Erben auf Italienisch - Piersandro Pallavicini - ebook

Erben auf Italienisch ebook

Piersandro Pallavicini

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Opis

Alfredo Pampaloni ist ein Relikt aus der Zeit des italienischen Wirtschaftswunders: als Käsefabrikant und Erfinder des rosafarbenen Gorgonzolas in den 1960er-Jahren reich geworden, hat er eine Vorliebe für Alfa Spider und weiße Sakkos nach dem Vorbild seines Freundes Gunter Sachs. Um das Erbe aufzuteilen, ruft er seine Kinder zu sich ins Feriendomizil: den geldgeilen Sohn und Galeristen in London und die ewig benachteiligte Tochter, jetzt Universitätsprofessorin. Die italienische Komödie nimmt ihren Lauf: Im Bergdorf Solària, inmitten von verrosteten Skiliften und verkommenen Grandhotels, treibt der Patriarch in Mokassins die zukünftigen Erben an den Rand des Wahnsinns. Brennende Häuser, ein verschwundener Millionenbetrag und ein Familiengeheimnis tun das Übrige.

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Piersandro Pallavicini

Erben auf Italienisch

TransferBibliothek CXXIV

Die Originalausgabe des vorliegenden Buches ist 2014 unter dem Titel Una commedia italiana bei Giangiacomo Feltrinelli editore, Milano, erschienen.© der Originalausgabe 2014 by Piersandro Pallavicini

© Folio Verlag Wien • Bozen 2015Alle Rechte vorbehalten

Coverbild © Horace Abrahams, GettyimagesGrafische Gestaltung: Dall’O & FreundeDruckvorstufe: Typoplus, Frangart

ISBN 978-3-85256-669-6

www.folioverlag.com

PiersandroPallavicini

Erben auf Italienisch

Roman

Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl

TransferBibliothek

FolioVerlag

Für meine Tochter Francesca(Das hab’ ich für dich geschrieben.)

„Wichtig ist, dass der Tod uns lebendig antrifft.“(Marcello Marchesi, „Il Malloppo“)

ENGLAND, HERBST

1.

Am Seufzerterminal

Ich bin am Flughafen, auf dem Weg nach London, um mit meinem Bruder Edo, diesem Trottel, die Angelegenheiten zu regeln. Geschehen ist alles im August, jetzt ist Oktober. Wenn ich die Sache mit fünf Worten beschreiben müsste, würde ich sagen, ich habe eine Revolution erlebt. Die Welt ist aus den Fugen geraten. Andererseits wäre das ein dummer Spruch, denn im Grunde ist im August bloß mein Vater gestorben.

Nein, das ist kein Zynismus. Ich sehe zwar die Welt gewissermaßen mit neuen Augen, doch ich führe dasselbe Leben wie davor. Für die Studenten bin ich nach wie vor Frau Professor Pampaloni Scotti und für Tersilli und die Kollegen von der Universität ohnehin bloß Carla. Mein armseliges Team besteht nach wie vor aus einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin, die sich Jahr für Jahr mithilfe von Stipendien über Wasser hält, einer Studentin, die gerade ihre Diplomarbeit schreibt, und einer Doktorandin. Ich schreibe noch immer wissenschaftliche Arbeiten, die kaum jemand liest, und meine Freundin Ottolina kümmert sich im Labor um die Studentinnen. Was hat sich verändert? Es gibt Krisen, Kürzungen bei Forschungsgeldern, eingefrorene Gehälter, Aufnahmestopp. Alles wie gehabt. Na und? Nur meine Lieben zählen. Die, die noch da sind. Mein Vater ist zwar gestorben, aber sie sind noch da. Mein Sohn Massimo, er geht ins Gymnasium. Mein Mann Gianluigi, er verbringt gerade ein Sabbatical in Kalifornien. Er ist nicht einmal zum Begräbnis gekommen. Aber Gigi ist ja ordentlicher Professor der Physik, hat zweihundertdreißig gewichtige Publikationen vorzuweisen und wollte auf die Stunden im Rechenzentrum in Pasadena, für die er sich bereits hatte vormerken lassen, nicht verzichten.

Keine Ahnung, ob ich lieber esticazzi – scheißdrauf oder me cojoni – willst du mich verarschen? sagen soll. Das sind römische Ausdrücke, sie sind mir nicht vertraut, wir sind hier nämlich in Mailand.

