Kensingtons Fehde: Texas Wolf 75 - Glenn Stirling - ebook

Kensingtons Fehde: Texas Wolf 75 ebook

Glenn Stirling

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Western von Glenn Stirling Der Umfang dieses Buchs entspricht 110 Taschenbuchseiten. Es sind keine Dummejungenstreiche, die eine Bande von Jugendlichen mit dem Anführer Johnny Kensington verüben. Als auch Mord mit auf die Liste kommt, und ein Zeuge aussagen kann, gelingt es Tom Cadburn die Bande zu verhaften. Kensingtons Vater jedoch beansprucht das Recht der Bestrafung auf seine Weise. Er greift den Texas-Ranger und seine Begleiter an, um alle zu töten.

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Glenn Stirling

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Inhaltsverzeichnis

Kensingtons Fehde: Texas Wolf 75

Copyright

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Kensingtons Fehde: Texas Wolf 75

Western von Glenn Stirling

Der Umfang dieses Buchs entspricht 110 Taschenbuchseiten.

Es sind keine Dummejungenstreiche, die eine Bande von Jugendlichen mit dem Anführer Johnny Kensington verüben. Als auch Mord mit auf die Liste kommt, und ein Zeuge aussagen kann, gelingt es Tom Cadburn die Bande zu verhaften. Kensingtons Vater jedoch beansprucht das Recht der Bestrafung auf seine Weise. Er greift den Texas-Ranger und seine Begleiter an, um alle zu töten.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

Cover: Nach Motiven – Steve Mayer, 2022

© dieser Ausgabe 2022 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

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Alles rund um Belletristik!

1

Am Tag, als Pat Hobson starb, war es heiß und sonnig. An diesem Nachmittag war der schmächtige blondhaarige Junge zu seinem Lieblingsplatz gegangen, der oben in den Felsen lag, dort am Rande der tiefen Schlucht, auf deren Grund die Wasser rauschten. Hier oben herrschte ein wenig Kühle, spendeten noch höhere Felsen Schatten und wiegte sich das fast dürre Gras mit seinen Rispen im sanften Wind.

Wie immer, wenn er hierher gegangen war, hatte Pat Hobson auch diesmal seine Gitarre mitgebracht. Er spielte, er zupfte, intonierte eine Melodie, die in seinem Hirn entstanden war. Pat Hobson war schmalbrüstig, hatte ein hageres, kantiges Gesicht, in das die Nickelbrille mit den kleinen Gläsern regelrecht hineinzugehören schien.

Seine Lippen formten einen Text, und er war eine Hymne an die Angebetete. Und auch ihr Name, Josy, kam immer wieder vor.

Achtzehn Jahre jung war Pat Hobson. Und er war es gerade einen knappen Monat lang.

Als er seinen Vers zusammengestellt hatte, sang er ihn hintereinander und begleitete sich selbst dazu auf der Gitarre. In seinen Augen lag alle Wehmut dieser Welt. Und er sang seinen Vers mit einer tiefen Traurigkeit in Stimme und Melodie.

Er wollte gerade damit beginnen, einen zweiten Vers zu singen, als schallendes Gelächter aus rauen Kehlen ertönte und Pat Hobson zusammenschrecken ließ wie in tiefsten Träumen.

Entsetzt blickte er sich um, schaute in die Richtung, wo sich der Zugang zu jenem Felsbalkon befand, auf dem er saß. Und da entdeckte er sie. Fünf waren es. Und er kannte sie nur zu gut. Allen voran Johnny Kensington, der aufreizend lachte und sich ausschütten wollte vor Heiterkeit. Der Zwanzigjährige und seine etwa gleichaltrigen Freunde näherten sich, und sie schlugen sich auf die Schenkel vor Lachen. Dann blieben sie drei Schritt von Pat Hobson entfernt stehen. Alle nebeneinander, dicht an dicht, so dass ein Vorbeikommen an ihnen zurück auf die Hochebene nicht möglich war.

