Holistic Healing - Neue Wege zu Gesundheit, Partnerglück und Lebensfreude - Dirk Ohlsen - ebook

Holistic Healing - Neue Wege zu Gesundheit, Partnerglück und Lebensfreude ebook

Dirk Ohlsen

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Opis

Der bekannte Heilpraktiker Dirk Ohlsen zeigt in diesem umfassenden Gesundheitsratgeber allgemeinverständlich und praxisnah auf, was die inneren Ursachen für chronische Erkrankungen und psychosomatische Störungen sind und wie ihnen mit neuen, teilweise revolutionären Behandlungstechniken wirksam begegnet werden kann. Anhand zahlreicher Patientenbeispiele wird erläutert, dass selbst viele chronische Schmerzen kein Dauerzustand sein müssen, wenn Funktionsstörungen der Muskulatur beseitigt werden. Exemplarisch werden der Bandscheibenvorfall, die Meniskusschmerzen und das Schleudertrauma angesprochen. Hinzu treten Erklärungen zur erfolgreichen Therapie des Unterbewusstseins, welches absichtlich Ängste, Verspannungen, Depressionen und vielfältige andere Gesundheitsprobleme hervorbringen kann, obwohl es eigentlich die Steuerungszentrale der Selbstheilungskräfte ist. Gleichzeitig werden traumatische Erlebnisse und die Bedeutung von Instinktprogrammen (Geburt/Pubertät) in der Ursachenforschung stärker berücksichtigt. Diese haben große Auswirkungen auf Partnerschaften im späteren Leben und sind häufig die Ursache für Streitigkeiten und Missverständnisse. Eine Krankheit oder emotionale Belastung besteht niemals aus reinem Zufall. Sie basiert immer auf Naturgesetzmäßigkeiten, die es zu entdecken gilt. Die erstaunlichen Ausführungen in diesem Buch verdeutlichen, dass ein ganzheitliches Gesundheitssystem der Zukunft den Patienten mit seinen individuellen Bedürfnissen wieder in den Mittelpunkt rücken muss. Ganz besondere Aufmerksamkeit gilt daher der (Nächsten-)Liebe. Sie ist die stärkste Kraft, die innere Heilung bewirkt und die Erklärung für "Grenzerfahren" wie beispielsweise die Wirksamkeit von Handauflegen. Viele Erfahrungen des Autors beweisen, dass mit einer neuartigen Behandlungsweise zahlreiche Operationen vermieden und dauerhafter Medikamentenkonsum eingeschränkt werden kann. Dies geschieht, wenn die Ursache auf der körperlichen (oft muskulären) , emotionalen oder auch spirituellen Ebene identifiziert und geheilt werden kann. Das dies oft möglich ist, beweisen die Erfolge mit diesem Behandlungskonzept der letzten Jahre.

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Holistic Healing

Neue Wege zu Gesundheit,

Partnerglück und Lebensfreude

von

Dirk Ohlsen

(Heilpraktiker – München)

Holistic Healing: Neue Wege zu Gesundheit, Partnerglück und Lebensfreude

Copyright 2011 Dirk Ohlsen

published at epubli GmbH, Berlin

www.epubli.de

ISBN 978-3-8442-1049-1

Wichtiger Hinweis für den Leser

Zweck der in diesem Buch angebotenen Informationen ist unter anderem, bestimmte Behandlungsalternativen bei unerklärbaren oder chronischen Erkrankungen aufzuzeigen. Ziel ist es auch, bestehende medizinische Denkmodelle zu hinterfragen und diese um neue Erkenntnisse zu erweitern. Das Buch ist alleine zu Informationszwecken bestimmt und ersetzt daher keine Behandlung von Krankheiten durch Therapeuten und Ärzte. Es entbindet den Leser keinesfalls von der Verpflichtung, selbst die Verantwortung für seine Gesundheit zu übernehmen und diese Informationenen konstruktiv kritisch zu prüfen. Viele der aufgezeigten Therapieoptionen beruhen auf Erfahrungen des Autors und sind im derzeitigen Medizinbetrieb noch relativ unbekannt.

Der Verfasser übernimmt keinerlei Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Verfasser, die sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, welche durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter oder unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern kein vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch eine Eigendiagnose, den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann der Verfasser nicht zur Verantwortung gezogen werden. Die dargestellten Patientenfälle dienen der Verdeutlichung von Sachverhalten und stellen insofern keine eigenständige Werbeaussage dar.

Der Einfachheit halber wurde durchweg die männliche Form anstatt schwerfälliger Formulierungen wie „er/sie“ oder „man“ gewählt. Der Verfasser versichert an dieser Stelle, dass dieser Begriff jederzeit auch in seiner weiblichen Form gemeint ist. Frauen und Männer sind somit immer gleichrangig angesprochen.

Umschlaggestaltung: Juliane Dabs – Design und Fotografie

www.julianedabs.de

Das ist der größte Fehler

bei der Behandlung von Krankheiten,

dass es Ärzte für den Körper

und Ärzte für die Seele gibt, wo beides doch nicht getrennt werden kann.

Platon

Wohin du auch gehst,

geh mit deinem ganzen Herzen.

Konfuzius

Der Inhalt dieses E-Books ist auch in gedruckter Form im Buchhandel erhältlich

„Ganzheitliche Heilkunde für

Körper, Geist und Seele“ISBN: 978-3-9404-4578-0

€ 20,--

Inhalt

Vorwort

Ein Mensch ist keine Maschine

Der Körper regeneriert sich selbst – ständig

Das elektrische Potential im menschlichen Körper

Die Bewegung des Körpers und die Bedeutung der Muskulatur .

Arthrose ist heilbar

Ausgewählte Beschwerdebilder chronischer Schmerzen

Schock und seine Wirkung auf den Menschen

Körpersprache als die Ausdrucksform des Unterbewusstseins

Programmierte Verhaltensweisen

Instinkt und Instinktprogramm

Die Macht der Vorstellungskraft

Stress und seine Ursachen

Resonanzwirkungen

Spirituelle Bewusstseinsebene

Gesunde Lebensführung

Selbsthilfe bei Verletzungen

Chronische Erkrankungen als schleichender Prozess

Medizin als Heilkunst

Resümee

Referenzen:

Ein Rezept fürs Glück

Vorwort

Mit dem vorliegenden Buch werden Ansätze und Ideen aufgezeigt werden, wie vor allem bei chronischen Erkrankungen Hilfe für Betroffene geleistet und vielleicht eine vollständige Heilung erreicht werden kann. Hierbei betone ich ausdrücklich, dass es sich hauptsächlich um meine persönlichen Schlussfolgerungen handelt, zu denen ich aufgrund zahlreicher Erfahrungen im Laufe meines Lebens gekommen bin. Wenn Sie, als Leser, mit einigen meiner Argumente nicht einverstanden sind, dann ist das vollkommen in Ordnung und wünschenswert. Jeder einzelne Leser soll zu seiner eigenen, individuellen Bewertung kommen, nachdem er die vielfältigen Informationen gelesen und interpretiert hat.

Ich habe als Autor und Heilpraktiker – wie jeder andere Mensch auch – eine rein subjektive Wahrnehmung der Realität. Deshalb kenne ich nicht die ganze “Wahrheit”. Aus den unterschiedlichen Auffassungen verschiedener Menschen dürfte am Ende ein vollständigeres Weltbild entstehen, als ein Einzelner es jemals beschreiben könnte. Da jeder Mensch ein Individuum ist, dürften bestimmte Bereiche des Buches mal mehr und mal weniger interessant wirken. Im Mittelpunkt stehen Krankheitsbilder, welche mit den herkömmlichen schulmedizinischen Methoden lediglich symptomatisch behandelt werden können und deren Ursache unbekannt erscheint. Ich konzentriere mich besonders auf neuere Ansätze der Muskel-/Schmerztherapie und die Therapiekonzepte einer energetischen Medizin, welche die Macht des Unterbewusstseins als körperliche Steuerungszentrale mit einbeziehen. Auf wirksame naturheilkundliche Verfahren, wie sie bevorzugt Heilpraktiker häufig einsetzen, werde ich trotz ihrer unbestrittenen Wirksamkeit im Rahmen dieses Buches nicht tiefer eingehen.

In den nachfolgenden Kapiteln wurden zur besseren Darstellung und Erklärung Dinge getrennt, die an sich untrennbar miteinander verbunden sind. Die Aufteilung, die hier vorgenommen wurde, ist die Beschreibung sowohl einer körperlichen, einer geistig-emotionalen und einer spirituellen Ebene. Dies sollte beim Lesen der verschiedenen Teilbereiche berücksichtigt werden. Jede dieser Ebenen wird immer gleichzeitig die anderen beiden Bereiche mit beeinflussen. Sofern bestimmte Dinge als zu einseitig dargestellt erscheinen, so bitte ich um Verständnis, dass es dann scheinbar genau diese Erfahrungen sind, die ich tendenziell in meinem Leben anziehe. Vielleicht ein wenig mit einem Radio vergleichbar, bei dem eine bestimmte Empfangsfrequenz eingestellt wird.

Seit über 20 Jahren beobachte ich leidenschaftlich die Faszination der Natur des menschlichen Lebens. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf chronischen Erkrankungen und insbesondere deren Ausheilung. Die Schulmedizin als System spezialisiert sich immer weiter und wirkt immer tiefer auf körperliche Prozesse ein – und verliert dabei manchmal das große Ganze etwas aus den Augen. Deshalb hat der in diesem Buch aufgezeigte therapeutische Ansatz seine besondere Heilkraft darin, den Menschen in seiner Ganzheit und mit seinen wirklichen Bedürfnissen zu betrachten. Hierbei interessiert besonders, was dem Auftreten einer Befindlichkeitsstörung überhaupt erst die Grundlage bereitet. Nicht in allen Fällen ist hier die Verantwortung alleine beim Betroffenen zu suchen. Manchmal wird auch das soziale Umfeld miteinzubeziehen sein.

