Hedy gibt den Affen Zucker: Western - Glenn Stirling - ebook

Hedy gibt den Affen Zucker: Western ebook

Glenn Stirling

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von Glenn Stirling Der Umfang dieses Buchs entspricht 109 Taschenbuchseiten. Lilac City braucht Geld. Hedy und Duffy brauchen Geld, sie entwickeln eine Idee, mit der Touristen aus dem Osten in den „Wilden Westen“ gelockt werden. Was macht es da schon, dass der Westen gar nicht so wild ist? Man muss sich nur etwas einfallen lassen. Vom Indianerüberfall bis zum Gewehr-Duell entwickelt sich ein spannender Abenteuerurlaub.

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Inhaltsverzeichnis

Hedy gibt den Affen Zucker: Western

Copyright

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Hedy gibt den Affen Zucker: Western

von Glenn Stirling

Der Umfang dieses Buchs entspricht 109 Taschenbuchseiten.

Lilac City braucht Geld. Hedy und Duffy brauchen Geld, sie entwickeln eine Idee, mit der Touristen aus dem Osten in den „Wilden Westen“ gelockt werden. Was macht es da schon, dass der Westen gar nicht so wild ist? Man muss sich nur etwas einfallen lassen. Vom Indianerüberfall bis zum Gewehr-Duell entwickelt sich ein spannender Abenteuerurlaub.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author /COVER FIRUZ ASKIN

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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1

Das Geld, sagte sich Hedy Wonder, liegt auf der Straße. Aber man sieht es nur, wenn man die richtige Idee hat.

Die hübsche blonde Hedy Wonder hatte eine Idee. Sie war ihr wie der berühmte Blitz aus dem heiteren Himmel gekommen. Wenn also, sagte sie sich, Geld auf der Straße liegen soll, muss es erst einmal einer hinlegen. Die Leute hier in Lilac City besaßen nicht allzu viel, und im Grunde war es immer wieder dasselbe Geld, was hier in der kleinen Westernstadt die Runde machte.

Hedy Wonders Freund Duffy hatte einmal sehr richtig bemerkt, dass man nur dort Whisky trinken könnte, wo es welchen gab. Das heißt, sagte sich Hedy Wonder, klug, wie sie nun einmal war: Um Geld zu finden, musste welches hergebracht werden. Leute wurden gebraucht, die solches Geld möglichst in größeren Mengen besaßen. Kurzum, es wurde zur absoluten Notwendigkeit, Menschen mit dicken Portemonnaies hierher nach Lilac City zu locken.

Nun war Hedy Wonder beileibe keine Räuberin, die womöglich den Reichen das abzunehmen hoffte, das die irgendwelchen Armen aus den Taschen gezogen hatten. Nein, sagte sich Hedy, die sollten es ihr freiwillig geben.

Da lag nun die hübsche Hedy Wonder im Fenster ihres Schlafzimmers wie hingegossen, im durchsichtigen Negligé und brütete und brütete. Doch der zündende Gedanke, wie sie die Leute hierherbringen konnte, die das viele Geld hatten, kam ihr dennoch nicht. Doch immerhin, es war schon etwas, dass sie auf die Idee mit den Fremden und dem Geld gekommen war.

In diesem Augenblick nun erspähte sie jemand, von dem sie schlagartig hoffte, dass er es sein könnte, der die Idee hatte, die ihr noch fehlte. Und dieser Mann war Duffy.

Er kam gerade zum Ortseingang herein, schaukelte auf seinem hässlichen Maultier Felix und sah aus wie jemand, der einen weiten Weg hinter sich hatte. Ganz besonders Felix tat so, als sei Lilac City die Endstation eines Non-Stopp-Ritts von New York bis direkt in den Westen nach Lilac City.

Nun wusste Hedy Wonder aber, dass Felix es faustdick hinter den Ohren hatte. Das Maultier war früher Eigentum eines Zirkusbesitzers gewesen und kannte hundert Tricks. Bei Duffy lernte es fast täglich neue dazu.

