Klassiker der Erotik 49: Flossie - A. C. Swinburne - ebook

Klassiker der Erotik 49: Flossie ebook

A. C. Swinburne

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Opis

"Meine Liebe zu Flossie wurde immer stärker und tiefer, je häufiger ich mich von der Lieblichkeit und Süße ihres Wesens sowie dem Zauber überzeugte, mit dem sie alles, was sie tat und sagte, umkleidete. Bald saß ich und ließ mich von ihr, die großen Takt und scharfes Urteil besaß, in den schwierigsten Angelegenheiten beraten, denn mit sicherem Instinkt fand sie stets das richtige. Bald wieder brach das Kind in ihr los, und sie tollte und tobte herum, wie so ein rechter Fratz. Oder aber, es stieg, ohne sich vorher durch ein Zeichen zu verraten, die Sinnlichkeit in ihr herauf, und sie liebkoste und packte ihr Lieblingsspielzeug, um es sich in den Mund zu stoßen und voll leidenschaftlicher, gieriger Wut zu lecken."

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VORWORT

Ich lege dem kritischen Publikum diese Erzählung eines entzückenden Erlebnisses vor, aber ich weiß wohl, daß ich nicht im Stande bin, dem unbeschreiblichen Zauber meiner Heldin gerecht zu werden.

Sie war wahrhaftig eine Tochter der Liebesgöttin. Aber außer ihrer erotischen Kraft, die sie von ihrer unsterblichen Mutter geerbt hatte, besaß sie einen Humor, wie er sich in den auf dem Berge Ida und anderwärts abspielenden Ereignissen nicht vorfindet. Diejenigen meiner Leser, die das seltene Glück gehabt hatten, einmal auf eine solche Vereinigung zu stoßen, werden gewiß meine Behauptung nicht bestreiten, daß sie für die Taten der Liebe ein unvergleichlicher Ansporn ist.

Einige dieser Taten, wie sie hier geschildert werden, werden sicherlich auf eine ziemlich fortgeschrittene Stufe der Schule der Liebe eingeordnet werden. Aber ich bitte zu bedenken, daß Flossie dem Ende des Jahrhunderts angehört, einer Zeit, in der man dergleichen nur tut, zur Sicherheit, zum Wohl und zum Entzücken einer ungeheuren Zahl schöner englischer Mädchen, allerdings auch zum unaussprechlichen Vergnügen ihrer Anbeter.

Glaubt dem Experten und nun in den Worten des Toastredners der City: "Meine Herren, bitte Ruhe, für ihre Heldin Flossie, die fünfzehnjährige Venus!"

Nachschrift:

Flossie hat dies anspruchslose Werk selbst durchgesehen und hier und da mit einer Fußnote versehen. Aber nichts liegt ihr ferner, als ihre Bemerkungen als störende Unterbrechungen dieser wahren Erzählung angesehen zu wissen.

INHALT

KAPITEL 1 :

"Ein junges Kind nur ist meine Lieb"

KAPITEL 2 :

Wie Flossie die französische Sprache erlernte

KAPITEL 3 :

Eine ambrosische Nacht

KAPITEL 4 :

Fortsetzung aus Flossies Schulleben und andere Dinge

KAPITEL 5 :

Geburtstagsfeier

KAPITEL 6 :

Der glückliche Besitzer

Dir allein gehört der neue Wein der Lust,

die Frucht aus vier Lippen, die aneinander gedrückt sind,

bis daß die Haare und Augenbrauen Feuer fangen;

Der Fächer aus einer schlängelnden Zunge, der Speichel der Schlangen des Paradieses, salziger als der Meerschaum,

fühlt sich mir bald an wie Feuer, bald in Ruhe wie Vergießen von Wein!

Bekleidet mit Purpur und Gold,

ganz erfüllt von Dir, feurig durch den Wein,

sind deine Liebhaber bei ihren heimlichen Besuchen

in Deinen prächtigen Gemächern.

Sie sind geflohen und ihre Fußspuren verlieren sich vor uns, die wir Dich preisen, verehren und auch fernhalten,

Oh! Tochter des Todes und des Priapus!

Unsere Mutter des Schmerzes.

