hab ich das gedacht?

»Sollen wir die Pferde ausladen?«, frage ich.

Lynn nickt und wir gehen gemeinsam zum Hänger.

»Kat bleibt übrigens über Nacht«, informiert sie ihren Mann.

»Wie gut, dass Minnie das Gästezimmer geräumt hat«, antwortet er.

»Fang nicht wieder damit an«, entgegnet Lynn. »Sie ist meine Freundin.«

»Ich weiß, ich weiß. Aber ich finde es ein bisschen vermessen, dass sie sechs Monate lang in unserem Gästezimmer verbracht hat.«

Okay, sechs Monate finde ich auch lang.

»Das ist die Gastfreundschaft auf dem Land«, meint sie grinsend.

Er schlingt den Arm um ihre Schultern. »Du musst es ja wissen.« Er küsst sie auf den Kopf, bevor er den Hänger öffnet, um die Pferde auszuladen.

Als Lynn nach Prims Strick greifen will, nimmt er ihn ihr aus der Hand. »Lynn, ich bitte dich! Willst du, dass ich einen Herzinfarkt bekomme?«

Sie lacht. »Du hast den Arzt gehört, Bewegung ist gut.«

»Damit meinte er aber nicht, dass du nachts nach einem entlaufenen Pferd suchen sollst. Oder die Weide abäppelst. Oder Hufe auskratzt.«

»Ich bin schwanger, nicht krank.«

»Das weiß ich. Aber ich werde bald krank sein, wenn du dich nicht einfach mal fünf Minuten in den Schaukelstuhl auf der Veranda setzt und nichts tust.«

»Fein«, sagt sie grinsend. »Aber wirklich nur fünf Minuten. Und erst morgen. Ich zeig Kat erst mal, wo sie ihr Pferd unterbringen kann.«

Er seufzt theatralisch. »Du bringst mich um, Lynn. Wirklich.«

Ich mag die Art und Weise, wie sie miteinander umgehen, stelle ich fest. Ich hole Cherry aus dem Hänger und folge Lynn in den Stall.

»Unsere Pferde stehen auf der Weide. Wir können deins in den Offenstall stellen.«

»Danke.«

»Ach, was. Ich danke dir ... Ups. Jetzt habe ich dich einfach geduzt. Schon wieder.« Sie lächelt ein wenig verlegen.

»Das ist okay«, antworte ich.

Sie öffnet eine Box. »Jede Box hat einen Auslauf und eine elektrische Tränke. Heu bringe ich dir gleich.«

»Wag es ja nicht, Lynn!«, kommt die Stimme ihres Mannes aus dem Off.

Sie grinst. »Er ist ein wenig überbeschützend.«

»Wenn Sie mir zeigen, wo das Heu liegt, dann hol ich es selber.«

»Sag du. Sonst komme ich mir so alt vor.« Sie lacht, bevor sie mir zeigt, wo ich das Heu finde.

Als ich die Raufe gefüllt habe, kommt sie mit einem kleinen Eimer mit Pellets, Hafer und Möhren wieder. Sie schaut mich fragend an und ich nicke dankbar.

»Vielen Dank für die Hilfe.« Ich schaue mich um. »Ich will keine Umstände machen. Ich kann hier im Stall schlafen.«

»So ein Unsinn«, sagt sie. »Du hast es ja gehört. Unser Gästezimmer ist wieder frei.«

Ich bin neugierig, was das für eine Geschichte ist, aber es geht mich absolut nichts an, daher frage ich nicht nach.

»Wenn du hier fertig bist, komm einfach ins Haus.« Sie lächelt und geht zu ihrem Mann. Ich kann sie im Schein der Hoflampe sehen. Sie hebt ihr Gesicht und er beugt sich ein wenig runter, um sie zu küssen, bevor sie Hand in Hand über den Hof schlendern.

Ich versorge Cherry und bin dabei extra langsam, weil ich die Zweisamkeit der beiden nicht stören will. Eigentlich würde ich lieber hier bleiben ... Es ist mir unangenehm, mich aufzudrängen.

Nach einiger Zeit höre ich Schritte hinter mir. »Komm ins Haus, Kat ohne Nachnamen.« Scotts raue Stimme ist freundlich.