Vieles, was hier beschrieben wird, kommt ursprünglich aus meiner eigenen Lebenserfahrung. Zudem gibt es zahlreiche Aspekte, die mir persönlich oder durch Bücher von anderen Therapeuten und Lehrer vermittelt wurden. Zu diesem Kreis gehören selbstverständlich auch die Patienten, über deren körperliche und emotionale Reaktionen bei der Behandlung nutzbringende Weisheit entstand. An dieser Stelle möchte ich mich daher bei allen Personen bedanken, die mich in der Vergangenheit mit ihren Worten und Taten bei meinem persönlichen Wachstum unterstützt haben. Im Bereich der Heilkunde gilt dieser Dank in besonderem Maße der Inspiration, die in den letzten Jahren vom britischen Therapeuten Malcolm S. Southwood ausging, mit dem ich einige Zeit intensiv zusammen arbeitete. Ohne ihn hätte ich wohl einige meiner heutigen Therapieansätze nie in der Praxis umgesetzt. Er konnte mit seiner rund 25-jährigen Therapeutenerfahrung anschaulich darlegen, wie einfach es zuweilen sein kann, mittels eines neueren medizinischen Weltbildes zahlreichen chronischen Erkrankungen die Grundlage zu entziehen.

Alle Therapieansätze, die in diesem Buch erwähnt werden, konnte ich in der Praxis an Patientenfällen hilfreich anwenden. Die dahinter stehenden theoretischen Erklärungsmodelle dürften jedoch immer noch unvollständig sein. Daher wünsche ich mir, dass diese zukünftig von anderen Menschen noch weiter entwickelt und bestätigt werden. Auf einzelne Krankheitsbilder wird in diesem Buch nicht detailliert eingegangen. Vielmehr ist mein Anliegen, möglichst allgemein aufzuzeigen, welche Einflüsse das Immunsystem und körperliche Vorgänge so verändern können, dass nachfolgend Krankheitssymptome entstehen. Dies schließt den Bereich der psychosomatischen Erkrankungen mit ein.

Der Anfangsteil dieses Buches wendet sich mit vielen Informationen besonders an das logisch-rationale Bewusstsein des Lesers, um einige traditionelle Denkmodelle der Medizin grundsätzlich in Frage zu stellen. In vielen Bereichen werde ich aufzeigen, dass die Wissenschaft hier in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat, die derzeit noch ungenügend in der Schulmedizin umgesetzt werden. Die späteren Kapitel richten sich anschließend mehr und mehr auch an die Ebene des Herzens, der Spiritualität in uns. Persönlich bin ich von einer Schöpferkraft überzeugt, welche über alle Konfessionen und religiösen Konzepte hinweg das Wunder des menschlichen Lebens überhaupt erst möglich macht. Mir ist bewusst, dass gerade dieser Bereich sehr individuell zu betrachten ist, halte diesen jedoch für den wichtigsten überhaupt. Heutzutage neigen viele Menschen vielleicht ein bisschen zu sehr zu einer analytischen Betrachtung und wollen alles logisch erklärbar machen. Ich meine, dass so viel Menschlichkeit verloren geht und eine Weltanschauung extrem einseitig werden kann. Hierdurch können ebenfalls zahlreiche Erkrankungen und Ängste begünstigt werden – neben einem als unglücklich empfundenen Leben.

Die Erfahrung zeigt, dass vielfältige Gesundheitsprobleme und zahlreiche Verhaltensauffälligkeiten durch einen Kontakt mit dieser spirituellen Kraft in uns verbessert werden. Diese Energie kann als bedingungslose Liebe bezeichnet werden. Sie ist letztlich ein Ausdruck der Schöpfung, welche echte Heilung hervorbringen oder komplettieren kann. Hier liegt die Quelle unserer Selbstheilungskraft und Lebensfreude. Wie echte, spirituelle Intuition und Führung von rein angstgetriebenen Gefahrvermeidungsstrategien des Unterbewusstseins unterschieden werden können, wird ebenfalls angesprochen.

Am Schluss des Buches wird auf die grundsätzlichen Voraussetzungen einer erfolgreichen Heilbehandlung bei chronischen oder schweren Erkrankungen eingegangen. Hier wird auf die Bedeutung einer wünschenswerten Zusammenarbeit zwischen Schulmedizinern und alternativen Therapeuten hingewiesen, um die entsprechenden Problemfelder abzudecken, in denen die jeweiligen therapeutischen Stärken liegen.

Diese beiden „Parteien“ haben einen großen gemeinsamen Nenner, und dabei handelt es sich um den Wunsch, Mitmenschen bei Erkrankungen zu helfen. Im Moment scheinen jedoch sowohl die politischen als auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine respektvolle Zusammenarbeit beider Seiten leider etwas schwierig. Viele Patienten sind hiervon benachteiligt, und deshalb dürfte ein Umdenken gefragt sein. Dieses wird nicht zuletzt wohl nur durch Druck der Patienten auf das derzeitige Gesundheitssystem erreicht werden.

Ich trete dafür ein, im Bereich der Heilkunde auf eine ausschließlich logisch-rationale Beurteilung von Sachverhalten zu verzichten – zu Gunsten einer umfassenderen, ganzheitlichen Sichtweise, die auch geistige und spirituelle Aspekte mit einbezieht. Aus meiner Sicht besteht ein Mensch aus Körper, Geist und Seele – wobei die beiden letzteren Aspekte in der Schulmedizin scheinbar immer noch weitgehend ausgeklammert scheinen. Die Spiritualität in uns dürfte sich jedoch nur über die Ebene des Gefühls erschließen lassen und nicht über den logisch-rationalen Verstand, der anderen nützlichen Zwecken dient.

Aus diesem Grund kann die Gesundheitslehre niemals eine vollkommen exakte Wissenschaft sein. Sie sollte vielmehr als Heilkunst angesehen werden, die kreativ und individuell gemeinsam mit einem Patienten wirkt, dessen Selbstheilungskapazitäten im Mittelpunkt stehen müssen.

Viel Freude beim Lesen.

Herzlichst,

Dirk Ohlsen

Heilpraktiker

Die Wahrheit liegt nicht in den Worten,

sondern zwischen ihnen.

Platon

Ein Mensch ist keine Maschine

„Die Bandscheibe ist verschlissen und muss ersetzt werden“ oder „Sie benötigen ein neues Hüftgelenk“ sind machtvolle Sätze, die Menschen mit chronischen Schmerzen tagtäglich in Arztpraxen zu hören bekommen. Vorausgegangen ist häufig eine radiologische Momentaufnahme, die es so aussehen lässt, als wären diese Dinge regelrecht in Stein gemeißelt. Plötzlich sind sich alle Beteiligten einig, dass hier ein Schaden vorliegt, der durch einen Eingriff behoben werden muss. Diese Aussagen verängstigen Patienten selbstverständlich. Sie beruhen häufig auf einem traditionellen, immer noch weitgehend mechanistisch geprägten Weltbild der Schulmedizin. Der Körper wird hier mehr oder weniger mit einer Maschine verglichen, in den einfach neue Ersatzteile eingebaut werden können.

Doch ist das wirklich so einfach, und ist es sinnvoll, so vorzugehen? Ist die Ursache wirklich gefunden und dann behoben? Gibt es Verschleiß tatsächlich und falls ja, warum gibt es ihn? Wie kann der Körper dazu angeleitet werden, diesem auf Dauer wirkungsvoll zu begegnen?

Um das zu beantworten, möchte ich Sie auffordern, einmal den Beginn des Lebens zu betrachten. Aus lediglich zwei Zellen, einer Samenzelle und einer Eizelle, bildet sich innerhalb von etwa 40 Wochen ein vollkommen perfekter Mensch. Für die Wissenschaft ist heute ein kleiner Teil der Einzelschritte beobachtbar und erforscht. Doch das Wunder des menschlichen Lebens bleibt zum Großteil unerklärbar.

Offensichtlich gibt es in diesem „biologischen System“ Mensch eine höhere Intelligenz, welche alle Abläufe steuert und die den jeweiligen Ursprungszellen vermittelt, ob diese sich als Lunge, Herz, Gehirn oder Muskelzelle ausdifferenzieren sollen. All dies geht mit einer bemerkenswerten Genauigkeit und Perfektion vonstatten – ohne dass künstliche Eingriffe von außen erforderlich sind. Selbst (kleinere) Missbildungen, die in der Schwangerschaft relativ häufig entstehen, werden normalerweise innerhalb kurzer Zeit wieder selbständig in Ordnung gebracht.

Hier wird das Grundprinzip jeglichen

Lebens ersichtlich:

Ein biologisches System funktioniert, kann sich selbständig korrigieren und

ist auf Selbsterhaltung ausgelegt.

Diese Eigenschaften verschwinden selbstverständlich nicht mit der Geburt, sondern werden sogar weiterentwickelt. Sie enden erst mit dem Tod des Körpers.

Hierzu einige Zahlen:

Rote Blutkörperzellen (Erythrozyten) werden innerhalb von etwa 120 Tagen komplett ersetzt Knochen haben eine Halbwertzeit von wenigen Wochen, nach einigen Monaten ist der Knochen vollständig erneuert Muskeln bauen sich innerhalb von wenigen Tagen umDie Magenschleimhaut erneuert sich alle drei Tage75 % der Schleimhautzellen des Dünndarms entstehen täglich neuDas Protein im Gehirn baut sich innerhalb eines Monats fast komplett neu auf

Einige Zellen erneuern sich seltener, doch es kann davon ausgegangen werden, dass sich der gesamte Körper innerhalb weniger Jahre vollständig erneuert. Es wird geschätzt, dass etwa 90 % des Körpers innerhalb eines Jahres komplett ersetzt wird. Alleine pro Sekunde werden etwa 10 Millionen Zellen neu gebildet. Dies gilt grundsätzlich für ältere wie für jüngere Menschen in gleichem Maße. Es ist bemerkenswert, dass die Mehrzahl der Zellerneuerungen auch bei einem älteren Menschen noch genauso schnell ablaufen wie in der Jugend. Selbst Zähne werden permanent umgebaut und wieder mit Mineralien aufgefüllt. Im Körper gibt es faktisch keinen Verschleiß, sondern lediglich Phänomene, bei denen aus irgendeinem Grund nicht mehr auf die Selbsterneuerungskapazität zurückgegriffen wird. Häufig wird dies als „chronische Erkrankung“ bezeichnet.

