Günter, der innere Schweinehund, wird Unternehmer - Stefan Frädrich - ebook

Günter, der innere Schweinehund, wird Unternehmer ebook

Stefan Frädrich

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Opis

Eigentlich ist es gar nicht so schwer, sein eigenes Unternehmen zu starten: Wir brauchen gute Produkte oder Dienstleistungen, die richtige Strategie, ein tolles Team und den passenden Markt. Ja, eigentlich ... Aber wir kennen auch diese lästige Stimme in uns. Sie sagt: "Selbstständigkeit ist zu gefährlich!" "In der Wirtschaft kennst du dich nicht aus!" Oder: "Das schaffst du sowieso nie!" Diese Stimme kommt von Günter. Günter ist unser innerer Schweinehund. Vom Business hat er zwar keine Ahnung, aber er versorgt uns trotzdem ungefragt mit Ratschlägen. Besser also, Günter erfährt, wie man Unternehmen wirklich erfolgreich macht: Welche Geschäftsmodelle funktionieren? Wie findet man gute Kunden? Über welche Hürden müssen Gründer springen? Und welche Belohnungen warten auf sie? Lesen Sie die 100 illustrierten Tipps - und Ihr Schweinehund wird zum inneren Unternehmer!

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Inhaltsverzeichnis
1. Günter, der innere Schweinehund
2. Dein bequemes kleines Leben
3. Vom Jucken und Kratzen
4. Profit für alle
5. Ökologische Ökonomie
6. Die komplexe Welt der Wirtschaft
7. Der Sinn des Unternehmens: Wozu?
8. Der »arme« Frisör
9. Die große Evolution
10. Berufe kommen und gehen
11. Von Kuchen und Kuchenstücken
12. Der Kuchen ist tot, lang lebe der Kuchen!
13. Unternehmerisch denken und handeln
14. Unternehmerische Mitarbeiter?
15. Die vier Typen des Arbeitslebens
16. Die Fachkraft
17. Der Manager
18. Der Selbstständige
19. Der Unternehmer
20. Mischformen
21. Stärken und Schwächen der vier Typen
22. Günter will es wissen
23. Zündstoff Leidenschaft
24. Erfolgsbooster Kompetenz
25. Umsatzrakete Markt
26. oder lieber doch nicht?
27. Selbermacher-Check I: Denkst du gerne mit?
28. Selbermacher-Check II: Übernimmst du gerne Verantwortung?
29. Selbermacher-Check III: Ergreifst du gerne Initiative?
30. Unternehmer oder Unterlasser?
31. Ein Dienstleistungs-Business gründen
32. Melde dein Geschäft an!
33. Die einfache Erstausstattung
34. Überschaubare Kosten
35. Das Marshmallow-Problem
36. Vorsicht, Selbstsabotage!
37. Mehr Geld brauchen
38. Investitionen oder Kosten?
39. Opportunitätskosten
40. Cash-Flow: Immer schön flüssig bleiben!
41. Dein Businessplan
42. Hallo Geschäftsidee!
43. Probleme, Ängste, Leidenschaft
44. Gute Kombinationen
45. Die Architektur des Geschäfts
46. Simpel und schnell umsetzbar
47. Skalierbarkeit
48. Systeme schaffen
49. Mut zum Anderssein
50. Mächte im Markt
51. Positionierung im Baum
52. Den Stamm erobern?
53. Sei zuerst da – oder anders!
54. Auch Bäume verändern sich
55. Die Kundschaft kennen
56. Innovatoren, frühe Anwender und Mehrheit
57. Späte Mehrheit und Nachzügler
58. Werbung und Vertrauen
59. Vertrauen verdienen
60. Referenzen und Reputation
61. Produkte für deine Kunden finden
62. Deine Marke: Wer bist du?
63. Geschäftsmodelle und Markttypen
64. Massenmärkte
65. Nischenmärkte und der lange Schwanz
66. Gemischte Märkte und Plattformen
67. Marktriesen
68. Wertangebote – Teil 1
69. Wertangebote – Teil 2
70. Wertangebote – Teil 3
71. Kanäle zum Kunden
72. Der richtige Kanal-Mix
73. Kundenbeziehung gestalten
74. Komplexere Beziehungen
75. Einnahmequellen
76. Noch mehr Einnahmequellen
77. Von Würmern und Fischen
78. Preis oder Wert?
79. Deine Position im Markt
80. Deine wichtigsten Ressourcen
81. Deine wichtigsten Aktivitäten
82. Deine wichtigsten Partner
83. Deine Kosten
84. Geschäftsmodelle beschreiben
85. Viele Kombinationen
86. Wird es funktionieren?
87. Schlanker Start
88. Der Weg ist das Ziel
89. Durststrecke oder Sackgasse?
90. Sollst du es wirklich tun?
91. Wachstum erwünscht
92. Geldgeber finden
93. Mitarbeiter
94. Engagierte Leute holen
95. Die Mitarbeiter befähigen
96. Geschäftsführer einstellen
97. Wachstumsgrenze im Kopf
98. Die Angst besiegen
99. Erfüllung finden
100. Günter, der innere Unternehmer
Buchtipps
Die Autoren
Impressum

Der schlaue Spruch, bevor es losgeht:

»Ein Unternehmen ist kein Zustand, sondern ein Prozess.«

1. Günter, der innere Schweinehund

Kennst du Günter? Günter ist dein innerer Schweinehund. Er lebt in deinem Kopf und bewahrt dich vor allem Übel dieser Welt. Immer, wenn du etwas Neues tun oder etwas Ungewohntes ausprobieren willst, ist Günter zur Stelle. »Lass das sein!«, sagt er dann. »Das ist viel zu schwierig!«, bremst er. »Besser, das machen andere!«, hält er dich zurück. Und obwohl das Leben voller spannender Herausforderungen steckt, die dich weiterbringen können, betrachtest du sie lieber als Probleme, die es zu vermeiden gilt – und trittst auf der Stelle. Günter sei Dank!

Dumm nur, dass es zwar kurzfristig bequem erscheint, nicht aus dem Quark zu kommen, aber langfristig viel unbequemer ist. Denn weil sich das Leben ständig verändert, musst auch du dich verändern: Herausforderungen annehmen, stets dazulernen, dich weiterentwickeln. Sonst bist du schon morgen von vorgestern. Und aus kleinen Problemen sind große geworden. So wie es immer schon war – und immer sein wird. Günter hin oder her.

2. Dein bequemes kleines Leben

»Unsinn!«, protestiert Günter. »Es ist doch alles gut: Du hast einen sicheren Job, kriegst jeden Monat dein Gehalt, kannst davon auch mal ’ne Pizza essen gehen und in den Urlaub fliegen. Was willst du mehr?« Na zum Beispiel Jobs schaffen, dir selbst (und anderen) ein gutes Gehalt zahlen, so oft ins Restaurant gehen wie du willst und dein ganzes Leben führen wie einen Abenteuerurlaub. Alles was du dafür tun musst, ist, dir dein eigenes funktionierendes Unternehmen aufzubauen.

»Ein eigenes Unternehmen gründen?«, zweifelt Günter. »Klingt riskant, anstrengend, größenwahnsinnig …« Oder vernünftig, einfach und angemessen – je nach Perspektive. Denn Unternehmen sind ein bisschen wie Menschen: Bei den einen fluppt es, weil sie ein paar wichtige Dinge drauf haben. Sie kennen sich selbst, ihre Richtung im Leben und wissen, was zu tun ist, damit es so bleibt. Bei anderen gibt es Probleme: Sie irren umher und fallen ständig auf die Schnauze. Sinn? Richtung? Ergebnisse? Fehlanzeige! Wer also in einem Problemunternehmen arbeitet, hat mit Sicherheit keinen sicheren Job, sondern lügt sich in die Tasche, wenn er sich einredet, alles sei in Ordnung. In einem funktionierenden Unternehmen hingegen sind die Jobs sicher, weil das Unternehmen funktioniert, und nicht, weil Jobs per se sicher sind. Wer also wie ein guter Unternehmer sehen, denken und handeln kann, steht immer auf der richtigen Seite. Ob als Angestellter oder Chef im eigenen Betrieb.

3. Vom Jucken und Kratzen

»Gute Unternehmen? Schlechte Unternehmen?«, wundert sich Günter. »Davon hast du doch keine Ahnung! Dafür sind andere zuständig: die Chefs, BWL-Professoren, Unternehmensberater …« Vielleicht. Noch! Denn wenn du in die Vogelperspektive gehst, erkennst auch du leicht, was Sache ist. Und du kannst dir deine Minderwertigkeitskomplexe um den Rüssel knoten, Schweinehund.