»Okay«, antworte ich ein wenig verlegen.

Er grinst. »Du kannst dich hier nicht noch weiter beschäftigen, es sei denn, du beginnst, den Stall auszufegen.«

»Oh, das kann ich tun«, antworte ich und schaue mich nach einem Besen um.

Sein Lachen dröhnt durch den Stall. Cherry stellt irritiert die Ohren auf, bevor sie sich wieder dem Heu widmet. »Das war nur ein Scherz.«

»Aber mir wäre es lieber, wenn ich etwas zurückgeben könnte.«

Er zuckt mit den Schultern. »Das kannst du ja auch.«

»Und wie?«

»Biete einfach dem nächsten Menschen, der Hilfe braucht, diese an.«

»Aber dann helfe ich ja nicht Ihnen.«

»Wenn dich jemand duzt, dann kannst du das auch machen.«

»Oh, okay. Danke.«

Irgendwas an ihm lässt mich unsicher werden. Er ist nicht unfreundlich. Gar nicht, aber er hat ein Auftreten, das bei mir diese Reaktion hervorruft.

»Komm rein«, sagt er lächelnd.

Ich nicke und folge ihm ins Haus. Dabei wird mir bewusst, dass er mich an meinen Dad erinnert. Er hat auch so eine Persönlichkeit, die mich einschüchtert. Woran liegt das? Das Flair von Autorität? Die Körpergröße? Das Wissen, dass er das Alphatier ist?

Keine Ahnung. Aber ich glaube, dass man lieber nicht mit Scott Carmichael in Streit gerät.

Als wir ins Haus treten, sitzt Lynn mit hochgelegten Beinen auf der Couch.

»Du hast sie gefunden«, grinst sie. »Ich dachte, du wolltest dich verstecken.«

Ich zucke mit den Schultern. »Tut mir leid.«

»Macht nichts. Hast du Hunger? Ich kann dir ...« Sie macht Anstalten aufzustehen.

»Bleib sitzen, Herrgott noch mal!«

Ich muss grinsen. Ja, er ist es gewohnt zu bestimmen, aber er ist auch geradezu vernarrt in seine Frau.

»Aber ...«

»Ich mach Kat etwas zu essen«, antwortet er und marschiert aus dem Raum.

Sie schaut zufrieden. »Setz dich zu mir.«

Ich schaue auf die hellen Bezüge. »Ähm, ich glaub nicht, dass das eine gute Idee ist. Ich bin ein wenig schmutzig.«

»Möchtest du erst duschen? Hast du frische Sachen dabei?« Sie steht auf.

»Alles schmutzig«, gebe ich zu.

Sie lacht. »Kenn ich. Hol deine Sachen rein, dann stopfen wir alles in die Maschine. Ich geb dir was von mir zum Anziehen.«

»Das ist wirklich nicht nötig ...«, versuche ich zu protestieren, aber sie winkt ab.

»Auf dem Land hilft man sich.«

»Das ist aber mehr als nur Nachbarschaftshilfe.«

Sie lacht. »Vielleicht. Aber so ist das bei den Carmichaels. Da mussten wir alle durch.«

Sie öffnet die Haustür und ich eile zu meinem Auto. Es ist mir unangenehm, dass ich mich so aufdrängen muss, aber gleichzeitig bin ich furchtbar erleichtert, dass ich endlich wieder saubere Kleidung haben werde! Ich muss mir nur was überlegen, was ich für sie tun kann.

»Bring alles mit!«, ruft sie über den Hof.

Erwischt, denke ich. Eigentlich wollte ich nur so viel mitnehmen, wie in eine Maschine passt. Aber jetzt nehme ich doch den ganzen Berg mit. Mindestens drei Maschinen.

»Hier rein«, sagt sie und hält mir die Tür zur Waschküche auf, wie sich herausstellt.

Ich stopfe T-Shirts und Hosen in die Maschine, sie fügt Waschmittel hinzu und stellt sie an. Dann geht sie langsam die Treppe hinauf.

