Gott - im Fokus der Menschheit - Hans-Jürgen Ferdinand - ebook

Gott - im Fokus der Menschheit ebook

Hans-Jürgen Ferdinand

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Opis

Die Frage nach Gott bewegte den Autor Hans-Jürgen Ferdinand ein Leben lang und so war es ihm ein großes Bedürfnis zu erfahren, was andere Mitmenschen darüber denken. Er las hunderte Bücher und Zeitschriften zum Thema, sammelte Zitate und Bekenntnisse, die berühmte Persönlichkeiten öffentlich äußerten. Er fing an, Menschen in seinem Umfeld, Bekannte, Freunde und Priester zu befragen. Irgendwann waren es so viel Aussagen, dass es Zeit wurde, sie zusammenzufassen und anderen Menschen zur Verfügung zu stellen. So entstand dieses 812-seitige Buch, das bei vielen Gläubigen und Ungläubigen eine gehörige Portion Wut und Zweifel auslösen wird. Der Leser möge selbst entscheiden, was diese Aussagen zahlreicher Zeitgenossen für eine Bedeutung haben und ob sie das Denken und Handeln im Hinblick auf den Glauben beeinflussen können. Inhalt: Die Frage nach Gott und einem etwaigen Weiterleben über den Tod hinaus stellt sich jedem Menschen. Niemand kann ernsthaft der Frage nach Gott aus dem Wege gehen und die Frage nach dem eigenen Tod und nach dem Sinn des eigenen Lebens auf sich beruhen lassen. Schon im Vorwort dieses großartigen Werkes lässt der Autor Hans-Jürgen Ferdinand seine klare Meinung über Gott und die Welt deutlich erkennen. Hier bekennt er sich mit der ganzen Kraft seines Herzen zum Atheismus. Viele seiner Leser werden nach der Lektüre dieses Buches die Frage nach Gott neu überdenken müssen. Sie werden sich auch die Frage stellen, ob sich so viele Menschen irren können? Und Ihre Sorge wird sein: Wenn in den Augen der Kirche alle die in diesem Buch genannten Persönlichkeiten und ihre Bekenntnisse als „Gotteslästerer und Ungläubige“ gesehen werden, so ist es doch wohl im 21. Jahrhundert nicht zu erwarten, dass sich all diese Menschen einer Inquisition unterziehen müssen, oder doch?

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Hans- Jürgen Ferdinand

GOTT – im Fokus der Menschheit

Bekenntnisse und Fußnoten, die den Glauben erschüttern

Bibliografische Informationen der Deutschen Bibliothek:

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte Dateien sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar

Impressum:

© 2010 Verlag Kern

© Inhaltliche Rechte und Verantwortung bei Hans-Jürgen Ferdinand (Autor)

2. überarbeitete Auflage, Juli 2011

Verlag und Herstellung: www.verlag-kern.de

Lektorat: www.texte-und-co.de

Umschlagdesign und Satz: www.winkler-layout.de

1. digitale Auflage: Zeilenwert GmbH 2013

ISBN 9783939478614

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Widmung

Vorwort

Der Glaube im Fokus

Wer ist Gott?

Jesus – Gottes Sohn?

Aberglaube, Wunder oder Mystik?

Zweifel an Gott

Was ist Religion?

Was wäre die Kirche ohne gläubige Christen?

Hilft das Gebet?

Die Gräueltaten der christlichen Kirche

Die Bibel – das meistverkaufte Märchenbuch der Welt?

Frauen, Familie und Sexualität

Satansglaube und Fegefeuer

Vatikan, Priesterschaft und Zölibat

Die Weltuntergangs-Lüge

Politik, Gesellschaft und Religion

Christentum und Juden

Leben und Tod – Jenseits und Diesseits

Theologie

Schöpfung oder Evolution?

Atheismus im Fokus der Kirchen

Der Sinn des Lebens

Zukunft selbst gestalten?

Mein Fazit:

Philosophisch-religiöses Lexikon

Weiterführende Literatur

Dieses Buch ist meinen Enkeln Yannik, Luca und Tom zur Erinnerung gewidmet – mögen sie sich später in ihrem Leben bei ihrer eigenen Suche nach Gott stets ein feines Gespür für gute und schlechte Argumente bewahren.

Vorwort

Die Entstehung dieses Buches geht letztlich auf meinen Enkel Luca zurück, der mich als ein aufgewecktes 9-jähriges Kerlchen im Zuge seines Kommunionunterrichts im Sommer 2006 einmal fragte: „Opa, glaubst du auch an den lieben Gott und ein Leben nach dem Tod?“ Ich habe ihm ausweichend geantwortet, dass ich das selbst noch nicht so recht wüsste und auch noch eine Menge Zweifel hätte, ihm dann aber eine baldige Antwort versprochen, die ich mit diesem Buch, wenn auch verspätet, nunmehr einlösen kann.

Ich habe mich sehr intensiv auf die Suche nach Gott begeben, hoffte ein meinem Verstand zugängliches, wie auch immer geartetes, aber mit göttlichen Attributen ausgestattetes Wesen zu finden.

Nach persönlichen Gesprächen mit einfachen Dorfpriestern, Theologen, Philosophen und einer Reihe von Zeitgenossen, und nach reichhaltiger Literatur, wollte ich zu einem Ergebnis kommen und vor mir selbst letztlich Farbe bekennen. Die Auffassung meiner Frau Ulla zu diesem Thema: „Mach dir doch mit diesem unerquicklichen Themenkomplex nicht die Nerven kaputt. Es kommt nach unserem Tod doch, wie es kommt.“, hat mich nicht befriedigt.

Bei einigen Zeitgenossen, besonders in meinem Freundes- und Bekanntenkreis bin ich häufig gegen eine Mauer des Schweigens und der unverbindlichen Aussagen gestoßen. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass es unanständig sei, heutzutage jemanden zu fragen, ob er an Gott glaube. Viele Menschen halten ihren Glauben offenbar für eine schützenswerte Privatsache, intimer noch als Sex.

Da nicht zu verkennen ist, dass sich Menschen in meinem Alter auch vermehrt mit der eigenen Sterblichkeit, mit der Vorstellung des Todes und mit dem was danach kommt beschäftigen, habe ich dieses Thema als äußerst existenziell, aber auch als sehr spannend empfunden.

Die Idee von einem allmächtigen, allwissenden und gütigen Gott hat von jeher vielen Menschen Anlass zur Skepsis gegeben. Was spricht eigentlich dafür, dass es einen Gott gibt? Ist es angesichts des Leids in dieser Welt vernünftig, an ihn zu glauben? Sind wir tatsächlich auf ihn angewiesen, um sicherzustellen, dass die Menschen moralisch gut handeln? Bei der Suche nach meiner ganz persönlichen Antwort auf die Fragen: „Existiert Gott?“, „Brauchen wir Religion?“, „Was ist der Sinn des Lebens?“ und „Welches Fazit leitet sich für mich daraus ab?“, habe ich als Hilfestellung die Aussagen von zahlreichen Naturwissenschaftlern, Philosophen, Theologen und Zeitgenossen zusammengetragen. Das Spektrum aller gesammelten Aussagen und ihre Meinungsvielfalt sind so umfangreich, dass ich sie in Themenkomplexe zusammengefasst habe (Siehe Inhaltsverzeichnis).

Von diesem breitgefächerten Meinungsbild sicherlich beeinflusst, habe ich eine ganze Reihe eigener Kommentare und Antworten in diesem Buch eingestreut. Ich bin mir ganz sicher, dass auch Sie, verehrter Leser, durch die zahlreichen Aussagen zur kritischen Betrachtung und Diskussion angeregt werden.

Mir ist bei meinen Recherchen durchaus bewusst geworden, dass der Mensch bei der Suche nach Gott sehr schnell an natürliche Grenzen stößt und ein Irrtum der vermeintlich gewonnenen Erkenntnisse daher auch nicht auszuschließen ist. Gleichwohl hat mein Verstand es bei der eigenen Meinungsbildung nicht zugelassen, dass mich beflissene Glaubensdeuter mit intellektueller Unredlichkeit überzeugen konnten.

Die Frage nach Gott wird auch durch noch so intensives Nachdenken und Argumentieren nicht zu einer Frage, auf die es eine eindeutige und sichere Antwort gibt.

Letzten Endes muss auch bei einer rationalen Betrachtung jeder, der an der Gottesfrage ernsthaft interessiert ist, sich über die betreffenden Argumente sein eigenes Urteil bilden und sich auf der Basis dieses Urteils entweder für oder gegen die Annahme der Existenz Gottes entscheiden. Trotzdem ist und bleibt es ein gewaltiger Unterschied, ob jemand diese Entscheidung ohne Kenntnis oder nach sorgfältiger Prüfung der relevanten Argumente trifft. Auch derjenige Leser, der bei der Lektüre der zahlreichen nachfolgenden Aussagen und Zitaten zu der Gottesfrage zu anderen Ergebnissen wie der Autor dieses Buches kommt, wird durch seine kritische Beschäftigung mit diesen Argumenten seiner Einstellung zum Gottesglauben jedenfalls eine solidere Basis geben. Bei der Bewertung meiner Zugehörigkeit zu der katholischen Kirche hingegen, ist mir eine Schlussfolgerung wesentlich einfacher gefallen, konnte ich mich doch hier auf geschichtliche Wahrheiten, vorgegebene Dogmen* und Fakten berufen. Sehr schnell habe ich bei meinen Studien erkannt, dass die Geschichte des Christentums hauptsächlich eine Geschichte des menschlichen Elends und der menschlichen Unwissenheit ist, und nicht etwa eine Liebesgeschichte des Menschen mit Gott.

Um dem Leser ein Bild meines Denkens über Gott und Religion zu geben, zeichne ich kurz meinen religiösen Werdegang auf: Aus einer katholischen Familie eines Westerwalddorfes stammend, selbst bis zum 17. Lebensjahr Ministrant, hat die katholische Glaubenslehre meine Kindheit und Jugendjahre nachhaltig geprägt. Ja, ich habe mich als Kind und Heranwachsender in meiner dörflichen Glaubensgemeinschaft mit ihren Glaubensritualen und Gebräuchen, mit der jährlichen Schiffprozession von Vallendar nach Kamp-Bornhofen am Rhein sehr wohlgefühlt. Auch die abenteuerlichen Zeltlager für uns Ministranten der Diözese Limburg/Lahn in Kirchähr im Gelbbachtal sind mir in guter Erinnerung geblieben. Mein Jugendführer und späterer Jungkaplan Werner Rasbach war ein Klassetyp, der mich weder unsittlich berührt noch jemals geohrfeigt hat und mir somit also noch keinen Grund für Religionskritik gegeben hat.

