Effi Briest von Theodor Fontane. - Theodor Fontane - ebook

Effi Briest von Theodor Fontane. ebook

Theodor Fontane

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Opis

Königs Erläuterungen - Textanalyse und Interpretation mit ausführlicher Inhaltsangabe und Abituraufgaben In einem Band bieten dir die neuen Königs Erläuterungen alles, was du zur Vorbereitung auf Referat, Klausur, Abitur oder Matura benötigst. Das spart Zeit bei der Vorbereitung! Alle wichtigen Infos zur Interpretation. - von der ausführlichen Inhaltsangabe über Aufbau, Personenkonstellation, Stil und Sprache bis zu Interpretationsansätzen - plus 4 Abituraufgaben mit Musterlösungen und 2 weitere zum kostenlosen Download . sowohl kurz als auch ausführlich. - Die Schnellübersicht fasst alle wesentlichen Infos zu Werk und Autor und Analyse zusammen. - Die Kapitelzusammenfassungen zeigen dir das Wichtigste eines Kapitels im Überblick - ideal auch zum Wiederholen. - Das Stichwortregister ermöglicht dir schnelles Finden wichtiger Textstellen. . und klar strukturiert. - Ein zweifarbiges Layout hilft dir Wesentliches einfacher und schneller zu erfassen. - Die Randspalte mit Schlüsselbegriffen ermöglichen dir eine bessere Orientierung. - Klar strukturierte Schaubilder verdeutlichen dir wichtige Sachverhalte auf einen Blick. . mit vielen zusätzlichen Infos zum kostenlosen Download.

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Liczba stron: 142




KÖNIGS ERLÄUTERUNGEN

Band 253

Textanalyse und Interpretation zu

Theodor Fontane

EFFI BRIEST

Thomas Brand

Alle erforderlichen Infos für Abitur, Matura, Klausur und Referat plus Musteraufgaben mit Lösungsansätzen

Zitierte Ausgaben: Fontane Theodor: Effi Briest. Roman. Husum/Nordsee: Hamburger Lesehefte Verlag, 2009 (Hamburger Leseheft Nr. 171, Heftbearbeitung: Elke und Uwe Lehmann). Zitatverweise sind mit HL gekennzeichnet. Fontane, Theodor: Effi Briest. Roman. Stuttgart: Philipp Reclam jun., 2002 (Reclams Universal-Bibliothek Nr. 6961). Zitatverweise sind mit R gekennzeichnet.

Über den Autor dieser Erläuterung: Thomas Brand, geboren 1959, verheiratet, zwei Kinder, Studium der Germanistik und evangelischen Theologie in Göttingen und Berlin. Nach Durchführung eines theologischen Forschungsprojekts seit 1992 Lehrer für Deutsch und evangelische Religion an Gymnasien in Dresden, Fürstenwalde (Spree) sowie als Schulleiter in Berlin. Autor von Lernhilfen verschiedener Verlage sowie von Königs Erläuterungen und Lernhilfen des Bange Verlages.

Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages. Hinweis zu § 52 a UrhG: Die öffentliche Zugänglichmachung eines für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmten Werkes ist stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig.

2. Auflage 2012

ISBN 978-3-8044-6951-8

© 2003, 2010 by C. Bange Verlag, 96142 Hollfeld Alle Rechte vorbehalten! Titelbild: Ausschnitt aus einem Poster zum Film „Effi Briest“ (BRD 2008), © Cinetext/Constantin Film

Hinweise zur Bedienung

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INHALT

1. DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK – SCHNELLÜBERSICHT

2. THEODOR FONTANE: LEBEN UND WERK

2.1 Biografie

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

2.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken

3. TEXTANALYSE UND -INTERPRETATION

3.1 Entstehung und Quellen

Historisches Vorbild

Die literarische Parallele: Gustave Flauberts Madame Bovary (1856)