„Das verstehst du doch, Carla“, hat Gigi zu mir gesagt. „Wenn man mit dem Licht des Teilchenbeschleunigers experimentieren will, muss man sich hinten anstellen, mit den Ellbogen arbeiten, hoffen, dass ein Projekt bewilligt wird. Und wenn ja, muss man sich für die Tage bedanken, die einem bewilligt werden, und sie mit Händen und Füßen verteidigen. Im Notfall ist ja Paola da, nicht wahr?“

Tja, Paola. Meine Freundin Ottolina. Sie ist der Teilchenbeschleuniger, dessen Licht auf mein Leben fällt, haha. In meiner Tasche liegt eine lange Liste mit Titeln, sie hat sie mir gestern Abend zugesteckt, nachdem sie bei uns zu Abend gegessen hat. Nur Vinyl, Kurz- und Langspielplatten. Titus Groan, East of Eden, Hatfield And the North … Raritäten aus den Siebzigerjahren, nur sie und eine Handvoll Fans erinnern sich noch daran. Wenn du Zeit hast, hat sie gesagt, würde ich mich freuen, wenn du die Platten für mich kaufst, ein paar Läden für Sammler von Progressive Rock gibt es in London ja noch. Liebend gern, meine Freundin. Zeit dafür werde ich schon finden. Aber jetzt beginnt das Boarding, ich muss weitergehen. Ich habe bei einer Billigfluglinie gebucht, ich befinde mich am Terminal 2 von Malpensa. Diese Nebenstelle des Flughafens hat tatsächlich etwas Terminales, Endgültiges. Etwas Sterbenskrankes, Todgeweihtes. Die Rollläden der Shops sind heruntergelassen, es gibt eine einzige Bar mit spärlicher Beleuchtung, die Toiletten sind außer Betrieb. Das perfekte Symbol des Niedergangs der abendländischen Kultur im neuen Jahrtausend?

Bevor ich mir auch noch den Kopf über das Versiegen der fossilen Brennstoffe zerbreche, fordert man uns auf, vom Gate zum Flugzeug zu gehen. Zu Fuß. Ärger als in Bulgarien. Noch dazu regnet es, verdammt noch mal, und mein Regenschirm ist ganz unten im Trolley. Der Regen macht aus meiner alten Dauerwelle eine Art Spinatauflauf. Pfeif drauf. Während ich über die im Regen glänzende Landebahn gehe, stelle ich den Kragen des Regenmantels auf, knote mein Halstuch fest, senke den Kopf, gehe, und im Flugzeug erwidere ich den Willkommensgruß der Crew mit einem freundlichen Lächeln. Selbst wenn alles in die Brüche geht, soll man lächlen. Nicht das Gesicht verziehen, nicht jammern, davon bekommt man bloß Bauchschmerzen. Einverstanden? Und bei der ersten Sitzreihe mit drei freien Plätzen bleibe ich stehen, und hau ruck, hinauf mit dem Trolley in die Gepäcksablage. Er ist schwer. Wegen der Briefe, der Fotos, der Register, der Mappen und dem ganzen Rest. Der Erinnerungen an ein ganzes Leben, an das meines Vaters. Mit einem Wort, seiner Geheimnisse. Wir haben sie im Safe gefunden, oben in den Bergen, in Solària. Der höchstgelegenen Gemeinde Italiens, am Ende des Valle del Cielo, ganz im Norden des Trentino. Nur ein paar Kilometer von Cles entfernt, in einem Seitental des Nonstals. Noch nie davon gehört?

In den Sechzigerjahren konnte man dort Skilaufen. Damals hatte Papa beschlossen, ausgerechnet in diesem winzigen Dorf unser Ferienhaus zu bauen. Alle glaubten, Solària würde das neue Cortina d’Ampezzo, doch Mitte der Achtzigerjahre sind alle Liftanlagen in Konkurs gegangen und heute ist es nur noch ein Kuhdorf inmitten einer großartigen Landschaft. Die Touristen sind entweder Liebhaber unverfälschter Natur oder eingefleischte Fans von Almkäse. Es ist die höchstgelegene Gemeinde Italiens, unser Haus liegt noch höher, er ist das letzte am Weg zu den Almen hinauf und vom großen Panoramafenster des Wohnzimmers aus, das die ganze Wand einnimmt, hat man das Gefühl, der ganze Stiefel würde sich unter einem ausbreiten.

Unsere berühmte Luxusferienvilla am Gipfel der Welt. Sie sieht aus wie eine schlechte Kopie des Hauses am Wasserfall von Frank Lloyd Wright. Das versenkbare Haus, wie es Massimo nennt. Die Dinge verbergen sich nämlich hinter Paneelen und man muss auf große Knöpfe drücken, damit sie auftauchen. Früher haben die Knöpfe geleuchtet, mittlerweile sind die Lämpchen auf den von Messingrahmen umrandeten Armaturen für immer und ewig durchgebrannt. Wie die Villa in Hollywood Party oder wie der Sitz der SHADO in der TV-Serie UFO.

