Genuss trotz Verzicht - Gunnar Brand - ebook

Genuss trotz Verzicht ebook

Gunnar Brand

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Opis

Gehören auch Sie zu den Menschen, die an Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden? Scheint Ihr Leben geprägt von Verzicht, Mangel an leckerem Essen und vielen Einschränkungen? Seit Jahren steigt die Zahl der Betroffenen, die massiven Auswirkungen auf ihre Lebensqualität akzeptieren müssen. Viele verzweifeln ob dieser Diagnose und den täglichen Herausforderungen beim Kochen. Schluss damit! Gunnar Brand, selbst betroffen, hat jetzt gemeinsam mit seiner Heilpraktikerin Ulrike Bron dieses einmalige Werk aus Ratgeber mit interessanten Hintergründen und Kochbuch zusammengestellt - eine kulinarische Bereicherung nicht nur im Sinne einer Symptombesserung, sondern auch für Vitalität und Lebensfreude. Die Vielzahl der geprüften und anschaulich bebilderten Rezepte machen deutlich: Genuss trotz Lebensmittelunverträglichkeit ist möglich. Lassen Sie sich begeistern von diesem Praxisbuch auf Grundlage der Rotationsdiät, um weiterhin gut und lecker zu essen. Sozusagen ein Rund-um-Sorglos-Buch für alle, die nicht alles essen dürfen. Auch nicht Betroffene werden angetan sein von den Tipps für die denkbar einfachste Gesundheitsfürsorge und den leckeren Rezepten für ihr Kochrepertoire. Auf ein gesundes, leistungsstarkes und glückliches Leben mit Genuss! Guten Appetit!

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Für Sigrid

Ulrike Bron & Gunnar Brand

Genuss trotz Verzicht

Lecker essen bei Lebensmittelunverträglichkeiten

© AURUM in J. Kamphausen Mediengruppe GmbH, Bielefeld

ISBN Print 978-3-89901-969-8

ISBN E-Book 978-3-89901-970-4

Lektorat: Anne Petersen

Fotos: Lina Loos | www.loos-gehts.de,

Lutz Geißler (Seite 73, 75, 77),ingimage.com (Seite 16, 26, 27, 28, 37, 39)Gestaltung: Kerstin Fiebig | www.ad-department.deE-Book Gesamtherstellung: Bookwire GmbH, Frankfurt a. M.

www.weltinnenraum.de

1. Auflage 2015

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Funk, Fernsehen und sonstige Kommunikationsmittel,fotomechanische oder vertonte Wiedergabe, sowie des auszugsweisen Nachdrucks vorbehalten.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Theorieteil

Einleitung

Allergie und Unverträglichkeit

Die Auslass- bzw. Rotationsdiät

Die Ernährungsbausteine und ihr Platz in der Rotationsdiät

Was im Verlauf der Rotationsdiät wichtig ist

Lebensmittelgruppen im Hinblick auf Nahrungsmittelunverträglichkeit

Der Darm – Organ mit Tiefgang

Symptome und Beschwerden im Zusammenhang mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten

The Dirty Dozen und ein Plädoyer für Bio

Praxisteil

Einleitung

Frühstück

Süße Hirse mit Datteln und Cashew

Milchreis mit Obst

Rührei Sisman

Haferbrei mit Mango und Hafer-Crunchies

Joghurtgenuss mit Beeren

Pancakes al gusto

Brotvielfalt

Glutenfreies Brot

Roggenbrot

Dinkel-Kartoffelbrot

Aufstrich & Pesto

Kürbisaufstrich

Exotischer Linsenaufstrich

Auberginencreme

Rote Beete Aufstrich

Basilikum- und Rucolapesto

Hummus

Kalt gerührte Beerenmarmelade

Carob-Erdmandel-Aufstrich

Maroni-Aufstrich

Suppen

Kokos–Süßkartoffel-Suppe mit Einlage

Gemüse-Linsensuppe

Kräftige Hühnerbrühe und klare Gemüsessuppe

Kürbissuppe

Frische Salate

Vogerlsalat mit Fenchel, Avocado und weißen Bohnen

Gurkensalat Spezial

Krautsalat

Brechbohnensalat mit schwarzen Bohnen

Blumenkohl-Kichererbsensalat

Käferbohnensalat ‚Stermetzberg‘ mit Roastbeef und Ei

Hauptgerichte mit Fleisch & Fisch

Wiener Schnitzel mit Erdäpfel-Vogerlsalat

Putenroulade mit Blumenkohl und Pastinakenpüree

Hirtenfrikadelle mit gegrilltem Gemüse und Kartoffelbrei

Reisnudeln mit Gemüse und Putenbruststreifen oder Tofu

Lammkotelett mit Maiskolben und grünem Spargel

Entrecôte mit Rosenkohl und Pommes Frites

Zander mit gedämpftem Brokkoli und Polentacréme

Saibling im Mangoldmantel mit jungen Kartoffeln

Vegetarische Hauptgerichte

Gemüse-Hirse-Pfanne

Maroni-Krautfleckerl Spezial

Quinoa-Wirsing-Roulade

Mangoldtarte

Tarte mit Schafscreme und gebackenem Kürbis

Rote Beete Risotto mit karamellisierten Walnüssen

Kürbiscarbonara

Pasta al Riso

Pasta Genovese

Gnocchi mit Spinat und Ziegenkäse

Pizza mit Gemüse und Büffelmozarella

Quinoa-Bratlinge mit Kohlrabi

Zucchinischiffchen

Kartoffelküchlein mit Kürbischutney

Buchweizentorte mit Gemüse und Ziegenfrischkäse

To Go – Gerichte zum Mitnehmen

Hirsesalat mit gebratenem Gemüse

Quinoasalat Yoman

Tex Mex Salat

Entspannter Gemüsesalat mit Kichererbsen

Linsen-Kokossuppe

Desserts & Kuchen

Mousse au Chocolat à la Tofu

Kokos-Wackelpudding mit Papaya

Bananenkuchen

Tropischer Energiegenuss

Mango Tarte Tartin

VORWORT

Projekte entstehen schon lange im Kopf, ehe sie Realität werden, aber manchmal bedarf es einer Initialzündung, damit es auch wirklich zur Umsetzung kommt. Die Initialzündung für dieses Buch war die Begegnung einer Therapeutin mit einem Patienten. Als Gunnar vor gut einem Jahr zum ersten Mal in meine Praxis kam, ging es ihm nicht wirklich gut: Müdigkeit, Erschöp fung, Schmerzen, Verdauungsprobleme und auch ein paar Kilos zu viel für sein jugendliches Alter waren die Hauptbeschwerden. Als bei der Testung jede Menge der bis dato konsumierten Lebensmittel wegfielen, schien er – anders als viele meiner Patienten – wenig schockiert. Ich sprach ihn auf diese erstaunliche Gelassenheit an und er erzählte mir von seiner großen Leidenschaft fürs Kochen. Das Wegfallen der gewohnten Zutaten wäre für ihn eher eine kreative Herausforderung als ein großer Verlust, vor allem wenn die Veränderung seiner Ernährungsgewohnheiten eine Verbesserung seines gesundheitlichen Zustandes mit sich brächte!

Als er dann nach sechs Wochen erneut in die Praxis kam, staunte ich: Nicht so sehr über die deutlich sicht- und spürbaren Veränderungen in seinem Befinden (denn das hatte ich erfahrungsgemäß ja erwartet!), sondern über die Begeisterung, mit der er über diverse Kochexperimente berichtete und die kulinarischen Ideen, mit denen er seinen Speiseplan trotz des Verzichtes auf die üblichen Nahrungsmittel bereichert hatte. Und so kam es zu dem Satz: „Herr Brand, wir sollten zusammen ein Buch schreiben…“, der nun tatsächlich wahr geworden ist.

Aber dieses Buch wäre nicht entstanden, wenn ich nicht vor vielen Jahren eine andere Begegnung gehabt hätte – mit Frau Dr. Sigrid Flade, einer großartigen Ärztin, die ich getrost eine Pionierin auf dem Gebiet der Nahrungsmittelunverträglichkeit nennen darf. Sie war mir eine wunderbare Mentorin, die in mir die Leidenschaft für dieses Thema erweckt und mir das therapeutische Handwerkszeug vermittelt hat, um das Werk in ihrem Sinne fortzusetzen: Patienten dabei zu unterstützen und dazu zu inspirieren, sich durch die Aufnahme der für sie verträglichen Nahrungsmittel selbst zu heilen.

Ernährung ist eine hochwirksame Medizin, mit der man Krankheiten therapieren kann. Diese Erkenntnis können auch Sie hautnah erfahren, wenn Sie bereit sind, Ihre festgefahrenen Ernährungsmuster zu vergessen und neue Wege zu beschreiten. Dabei soll Ihnen dieses Buch ein treuer Begleiter sein!

THEORIETEIL

Wir möchten Ihnen – bevor es mit den Rezepten los geht – ein paar wichtige Informationen an die Hand geben.

EINLEITUNG

Nahrungsmittelunverträglichkeit – Genuss trotz Verzicht

Drei Fragen zu Beginn:

1.Schließt Verzicht Genuss aus?

2.Braucht die Welt noch ein Kochbuch?

3.Ist Nahrungsmittelunverträglichkeit bloß hypochondrischer Hype unserer körperfixierten Gesellschaf?

Drei Antworten dazu:

1. Nein – im Gegenteil. Denn erst durch den Verzicht wird Genuss wieder möglich, sobald das Thema Nahrungsmittelunverträglichkeit im Raum steht.

2. Ja, dieses. In all der Fülle, die sich in den letzten Jahren auf dem Kochbuchsektor breit gemacht hat, in all den Grundsatzdiskussionen um vegetarisch, vegan, Mischkost, Rohkost, GlyX-Diät & Co wird oft nicht bedacht, dass, egal welche Ernährungsrichtung – und sei sie auch noch so „gesund“ – für Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, im wahrsten Sinne des Wortes „unverträglich“ werden kann. Denn vieles, was gemeinhin als gesund gilt, ist für die Betroffenen in einem hohen Maße problematisch.

3. Nein, definitiv nicht. Das sprunghafte Ansteigen der Nahrungsmittelunverträglichkeiten in den letzten Jahren ist alarmierend und erklärt sich teilweise durch Fehlernährung, Umweltbelastung, Stressbelastung (ja, auch diese schlägt sehr zu Buche!), Medikamenteneinnahme, einem ausufernden Süßigkeitenkonsum, der die Darmflora schädigt und damit die Stabilität des Immunsystems beeinträchtigt. Oft ist eine familiäre Disposition zu erkennen, aber zunehmend treten die Probleme „wie aus heiterem Himmel“ auf.

Seit Jahren beschäftige ich mich therapeutisch mit diesem Thema. Immer wieder sehe ich in der täglichen Praxis, was einem Menschen alles passieren kann, der im Grunde nur das eine oder andere Nahrungsmittel nicht verträgt. Die Bandbreite reicht von Magen-/ Darmbeschwerden über Atemwegserkrankungen, Hautprobleme (Neurodermitis, juckende Ekzeme, Akne, Psoriasis, etc.), Kopfschmerzen/Migräne, Herzrasen, Müdigkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität bis hin zu seelischen und psychischen Beschwerden. Die Liste ist wirklich lang.

Ich habe viele Patienten, die einen jahrelangen Leidensweg hinter sich haben und häufig, weil schulmedizinisch nichts zu finden ist, mit der lapidaren Aussage „da stecken psychische Ursachen dahinter, suchen Sie einen Psychotherapeuten auf“ abgespeist wurden. Dass die Psyche nach einer solchen Odyssee natürlich auch in Mitleidenschaft gezogen wird, ist verständlich, aber die wirkliche Ursache liegt woanders.

Erschwert wird die Ursachenfindung oft dadurch, dass Beschwerden nicht unbedingt im Verdauungsapparat im Vordergrund stehen, sondern sehr unspezifisch auftreten können. Auch ein zeitlicher Zusammenhang muss nicht zwingend vorliegen, denn zwischen dem Genuss eines bestimmten Nahrungsmittels und dem Auftreten von Symptomen können zwischen einem und bis drei Tagen vergehen, besonders, wenn dieses häufig oder täglich gegessen wird.

Dieses Buch dient zwei Zielen: Zunächst einer umfassenden Einführung in das Thema der Nahrungsmittelunverträglichkeit und wie man dieser Problematik durch die sogenannte Rotationsdiät im besten Sinne des Wortes „zu Leibe rückt“.