A.C. Swinburne

KAPITEL 1

An einem prächtigen und sonnigen Spätnachmittag im Juni bummelte ich durch eine der ruhigen Straßen Piccadillys, als meine Augen durch zwei Gestalten gefesselt wurden, die mir entgegenkamen. Die eine von ihnen war eine hohe, schön gebaute Frau von etwa siebenundzwanzig Jahren, die unter anderen Umständen wohl mehr als einen bloß zufrieden musternden Blick von mir empfangen hätte. Aber so bannte ihre Gefährtin meine Augen in beinahe atemloser Bewunderung. Ein junges Mädchen war es und von solch überraschender Schönheit des Gesichts und der Gestalt, wie ich sie bis jetzt nicht im Leben, nicht im Traum gesehen hatte. In schweren Massen fiel ihr welliges, hellbraunes Haar zur Taille herab, und unter seinen langen schmeichelnden Locken schauten zwei tief violette Augen hervor, deren Blick sich mit den lustigen Linien um die vollen roten Lippen zu einem fröhlichen Lächeln vereinte. Diese Reize und mit ihnen tausend andere kannte ich ja später alle, alle so gut. Aber was mich beim ersten Anblick so traf, war des Mädchens außerordentlich große und schöne Brüste, deren vollendete Formen sich durch ihre nach französischer Art zwischen den Brüsten zusammengezogene Bluse in liebevoller Deutlichkeit abzeichneten. Groß und biegsam von Figur, bewegte sie sich gleich einer Göttin. Dabei ließ ihr kurzer Rock ein paar wundervoll gedrechselte Beine frei, die in ihren durchbrochenen Seidenstrümpfen ganz danach angetan waren, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Unfähig, meine Augen von dieser bezaubernden Erscheinung abzuwenden, näherte ich mich dem Paar. Plötzlich nannte zu meinem nicht geringen Erstaunen die ältere von ihnen meinen Namen:

"Erinnern sie sich nicht an mich, Kapitän Archer?" Einen Augenblick lang war ich in Verlegenheit, aber die Stimme half mir auf den richtigen Weg.

"Aber natürlich", erwiderte ich, "sie sind Miß Letchford, die früher meine Schwestern unterrichtete."

"Ganz recht, da ich aber das Unterrichten Gott sei Dank nicht mehr nötig habe, gab ich es auf, und lebe jetzt mit meiner kleinen Freundin hier in einer eigenen Wohnung. Gestatten sie, daß ich vorstelle: Flossie Eversly – Kapitän Archer."

Die violetten Augen lachten mich an, und die roten Lippen öffneten sich zu einem fröhlichen Lächeln. In den Mundwinkeln erschien ein Grübchen – aus und geschehen war‘s mit mir! Ja, fünfunddreißig Jahre war ich alt. Kannte alle Phasen, alle Arten der Liebe, und warf mich vor diesem reizenden Mädchen nieder, das mich über die knospende Weiblichkeit seiner runden Brüste empor anlächelte, und gab mich ihnen gefangen!

Wenige Augenblicke später trennte ich mich von ihnen, die Adresse ihrer Wohnung in der Tasche, und mit dem feierlichen Versprechen, am nächsten Tag den Tee bei ihnen zu trinken.

Mittags erhielt ich folgenden Brief:

"Mein lieber Kapitän Archer!

Leider muß ich sie davon verständigen, daß ich bei ihrem Besuch nicht zu Hause sein werde. Es tut mir leid und tut mir wieder nicht leid, denn ich möchte, daß sie Flossie sehr genau kennenlernen. Sie ist eine Waise, ohne einen Verwandten auf der weiten Welt. Sie ist eben aus ihrer Pariser Schule zurückgekehrt, und dem Alter nach natürlich noch ein Kind.

Ein Weib jedoch im Wissen und Benehmen. Auch in der Figur, wie sie ja schon selber sehen konnten. Sie ist eine ganz außergewöhnliche warme und leidenschaftliche Natur, und der Blick, den sie ihr gestern zu warfen, ging bei ihr nicht daneben.

Nun, um ganz offen zu sein, sie hat sich in sie verliebt! Sie werden an ihr eine entzückende Genossin finden. Gehen sie sehr, sehr zart mit ihr um, was auf der Welt möglich ist, wird sie für sie tun. Sprechen sie auch mit ihr über ihr Leben in der französischen Schule: Sie erzählt riesig gern davon. Ich möchte sie glücklich sehen, und ich denke mir, sie können mir dabei helfen. Aber denken sie daran, daß sie erst fünfzehn Jahre ist.

Immer die Ihre

Eva Letchford."