Im Augenblick aber wirkten beide äußerst erschöpft. Doch von diesem Anblick ließ sich Hedy Wonder nicht täuschen, und außerdem war Duffy in diesem öden Nest der einzige, den sie wirklich von ganzem Herzen liebte. Wenn sie an ihn dachte, kamen noch wirkliche Gefühle in ihr auf, und sie vergaß sogar ihre Lieblingsbeschäftigung: das Geld verdienen.

Duffy war auch nicht gerade das, was man einen schönen Burschen nennt, eher ein dürrer, knochiger Bursche mit dem verführerischen Charme eines handgeschnitzten Schaukelpferdes.

Wenn Hedy Wonder aber hoffte, Duffy werde geradewegs zu ihr reiten und sie an seine behaarte Brust ziehen, so verfiel sie da einem Irrtum. Einmal hatte Duffy sie noch gar nicht erspäht, und zum anderen tauchte da plötzlich Tornado-Tuck auf. Hedy wusste, dass er Duffys Freund war. Aber ausstehen konnte sie ihn deswegen noch immer nicht. Aber das hatte nichts mit dem mächtigen Schnauzbart Tornado-Tucks zu tun, an dem man meistens noch die Reste der letzten Mahlzeit besichtigen konnte, sondern ganz einfach mit der Tatsache, dass der martialisch wirkende Tornado-Tuck auf der einen Seite ein Revolvermann war und auf der anderen Seite einen Todfeind hatte, ja, eigentlich sogar zwei: Wasser und Seife. Und weil das so war, ging von Tornado-Tuck, wenn man ihm nahe kam, ein irgendwie atemberaubender Geruch aus. Hedy Wonder war keinesfalls verwöhnt, was das anging, doch bei Tornado-Tuck hatte das schon eine fast betäubende Wirkung.

So wurde nun Hedy Wonder, die noch immer am Fenster lag, Zeugin eines Gesprächs zwischen den beiden Freunden. Und zu ihnen gesellte sich nun noch ein dritter, das war der dicke Gommy, der Muskelpakete an den Armen hatte wie ein feuriger Corrida-Stier im Nacken, aber ein ebenso winziges Hirn, gepaart mit dem Verstand eines sorgsam polierten Kleiderschrankes.

„Wo hast du gesteckt?“, rief Gommy seinem Freund entgegen, und Felix das Maultier hielt automatisch an.

Duffy reckte den Kopf, und sein Adamsapfel hüpfte, als er erwiderte: „Wo soll ich gesteckt haben? Was ist denn schon passiert in Lilac City? Das ganze Nest ist doch wie ausgestorben.“

„Hast du eine Ahnung!“, meldete sich Tornado-Tuck zu Wort. „Wir hatten letzte Nacht das Spiel des Jahres.“ Er schlug sich auf die Brust. „Ich habe hundert Dollar gewonnen.“

Gommy fügte grinsend hinzu: „Mit seiner Hilfe“ und zog einen kleinen Taschenspiegel aus seiner Hose.

Hedy wusste das sowieso, denn sie hatte ja beobachtet, was Gommy die ganze Zeit getan hatte während dieses Spiels. Und Tornado-Tuck musste ja gewinnen, denn diesen Spiegel hatte Gommy hinter Tornado-Tucks Gegner ans Fenster geklemmt. So war Tuck immer über das Blatt seines Gegenspielers informiert gewesen. Etwas besseres wäre denen sowieso nicht eingefallen, sagte sich Hedy.