Aber eines nach dem anderen. Beginnen wir mit zwei simplen Fragen: Warum gibt es Unternehmen? Und wozu? Nehmen wir zum Beispiel einen Frisör. Der hat mal gelernt, Haare zu schneiden und zu frisieren. Und weil Menschen nicht verzotteln wollen, entsteht ein Geschäftsmodell: Haare schneiden und dafür Geld bekommen. Warum? Weil der Frisör es kann. Wozu? Um Menschen zu verschönern. Angebot und Nachfrage. Den einen juckt es, der andere kratzt gut.

Das Unternehmen ist nun die Organisation, in welcher der Frisör seine Arbeit macht. Und die kann sehr unterschiedlich sein: Manche Frisöre haben einen eigenen kleinen Laden, andere eine ganze Kette von Läden. Manche sind in einem fremden Frisörunternehmen angestellt, wieder andere fahren auf eigene Rechnung von Haushalt zu Haushalt, um Haare zu schneiden. Trotzdem geht es in allen Unternehmen im Kern immer um’s Gleiche: um’s Jucken und Kratzen.

4. Profit für alle

Oder wir nehmen eine Internetplattform, die kostenlos Menschen verbindet, damit sie miteinander in Kontakt treten und sich austauschen können. Warum ist sie entstanden? Weil sie von ein paar schlauen Leuten ausgedacht wurde. Wozu? Um Menschen zu verbinden, klar. Aber auch um mit präzise platzierter Werbung Geld zu verdienen! Denn weil die Plattform genau weiß, welche Typen sie benutzen, können andere Firmen dort sehr gezielt ihre Produkte bewerben: Nur wer sich für ein bestimmtes Angebot interessieren könnte, bekommt es auch angezeigt. So verbraten werbende Firmen weniger Geld woanders – und finanzieren die Plattform.

»Äh, Moment!«, räuspert sich Günter. »Heißt das, dass die Internetplattform eigentlich zwei Arten von Kunden hat?« Ganz genau: Zum einen die Menschen, die sich gerne mit anderen vernetzen. Zum anderen die Firmen, die davon profitieren. Beide juckt es an unterschiedlichen Stellen, beide werden gekratzt. Die einen umsonst, die anderen bezahlen. Die einen Kunden bekommen Kontakte, die anderen bringen ihr Business voran. Und die Plattform verdient Geld. Alle profitieren, das Unternehmen funktioniert. Es bietet Nutzen – und gute Jobs.

5. Ökologische Ökonomie

»Okay, verstanden!«, freut sich Günter. »Dann ist ein Unternehmen also dann gut, wenn es die Wünsche seiner Kunden erfüllt.« Gehen wir noch einen Schritt weiter: nicht nur die seiner Kunden. Denn ein Unternehmen steht mit vielen Beteiligten in Kontakt: mit seinen Produzenten, Mitarbeitern oder Wettbewerbern zum Beispiel. Ja, mit der Gesellschaft insgesamt. Und jeder hat eigene Wünsche und Bedürfnisse.

So braucht das Frisörunternehmen Produktionsmittel wie etwa Scheren, Föhns und Shampoos. Die bezieht es von Unternehmen, die ihrerseits darauf angewiesen sind, ihre Produkte zu verkaufen. Und seine Mitarbeiter brauchen ein angenehmes Arbeitsumfeld mit gutem Handwerkszeug, motivierender Atmosphäre, liquiden Kunden, funktionierenden Strukturen und angemessener Bezahlung. Auch die Wettbewerber möchten Kunden gewinnen – in der gleichen Zielgruppe oder einer anderen. Dafür strengen sie sich ebenfalls an. So entwickeln sich alle weiter und lernen voneinander. Wenn das System gut funktioniert, wächst der Markt: Immer mehr Menschen gehen zum Frisör. Alle sehen toll aus – und zahlen sogar Steuern.

So sind Firmen, Märkte und Gesellschaft ein Ökosystem. Alles hängt zusammen und voneinander ab. Funktioniert es, fließen Geld und Nutzen. Ökonomie ist ökologisch.