In diesem Bereich sehe ich eine meiner therapeutischen Aufgaben, um mit einem ganzheitlichen Ansatz Menschen zu helfen. Hierbei ist mir das Patientenverständnis wichtig, grundsätzlich die Möglichkeit der vollständigen Heilung einer Befindlichkeitsstörung in Betracht zu ziehen. Dies ist die Grundvoraussetzung der Ausheilung einer chronischen Erkrankung – es muss zumindest als möglich erachtet werden, selbst falls die Eintrittswahrscheinlichkeit gering erscheint. Deshalb werde ich nachfolgend immer und immer wieder gängige „pessimistische“ Gesundheitsprognosen der medizinischen Lehrmeinung in Frage stellen.

Perfekte Regeneration im Körper

Zu was die Selbstheilungskräfte in der Lage sind, soll folgende persönliche Erfahrung zeigen:

Seit meiner Jugend hatte ich eine starke chronische Hauterkrankung (Neurodermitis). Ständiges Kratzen und offene Wunden im Gesicht waren mein Begleiter über die Schulzeit hinweg. Diese Hauterkrankung gilt in der Medizin als nicht ursächlich therapierbar. Lediglich die Symptome lassen sich mit Medikamenten, wozu vor allem Cortisonpräparate zählen, lindern. Im Jahre 1989, im Alter von 18 Jahren, bereitete diese Neurodermitis die Grundlage für eine schwere Infektion (durch Bakterien und Viren), die den gesamten Kopf- und Oberkörperbereich in Mitleidenschaft zog. Aufgrund einiger Fehldiagnosen verschlimmerte sich die Erkrankung so stark, bis eine starke Sepsis (Blutvergiftung) eintrat und meine Haut in vielen Bereichen nur noch rohes, vereitertes Fleisch war. Ich sah aus wie ein Verbrennungsopfer. Die Schmerzen waren fast unerträglich, und mein Sehvermögen lag gerade noch bei etwa zehn Prozent. Die meisten Ärzte und hinzugezogene Professoren gaben mir nur noch maximal 24 Stunden Lebenszeit, was mir auch direkt mitgeteilt wurde. Selbst für den unwahrscheinlichen Fall des Überlebens, so die Aussagen, wäre das Augenlicht wohl verloren und die Haut voller entstellender Narben.

Mit dieser Situation konfrontiert, blieb mir überhaupt nichts anderes übrig, als mir vorzustellen, dass alles vorübergehen und ich vollkommen gesund werden würde. Ich hatte ein tiefes, spirituelles Gefühl, dass es nun noch nicht an der Zeit war zu sterben. In der darauffolgenden Nacht hatte ich eine „Nahtodeserfahrung“, die mit Worten nicht zu beschreiben ist. Es handelte sich für mich um eine sehr intensive, spirituelle Erfahrung. Gleichzeitig leitete einer der behandelnden Ärzte unter Inkaufnahme persönlichen Risikos – entgegen dem Rat anderer Therapeuten – eine extrem hoch dosierte, medikamentöse (Antibiotika-)Therapie ein. Als ich am nächsten Tag morgens erwachte, war ich sicher, dass es geschafft war. Es war einfach ein tiefes, inneres Gefühl – obwohl es am Körper noch nicht zu erkennen war. Ich erholte mich schnell. Innerhalb weniger Wochen war die Erkrankung ausgeheilt und die Sehfähigkeit wieder vollständig hergestellt. Selbst Narben sind nicht zurückgeblieben. Hautärzte beschrieben das später als sehr bemerkenswert. In diesem Zusammenhang ist zum vollen Verständnis wichtig, dass die eingesetzten Medikamente lediglich für einen Teilbereich der Infektion wirksam waren. Unabhängig von diesem Ereignis blieb die ursprünglich vorhandene Neurodermitis jedoch weiterhin bestehen.

Aus Sicht der Ärzte war meine „wundersame“ Genesung (wie selbstverständlich) vor allem auf die Errungenschaften der medikamentösen Intervention zurückzuführen. Für mich dagegen handelte es sich intuitiv eher um das Wunder des menschlichen Lebens. In mir war in diesen Wochen viel mehr passiert als ein „technischer“ Erkrankungsvorgang, der mit konventioneller Medizin geheilt wurde.

Ich meine, dass Erfahrungen solcher Art nur schwer mit Worten zu beschreiben sind und die Persönlichkeit extrem prägen. Zumindest galt das für mich in hohem Maße. Viele Menschen mit ähnlichen schweren Erkrankungen, wie beispielsweise einem Herzinfarkt oder einer Komaerfahrung, beschreiben ebenfalls häufig eine große Veränderung in ihrem zukünftigen Leben. Selbstverständlich war die schulmedizinische Intervention zum damaligen Zeitpunkt auch ein wichtiger Teil des Therapieerfolges. Diese alleine hätte aus meiner Sicht jedoch nicht ausgereicht, da die Rahmenbedingungen aufgrund der eher pessimistischen Prognose der Ärzte insgesamt nicht gut waren. Für mich ist diese Erfahrung von damals die Basis, warum ich für eine gesunde Balance zwischen Schulmedizin und alternativen Ansätzen zur Aktivierung von Selbstheilungskräften eintrete.

Der erste Kontakt mit spiritueller Heilkunde

In meiner Jugend beschäftigte ich mich viel mit alternativen Therapien, denn die Schulmedizin hatte außer der Symptombekämpfung mittels Cortisonpräparaten keine Antwort auf die Frage nach der Ursache meiner Neurodermitis. Es gab fast nichts, was ich nicht ausprobierte – von Diäten oder Homöopathie bis hin zu vielen Arten von Naturheilverfahren. Ich las praktisch alles, was zum Thema Hautallergien an Büchern auf dem Markt war. So wurde ich ein regelrechter Experte, allerdings auf rein theoretischem Gebiet. Der praktische Nutzen war in meinem Fall leider ausgeblieben. Letztlich sollte sich dies zu meinem Vorteil erweisen, um mein – zu diesem Zeitpunkt noch sehr eng – definiertes Weltbild anschließend enorm zu erweitern.

Nach meinem Krankenhausaufenthalt war ich für ein „neues Denken“ bereits etwas offener geworden. Im Rahmen der Nahtodeserfahrung kam ich mit einer spirituellen Form von liebevoller Energie in Kontakt, die mein bisheriges Vorstellungsvermögen weit überstieg. Gleichzeitig wünschte ich mir sehr, dass auch die bestehende Neurodermitis geheilt werden könnte. So ergab es sich „zufällig“ kurze Zeit später, dass eine Freundin von einem „Wunderheiler“ berichtete, der unter anderem die Hände auflegte. Gefangen in meinem alten Weltbild, belustigte ich mich zu diesem Zeitpunkt noch darüber. Doch ich fiel aus allen Wolken, als ich wenige Wochen später den früher ebenfalls an Neurodermitis erkrankten kleinen Sohn dieser Bekannten wiedersah, denn er hatte wieder eine schöne Babyhaut bekommen und kam mir freudestrahlend entgegen gelaufen. Seine Mutter war mit ihm zu diesem „Wunderheiler“ gefahren. Meine anfänglichen Zweifel an Heilmethoden dieser Art wandelten sich deshalb innerhalb von Minuten in eine hoffnungsvolle Erwartungshaltung.

Ich begab mich daraufhin umgehend zu diesem Heiler, der zugleich auch Facharzt für Neurologie war und somit ein ausgebildeter Schulmediziner. Als dieser mir die Hand auflegte und etwas davon murmelte „das hat mit der Schwangerschaft/Geburt zu tun“, durchzuckte meinen ganzen Körper ein Stromstoß und innerhalb von wenigen Tagen verschwand die Neurodermitis vollkommen. Ich war überglücklich, aber auch ziemlich verdutzt. Diese Erfahrung war die Grundlage dafür, dass ich mich in den darauffolgenden Jahren immer stärker mit alternativen und derartigen energetischen Behandlungstechniken beschäftigte. Anschließend erlernte ich sie. Dies übte ich mit der Leidenschaft eines Hobbys aus, während ich beruflich zu diesem Zeitpunkt noch eine Bankkarriere vorantrieb.

Fehlender Zweckoptimismus

Meine damalige Lebenserfahrung zeigt auf, wie „pessimistisch“ zahlreiche Schulmediziner (damals und bis heute) bezüglich des Potentials der Selbstheilungskräfte eingestellt sind. Es erscheint nachvollziehbar, denn sie haben jeden Tag mit Sterbefällen zu tun und mit chronischen Erkrankungen, deren Ursache sie nicht kennen und die sie deshalb oftmals lediglich symptomatisch behandeln können. Gleichzeitig sind Ärzte aus verschiedenen Gründen manchmal regelrecht gezwungen, nach einem vorgegebenen Standard-Therapieschema zu therapieren. Allgemeinmediziner haben zudem selten Zeit, sich wirklich intensiv mit einem Patienten und seinen psychischen Belastungen auseinanderzusetzen. Das Entlohnungssystem der Krankenkassen erscheint zudem sehr auf die Linderung von Symptomen und Diagnostik ausgerichtet. Zeitintensive Therapiesitzungen außerhalb der Psychotherapie sind faktisch kaum abrechnungsfähig.

Deshalb möchte ich mit der Erwähnung meiner persönlichen Erlebnisse zeigen, welches Gesundungspotential aus einer Kombination von schulmedizinischen Therapien (wie einer Antibiotikatherapie), einem tiefen Glauben des Patienten an seine eigenen Selbstheilungskräfte und einer „energetischen Alternativmedizin“ erwachsen kann. In meinem Fall erachte ich die Tatsachen, dass ich mich nicht durch Aussagen wie „Sie haben nur noch wenige Stunden zu leben“ in die Enge treiben ließ, sondern nur noch umso stärker an meine vollständige Gesundung glaubte, sowie die spirituelle Nahtodeserfahrung als entscheidend bei der Genesung im Krankenhaus. Die Liebe meiner Familie, der Freunde sowie des behandelnden Klinikpersonals trugen sicherlich ebenfalls stark zu dem schnellen Heilungserfolg in der Akutsituation bei.