3.2 Inhaltsangabe

3.3 Aufbau

3.4 Personenkonstellation und Charakteristiken

Effi Briest

Geert von Innstetten

Effi Briests Elter

Major Crampas

Johanna und Roswitha

Gieshübler

Wüllersdorf

Der Adel

Problemfelder: Frauenbild und Rollenverständnis – Duell und Ehrenkodex

3.5 Sachliche und sprachliche Erläuterungen

3.6 Stil und Sprache

Gespräche

Briefe

Humor und Ironie

Verklärung

Vorausdeutungen

3.7 Interpretationsansätze

Effi Briest – die Geschichte einer gescheiterten Ehe

Kritik an der Macht gesellschaftlicher Normen

Kritik an der adligen Gesellschaft

Effi Briest – exemplarische Darstellung eines Frauenschicksals

4. REZEPTIONSGESCHICHTE

5. MATERIALIEN

Der Adel als gesellschaftlich geschlossene Gruppe

Zeitgeschichtlicher Hintergrund – Preußen, der Adel und das Militär

Die Frauenfrage

Das Duell

Duell und Ehebruch – Folgen für die Frau

6. PRÜFUNGSAUFGABEN MIT MUSTERLÖSUNGEN

Aufgabe 1 **

Aufgabe 2 ***

Aufgabe 3 **

Aufgabe 4 **

LITERATUR

Zitierte Ausgabe

Briefe Theodor Fontanes

Sekundärliteratur

Sonstige Literatur

Verfilmungen

1.Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

Damit sich jeder Leser in unserem Band rasch zurechtfindet und das für ihn Interessante gleich entdeckt, hier eine Übersicht.

Im 2. Kapitel beschreiben wir Fontanes Leben und stellen den zeitgeschichtlichen Hintergrund dar:

Theodor Fontane lebte von 1819 bis 1898, die meiste Zeit in Berlin.

Das Deutsche Reich bestand seit 1871. Preußen mit seiner Metropole Berlin hatte darin eine Vormachtstellung. Dem Adel kam, besonders für das Militärwesen, besondere Bedeutung zu.

Effi Briest ist ein später Roman Fontanes und ist 1894/95 erschienen. Zuvor war Fontane durch seine Gedichte und seine Wanderungen durch die Mark Brandenburg berühmt geworden.

Im 3. Kapitel bieten wir eine Textanalyse und -interpretation.

Effi Briest – Entstehung und Quellen:

Effi Briest liegt ein historischer Fall – eine seinerzeit spektakuläre Ehebruchsgeschichte – zugrunde, der aber von Fontane stark umgearbeitet wurde.

Inhalt:

Der Roman enthält 36 Kapitel.

Effi wird als 17-Jährige von Innstetten, der schon einmal Bewerber um die Mutter war, geheiratet. Der Altersunterschied sowie große Mentalitätsunterschiede und das Leben im eher hinterwäldlerischen Kessin führen zu einer Krise. Effi lässt sich anscheinend leichtfertig auf eine Affäre mit Crampas, einem Major und Frauenhelden, ein. Jahre später, Effi lebt mit ihrer Familie wieder in Berlin, wird diese Affäre durch einen Zufall aufgedeckt. Obwohl es offenkundig sinnlos ist und er selbst keine persönlichen Rachegelüste verspürt, fordert Innstetten Crampas zum Duell und tötet ihn. Effi wird aus ihrer Familie, auch von ihren Eltern, verstoßen und lebt allein in Berlin. Erst schwer krank darf sie in ihr Elternhaus zurückkehren und stirbt dort.

Personen:

Die Hauptpersonen sind

Effi Briest:

aus brandenburgischem Adel stammend

unbeschwert, kindlich

unkonventionell

Geert von Innstetten:

prinzipientreu

ambitioniert

steif, konservativ

rational denkend

Major Crampas:

Frauenheld

unterhaltsam

eher untypischer Soldat

Vater Briest:

lebenserfahren

humorvoll

gute Menschenkenntnis

Mutter Briest:

ambitioniert

prinzipientreu

Wir stellen diese Hauptfiguren ausführlich vor und berücksichtigen auch einige Nebenfiguren.

Stil und Sprache Fontanes:

Fontane ist ein Vertreter des poetischen Realismus:

Er will Menschen in ihren tatsächlichen Lebensverhältnissen darstellen.

Er beschreibt auch Details und scheinbare Belanglosigkeiten.

Sein wichtigstes Mittel ist der Dialog.