»Hier ist das Gästezimmer. Handtücher sind im Bad, ich hol dir eben was zum Anziehen.«

Ich gehe in das hübsche Zimmer. Okay, jetzt verstehe ich, warum Minnie – wer immer das auch ist – diesen Raum nicht verlassen wollte. Er wirkt einladend und freundlich. Wie ein Zuhause.

»Hier. Ich hoffe, das passt.«

»Ich kann einfach die Beine hochkrempeln«, antworte ich. Sie ist fast einen Kopf größer als ich. Oder zumindest einen halben.

»Komm runter, wenn du fertig bist.«

Ich nicke. »Danke, Lynn. Wirklich.«

Sie tätschelt meinen Arm, bevor sie sich umdreht. Bevor ich die Tür schließen kann, höre ich es von unten poltern: »Lynn, ich bitte dich! Setz dich nur einmal für mehr als fünf Minuten hin! Du machst mich wahnsinnig.«

Ich grinse bei der Frustration, die ich in seiner Stimme höre. Ich weiß nicht, ob er überbeschützend ist, aber ich kann mir vorstellen, dass ein Mann, der es gewohnt ist, die Zügel in der Hand zu halten, nicht damit umgehen kann, wenn er einmal die Kontrolle abgeben muss.

2

Geduscht und in sauberen Klamotten gehe ich die Treppe hinunter. Meine nassen Haare habe ich zu einem Zopf geflochten. Nun schaue ich an mir herunter. Ich musste die Beine der Jogginghose mehrmals umschlagen und das Band enger ziehen. Das T-Shirt ist obenrum auch ein wenig locker, aber das alles ist egal, denn es ist sauber und riecht auch so.

Als ich ins Wohnzimmer trete, kommt gerade ein Junge zur Tür herein. Er bleibt verwundert stehen.

»Hey«, sage ich und hebe die Hand zum Gruß.

»Noah, das ist Kat. Sie übernachtet heute hier«, stellt mich Lynn vor. »Das ist mein Sohn Noah.«

Sohn? Der Junge ist ein Teenager. Und sie sieht nicht alt genug aus für einen Teenager-Sohn. Wow. Sie muss jung gewesen sein, als sie ihn bekommen hat.

»Hey«, sagt Noah, bevor er sich an seine Mutter wendet: »Kann ich den Wagen nehmen?«

»Wo willst du hin?«

»Kurz weg.«

»Zu Stacey?«

»Mom ...« So gequält kann auch nur ein Teenager reden.

Sie grinst. »Okay, okay. Klar, nimm das Auto, aber sei um elf wieder da. Du hast morgen Schule.«

»Versprochen.« Er greift nach den Schlüsseln und verschwindet.

»Jungs«, scherzt sie.

Derek ist nicht viel älter als ihr Sohn. Ich weiß also nur zu gut, wovon sie redet. Obwohl ich auch erst einundzwanzig bin.

»Ich hab dir Sandwiches gemacht, Kat ohne Nachnamen«, sagt Scott, als er in die Küche kommt.

»Ach, Scott«, sagt seine Frau kopfschüttelnd.

»Was denn?«, fragt er mit einem unschuldigen Gesichtsausdruck.

»McCarthy. Mein Nachname ist McCarthy«, sage ich.

»Wieso kommt mir der Name so bekannt vor?«, fragt Lynn.

»Dieser berühmte Bullenreiter heißt auch so«, entgegnet Scott. »Bist du mit ihm verwandt?«

Was soll ich dazu sagen? Die Geschichte meines Lebens.

»Nein.«

Scott zuckt mit den Schultern. »Wäre mir auch komisch vorgekommen, wenn Tim McCarthys Tochter in North Carolina auftauchen würde.«

Sie scheinen beide die Klatschkolumnen nicht zu lesen. Beruhigend.

Ich setze mich auf einen Sessel und muss mich beherrschen, dass ich nicht wie ein Rudel hungriger Wölfe über die Sandwiches herfalle, die ganz eindeutig die besten sind, die ich je gegessen habe. Wirklich.

Als ich später im Bett liege – ganz eindeutig in dem weichsten Bett seit sechs Monaten –, frage ich mich, wie es wohl ist, irgendwohin zu gehören. An einen Ort zu gehören.