Bereits um 400 v. Christus sagte Hippokrates von Kos:

„Medicus curat, natura sanat“

„Der Mediziner behandelt, die Natur heilt“.

Selbstverständlich ist Medizinern dies bekannt, und als Gesellschaft sollten wir ihnen Dankbarkeit für ihr Engagement und ihre Fachkenntnis entgegenbringen. Doch in der Praxis der Schulmedizin gehen die menschliche Komponente sowie ein gesunder Zweckoptimismus gerade bei chronischen oder schweren Erkrankungen oft in der diagnostischen Abklärung über viele Facharztgruppen hinweg scheinbar zu häufig verloren. Darunter leiden die Patienten oftmals psychisch sehr.

Hinzu kommen bürokratische Hindernisse, die oftmals keine ausführlichen Gespräche und zeitintensiven Therapien mehr zulassen. Die durchschnittliche Verweildauer bei Allgemeinärzten liegt in Deutschland unter acht Minuten – meist zu wenig, um sich wirklich mit einer Person und der Ursache ihres Problems auseinanderzusetzen.

Insofern ist das beschriebene Problem im Regelfall nicht in einem einzelnen Mediziner zu suchen, sondern in der Art des Gesundheitssystems, welches wir als Gesellschaft erschaffen haben und derzeit (noch) tolerieren.

Die von mir an manchen Stellen des Buches geäußerte Kritik an bestehenden medizinischen Vorgehensweisen ist immer konstruktiv gemeint. Sie soll die in Einzelfällen bestehenden Dogmatismen hinterfragen und gegebenenfalls deren Veränderung anregen. Mein großes Anliegen ist es, dass eine gesunde Balance zwischen der offiziellen Schulmedizin und der Energie-/Alternativmedizin besteht.

Zudem ist wichtig, das (Kollektiv-)Bewusstsein dafür zu sensibilisieren, dass die Heilkunde wieder mehr im Sinne einer Heilkunst verstanden wird, die ihr Fundament primär in der Nächstenliebe hat. Jedes therapeutische Handeln, dass nicht auf diesem Grundsatz beruht, wird niemals sein maximales Potential entfalten können.

Wer die Natur betrachtet, wird vom Geheimnis des Lebens gefangen genommen.

Albert Schweitzer

Der Körper regeneriert sich selbst – ständig

Was mein Körper damals genau tun musste, um die Defekte zu heilen, ist mir im Detail unbekannt – es wurde mir auch nicht von Ärzten oder Therapeuten gesagt. Durch diese Erfahrung habe ich jedoch keinen Zweifel mehr daran, dass er augenscheinlich zu einer perfekten Reparatur in der Lage ist. Diese grundsätzliche Fähigkeit hat nach meinem Weltbild jeder Mensch – mehr oder weniger unabhängig von der Art der Erkrankung. Hier kollidiert meine Überzeugung mit Teilen des derzeitigen schulmedizinischen Weltbildes, wie folgende Erfahrung zeigen soll:

Kreuzbandregeneration

Auf einem Kongress für Radiologie im Jahre 2004 fragte einer der vortragenden Ärzte das Publikum, ob auf einem gezeigten Bild ein intaktes vorderes Kreuzband des Knies zu sehen sei. Praktisch alle Anwesenden bejahten dies. Das anschließende Bild zeigte den gleichen Patienten, etwa ein Jahr zuvor. Hier war ein Riss des Kreuzbands eindeutig zu erkennen. Der Referent warnte das etwas verblüffte Publikum anschließend. Es sei kein neues, intaktes Kreuzband gewachsen, sondern es handle sich lediglich um Narbengewebe, welches natürlich nicht die Funktion des Kreuzbands ersetzen könne.

Offensichtlich sah es dennoch genau wie ein „echtes“ Kreuzband aus. Obwohl eine Regeneration des Kreuzbands in der Lehre der bisherigen Orthopädie unwahrscheinlich erscheint, neige ich zu der Auffassung, dass es sich zumindest in diesem Fall um ein vollständig erneuertes und funktionsfähiges Kreuzband handelte.

Insbesondere bei älteren Menschen sprechen Ärzte vorschnell von Verschleißerkrankungen, mitunter leiden schon 30-jährige unter sogenannten „verschlissenen Gelenken“. Auch der Bandscheibenvorfall in jungen Jahren zählt mittlerweile sogar juristisch (bei Verneinung eines Anspruchs an eine Unfallversicherung) grundsätzlich zu den degenerativen Erkrankungen. Für den betroffenen Patienten bedeuten solche Aussagen nichts anderes, als dass der Körper wohl nicht mehr in der Lage sein soll, einen eventuellen Schaden – sofern überhaupt vorhanden – zu reparieren. Damit wird ihm gleichzeitig jeglicher noch vorhandener Glaube an seine eigenen Selbstheilungskräfte abgesprochen. Dies kann große Folgen haben, denn wie ich später ausführen werde, kann der Gedanke „mein Körper wird sich nicht selbst heilen“ zu einer Art selbsterfüllender Prophezeiung werden. Oft wird im Rahmen einer ärztlichen Behandlung auch die Verantwortung für die Gesundung vom Patienten zurück auf den Arzt verlagert, der dann in diesem Fall manchmal operativ auf „Ersatzteile“ zurückgreift, denen oft wichtige Eigenschaften für den Körper fehlen.

Aus meiner Sicht muss jedoch die Verantwortung für die Gesundung in erster Linie beim Patienten bleiben. Dieser spielt eine aktive Rolle im Heilungsprozess, die häufig weit unterschätzt wird. Dies ist eine Grundvoraussetzung, um das Selbstheilungspotential vollumfänglich zu nutzen.

Erwähnenswert ist im Zusammenhang mit dem Kreuzband, dass dieses nach meiner Ansicht weniger die Aufgabe hat, das Knie zusammenzuhalten, sondern vielmehr über darin eingearbeitete Messfühler die Bewegungen der Kniemuskulatur steuert. So wird die gesamte Kniestruktur in ihrer Führung stabil gehalten. Dieser Aspekt wird derzeit medizinisch kaum berücksichtigt, ist jedoch von enormer Tragweite in der Therapie derartiger Probleme. Ein künstlicher Kreuzbandersatz, der nach einer entsprechenden Kreuzband-Verletzung manchmal eingesetzt wird, kann diese überaus wichtige Aufgabe nicht erfüllen und wird deshalb im Vergleich zu einer natürlichen Heilung immer die zweite Wahl sein. Dies zeigt deutlich, dass die Aktivierung körpereigener Selbstheilungsmechanismen immer an oberster Stelle einer Therapie stehen sollte. Die selbständige, körpereigene Heilung ist in den meisten Fällen perfekt und sollte lediglich geeignet medizinisch unterstützt werden – sofern überhaupt erforderlich.

Verschleißerkrankungen

Medizinern ist beispielsweise bekannt, dass bei Kindern mit Armbrüchen, die über einige Wochen eingegipst werden, häufig eine Ellenbogengelenksarthrose auftritt. Dieser Knorpelabbau bildet sich innerhalb weniger Wochen, nachdem der Gips abgenommen wurde, durch die alltägliche Bewegung wieder vollständig zurück.

Wenn dagegen bei einem älteren Menschen eine Hüftgelenks- oder Kniearthrose diagnostiziert wird, ändert sich die zuvor positive Einschätzung meist in Richtung einer Verneinung des natürlichen Selbstheilungspotentials, und es wird am Ende häufig zu künstlichen Prothesen geraten. Doch grundsätzlich ist auch in diesen Fällen der Körper immer noch zur Selbstheilung und Wiederaufbau von Knorpel befähigt. Der sogenannte Verschleiß ist meistens umkehrbar, wenn die entsprechenden Voraussetzungen dafür rechtzeitig geschaffen werden. In einem späteren Kapitel werde ich die Zusammenhänge bei Arthrose detailliert erläutern.

Wie aber kommt es nun dazu, dass Mediziner, die bei jungen Menschen noch meist davon überzeugt sind, dass der Körper eine Erkrankung wieder selbst heilen kann, dann plötzlich bei Älteren anderer Meinung sind?

Der Grund dürfte im Alterungsprozess des Menschen liegen, der vielfach mit der Alterung einer Maschine verglichen wird. Es ist allgemeine Lebenserfahrung, dass Maschinen mit zunehmendem Alter immer weniger leistungsfähig sind, ständig kaputt gehen und irgendwann ersetzt werden müssen. Dieser vorschnell auf den Menschen übertragende Gedanke führt nach meiner Ansicht zu einem großen Missverständnis in der Medizin.

Über den Alterungsprozess des Menschen

Alterungsprozesse können in allen biologischen Systemen beobachtet werden. Nicht nur beim Menschen, sondern auch im Tier- und Pflanzenreich. Offensichtlich ist das Altern in das biologische System implementiert und ganz natürlich. Wenn wir uns nun diesem Alterungsprozess bewusst widersetzen, handeln wir gegen unsere innere Natur und werden diesbezüglich nicht erfolgreich sein. Das kann zu großer Frustration führen, da uns durch Medien und Werbung suggeriert wird, dass wir immer jung bleiben können. In gewissen Grenzen ist dies auch beeinflussbar, aber gegen den in unserem Körper innewohnenden Alterungsprozess können wir uns nicht stemmen. Dies sollten wir auch nicht, denn er hat wohl einen Nutzen. Immerhin ist er in allen biologischen Systemen der Natur über die Evolutionsstufen erhalten geblieben.

Nach meiner Ansicht liegt ein Nutzen des Alterungsprozesses jeglicher Dinge darin, dass wir die Polarität von Vergangenheit und Zukunft im Alltag beobachten können. Wir sehen in vielen Dingen über deren jeweiligen natürlichen Alterungsprozess den Verlauf der Zeit. Dies scheint Teil eines biologischen Veränderungsprozesses zu sein. Alles wandelt sich – nichts im Leben bleibt konstant. Diesem Prozess kann man sich nicht widersetzen. Nur so können die Konsequenzen des Handelns erfasst und Lebenserfahrungen gesammelt werden.