„Darf ich Ihnen helfen? Ist er schwer?“

Ich werfe dem Herrn hinter mir einen vernichtenden Blick zu. Ein kleines, verhutzeltes, achtzigjähriges Männchen. Der greise Knirps denkt wohl, eine wütende und fettleibige Ave Ninchi wolle sich auf ihn stürzen, denn er macht einen Sprung nach hinten. Ich bitte um Entschuldigung, sage, aber Sie haben mich erschreckt. Hat er sich schon einmal im Spiegel gesehen? Er sieht aus wie Don Lurio. Wie kommt er auf die Idee, ich bräuchte Hilfe? Was gibt ihm Anlass zu der Vermutung, er könne es besser als ich?

Aber ich sage nichts, schüttle nur den Kopf. Ich stemme den Koffer allein. Der Alte murrt. Er will auch hier Platz nehmen. Doch er überlässt mir großzügigerweise die Wahl des Sitzplatzes.

„Sehr freundlich. Danke. Ich setze mich hierhin“, sage ich und lasse mich auf den Fensterplatz fallen. Dann schnalle ich mich an, fahre mir mit den Fingern durch die dünnen, klatschnassen Haare, schlage den „Corriere della Sera“ auf.

„Schreckschraube“, seufzt der Mann, er ist wahrscheinlich ein Altersgenosse meines Vaters und hat offensichtlich denselben Wortschatz. Ich lasse die Zeitung sinken. Ich werfe ihm einen Basiliskenblick zu. Mein Mann sagt, ich hätte eine gewisse Ähnlichkeit mit der italienischen Schauspielerin Ave Ninchi, mein Sohn behauptet, ich sähe aus wie Madame Mim aus „Die Hexe und der Zauberer“. Vielleicht kann ich wirklich zaubern, innerhalb einer Sekunde ist der Alte nämlich weg.

Als das Flugzeug auf die Startbahn rollt, schüttet es. Keine Ahnung, wie das Wetter in London ist. Die Ottolina hätte mich gerne begleitet, aber das wäre zuviel verlangt gewesen. Ich werde es allein schaffen, und immerhin muss sich in Mailand jemand um das Labor kümmern. Und außerdem die Kurse, nicht wahr? Die Vorlesungen für die Erstsemestrigen. Organische Chemie 1 für den Bachelor-Lehrgang und die Praktika für den Master. Tersilli und seine Kumpane warten ja nur auf eine Gelegenheit, etwa eine Woche versäumter Vorlesungen, um uns an die Gurgel zu springen und auch noch die Seele auszusaugen. Nein, die Ottolina bleibt in Mailand, hält an meiner Stelle Vorlesungen, betreut die Dissertationen, unterstützt unsere arme, einzige Kandidatin und kümmert sich während meiner Abwesenheit um Max. Sie schläft bei mir zu Hause, kocht für ihn. Paola, ich liebe dich, schreibe ich am Handy. Ein Steward sieht mich und macht mir verzweifelt ein Zeichen: „Nein.“ Verdammt. Er hat ja recht. Wir starten gerade.

„Ein Hirn wie ein Huhn“, sagt der Knirps auf dem Sitz hinter mir.

ITALIEN, SOMMER

2.

Picknick mit Kuh

Die Sommersonne strahlt hoch über uns, strahlt über dem Lärchenwald, strahlt über der Wiese, auf der wir picknicken, und über den Touristen mit Bergschuhen und Wanderstock, die über die Wege marschieren. Sie strahlt hoch über den vier Hotels im Dorf, über dem Tennisplatz, der schon von Gras überwuchert wird, über den verrosteten Stützpfeilern der stillgelegten Seilbahn. Wenn man den Blick ein wenig schweifen lässt, strahlt die Sonne auch über den salbeigelben, abfallenden Heuwiesen und den kleinen grünen Feldern, die noch nicht gemäht worden sind. Ein wunderschönes Mosaik, ausgebreitet auf den von Steinmauern gestützten Hängen, einzig und allein durchbrochen vom engen, sauberen, gewissermaßen schweizerischen Band der Bundesstraße, die sich serpentinenförmig aus dem Tal nach Solària heraufschlängelt. Unserem kleinen wunderschönen Dorf. Von dem Platz aus, wo wir sitzen, ist es nicht zu sehen, es versteckt sich hinter dem Nadelwald, und unser Haus ist direkt unter uns, nicht einmal dreihundert Meter entfernt, direkt hinter der Kurve. Auf dem Weg von oben ins Dorf ist es das erste.