Meine Gefühle bei Erhalt dieses merkwürdigen Schreibens kann ich nicht schildern. Mein erster Gedanke war, überhaupt das versprochene Rendezvous in der Wohnung nicht einzuhalten. Aber da drängte sich das Blumengesicht mit den sanften roten Lippen und den lachenden Augen in meinen Geist. Die wundervollen Brüste und die zartgerundeten Beine in den braunen Seidenstrümpfen folgten und ich wußte, daß Schicksal war stärker als ich. Es war ja unmöglich, den Sinn von Evas Brief mißzuverstehen, und wirklich öffnete sie, als ich zur Wohnung kam, selber die Tür und flüsterte mir zu, während sie hinaus schlüpfte:

"Flossie wartet drinnen auf sie. Der ganze Raum gehört euch beiden. Und noch eines. Sie sind ja viel in Paris gewesen, nicht wahr? Flossie ebenfalls. Sie ist sehr, sehr jung – und es gibt verschiedene Wege – Grüß Gott!"

Ich betrat das nächste Zimmer. Flossie saß in einen langen Stuhl geschmiegt und las. Mit einer raschen Bewegung schob sie die Beine unter dem Rock hervor, so daß ich für einen Augenblick ihre mit Spitzen besetzten Hosen der ganzen Länge nach zu Gesicht bekam, und erhob sich. Die Wangen mit zartem Rot überhaucht, mit glänzenden Augen kam sie auf mich zu, ein bezauberndes Gemisch an mädchenhafter Schüchternheit und verhaltener Lust. Bei ihren Schritten wehte ihr kurzer, weißer Rock hinter ihr her, ihre Brüste standen fest und rund unter der enganliegenden Seidenbluse empor – welcher Mann aus Fleisch und Blut hätte solchem Zauber widerstehen können! Ich ganz gewiß nicht! Im nächsten Augenblick hatte ich sie in meinen Armen und übersäte ihr Haar, ihre Stirn, Wange, Augen mit heißen Küssen. Und dann zog ich sie näher und näher an mich heran, preßte meine Lippen auf den Purpurmund und schwelgte in einem langen, wahnsinnig süßen Kuß, einem Kuß, den ich immer und immer merken werde, und so gut gemerkt habe, daß ich es versuchen will, ihn zu beschreiben.

Meine Hände umklammerten Flossies Köpfchen, vergraben in ihrem langen braunen Haar. Ihre Arme schlangen sich um meinen Leib, fesselnd und bindend. Bei der ersten Berührung waren ihre Lippen geschlossen, aber schon im nächsten Augenblick öffnete sie sich, und langsam, wie in der Ausübung einer feierlichen Pflicht, schob sich ihre Zunge in meinen Mund, erfüllte ihn mit dem wonnigen Duft ihrer Kehle und schlang liebevoll sich um die meine. Auf den Zehen richtete sie sich auf und fuhr mit ihren Händen an meine Pobacken. Mit solcher Kraft und Glut zog sie mich zu sich herunter, daß die unteren Teile unserer Körper beinahe schon jetzt vereinigt schienen. Keiner sprach ein Wort – und wahrhaftig in dieser Situation war ja jedes Sprechen unmöglich, denn unsere Zungen umschlangen sich mit einer unbeschreiblichen Wonne, die keiner zuerst brechen wollte. Schließlich aber trieb mir eine solche Glut das Blut durch die Adern, daß ich mich von ihrem Mund losreißen mußte. Noch immer schweigend, aber mit Augen, vergehend vor Liebe und Sehnsucht, drückte sie mich in einen Lehnstuhl und setzte sich selbst auf dessen Arm. Die Hand schob sie hinter meinen Kopf und blickte mir voll in die Augen, in denen sie meine Glut brennen sah, gleich dem Widerschein eines rasenden Feuerstromes. Wieder und wieder küßte ich ihren offenen Mund.

"Wie lange dauert‘s, bis deine Freundin Eva zurückkommt?", fragte ich endlich, als ich fühlte, daß nun die Zeit für ein paar Erklärungen da wäre.

"Sie ist aufs Land gegangen, und wird erst am Abend zurückkommen."

"Dann kann ich also bei dir bleiben, ja?"

"Ja bleib, bleib, bleib, Jack! Weißt du, ich habe mir Sitze für ein Ibsenstück heute Abend gekauft. Ich – ich weiß aber nicht, ob – du – mich – mitnehmen würdest."

"Dich mitnehmen – zu einem Stück von Ibsen – mit deinem kurzen Rock, und deinen Haaren da am Rücken! Ich glaub, sie ließen uns gar nicht hinein."