Das Fest meiner ersten heiligen Kommunion habe ich noch vor Augen, als sei es gestern gewesen. Ich erinnere mich auch noch an unseren Kommunionunterricht, in dem mir unser Dorfpriester auch die Ohrenbeichte und darüber hinaus die Schrecken des Fegefeuers und der Hölle nahegebracht hat. Mein Kommunionbild zeigt mich in einem schicken Kommunionanzug mit einer Baskenmütze und Lackschuhen, eine Bekleidung, die sich meine Eltern in einer ärmlichen Zeit kurz nach dem Krieg ganz sicher vom Mund absparen mussten.

Erste Zweifel bekam mein Glaube, als ich als Obersekundaner meinem Religionslehrer kritische Fragen zur katholischen Glaubenslehre und der im Namen der katholischen Kirche ausgeübten Verbrechen stellte. Als ich dann auch noch den Unfehlbarkeitsanspruch des Papstes in Glaubensfragen als anmaßend kritisierte, beachtete mein Religionslehrer mich nicht mehr. In meinem Reifezeugnis der Realschule aus dem Jahr 1961 zeugt ein „Mangelhaft“ in Religion ob meines kritischen und zweifelnden Aufbegehrens und gibt ein Bild von der unzureichenden Dialogfähigkeit meines intoleranten, verbitterten Religionslehrers und Priesters. Diese an mir, einem Kind und Jugendlichen, ausgeübte Indoktrination* der katholischen Kirche mit weltfremdem und unethischem Glaubensgut verzeihe ich ihr nie. An anderer Stelle innerhalb dieses Buches habe ich dieses Verhalten der katholischen Kirche an Kindern und jungen Menschen auch entsprechend als geistige Pädophilie* gebrandmarkt. Die vom Staat sanktionierte Taufe eines wehrlosen Säuglings ist in meinen Augen nichts anderes als eine religiöse Vergewaltigung und ein eklatanter Verstoß gegen Menschenrecht!

Die Toleranzgrenze meiner katholischen Kirche zeigte sich erneut, als ich eine Frau evangelischen Glaubens heiratete und im katholischen Brautpaar-Unterricht versprechen musste, die Kinder aus dieser Ehe nicht nach protestantischen Leitlinien, sondern ausschließlich nach katholischer Lehrmeinung zu erziehen. Ich ärgere mich heute noch, dass ich damals dieser Überheblichkeit der katholischen Kirche nicht Einhalt geboten habe.

Mit dem Erwachsenwerden habe ich dann sehr schnell die mir von der katholischen Kirche vermittelten naiven Kindheitsvorstellungen von Gott hinter mir gelassen und der Kirche mehr oder weniger den Rücken gekehrt, eine längere religiöse Auszeit genommen. Statt der Suche nach Gott war bei mir viele Jahre Tore-Schießen als Vertrags- und Berufsfußballer und später eine Tätigkeit als selbständiger Kaufmann des Finanzierungs- und Immobiliensektors sowie der Unterhaltungsbranche angesagt.

Mir liegt es fern, irgendjemanden mit meinen Aussagen zu kränken und schon gar nicht zu missionieren. Allerdings möchte ich die Menschen ermutigen, die wie ich nicht durch übermäßige frühkindliche religiöse Indoktrination* zwanghaft an ihren Glauben gebunden sind, sich offen und vorurteilsfrei mit Religionsfragen zu beschäftigen. Dies gilt insbesondere für Menschen, die bereits Zweifel an ihrem Glauben haben, denen aber eine sachlich fundierte Grundlage fehlt. Ich habe auch die stille Hoffnung, dass der Leser in der Sexualunterdrückung durch die Kirche sehr deutlich erkennt, was damit bezweckt wird: nämlich nichts anderes als sich die Hörighaltung des Menschen zu erleichtern, was nicht selten bei Menschen eine seelische Kastration auslöst.

Zudem ist es mir wichtig, aufzuzeigen, dass ein erfülltes und sinnvolles Leben auch ohne einen religiösen Glauben möglich ist. Der Humanismus* eröffnet Perspektiven für ein Leben jenseits der Religion, worin die Zielsetzungen und Ideale nicht mehr mit der Realität im Widerspruch stehen müssen. Ethik bzw. Moral sind nicht vom religiösen Wertesystem abhängig. Es ist möglich, ethisch zu handeln, ohne eine religiöse Begründung dafür zu benötigen.

Ich für meinen Teil nehme mir das durch unsere Verfassung verbriefte Recht heraus, unverblümt meine Meinung zu äußern und in dem Bedürfnis des Menschen nach Gott und Religion einen folgenschweren geistesgeschichtlichen Irrtum zu sehen.

Die Frage nach Gott und einem etwaigen Weiterleben über den Tod hinaus stellt sich jedem Menschen. Niemand kann ernsthaft der Frage nach Gott aus dem Wege gehen und die Frage nach dem eigenen Tod und nach dem Sinn des eigenen Lebens auf sich beruhen lassen. Der geniale Mathematiker Blaise Pascal hielt schon vor dreihundert Jahren die Frage nach Gott für die wichtigste Frage des Lebens, für eine Frage, der niemand wirklich dauerhaft ausweichen kann, für eine Frage auf Leben und Tod.

Die Frage nach dem letzten Woher von Welt und Mensch – was war vor dem Ur-Knall? – die Frage, warum es etwas gibt und nicht vielmehr nichts, ist eine grundlegende Frage des Menschen, die der Naturwissenschaftler, der jenseits des Erfahrungshorizonts nicht mehr zuständig ist, nicht beantworten kann. Ist mit dem Tod wirklich alles aus? Die Frage berührt den Kern der menschlichen Existenz. Der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele ist einer der ältesten Trostspender der Menschheitsgeschichte.

Niemand kann ohne metaphysische* Prämissen* denken. Man kann sich ihrer nicht bewusst sein; das ist gewiss. Aber man kann keinen Schritt ins Unbekannte tun, ohne Erwartungen einzuschließen, die metaphysisch sind, die jenseits der uns bereits bekannten Dinge liegen. Der Glaube und seine Kinder Religion, Philosophie und Weltanschauung sind in jeder Kultur unentbehrlich. Der Glaube ist der unersetzliche Rahmen für das Unerklärliche.

Die fünf großen Religionsgemeinschaften der Erde: Judentum, Christentum, Islam*, Hinduismus* und Buddhismus* mit ihren verschiedenen Glaubensrichtungen haben viele Erscheinungsformen und Gesichter, aber eine gemeinsame Grundidee: die Suche nach dem Sinn des Lebens.

Ist es rational, an den Gott der monotheistischen Religionen, insbesondere des Christentums, zu glauben? Das ist die Kernfrage, mit der sich Philosophen, Theologen und Zeitgenossen auseinandersetzen und mit ihren vermeintlich besten Argumenten pro und kontra eine Antwort suchen. Wer sich als Leser ernsthaft mit der Gottesfrage beschäftigen möchte, wird in diesem Buch eine Fülle unterschiedlichster und häufig kompromissloser Denkweisen finden.

Das Christentum stand immer in der Auseinandersetzung mit radikalen Kritikern des Glaubens. Seit der Aufklärung jedoch hat sich der kritische Druck verstärkt; gerade prominente Vertreter des Geisteslebens stellen die Existenz Gottes in Frage. Der darin liegenden Herausforderung haben sich die Christen meist allzu schnell mit apologetischen* Formeln entzogen. Eine solche Haltung wird aber dem Ernst der Fragestellung nicht gerecht!

Die hier vorliegende Sammlung von über 2000 Beiträgen von ca. 1400 Dichtern, Denkern, Wissenschaftlern, Politikern, Theologen und ganz normalen Zeitgenossen wendet sich an Menschen, die eine sinnvolle Lebensgestaltung anstreben. Ohne kritischen Einspruch, ohne das Engagement unbequemer Denker verkümmert eine Gesellschaft. Die in ihrer Bandbreite doch sehr unterschiedlichen Aussagen und Bekenntnisse zu Gott, Glauben, Religion, Christentum und Kirche sollen dazu beitragen, das in unserer Gesellschaft vorhandene Defizit an alternativer Information zu diesem existenziellen Thema zu verringern.

Dieses Buch soll auch all jenen Menschen dienen, die wie ich, im Blick auf das Christentum in eine belastende Orientierungsnot und Konflikthaftigkeit geraten sind und/oder in einer solchen weiterhin leben - häufig unbefriedigend überdeckt durch eine pragmatische Haltung, scheinbarer, Gleichgültigkeit, weil ihnen aufgrund ihrer eigenen defizitären religiösen Sozialisation die adäquaten* Informationen für eine begründete und verantwortbare Entscheidung für oder gegen das Christentum, für oder gegen eine Kirchenzugehörigkeit fehlen. Ich hoffe, dass die vielen unterschiedlichen Aussagen zu Gott und der Religion den Nerv unserer heutigen Zeit treffen und auch all jenen, die nicht glauben möchten oder glauben können, neue Sichtweisen eröffnen. All jenen Suchenden und Zweifelnden möchte ich mit jener bescheidenen Weisheit Sigmund Freuds Mut zusprechen: Die Stimme der Vernunft ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör verschafft hat.

Ich muss aber auch eine Warnung für alle fundamentalistisch-bibelfesten Gläubigen aussprechen: In diesem Buch wird von atheistisch geprägten Philosophen des 17. bis 20. Jahrhunderts, wie Meslier, Nietzsche, Marx, Feuerbach, Freud und Mitscherlich, aber auch Religionskritikern der Gegenwart wie Buggle, Dawkins, Onfray, Schmidt-Salomon, Hoerster, Comte-Sponville, Hitchens, um nur einige zu nennen, nicht nur mit der Möglichkeit des Auszugs aus liebgewordenen kirchlich-religiösen Gehäusen gespielt, hier in diesem Buch werden neben zahlreichen despektierlichen Glaubensbekundungen, nicht nur Zäune und Barrieren beiseitegeschoben, die vor der Kirche liegen, sondern auch solche, die vor Bibel, biblischem Gott und selbst der Gestalt Jesu als religiösem und ethischem Lehrer aufgerichtet sind. In vielen Beiträgen der Philosophen, aber auch einfacher, theologisch ungebildeter Zeitgenossen, wird keine Rückzugsmöglichkeit in eine biblisch-christliche oder gar kirchliche Religiosität in Reserve gehalten, sondern der Rückweg, so man die Tugend der Redlichkeit für sich in Anspruch nimmt, versperrt.