Es ist schön, hier oben zu sitzen, die Decken liegen auf dem trockenen Gras, darauf die Wasserflaschen, die gekühlten Weinflaschen, die Omeletts, die Brötchen, der Reissalat. Wie schön, mitten in der Natur zu sein, in einer Landschaft, in der man vergisst, dass es Menschen gibt, obwohl wir nur fünf Minuten von zu Hause entfernt sind. Wenn man den Blick noch weiter in die Ferne schweifen lässt, sieht man das ganze sich fröhlich und weitläufig dahinschlängelnde Valle del Cielo, ein grünes Tal im Licht der Sonne, gesprenkelt vom Zickzackverlauf des Rio Paradiso, und die Dörfer liegen wie verzaubert am Grunde des welligen Tals, das zwanzig Kilometer lang geradlinig und breit verläuft, bis es sich am rosa Gestein der Dolomitenausläufer bricht.

„Wenn man sich am Rücken kratzte, würde man die großen Zehen vom Lieben Gott berühren.“

Sagt mein Vater. Gewandet wie Gunter Sachs – himmelblaues, bis zum dritten Knopf offenes Hemd, weißes Leinensakko, ebenfalls weiße Hose, und Rauledermokassins, keine Socken – zückt er eine seiner sauteuren Weinflaschen, Müller-Thurgau oder Traminer oder weiß der Kuckuck, die er in Mailand in der Vinothek auf dem Viale Zara kauft. Als wäre er in Cortina oder in St. Moritz, prostet er auf das Tal, mit der weichen und versnobten Geste eines Industriekapitäns. Zwanzig Meter weiter unten antwortet ihm der Hirte Pacifico mit ausladenden Handbewegungen, obwohl das Prosit in keiner Weise ihm gegolten hat. Seine vier Kühe vervollständigen das Bild und produzieren beeindruckend große Kuhfladen.

„Biber, Gläser auch für die anderen“, grölt mein Vater. Er hat zu Hause einen Aperitif zu sich genommen, er ist schon betrunken. Mit Biber meint er die Ottolina, wegen der vorstehenden Zähne.

„Die Freundschaft alter Männer ist wie ein guter Wein, sie wird mit den Jahren immer feiner“, seufzt meine Freundin. Aber so, dass nur ich es höre.

„Signor Alfredo, ich komme“, sagt sie stattdessen zu meinem Vater und steht mit den Pappbechern in der Hand auf. Er nimmt inzwischen einen großen Schluck Wein aus der Flasche und bekleckert sein Hemd, wie nur ein alter Mann es tun kann, der bereits mit einem Bein im Grab steht.

Seine Maßlosigkeit kümmert uns nicht. Ich, Max und die Ottolina haben uns daran gewöhnt und erdulden sie demütig. Die englischen Zwillinge hingegen, die ihn vor zehn Jahren zum letzten Mal gesehen haben, als sie noch Kleinkinder waren, und sich an sein berühmtes Savoir-faire nicht erinnern, lachen ihn aus. Edo und Margareth, stocksteif, strengen sich an, so zu tun, als ob nichts wäre. Aber pfeif drauf. Es ist halb eins, Mittwoch, der erste August. Ich habe meinen Vater seit Juni nicht gesehen, seit er zu einem luxuriösen Kuraufenthalt nach Vichy aufgebrochen ist, und jetzt sitzen wir auf der Wiese in der Sonne, während vom Gletscher ein angenehmes kühles Lüftchen herabweht, nach einer Ewigkeit ist die ganze Familie wieder einmal vereint.

Ich, mein Sohn und die Ottolina sind gestern Abend im Auto heraufgefahren. Mein Bruder, seine Frau und die Zwillinge hingegen kamen heute Nacht an, aberwitzig spät und, was noch aberwitziger ist, im Taxi von Malpensa. Wir drei schliefen schon, in dem Zimmer im Mezzanin, auf der Westseite des Hauses, die vom Dorf abgewandt ist. Edo klingelte, ich dachte, „Da ist also der Trottel“, und tat, als ob nichts wäre, drehte mich nicht einmal um. Wie konnte man so unverschämt spät daherkommen? Um drei, vier Uhr morgens? Ich zwang die Ottolina, ebenfalls nicht nachzugeben. Mein Vater hatte doch darauf bestanden, uns alle einzuladen. Dann sollte er sich gefälligst um sie kümmern. Beim fünften langen Klingeln hörte ich endlich Papas Schritte, er ging hinunter. Zufrieden schlief ich wieder ein. Dann standen wir zur üblichen Stunde auf, frühstückten, gingen ins Dorf hinunter, um Zeitungen, Milch und Brot zu kaufen. Als wir um elf zurückkamen, saßen die Engländer im Panoramazimmer, zerzaust und schlaftrunken, während mein Vater in der Küche Kaffee machte und Eier kochte.