Ich hatte das nie. Unsere Ranch in Kalifornien war für mich niemals ein Zuhause. Als Kinder waren wir so oft auf Reisen, um meinen Dad von Rodeo zu Rodeo zu begleiten, dass so was wie ein Heimatgefühl niemals aufkam. Wir lebten quasi auf der Straße. Anfangs war es finanziell immer sehr eng, aber als die Erfolge eintraten, erst beim Bronc Riding, später beim Bullenreiten, wurde es leichter. Als ich zehn war, beschloss er, auf der Familienranch in Kalifornien ein festes Heim zu errichten, aber trotzdem ruhte er sich niemals auf seinem Erfolg aus. Noch während seiner aktiven Zeit investierte er, holte Werbeverträge an Land, baute sich sein eigenes Imperium auf. Und jetzt, mehr als eine Dekade später, ist der Name Tim McCarthy so eng mit dem Rodeozirkus verknüpft, dass kein Blatt mehr dazwischen passt.

Meine Brüder und ich hatten sehr damit zu kämpfen. Jack beschloss irgendwann, dass es einfacher war mitzumachen, als ständig aufzubegehren und für den eigenen Traum einzutreten. Derek hielt sich vollkommen aus allem raus. Ich glaube, mit acht Jahren saß er das letzte Mal auf einem Pferd. Mein Vater war zuerst fuchsteufelswild, akzeptierte die Entscheidung aber irgendwann.

Und ich? Ja, ich wollte in die Fußstapfen meines großen Vaters treten. Immer schon. Was war das für eine Ernüchterung, als ich erkennen musste, dass man als Mädchen mehr Türen ins Gesicht geschlagen bekommt, als man zählen kann. Dass die einzige Disziplin, die mir offen stand, das Barrel Racing war. Aus der Traum von der Rodeoqueen.

Aber damit hätte ich leben können. Ich wäre ja immer noch ein Teil des Zirkus’ gewesen, doch mein Dad beschloss, als ich zwölf war, dass dieses Leben nichts für ein Mädchen sei, und brach mir damit das Herz.

Ich konnte nicht begreifen, dass er mich von meiner Leidenschaft fernhalten wollte. Das war ich. Rodeo war mein Leben.

Aber er gab nicht nach, so viel ich auch schrie und wütete, weinte und flehte. Ich durfte reiten, aber ich würde niemals ein Teil seiner Welt sein.

Meine Mom war auch keine Hilfe. Sie war viel zu sehr damit beschäftigt, die High Society-Lady zu spielen und sein Geld auszugeben. Ich will sie nicht verurteilen. Ohne Geld aufgewachsen zu sein, kann nicht einfach gewesen sein. Dass sie den Überfluss dann genoss, ist verständlich. Ein bisschen weniger Luxus und Dekadenz und dafür etwas mehr Engagement für die eigenen Kinder wäre dennoch schön gewesen.

Ich trainierte heimlich, zeigte mich aber nie auf Rodeos. Spielte nach außen die wohlerzogene Tochter und schäumte innerlich. Vor Wut und Frustration. Dass Derek keinen Bock auf Pferde hatte, wurde akzeptiert. Jacks Ambitionen wurden gefördert, aber was war mit mir?

In meinem Inneren schrie ich gegen diese Ungerechtigkeit, während ich mit schicken Kleidern Tee trank. Mit meinen Fäusten hämmerte ich metaphorisch an die Türen, die mir versperrt blieben, während ich lächelte und lobende Worte zu Jacks Erfolgen sprach. Mit den Füßen stampfte ich auf, immer und immer wieder, während ich Collegebewerbungen ausfüllte und auf arrangierte Dates ging. Nachts weinte ich heiße Tränen, während alle Welt glaubte, dass ich die perfekte kleine Rodeoprinzessin sei.

Bis ich nicht mehr konnte ...

Ich hatte dieses Gefühl. Dieses immer stärker werdende Gefühl, dass ich mich in einem Käfig befand. In einem Goldenen, keine Frage, aber dennoch in einem Gefängnis, aus dem ich niemals ausbrechen könnte. Der Schlüssel würde von meinem Vater an meinen Ehemann übergehen, der – natürlich! – standesgemäß sein würde.