Im zweiten Teil soll durch eine Vielzahl von Rezepten anschaulich gemacht werden, wie die vermeintliche Einschränkung letztlich zu einer kulinarischen Bereicherung führt. Und diese kulinarische Bereicherung wirkt sich nicht nur im Sinne einer Symptombesserung, sondern auch in Hinblick auf Vitalität und Lebensfreude aus. Ein Blick über den Tellerrand des Gewohnten schadet bekanntlich nie.

Jene Leserinnen und Leser, die (noch) nicht von einer Nahrungsmittelunverträglichkeit betroffen sind, bietet dieses Buch umfangreiche Tipps und Informationen, wie sie ihren Speiseplan gesund erweitern können. Denn wenn es einen Satz gibt, dem ich voll und ganz zustimme, dann diesem:

„DU BIST, WAS DU ISST!“

ALLERGIE UNDUNVERTRAGLICHKEIT

Es besteht ein grundsätzlicher Unterschied zwischen einer Allergie und einer Unverträglichkeit, doch werden sie in der Umgangssprache häufig gleichbedeutend verwendet. Bei den meisten Patienten ist eine Unverträglichkeit bzw. Nahrungsmittel-Intoleranz das Problem. Was bedeutet, dass der Patient gute Chancen hat, Lebensmittel, auf die er unverträglich reagiert, wieder essen zu können, wenn er z.B. die in diesem Buch beschriebene Rotationsdiät anwendet.

Auch wenn die Symptome, die bei einer Unverträglichkeit auftreten, durchaus eine allergische Reaktion vermuten lassen, laufen bei der Allergie im Körper andere Prozesse. Eine Allergie ist eine Überreaktion bzw. Fehlsteuerung des Immunsystems, in deren Folge vermehrt Antikörpern gebildet werden. Bei einer Allergie auf Erdnüsse zum Beispiel genügen bereits geringe Spuren, um bei einem Nahrungsmittelallergiker teils schwere allergische Reaktionen bis hin zu einem anaphylaktischen Schock hervorzurufen. Daher müssen Nahrungsmittelallergiker in der Regel penibel genau darauf achten, ob in ihrem Essen das entsprechende Allergen verwendet wurde oder nicht.

Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten hingegen leben risikofreier, wenn man so will. Sie leiden zwar, sind aber nicht akut gefährdet. Was bei dieser Thematik passiert, ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich stimulieren bestimmte Substanzen in der Nahrung Botenstoffe im Körper, so dass diese eine Reaktion auslösen, die einer Allergie ähnelt. Tatsächlich ist das Immunsystem aber nicht beteiligt und es bildet keine Antikörper. Man spricht deshalb von einer „Pseudo-Allergie“. Es treten Symptome wie Pickelchen, unreine Haut, Ekzeme, Juckreiz, Rötungen, Kopfschmerzen, laufende oder verstopfte Nase, Lidödeme, Übelkeit, Bauchkrämpfe, Durchfälle auf.

Die einen klagen bereits bei kleineren Mengen über Symptome – bei anderen macht sich die Unverträglichkeit erst nach einer größeren verzehrten Menge bemerkbar. Die Reaktion erfolgt nicht über die Immunkaskade, sondern über eine direkte Einwirkung des Nahrungsmittels auf die Mastzelle, die dann Histamin ausschüttet, was die oben beschriebenen Folgen nach sich zieht. Manchmal sind Unverträglichkeiten auf einen Mangel an bestimmten Enzymen, die Bestandteil der Nahrung im Körper abbauen sollen, zurückzuführen.

DIE AUSLASS–BZW. ROTATIONSDIÄT

Wenn Patienten mit Symptomen der Nahrungsmittelunverträglichkeit in meine Praxis kommen, steht als erster Schritt die Austestung der einzelnen Nahrungsmittel an. Dabei werden ca. 160 Nahrungsmittel getestet. Das Resultat dieses ersten Tests bestimmt die Ernährungsgrundlage der nächsten 6 bis 7 Wochen für den Patienten. In den meisten Fällen fallen beim ersten Test viele Nahrungsmittel, die gewohnheitsmäßig gegessen werden, weg. Dieses betrifft vor allem Kuhmilchprodukte, Weizenerzeugnisse (Brot, Nudeln, etc.), beliebte Obstsorten wie Äpfel, Erdbeeren, Zitrusfrüchte oder Gemüsefavoriten wie Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, etc.