"Ach, wenn das alles ist – warte einen Augenblick!"

Sie huschte aus dem Zimmer, und ihr Rock flog nur so um die runden Beine. Bevor ich noch Zeit hatte mich zu fragen, was sie eigentlich vor hatte, war sie schon wieder da. Evas langen Rock hatte sie an, und auf ihrem hoch oben auf dem Kopf zusammengesteckten Haar balancierte mein steifer Filzhut. Mit einem blauen Zwicker auf der Nase und einem Krückenstock in der Hand, kam sie verwegen auf mich zu, schaute mich über die Brillengläser hinweg an und sagte mit tiefer männlicher Stimme:

"So mein Herr, wenn sie also zu Ibsen wollen, dann los! Sollten sie aber einen so niedrigen Geschmack besitzen, daß ihnen an einem Theaterstück überhaupt nichts liegt – schön dann will ich ihnen einen Unterrocktanz zum besten geben."

Bei diesen Worten zog sie den langen Rock aus, warf meinen Hut aufs Sofa, ließ mit einem Schwung der Hand ihr Haar wieder über den Rücken fallen und drängte mich zum Piano. Und faßte den Saum ihrer Röcke und tanzte. Die belustigende Schnelligkeit, mit der sie sich in ein "Ibsenfrauenzimmer" verwandelt, hatte mich begeistert. Als ich aber nun am Piano saß, und sie nach den Takten, die ich klimperte, tanzen sah, geriet ich völlig außer Rand und Band.

Jede ihrer Bewegungen war die vollendete Grazie, und keine indische Tempeltänzerin hätte geschickter die Ideen der sinnlichen Verführung zum Ausdruck bringen können, als sie es tat. In sprachloser Bewunderung starrte ich auf sie. Und sah, wie die violetten Augen in heller Leidenschaft aufflammten, sah wie die vollen, roten Lippen, sich leise öffneten. Wie die dünnen Röckchen höher und höher sich hoben: weiß schimmerten unter ihnen die zart gekräuselten Hosen hervor. Atemlos, vergehend, ließ sie sich schließlich auf einen Stuhl fallen, mit wogenden Brüsten, mit geschlossenen Augen und geöffneten Beinen. Ein betäubend gemischtes Parfüm wehte zu mir her – halb "Odor die Femina", halb der Duft weißer Rosen von ihren Haaren und Kleidern.

Ich warf mich über sie.

"Sag, Flossie, Geliebtes, was soll ich zuerst tun?"

"Küß mich zwischen den Beinen!"

Im nächsten Augenblick kniete ich vor ihr. Weit taten sich ihre Beine auseinander, und ich, am Boden sitzend, vergrub meinen Kopf zwischen ihren Schenkeln. Die Röcke hinderten mich ein wenig, aber bald war ich an der ersehnten Stelle. Zu meiner Überraschung fand ich die Schamlippen, nicht wie sonst bei jungen Mädchen geschlossen und versperrt vor. Reif, rot und geöffnet waren sie. Ich wußte also, daß ich mir umsonst Skrupel gemacht hatte, und nun suchte und fand meine Zunge rasch ihren zitternden Kitzler. Gierig schloß sich mein Mund um das Heiligtum, und mit meiner ganzen Kraft brachte ich ihm meine Huldigung dar, damit Flossie ja erkenne, daß ich kein unerfahrener Liebhaber war. Ich legte meinen Arm um ihren bebenden Leib, und streckte meine Zunge so lang als möglich aus, die in rasender Beweglichkeit nun durch die duftenden Gebiete fuhr.

Ihre Hände schlossen sich hinter meinem Kopf, leise Seufzer der Wollust kamen über ihre Lippen, und als ich nun zum entscheidenden Angriff auf ihren kerzengrad stehenden Kitzler schritt, umklammerten ihre Hände meinen Nacken und mit lautem Schrei kreuzte sie die Beine auf meinem Rücken. Mit einem Ruck preßte sie mich an ihren Leib, und sanft strömte ihre Fotzenflüssigkeit in meinen berauschten Mund.

Als ich mich erhob, bedeckte sie ihr Gesicht mit beiden Händen, aber zwischen den Fingern sah ich ein violettes Auge mit einem unbeschreiblichen Blick voll Scham und Lust hervorzwinkern. Jedoch plötzlich richtete sie sich auf, blickte mich unter ihren wirren Locken hervor an und sagte im Ton tiefster Traurigkeit: