FBI Special Agent Owen Burke Folge 13/14 - Doppelband - Pete Hackett - ebook

FBI Special Agent Owen Burke Folge 13/14 - Doppelband ebook

Pete Hackett

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Opis

Zwei brandneue Stories aus der Serie "FBI Special Agent". Unerschrocken kämpft Owen Burke im Dschungel der Großstadt gegen das Verbrechen. Terrorismus und das organisierte Verbrechen sind dabei seine Gegner. Der New Yorker Ermittler Owen Burke geht im Big Apple auf Gangsterjagd - eindrucksvoll in Szene gesetzt von Top-Autor Pete Hackett.

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Special Agent Owen Burke– Folge 13/14 (Doppelband)

Die Alternative ist der Tod Der Tod führt Regie

Zwei Action Krimis

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

[email protected]

1. digitale Auflage 2014 Zeilenwert GmbH

ISBN 9783956172021

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Die Alternative ist der Tod

Der Tod führt Regie

Die Alternative ist der Tod

Special Agent Owen Burkes Telefon läutete. Der Agent hatte soeben seinen Dienst angetreten. Von dem Kaffee, den er sich aus dem Automaten mitbrachte, hatte er noch nicht einmal genippt.

»Dein Telefon klingelt«, knurrte Ron Harris, der selbst erst vor wenigen Minuten im Büro eingetroffen war. »Könnte ein Gespräch sein.«

»Ha, ha«, machte Burke, verzog den Mund, angelte sich den Hörer und hob ihn an sein Ohr. »Special Agent Burke, FBI New York.«

»Guten Morgen, Kollege«, ertönte es und Burke drehte die Augen zur Decke. »Ausgeschlafen? Ich hoffe doch. Es gibt nämlich Arbeit.«

Burke aktivierte den Lautsprecher des Telefonapparates, so dass sein Partner hören konnte, was der Anrufer sprach.

»Ich bin immer ausgeschlafen, James«, versetzte Burke grollend. »Was für 'ne Kacke ist heute am Dampfen?«

Es hatte ausgesprochen humorlos geklungen.

»Du hörst dich so richtig euphorisch an, Kollege Burke. - Jemand hat einem Zeitgenossen eine Bombe ins Schlafzimmer gelegt. Sie ist heute Morgen um Punkt drei Uhr hochgegangen.«

»Und?«

»Es gibt zwei Tote. Mr. und Mrs. Ashburne. Kommt nach Brooklyn, du und Ron. Die Adresse lautet Beach 50th Street, die Hausnummer ist 24. Ihr findet die Straße südlich der Gravesend Bay und könnt das Grundstück eigentlich gar nicht verfehlen. Das Haus ist nämlich nur noch ein rauchender Haufen Trümmer.«

»Wir sind schon auf dem Weg«, grollte Burke. »Bis dann, James.«

Während Owen Burke den Hörer auflegte, erhob er sich schon. Auch die Gestalt Ron Harris' wuchs hinter dem Schreibtisch in die Höhe. »Mir scheint, dass es für Howard das Höchste ist, wenn er einen Fall an uns abgeben darf.«

»Ja, er freut sich jedes Mal diebisch«, knurrte Burke und schlüpfte in seine Jacke, die er über die Stuhllehne gehängt hatte.

Sie fuhren mit dem Lift in die Tiefgarage, und schon fünf Minuten später rollten sie im Dodge Avenger in Richtung East River. Burke programmierte das Navy und klemmte es in die Halterung. Eine sympathische Frauenstimme führte sie in die Beach 50th Street. Vor dem betroffenen Gebäude– es lag in einem parkähnlichen Garten -, standen Einsatzfahrzeuge der City Police, der Kastenwagen der SRD und der Kombi des Coroners. Der Platz vor dem Grundstück war mit einem gelben Trassenband abgesperrt. Einige Cops wachten darüber, dass kein Unbefugter diese Grenze überschritt. Ein ganzer Pulk Neugierige standen außerhalb der Absperrung. Burke sah auch einige Leute mit Fotoapparaten. Einer, der ein Mikrophon in der Hand hielt, versuchte hartnäckig einen der Blauuniformierten bei der Absperrung auszufragen.