Das ist oft ein großer Schock, der zunächst die Frage „Was soll ich denn jetzt überhaupt noch essen?“ aufwirft. Ich mache meine Patienten dann darauf aufmerksam, dass sie im Grunde aus dieser großen Palette der getesteten Nahrungsmittel ohnehin nur 10 bis 15 unterschiedliche Lebensmittel immer wieder kaufen und essen und dass die kulinarische Welt noch einiges mehr bietet, was sich lohnt, ausprobiert zu werden.

Die größte Einschränkung, die entsteht, ergibt sich daraus, dass man nun erst einmal nicht mehr ins nächstbeste Geschäft gehen kann um unbedarft einzukaufen. Die Produkte für den neue Speiseplan sind nämlich nicht unbedingt im Laden an der Ecke vorrätig. Denn in den Supermärkten, den Imbissläden, den Bäckereien, den Restaurants sind Weizen, Kuhmilchprodukte, Zucker & Co die Hauptbestandteile der angebotenen Waren bzw. Speisen. Es gilt also, bereits beim Einkaufen Neuland zu entdecken.

Exkurs: Diät

Das Wort Diät kommt aus dem griechischen „diaita“ und bedeutet im eigentlichen Wortsinn „Lebenskunst, Lebensführung“. Diät hatte also ursprünglich nichts mit Kasteiung oder Verzicht zu tun, sondern vielmehr mit einer klugen Lebensweise, deren wichtigste Säule die Ernährung ist.

Hinter dem Titel „Rotationsdiät“ verbergen sich zwei wichtige Prinzipien, auf denen ihr Erfolg basiert: Dem Weglassen aller im Moment unverträglichen Nahrungsmittel und dem nicht täglichen Verzehr der erlaubten Nahrungsmittel nach einem 3-Tages-Prinzip. Dies bedeutet, dass auch gut verträgliche Nahrungsmittel nur alle drei Tage auf dem Speiseplan auftauchen dürfen.

Ziel des Ganzen ist, sich auf Dauer mit der 80/20 Regel zu ernähren, d.h. zu 80% die Dinge zu essen, die gut verträglich sind (und auch schmecken, wie Sie bald merken werden!) und sich zu 20% der kulinarischen Sünde hinzugeben, wenn Sie das möchten. Dann werden auch diese 20% Prozent nicht mehr schaden.

Wenn die erste, strenge Phase der Rotation gut gemeistert ist, haben sich meine Patienten so viele neue, interessante und wohltuende Erkenntnisse und Genüsse angeeignet, dass sie den roten Faden dieser Ernährungsweise gar nicht mehr missen wollen.

Beispiel für einen Rotationsplan

Es ist mir bewusst, dass viele Mediziner dem Thema Nahrungsmittelun verträglichkeit mit großer oder zumindest deutlicher Skepsis gegenüberstehen. Oft liegt es daran, dass keinerlei Wirkung eintritt, wenn aus dem gesamten Spektrum der für einen Patienten unverträglichen Nahrungsmittel nur zwei oder drei weggelassen werden. Die übrigen werden die Symptome weiter aufrechterhalten. Nur wenn alle unverträglichen Nahrungsmittel komplett vom Speisezettel gestrichen sind, stellt sich schon nach kurzer Zeit eine deutlich spürbare Verbesserung ein.

Warum Rotation?

Rotieren bedeutet abwechseln. Der Grund dafür: Ein gut getestetes und verträgliches Lebensmittel kann durchaus kippen und unverträglich werden, wenn es zu oft gegessen wird. Um dies zu verhindern, ist eine Pause von mindestens zwei Tagen erforderlich, ehe es wieder auf dem Speisezettel steht.

Grundsätzlich sollte man den Rotationsgedanken (mit den jeweiligen Erweiterungen, die sich durch 'die nachfolgenden Testungen ergeben) durchaus ein halbes Jahr relativ konsequent einhalten. Danach genügt ein abwechslungsreicher Speiseplan.

Wie lange muss eine solche Rotationsdiät eingehalten werden?