Pat Hobson erschienen sie wie böse Tiere. Wie oft schon hatten sie ihn verhöhnt, geärgert, genarrt, verspottet. Und jetzt waren sie wieder da. Voran Johnny Kensington, von dem er nicht fassen konnte, dass so viel Gemeinheit der Bruder eines Mädchens sein konnte, das er liebte und verehrte, ja vergötterte, und dem er diese Liebeslieder dichtete und komponierte. Der Bruder von Josy Kensington. Aber ihn hasste, schlimmer noch, fürchtete Pat.

Johnny Kensington hatte ein Dutzendgesicht. Nichts an ihm war markant, war etwas Besonderes. Er trug Cowboykleidung wie seine vier Kumpane auch. Aber irgendwie machten sie alle fünf nicht den Eindruck, als verdienten sie ihr Brot mit wirklicher Herdenarbeit. Und Pat wusste auch, dass sie mehr in den Salons, an den Spieltischen oder an der Theke herumlümmelten, als draußen in der Sonnenglut und dem Staub bei den Rindern zu arbeiten. So wie Kensington, der einen reichen Vater hatte, waren auch die anderen Söhne von Ranchern und brauchten sich nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, wovon sie ihr Leben fristeten.

Pat Hobson hingegen stand für sich selbst ein. Er hatte keine Eltern mehr. Die waren vor Jahren bei einem Überfall durch mexikanische Banditen umgekommen, ebenso wie seine Geschwister. Damals hatte ihn Sheriff Arnoldson gefunden und mitgenommen. Und später nahm ihn Kensington als Schreiber auf. Seitdem arbeitete Pat Hobson auf der Ranch, machte die Buchhaltung und sämtliche Schreibarbeiten für den Rancher. Bei dieser Gelegenheit waren er und Rancher Kensingtons Tochter Josy sich nähergekommen. Nur mit Johnny Kensington hatte er sich nie verstanden. Ja, im Gegenteil, die Abneigung war größer und größer geworden. Aber mit Johnnys Vater mochte er darüber nicht sprechen.

Pat Hobson fürchtete sich. Er fürchtete sich vor neuen Gemeinheiten, Schikanen, Brutalitäten, denn Johnny war sehr erfinderisch im Ausdenken von solchen Dingen.

Und Johnny und die anderen grinsten ihn an in wilder Vorfreude auf das, was sie mit ihm anstellen wollten.

„Du hast wieder mal sehr schön gesungen“, meinte Johnny, und die anderen lachten pflichtschuldig.

Pat Hobson schwieg. Schweigen war immer noch besser, als etwas zu sagen.

Aber die anderen wollten, dass er etwas sagte. „Hat‘s dir die Sprache verschlagen?“, höhnte Johnny.

Pat schwieg immer noch.

„Ich glaube“, meckerte der schiefmäulige Larry Thomas, „wir sollten ihn etwas schärfer anfassen. Du hast ihm doch verboten, dass er deiner Schwester schöne Augen macht.“

Kensington lachte auf wie über einen guten Witz.

„Vielleicht muss man es ihm wirklich etwas deutlicher sagen oder ihm mal zeigen, was es bedeutet, ein Verbot zu missachten, das Johnny Kensington ausgesprochen hat.“

„Du redest zu viel“, erklärte Mike Sellers, ein hakennasiger, verhungert aussehender junger Mann, dem Sheriff Arnoldson erst vorige Woche wieder durch eine dreitägige „Ruhepause“ im Gefängnis gezeigt hatte, wie wenig er es schätzte, wenn Rowdys seine Stadt durcheinanderbrachten.

Für Pat Hobson war Mike Sellers der Schlimmste von allen. Er konnte ungemein roh sein, brutal, fast pervers in seiner Gemeinheit.

„Du hast recht“, stimmte Johnny zu. „Wir zeigen es ihm mal ein bisschen. Lass dir mal die Gitarre von ihm geben! Ich will doch sehen, ob ich auf dem Klimperkasten nicht auch ein paar schöne Lieder spielen kann. Und singen, haha, singen können wir doch alle viel besser als er!“ Und sie lachten polternd.