Die philosophische Sinnfrage bezüglich des Alterns soll an dieser Stelle nicht weiter thematisiert werden. Für den Einzelnen dürfte es weit wichtiger und interessanter sein, zu lernen, wie er sich bis ins hohe Alter fit und gesund halten kann. Die meisten Menschen haben kein Problem mit dem Alterungsprozess an sich, solange die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit erhalten bleibt. Hier gibt es eine positive Nachricht, die ich an den Anfang stellen möchte: Ein Mensch ist in vielen Bereichen bis ins hohe Alter selbständig in der Lage, seine Agilität aufrechtzuerhalten und körperlich-geistiges Wohlbefinden zu fördern.

In diesem Zusammenhang möchte ich den Japaner Keizo Miura erwähnen, der noch im stolzen Alter von 99 Jahren eine 24 Kilometer Skiabfahrt vom Mont Blanc absolvierte. Im Alter von 77 Jahren hatte er den Kilimandscharo bestiegen und war damit der Älteste, der bislang auf dem Gipfel war. Ein anderer Mann, der 101-Jährige Buster Martin, lief in London einen Marathon. „Zur Ermutigung der Alten und als Inspiration für die Jungen“ bestieg im Jahre 2008 der Nepalese Bahadur Sherchan im Alter von 75 Jahren den Mount Everest.

Grundsätzlich unterscheidet sich die Regenerationsfähigkeit älterer Menschen nur kaum von Jüngeren. Bei dem für die Regeneration erforderlichen Ausgangsmaterial für das Zellneuwachstum greift der Körper auf verschiedene Systeme zurück, bei denen auch Stammzellen eine Rolle spielen. Bislang unterstellte die Medizinwissenschaft weitgehend, dass diese bei Älteren nicht mehr oder nicht mehr in ausreichendem Maße verfügbar sind. Nun finden sich aber langsam mehr und mehr Beweise, dass auch Ältere noch so viele Stammzellen in Organen verfügbar haben, dass eine ausreichende Zellerneuerung gewährleistet ist.

Ich frage mich, warum der Körper denn nicht in der Lage sein sollte, alle seine Zellen zu erneuern – wie uns die Wissenschaft es lange suggeriert hat. Für mich gibt es keinen Zweifel daran, und regelmäßig erscheinen Publikationen, die von Zellerneuerungen sprechen, die man lange als unmöglich angesehen hatte. Ich halte es deshalb in meinem Leben so, dass ich ein mögliches Ziel nicht schon deshalb aufgebe, weil noch kein wissenschaftlicher Beweis für dessen Existenz gefunden wurde. Der größte Teil des menschlichen Daseins ist bislang nicht erforscht. Vieles von dem, was real beobachtbar ist, kann derzeit über chemisch-physikalische Prozessmodelle noch nicht erklärt werden.

Defektheilungen und Narben:

Ein häufiges Argument für die Annahme der Existenz einer unvollständigen oder nicht perfekten Heilung sind Narben. Doch hierbei sollte man sich nicht vorschnell täuschen lassen. Für den Körper sind oberflächliche Narben meist kein Problem, aus seiner Sicht ist eine ausreichende Erneuerung der Struktur erfolgt. Sie mögen kosmetisch störend sein, doch für den Körper ist diese Form der Wiederherstellung grundsätzlich ausreichend. Für ihn steht die Wiedererlangung der Funktion grundsätzlich immer an erster Stelle. In diesem Fall ist das Ziel die schnellstmögliche Bedeckung der Hautoberfläche, die eine Schutzfunktion repräsentiert. Hierbei ist schnell wachsendes Narbengewebe das Mittel seiner Wahl. Zu einer Narbenbildung kommt es meist nur, falls die Voraussetzungen für eine vollständige Heilung ungünstig sind. Dies können Infektionen sein, eine nicht ausreichende Blutung der Wunde oder eine unzureichende Wundversorgung. In diesen Fällen wird der Körper jedoch trotzdem sein Bestmögliches geben. Sofern erforderlich, kann später eine chirurgische Narbenkorrektur erfolgen. Dann sind meist die Voraussetzungen für eine optisch schönere Wundheilung besser, und der Körper wird bei der Heilung durch medizinische Hilfe von außen unterstützt.

Für kleinere, nicht lebensbedrohliche Verletzungen im Inneren des Körpers gilt hingegen, dass die Voraussetzungen für eine perfekte Wundheilung grundsätzlich sehr viel günstiger sind. Einerseits ist das Infektionsrisiko geringer, und andererseits ist die Versorgung der Verletzungsstelle mit den notwendigen „Baustoffen“ sehr viel besser. Wie am Beispiel eines wieder neu gebildeten Kreuzbands gezeigt, ist die perfekte Regeneration hier oftmals im Rahmen des Möglichen.

Auch im Körperinneren gilt der Grundsatz, dass die Wiederherstellung der natürlichen Funktion im Rahmen der Selbstheilung an oberster Stelle steht – deshalb sollte das anschließende, vielleicht narbenähnliche Aussehen auf einer radiologischen Aufnahme niemals „schockieren“ Bei der Diagnostik mittels Kernspin-/Computertomographie ist bei der Bildinterpretation immer mit einzubeziehen, dass es sich um Momentaufnahmen handelt und grundsätzlich auch Bildfehler (Artefakte) möglich sind. Dies gilt vor allem für die computeroptimierte Bildgebung, bei der ein Teil der Bildinformation über Algorithmen hinzugerechnet wird. Insofern ist es eine Näherung des wirklichen Zustands.

Der Mensch als kybernetisches System

Jedes biologische System hat das eigene, perfekte Funktionieren als Ziel und versucht sich immer optimal der Umgebung anzupassen. Für den Menschen spielen hierbei seit Jahrtausenden Umwelteinflüsse, wie Wärme, Kälte, Nahrungsangebot, Feinde und viele andere Dinge eine große Rolle.

Um mit den wechselnden Umwelteinflüssen richtig umzugehen, ist ein komplexes Regelungs- und Steuerungssystem notwendig, welches die von Wissenschaftlern geschätzten 70 Billionen Körperzellen unter Kontrolle hält. Dieses System hat seine Steuerungszentrale im Unterbewusstsein, einem genialen Supercomputer, der permanent eine unvorstellbare Informationsmenge verarbeitet, analysiert und weitergibt.

(Nebenbemerkung: Den Begriff „Unterbewusstsein“ werde ich nachfolgend sehr viel weit gefasster verwenden als Mediziner diesen gewöhnlich definieren. Um vorab Missverständlichkeiten vorzubeugen, verzichte ich bewusst absichtlich darauf, im Rahmen dieses Buches eine Abgrenzung zu dem in der Psychologie gebräuchlichen Begriff des „Unbewussten“ zu machen.)

Derzeit wird davon ausgegangen, dass in einem Menschen etwa 400 Milliarden Einzelprozesse pro Sekunde(!) registriert und gesteuert werden. Die Verarbeitung geschieht vollkommen automatisch – weitgehend außerhalb der bewussten Kontrolle – im Unterbewusstsein. Deshalb gehe ich davon aus, dass jede einzelne Zelle mit diesem System laufend vernetzt ist. Eine Vernetzung, die nicht nur über Nervenbahnen verläuft. Neuere Ansätze in der Wissenschaft scheinen diese Ansicht mehr und mehr zu bestätigen. Anders wäre es nicht möglich, die Vielzahl von Informationen so schnell zu verarbeiten. Weiterhin sind so Reflexbewegungen noch besser erklärbar.

Die vom Unterbewusstsein insgesamt zu verarbeitende Datenmenge aus der Umwelt hat in den letzten Jahrzehnten sicherlich erheblich zugenommen. Das gilt insbesondere für Menschen, die in Städten leben und weniger für Einsiedler. Ich spreche hier von potentiellen Bedrohungen wie Autoverkehr. Zudem gibt es eine immer größere Vielfalt bereitgestellter Informationen, welche fast ununterbrochen auf uns einströmen (u.a. Medien, Internet, Telefon). Diese Daten müssen laufend in unwichtig, wichtiger oder vielleicht sogar überlebensnotwendig eingeteilt und gefiltert werden.

Von dieser Informationsmenge kommt nur ein Bruchteil auf der Bewusstseinsebene an, welche für bewusste und logisch-rationale Denkprozesse verantwortlich ist. Denn sie wäre nicht in der Lage, alle einströmenden Informationen so schnell zu verarbeiten. Es werden hier nach derzeitigen Schätzungen von Wissenschaftlern „nur“ etwa 2000 Einzelprozesse pro Sekunde wahrgenommen.

Die Steuerung des Körpers erfolgt deshalb weitgehend – unter Ausschluss der bewussten, logisch-rationalen Ebene – automatisiert direkt im Unterbewusstsein. Hier werden zuerst Sollgrößen definiert, wie beispielsweise Nahrungsaufnahme oder Körpertemperatur. Diese Werte werden laufend mit den aktuellen Informationen, die aus den jeweiligen Zellverbänden geliefert werden, verglichen und bei Bedarf über elektrische und chemisch-hormonelle Steuerungsregler beeinflusst. So ergibt sich ein perfektes, selbstregulierendes Steuerungssystem. In diese Abläufe muss in der Regel nicht bewusst eingegriffen werden.

Genau genommen wäre die Informationsmenge viel zu groß, um überhaupt auf der bewussten, logisch-rationalen Ebene verarbeitet zu werden. Das System würde bei einer Steuerung von dieser Ebene innerhalb von Sekunden zusammenbrechen und ein Mensch wäre nicht einmal in der Lage, sein Gleichgewicht zu halten.