Sie müssen nicht befürchten, sich oder Ihre mit verschiedenen Symptomen der Nahrungsmittelunverträglichkeit geplagten Familienmitglieder nun ein Leben lang mit einer stark eingeschränkten Lebensmittelauswahl herumschlagen zu müssen. Je exakter Sie die ersten Runden der Rotationsdiät mitmachen und einhalten, desto eher wird sich Ihr Organismus erholen und Sie werden auch wieder Lebensmittel vertragen, die früher Unverträglichkeitsreaktionen ausgelöst haben.

Es gibt Grund- und sogenannte Nebenallergene. Zur ersten Gruppe gehören zum Beispiel Kuhmilch, Weizen, Eier, Fisch bzw. Meeresfrüchte. Deren Unverträglichkeit basiert oft auf einer familiär vererbten Disposition. Wenn dies nicht erkannt wird und Kuhmilchprodukte täglich konsumiert werden, wird das Unverträglichkeitsspektrum immer größer. Bald werden auch Soja, verschiedene Obst- und Gemüsesorten, Mais, Sesam, die gesamte Nusspalette, u.v.m. nicht mehr vertragen. Wenn dann noch ungünstige Umweltfaktoren dazu kommen, weitet sich das Ganze immer mehr aus. Manch extrem sensibler Patient reagiert selbst auf Wasser und sämtliche Umgebungsmaterialien unverträglich.

Entlastet man den Körper von den Nahrungsmitteln, die Unverträglichkeitsreaktionen auslösen, so können sich die Empfindlichkeiten Schritt für Schritt zurückbilden und der Speiseplan erweitert sich wieder. Zuerst werden die harmloseren Nebenallergene wieder verträglich, wie z.B. Birnen, Bananen, rote Beete, Spinat, etc. Hauptallergene, wie Fisch, Eier, Zitrusfrüchte, Nüsse, Kuhmilchprodukte dauern jedoch länger, bis man sie wieder in kleinen Mengen konsumieren kann. Durch Kontrolltestungen, die im Abstand von 6 bis 8 Wochen stattfinden, wird dies überprüft und Nahrungsmittel, die wieder gut verträglich sind, zum Verzehr „freigegeben“ – das kann manchmal ein Gefühl wie Weihnachten sein!

Thema „Mangelerscheinungen“

Oft fragen mich die Patienten, ob nicht Mangelerscheinungen aufreten können, wenn sie bestimmte Dinge nicht mehr essen. Besonders präsent scheint eine gewisse Angst vor Kalziummangel in der breiten Bevölkerung zu sein, wenn die Kuhmilchprodukte wegfallen. Ich darf Sie diesbezüglich beruhigen. Unsere Nahrungsmittelpalette bietet viele Möglichkeiten, den Körper mit Kalzium zu versorgen. Ganz davon abgesehen, essen die meisten meiner Patienten innerhalb der Rotationsdiät wesentlich gesünder als sie es je zuvor getan haben. Fertigprodukte, Süßigkeiten, Weißmehlprodukte, Colagetränke, Alkohol fallen in jedem Fall weg und dies ist ein Riesenbonus. Viele beginnen zum ersten Mal in ihrem Leben zu kochen, gehen zum ersten Mal in einen Bioladen, beginnen sich mit den vielen problematischen Zusätzen, mit denen die Nahrungsmittelindustrie uns vergifett, auseinanderzusetzen. Der Satz „Du bist, was du isst“ wird of erstmalig in seinem ureigenen Sinn verstanden und gefühlt.

DIE ERNÄHRUNGSBAUSTEINEUND IHR PLATZIN DER ROTATIONSDIÄT

Kohlenhydrate: Weizen und auch die zur Weizenfamilie gehörigen Getreide wie Dinkel, Grünkern, Kamut fallen meist weg. Aber in den meisten Fällen bleiben die glutenfreien und äußerst wertvollen Getreide wie Hirse, Amaranth, Quinoa, Reis erhalten. Auch der Roggen erweist sich als erstaunlich stabil. Hafer und Gerste sind ebenfalls meist gut verträglich. Mais ist wiederum häufig problematisch.