Ebenso gelangweilt reagierte Duffy darauf, machte eine wegwerfende Handbewegung und meinte: „Und auf solche alten Tricks bist du wohl noch stolz, wie? Und hundert Dollar, mein Gott, darüber würde ich nicht einmal reden.“ Er griff nach hinten, wo seine beiden Satteltaschen festgemacht waren, löste den Riemen, hob die Taschen auf. „Hier“, sagte er, „da ist was drin. Ich habe auch gespielt und gewonnen. In Lilac City könnte man nicht einmal mit Gewalt so viel Geld auftreiben. Es ist einfach nicht da.“

Siehst du, dachte Hedy, das ist es. Alle zusammen haben einfach nicht genug Geld in diesem Lilac City. Und wenn man hier reich werden will, ist das einfach nicht möglich, selbst mit den tollsten Tricks nicht. Wie kommt er an das Geld?, fragte sie sich zugleich und war schon entschlossen, ihm einen Guten-Morgen-Gruß zuzujubeln, wartete aber noch und hörte ihn dann sagen: „Ich habe einen weiten Weg hinter mir. Gelohnt hat es sich. Jedenfalls besitzen wir jetzt etwas mehr Betriebskapital.“

Das Wort Kapital hatte auf Hedy eine faszinierende Wirkung. Dafür war sie bereit, auch noch dieses hauchdünne Negligé fallenzulassen. Allerdings hätte sie das für Duffy sowieso getan. Und für sie ging die Sonne auf, als sie sah, wie Duffy nach dem Gespräch mit seinen Freunden, die ihm wie kleine Hündchen folgten, sich geradewegs in Richtung auf ihren Saloon zubewegte.

Dieser Morgen, dachte Hedy, hat so fade begonnen, aber es sieht ganz danach aus, als würde noch ein herrlicher Tag daraus.

Und nun erst erspähte Duffy, der ein wenig müde wirkte, die strahlende Hedy im Fenster.

Und dann sagte Duffy etwas zu ihr, das bei Hedy nicht nur eine, sondern eine ganze Reihe von Sonnen aufgehen ließ. Er bemerkte nämlich: „Hedy, mein Honigmäulchen, wir sind reich!“

Er hatte Wir gesagt, und wie er das sagte, fühlte sich Hedy in dieses Wir mit einbezogen.

Schlagfertig entgegnete sie: „Komm schnell herein, damit wir alles in Ruhe besprechen.“

Die beiden anderen kamen natürlich auch mit. Hedy, die sich schnell ihren Morgenrock übergezogen hatte, setzte jedem von ihnen eine Flasche vom Sonntagswhisky vor und schleppte Duffy dann ins Hinterzimmer ab. Das war ein sehr feudal eingerichteter Raum mit viel Plüsch und Schummerbeleuchtung. Es gab hier kein Fenster. Hedy hatte rasch die Petroleumlampen angezündet, dann ließ sie den Morgenrock fallen und stand nun in ihrem herrlichen durchsichtigen Negligé, so wie sie erschaffen war, vor Duffy.

Dessen Müdigkeit mochte groß sein, aber jetzt verflog sie schlagartig. Hedys Astralkörperchen hatte noch jedes Mal in ihm die letzten Gefühle und auch Energien mobilisiert Die nächste halbe Stunde lang sprachen sie kaum ein Wort miteinander und versanken in den weichen Federn von Hedys einladendem Bett. Aber danach kam das Schätzchen nun doch zur Sache.

„Wir sind reich, hast du gesagt?“ Sie fuhr mit ihrer Fingerspitze über Duffys Adamsapfel. Sie liebte es, wenn er so beim Sprechen auf und nieder hüpfte. Ein sehr ausgeprägter Adamsapfel war das. Überhaupt war bei Duffy alles ziemlich ausgeprägt; Hedy kannte sich da aus.

„Sind wir“, bestätigte Duffy. „Aber die ganze Sache hat überhaupt keinen Sinn, wenn wir nicht etwas daraus machen. Dieses Geld nur in Lilac City auszugeben bringt keinem viel, und für uns wird es weniger. Die Burschen hier haben einfach zu wenig.“

„Ein Gedanke, der mir heute morgen auch gekommen ist. Irgendwer muss her, der uns das große Geld bringt.“

Duffy kniff die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen und blickte Hedy prüfend an. Er wusste ja, dass sie nicht nur helle Haare, sondern darunter auch ein helles Köpfchen hatte. „Und wie sieht deine Idee aus?“, erkundigte er sich.