Ich durfte ihn mir selber aussuchen, aber nur aus einer Liste vorher genehmigter Galane. Söhne von Unternehmern, die meinen Vater sponserten. Söhne von Geschäftspartnern, mit denen ich aufgewachsen war, und für die ich ebenso wenig romantische Gefühle hatte wie für meine Brüder. Söhne von Rodeolegenden, die aber selbst Anwälte oder Ärzte oder Börsenmakler waren.

Und Taylor Jenkins.

Jacks größter Konkurrent.

Der goldene Prinz des Rodeozirkus’.

Und mein größter Albtraum.

Ich hasste ihn, als er mir mit drei die Schaufel im Sandkasten klaute.

Ich hasste ihn, als er mir mit acht an den Zöpfen zerrte.

Ich hasste ihn mit vierzehn, als er mich das erste Mal küsste.

Ich hasste ihn mit achtzehn, als wir das erste Mal Sex hatten.

Ich hasste ihn mit zwanzig, als er um meine Hand anhielt und mein Dad an meiner Statt Ja sagte.

Ich hasse ihn noch heute.

Ich konnte einfach nicht mehr. Immer und immer wieder mich selbst verstecken. Immer und immer wieder mich selbst verleugnen. Meine Talente, meine Passionen! Dass, was ich wollte. Sollte das nicht das Wichtigste sein? Aber das, was ich wollte, war nur ein flüchtiger Gedanke, nachdem alles erfüllt gewesen war, was meine Eltern je wollten. Und Jack. Und Taylor.

Unter falschem Namen nahm ich an meinem ersten Rodeo teil. Es war klein. Es bestand keine Gefahr, dass mich irgendjemand erkennen könnte. Oder dass meine Eltern anwesend sein würden.

Ich wollte es ausprobieren, wollte sehen, ob ich es überhaupt kann, oder ob es nur ein Traum war, der sich für mich niemals erfüllen sollte.

Es stellte sich heraus, dass ich gut war. Sehr gut. Ich gewann auch das zweite, dritte, vierte, zehnte Rodeo. Je mehr ich gewann, desto mehr wuchs in mir das Verlangen, wirklich zu zeigen, was ich konnte. Mich an den Besten der Besten zu messen.

Ich verkündete, dass ich von nun an Rodeos reiten würde.

So viel Geschrei gab es im Hause McCarthy noch nie. Mein Vater tobte. Meine Mutter jammerte. Jack spottete. Derek hatte sich in seinem Zimmer vergraben.

Das Ende vom Lied war, dass ich ging. Ich packte ein paar Klamotten, nahm den alten Truck und den Hänger, den wir noch von Grandpa hatten, mein Pferd und ging. In einer Nacht- und Nebelaktion. Ich hinterließ einen Brief. Selbst, wenn sie ihn nicht gesehen hätten, wären sie nicht lange im Unklaren gewesen. Am nächsten Tag trat ich unter meinem richtigen Namen bei meinem ersten großen Rodeo an.

Als mein Dad anrief, hoffte ich, dass er mir gratulieren würde, stattdessen kappte er alle Verbindungen. Wenn ich jemals wieder in die Familie aufgenommen werden wollte, müsste ich alles aufgeben.

Das konnte ich nicht. Und an diesem Punkt sind wir nun.

Ich versuche es alleine. Versuche, mich durchzuschlagen. Er legt mir keine Steine in den Weg, will nicht, dass das zum Skandal wird, gratuliert mir in Pressemitteilungen zu meinen Erfolgen. Aber mir selbst hat er nichts zu sagen. Eisiges Schweigen.

Es wäre schön, einen Ort zu haben, zu dem man Heimat sagen kann. Aber es sind ja meist gar nicht die Gebäude oder Städte, sondern die Menschen, die einen bestimmten Platz zum Zuhause machen. Doch auch die hatte ich nie.

Als ich am nächsten Morgen aufwache, bin ich verwirrt. Das ist viel zu weich. Wo bin ich hier? Ich setze mich auf, wische mir den Schlaf aus den Augen. Und lächel.