Beispiel einer kybernetischen Steuerung

im Menschen:

Das System Körper bemerkt, dass aufgrund eines zu niedrigen Blutzuckerspiegels eine optimale Versorgung des Gehirns nicht mehr gewährleistet ist. Zusätzlich ist es darüber informiert, dass auch in der Leber oder anderen Lagerstellen keine Energiereserven mehr verfügbar sind. Um den Blutzuckerspiegel auf der jeweiligen Sollgröße zu halten, wird der Mensch deshalb Hunger verspüren, um wieder ausreichend Energie aufzunehmen. Wenn ausreichend Energie aufgenommen wurde, wird der Hunger wieder nachlassen, und das System veranlasst selbständig das Erforderliche, um die Nahrung zu verdauen und die Energie daraus zu extrahieren. Anschließend wird dem Körper Energie bereitgestellt und diese bei Bedarf auch gespeichert.

Das Ausmaß dieser automatischen Steuerungsfunktionen mit paralleler, permanenter Zellerneuerung ist praktisch unvorstellbar, und wir sollten froh darüber sein, dass wir uns im Alltag damit nicht im Einzelnen beschäftigen müssen. In jeder Sekunde sterben Millionen von Zellen und werden gleichzeitig wieder erneuert. Bewusst bekommen wir überhaupt nichts davon mit. Bewiesen ist, dass bereits in einer einzigen Zelle unbeschreiblich viele Einzelprozesse selbständig parallel ablaufen. Diese kommuniziert laufend über ein komplexes energetisches und chemisches Informationssystem mit dem Rest des Körpers. Einfache Erklärungsmodelle der Medizinwissenschaft, wie sie seit Jahrzehnten in den Köpfen der Bevölkerung durch Medieneinfluss gestreut wurden, werden dieser Perfektion und Genialität körperlicher und geistiger Prozesse sicher nicht vollständig gerecht.

Wie reguliert das Unterbewusstsein die einzelnen Zellsysteme genau?

Die positive Nachricht ist, dass es in der Praxis eigentlich nicht im Detail wichtig ist, um gesund zu bleiben. Offensichtlich haben sich der menschliche Körper und das Unterbewusstsein über viele Jahrtausende hervorragend an die Umgebungsbedingungen angepasst. Sogar mit extremen Umweltbedingungen kann ein Mensch sehr gut umgehen, denkt man nur an Dörfer in der Kälte Sibiriens oder auch Slums, wo Menschen sich teilweise von Abfall ernähren. Viele dieser Menschen erreichen – gemessen an den Umständen, in denen sie leben – bemerkenswerte Lebensalter, obwohl medizinische Versorgung oft kaum vorhanden ist.

Das ganze System kann beispielhaft mit einem Computer verglichen werden, der mit einer Software läuft. Diese Software stellt im Körper das Unterbewusstsein dar, welches alle Körperfunktionen steuert und reguliert. Im Gegensatz zu einem Computer verfügen Menschen jedoch über eine lebendige Hardware, die zur Selbstheilung und Veränderung befähigt ist.

Bei Erkrankungen müssen somit immer „Hard- und Software“ in einen Behandlungsansatz mit einbezogen werden. In den späteren Kapiteln werde ich intensiv darauf eingehen, wie eine Art „Softwareprogrammierung“ absichtlich chronische Erkrankungen hervorbringen kann, um sich beispielsweise als Körpersprache Ausdruck zu verleihen. Die Schulmedizin beschäftigt sich dagegen fast ausschließlich mit der „Hardware“ und Eingriffen in diesem Bereich. Sei es medikamentös oder durch Operationen. Falls die wirkliche Ursache aber in der Programmierung zu suchen ist, wird allenfalls die Linderung der Symptome, jedoch keine echte, dauerhafte Heilung erreicht werden. Diese kann der betroffene Patient letztendlich nur selbst durch eine Umprogrammierung seines Unterbewusstseins hervorbringen.

Hierbei kann er von erfahrenen Therapeuten unterstützt werden, die ihm das Verständnis für die Ursache-/Wirkungszusammenhänge näherbringen und den Schlüssel hierzu aufzeigen.

Das Ausmaß der Regenerationskraft des Körpers

Die Regenerationsfähigkeit der Natur scheint die Vorstellungskraft der meisten Menschen bei weitem zu übersteigen. Kürzlich las ich von einem Versuch, bei dem alle Muskelfasern eines Rattenherzens künstlich entfernt wurden. Das übrig gebliebene Herzgerüst erneuerte sich anschließend mit Hilfe von Stammzellen innerhalb von wenigen Tagen und begann wieder zu schlagen. Hierzu war es erforderlich, eine Versuchsanordnung aufzubauen, welche die Aufgabe des Herzens möglichst realitätsgetreu nachbildete (Blutdruck, elektrische Stimulation).1 Auch wenn ich kein Freund von Tierversuchen bin, ist dies ein eindrucksvolles Beispiel von Reparaturmechanismen der Natur. Führt man sich vor Augen, dass ein menschliches Herz im Jahr etwa 36 Millionen Mal schlägt, wird das Wunder des menschlichen Lebens noch deutlicher.

Was im Tierreich an Regeneration möglich ist, zeigen lebende Salamander. Sie sind in der Lage, ihre Gliedmaßen, Augenlinsen oder auch den Kiefer nach einer Verletzung oder Amputation wieder komplett zu ersetzen. Gemeinhin wird nun gleichzeitig gerne davon ausgegangen, dass wir Menschen höher entwickelt seien als Tiere. So hat auch der Mensch diese Regenerationsfähigkeiten – zumindest zu einem Teil. Es ist beispielsweise in der Medizin gut bekannt, dass die Leber innerhalb von wenigen Wochen wieder nachwächst, falls beispielsweise im Rahmen einer Transplantationsspende eine Hälfte entfernt wurde. Darüber hinaus kennen viele Mediziner grundsätzlich Beispiele von Heilungen, die nach den gängigen Modellen der Lehrmeinung eigentlich unmöglich sein müssten.

Diesbezüglich habe ich einen großen Optimismus, der auch durch Folgendes bestärkt wird:

Es dürfte in der Öffentlichkeit wohl eher unbekannt sein, dass sogar menschliche Gliedmaßen wieder nachwachsen können. Der amerikanische Orthopäde Robert O. Becker berichtet in seinem Buch „The Body Electric“:2

Unglaubliche Selbstheilungsmöglichkeiten

Zu Beginn der siebziger Jahre kam ein Kind mit einer sauber abgetrennten Fingerkuppe in das Krankenhaus von Sheffield in England. Eine Schwester reinigte die Wunde und brachte einen Verband an. Sie vergaß aber versehentlich, dem Arzt Bescheid zu sagen, der die Wunde nähen sollte. So blieb die offene Wunde lediglich mit Mull verbunden. Erst mit einigen Tagen Verzögerung wurde das Kind von der Chirurgin Cynthia Illingworth untersucht und sie sah mit Überraschung, dass der Finger anfing sich zu regenerieren. Bis 1974 hatte sie einige hundert dieser Fälle von Kindern unter 11 Jahren dokumentiert, in denen die Finger innerhalb von etwa drei Monaten wieder perfekt nachwuchsen. Andere Ärzte, wie Michael Bleicher vom New York Mount Sinai Krankenhaus, waren so überzeugt von der Regeneration, dass sie damit begannen, auch nur halb abgetrennte Fingerkuppen ganz zu entfernen. Sie beobachteten ebenfalls eine vollständige Heilung.

Offensichtlich war die Regeneration jedoch davon abhängig, dass der verbliebene Stumpf nicht von Haut überzogen wurde. Sobald die Wunde operativ vernäht wurde – was letztlich ein nicht in der Natur vorkommender Vorgang ist –, fand lediglich eine Defektheilung statt. Der Finger erneuerte sich dann nicht mehr vollständig.

Nach meinen Recherchen gibt es keine Berichte über den Heilerfolg in solchen Fällen bei Erwachsenen. Auch wurde diese Art der Therapie nur in wenigen Krankenhäusern durchgeführt, und vermutlich würde sich aufgrund von Rechtsrisiken heute niemand mehr trauen, so vorzugehen. Sollte es dann in nur einem Fall nicht mit der Regeneration klappen, wäre der behandelnde Arzt wohl in großen Schwierigkeiten. Mit diesem Beispiel soll deshalb an dieser Stelle lediglich aufgezeigt werden, dass ein großes Selbstheilungspotential vorhanden ist, welches gestört werden kann, wenn äußerlich in natürliche Lebensvorgänge in nicht adäquater Weise eingegriffen wird.

Robert O. Becker berichtet weiterhin davon, dass in vielen Versuchsreihen festgestellt wurde, dass es zuallererst elektrische Impulse sind, die Zellerneuerungs- und Wachstumsprozesse auslösen. Bei der anschließenden Regeneration scheint auch das Blut eine überaus wichtige Rolle zu spielen. Es scheint die Möglichkeit zu existieren, dass erwachsene Blutzellen sich wieder zurück differenzieren in diejenigen Zellen, die als Ausgangsbaumaterial benötigt werden. Aus einer spezialisierten Zelle entwickelt sich wieder eine Stammzelle. Medizinisch ist dies eine Sensation, da man bislang diese Möglichkeit verneinte. Sofern diese Prozesse in der Wissenschaft derzeit beim Menschen noch nicht nachgebildet werden können, sollte mitberücksichtigt werden, dass im Körper selbst die Bedingungen für Zellerneuerungsprozesse sehr viel perfekter sind, als in einem Labor jemals nachgestellt werden könnte.

Unter diesem Licht betrachtet, sollte der Blutung bei einer Verletzung vielleicht mehr Bedeutung beigemessen werden. Das Blut im Körper muss als eigenständiges, intelligentes Organsystem angesehen werden. Sicherlich muss dieser Sachverhalt und dessen Nutzen für eine klinische Anwendung weiter untersucht werden, doch vermutlich ist das Ziel einer schnellstmöglichen Blutstillung bei Verletzungen (ohne lebensbedrohlichen Blutverlust) nicht immer die optimale Therapie, da sie die anschließende Regeneration verringern kann. Ich denke hierbei hauptsächlich an die Bildung von unerwünschtem, funktionsgestörtem Narbengewebe und die schlechtere Regeneration von Bandapparaten in Gelenken. Dieses Feld wäre sicher ein interessanter medizinischer Forschungsbereich.

Blut ist ein ganz besonderer Saft.

Johann Wolfgang von Goethe(aus Faust I)

Wenn wir alles tun, was in unseren Kräften steht, dann tut Gott das Übrige.