„Ich bin noch nicht weitergekommen. Wir müssen irgendwelche reichen Leute hierher locken. Aber wie?“

„Siehst du“, meinte er mit triumphierendem Grinsen, „so ist es, wenn ein Mann wie ich den langen Weg von San Antonio unterwegs ist bis hierher. Ein langer Weg, wie du weißt.“

„Hast du in San Antonio gespielt? Meine Güte, das ist wirklich ein weiter Weg“, erwiderte sie.

Er nickte und fügte dann nachdenklich hinzu: „Dort ist viel Geld, hier ist keines. Aber ich habe da jemand kennengelernt, und der hat eine Menge an mich verloren, verstehst du? Mehr als siebzehntausend Dollar.“

„Du hast siebzehntausend Dollar?“, platzte sie heraus. Und nun interessierte sie sich eigentlich doch nicht mehr so sehr für die hervorstehenden und ausgeprägten Merkmale ihres Freundes Duffy, sondern eher für die 17 000.

„Ja, so ist es“, bestätigte er. „Und auch in San Antonio wäre kaum jemand bereit gewesen, um soviel Geld zu spielen. Weißt du, wenn man heutzutage für fünftausend eine schöne Ranch kaufen kann, wer soll wohl siebzehntausend verspielen? Ich will es dir sagen. Es ist ein Bursche aus New York gewesen, einer aus dem Osten. Und dort sitzen sie auf dem Geld. Wenn wir hier welches haben wollen, und wenn die Leute in Lilac City tatsächlich mal im Gelde wühlen möchten, dann müssen wir dieses Geld aus dem Osten in den Westen schaffen. Wir wollen es nicht rauben, sie sollen es uns freiwillig bringen. Und dazu brauchen wir zwei Dinge: Einmal eine schöne Frau; die haben wir, das bist du. Und dann irgend etwas, das diese Menschen hierher bringt.“

„Aber wir haben doch noch keine Eisenbahn hier“, meinte Hedy.

„Siehst du, und da wir auch keine bauen können, denn dazu reichen auch meine siebzehntausend nicht, werden wir die Leute von der Eisenbahn hierher schaffen.“

„Aber wie?“, fragte Hedy. „Können die da drüben überhaupt reiten? Ich habe mal gehört, dass die alle in Wagen fahren.“

„Siehst du, und deshalb brauchen wir Wagen. Aber nicht irgendwelche, sondern ganz besondere.“ Er streckte die Hand aus. „Sind wir Geschäftspartner, Hedy?“

Bei soviel Geld hätte Hedy sich sogar mit einem Wildfremden verbündet. Bei Duffy fiel ihr das ganz leicht. So leicht, dass sie die nächste halbe Stunde wiederum kein Wort sprachen. Hedy hatte da eine ganz besondere Methode, jemand ihre Zustimmung zu geben.

Mit 17 000 Dollar in der Tasche war Duffy im Grunde das, was man seinerzeit im Westen einen unsäglich reichen Menschen nannte. Aber das machte ihn nicht verrückt, eigentlich sogar am Ende traurig. Denn wenn der Mensch reich wird, dann ist er nur eine Weile fröhlich. Nach einiger Zeit merkt er nämlich: Ich bin ja gar nicht mehr so fröhlich wie zuvor. Und da fragt er sich, wie kommt es, dass ich nicht mehr so fröhlich bin. Dann stellt er fest: Ich habe mich ganz einfach an meinen Reichtum gewöhnt.

So war es auch mit Duffy. Und da er am Anfang, wie wir alle wissen, das Wort Wir gebraucht hatte, ging es Hedy im Grunde genauso.