Dabei muss Religionskritik nicht notwendigerweise einen Weg in den Nihilismus*, in die Verzweiflung gehen. Ganz im Gegenteil, Religionskritik kann den Raum freimachen für neue Weltdeutungen, auch religiöse, die nicht weiterhin ein so hohes Maß an Unredlichkeit, Verbiegungen und Heuchelei, auch gegenüber sich selbst, erfordern und so der Würde des Menschen, seiner notwendigen Selbstachtung gerecht werden.

Der Glaube im Fokus

Nach einer verbreiteten Vorstellung, die in unserer Gesellschaft nahezu unter allen – auch den nicht religiösen – Menschen anerkannt wird, ist religiöser Glaube gegenüber Beleidigungen besonders empfindlich, weshalb man ihn mit einer besonders dicken Mauer des Respekts schützen sollte. Dieser Respekt gehört demnach in eine ganz andere Liga als der Respekt, den jeder Mensch jedem anderen entgegenbringen sollte. Kritik an den religiösen Vorstellungen anderer Menschen vorzubringen gilt als respektlos. Warum? Wenn jemand eine Partei wählt, mit der man nicht einverstanden ist, darf man so viel darüber streiten, wie man will; jeder wird ein Argument für oder wider haben, aber keiner ist darüber gekränkt. Wenn ich aber die leibliche Auferstehung Jesus oder seine jungfräuliche Geburt als Unsinn abtue, gelte ich einem gläubigen Katholiken gegenüber als respektlos.

Auch darf man in den Augen eines gläubigen Katholiken keine andere Meinung darüber haben, wie das Universum entstanden ist und wer es erschaffen hat, weil das heilig ist? Rational betrachtet hat er jedoch keinen Anspruch auf meinen Respekt, denn es gibt keinen Grund warum diese Dinge nicht genau so offen diskutiert werden sollten wie alle anderen. Wir sind es gewohnt, religiöse Ideen nicht anzugreifen, dabei sind sie genau so diskussionswürdig wie alles andere.

Achtung verehrter Leser: Die folgenden Bekenntnisse und Zitate könnten Ihre Gefühle verletzen. Sollte dies so sein, liegt es meines Erachtens weniger an den Bekenntnissen und Zitaten als an Ihrer mangelnden inneren Sicherheit. Ein vernünftiger Glaube wird durch Zweifel nicht erschüttert, sondern eher gefestigt.

Zitate zum Thema

„Man glaubt nicht, wie viel man glauben muss, um ungläubig zu sein.“

(Michael von Faulhaber, Theologe und Kardinal, 1869-1952)

„Nach theologischem Verständnis ist Glaube ein Geschehen, das dem Menschen von außen Verlässlichkeit zuspielt, die er in sich selbst nicht findet.“

(Oliver Ritter, dt. Theologe)

„Weil Gott weiß, was morgen ist, brauchen wir heute keine Angst zu haben.“

(Heinrich Giesen, dt. ev. Theologe, 1910-1972)

„Ich wäre schon dankbar, wenn ich auf Kirchenvertreter treffen würde, die glaubwürdig verkörpern, dass sie glauben.“

(Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT)

„Heute im Horizont der wissenschaftlichen Kosmologie an den Schöpfer der Welt glauben heißt, in aufgeklärtem Vertrauen bejahen, dass Welt und Mensch nicht im letzten Woher unerklärlich bleiben, dass Welt und Mensch nicht sinnlos aus dem Nichts ins Nichts geworfen sind, sondern dass sie als Ganzes sinnvoll und wertvoll sind, nicht Chaos, sondern Kosmos, weil sie in Gott ihren Urgrund, Urheber, Schöpfer, eine erste und letzte Geborgenheit haben.“

(Hans Küng, kath. Theologe, geb. 1928)

„Glauben heißt meines Erachtens, mich zu etwas zu bekennen. Mich zu meinem Schöpfer zu bekennen, der mich so wollte, wie ich bin. Das heißt, mich zu meinen Talenten zu bekennen. Ein Adler ist frei, wenn er fliegen kann. Ein Mensch ist Mensch wenn er liebt und weiß, wem er seine Liebe schenkt: seinem Schöpfer. Wir kennen ihn alle, den noch nicht bekannten, ist er doch keinem von uns fern. Darüber hinaus hat er sich uns durch Jesus geoffenbart, allerdings nicht durch den Jesus des Augustinus, der Inquisition*, Pius’ X. oder das Zerrbild eines sonstigen Rechthabers, sondern durch den historischen Jesus, der sich von keinem menschlichen Denkschema vereinnahmen lässt (...)

Das große Ärgernis mit den Amtskirchen ist, dass sie uns vormachen wollen, Glauben sei, die Wahrheiten von institutionalisierten, unfehlbaren Besserwissern, die selbst keine Kritik ertragen, dialogunfähig sind, kritiklos nachzuplappern.“

(Dr. med. Johannes Förg, Neuburg)

„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

(André Guide, franz. Schriftsteller, Literatur-Nobelpreisträger, 1869-1951)

„Der Unglaube glaubt mehr als er meint, der Gläubige weniger als ihm scheint.“

(Franz Grillparzer, österr. Schriftsteller, 1791-1872)

„Man kann an Gott glauben, ohne es zu wissen. Tatsächlich hat man vielleicht gerade dann Glauben, wenn man meint, man hätte keinen. Glaube offenbart sich im Tun.“

(Mario Soldati, ital. Schriftsteller, 1906-1999)

„Nun darf zwar jeder Mensch glauben was er will, aber er darf nicht sein Phantombild Gottes allen anderen Menschen aufdrängen wollen.“

(H. Strang, Stolberg)

„Auch Götter sterben, wenn niemand mehr an sie glaubt.“

(Jean-Paul Sartre, franz. Philosoph, 1905-1980)

„Heilung bedeutet, dass der Mensch erfährt, was ihn trägt, wenn alles andere aufhört, ihn zu tragen.“

(Wolfram von Eschenbach, dt. Dichter und Minnesänger, 1160/80)

„Ich glaube nicht, dass man die Gottesfrage gedanklich klären kann. Wie kann man Gefühle einer Mutter zu ihrem Kind philosophisch erklären? Wie kann man die Liebe Gottes zu den Menschen philosophisch erklären? Und die Objektivität des Glaubens, die steht in ihnen, in ihren Herzen. Das ist nicht etwas, was ich wissenschaftlich weitergeben kann. Oder auch philosophisch klären kann. Wie kann man Gott mit Logik erfassen? Ich denke, da werden wir immer wieder scheitern. Ich kann Gott immer dann erfassen, wenn ich selbst aufhöre, irgendetwas zu wollen.“

(Klaus Schlapp, Zisterzienser Mönch. Aus: Versuchen wir es mal, ein imaginäres Interview von Christian Modehn in Publik-Forum, 14/2009)

„Denn wo der Glaube tausend Jahre gesessen hat, eben da sitzt jetzt der Zweifel.“

(Bertold Brecht, dt. Dichter, 1898-1956)

„Ihr müsst von dem geben, was euch etwas kostet. Es genügt nicht, einfach nur das weiterzugeben, was ihr sowieso nicht braucht, sondern gerade auch das, was ihr eigentlich nicht geben könntet oder nicht geben wolltet, etwas, an dem ihr hängt. Eure Gabe wird dadurch zu einem Opfer, das in den Augen Gottes wertvoll ist(...)“

(Mutter Teresa, röm.-kath. Ordensschwester, 1910-1997, Trägerin des Friedensnobelpreises)

„Die Mutter Gottes weiß genau, was sie mit meinen kleinen Wünschen machen soll, ob sie sie weitersagen soll oder nicht (...) Es ist ihre Sache, es so einzurichten, dass der liebe Gott sich nicht gezwungen fühlt, mich zu erhören, sondern dass er frei bleibt, in allem seinen Willen zu tun.“

(Therese von Lisieux, Nonne, 1873-1897)

„Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Zahl der Leute, die von ihr überzeugt sind.“

(Paul Claudel, franz. Schriftsteller, 1868-1955)

„(...) Aus dem Glauben des Kreuzes bricht ein anderer hervor; selbstloser und größer. Dessen Gebot wird sein: Edel lebe und schön, ohne Hoffnung künftigen Seins und ohne Vergeltung, nur um der Schönheit des Lebens willen.“

(Theodor Storm, dt. Dichter, 1817-1888)

„Hüte dich vor den Menschen, dessen Gott im Himmel ist.“

(George Bernard Shaw, ir. Schriftsteller, 1856-1950)

„Als gläubiger Katholik habe ich selbstverständlich bei meinem Amtsantritt die Bekräftigungsformel (...) so wahr mir Gott helfe gewählt. Ich vertraue bei meinem Tun – und dies bezieht sich nicht nur auf meine Arbeit – auf die Stärke und die Kraft Gottes. Leider lässt mir meine berufliche Tätigkeit nicht immer die Zeit, den Gottesdienst zu besuchen. Aber beten kann man nicht nur in der Kirche, sondern an jedem anderen Ort der Welt. Es ist nicht so wichtig, seinen Glauben nach außen zu praktizieren, sondern viel ehrlicher ist in meinen Augen christlich zu handeln.“

(Horst Seehofer, ehem. Bundesminister für Gesundheit. Aus: Persönliche Antwort vom 29.8.94 auf Anfragen von Staatsbürgern zu seinem Amtsantritt als Minister und seiner Bekräftigungsformel „So wahr mir Gott helfe“ vom 6.4.94, vom 16.6.94 und 17.8.94)

„Eine der zentralen christlichen Glaubensaussagen nennt Gott denjenigen, der sich propter nos homines et propter nostram salutem – für uns Menschen und um unseres Heils willen – engagiert habe. So sehr diese Botschaft unseren Erfahrungen zu widersprechen scheint und durch den faktischen Zustand der Welt infrage gestellt wird – christlicher Glaube gibt allen Enttäuschungen zum Trotz die Hoffnung nicht auf, dass Gott das letzte Wort haben wird. Weil solche Hoffnung kaum einen Anhalt in unseren Geschichtserfahrungen hat, wird sie in der christlichen Tradition auch eine göttliche Tugend genannt, eine Kraft also, die nicht eigenem Vermögen entstammt, sondern von Gott geschenkt wird(...)