6. Die komplexe Welt der Wirtschaft

»Klingt logisch«, resümiert Günter, »aber auch ein wenig kompliziert.« Nein, eher komplex. Kompliziert wäre es, wenn es zwar schwierig wäre, sich aber genau erklären und entwickeln ließe, linear wie bei einer Maschine. Drückt man im Auto aufs Gas, fährt es schneller. Baut man eine Automatik ein, muss man nicht mehr kuppeln. Das ist zwar kompliziert, aber machbar. Ist die Maschine fertig, funktioniert sie – auf eine klar vorhersagbare Weise. Geht ein wichtiges Teil kaputt, funktioniert die Maschine nicht mehr. Sie muss erst wieder repariert werden.

Unternehmen und Märkte hingegen sind komplex, also vielschichtig verwoben und nicht wirklich gut überschaubar. Wie genau sie funktionieren, weiß letztlich keiner. Lineare Zusammenhänge gibt es nur wenige. Und alles verändert sich. Immer. Will der Frisör mehr Kunden gewinnen, bringt es ihm nichts, nur mehr Scheren einzukaufen oder neue Frisöre einzustellen. Er muss an weiteren Stellschrauben drehen: zum Beispiel an Werbung, Service, Preis oder seiner Marke. Trotzdem kann er sich der Kunden nicht sicher sein. Vielleicht macht morgen nebenan ein besserer Frisör auf? Oder ein netterer? Oder er verliert viele männliche Kunden, weil Glatzen in Mode kommen? Die kann sich jeder selbst schneiden: mit einem elektrischen Schneidegerät aus Internet, Kaufhaus oder Elektrofachhandel. Pech für den Frisör!

7. Der Sinn des Unternehmens: Wozu?

»Hey, das ist gemein«, motzt Günter. »Warum soll dann überhaupt irgendwer Produktionsmittel kaufen und Leute einstellen, wenn er dabei so ein hohes Risiko eingeht?« Falsch gestellte Frage, Schweinehund: Wer im Markt zu sehr nach dem Warum fragt, hat vor allem seine eigenen Bedürfnisse im Blick: »Weil wir gut sind!«, »Weil wir wachsen wollen!«, »Weil wir etwas ganz Bestimmtes können!« Und wem nützen die eigenen Bedürfnisse? Einem selbst? Nur wenn die Kunden mitspielen …

Also zurück zur Ausgangsfrage: Woran erkennt man ein gutes Unternehmen? Es kann nicht nur gut kratzen. Es weiß vor allem, wo es kratzen muss! Und zwar diejenigen, die es juckt. Deshalb fragt es sich nicht nur, warum es wachsen will, Ziele erreichen, Produkte verkaufen und so weiter. Das wäre egozentrisch. Es fragt sich vor allem: Wozu? Und die Antwort ist simpel: um den Kunden zu helfen, ihre eigenen Ziele zu erreichen, also ihre Produkte zu verkaufen, selbst zu wachsen, sich gut zu fühlen und so weiter. Es geht darum, seine Leistungsfähigkeit in den Dienst der Kunden zu stellen. Das ist der Sinn des Unternehmens. Erst wenn ein Unternehmen das versteht und umsetzt, wird es Geld verdienen, wachsen und wirklich sichere Jobs schaffen.

8. Der »arme« Frisör

»Blödsinn!«, protestiert Günter. »Was soll der arme Frisör denn machen, wenn ihm die männlichen Kunden weglaufen? Keine Chance hat er da!« Im Gegenteil, Schweinehund: Gerade wenn sich Märkte verändern, sind die Chancen besonders groß. Denn dann werden die Karten neu gemischt. Und es gewinnen die Pfiffigen, nicht die Selbstbezogenen. Zum Beispiel könnte sich dein Frisör auf das Schneiden von Bärten spezialisieren – wenn es im Trend liegt. Oder er könnte seinen eigenen Social-Media-Kanal aufmachen, darauf in selbstgedrehten Videos kostenlos Styling-Tipps geben – und sich so neue Kunden erschließen. Oder er tut sich mit anderen Frisören zusammen und sie bauen eine gemeinsame Infrastruktur, um Kosten zu senken: eine Buchhaltung statt vieler, ein Werbetopf, eine Marke.