Vier Interpretationsansätze bieten sich an:

Effi Briest ist

der Roman einer gescheiterten Ehe;

eine Kritik an den damals geltenden Konventionen;

eine kritische Darstellung der adligen Gesellschaft;

die exemplarische Darstellung eines Frauenschicksals.

2.Theodor Fontane: Leben und Werk

Theodor Fontane 1819–1898

2.1Biografie

JAHR

ORT

EREIGNIS

ALTER

1819

Neuruppin (Mark Brandenburg)

Geburt am 30. Dezember als erster Sohn des Apothekers Louis Henri Fontane und seiner Frau Emilie. Die Vorfahren sind Hugenotten, die seit Ende des 17. Jahrhunderts in Brandenburg ansässig sind.

1827

Swinemünde/ Usedom

Kauf der „Adler-Apotheke“ durch den Vater; Fülle neuer Eindrücke.

7

1827

Swinemünde

Trennung der Eltern, Rückkehr der Mutter nach Neuruppin, Theodor bleibt beim Vater.

7

1832

Neuruppin

Besuch des Gymnasiums

12

1833

Berlin

Besuch der Friedrich-Werderschen-Gewerbeschule; Unterkunft bei seinem Onkel August und dessen Frau Philippine. Fontane lernt sowohl Künstler- als auch Arbeitermilieu kennen.

13

1835

Berlin

Begegnung mit seiner späteren Frau Emilie

15

1836

Berlin

Schulabschluss mit dem „Einjährigen“ (= Mittlere Reife), die zu einem verkürzten Militärdienst von einem Jahr berechtigt. Beginn der Apothekerlehre.

16

1839

Berlin

Veröffentlichung der Novelle Geschwisterliebe im Berliner „Figaro“

19

1840

Berlin

Anstellung als Apothekergehilfe; schriftstellerische Nebentätigkeit, Veröffentlichung verschiedener Gedichte; Mitgliedschaft im Platen- und im Lenau-Klub.

20

1840

Burg

Tätigkeit in der Apotheke Dr. Kannenberg; Kleinstadtsatire Burg (veröffentlicht 1924); Krankheit (vermutlich Typhus).

20

1841

Leipzig

Tätigkeit in der Apotheke „Zum weißen Adler“; Nähe zu jungdeutschen Kreisen; Veröffentlichungen in der Zeitschrift „Die Eisenbahn“ (Gedichte und Korrespondenzen, Theaterkritik); Mitgliedschaft im Herwegh-Verein, dort Freundschaft mit W. Wolfsohn und Max Müller; Krankheit.

21

1842

Dresden

Tätigkeit in der Salomonis-Apotheke; Ablehnung von 38 Gedichten durch einen Züricher Verlag.

22

1843

Letschin

Tätigkeit in der Apotheke seines Vaters; Hamlet-Übersetzung; erste Veröffentlichung im „Morgenblatt für Gebildete Leser“ (Gedichte).

23

1843

Berlin

Gast im literarischen Verein „Tunnel über der Spree“

23

1844

Berlin

Beginn des einjährigen Militärdienstes; erste Englandreise im Mai und Juni; ordentliches Mitglied im „Tunnel über der Spree“, dort intensive Beschäftigung mit Literatur, aktive Mitgliedschaft bis 1855.

24

1845

Berlin

Tätigkeit als Rezeptar in der „Polnischen Apotheke“ (Friedrichstraße 8). Verlobung mit Emilie Rouanet-Kummer.

25

1847

Berlin

Apothekerexamen; Einstellung in die „Jungsche Apotheke“ (letzte Apothekerstelle, bis 1849)

27

1848

Berlin

Teilnahme an den Straßenkämpfen am 18. März; journalistische Arbeiten bei der Berliner Zeitungs-Halle; Karl Stuart (Fragment); Pharmazielehrer am Krankenhaus Bethanien.

28

1850

Berlin

Vier Aufsätze für die Deutsche Reform; Anstellung am „Literarischen Cabinett“, einer Zensureinrichtung (nur wenige Wochen); Tätigkeit als regierungsnaher Journalist; Heirat mit Emilie Rouanet-Kummer.

30

1851

Berlin

Verschiedene Tätigkeiten, Privatlehrer; Einstellung bei der Nachfolgeorganisation des „Literarischen Cabinetts“, der „Centralstelle für Preßangelegenheiten“; Tätigkeit bei der „Adler-Zeitung“.

31

1852

London

April bis September: Korrespondent für die „Adler-Zeitung“; Balladen und Erzählungen.

32

1853

Berlin

Schlussredakteur der „Adler-Zeitung“; nebenbei Tätigkeit als Privatlehrer.

33

1854

Berlin

Herausgabe des „Argo“, der Zeitschrift der literarischen Vereinigung Rütli, einer Verzweigung des „Tunnel“; Unsere lyrische und epische Poesie seit 1848.

34

1855

London

Mehrjähriger Englandaufenthalt zwecks Aufbaus der „Deutsch-Englischen Correspondenz zur Stei­gerung des preußischen Ansehens in England“ (eingestellt 1856)

35

1856

London

Halbamtlicher Presseagent der preußischen Regierung; Tätigkeit für verschiedene deutsche Zeitungen.

36

1857

London

Übersiedlung Emilies und der beiden Söhne

37

1858

London/Schott­land

Schottlandreise mit B. v. Lepe; Übersetzungen, Reiseberichte, Feuilletons, Reportagen.

38

1858

Berlin

Kündigung des Vertrags als preußischer Staatsbediensteter

38

1860

Berlin

Redakteur bei der konservativen „Kreuz-Zeitung“ (bis 1870); Geburt der Tochter Martha (Methe).

40

1861

Berlin

Die Grafschaft Ruppin (erster Band der Wanderungen durch die Mark Brandenburg)

41

1862

Berlin

Wahlmannskandidat der Konservativen Partei für die Wahl des preußischen Abgeordnetenhauses

42

1867

Schiffmühle bei Freienwald

Tod des Vaters

47

1869

Neuruppin

Tod der Mutter

49

1870

Berlin

Kündigung bei der „Kreuz-Zeitung“; Theaterkritiker bei der „Vossischen Zeitung“; Reise zum Schauplatz des Deutsch-Französischen Krieges nach Frankreich; Verhaftung als angeblicher preußischer Spion.

50

1874

Italien

Italienreise mit Emilie (Verona, Venedig, Florenz, Rom, Neapel)

54

1876

Berlin

März: ständiger Sekretär der Königlichen Akademie der Künste; Mai: Entlassungsgesuch; August: Entlassung; Ende der Tätigkeit: Ende Oktober; Wiederaufnahme der Kritikertätigkeit.

56

1878

Berlin

Erscheinen von Vor dem Sturm, seinem ersten Roman

58

1879

Berlin

Grete Minde

59

1880

Berlin

L’Adultera

60

1881

Berlin

Ellernklipp

61

1882

Berlin

Schach von Wuthenow

62

1884

Berlin

Graf Petöfy

64

1885

Berlin

Unterm Birnbaum

65

1886

Berlin

Cécile

66

1887

Berlin

Irrungen, Wirrungen

67

1890

Berlin

Stine; Quitt

70

1891

Berlin

Unwiederbringlich; Schillerpreis

71

1892

Berlin

Frau Jenny Treibel

72

1894/

1895

Berlin

Effi Briest; Ehrendoktor der Berliner Universität

74/75

1895/

1896

Berlin

Die Poggenpuhls

75/76

1897

Berlin

Der Stechlin

77

1898

Berlin

Fontane stirbt am 20.September; Beisetzung am 24. September auf dem Friedhof der Reformierten Gemeinde.

78

1902

Berlin

Tod Emilie Fontanes

1906

Berlin

Veröffentlichung von Mathilde Möhring in der „Gartenlaube“

1917

Waren

Tod der Tochter Martha

1933

Berlin

Tod des Sohnes Theodor

1941

Neuruppin

Tod des Sohnes Friedrich

2.2Zeitgeschichtlicher Hintergrund

ZUSAMMENFASSUNG

Wichtig um 1890:

Preußen und Berlin haben eine Vormachtstellung im Deutschen Reich.

Das Bürgertum gewinnt Macht gegenüber dem Adel.

Der Adel hält Vormachtstellung in Militär, Politik und Landbesitz.

Berlin entwickelt sich zur Weltstadt.

In den Mietskasernen herrscht soziale Not.