Arnold Janssen

Das elektrische Potential im menschlichen Körper

So wie ein Auto Benzin zum Fahren braucht, benötigt auch der Mensch beständig Energie.

Mittels dieser Energie wird im Körper permanent ein elektrisches Potential aufrechterhalten, welches im Bereich des Kopfes und der Wirbelsäule am stärksten ist, da hier der Anteil von Nervenzellen am größten ist. Mittels elektrischer Impulse werden nun Informationen verarbeitet, Muskeln bewegt und viele andere Dinge, wie die Zellteilung, gesteuert. Diese elektrischen Impulse sind von ihrer Art und Frequenz höchst unterschiedlich und variieren je nach Aufgabe. Hormone und andere chemische Substanzen werden erst nachfolgend durch elektrische Impulse im Körper freigesetzt.

In der Schulmedizin wird nun beständig versucht, mittels chemischer Substanzen (Medikamente) bestimmte Krankheitssymptome in den Griff zu bekommen. So sind im Laufe einiger Jahre viele Substanzen gefunden worden, die bestimmte körpereigene Stoffe imitieren oder Hormone regulieren können. Diese werden eingesetzt, wenn bestimmte Werte außerhalb eines gewählten Normbereichs liegen. So können beispielsweise Blutfettwerte, Blutdruck oder Blutzuckerspiegel medikamentös beeinflusst werden.

Doch ist es sinnvoll, dauerhaft über viele Jahre hinweg bei chronischen Erkrankungen auf diese Art und Weise vorzugehen?

Nein, denn es scheint übersehen zu werden, dass die Ausschüttung von entsprechenden Hormonen, die den Blutdruck oder den Blutzuckerspiegel regulieren, zuallererst von bioelektrischen Impulsen gesteuert wird. Falls jetzt, ohne die Ursache für die Normabweichung zu kennen oder ergründen zu wollen, einfach Medikamente zur Unterdrückung angeblicher Störungen eingesetzt werden, ist das mit dem Abschalten der Warnlampe einer technischen Anlage vergleichbar. Im Bereich der Technik käme wohl kein Ingenieur auf die Idee, dies als dauerhafte Lösung anzusehen. Vermutlich würde wohl auch kaum ein Autofahrer das Aufleuchten der Ölkontrollanzeige mit dem Zerstören des Leuchtmittels quittieren.

Aus meiner Sicht ist es in Ordnung, wenn Medikamente so lange eingesetzt werden, bis die wahre Ursache einer Erkrankung gefunden wurde und solange es keine Alternative hierzu gibt. Letzteres gilt insbesondere bei medizinischen Notfällen, wo Medikamente den Körper bei der Regulation oder Stoffwechselentgleisungen geeignet unterstützen können. Doch diese medikamentösen Eingriffsmöglichkeiten entbinden sowohl den Arzt als auch den Patienten nicht von dem wünschenswerten Bestreben, vor allem bei chronischen Symptomen nach dem eigentlichen Grund der Beschwerden zu fahnden. Jedes Medikament hat auch Nebenwirkungen, und diese sind für gewöhnlich umso größer, je länger und höher dosiert es eingenommen wird. In einer einzigen Zelle laufen pro Sekunde etwa 100.000 chemische Vorgänge gleichzeitig ab. Diese Vorgänge dauerhaft mittels einer Medikamentensubstanz beeinflussen zu wollen, scheint der Komplexität und Genialität des Körpers nicht vollständig Rechnung zu tragen. Für mich ist es ein sehr ungenauer, grobstofflicher Eingriff in die Natur. Bildhaft ist er vergleichbar mit „Schrotschussmunition“, die jedoch besonders in der Akutmedizin auch lebensrettend sein kann.

Die grundsätzliche Bedeutung

energetischer Zustände am Beispiel von Wasser

Die Molekularstruktur von Eis und Wasser ist identisch – eine Bindung von zwei Wasserstoffmolekülen und einem Sauerstoffmolekül. Sie unterscheiden sich in ihrem energetischen Zustand jedoch sehr deutlich voneinander. Spätestens beim Eislaufen wird dieser energetische Unterschied im Alltag höchst signifikant. Grundsätzlich verfügt Wasser über Eigenschaften und Anomalien, die bis heute wissenschaftlich unerklärbar sind. So sollte nach der Dichte-Theorie gefrorenes Eis eigentlich schwerer sein als Wasser. Wir wissen jedoch, dass Eis leichter als Wasser ist. Erfreulicherweise, denn sonst würde kein Leben in Seen den Winter überleben.

Wenn nun schon ein so einfaches Molekül wie Wasser den chemischen Standardmodellen der Wissenschaft trotzt, um wie viel schwerer bis unmöglich muss es sein, die Lebensvorgänge in 70 Billionen Körperzellen modellhaft abzubilden? Deshalb muss in der Medizinwissenschaft zukünftig Energieflüssen im Körper mehr Beachtung geschenkt werden. Die Steuerung des Körpers geschieht auf der obersten Ebene primär durch elektrische Impulse. Im Anschluss werden durch diese Impulse chemische Elemente, wie Hormone, ausgeschüttet. Insofern ist es in der Heilkunst wichtig, ein gewisses Grundverständnis der im Körper wirkenden verschiedenen Energien zu bekommen. Deren Kenntnis und durch was diese blockiert werden können, kann interessante Therapieoptionen bei chronischen Erkrankungen eröffnen.

Hierbei beziehe ich mich weniger auf die biochemisch verfügbare Energie, die aus der Nahrung aufgenommen wird. Es sind vielmehr nicht direkt offensichtliche Energiesysteme, die außerhalb von Blut- und Nervenbahnen eine tragende Rolle spielen.

Energie ist essentiell

Die Sicherstellung von ausreichend Energie hat für den Körper oberste Priorität. Der Energiebedarf wird grundsätzlich bei anstrengender körperlicher oder geistiger Aktivität höher sein.

Vielfach wird davon ausgegangen, dass diese Energie alleine aus der Nahrungsaufnahme weitgehend über Kohlenhydrate und Fette bezogen wird. Ich bin jedoch überzeugt, dass es in Wirklichkeit noch mindestens eine zweite Energiequelle gibt, die speziell in asiatischen Traditionen als Lebenskraft (Ch‘i oder Ki) bezeichnet wird. Es handelt sich hierbei um eine Qualität von Energie, ohne die das Leben überhaupt nicht möglich wäre.

Menschen sind in der Lage, direkt diese alternative Energiequelle anzuzapfen. Genau genommen findet dies bei jedem Menschen statt. Der Vorgang geschieht vollkommen unbewusst und ist vielleicht etwas mit der Photosynthese von Pflanzen vergleichbar. Vermutlich spielt ein bestimmter Teil des Gehirns hierbei eine Hauptrolle. Dabei strömt der Energiefluss im Körper tendenziell von oben nach unten. Er stellt für mich die Hauptquelle der Energieversorgung eines Menschen dar. Für einen entsprechend geübten Therapeuten ist der Vorgang leicht fühlbar und wurde mit geeigneten technischen Apparaten bereits gemessen. Die stärkste Verteilung dieser Energie im Körper ist nach meiner Einschätzung im Bereich der Nervenzellen angesiedelt. Deshalb ist diese Energie stark im Bereich des Kopfes, der Wirbelsäule und an den jeweiligen Austrittspunkten von Händen und Füßen fühlbar.

Die Chinesische Heilkunde beschreibt eine ähnliche Struktur bereits seit einigen Tausend Jahren mit dem Meridian-System der Energiebahnen. Ich bin insofern sicher, dass Blut nicht die einzige Transportmöglichkeit für Energie im Körper ist, während die Nervenbahnen mit den umgebenden Myelinscheiden wohl scheinbar Aufgaben übernehmen, die über eine reine Signalübertragung von Informationen hinausgehen. Die chemische Nährstoffversorgung über den Blutzucker hat für mich eine andere Natur als die Lebensenergie Ch’i, die mehr eine elektro-magnetische Qualität hat. Für mich scheint diese Energie nicht an eine bestimmte Struktur im Körper gebunden zu sein. Sie scheint eher überall präsent zu sein und ist auch in einem gewissen Abstand vom Körper noch fühlbar (Aura). Wissenschaftlich erscheint erst ein winziger Bruchteil dieser Phänomene entdeckt und verstanden worden zu sein.

Ein Beweis für das Vorhandensein von derartigen Energiefeldern ist auch der in den 70er Jahren erstmals geführte Nachweis einer schwachen Zellstrahlung in lebenden Organismen. Alle Zellen kommunizieren permanent über die Ausstrahlung von Lichtteilchen (Bio-Photonen). Diese sind physikalisch messbar, und es zeigt sich beispielsweise ein drastisches Ansteigen der Strahlungsintensität bei Störung, Beschädigung oder beim Sterben von Zellen.3 Ich bin der Auffassung, dass die Lebensenergie Ch’i aus diesen Biophotonen aufgebaut ist. Während die normale Ernährung einen Umweg macht – von der Energie der Sonne hin zu Zucker in Nahrungsmitteln, welcher dann im Körper wieder zu Energie umgewandelt wird, kann der Körper offensichtlich auch direkt Lichtenergie aufnehmen, umwandeln und in den Zellen speichern.

Obwohl dieser Vorgang einem Menschen in der Regel nicht bewusst wird, sollte die Aufnahme von Nahrung grundsätzlich als eine indirekte Form der Energieversorgung angesehen werden. Sie dient nach meiner Ansicht unter anderem zur Einlagerung von Reserveenergie in der Muskulatur sowie der Leber für extremere körperliche Anstrengungen. Auf diese Reserven wird immer dann zurückgegriffen, wenn der beständige, eher gleichmäßige Fluss der Lebensenergie Ch‘i alleine – aus welchen Gründen auch immer – nicht oder noch nicht ausreichend ist. Dies dürfte bei den meisten Menschen der Fall sein. Solange ausreichend Nahrung zur Verfügung steht, ist das auch kein größeres Problem.