Ich habe meinen Bruder seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen, in den letzten Jahren haben wir nicht einmal mehr telefoniert. Beziehungsweise ich habe ihn nicht mehr angerufen. Edo, ein legendärer Geizhals, hat ohnehin noch nie in seinem Leben ein Ferngespräch geführt. Aber ich betone, ich bin ihm nicht böse. Er war immer ein Knauser, ein Langfinger, der sich die Dinge der anderen unter den Nagel riss, und als Junge war er ein Meister darin, sich Feinde zu machen. Seine Frau Margareth ist so stocksteif, als hätte sie einen Besen verschluckt, und die Zwillinge sehen aus wie mit Chlorbleiche gewaschene Herefordrinder. Aber ich betone, es gibt keinen Familienstreit.

Beim Wiedersehen heute Morgen habe ich mich gefreut. Ehrlich. Edo hat mich angelächelt, ich habe ihn umarmt. Ich habe versucht, auch Margareth zu umarmen, aber sie hat einen Schritt nach hinten gemacht und mir die Hand hingehalten. Natürlich, in London umarmt man sich nicht, mein Fehler. Und während wir uns verlegen begrüßten und die Zwillinge insgeheime Kommunikationskanäle zu Max eröffneten, kam Papa aus der Küche. Eine rauchende Pfanne mit fetttriefendem Rührei in der Hand, das Gesicht rot von der Herdwärme, die noch immer dichten weißen Haare standen ihm zu Berge. Zum Glück war er in Hemdsärmeln, aber über dem himmelblauen Hemd trug er eine nagelneue Schürze mit der Aufschrift „The fucking chef it’s me!“. Ich habe ihm ins Gesicht gelacht.

Die Schürze war ein Geschenk von Bingo und Roderick, die beiden begannen ebenfalls zu lachen, in der Art von Beavis & Butthead. Mein Vater versteht kein einziges Wort Englisch. Die Firma Pampaloni AG exportierte ihren berühmten Käse ja nicht ins Ausland. Sie belieferte ausschließlich den italienischen Markt. Und sie war nicht einmal eine Aktiengesellschaft. Spa – AG – als Rechtsform hatte er lediglich hinzugefügt, um anzugeben.

„Spa wie spavento – der Schrecken, den wir der Konkurrenz einjagen“, erzählt der Gunter Sachs aus dem Mailänder Stadtteil Maggiolina noch immer gern, mit weltmännischer Pose. Ihm zufolge war das einer seiner besten Streiche. Wollen Sie noch einen hören? Mein Vater heißt Alfredo, aufgrund einer Art Familientradition wurden alle männlichen Erstgeborenen auf einen ähnlich klingenden Namen getauft. Mein Großvater hieß Alvaredo, mein Urgroßvater Goffredo, mein Ur-Urgroßvater Oldofredo. Als mein Bruder zur Welt kam, hat ihn mein Vater auf den Namen Rogoredo getauft, nach dem Bahnhof Milano-Rogoredo, in dessen Nähe er wohnte. Zum Totlachen, nicht wahr? Und ich heiße nur deshalb Carla, weil der Standesbeamte es einfach nicht glauben wollte und meinte, sich verhört zu haben. Mein Vater wollte mich Carpa – Karpfen – nennen. Ihm zufolge war ich kurz nach meiner Geburt nämlich so hässlich gewesen wie ein Fisch aus dem See. Tja, er war eben ein unverbesserlicher Spaßvogel, er wollte die Lacher immer auf seiner Seite haben, verstehen Sie?

„Papa, was hast du angestellt?“ Ich fuhr ihm mit der Hand durch die Haare, einerseits um ihn zu frisieren, andererseits, weil er mir leid tat. Die Eier waren verbrannt und die Kaffeemaschine stand kalt auf dem Herd, weil er vergessen hatte, das Gas anzumachen. Und er? Er sagte, wir sollten alle scheißen gehen. Er holte eine Flasche aus dem Kühlschrank und sagte, nun gäbe es kein Frühstück mehr, es sei ohnehin schon Zeit für den Aperitif. Er zwang uns, ein Glas weißen Schaumwein zu trinken. Alle, auch die Jungs. Er stellte das Glas ab und klatschte in die Hände.

„Los. Los, jetzt gehen wir picknicken. Du, Carla, machst Reissalat. Das schaffst du doch, oder? Du, Margareth, machst Omeletts. Das könnt ihr doch in England, oder? Und die da …“

Er zeigte auf die Ottolina.