Ach ja ...

Mein Wunder.

Ich dusche schnell, bevor ich die Sachen anziehe, die mir Lynn geliehen hat. Ich türme meine Haare zu einem Messy bun auf dem Kopf auf. Ich betrachte mich im Spiegel. Die Zeit auf der Straße hinterlässt ihre Spuren. Ich war immer schon schlank, aber jetzt bin ich dünn. Mein Gesicht schmaler, meine Brüste noch weniger, viel Hintern hatte ich noch nie.

Aber meine Augen sprühen vor Lebenslust. Ich habe eine gesunde Gesichtsfarbe, keine Ringe unter den Augen von zu wenig Schlaf. Meine Arme haben mehr Muskeln, als sie jemals hatten, und wenn man mein T-Shirt hochzieht, sieht man, dass ich Ansätze von Bauchmuskeln besitze.

Mir geht es gut. Und das mit dem Essen wird auch wieder besser, sobald ich anfange, die richtig großen Rodeos zu gewinnen.

Als ich ins Wohnzimmer komme, ist niemand da, daher nutze ich die Gelegenheit, in den Stall zu schlüpfen, um nach Cherry zu sehen. Sie schnaubt fröhlich, als sie mich sieht, reibt ihren Kopf an meiner Schulter.

Ihre Box ist gemistet, sie ist gefüttert worden. Ich ziehe die Stirn kraus. Normalerweise mache ich das alles selbst.

»Hey, du musst Kat sein«, sagt hinter mir eine tiefe Stimme. Allein der Klang lässt Schauer über meinen Rücken jagen.

Langsam drehe ich mich um. Mein Blick ist auf den Boden gerichtet, trifft auf schwere Arbeitsstiefel, fährt über schlanke Beine in Jeans, schmale Hüften, breite Schultern und landet auf einem lächelnden Gesicht.

Wer immer das auch ist, er ist heiß. Sehr heiß.

Wanted! Steckbrief: Einen Meter neunzig, schlank, aber muskulös, dunkelbraune Haare, die ihm in die Stirn fallen, hellbraune Augen, in denen der Schalk blitzt. Ach, schon gefunden? Ja, er steht hier vor mir.

Er sieht wie Scott aus, sodass klar ist, dass sie verwandt sind, auch wenn dieser hier schmaler ist als sein Bruder – zumindest nehme ich an, dass sie Brüder sind.

»Hi«, krächze ich und möchte mir vor den Kopf schlagen, weil ich im Angesicht eines heißen Mannes nicht mehr rausbekomme als dieses Wort.

Er kommt näher, immer noch lächelnd, immer noch heiß. Er hält mir die Hand hin. »Ich bin Ryder. Scotts Bruder.«

Ich zwinge mich zu reagieren. Und es funktioniert. Ich schüttel die Hand, lächel ihn ebenfalls an, hoffe, dass ich keine Spucke am Mund habe. »Kat, aber das weißt du ja bereits. Danke, dass du dich um Cherry gekümmert hast.«

Ich habe Rodeos gewonnen, bin die Beste in meiner Klasse gewesen, war Mitglied im Debattierclub. Und trotzdem. Nie war ich stolzer auf mich als in diesem Augenblick. Ich konnte cool bleiben in Gegenwart männlicher Schönheit. Nein, Schönheit ist das falsche Wort. Viel zu weiblich für das, was er ist.

Ein körperlich arbeitender Mann. Jemand mit Ecken und Kanten, mit Narben und Schwielen, mit Erfahrungen – gut und schlecht –, die ihn geprägt haben. Kein Schönling, wie er auf einem Laufsteg zu finden wäre, sondern ein Mann, dem man zutrauen würde, sein Essen mit den eigenen Händen zu erlegen.

Und zum ersten Mal wird mir bewusst, dass das das Problem mit Taylor Jenkins ist. Er ist ein Junge. Auch jetzt mit einundzwanzig Jahren ist er noch immer ein Junge. Ich aber – es ist ganz offensichtlich – stehe auf Männer.

Was ich mir nicht anmerken lassen werde ... Oh, nein, ich bin cool. Und ich bin witzig. Zumindest dann, wenn ich nicht gerade unsicher und verlegen bin ...