Stichwortartig finden sich die im Folgenden wiedergegebenen Ereignisse bereits im biografischen Abriss. Sie sind an dieser Stelle hinsichtlich ihres möglichen Einflusses auf das literarische Schaffen des späten Fontane, besonders auf Effi Briest, zusammengestellt. Dabei geht es besonders um das zwiespältige Verhältnis zu Preußen, das zwischen einer Bejahung der traditionellen Werte der Vertreter des Preußentums und einer Kritik an Preußens Erstarrung schwankt.

JAHR

EREIGNIS/EINFLUSS

1841–1844

Begeisterung für die revolutionäre Dichtung (Vormärz), z. B. Freiligrath und Herwegh

gesellschafts- und adelskritisches Element

1844

Mitgliedschaft im literarischen Klub „Der Tunnel“, der eine konservative, die revolutionäre Richtung ignorierende Linie in der Literatur vertritt; mögliches Motiv: Überwindung einer gewissen Isolation, Suche nach einer geistigen Heimat

konservatives, das Preußentum bejahendes Element, wie es in vielen von Fontanes Büchern zu finden ist

1848

Teilnahme am März-Aufstand der Demokraten, später von Fontane allerdings heruntergespielt

gesellschafts- und adelskritisches Element (siehe oben)

1849

Erneute Hinwendung zum Preußentum; mögliches Motiv: berufliche Ambitionen („Literarisches Kabinett“), Sympathien mit der preußischen Nationalver­sammlung gegenüber dem Paulskirchen-Parlament

1855–1959

Presseagent der preußischen Regierung in London

Ausbildung einer genauen Beobachtungsgabe und der kritisch-realistischen Darstellungsweise beim Vergleich der Verhältnisse in beiden Ländern

1859–1869

Redakteur der konservativen „Kreuz-Zeitung“

finanzielle Unabhängigkeit als Grundlage für die Wanderungen, die das Verhältnis zum Preußentum entscheidend prägen (historische Verklärung, die bewusst auf die Vergangenheit beschränkt bleibt)

1866–1876

Verschiedene Kriegsbücher

ambivalente Einstellung zum Preußentum, zunehmende Kritik und auch kritische Rezeption der Kriegsbücher in Preußen; kein Siegerpathos, ironische Beschreibung einzelner Charaktere

1870/1871

Deutsch-Französischer Krieg, Reichsgründung und staatliche Einheit Deutschlands, „Gründerzeit“, Militarisierung der Gesellschaft

Ernüchterung und Kritik am Preußenmythos als Gegenreaktion

Gesellschafts- und Adelskritik

2.3Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken

ZUSAMMENFASSUNG

Fontanes Schaffen umfasst vier Schwerpunkte:

Lyrik

Journalistik

Kriegsbücher

Romane

Eine Sonderstellung nehmen die Wanderungen durch die Mark Brandenburg ein.

Erst mit 59 Jahren veröffentlichte Fontane seinen ersten Roman – um in der Folge fast jährlich einen neuen vorzulegen. Wenn es überhaupt möglich ist, in diesem vielseitigen und langen schriftstellerischen Schaffen einen gemeinsamen Bezugspunkt auszumachen, so handelt es sich um Preußen. Dass Fontanes Einstellung zu Preußen Wandlungen unterworfen war, wurde bereits bei der Analyse der lebens- und schaffensprägenden Einflüsse deutlich. Dieses findet seinen Niederschlag auch in seinen literarischen Werken, wie die folgende Grafik verdeutlicht.

Deutlich wird: Die Romane als das Spätwerk Fontanes repräsentieren seine gegenüber dem Preußentum kritischste Periode. Dabei richtet sich seine Kritik nicht gegen preußische Tugenden oder den Adel an sich. Immer wieder entwirft Fontane liebenswürdige Vertreter dieser Schicht, wie etwa Schach von Wuthenow, Dubslaw von Stechlin oder den alten Briest. Bezeichnenderweise sind diese in den Romanen aber stets Repräsentanten einer vergehenden Zeit. Umso mehr gilt Fontanes Kritik der Erstarrung und Unbeweglichkeit des Systems und seiner Repräsentanten. Diese ist mustergültig in Innstettens Umgang mit dem Ehrenkodex zu sehen: Auch wenn er um dessen Überkommenheit weiß, fügt er sich ihm (zunächst) widerstandslos. So kann Effi Briest allgemein als repräsentativ für Fontanes Einstellung zum Preußentum und zur preußischen Gesellschaft angesehen werden: Nicht ohne Sympathie werden Verfallserscheinungen gleichwohl deutlich gekennzeichnet und kritisiert.