Burke und Harris wiesen sich aus und durften den Garten betreten. Die breite Einfahrt war geteert, der Gehweg daneben mit grauen Betonsteinen ausgelegt. Das Haus war durch das Zweiggespinst von Büschen und Bäumen kaum zu sehen. Allerdings roch Burke den brenzligen Geruch, der in der Luft lag.

»Unser lieber Freund James Howard hat natürlich wieder einmal fürchterlich übertrieben«, knurrte Ron Harris, als sie vor dem Haus– besser gesagt der Villa standen. »Das ist alles andere als ein Haufen rauchender Trümmer.«

In der Tat waren lediglich ein paar Fenster zu Bruch gegangen und die weißgetünchte Wand war über den Fensteröffnungen rußgeschwärzt. Nur noch ein Fahrzeug des Fire Departments stand etwas abseits. Wahrscheinlich hatte man das Feuer im Gebäude sehr schnell unter Kontrolle gebracht.

»Warten wir ab, wie es im Haus aussieht«, versetzte Owen Burke.

Die Haustür war geöffnet. Auch hier waren zwei uniformierte Polizisten postiert, die darauf achteten, dass niemand, der hier nichts zu suchen hatte, das Gebäude betrat. Erneut mussten sich die G-men ausweisen, dann betraten sie die Villa. Es roch penetrant. Der Boden war nass vom Löschwasser.

Im Wohnzimmer trafen sie auf Detective Lieutenant James Howard von der Mordkommission New York. Drei weitere Männer, die die Agents zwar namentlich aber sonst nicht näher kannten, befanden sich bei ihm. Howard begrüßte die G-men per Handschlag, dann sagte er: »Zuerst dachte man an eine Gasexplosion. Doch dann stellte sich heraus, dass das Gebäude gar nicht an die Gasversorgung angeschlossen ist. Den ersten Erkenntnissen nach hat jemand eine Ladung Dynamit im Schlafzimmer des Ehepaares deponiert und sie per Fernzünder in die Luft gejagt, als er sicher sein konnte, dass Lee und Melanie Ashburne in ihren Betten liegen und schlafen.«

»Sind die Toten noch im Haus?«, fragte Burke.

»Ja. Das Schlafzimmer befindet sich oben. Allerdings solltest ihr jetzt nicht hinaufgehen. Die Spurensicherer sind noch am Werk.«

»Was sagt der Coroner?«, fragte Ron Harris.

»Das Ehepaar war sofort tot«, antwortete Howard. »Derjenige, der die Bombe ins Schlafzimmer brachte, muss ohne jede Gewaltanwendung ins Haus eingedrungen sein. Weder an der Haustür, noch an der Terrassentür, noch an der äußeren Kellertür sind Einbruchspuren festzustellen.«

»Sonst irgendwelche Erkenntnisse?«, fragte Burke.

»Bis jetzt nicht.«

»Mr. Ashburne scheint kein armer Mann gewesen zu sein.«

»Sein Großvater gründete einen Zeitungsverlag, sein Vater baute ihn aus und wurde richtig reich damit. Er ließ in Brooklyn und Queens insgesamt fünf Mietshäuser errichten, in denen mindestens sechzig Familien leben. Lee Ashburne verkaufte den Verlag. Außer von den Erträgen aus dem Millionenvermögen, das ihm der Verkauf des Unternehmens brachte, lebte er von den Mieteinnahmen.«

»Kinder?«, fragte Ron Harris.

»Ein Sohn. Sein Name ist Allan. Der Junge ist neunzehn und hundert Prozent behindert. Er lebt in einem Heim für geistig Behinderte.«

»Na schön«, murmelte Burke. »Es ist eine Bombe im Spiel und somit ist das FBI zuständig. Wir übernehmen, James. Spar dir also jedwede süffisante Bemerkung und räum das Feld.«

James Howard zeigte ein grimmiges Grinsen. »Eins zu null für dich, Owen. Frohes Schaffen also. Und haltet die Ohren steif, Jungs.«

Er hob die Rechte wie zum Gruß, nickte den anderen drei Männern zu, dann schwang er herum und marschierte zum Ausgang. Die drei Leute, die ebenfalls von der Mordkommission waren, folgten ihm.