Und nein, es ist nicht Liebe auf den ersten Blick, nicht im Geringsten. Es ist Lust. Ich will diesen sexy Typen vögeln, bevor ich nach Raleigh auf das Rodeo fahre. Wie stelle ich das an?

»Kein Thema«, sagt er lächelnd. Ist er interessiert? An Sex? An Sex mit mir? Oder denkt er, dass ich zu jung sei? Wie alt mag er wohl sein? Dreißig?

Oh, bitte, liebes Hirn, lass dir was einfallen, sonst dreht er sich gleich um und ich habe meine Chance verpasst! Was sag ich? Was sag ich?

»Arbeitest du hier?«

Okay, vielleicht nicht die fantasievollste Frage, die es je gegeben hat, aber sie ist unverfänglich. Man kann abchecken, ob er Interesse hat oder sofort wieder geht. Bitte, geh nicht!

»Manchmal.«

Das hat ja viel gebracht. Was soll man denn mit so einer Antwort anfangen? Männer.

»Was machst du sonst so?«

Ich weiß nicht, ob ich masochistisch veranlagt bin, aber irgendwie kann ich noch nicht aufgeben. Er ist einfach heiß. Ich würde ihm sofort in die Arme springen, wenn ich glauben würde, dass das meine Chancen erhöht.

»Ich hab ’ne Werkstatt.«

Aha, ein mit den Händen arbeitender Mann. Wusste ich es doch.

»Und was machst du da?«

»Fahrzeuge reparieren.«

Es ist merkwürdig. Seine kurzen Antworten weisen eindeutig auf keinerlei Interesse hin. Aber die Art und Weise, wie er mich anlächelt und mich anschaut, wie er steht, seine gesamte Gestik ... all das zeugt davon, dass er doch Interesse hat. Ich bin verwirrt. Sehr verwirrt.

Und weil ich so verwirrt bin, verpasse ich den Moment, eine neue Frage zu stellen. Er dreht sich um, wirft mir ein »Man sieht sich« zu und geht. Mist!

»Hast du Lust auf Sex?«

O mein Gott! Wer hat das gesagt?

Er bleibt stehen. Oh nein. Oh nein. Oh nein! Er hat es auch gehört. Wer war das?

»Was hast du gesagt?« Er schaut zu mir zurück.

Am liebsten würde ich mich in ein Mäuseloch verkriechen und erst wieder rauskommen, wenn der Sturm weitergezogen ist. Aber ich bin cool. Und witzig. Und außerdem erwachsen. Merk dir das gefälligst!, ruft mir mein Kopf zu.

»Ich wollte wissen, ob du Lust auf Sex hast.«

Und wenn ich nicht sowieso schon so scharf auf diesen Mann wäre, wäre ich es spätestens jetzt. Sein Gesicht nimmt einen verwegenen Ausdruck an, einen, der mein Blut in Wallung bringt. Puh, ist nur mir so heiß?

Er dreht sich um und kommt ganz langsam zu mir zurück. Ich wusste gar nicht, dass ein Mann so heiß gehen kann. Ich kann es nicht mal beschreiben. Es ist einfach so ... männlich ... so animalisch ... so voller Kraft.

Dabei bohrt sich sein Blick in meinen, hält ihn fest, lässt ihn nicht mehr los. Selbst, wenn ich wollte, könnte ich nicht wegsehen. In diesem Moment bemerke ich, dass ich zwar auf Männer stehe, aber gar keine Ahnung von ihnen habe. Das scheint hier eine Nummer zu groß für mich zu sein. Viel zu groß.

Und dann steht er vor mir. Ich schlucke nervös. Was habe ich hier gestartet?

Erst jetzt wird mir bewusst, wie groß er ist und wie klein ich bin. Er schaut auf mich herab. Ich traue mich nicht, zu ihm zu blicken, aber ich tue es trotzdem. Er soll mich für eine selbstbewusste, erwachsene Frau halten, die weiß, was sie will. Auch, wenn ich so weit von diesem Bild entfernt bin, dass man meinen könnte, dass es mein Gegenstück sei.