Angesichts der Begrenztheit unseres Wissens über den, den wir Gott nennen, wie auch der Unzulänglichkeit unserer insgesamt wenig überzeugenden Glaubenspraxis sind Bescheidenheit und Zurückhaltung in der Formulierung von Glaubenswahrheiten angebracht. Gegenüber früheren, anscheinend glaubensfroheren Zeiten sind wir arm geworden. Kann es sein, dass diese Armut in Wahrheit eine neue Gestalt früheren Reichtums ist? Noch sind wir in der Kirche mit dem Platonismus* verheiratet; wenn es eine Erneuerung, eine wirkliche Reformation geben kann, dann wohl nur durch eine Rückkehr zu den Anfängen. Für mich genügt es gegen Ende meines Lebens, wenn ich dem zu vertrauen vermag, der vor 2500 Jahren das Wort gesprochen haben soll – oder das einer vernommen haben will – und das durch diese Jahrhunderte unzählige Menschen getragen hat: Ich bin da. Das genügt angesichts des Todes – so hoffe ich.“

(Heinrich Missalla, dt. Theologe und Priester, geb. 1926. Was bleibt – Die Suche. Aus: Nichts muss so bleiben wie es ist. – Mein katholisches Leben im 20. Jahrhundert, S. 221-223, 2009)

„Ein Mensch, der glaubt, ist so stark wie neunundneunzig andere, die nur Interesse haben.“

(John Stuart Mill, brit. Philosoph und Nationalökonom, 1806-1873)

„Ich persönlich habe Blaise Pascals Wette angenommen und setze – nicht aufgrund einer Wahrscheinlichkeitsrechnung oder mathematischer Logik, wohl aber aufgrund eines vernünftigen Vertrauens – auf Gott und Unendlich gegen Null und Nichts. Ich glaube nicht an die späteren legendarischen Ausgestaltungen der neutestamentlichen Auferstehungsbotschaft, wohl aber an ihren ursprünglichen Kern: Dass dieser Jesus von Nazareth nicht ins Nichts, sondern in Gott hinein gestorben ist. Im Vertrauen auf diese Botschaft hoffe ich als Christ, wie viele Menschen auch in anderen Religionen, auf ein Sterben nicht in ein Nichts hinein, was mir höchst irrational und sinnlos vorkommt. Vielmehr hoffe ich auf ein Sterben in die allererste-allerletzte Wirklichkeit, in Gott hinein, was – jenseits von Raum und Zeit in der verborgenen Realdimension Unendlich – alle menschliche Vernunft und Vorstellung übersteigt. Welches Kind würde schon ohne besondere Kenntnis dem Kokon einer Raupe die freie, nicht mehr an die Erde gebundene, lichtvolle Existenz eines Schmetterlings zutrauen! Des bleibenden Risikos dieser Wette auf unbedingtes Vertrauen hin bin ich mir selbstverständlich bewusst, aber ich bin der Überzeugung: Selbst wenn ich die Wette im Tod verlöre, hätte ich für mein Leben nichts verloren, nein, ich hätte in jedem Fall besser, froher, sinnvoller gelebt, als wenn ich keine Hoffnung gehabt hätte. Dies ist meine aufgeklärte, begründete Hoffnung: Sterben ist Abschied nach innen, ist Einkehr und Heimkehr in der Welt Urgrund und Ursprung, unsere wahre Heimat (...)“

(Hans Küng, kath. Theologe, geb. 1928. Aus: Der Anfang aller Dinge – Naturwissenschaft und Religion, 2. Aufl. 2007)

„Während meiner Gefangenschaft im Dschungel war die Jungfrau Maria manchmal die einzige Person, mit der ich sprechen konnte! Danke Maria, danke für meine Freiheit!“

(Ingrid Betancourt, kolumbianische Präsidentschaftskandidatin in 2002, geb. 1961. 6 Jahre Geiselhaft, 2008 befreit)

„Für diejenigen, die an Gott glauben, ist keine Erklärung notwendig, für diejenigen, die nicht an Gott glauben, ist keine Erklärung möglich.“

(Franz Werfel, tschech. Schriftsteller, 1890-1945)

„Der Glaube ist zum Ruhen gut, doch bringt er nicht von der Stelle; der Zweifel in ehrlicher Männerfaust, der sprengt die Pforten der Hölle.“

(Theodor Storm, dt. Dichter, 1817-1888)

„Das ist Glaube, wo man mit Gott spricht wie man mit Menschen sprechen würde.“

(Jean-Marie-Baptiste Vianney, franz. kath. Pfarrer, 1786-1859)

„Mit meinem Kinderglauben habe ich auch alle Vorstellungen von Gott aufgegeben – wie auch jeden Glauben an Engel, Teufel, Nymphen, Märchenprinzen und andere mythologische Gestalten der menschlichen Kulturgeschichte. Da also Jehova, Zeus, Wotan etc. mythologische Gestaltungen der menschlichen Fantasie sind (auch Christus!), haben irgendwelche Gottesvorstellungen für mich als aufgeklärten Erwachsenen keinen Sinn mehr. Für meinen Glauben ist die wichtigste Stelle im Neuen Testament*: Der erste Brief an die Korinther (1 Korinther 13), wo der erste große Theologe der Kirche, Paulus, die Liebe als größte menschliche Regung preist, größer noch als Glaube und Hoffnung. Selbst wenn die Erkenntnis vergeht – für Paulus immer noch Gotteserkenntnis! -, bleibt die Liebe. Bestärkt im Glauben an die Menschenliebe werde ich nicht nur durch die großen Vorbilder der Kirchengeschichte, sondern besonders durch die großen Vorbilder unserer Gegenwart, wie Albert Schweitzer, Martin Luther King, Janusz Korczak, Mahatma Gandhi – auch durch kleine und große Vorbilder, wie ich sie oft auch durch Publik-Forum kennenlernen kann!

Das ist mein Glauben und meine Hoffnung, dass ich durch liebende Menschen bis zum Sterben begleitet werde. Meine Hoffnung für die Kirchen ist, dass sie endlich erkennen und realisieren, dass die vergänglichen Vorstellungen der Dogmen* - auch die der Gottesdogmen – Nebensachen für heutige Menschen sind im Hinblick auf die große Hauptsache und das Schönste und Menschlichste: die Liebe.“

(Joachim Otto, Nürnberg, Pfarrer i.R. Aus: Betr.: Mein Gott – Persönliche Bekenntnisse, Erlebnisse und Einschätzungen, S. 63, 2008)

„Gott mit uns!“

(Im Ersten Weltkrieg auf dem Koppelschloss der Soldaten des Kaiserlichen Heeres und im Zweiten Weltkrieg bei der Hitlerwehrmacht)

„Glauben ist leichter als Denken.“

(Sprichwort)

„Glaube nicht übereilt.“

(Ovid, röm. Dichter, 43 v. Chr. – 18 n. Chr.)

„1) Die Bibel ist nicht Gottes-, sondern Menschenwort. 2) Dass Gott in drei Personen existiert, ist menschlicher Fantasie entsprungen. 3) Jesus ist Mensch und nicht Gott. 4) Maria ist Jesu Mutter und nicht Gottesmutter. 5) Gott hat Himmel und Erde erschaffen, die Hölle haben Menschen hinzuerfunden. 6) Es gibt weder Erbsünde noch Teufel. 7) Eine blutige Erlösung am Kreuz ist eine heidnische Menschenopferreligion nach religiösem Steinzeitmuster.“

(Das siebenfache negative Glaubensbekenntnis der Theologin Uta Ranke-Heinemann)

„Die Strategie der heutigen Theologen, sofern sie sich der Frage nach der Begründung des Gottesglaubens überhaupt noch widmen, ist häufig eine zweifache: Sie streiten einfach ab, dass die Annahme der Existenz Gottes überhaupt irgendwelcher Pro-Argumente bedarf; beziehungsweise sie definieren Gott in einer Weise, die die Existenz Gottes, konsequent betrachtet, zu einer folgenlosen Leerformel werden lässt.“

(Norbert Hoerster, dt. Philosoph, geb. 1937. Aus: Die Frage nach Gott, 2005)

„Ich darf nicht sagen, dass ich an Gott glaube, - es würde lange dauern, glaube ich, bis ich es sagen würde, auch wenn ich es täte.“

(Thomas Mann, dt. Schriftsteller, 1875-1955)

„Der Glaube kann Berge versetzen, doch die Jammertäler bleiben.“

(Klaus D. Koch, Arzt und Aphoristiker)

„Der Heilige Geist allein ist es, der weiß, was der Kirche wahrhaft frommt und ihr notwendig ist. Als darum der Heilige Geist durch das Konzil gesprochen, haben wir keinen Augenblick gezögert, uns seinem Ausspruche zu unterwerfen (...)“

(Erzbischof Scherr von München. Aus: Unfehlbare Päpste?, S. 61 von Anton Schraner, 1974)

„Das Besondere an Glaubensfragen ist, dass sich alle dieselben stellen, ob Kind oder Greis, ob gebildet, gläubig oder zweifelnd. Warum gibt es die natürlichen und moralischen Übel? Warum lässt Gott einen Tsunami oder die Aidsseuche und warum lässt er den Holocaust zu? Ist das mit der Schöpfung in sechs Tagen wörtlich gemeint? Kann man sich zwingen seinen Feind zu lieben?

Ich für meinen Teil halte den Gottesglauben für eine angeborene Illusion des Menschen aus Angst vor seiner eigenen Vergänglichkeit. Demzufolge sind die Glaubensriten sinnloses Kasperletheater einer Priesterkaste und indoktrinierter* Gläubigen.“

(Emilio Luratti, Mailand-Italien)

„Unvermeidlich schlägt die Stunde, wo der Gefühlsglaube durch den Verstandesglauben ersetzt wird.“

(John William Draper, angelsächsischer Historiker und Naturwissenschaftler, 1811-1882)

„Ja, mein König, und ihr, meine Herren, ich gestehe, dass ich, der ich eigentlich auch so gerne an Gott glauben möchte, in der Fremde meinen Glauben verloren habe und ihr sollt wissen, dass ich mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht habe, selbst wenn du, mein König, mich für diese meine Glaubenshaltung mit dem Tode bestrafen würdest“, antwortete Odo mit fester Stimme und folgerte:

„Ich kann nicht mehr glauben, dass Gott im menschlichen Leben in den normalen Ablauf von Ursache und Wirkung eingreift. Ich glaube nicht mehr, dass Gebete den Verlauf einer Krankheit oder Hungersnot verändern können. Ich glaube nicht an den Gott, der dem Fränkischen Reich helfen kann, einen Krieg gegen die Awaren oder Sachsen zu gewinnen. Ich glaube auch nicht, dass Jesus die irdische Inkarnation einer überirdischen Gottheit war. Und ich glaube nicht, dass Jesus in irgendeiner Weise Tote auferwecken konnte oder fähig war, einem blind geborenen oder blind gewordenen Menschen die Sehkraft zurückzugeben. Daher bin ich sicherlich auch nicht würdig, dir ein Gotteshaus zu bauen, in dem du den Gott verehren willst, an den ich selbst nicht mehr glauben kann.“

(Ausschnitt eines theologischen Streitgesprächs zwischen dem fränkischen Baumeister Odo von Metz*, einem bekennenden Atheisten, und König Karl, Alkuin sowie Theodulf von Orleans. Der Ausschnitt ist dem historischen Roman Karl der Große, Visionär und Reformer, 2008 des Autors Hans-Jürgen Ferdinand entnommen)

„Ich glaube an göttliche Führung. Aber ich glaube nicht, dass mir Gott eine Mission gegeben hat. Ich halte es für anmaßend, Behauptungen darüber aufzustellen, welche Absicht Gott mit dir verfolgt.“

(Condoleezza Rice, Außenministerin der USA)

„Ich würde es mir nicht verzeihen, Menschen den Glauben zu nehmen, die ihn brauchen oder einfach besser mit ihm leben. Es sind unzählige. Einige sind bewundernswert, die meisten respektabel. Ihr Glaube stört mich nicht. Warum sollte ich ihn bekämpfen? Ich bin ja kein atheistischer Missionar. Ich versuche nur, meine Position zu erläutern, zu begründen, und das mehr aus Liebe zur Philosophie denn aus Hass gegen die Religion. Es gibt freie Geister in beiden Lagern. An sie wende ich mich. Die anderen, ob gläubig oder nicht, überlasse ich ihren Gewissheiten.“

(André Comte-Sponville, franz. Philosoph, geb. 1952. Trauer und Rituale. Aus: Woran glaubt ein Atheist? – Spiritualität ohne Gott, S. 26, 2008)

„Theologe kann man auch sein, wenn man nicht glaubt.“

(Gerd Lüdemann, dt. Theologe, geb. 1940)

„Gerade die paradoxesten Glaubenssätze, welche jeder Erfahrung und vernünftiger Überlegung spotten, sind die willkommensten; denn sie scheinen die Gewähr zu bieten, dass hier nicht nur Menschliches und daher Unzuverlässiges dargereicht wird, sondern göttliche Weisheit.“

(Adolf Harnack, Theologe, 1851-1930)

„Ich glaube, dass Gott existiert und dass er uns in seinem Sohn Jesus Christus sein menschliches Antlitz gezeigt hat.“

(Manfred Lütz, Arzt und Psychotherapeut, geb. 1954. Aus: Interview in PUR spezial von 4/2007 auf die Frage: Existiert Gott?)

„Nicht suche ich nämlich einzusehen um zu glauben. Sondern ich glaube, um einzusehen. Der Glaube auf der Suche nach Einsicht.“

(Anselm von Canterbury, 1033-1109)

„Denn um des Glaubens willen fordere ich euch Theologen auf, der Vernunft ihr Recht zu lassen. Um des Glaubens willen mahne ich euch Theologen zur Selbstbeschränkung.“

(Galileo Galilei, ital. Naturwissenschaftler, 1564-1642)

„Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten.“

(Martin Luther, dt. Reformator, 1483-1546)

„Ich glaube, dass Gott dem deutschen Volk in diesen stürmischen Zeitläufen eine besondere Aufgabe gegeben hat: Hüter zu sein für den Westen gegen jene mächtigen Einflüsse vom Osten, die auf unser Land einwirken.“

(Konrad Adenauer, dt. Politiker und erster Bundeskanzler, 1876-1967)

„Wir wissen, dass wir Sünder sind, aber wir werden daran nicht zerbrechen, weil die Liebe Gottes uns umfängt”

(Angela Merkel, dt. Bundeskanzlerin. Aus: BILD-Zeitung, BERLIN-INTERN, 22.7.2009)1

1 Ein auf einer bayerischen Wahlkampfveranstaltung geäußertes Glaubensbekenntnis der deutschen Bundeskanzlerin, einer ostdeutschen Protestantin, das in meinen Augen vor intellektueller Seichtheit und opportunistischem Gehabe nur so trieft.

„Ich habe einen Kopf, der denkt, ein Herz, das schlägt, Blut, das in mir fließt: Wollt ihr mich glauben machen, dass das alles Zufall ist? Das Leben! Die schlichte Realität des Lebens zeigt, dass Gott existiert und er uns liebt. Und das wir ihm dankbar sein müssen.“

(Giovanni Trapattoni, ital. Fußballtrainer, geb. 1939)

„Wir befinden uns in der Lage eines kleinen Kindes, das in eine riesige Bibliothek eintritt, die mit vielen Büchern in verschiedenen Sprachen angefüllt ist. Das Kind weiß, dass jemand die Bücher geschrieben hat. Es weiß aber nicht, wie das geschah. Es versteht die Sprachen nicht, in der sie geschrieben wurden. Das Kind erahnt dunkel eine mysteriöse Ordnung in der Zusammenstellung der Bücher, weiß aber nicht, was es ist. Das ist nach meiner Meinung die Einstellung auch des intelligentesten Menschen gegenüber Gott. Wir sehen ein Universum, das wunderbar zusammengesetzt ist und bestimmten Gesetzen gehorcht, aber diese Gesetze verstehen wir nur andeutungsweise. Unser begrenzter Verstand kann die mysteriösen Kräfte, welche die Konstellationen bewegen, nicht erfassen.“

(Albert Einstein, dt.-amerik. Physiker, 1879-1955)

„Was die Kirche glauben heißt, soll man glauben ohne Wanken? Ei, so braucht man keinen Geist, braucht nicht Sinne, nicht Gedanken.“

(Friedrich von Logau, Dichter, 1604-1655)

„Nach der Konfirmation bzw. dem Religionsunterricht in der Schule hat es meinerseits keine inhaltliche Auseinandersetzung mehr mit dem Glauben gegeben. Eigenen Zweifeln am Glauben bin ich aus Bequemlichkeit bzw. Desinteresse nicht nachgegangen. Aus einer gewissen Rückversicherungsmentalität heraus (vielleicht ist ja doch etwas dran am Gottesglauben, und dann kann es ja nicht schaden, wenn man Mitglied der Kirche ist) habe ich mich über viele Jahre noch nicht einmal mit dem Gedanken beschäftigt, die Kirche zu verlassen.

Seit nunmehr gut zehn Jahren gehöre ich keiner Religionsgemeinschaft mehr an.

Vor ca. dreizehn Jahren wurde ich von meinem damaligen Schulleiter gebeten, vertretungsweise für ein Jahr in einer Grundschulklasse den Religionsunterricht zu übernehmen. Bereits bei den ersten Unterrichtsvorbereitungen kamen mir ernsthafte Zweifel, ob ich selbst an die von mir zu vermittelnden Inhalte glaube. Dies war für mich der Anlass, mich intensiver mit der Kirche und Christentum zu beschäftigen. Mein erster Schritt bestand darin, die Bibel zu lesen. Bis dahin kannte ich nur wenige, offensichtlich gut ausgewählte Bibelstellen. Überrascht und erschrocken musste ich feststellen, dass der Gott der Nächstenliebe Eroberungskriege befiehlt, Frauen, Kinder und Greise erschlagen lässt, eine grausame Blutjustiz einfordert, die Ausrottung Andersgläubiger befiehlt usw. Selbst einem Heer von Interpretationsakrobaten kann es nicht gelingen, mir dieses Verhalten schönzureden bzw. schönzuschreiben. Nach der Bibellektüre bin ich auf den Anti-Katechismus von Deschner/Herrmann gestoßen. Dies war für mich der Einstieg in eine umfangreiche religions- und kirchenkritische Lektüre und zugleich der Glaubensausstieg.

Wenn man die Trennung vom Glauben gründlich vollzogen hat, braucht man keinen Ersatz für einen Gott. Da der Sinn des Lebens nicht mehr im Jenseits liegen kann, muss man ihn im Diesseits, im Leben selbst suchen. Eine allgemeine Antwort auf die Sinnfrage scheint es mir nicht zu geben. Jeder muss versuchen, eine eigene Antwort, einen eigenen Sinn zu finden (...) Für mich persönlich ist das Leben ohne Religion und Glaube nicht ärmer, sondern erheblich reicher geworden.“

(Hans-Georg Rüter, 53, Schulleiter, Horn-Bad Meinberg, verheiratet, drei Kinder. Aus: Wozu brauche ich einen Gott – Gespräche mit Abtrünnigen und Ungläubigen von Fiona Lorenz, Religionskritikerin, geb. 1962 (Hg.), S. 47-48, 2009)

„Glaubensbekenntnisse werden akzeptiert, nicht weil sie vernünftig sind, sondern weil sie wiederholt werden.“

(Oscar Wilde, Schriftsteller, 1854-1900)

„Nichts ist so bequem, als etwas zu glauben, dass ein anderer meint, und dieser hat seine Meinung gewöhnlich auch nur vom Hörensagen.“

(Ludwig Tieck, Dichter, 1773-1853)

„Die Worte des Kirchenvaters Tertullian: ‚Credibile est, quia ineptum est‘ können wir, je nach Geschmack, entwaffnend oder ärgerlich finden: Ich glaube, weil es widersinnig ist. Solch eine Sichtweise lässt sich unmöglich ernsthaft anfechten. Wenn man des Glaubens bedarf, um etwas zu glauben oder an etwas zu glauben, so sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass etwas Wahres oder Verwertbares daran ist, erheblich. Die harte Arbeit des Forschens, Beweisens und Nachweisens ist unendlich viel einträglicher und hat uns Erkenntnisse beschert, die wunderbarer und transzendenter* sind als jede Theologie.