Fette: Die meisten Patienten vertragen die mit ihren ungesättigten Fettsäuren ernährungsphysiologisch positiv zu Buche schlagenden Ölsorten wie Olivenöl, Leinöl, Rapsöl, Distelöl und Sonnenblumenkernöl gut. Auch Sauerrahmbutter ist oft gut verträglich, da sie zum größten Teil aus reinem Fett besteht und kaum mehr Proteinbestandteile des problematischen Milcheiweißes (Casein) enthält.

Eiweiß: Fleisch hat wenig Unverträglichkeitspotenzial und ist in den meisten Fällen gut verträglich. Häufig sind auch Schaf- und Ziegenmilchprodukte verträglich. Soja dagegen ist problematisch. Ebenso Fisch und noch mehr die Meeresfrüchte. Süßwasserfisch ist eher verträglich als Meeresfisch.

Auch bestimmte Getreidesorten wie Quinoa oder Amaranth enthalten einen hohen Anteil an pflanzlichem Eiweiß und nicht zu vergessen die Hülsenfrüchte, die von ihrer Verträglichkeit her gut zu Buche schlagen. Wenn Sie noch Leinsamen/-mehl, Hanfsamen/-mehl, Sonnenblumenkerne, Chia-Samen mit in Ihren Ernährungsplan aufnehmen, haben Sie genügend Eiweißquellen auch als Vegetarier oder Veganer zur Verfügung.

Vitamine/Mineralien/Spurenelemente: In den meisten Fällen ist nicht mit einer Unterversorgung an den wichtigen Vitalstoffen zu rechnen, wenn man bereit ist, Neues und Gesünderes auszuprobieren – ganz im Gegenteil. Nur in Fällen, wo die Verträglichkeit extrem eingeschränkt ist, müssen zusätzlich Präparate eingenommen werden. Oft stelle ich fest, dass eine Unterversorgung an Vitalstoffen nicht infolge einer strengen Diät entsteht, sondern durch die mangelhafte Aufnahmefähigkeit des Organismus. Bei vielen Betroffenen ist der Darm beeinträchtigt, da die für die Verdauung wichtigen Darmbakterien gestört und die Darmwand gereizt ist, so dass eine gute Resorption der wichtigen Nährstoffe nur reduziert stattfinden kann. Typisch ist eine zu rasche Passage des Nahrungsbreis. Häufig besteht deshalb bei Betroffenen schon vor der Diät ein Mangel an wichtigen Vitalstoffen, wie B-Vitaminen, Zink, Mangan, Magnesium, Selen und bei vielen Patienten ein Mangel an Vitamin D, weshalb es manchmal notwendig sein kann, sie über entsprechende Präparate zuzuführen.

Ich empfehle, zunächst eine erste Runde der Rotationsdiät zu machen, ehe zusätzliche Präparate eingenommen werden. Dies hat zwei Gründe: Zunächst ist nach einer solchen Erstrunde, der Darm schon aufnahmefähiger für die Vitalstoffe geworden. Und zweitens enthalten viele Vitalstoffpräparate Zusatz- bzw. Hilfsstoffe, die zu Beginn noch nicht so gut verträglich sind. Natürlich sollten sie ebenso wie die Nahrungsmittel hinsichtlich ihrer Verträglichkeit ausgetestet werden.

Sie werden sich in den ersten Tagen der Diät vermutlich schlecht, gereizt, müde, schwunglos fühlen, was bestätigt, dass Sie an einer Unverträglichkeit leiden, denn Ihr Körper hat sich, auch wenn das paradox klingt, an die unverträglichen Nahrungsmittel gewöhnt. Bekommt er sie plötzlich nicht mehr, reagiert er mit Entzugserscheinungen. Es liegt hier ein ähnlicher Mechanismus vor, der den Körper eines Alkoholikers nach Alkohol verlangen lässt, obwohl dieser ihm schadet. Nach einigen Tagen sollte dieses „Katerstadium“ jedoch überwunden sein.

WAS IM VERLAUFDER ROTATIONSDIÄTWICHTIG IST

Ausnahmen ja oder nein? Bitte bedenken Sie, dass auch ein kleines Stückchen Schokolade, ein Schluck Milch, ein Bissen von einer knusprigen Weizensemmel ihre Wirkung haben wird. Wenn Sie immer wieder Ausnahmen machen, stehen Sie letztlich ständig unter einem negativen Einfluss, denn ein Allergen kann bis zu drei Tage lang wirken.