»Wiederhol es.«

Seine Stimme hat so einen schmutzigen Unterton, dass alles in mir sofort versteht, dass er nicht noch mal hören will, wie ein kleines Mädchen um Sex bittet. Aber bin ich dafür bereit?

»Fick mich.« Ich hatte überlegt, ob ich meinen Tonfall heißer klingen lassen kann, aber dann beschlossen, es einfach normal zu sagen.

Ein Arm schließt sich um meine Taille und er hebt mich hoch. Wie von alleine schlingen sich meine Beine um ihn. Sein Lächeln, so freundlich es auch war, ist jetzt so wölfisch, dass ich einen Moment Angst vor meiner eigenen Courage habe. Aber dann legt sich seine Hand in meinen Nacken und seine Lippen drücken sich auf meine. Als wir uns das erste Mal berühren, ist es, als würde ich verbrennen. Mir wird dermaßen heiß, dass ich mir sofort die Kleider vom Leib reißen will. Und das bei einem beinahe keuschen Kuss. Was wird passieren, wenn seine Zunge mit ins Spiel kommt, seine Finger, sein Penis?

O mein Gott!

»Bist du dir sicher?«, fragt er leise.

Diese Nachfrage, diese Sorge, ob ich das auch wirklich will, zeigt mir mehr als alles andere, aus welchem Holz er geschnitzt ist.

Ich nicke. Ich will es. Unbedingt.

Er nickt ebenfalls und setzt sich in Bewegung. Meine Hände krallen sich in seine Schultern. Er mag nicht so muskulös wie sein Bruder sein, aber was ich hier ertasten kann, gefällt mir. Sehr.

Seine Hände halten mich an ihn gedrückt, während er eine Treppe hinaufsteigt. Sein Schritt ist sicher. Ich fühle mich geborgen, habe nicht das Gefühl, dass er mich fallen lassen könnte, dass ich zu schwer für ihn sein könnte.

Und dann sinke ich ins Heu, aber nicht alleine, er liegt auf mir. Ich spüre ihn überall. Auf meiner Brust, auf meinem Bauch, meinen Beinen. Er stützt sich ab, liegt nicht mit seinem ganzen Gewicht auf mir.

Zärtlich streichelt er mit dem Daumen über meine Wange. Er lächelt, nicht mit seinen Lippen, mit seinen Augen. Ich vergrabe meine Finger in den Haaren an seinem Nacken. Sein Finger fährt über meine Lippen. Ich keuche leise. Sein Blick senkt sich auf meinen Mund, er leckt sich die Lippen, kommt näher.

Okay, nur zur Klarstellung: Ich hab schon Jungs geküsst. Nicht nur Taylor Jenkins, auch eine Handvoll andere. Aber kein einziger Kuss, kein einziger war so wie dieser.

Erst ist mir der Grund für den Unterschied gar nicht klar. Ich lasse mich einfach nur in die Sensationen fallen. Wie sich seine Lippen auf meinen anfühlen. Wie sich seine Zunge anfühlt, wenn sie in meinem Mund ist. Wie sich meine Zunge anfühlt, wenn sie in seinem Mund ist. Wie es sich anfühlt, wenn unsere Zähne leicht aneinander schlagen. Wie es sich anfühlt, wenn meine Oberlippe zwischen seinen Zähnen ist. Wie sich sein Atem auf meiner Haut anfühlt. Wie sich seine Hand anfühlt, die weiterhin mein Gesicht streichelt. Wie sich seine Nase anfühlt, wenn sie gegen meine drückt. Wie seine Augen aussehen, wenn wir uns zwischendurch anschauen. Wie er riecht, wenn er so nah bei mir ist. Wie sich die Geräusche anhören, die zwischendurch aus seinem Mund kommen. Wie sich die Geräusche anhören, die ständig aus meinem Mund kommen. Wie es sich anfühlt, zum ersten Mal sicher zu sein, dass man auch wirklich Sex haben will.

Denn das muss ich wohl auch klarstellen: Ich hatte bisher nur mit Taylor Jenkins Sex. Und ihn hasse ich.

Ryder allerdings ... nein, Ryder hasse ich nicht.