„Die Bulldogge macht Brötchen.“

Ein kleines Schlückchen auf nüchternen Magen reicht und er verliert die Selbstbeherrschung. Die Ottolina setzte sich die Brille auf.

„Signor Alfredo: Wenn Sie mich noch einmal als Bulldogge bezeichnen, beiße ich Sie.“

Seufzend trank er das Glas aus. Ich ging zur Ottolina und umarmte sie von hinten. Schreckschraube. Mannweib. Lesbe. So nennt mein Vater seit jeher Frauen, die die Schuld auf sich geladen haben, hässlich zu sein. Wie meine Freundin Ottolina. Er bezeichnet sie auch als Maulwurf (wegen der Brille), als Biber (wegen der vorstehenden Zähne), als Klozwerg (aufgrund der Größe, und weil man sie nicht einmal im Garten aufstellen würde). Und als Bulldogge. Seiner Meinung nach trifft das ihre Statur, die eines stämmigen Raubtiers. Paola mag zwar hässlich sein, ist jedoch die gutmütigste und ausgeglichenste Frau auf der ganzen Welt. Mein Vater hat ihr immer schreckliche Namen gegeben, allerdings in ihrer Abwesenheit. In letzter Zeit, seit er achtzig ist, schleudert er ihr, wenn er angesäuselt ist, die Komplimente direkt ins Gesicht. Sie schluckt sie runter oder macht einen Witz. Würden Sie so eine Frau nicht umarmen?

Die Psyche der Einheimischen in Solària ist leicht zu durchschauen. Zum Beispiel die des Hirten Pacifico. Als wir auf der Wiese ankamen, weideten seine Kühe ein Stück oberhalb von uns, auf dem grasbewachsenen Plateau vor seiner Alm, hinter der ausladenden Kurve, nach der die Schotterstraße von Solària zur Punta del Cielo hinaufführt. Wir hörten das Glockengebimmel und das Muhen über uns. Jetzt sind die Kühe unter uns, in einer Entfernung von zwanzig Metern. Pacifico hat wahrscheinlich unsere Stimmen gehört und seine Tiere absichtlich hinuntergetrieben, um uns zu ärgern. Eine andere Erklärung gibt es nicht. Seine Viecher versperren uns den Ausblick ins Tal. Der Wind von den Bergspitzen dreht hin und wieder, und gemeinsam mit dem Duft des frischgemähten Heus weht auch der Gestank der Kuhfladen herauf. Wahrscheinlich bereitet das dem Hirten Pacifico eine diebische Freude.

„Rogoredo! Hol den Wein!“

Die Ottolina hält ihm die Gläser hin und unser Gunter Sachs gießt aus der Flasche ein, aus der er gerade einen großen Schluck gemacht hat.

„Papa, sollen wir nicht lieber eine andere öffnen?“

„Ich trinke nicht.“ So mein Sohn. „Auf keinen Fall, aber …“

„Max, du trinkst nicht, weil du fünfzehn bist. Du dürftest nicht einmal zu Hause trinken.“ Ich stehe auf. „Paola, nimm ihm bitte die Flasche weg. Papa, du hast sie abgeleckt.“

Papa ignoriert mich von oben herab.

„Rogoredo, stehst du jetzt auf oder nicht?“

Nota bene, nur er nennt ihn so. Nota bene, mein Bruder war immer beleidigt, wenn ihn jemand mit seinem Bahnhofsnamen ansprach. Jetzt aber lächelt er, nimmt die abgeleckte Müller-Thurgau-Flasche, und auch seine Frau lächelt. Speichellecker im wahrsten Sinn des Wortes! Bingo und Roderick zumindest haben den Mut, nein zu sagen. Sie lachen insgeheim, machen sich über meinen Vater lustig. Er ignoriert jedoch auch sie von oben herab. Ich erhebe die Stimme.

„Paola! Nimm eine andere Flasche aus der Kühltasche. Stell dieses Ding weg!“

Als ob ich gar nichts gesagt hätte, reißt er der Ottolina die Gläser aus der Hand, kommt auf mich zu und schwenkt die Flasche. Aber die Gunter-Sachs-Mokassins haben eine rutschige Ledersohle. Papa landet mit dem Hintern auf dem Boden, er lässt die Flasche fallen und sie rollt ins Tal. Alle brechen in Lachen aus, als wäre das ein Gag, ich hingegen stoße einen Schrei aus. Denn es ist kein Gag. Mein Vater ist zwar ein komischer Abklatsch des berühmten deutschen Playboys, wahrscheinlich ist er auch ein arroganter und von sich eingenommener alter Depp, aber immerhin ist er zweiundachtzig Jahre alt.