Es gilt ganz allgemein, dass emotionale Probleme oder Stress den Energiebedarf eines Menschen zusätzlich erhöhen. Dann ist eine entsprechend höhere zusätzliche Energieversorgung über die Ernährung notwendig. Hierüber lässt sich beispielsweise der extreme Süßigkeitenkonsum einiger Menschen in Stresssituationen erklären. Doch die Bedeutung von Licht im Allgemeinen lässt sich auch in den Ländern Skandinaviens beobachten, wo in den dunklen Wintermonaten eine Tendenz zu Depressivität und Alkoholkonsum unübersehbar ist. Depressivität ist oftmals Folge eines Energiemangels, und der (kalorienreiche) Alkoholkonsum soll in vielen Fällen dem Körper zusätzliche Energie zufügen, um das bestehende Licht-Defizit auszugleichen. Den meisten Betroffenen dürfte dieser Zusammenhang allerdings nicht bewusst sein.

Dennoch ist es wirklich möglich, vollkommen auf Nahrung zu verzichten. Es ist eine bewiesene Tatsache, dass zahlreiche Menschen gänzlich ohne Essen überleben können. Eine der Voraussetzungen für diese Form der „Alternativernährung“ ist, ein hohes spirituelles Bewusstsein zu entwickeln und weitgehend frei von Traumata und Ängsten zu sein. In der Praxis scheinen die Schlussfolgerungen dieser grundsätzlichen Möglichkeit des Nahrungsverzichtes bei gleichzeitig vollkommener Fitness doch sehr weitreichend zu sein.

Selbstversuch eines vollständigen

Nahrungsmittelverzichtes

Weil ich es anfangs selbst nicht glauben konnte, habe ich mich im Jahre 2004 über etwas mehr als acht Monate hinweg in einem Selbstversuch davon überzeugt, dass der vollständige Nahrungsverzicht unter Beibehaltung von vollkommener Gesundheit und maximaler Leistungsfähigkeit möglich ist. Mein Gewicht blieb dabei über mehr als fünf Monate in einen Normalbereich konstant, während sich anfangs sehr rasch (innerhalb von 3 Tagen) ein leichtes Übergewicht (12 kg) abbaute. Dieser schnelle Gewichtsverlust ist medizinisch unerklärbar, da während dieser Zeit auch keine so genannten Ketonkörper entstanden. Ketonkörper bilden sich normalerweise bei Fastenprozessen, wenn der Körper auf Fettreserven zurückgreift und diese „verbrennt“. Selbstverständlich ernährte ich mich während dieser Monate auch nicht von Getränken. Ein Glas Wasser am Tag war grundsätzlich ausreichend, um meine Bedürfnisse vollständig zu decken. Ab und zu auch mal in geringen Mengen ein anderes Getränk, um der Zungensensorik bestimmte Geschmacksvorlieben zu erfüllen. Ansonsten wäre es mit Wasser alleine doch auf Dauer etwas eintönig geworden. Mögliche Mangelerscheinungen wurden ärztlich untersucht und traten nicht auf. In den Monaten 6-8 nahm ich trotz Nahrungskarenz sogar wenige Kilogramm zu, was zugebenermaßen auch mich etwas verwunderte.

Weil diese Sonderform der Ernährung nicht das Hauptthema dieses Buches sein soll, bleibt sie nachfolgend weitgehend unberücksichtigt. Es dürften jedoch tausende Menschen in Deutschland geben, welche diese Erfahrung mit „Lichtnahrung“ bereits gemacht haben. Ich selbst habe einige Menschen bei dem Umstellungsprozess begleitet. Bei Interesse findet sich leicht entsprechende Literatur von Autoren, die authentisch ihre eigenen Erfahrungen mit diesem Prozess wiedergeben. Diese Art der Ernährung darf allerdings nicht mit einer bekannten und gefährlichen Essstörung, der Magersucht, verwechselt werden. Hier stehen eher psychische, emotionale Probleme im Vordergrund und es gibt zuweilen auch Todesfälle. Hungerstreiks sind ebenfalls von gänzlich anderer Qualität, weil diese oft aus der Not heraus als Druckmittel verwendet werden. In diesen individuellen Fällen stehen eher Ängste und psychische Traumatisierung im Mittelpunkt. Keinesfalls darf der vollständige Nahrungsverzicht zwanghaft ausgeübt werden. Es handelt sich bei dem Verzicht auf Nahrung um einen Prozess, der für die meisten Menschen erheblicher Vorbereitung bedarf und der eine bewusste, vollkommen freie Willensentscheidung voraussetzt. Insofern ist er eine Erweiterung der Ernährungsmöglichkeiten und keinesfalls als Einschränkung oder Limitierung zu betrachten.

An dieser Stelle soll kein grundsätzliches Votum für „Lichtnahrung“ abgegeben werden, denn sowohl der Genuss von Lebensmitteln wie auch die gesellschaftlichen Aspekte gemeinsamer Mahlzeiten sind gewichtige Argumente. Weiterhin dürften die meisten Menschen das Essen nicht aufgeben wollen, und dies ist vollkommen in Ordnung. Hinzu kommt, dass gemeinsame Mahlzeiten häufig auch positive Assoziationen zu Kindheitserfahrungen wecken. Es handelt sich um ein Ritual, dass seit vielen Jahrhunderten zelebriert wird und auch so genossen werden darf. Mein Anliegen ist vielmehr, grundsätzlich aufzuzeigen, dass Menge und Qualität der Nahrungsaufnahme differenzierter betrachtet werden sollten. Hinzu tritt eine Veränderung des Denkens bezüglich Existenzangst, wenn die grundsätzliche Möglichkeit des Nahrungsverzichts verinnerlicht wird.

Deckung des Energiebedarfs

Grundsätzlich sollte der Energiebedarf eines Menschen mit einer Ernährung abgedeckt werden, die ausgewogen ist und selbstverständlich individuellen Bedürfnissen Rechnung trägt. Insbesondere Kinder sollten deshalb nicht gezwungen werden, Dinge zu essen, die sie nicht mögen. Gerade sie haben noch einen vollkommen natürlicheren Zugang zu wissen, was ihnen gut tut oder was sie im Moment benötigen. Die erforderliche Nahrungsmenge sollte jeder für sich selbst bestimmen dürfen. Kinder essen aber gerne Süßigkeiten. Oftmals geschieht dies sehr zum Leidwesen der Eltern, die Süßes für eine schlechte Ernährung halten.

Hierbei sollte etwas differenziert werden:

Traubenzucker als Energielieferant

Traubenzucker (Glucose) ist eine Energieform, die dem Körper innerhalb von Minuten zur Verfügung steht. Dagegen werden in Süßigkeiten neben teilweise fragwürdigen Zusatzstoffen meist andere Zuckerformen verwendet. Letztere sind für den Körper nicht sofort verfügbar und müssen zuerst mit Energieaufwand in eine verwertbare Form umgewandelt werden. Insofern ist bei akutem Energiemangel immer dem Traubenzucker Vorzug zu geben, der bereits in der Mundschleimhaut resorbiert werden kann. Deshalb ist das Lutschen von Traubenzucker manchmal sinnvoll. Dieser ist nicht schädlich, da er weitgehend dem natürlichen Blutzucker entspricht, und der Körper Überschüsse nach eigenem Ermessen entweder in seinen Depots speichern oder ausscheiden kann.

Grundsätzlich sollte bei der Ernährung auf eine über den Tag gleichmäßig verteilte Energiezufuhr geachtet werden, da es ansonsten zu starken Schwankungen des Blutzuckerspiegels kommt. Dies ist eine zusätzliche Anstrengung für das hormonelle System, das Insulin bereitstellen muss. Für Diabetiker ist selbstverständlich eine mit dem Arzt abgestimmte Verhaltensweise nötig, aber auch bei ihnen sind Energieprobleme offensichtlich. Sie tragen in der Regel immer Traubenzucker bei sich, da ein plötzlich zu geringer Blutzuckerspiegel für sie eine große Gefahr darstellen kann. Für sie ist Traubenzucker eine Art Notfallmedikament.

Insbesondere Kinder leiden häufig unter Stress und Anspannungen, auch wenn sie sich nicht im Einzelnen dazu äußern. In der Schule werden ihnen häufig geistige Höchstleistungen abverlangt, und da das Gehirn Glucose als Energiequelle nutzt, kommt es öfters zu Energiemangel. Dieser äußert sich oftmals in Konzentrationsstörungen, und das Kind wird unruhig und fahrig. Es handelt sich hierbei um eine ganz natürliche Reaktion, um aus einer Situation auszubrechen, die über die momentane energetische Leistungsfähigkeit hinausgeht. Wird dem Kind in einer solchen Situation Traubenzucker gegeben, steigt die Konzentrationsfähigkeit wieder an, und der Stress lässt nach. Es ist vergleichbar mit einem Computer, der bei zu wenig Spannung seinen Dienst quittiert. Weder kommen Informationen heraus, noch Informationen herein. Die Verarbeitung der Informationen ist ebenfalls gestört.

Zahlreichen Kinder mit einer Aufmerksamkeits-Defizit-Störung (ADS) und ihren Symptomen könnte sicher geholfen werden, wenn ihnen ausreichend Zugang zu Traubenzucker gestattet wird und die Eltern sich gleichzeitig in die Stresssituationen ihrer Kinder hineinversetzen würden, um diese kindgerecht aufzuarbeiten. Auf diese Weise kann das Kind seine bestehenden Ängste abbauen und weiß, dass liebevolle Eltern Verständnis für seine Probleme haben. Hierzu ist es nicht einmal erforderlich, dass ein Kind genau erzählt, was so belastend ist. Bedingungslose Liebe und Verständnis sind meist ausreichend. In manchen Fällen wird dem Kind auch mitgeteilt werden müssen, welche Erwartungen überhaupt bestehen. Vielleicht weiß das Kind vor lauter Stress nicht, was die Eltern als wichtig und was als eher unwichtig ansehen. Hier können Anreiz- und Belohnungssysteme anstatt Bestrafungen regelrechte Wunder bewirken.

Eltern tragen eine hohe Verantwortung, die Fröhlichkeit ihrer Kinder zu erhalten und nicht zu zerstören.