Der dunkelhaarige, etwas blass wirkende Jim Hacklaender ging dann überraschend auf Pat Hobson zu, ergriff die Gitarre und riss sie dem völlig Verblüfften blitzschnell aus den Händen.

Die anderen brachen in schallendes Gelächter aus, während Pat versuchte, Hacklaender nachzulaufen und ihm die Gitarre wieder abzunehmen. Aber Hacklaender, der ziemlich groß war, schwenkte sie hoch über seinem Kopf. Und es sah komisch aus, als Pat Hobson die Hände danach ausstreckte und das Instrument doch nicht erreichte. Unter dem brüllenden Gelächter der anderen ging Pat Hobson plötzlich auf Hacklaender los.

Hacklaender hatte wohl damit zu allerletzt gerechnet. Noch immer schwenkte er die Gitarre hoch über seinem Kopf und hielt sie mit beiden Armen. Als aber Pat Hobson mit seinen schwachen Armen und schmalen Fäusten auf Hacklaender einschlug, da schmetterte der völlig überrascht die Gitarre auf Pat Hobsons Kopf. Das Instrument zersplitterte, Pats Kopf und Schultern tauchten plötzlich aus dem Instrument auf, und die Umstehenden schrien vor Vergnügen ob dieses Anblicks.

Ohnmächtig in seiner Hilflosigkeit schrie Pat vor Zorn und versuchte, das Instrument oder die Trümmer davon von Hals und Kopf zu streifen. Und in dem Augenblick, als er das zur Hälfte geschafft hatte, gab ihm Johnny Kensington einen Tritt in die Magengrube.

Pat Hobson schrie auf, und es hörte sich eigenartig an, weil er mit dem Kopf noch halb in der Gitarre steckte. Er flog zurück, stürzte auf den Rücken, überschlug sich. Und in diesem Augenblick schrie Mike Sellers: „Verdammt! Der stürzt ab, der stürzt ab!“

Maurice Moore machte einen Sprung nach vorn, kam aber zu spät. Da rutschte Pat Hobson mitsamt dem Instrument über die Kante dieses Felsbalkons. Und mit einem gurgelnden, schrillen Schrei stürzte er die etwa fünfzig Meter in die Tiefe. Und unten war das Bett des wild dahinrauschenden Flusses angefüllt mit gewaltigen Felsquadern. Und auf einen davon schlug Pat Hobson auf.

„Verdammt!“, rief Johnny. „Das hab‘ ich doch nicht gewollt!“

„Aber getan hast du es“, meinte Mike Sellers.

„Na und? Aber doch nicht mit Absicht!“, fuhr ihn Johnny an.

„Nicht mit Absicht, mit dem rechten Fuß“, knurrte Mike Sellers.

„Willst mich wohl hochkriegen, was?“, schnauzte Johnny.

Mike Sellers schüttelte den Kopf. „Du brauchst keine Angst zu haben, Johnny. Von uns verpfeift dich keiner. Und wer wird schon nach diesem Bastard fragen? Der hat keine Familie, der hat niemanden. Die einzige, die sich um ihn schert, ist deine Schwester. Und wenn er nicht mehr kommt, dann vergisst sie ihn. Kannst ja eigentlich froh sein, der ist tot, der ist bestimmt erledigt.“

Sie knieten jetzt alle am Rande der Schlucht, blickten hinunter und sahen unten Pat Hobson liegen mit zerschmettertem Schädel. Und sie sahen das Blut, das sich über den Felsen ausgebreitet hatte und an den unteren Rändern vom Wasser weggespült wurde.

Aber eines sahen sie nicht, den alten Mann, der ein Stück flussabwärts auf einem überhängenden Felsen stand und jetzt hastig seine Angel wegpackte, spähende Blicke hinauf zu den Burschen warf und sich dann verbarg, er, der alles mitangesehen hatte.