„Hast du dir weh getan? Kannst du Hände und Füße bewegen?“

Verwirrt betastet Papa Schenkel und Brust. Auch Pacifico in zwanzig Metern Entfernung grinst. Die Flasche liegt zu seinen Füßen. Er hebt sie auf, und mit ein paar Sprüngen ist er bei uns und reicht meinem Vater die Hand.

„Brauchen Sie Hülfe?“, sagt er. Mit Umlaut. So spricht man hier, es wimmelt nur so von Umlauten. Nach dem Umlaut passiert eine Weile gar nichts. Mein Vater sitzt auf dem Boden, eine weiße Haarlocke steht ihm zu Berge, er keucht, seine Hände betasten unablässig den Körper, der in der Aufmachung eines Rivieraurlaubers steckt. Der andere im karierten Flanellhemd, mit Filzhut auf dem Kopf, Cordhose und Bergschuhen wie vom fünften Alpini-Bataillon, streckt ihm fröhlich die Hand hin. Sie mustern sich, Papa mit seinen wässrigen Augen, und der Hirte Pacifico, nach wie vor gehässig lächelnd. Ich fürchte, in Solària wird mein Vater von allen gehasst. Kein Wunder, hat er doch eine Baufirma aus Mailand kommen lassen, um sein Haus zu bauen. Kein Wunder, holt er doch den Installateur aus Trient, den Elektriker aus Rovereto, die Putzfrau aus Cles.

„Herr Doktor, brauchen sie Hülfe?“, sagt der Eingeborene aufs Neue und hält ihm nach wie vor die Hand hin.

Doktor, dass ich nicht lache! Mein Vater hat bloß ein Ingenieursdiplom in Chemie, allerdings glaubt er, mehr von Chemie zu verstehen als die Ottolina und ich zusammen. Nachdem er einen Essay von Paolo Maffei gelesen hat, weiß er alles über Astronomie, er ist Mitglied der FAI und somit ein Experte auf dem Gebiet der Kunstgeschichte, hat sieben Jahre lang „Reader’s Digest“ abonniert und kennt sich daher auch bei Literatur aus. Seit 1967, als er im Cabriolet, in weißem Sakko und mit Foulard in Solària aufgetaucht ist, das Scheckbuch gezückt und den Grund gekauft hat, auf dem er seine Villa bauen wollte, ist er hier der „Herr Doktor“.

Der „Herr Doktor“ ergreift Pacificos Hand, steht auf, bedankt sich. Er hat einen grünen Fleck auf dem Hosenboden. Trotzdem gibt er so gut wie möglich den Doppelgänger von Gianni Agnelli und sagt:

„Kinder, gebt dem Bauerntölpel eine Flasche.“

Richtig gehört. Er hat tatsächlich Bauerntölpel gesagt. Wir sehen ihn bestürzt an. Doch der Bauerntölpel zuckt mit keiner Wimper. Entweder gehört das Wort nicht zu seinem Wortschatz oder er glaubt, sich verhört zu haben, denn das ist wirklich unerhört. Ausnahmsweise steht mein Bruder Edo vor allen anderen auf. Er brüllt einen Befehl auf Englisch. Und Roderick, oder Bingo, holt eine Flasche aus der Kühltasche, reicht sie dem Hirten, drückt ihm die Hand.

„Grazzìe“, sagt er. Mit Doppel-z und Betonung auf dem i, doch man versteht ihn. Als der Hirte die kühle, feuchte Flasche entgegennimmt, ist er augenblicklich zufrieden. Er bedankt sich ebenfalls, geht zu seinen Kühen zurück. Und mein Vater schnüffelt an seiner Hand.

„Sie stinkt“, sagt er, „nach Kuhfladen.“

„He smells like shit“, sagt auch Bingo oder Roderick. Und ich beginne zu lachen. Wir lachen alle, denn das kann nur ein Witz sein. Nur mein Vater bleibt ernst. Anstatt zu lachen kramt er in der Tasche mit dem Proviant, die er gepackt hat. Er holt ein Olivenglas heraus. Und dann eine Steinschleuder.

„Papa?“

Er würdigt mich keines Blicks. Er lädt, spannt das Gummiband, zielt.

„Er hat mich absichtlich mit seiner stinkenden Hand hochgezogen. Kurz davor hat er sie einer Kuh in den Arsch gesteckt.“

„Papa!“

Er schießt. Keine Ahnung, worauf er gezielt hat, vielleicht auf Pacificos Hut. Der betrachtet gerade das Panorama und wendet uns großspurig den Rücken zu. Auf jeden Fall verfehlt er den Hut um einen Meter und die Olive trifft eine Kuh mitten auf die Nase.