Der Sprung in den Glauben – um den von Sören Kierkegaard geprägten Begriff zu verwenden – ist ein Schwindel. Kierkegaard wies darauf hin, dass ein Sprung nicht für alle Zeiten ausreicht. Er muss ständig wiederholt werden, wider die sich häufende Gegenbeweise. Diese Anstrengung überfordert den menschlichen Verstand und führt zu Wahnvorstellungen und Manien. Die Religion weiß sehr gut, dass der Sprung immer weniger einbringt, weshalb sie sich nicht auf den Glauben verlässt, sondern ihn korrumpiert und die Vernunft beleidigt, indem sie Beweise konstruiert. Argumentiert wird mit dem Wirken des Schöpfers in der Natur, mit Offenbarungen, Strafen und Wundern. Nun, nachdem das Monopol der Religion beendet wurde, liegt es im Vermögen eines jeden Einzelnen, diese Beweise als die törichten Lügen zu entlarven, die sie sind.“

(Christopher Hitchens, engl. Buchautor und Journalist, geb. 1949. Die metaphysischen Behauptungen der Religion sind falsch. Aus: Der Herr ist kein Hirte – Wie Religion die Welt vergiftet, S. 92, 2007)

„Ich war ein Sklave in Ägypten und empfing die Thora* am Berge Sinai und zusammen mit Josua und Elijah überschritt ich den Jordan. Mit König David zog ich in Jerusalem ein, und mit Zedekiah wurde ich von dort ins Exil geführt. Ich habe Jerusalem an den Wassern zu Babel nicht vergessen, und als der Herr Zion heimführte, war ich unter den Träumenden, die Jerusalems Mauern errichteten.

Ich habe gegen die Römer gekämpft und bin aus Spanien vertrieben worden. Ich wurde auf dem Scheiterhaufen in Magenza, in Mainz, geschleppt, und habe die Thora im Jemen studiert. Ich habe meine Familie in Kischinev verloren und bin in Treblinka verbrannt worden. Ich habe im Warschauer Aufstand gekämpft und bin nach Eretz Israel gegangen, in mein Land, aus dem ich ins Exil geführt wurde, in dem ich geboren wurde, aus dem ich komme und in das ich zurückkehren werde.“

(Ezer Weizmann, Präsident des Staates Israel,1924-2005. Aus: Rede vor dem Deutschen Bundestag am 16. Januar 1996)

„Nachdem ich nach Jahren der Indoktrination* meist weltfremder Glaubensinhalte aus der katholischen Glaubensgemeinschaft ausgeschieden bin, orientiere ich mich nunmehr an den Grundsätzen der Aufklärung und des Humanismus. Meine Überzeugung steht in krassem Gegensatz zu dogmatischen* Religionen und Ideologien, die sich im Besitz einer absoluten Wahrheit wähnen. Da ich selbst keine Patentrezepte anbieten kann, respektiere ich Menschen mit religiösen Überzeugungen, auch wenn ich diese nicht teile. Jedoch verlange ich, dass Nichtglaubenden der gleiche Respekt auf der Grundlage von weltanschaulicher Gleichwertigkeit und Toleranz entgegengebracht wird.

Geistesfreiheit ist für mich das Maß der Dinge und wird sich immer gegenüber jeder Art von dogmatischen*, autoritären oder totalitären Denkmustern zu behaupten wissen.“

(Heinz Sendholz, Tübingen)

„Was viele glauben, glaubet nicht!

(Christian Fürchtegott Gellert, dt. Dichter, 1715-1769)

„Ich bekenne, dass ich, nachdem ich 60 Jahre Erde und Menschen studiert habe, keinen anderen Ausweg aus dem Elend der Welt sehe als den von Christus gewiesenen Weg. Es ist unmöglich, dass die Erde ohne Gott auskommt.“

(George Bernard Shaw, anglo-irischer Dramatiker, 1856-1950. Nobelpreis für Literatur 1925)

„Ich glaube an Gott, so wie ein Blinder an die Sonne glaubt, nicht weil er sie sieht, sondern weil er sie fühlt.“

(Phil Bosmans, belg. Ordenspriester und Schriftsteller, geb. 1922)

„Der Atheist ist das größte Kompliment, dass Gott sich selbst zollt: Er schafft ein Wesen, das stark genug ist, von ihm abzusehen.“

(Ernst Wilhelm Eschmann, dt. Schriftsteller, 1904-1987)

„Dem Menschen einen Glauben zu schenken, heißt seine Kraft verzehnfachen.“

(Gustave Le Bon, franz. Philosoph, 1841-1931)

„Friedensdienst ist Glaubensdienst. Wer dem Glauben und seiner Verbreitung dient, der dient dem Frieden und seiner Verbreitung. Jeder Soldat muss daher immer auch Theologe sein, d. h. ein Mann Gottes, um dem Frieden unter den Menschen dienen zu können (...) Wer für die Ehre Gottes eintritt, verschafft auch dem Frieden auf Erden eine Chance. Anders geht es nicht.“

(Joachim Meisner, Kardinal, Erzbischof von Köln, geb. 1933)

„Ohne kritisches Denken gibt es nur diffuse Gefühle, Vorurteile, Illusionen. Die entscheidende Frage lautet: Warum ist alles Weltliche überhaupt da?Warum gibt es Werden und Vergehen? Der Ausgangspunkt ist zunächst einmal die Erfahrung, dass es Veränderung gibt und die Überzeugung, dass es für jedes Phänomen eine Ursache braucht. Aus diesen Überzeugungen schließe ich auf etwas, das dahinter ist, damit etwas entstehen kann, dann muss es doch etwas geben, das Grund dafür ist, dass der Kosmos tatsächlich zu existieren begonnen hat. Die Gottesbeweise wollen zeigen, dass dieser Urgrund ganz anders ist als der Ursprung einer Sache, er ist kein raum-zeitlich bestimmter Gegenstand (...) Sollte meine Vernunft ständig gegen diesen Glauben an Gott sprechen, so wäre ich innerlich zerrissen. Und das wäre ungesund und äußerst unangenehm. Ein vernünftiger Glaube hilft, eine einheitliche, konsistente Auffassung der Wirklichkeit zu haben. Und diese einheitliche Auffassung hilft mir auch, den Alltag leichter zu bewältigen, ohne dass ich schizophren sein müsste: hier Rationalität der Wissenschaft, dort Irrationalität des Glaubens. Diese Spaltung wäre äußerst ungesund. Die Gotteserkenntnis führt also zu einer Stimmigkeit in meinem Leben, sie fördert das seelische Wohlbefinden und die Ausgeglichenheit des Geistes.“

(Edmund Runggaldier, österr. Jesuit, Philosoph, geb. 1944. Aus: Versuchen wir es mal, ein imaginäres Interview von Christian Modehn in Publik-Forum, 14/2009)

„Dass es die Welt, dass es den Menschen, dass es die menschliche Person, dich und mich gibt, hat göttlichen Sinn.“

(Martin Buber, jüd. Religionsforscher und Religionsphilosoph, 1878-1965)

„Wenn Gott nicht existierte, so wäre alles erlaubt.“

(Fjodor Michailowitsch Dostojewski, russ. Dichter, 1821-1881)

„Der Mensch, ein Wesen, das nach der Wahrheit sucht, ist auch derjenige, der vom Glauben lebt. Im Glauben vertraut sich ein jeder den von anderen Personen erworbenen Erkenntnissen an.“

(Papst Johannes Paul II., 1920-2005)

„Ein Gebet zur allerseligsten Jungfrau Maria ist wie ein Gespräch am Telefon. Wer sie anruft, dem antwortet sie auch.“

(Papst Johannes XXIII., 1881-1963)

„Der Mensch kann nicht leben ohne ein dauerndes Vertrauen zu etwas Unzerstörbarem in sich, wobei sowohl das Unzerstörbare, als auch das Vertrauen dauernd verborgen bleiben können. Eine der Ausdrucksmöglichkeiten dieses Verborgenseins ist der Glaube an einen persönlichen Gott.“

(Franz Kafka, österr. Schriftsteller, 1883-1924)

„Ich vertraue dir, mein Gott, obwohl ich in dieser Welt nicht erkennen kann, wo du vertrauenswürdig bist. Ich kann dein Vertrauen nicht begründen und nicht beweisen. Es leuchtet mir auch im Leben und Sterben anderer Menschen auf, ganz besonders im Leben und Sterben des Jesus von Nazareth. Für mich ist es ein todsicheres Wissen, dass sich die Widersprüche dieser Welt in irgendeiner Weise auflösen, dass jenseits der Möglichkeiten meines Verstandes die Rätsel sich lösen, sich aufheben, sich ergänzen. Woher diese Gewissheit kommt? Sie ist ein Geschenk von dir. Anders wüsste ich es nicht zu sagen. Wobei ich wiederum nicht weiß, warum du unter uns Menschen so sparsam mit diesem Geschenk umgehst. Warum hast du meinen Vater nicht beschenkt? Er ist voller Zweifel an deiner Existenz und hat dafür auch stichhaltige Gründe, die er in diesem Buch darlegt.“

(Sandra Bischof, Aachen)

„(...) Das ethische Werte- und Verhaltensgefüge von Christen ist keine beweisfähige Glaubensgröße. Christlicher Glaube erschöpft sich nicht in Ethik, und die Ethik kann nicht an die Stelle des Glaubens treten. Hier liegt einer der Gründe, weshalb sich, entgegen populärer Missverständnisse, die Glaubwürdigkeit des Christentums nicht an einer sozial gelungenen Ordnung des menschlichen Lebens oder an der individuellen Lebensführung ablesen lässt (...) Die Sozialkritik am Christentum, die wegen dessen teils behauptetem ethischen Versagen den gesamten Bau des christlichen Glaubens als hinfällig ansieht, beruht auf der Verwechslung einer Religion mit einer Sozialbewegung. Verständlich wird sie im Blick auf die innerweltliche Dimension des christlichen Glaubens und auf die Verknüpfung von Religion und Gesellschaft in den vom Christentum durchdrungenen Zivilisationen (...)“

(Kurt Nowak, Theologe. Christliche und nichtchristliche Ethik. Aus: Das Christentum, S. 98-99, 1997)

„Ich glaube, dass das Weiße, das ich sehe, schwarz ist, wenn die hierarchische Kirche es so bestimmt.“

(Ignatius von Loyola, Gründer des Jesuitenordens)2

2 Wie krank muss selbst ein religiös verblendetes Gehirn sein, wenn es einen solchen Kadavergehorsam gegen ihre Oberen und eine totale Hingabe an den Christengott abverlangt.