2

Am nächsten Tag gegen Abend hockten sie wieder da oben, alle fünf. Sie hatten sich auf den Bauch gelegt, einer neben den anderen, und blickten hinunter in die Schlucht, aus der das Rauschen des Flusses klang, aber kaum noch etwas zu erkennen war von dem, was sich da unten befand.

„Man sieht nicht viel“, meinte Johnny.

„Aber ich sage euch, er ist nicht mehr da“, erklärte der schiefmäulige Larry.

„Weggespült vom Wasser, nehme ich an“, behauptete Hacklaender.

„Der lag doch oben auf so ‘nem Felsen. Bis dahin reicht das Wasser doch gar nicht“, meinte Maurice Moore.

„Und wenn schon. Er kann ja runtergerutscht sein“, meinte Hacklaender.

„Jedenfalls ist er weg, und es hat ihn irgendwo hingeschwemmt, was weiß ich, wohin. Und da können sie ihn finden“, erklärte Johnny. „Wie weit mag er geschwommen sein?“

Hacklaender stützte sich auf.

„Vielleicht bis zur Biegung. Dort schwemmt es viel an. Dort ist auch der Fluss breiter geworden, nicht mehr so reißend. Vielleicht liegt er noch da. Wir sollten danach sehen.“

„Ich habe keine Lust, die ganze Nacht durchzureiten, um morgen früh zu sehen, dass er da irgendwo liegt oder auch nicht“, entgegnete Moore. „Was haben wir davon, ob wir ihn sehen oder nicht? Wir machen uns nur verdächtig, wenn wir da so viel herumreiten. Ich halte es für dumm, dass wir uns hier wieder getroffen haben.“

„Es hat doch niemand gesehen außer uns. Was denkst du denn“, meinte Sellers, „wenn uns einer gesehen hätte, dann hätte dein Alter schon Bescheid gewusst und etwas gesagt, Johnny. Dann ist alles klar.“

Johnny lachte. „Da kennst du meinen Alten schlecht. Weißt du, auf welchem Standpunkt der steht? Alles Land hier gehört uns. Und selbst das Land, das uns nicht gehört, darauf haben wir Ansprüche, weil wir unser Vieh darauf stehen haben. Und auch die Felsenregion hier, die beherrschen wir auch. Und wenn hier was geschieht, meint mein Vater, dann gehört das in sein Reich, in sein Ressort. Da hat der Sheriff nichts zu bestimmen. Wir machen hier alles unter uns ab. Aber er weiß ja nichts. Es sei denn, ihr sagt‘s ihm. Mein Vater ist schlimmer als drei Sheriffs. Sagt ihm bloß nichts!“

„Nun red bloß keinen Stuss!“, fuhr ihn Hacklaender an. „Als wenn wir dich verpfeifen und zu allerletzt bei deinem Alten. Aber wir könnten ihm ja sagen, dass er abgestürzt ist. Es wäre eine ganz natürliche Erklärung. Ich halte sie nicht für gut, diese Geheimnistuerei. Wir sollten einfach hingehen und sagen: Hallo, das und das ist passiert, der Junge ist abgestürzt. Unfall!“

„Dummes Zeug!“, widersprach Johnny. „Das hätten wir gestern gleich tun müssen und nicht erst heute. Das glaubt uns doch heute kein Mensch mehr. Das haben wir uns zu spät überlegt.“

„Und wenn schon, zumindest kann man es dem Sheriff so sagen.“

„Du kennst meinen Alten nicht. Der würde sich nie für eine Lüge stark machen. Da müsste ich ihn schon anlügen, dass er es glaubt. Und wie gesagt, das hätten wir uns früher überlegen müssen.“

„Mach dir keine Sorgen“, meinte Moore. „Ich regle das mit deinem Vater. Ich bin ja schon seit mindestens drei Wochen nicht mehr bei euch gewesen. Ich werde hinreiten und es ihm erzählen. Aber nicht, dass wir alle mit Pat zusammen gewesen sind, sondern ihm sagen, dass ich Pat beobachtet hatte, wie er Gitarre spielte, wie er sang. Ich werde auch sagen, ich hätte zugehört, um nachher einen Spottvers machen zu können. Aber ich bin natürlich weit weg gewesen von ihm. Und da ist er über den Abgrund getreten und runtergefallen, ganz einfach. Wir können doch machen, was wir wollen. Solange wir uns einig sind, passiert gar nichts.“

„Natürlich nicht. Es gibt ja außer uns keine Zeugen“, erklärte Mike Sellers.