Mit Hedy war das nun so eine Sache. Wie sich jedermann denken kann, hatte Hedy das Geld für ihren wundervoll eingerichteten Saloon nicht auf der Straße gefunden, sondern sich auf ihre, also auf die horizontale Weise erarbeitet. So nannte sie es jedenfalls; man könnte auch erliebt sagen. Da man aber in einem Kuhdorf, wie es Lilac City nun einmal war, den Leuten nicht einen Dollar für einen Whisky abnehmen konnte, weil sich dann dieselben Leute womöglich den Alkohol gänzlich abgewöhnt hätten, war mit dem Saloon alleine kein Blumentopf zu verdienen, weshalb Hedy, wenn auch nach gründlicher Vorauswahl, nach wie vor im Liebesdienst tätig war. Gegen Bezahlung versteht sich, ausgenommen Duffy, dem sie diese Liebe zum Nulltarif bot. Schließlich träumte sie sogar nachts von ihm. Und nun war also Duffy reich, und Hedy, die sich auch ohne Trauschein mit ihm innig verbunden fühlte, ging fest davon aus, dass auch dieser Reichtum wenigstens zur Hälfte ihr gehörte.

Zwar hatte Duffy jenen mit Hedy ausführlich besprochenen Plan, auf irgendwelche Weise diese Reichen von der Bahnstation bis hier nach Lilac City zu schaffen, damit sie hier ihr Geld ausgaben und nicht in New York auf der Wallstreet, doch welche Art von Transportmittel er dazu verwenden wollte, war ihm so recht noch nicht eingefallen. Und vor allem: Er wusste nicht, wo er Wagen, die dazu geeignet waren, herbekommen sollte.

Da half plötzlich der berühmte Zufall mit. Der Zufall in Gestalt des dicken und bisher in Lilac City als äußerst vermögend gegoltenen Mister Pinkey.

Vermögend galt Mr. Pinkey schon deshalb, weil er stets tadellos gekleidet war, eine mächtige Uhrkette, die wie eine Affenschaukel quer über seine Weste hing, trug, und echte teure Havanna-Zigarren rauchte. Dieser rotgesichtige, an hohem Blutdruck leidende und körperlich so umfangreiche Mr. Pinkey tauchte am nächsten Tag nach Duffys Heimkehr ins geliebte Lilac City mitten in eben dieser Stadt auf. Er kam mit einem einspännigen Wagen, einer sogenannten einachsigen Gig. So ein Gefährt, bei dem man sich bereits auf dem Land an die Seekrankheit gewöhnen konnte, denn das Ding wippte bei jeder Bewegung des Pferdes auf und nieder.

Direkt vor der Bank hielt Mr. Pinkey sein wunderschönes schwarzes Pferd an, arbeitete sich schnaufend von der Gig herunter und verschwand dann in der Bank. Aber bereits nach einer halben Stunde kam er wieder heraus, den roten Kopf noch eine Spur röter, dass er schon fast einer Tomate glich. Und Duffy, der das alles beobachtete, begann sich einen Reim darauf zu machen.

Auf denselben Text dieses Reims kam dann auch Hedy, die an diesem Vormittag, wo in Lilac City überhaupt nichts los war, selbst den wenigen Gästen einschenkte, die ihren Saloon besuchten. Eigentlich waren das im Moment nur drei, nämlich Duffy und seine beiden Freunde Tornado-Tuck und Gommy. Und die holten sich die Flasche in der Regel selbst hinter der Theke, denn sie waren ja bei Hedy so gut wie zu Hause.

Von seinem Fensterplatz aus hatte Duffy den dicken Mr. Pinkey beobachtet, wie der nun, ohne erneut auf seine Gig zu klettern, das Pferd nur am Zügel nahm und herüber zum Saloon führte, das Tier vorn am Haltebalken festmachte und dann, noch immer rot wie eine Tomate, auf die Schwingtüren zusteuerte.