„Dies bedeutet für mich, dass es eine Instanz gibt, die über dem Menschen steht. Etwas Höheres, das mit dem menschlichen Verstand nicht zu erfassen und nicht zu erklären ist. Das ich aber brauche, um eine Ordnung in dieser Welt erkennen zu können. Dieser Glaube gibt mir die Zuversicht, dass diese Welt am Ende einen guten Verlauf nimmt. Ich persönlich habe Situationen erlebt und durchmachen müssen, in denen ich objektiv an Grenzen gestoßen bin, als wir beispielsweise mit der Erblindung unserer Tochter konfrontiert waren oder auch bei schwierigsten Verhandlungen im Beruf. In solchen Situationen habe ich mich an meinen Konfirmationsspruch aus Psalm 68 erinnert: „Gott lädt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.“ Dieser Konfirmationsspruch hat mir in meinem Leben immer wieder geholfen. Immer dann, wenn ich an Grenzen stieß, wenn ich mit etwas konfrontiert wurde, was ich nicht erfassen, nicht beurteilen oder steuern konnte.“

(Horst Köhler, ehemaliger dt. Bundespräsident. Aus: Offen will ich sein – und notfalls unbequem, 2004. Seine Antwort auf die Frage: „Was bedeutet es, wenn Sie sagen: Ich glaube an Gott?“)

„Was spielt sich in den Köpfen der Gläubigen ab, wenn sie zum Beispiel das Glaubensbekenntnis rezitieren und dabei die Worte vom eingeborenen Sohn, geboren aus Maria der Jungfrau, aufgefahren in den Himmel, sitzend zur Rechten Gottes usw. sprechen. Was können sie anfangen mit dem Jesus zugelegten Hoheitstiteln Sohn Gottes, Messias und Menschensohn? Ich fürchte, dass all diese Begriffe für die meisten Menschen leere Worthülsen und für ihr Leben ohne Bedeutung sind (...)“

(Heinrich Missalla, dt. Theologe und Priester, geb. 1926. Entfremdung. Aus: Nichts muss so bleiben, wie es ist. – Mein katholisches Leben im 20. Jahrhundert, S. 186, 2009)

„Glaube an Gott bedeutet für mich nicht Glaube an eine höhere Macht, an die ich meine Verantwortung abgeben kann, sondern Glaube an ein Prinzip: Prinzip der Hoffnung. Ohne diese Hoffnung wäre mein irdisches Leben für mich sinnlos. Glaube ist für mich die Gewissheit, dass etwas sinnvoll ist, unabhängig von seinem Ausgang.“

(Birgit Pauls, Aachen)

„Der Glückliche bedarf des Glaubens, um nicht übermütig zu werden, der Nichtglückliche aber als Halt und der Unglückliche, um nicht zu unterliegen.“

(Wilhelm Friedrich von Humboldt, dt. Philosoph und Sprachforscher, 1767-1835)

„Das sittliche Handeln und die sittliche Wertschätzung ist von dem Glauben an die Existenz eines Gottes unabhängig.“

(Immanuel Kant, dt. Philosoph, 1724-1804)

Wir dürfen nicht übersehen, dass ein erheblicher Prozentsatz der Moslems in der Welt glaubt, die Männer, die das World Trade Center zerstörten, säßen jetzt zur Rechten Gottes, inmitten von Flüssen aus reinstem Wasser, und Flüssen aus Milch, die niemals säuert; Flüssen aus Wein, aus denen es köstlich ist zu trinken, und Flüssen aus reinstem Honig (47: 15) Diese Männer, die Stewardessen die Kehle aufschlitzten und bei Tempo 800 junge Paare mit ihren Kindern in den Tod schickten – sind soeben dabei, die Aufwartung von Knaben, mit ewiger Jugend gesegnet zu genießen, in einem Königreich der Herrlichkeit und Wonne. Sie sind gehüllt in Kleider aus feiner grüner Seide und üppigem Brokat, und geschmückt mit Armreifen aus Silber (76: 15) Die Liste ihrer Privilegien ist lang. Was aber bringt einen Märtyrer an seinem letzten Tag unter den Lebenden frühmorgens dazu, das Bett zu verlassen? Eilte denn auch nur einer der neunzehn Luftpiraten in Allahs* Garten, um sich seinen Anteil an Seide zu schnappen? Wohl kaum. Die hiermit verbundene Ironie grenzt für sich nahezu an ein Wunder: Die sexuell verklemmtesten Menschen, die derzeit auf der Welt zu finden sind – Menschen, die bei jeder Baywatch*-Wiederholung in Mordlust geraten –, lassen sich zum Märtyrertum verlocken auf Grund der Vorstellung von einem Paradies*, das sich mit nichts anderem vergleichen lässt als mit einem Freiluftbordell.“

(Sam Harris, US-amerik. Philosoph und Schriftsteller, geb. 1967. Das Problem mit dem Islam. Aus: Das Ende des Glaubens. – Religion, Terror und das Licht der Vernunft, S. 124, 129, 2007)

„An Gott glauben nur diejenigen nicht, die ein Interesse daran haben, dass es keinen geben möchte.“

(Francis Bacon, engl. Philosoph und Staatsmann, 1561-1626)

„Glauben ist schwer. Nichts zu glauben ist unmöglich.“

(Victor Hugo, franz. Schriftsteller, 1802-1885)

„Dies ist die Stunde, in der du Gott treffen wirst, und bete zu Gott, Gott hilf mir, dies zu tun. Wenn du im Flugzeug bist, solltest du zu Gott beten, denn du tust dies für Gott. Wie der allmächtige Prophet sagt, ist eine Tat für Gott besser als die ganze Welt. Immer wieder: Bete, bete, bete, damit du nicht schwankend wirst und aus Angst dein Vorhaben aufgibst. Öffne dein Herz, heiße den Tod im Namen Gottes willkommen. Und schließlich, wenn alles vorbei ist, rufen Engel deinen Namen und tragen für dich ihre schönsten Kleider.“

(Dies war die spirituelle Anleitung für den Selbstmordanschlag am 11. September 2001 auf das World Trade Center, die FBI-Beamte im Gepäck des Attentäters Mohammed Atta gefunden haben. Sie liest sich wie ein Dokument religiöser Paranoia - Gott als Rechtfertigung für den furchtbarsten Terroranschlag der Geschichte, bei dem über 3.000 Menschen ums Leben kamen)

„Nein, offen gestanden glaube ich nicht an den Gott, den mir die Väter überliefert haben. Aber wenn ich Kinder oder alte Frauen beten sehe, wenn ich in der Seniorenresidenz meiner einundneunzigjährigen Mutter Luthers Abendsegen vorlese, dann wird der alte Gott transparent auf das GUTE, dass im Bezugsgewebe menschlicher Angelegenheiten lebt und webt und immer neue Fäden spinnt, hin zu den Anderen, den Älteren und Jüngeren. Vielleicht bald auch hin zu denen, die uns westliche Christinnen und Christen zu Recht die Ungläubigen nennen, weil wir es verlernt haben, öffentlich von Gott zu sprechen: vom SINN dieser einzigen schönen und verletzlichen Welt, in der sechseinhalb Milliarden Menschen in immer neuen Generationen zusammen mit unzähligen anderen Lebewesen gut leben wollen.“

(Ina Praetorius, Theologin und freie Autorin, geb. 1959. Aus: Gott dazwischen – Eine unfertige Theologie, S. 17, 2008)

Die Gläubigen sind selten Denker und die Denker selten gläubig.“

(Hans Daiber, dt. Orientalist, geb. 1942)

„Das Vergnügen kann sich auf Illusionen stützen, nicht aber der Glaube an eine mit göttlichen Attributen ausgestattete Wesensart.“

(Bernadette Hofmeister, Studentin)

„Der Glaube lässt uns begreifen, dass es etwas Unbegreifliches gibt.“

(Anselm von Canterbury, engl. Philosoph und Kirchenlehrer, 1033-1109)

„Erfahrung ist für mich die höchste Autorität. Der Prüfstein der Gültigkeit ist meine eigene Erfahrung. Keine Idee eines anderen und keine meiner eigenen Ideen ist so maßgeblich wie meine Erfahrung. Ich muss immer wieder zur Erfahrung zurückkehren, um der Wahrheit, wie sie sich in mir als Prozess des Werdens darstellt, ein Stück näher zu kommen.

(Reinhold Miller, Aus: „Die Entwicklung der Persönlichkeit“ Gott, ein Geschöpf des Menschen, erschienen 2008 bei Olms, C. Rogers)

„Ich fühle mich nicht zu dem Glauben verpflichtet, dass derselbe Gott, der uns mit Sinnen, Vernunft und Verstand ausgestattet hat, von uns verlangt, dieselben nicht zu benutzen.“

(Galileo Galilei)

„Ich bin 1939 geboren und in einem tiefgründigen Katholizismus aufgewachsen. Von Kindheit an war mir das persönliche Gebet vertraut. Früh lernte ich, dass Gott trotz aller Bitten und kindlicher Gegenangebote meine dringendsten Bitten nicht erhörte: Mein geliebter Papa kam nicht aus dem Krieg zurück, und das Christkind, das Weihnachten auf die Erde kam, durfte ich nicht sehen. Das hat mich zu unermüdlichem Weiterfragen und -forschen getrieben. So studierte ich später Theologie und fand zu einem kritischen, aufgeklärten Katholizismus, der mich bald in Widerspruch zur Kirche brachte. Ich glaubte nicht mehr, dass Gott seinen Sohn auf die Erde schickte, damit er durch sein Leiden uns böse Sünder erlöse. Stattdessen verstand ich, dass Jesus als erleuchteter Mensch uns gezeigt hat, wer wir Menschen wirklich sind: Söhne und Töchter Gottes, sein Ebenbild, und dass es in unserem Leben auf der Erde um nichts anderes als die Liebe geht (...)“

(Sabeth Breckweg, Bremen. Aus: Betr.:Mein Gott – Persönliche Bekenntnisse, Erlebnisse und Einschätzungen, S. 124, 2008)

„Nur allmählich begreifen wir, in welchem Ausmaß religiöser Glaube die Unmenschlichkeit, die zwischen Mensch und Mensch herrscht, am Leben erhält. Dies überrascht nicht, da viele von uns noch immer meinen, der Glaube sei ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Lebens. Zwei Mythen gibt es heute, die den Glauben vor der rückhaltlosen Untersuchung einer rationalen Kritik bewahren, und wie es scheint, fördern diese Mythen religiösen Extremismus und religiöse Mäßigung gleichermaßen: 1) Die meisten von uns glauben, dem Menschen kämen aus der Religion gute Dinge zu. Gedacht wird an starke Gemeinschaften, ethisches Verhalten, spirituelle Erfahrungen, und das kann bei anderen wohl auch nicht schlecht sein; 2) viele von uns glauben auch, die schrecklichen Dinge, die oft im Namen der Religion begangen werden, seien nicht das Ergebnis des Glauben per se, sondern Ausdruck unserer niederen Instinkte, von Kräften wie Gier, Hass und Angst, für die der religiöse Glaube selbst das beste, wenn nicht einzige Heilmittel darstelle. Gemeinsam scheinen diese Mythen uns gegen Ansprüche der Vernunft im öffentlichen Diskurs durch und durch immunisiert zu haben.