Das arme Tier. Er hat ins Schwarze getroffen. Ist die Nase der Kühe genauso empfindlich wie die der Hunde? Die Kuh schüttelt jedenfalls wütend den Kopf, als wolle sie sich von einem Joch befreien, tritt und schlägt aus und muht wie verrückt. Beängstigend. Der Hirte Pacifico spricht beruhigend auf sie ein, mit Worten, in denen es vor Umlauten nur so wimmelt. Aber die Kuh muht, schlägt aus und hüpft noch mehr herum. Blind vor Wut und Angst rutscht sie zum Rand der Wiese hinunter, an den Rand des Hangs. Darunter eine Steinmauer. Der Hirte Pacifico unternimmt einen letzten Versuch, den Sturz zu verhindern, und packt sie an den Hörnern. Während ich die Horrorszene mit angehaltenem Atem beobachte, spüre ich einen Schatten hinter mir. Den Schatten eines Mannes, der mit in die Seiten gestemmten Armen dasteht und dessen Haltung tiefe Verachtung zum Ausdruck bringt.

„Elender Tölpel“, sagt er und schnüffelt noch einmal an seinen Fingern.

Der Hirte kann die Kuh nicht länger halten, sie steigt, tritt mit den Vorderbeinen in Richtung Himmel. Die Hinterbeine rutschen über das Mäuerchen ins Leere. Sie stürzt ab.

Wir laufen hin, um nachzusehen, während Pacifico den Kopf in die Hände nimmt.

„Meine Doris, meine arme Doris.“

Doris muht nicht mehr, sondern brüllt, schlägt aus, kann sich nicht hochziehen.

„Verdammt, so ein Unglück“, sagt die Ottolina, mit der Hand vor dem Mund. Und der Hirte bekreuzigt sich. Mein Vater sagt todernst:

„Pacifico, was für ein bedauerlicher Unfall. Ich gehe zur Villa hinunter, hole das Gewehr und wir geben dem armen Tier den Gnadenschuss.“

„Doch nicht mit dem Gewehr, du Trottel! Ruf gefälligst den Tierarzt!“

Und er schleudert seinen Hut auf den Boden, die Ehrfurcht vor dem Herrn Doktor ist ihm abhandengekommen. Und der Herr Doktor? Der grinst, als hätte er eine Partie gewonnen, bei einem Match zwischen ihm und dem Eingeborenen.

3.

Panoramaabend

Die Kuh Doris hat schließlich das Zeitliche gesegnet. Infolge einer fachmännischen Euthanasie, durchgeführt vom Tierarzt aus dem Tal. Offenbar hatte sie sich die Beine gebrochen, weshalb … usw. usw. Arme Kuh, Friede ihrer Seele, sofern Rindviecher überhaupt eine Seele haben. Mache ich mich der Gefühllosigkeit schuldig, wenn ich sage, die verschiedene Doris ist mir ziemlich egal? Ich bin bei meinem Kind, nur das zählt. Mein Sohn ist fünfzehn Jahre alt und ich lese ihm im Bett noch immer ein paar Seiten vor, bevor er das Licht ausmacht. Während der Schulzeit steht er um halb sieben auf und geht um zehn ins Bett. In den Ferien verschiebt sich alles eine Stunde nach hinten, mehr nicht. Und ich sitze um elf an seinem Bett, mit dem Buch in der Hand und lese vor. Nein, ich gehöre nicht zu den Müttern, deren Kinder mit zwölf Jahren zum ersten Mal ausgehen und die dann die ganze Nacht kein Auge zu tun, bis sich der Schlüssel im Schloss dreht. Aber ich gehöre auch nicht zu den Müttern, die ihre Kinder einsperren. Max geht schlicht und einfach nicht aus. Und er hat es gern, wenn eine liebevolle Stimme ihm etwas vorliest, während er in den Schlaf gleitet. Heute Abend ist David Sedaris dran. Er mag die spritzigen, witzigen Amerikaner. Aber bereits nach zwanzig Minuten hört er mir nicht mehr zu. Die Augen fallen ihm zu. Vielleicht liegt es am Höhenunterschied oder daran, dass es hier nur zwanzig Grad hat, nach den zweiunddreißig in Mailand. Oder am Picknick und dem verrückten Nachmittag, an der Anstrengung, meinen Vater bei Pacifico und den Carabinieri zurückzuhalten. Ich beuge mich hinunter und gebe ihm einen Kuss.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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