„Du sagst es“, bestätigte Hacklaender. „Deswegen ist der Vorschlag gut. Maurice, mach es, wie du es vorgeschlagen hast! Reite zu Mr. Kensington und erzähle ihm das so, dann ist Johnny aus der Partie. Und was glaubst du, Johnny, was dein Vater macht?“

Johnny zuckte die Schultern. „So ganz genau weiß man das ja nie bei ihm. Aber wie ich ihn einschätze, wird er die Sache auf sich beruhen lassen, nichts geschieht. Vielleicht macht er dem Sheriff eine Meldung, das ist es, mehr kommt dabei nicht raus.“

„Also gut, wenn es so ist, dann können wir uns ja unserem ursprünglichen Plan wieder widmen, uns das nötige Spielgeld für nächste Woche zu beschaffen, wenn wir in die Stadt reiten.“

„Glaubst du“, fragte Johnny, „dass der Händler so viel bei sich hat? Ich meine, es muss sich schließlich lohnen.“

„Er hat immer so viel, dass es sich lohnt“, behauptete Hacklaender. „So Burschen wie er machen Bombengeschäfte. Der läuft zwar in Lumpen herum, aber der hat Geld, sag‘ ich dir. Er versteckt es irgendwo auf seinem Wagen. Wir müssen suchen, bis wir es haben. Vielleicht bekommt er Angst, wenn wir ihm ein bisschen Feuer unter seinem Hintern machen, und sagt es uns. Aber wir müssen aufpassen. Er darf keinen von uns erkennen. Und das trifft sich gut. Aber seht euch vor, er hat immer eine abgesägte Flinte neben sich liegen, wenn er im Wagen pennt. Wir müssen unerhört schnell sein. Bindet euch Halstücher vors Gesicht, er darf keinen erkennen.“

„Ich weiß nicht, ich habe kein gutes Gefühl dabei“, erklärte Moore. „Die Sache will mir nicht gefallen. Und außerdem geht es mir wie Johnny. Ich zweifle daran, dass der Händler genug Geld bei sich hat. Er kommt aus der Stadt. Er hat doch noch keinen Kunden besucht. Ich möchte wetten, er liefert sein Geld auf der Bank ab, bevor er weiterfährt. Viele von den Händlern tun das, wenn sie über Land fahren. In der Bank ist es sicher. Sie haben nie allzu viel bei sich. Das einzige, was sie haben, sind die Bankquittungen, und die bringen uns nichts ein. Damit können wir nichts anfangen.“

„Hast du die Hosen voll?“, höhnte Hacklaender.

„Nein“, widersprach Moore. „Ich habe nur das Gefühl, wir sollten uns jetzt ein wenig dünn machen. Wir haben alle genug Geld, dass wir nächste Woche in der Stadt unser Vergnügen haben.“

„Unser Vergnügen haben!“, meinte Mike Sellers abwertend. „Was verstehst du darunter? Wir wollen ein Spiel machen. Und da braucht man einen Haufen Geld.“

„Seid ihr denn schon wieder pleite?“, fragte Moore.

„Frag Johnny“, sagte Sellers, „der hat bei mir sogar noch Schulden. Er hat den reichsten Vater und hat nie Geld.“

„Also gut, wenn es unbedingt sein muss“, stimmte Moore zu, „dann probieren wir es bei dem Händler. Aber wir müssen unerhört aufpassen. Der ist wirklich nicht so ungefährlich, wie wir denken.“