Burke und Harris stiegen die Treppe empor. Oben war man gerade dabei, die in Leichensäcke verpackten Toten aus dem Schlafzimmer zu tragen. Die Agents machten Platz, und als die Gehilfen des Coroners die Getöteten an ihnen vorbei getragen hatten, betraten sie das Schlafzimmer. Hier war das Ausmaß der Zerstörung gravierend. Das Doppelbett war von der Explosion auseinander gerissen worden, ebenso einige Kommoden. Das Holz war zum Teil verbrannt. Die Wände waren rußgeschwärzt, die Tür zum Ankleideraum war herausgesprengt worden.

Männer in weißen Schutzanzügen mit Überziehschuhen und Latexhandschuhen hielten sich zwischen den Trümmern auf und machten ihren Job, am Boden standen Schilder mit Ziffern, die potentielle Beweismittel und Spuren bezeichneten.

Einer der Männer trat auf die Agents zu. Sie kannten ihn. Sein Name war Monroe, und er war Teamleiter bei der SRD. »Haben Sie schon mit Howard gesprochen?«, fragte er.

»Ja«, antwortete Burke. »Gibt es irgendwelche Spuren?«

»Wenige. Viel haben das Feuer und das Löschwasser zunichte gemacht. Einige Fingerabdrücke, etwas DNA-Material. Wir wissen jedoch nicht, ob die Spuren von dem Ehepaar stammen. Sobald wir sie ausgewertet haben, setzen wir Sie in Kenntnis.«

*

Es war nach 14 Uhr, als Burke den Telefonhörer auf den Apparat legte, sich auf seinem Stuhl zurücklehnte und sagte: »Keine verwertbaren Fingerabdrücke. Das DNA-Material wird ausgewertet, wir werden aber erst in etwa achtundvierzig Stunden das Ergebnis mitgeteilt bekommen.«

»Vielleicht sollten wir mal mit Lee Ashburnes Schwager sprechen«, schlug Ron Harris vor. »Soviel ich herausgefunden habe, sind Jacob Sturgess und seine Familie– abgesehen von Ashburnes behindertem Sohn -, die einzigen näheren Verwandten des ermordeten Ehepaares. Sturgess wohnt in Brooklyn, Miller Avenue Nummer 153.«

»Haben wir seine Telefonnummer?«

»Ja. Ich frag mal an, ob Sturgess zu Hause ist.« Ron Harris schnappte sich den Telefonhörer, tippte die Nummer, dann wartete er. Nach dem dritten Klingelton nahm jemand ab.

»Sturgess.«

»Spreche ich mit Mr. Jacob Sturgess?«

»Ja.«

»Ich bin Special Agent Harris vom FBI New York. Sicher wissen Sie bezüglich Ihrer Schwester und Ihres Schwagers Bescheid, Mr. Sturgess.«

»Ich– ich kann das noch immer nicht begreifen«, murmelte Jacob Sturgess mit schwankender Stimme. »Es übersteigt ganz einfach mein Begriffsvermögen. Meine kleine Schwester…«

»Wir würden uns gerne ein wenig mit Ihnen über Ihre Schwester und deren Gatten unterhalten. Ich wollte mich nur versichern, dass Sie zu Hause anzutreffen sind.«

»Ich bin Frührentner. Sie können jederzeit kommen.«

»Gut. Wir fahren sofort los. Bis dann.« Harris legte auf.

»Verlieren wir keine Zeit«, gab Owen Burke zu verstehen und stemmte sich an seinem Schreibtisch in die Höhe.

Wenig später rollten sie im Dodge in Richtung Brooklyn Bridge. Es war ein hässlicher Tag. Immer wieder regnete es. Auch war es kalt. Und laut Wetterbericht sollte es die nächsten Tage so bleiben. Der Herbst zeigte sich von einer wenig erfreulichen Seite.

Gegen 15.30 Uhr parkte Ron Harris den Dodge vor dem 'Wohnsilo', in dem Jacob Sturgess mit seiner Familie lebte. Es handelte sich um ein Mietshaus mit drei Dutzend Wohnungen. Die Hauswand, die nach Süden zeigte, war mit Satellitenschüsseln vollgepflastert. Die Wand war bis zu den Fenstern der Erdgeschosswohnungen mit mehr oder weniger kunstvollen Graffitis besprüht.