Innerhalb von Theodor Fontanes Romanen nimmt Effi Briest eine zentrale Rolle ein, denn bestimmte Aspekte, die auch in anderen bedeutsamen Romanen auftreten, erscheinen hier in gebündelter Form: die Thematik einer unerfüllten, oftmals an Standesvoraussetzungen scheiternden Liebe, die Frage nach dem Anspruch auf persönliches Glück, das Problem eines überkommenen, nicht mehr zeitgemäßen Ehrenkodex und damit verbunden die Kritik am Adel und seiner Unfähigkeit, sich den wandelnden gesellschaftlichen Verhältnissen anzupassen. Dabei ergibt es sich zumeist, dass eine Liebesbeziehung an gesellschaftlichen Normen und Vorurteilen scheitert, was mit dem persönlichen Ruin, oftmals auch dem Tod eines oder beider Protagonisten endet. Eine Ausnahme dazu bildet Stine, eine Novelle aus dem Jahre 1890: Hier ist es die selbstbewusste und von Fontane sympathisch sowie mit Humor gezeichnete Titelheldin, die, aus niederen Verhältnissen stammend, eine ungleiche Liebesbeziehung scheitern lässt. Es ist bezeichnend, dass Fontane hier – vermutlich gegen den „Normalfall“ – eine Protagonistin aus den unteren Ständen initiativ werden lässt.

Aus dieser Übersicht kann man die Schlussfolgerung ziehen, dass Effi Briest sowohl repräsentativ für Fontanes Gesamtwerk als auch für seine Romane im Besonderen angesehen werden kann. Vielleicht erklärt sich daraus auch der besondere Erfolg des Romans.

3.Textanalyse und -interpretation3.1Entstehung und Quellen

ZUSAMMENFASSUNG

1890–1894 

Fontane schreibt den Roman Effi Briest.

1894/1895

Effi Briest erscheint als zweiteiliger Vorabdruck in der Zeitschrift „Deutsche Rundschau“ im Verlag seines Sohnes Friedrich Fontane.

1895

Effi Briest erscheint in Buchform.

Effi Briest liegt ein historischer Fall zugrunde, eine seinerzeit spektakuläre Ehebruchgeschichte. Fontane hat diese jedoch stark umgearbeitet, einerseits um Beschwerden der beteiligten Personen, die bei Erscheinen des Romans noch lebten, zu vermeiden, andererseits um seine Aussage stärker zum Ausdruck bringen zu können.

Historisches Vorbild[1]

Das Vorbild für die Figur der Effi war die 1853 geborene Elisabeth („Else“) von Plotho und ihre Ehe mit dem Offizier Armand von Ardenne.

Elisabeth und Armand von Ardenne

Effi und Geert von Innstetten

Schlussfolgerungen aus den wesentlichen Unterschieden Historie – Roman

Schichtzugehörigkeit:

Adel

Schichtzugehörigkeit:

Adel

Personen:

Elisabeth v. Ardenne, geb. v. Plotho, jüngste Tochter einer Gutsbesitzerfamilie aus der Altmark

Armand v. Ardenne, Soldat und Ministerialer im Kriegsministerium

Emil Hartwich, Amtsrichter

Personen:

Effi v. Innstetten, geb. v. Briest, einzige Tochter einer märkischen Gutsbesitzerfamilie

Geert v. Innstetten, Landrat und Ministerialer

Major v. Crampas, Soldat, Bezirkskommandeur der Landwehr

Alter bei der Hochzeit:

Elisabeth 19 Jahre

Armand 24 Jahre

Alter bei der Hochzeit:

Effi 17 Jahre

Geert 42 Jahre

Der Altersunterschied motiviert die große Verschiedenheit zwischen Effi und Innstetten zusätzlich.

Hochzeit nach längerem Drängen Ardennes und längerer Verlobungszeit