Viele religiös Gemäßigte haben sich für den scheinbar goldenen Weg des Pluralismus entschieden, indem sie beteuern, alle Religionen seien gleichermaßen gültig. Auf diese Weise entgeht ihrer Aufmerksamkeit jedoch der unverbesserliche sektiererische Wahrheitsanspruch, an dem jede Religion festhält(...)“

(Sam Harris, US-amerik. Philosoph und Schriftsteller, geb. 1967. Vernunft im Exil. Aus: Das Ende des Glaubens – Religion, Terror und das Licht der Vernunft, S. 11, 2007)

„Ich bin Atheist*. Ich will nicht gegen eine überholte Religion kämpfen. Nein, das wäre der falsche Gegner. Ich kämpfe für Toleranz, für die Trennung zwischen Kirche und Staat, für die Freiheit des Glaubens und des Unglaubens. Den Geist kann niemand für sich allein reklamieren: Die Freiheit auch nicht.“

(M. Vonderstein, Bremen)

„Wer Gott besitzt, hat alles.“

(Don Bosco, ital. Ordensgründer, 1815-1888)

„Auf dem Grund des Glaubenmeeres liegt die Perle der Erkenntnis. Heil dem Taucher, der sie findet!“

(Friedrich von Bodenstedt, Schriftsteller, 1819-1892)

„Ich empfinde mich durchaus als einen vielleicht religiösen, ich sage lieber spirituellen Menschen. Ich persönlich beneide oft stark religiöse Menschen, weil ich bei Ihnen einen großen Halt im Leben feststelle. Sie tragen große Hoffnung, großes Vertrauen in sich und haben eine große Schicksalsgläubigkeit bezüglich ihrer eigenen Situation. Das habe ich auch, kann es aber nicht in dem Sinne als christlich, buddhistisch, oder mit einem Gott benennen. Denn diesbezüglich ist das geschriebene Wort für mich in der Regel sehr patriarchalisch geprägt, in der Regel geprägt von Männern und von jahrhundertelanger Männertradition, womit ich mich als Feministin überhaupt nicht identifizieren kann. Ich habe einen fast kindlichen Umgang mit den Dingen. Ich ertappe mich durchaus beim Beten. Ich bedanke mich.“

(Hella von Sinnen, Komödiantin, geb. 1959. Aus: Was Deutschlands Prominente glauben, Interview von Hanno Gerwin (Hg.), S. 223-224, 1. Aufl. 2006)

„Wenn man glaubt, im Besitz der Wahrheit zu sein, sollte man wissen, dass man glaubt, aber nicht glauben, dass man weiß. Daran halte ich mich, besonders in religiösen Dingen. Ich weiß nicht, ob Gott existiert, aber ich weiß, dass ich glaube, dass er nicht existiert. Atheismus* ist ein negativer Glaube (a-théos heißt auf Griechisch ohne Gott), aber es ist ein Glaube – weniger als ein Wissen, aber mehr als das simple Eingeständnis des Nichtwissens und die vorsichtige oder bequeme Weigerung, sich zu äußern.

Deshalb bin ich Atheist, kein Agnostiker*, und darauf bestehe ich. Die Frage nach Gott ist uns aufgegeben – von unserer Endlichkeit, von unserer Furcht, von unserer Geschichte, von unserer Kultur, von unserer Intelligenz und unserer Ignoranz. Ich kann weder so tun, als ob sie mich nichts anginge, noch vorgeben, ich hätte keine Meinung dazu. Ein undogmatischer Atheist ist nicht weniger atheistisch als die anderen. Nur klüger.“

(André Comte-Sponville, franz. Philosoph, geb. 1952)

„Dich vermag aus Glaubensketten der Verstand allein zu retten.“

(Johann Wolfgang von Goethe, dt. Dichter, 1749-1832)

„Unter geschichtlichem Gesichtspunkt angesehen, bietet die Marienverehrung einen Anblick dar, bei dem einen der Menschheit ganzer Jammer erfasst. Es ist eine Geschichte des kindlichsten Aberglaubens, der kecksten Fälschungen, Verdrehungen, Auslegungen, Einbildungen und Machenschaften, aus menschlicher Kläglichkeit und Bedürftigkeit, jesuitischer Schlauheit und kirchlichem Machtwillen zusammengewoben, ein Schauspiel, gleich geschickt zum Weinen wie zum Lachen: die wahre göttliche Komödie.“

(Arthur Drews, dt. Philosoph, 1865-1935)

„Unglaube und Aberglaube sind beide Angst vor dem Glauben.“

(Sören Kierkegaard, dän. Philosoph, Theologe und Schriftsteller, 1813-1855)

„Intoleranz ist die natürliche Begleiterscheinung eines starken Glaubens; Toleranz gedeiht nur, wenn der Glaube an Gewissheit einbüßt; die Gewissheit ist mörderisch.“

(William James Durant, US-amerik. Philosoph und Schriftsteller, 1885-1981)

„Für mich wurde Maria im Laufe meines Lebens immer wichtiger. Viele meinen, das Rosenkranz-Gebet und die ganze Marien-Verehrung seien nur etwas für alte Frauen. Aber so ist es nicht. Ich kenne viele Männer, für die Maria sehr wichtig ist. Welche Rolle spielt Maria in der Kirche? Ihre leibliche Aufnahme in den Himmel wurde erst 1950 zum Dogma* erhoben. Hat der Marienkult nicht auch erst im 19. Jahrhundert richtig begonnen?“

(Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Aus: Die Fürstin und der Kardinal, Herder-Verlag. Gespräch zischen der Fürstin und Kardinal Meisner)3

3 Während selbst aufgeklärte Christen das Dogma* der leiblichen Aufnahme Marieas in den Himmel mit kindlichem Glauben und tiefstem Mittelalter verbinden, sieht Ihre Durchlaucht das eben ganz anders. Oche Alaaf möchte man da als Freidenker der Ritterin wider den tierischen Ernst des Aachener Karnevals Vereins zurufen.

„Im Gegensatz zu vielen, die durch Schicksalsschläge gläubig werden, habe ich durch mehrere Krebserkrankungen nicht zu Gott gefunden. Mir ist lediglich klargeworden, dass ich sterblich bin und dass ich das Bestmögliche aus meinem Leben machen möchte. Das heißt auch, dass ich die Verpflichtung sehe, alles für mich zu tun, damit es mir gut geht, sowie der Welt meine Begabungen und Kompetenzen zur Verfügung zu stellen. Religion sehe ich in diesem Zusammenhang als einen Mechanismus, ein System, das die Selbstbestimmung des Menschen eher verhindert als ermöglicht.“

(Fiona Lorenz, Pädagogin, Buchautorin, geb. 1962. Warum dieses Buch? Aus: Wozu brauche ich einen Gott – Gespräche mit Abtrünnigen und Ungläubigen, S. 17, 2009)

Ich könnte mir vorstellen, dass ein Mensch auf die Erde herabschaut und behauptet, es gebe keinen Gott; aber es will mir nicht in den Sinn, dass einer zum Himmel hinaufschaut und Gott leugnet.“

(Abraham Lincoln, amerik. Politiker, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, für Abschaffung der Sklaverei, 1804-1872)

„Untersuchungen haben ergeben, dass der prozentuale Anteil der Universitätsstudenten, die an Gott glauben, weit geringer ist als bei gleichaltrigen Personen ohne Universitätsausbildung, aber mit demselben sozio-ökonomischen Hintergrund (...) Im Zusammenhang mit den gegenwärtigen Bewegungen für die Emanzipation der Frau mutet es seltsam an, dass jede mir bekannte Untersuchung bei Frauen einen wesentlich höheren Anteil an religiöser Gemeinschaftszugehörigkeit als bei Männern aufdeckt. Vielleicht werden einige der Frauen bald ihre Aufmerksamkeit den besonderen Methoden zuwenden, mit denen ihr Geist von einem fast ausschließlich männlichen Pfaffentum manipuliert wird(...).

Das gesellschaftlich angemessene Verhalten des Menschen ist eine Angelegenheit der Wissenschaft, nicht der Religion, denn dass unangemessene Verhalten, das mehr oder weniger negative Folgen hat, kann wissenschaftlich nachgewiesen werden (...) Die Macht der Religion bei der Errichtung und Zementierung eines undemokratischen Rechtssystems erläutert und belegt Dr. B. P. Beckwith in seinem Buch (Religion, Philosophy and Science, New York 1971) Er kommt zu dem Schluss, dass die römisch-katholische Kirche, das der russisch-orthodoxen Kirche am ehesten entsprechende Gegenstück des Westens, deutliche Gemeinsamkeiten mit dem russischen Kommunismus aufweist. Hierbei kommt es nicht so sehr auf die vermittelten Inhalte an, sondern vielmehr auf die dabei verwendeten Methoden (...). (...) einer der wahren Wege, die zum wahren Menschsein führen, besteht in dem Bemühen, aus der Anerkennung der Wahrheit Lust zu schöpfen anstatt aus dem Glauben an schöne oder falsche Vorstellungen. Man muss sich von den Vorurteilen, seien sie nun idealistischer oder religiöser Art, zu seinem eigenen Wohle, zum Wohle unserer Kinder und zum Wohle unserer Mitmenschen befreien.“

(Herbert James Campbell, amerik. Naturwissenschaftler, geb. 1925. Aus: Der Irrtum der Seele, 1973)

„Allen Menschen ist der Glaube an Gott ins Herz gesät. Es lügen jene, die da sagen, dass sie nicht an die Existenz Gottes glauben; denn in der Nacht und wenn sie allein sind, zweifeln sie.“

(Lucius Annaeus Seneca der Jüngere, röm. Dichter, Philosoph und Politiker, um 4 v. Chr.-65 n. Chr.)

„Für die Suche nach Glaube, Hoffnung, Liebe weist Wolfgang Huber einen klaren Weg. Dies geschieht in evangelischer Perspektive, die auf die Gewichtung der Argumente, auf ihre Prüfung an biblischen Grundaussagen, auf die Verbindlichkeit christlicher Freiheit zielt. Für Menschen, die nach religiöser Klarheit suchen, und für diejenigen, die das Zweifeln noch nicht verlernt haben, erschließt der Autor den Grund der christlichen Gewissheit: den Glauben an Gott, den Vater, an Christus und an den Heiligen Geist.“