Jacob Sturgess Apartment lag in der fünften Etage. Es gab einen kleinen Aufzug, der lediglich für vier Personen zugelassen war. Schließlich standen die Agents vor der Wohnungstür und Harris legte den Daumen auf den Klingelknopf. Es dauerte nicht lange, dann verdunkelte sich der Spion, Zeichen dafür, dass jemand hinter der Tür stand und durch die kleine Linse spähte. Dann rasselte eine Türkette und schließlich wurde die Tür geöffnet.

Ein Mann um die fünfzig zeigte sich. Er war ungefähr eins achtzig groß und hager, seine Haare begannen sich grau zu färben. Sein Gesicht war schmal, die Falten, die sich von seinen Nasenflügeln bis zu seinen Mundwinkeln zogen, waren tief. Die dunklen Augen verrieten Unruhe.

Owen Burke zeigte dem Mann seine Dienstmarke, dann sagte er: »Sie sind sicher Mr. Sturgess. Ich bin Special Agent Burke vom FBI, und das -« er wies mit dem Kinn auf seinen Freund und Partner -, »ist Special Agent Harris. Sie haben miteinander telefoniert.«

»Ja, ja. Bitte, kommen Sie herein, Agents.«

Burke und Harris schritten an Sturgess vorbei ins Wohnzimmer. Es war ärmlich eingerichtet. Die Polstergarnitur, die um einen niedrigen Glastisch gruppiert war, hatte schon bessere Zeiten erlebt. Sie war schmutzig und zerschlissen. Es roch nach kaltem Zigarettenrauch. Der Fernseher lief. Es handelte sich um ein altes Röhrengerät.

»Setzen Sie sich«, sagte Sturgess und wies einladend auf die heruntergekommenen Sitzmöbel.

Die Agents ließen sich nieder. Sturgess setzte sich in einen der Sessel. »Es ist eine Tragödie«, murmelte er. »Man hat mich heute Vormittag informiert. Was ist das für ein Mensch, der derart schreckliche Morde begeht? Außerdem frage ich mich ununterbrochen, warum meine Schwester und Lee sterben mussten.«

»Das ist eine der Fragen, die wir uns auch stellen«, erklärte Owen Burke. »Was es für ein Mensch ist, der die Morde begangen hat, interessiert uns weniger. Uns interessiert vielmehr, wer der Mensch ist.«

Sturgess strich sich mit Daumen und Zeigefinger über das Kinn. »Es hängt möglicherweise mit dem anonymen Schreiben zusammen, das mein Schwager vor etwa zwei Jahren erhielt.« Sturgess starrte versonnen auf einen unbestimmten Punkt an der Wand hinter Burke. »Meine Schwester hat mir den Brief gezeigt, als ich sie mal besuchte.«

»Was stand in dem Brief?«, fragte Harris ungeduldig.

»Nicht viel. Der Text lautete: 'Es gibt nur zwei Möglichkeiten. 1. Alternative: Verkaufen. 2. Alternative: Tod.' Der Brief kam damals mit der Post. Er war in New York aufgegeben worden.«

»War er an Ihre Schwester oder an deren Mann adressiert?«

Sturgess zuckte mit den Schultern. »Keine Ahnung. Ich vermute aber, dass er an meinen Schwager gerichtet war. Von all dem Vermögen, das er besaß, gehörte meiner Schwester nichts.«

»Wissen Sie, was Ihr Schwager verkaufen sollte?«

»Ich vermute, es ging um eines oder mehrere seiner Mietshäuser. Aber wie gesagt: Es ist eine reine Vermutung.«

»Ihr Schwager soll fünf derartige Immobilien besessen haben«, mischte sich wieder Owen Burke ein. »Können Sie uns die Adressen der Objekte nennen?«

»Nein. Es ist richtig: Es gibt fünf Mietshäuser, die meinem Schwager gehörten. Lee Ashburne war ein reicher Mann.«

»Im Gegensatz zu Ihnen«, warf Owen Burke hin und beobachtete Sturgess.