Durchsiebt (Der Legionär - Die Action Thriller Serie) - Alfred Bekker - darmowy ebook

Durchsiebt (Der Legionär - Die Action Thriller Serie) ebook

Alfred Bekker

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Opis

Mein Mörder war plötzlich da. Ich hatte nicht einmal gehört, wie er durch die Tür gekommen war. Schritte. Ich wartete. Ich sah seine Silhouette. Die große, kühne Nase - so gerade und lang wie ein Pistolenlauf. Ich sah die Entschlossenheit in denn Linien seines Gesichts. Mir war dieser Ausdruck vertraut. Es war der unbedingte Wille zu töten. Der Mann hielt eine automatische Pistole in der Hand. Mit Schalldämpfer - damit es nicht so einen Krach machte, wenn er mich umbrachte. Denn genau das hatte er vor. Mich umbringen. Einen anderen Grund, in meine Wohnung einzudringen konnte ich mir nicht vorstellen. Ich kenne mich ganz gut mit Waffen aus. Aber das Fabrikat konnte ich trotzdem nicht genau erkennen. Spätestens, wenn er damit einen Schuss abgab, würde sich das ändern. Nur war es dann vielleicht für mich zu spät. Der Mann kam noch etwas näher. Wie er in meine Wohnung gekommen war, hatte ich nicht mitbekommen. Wie auch? Ich hatte geschlafen. Ein Luxus, den man sich besser nicht gönnen sollte. Ich blieb ganz ruhig. Die entsicherte Waffe hielt ich in der Rechten. Als er mich sah, war er überraschter als ich. Vor allem wohl deshalb, weil er ein paar Kugeln in den Bauch bekam. Ich gab ihm keine Chance, auch nur einmal abzudrücken. Immer wieder drückte ich ab. Sein Körper zuckte. Das Gesicht wirkte wie ein Fleisch gewordenes Fragezeichen, während sich sein Hemd blutig färbte. Die Projektile traten aus seinem Rücken wieder aus und schlugen in die Wand. Ein Spiegel dahinter wurde blind. Der Kerl sackte in sich zusammen. Ein einziger Schuss löste sich doch noch aus seiner Waffe, ging aber in den Boden. Als ich ihn ausgestreckt vor mir liegen sah, atmete ich tief durch. Ich steckte die Waffe ein. Ich hatte Durst, ging in die Küche, nahm mir ein Glas Mineralwasser und trank es leer. Und dann hörte ich auch schon die Polizeisirenen. Ich sah aus dem kleinen Fenster in der Küche. In New York sind die Mieten hoch und jeder Quadratmeter ist kostbar. Die Küche war dementsprechend eng. Um ehrlich zu sein, ich hatte sie kaum je benutzt. In meiner Zeit bei der Legion habe ich zwar gelernt, wie man kocht. Notfalls auch mit sehr einfachen Mitteln. Im Tschad gab es nicht immer gleich ein gutes Restaurant oder wenigstens eine McDonald-Filiale um die Ecke. Und ich habe Dinge zu essen gelernt, die andere Leute nicht einmal anfassen würden. Aber wer alles isst, kann überall überleben. Wie auch immer. Ich sah aus dem Fenster und dachte: Gleich werden die Cops hier sein. Irgendwie hatte ich es in den Eiern, dass die Sirenenwagen meinetwegen unterwegs waren. Und ich hatte auch das Gefühl, dass da jemand was ziemlich geschickt gedreht hatte. Verdammt, dachte ich. Aber jetzt musste ich da wohl durch. Ich nahm mir eine Tasse Kaffee aus der Thermoskanne. So viel Zeit musste sein. Cover: Steve Mayer

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Alfred Bekker

Durchsiebt (Der Legionär - Die Action Thriller Serie)

Episode 6: Cassiopeiapress Spannung

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Durchsiebt

Alfred Bekker

Der Legionär - Episode 6

 

 

© 2013 by Alfred Bekker

© der Digitalausgabe 2013 AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westf.

Ein CassiopeiaPress E-Book

www.AlfredBekker.de

 

 

Mein Mörder war plötzlich da.

Ich hatte nicht einmal gehört, wie er durch die Tür gekommen war.

Schritte.

Ich wartete.

Ich sah seine Silhouette.

Die große, kühne Nase - so gerade und lang wie ein Pistolenlauf.

Ich sah die Entschlossenheit in denn Linien seines Gesichts. Mir war dieser Ausdruck vertraut. Es war der unbedingte Wille zu töten.

Der Mann hielt eine automatische Pistole in der Hand. Mit Schalldämpfer - damit es nicht so einen Krach machte, wenn er mich umbrachte.

Denn genau das hatte er vor.

Mich umbringen.

Einen anderen Grund, in meine Wohnung einzudringen konnte ich mir nicht vorstellen.

Ich kenne mich ganz gut mit Waffen aus. Aber das Fabrikat konnte ich trotzdem nicht genau erkennen. Spätestens, wenn er damit einen Schuss abgab, würde sich das ändern. Nur war es dann vielleicht für mich zu spät.

Der Mann kam noch etwas näher. Wie er in meine Wohnung gekommen war, hatte ich nicht mitbekommen. Wie auch? Ich hatte geschlafen.

Ein Luxus, den man sich besser nicht gönnen sollte.

Ich blieb ganz ruhig. Die entsicherte Waffe hielt ich in der Rechten.

Als er mich sah, war er überraschter als ich. Vor allem wohl deshalb, weil er ein paar Kugeln in den Bauch bekam. Ich gab ihm keine Chance, auch nur einmal abzudrücken. Immer wieder drückte ich ab. Sein Körper zuckte. Das Gesicht wirkte wie ein Fleisch gewordenes Fragezeichen, während sich sein Hemd blutig färbte. Die Projektile traten aus seinem Rücken wieder aus und schlugen in die Wand. Ein Spiegel dahinter wurde blind.

Der Kerl sackte in sich zusammen. Ein einziger Schuss löste sich doch noch aus seiner Waffe, ging aber in den Boden.

Als ich ihn ausgestreckt vor mir liegen sah, atmete ich tief durch.

Ich steckte die Waffe ein. Ich hatte Durst, ging in die Küche, nahm mir ein Glas Mineralwasser und trank es leer.

Und dann hörte ich auch schon die Polizeisirenen. Ich sah aus dem kleinen Fenster in der Küche. In New York sind die Mieten hoch und jeder Quadratmeter ist kostbar. Die Küche war dementsprechend eng. Um ehrlich zu sein, ich hatte sie kaum je benutzt. In meiner Zeit bei der Legion habe ich zwar gelernt, wie man kocht. Notfalls auch mit sehr einfachen Mitteln. Im Tschad gab es nicht immer gleich ein gutes Restaurant oder wenigstens eine McDonald-Filiale um die Ecke. Und ich habe Dinge zu essen gelernt, die andere Leute nicht einmal anfassen würden. Aber wer alles isst, kann überall überleben. Wie auch immer. Ich sah aus dem Fenster und dachte: Gleich werden die Cops hier sein. Irgendwie hatte ich es in den Eiern, dass die Sirenenwagen meinetwegen unterwegs waren.

Und ich hatte auch das Gefühl, dass da jemand was ziemlich geschickt gedreht hatte.

Verdammt, dachte ich.

Aber jetzt musste ich da wohl durch.

Ich nahm mir eine Tasse Kaffee aus der Thermoskanne. So viel Zeit musste sein.

 

*

 

„Machen Sie die Tür auf! Hier spricht das NYPD!”

„Ja, sicher”, sagte ich. „Einen Moment.”

Ich öffnete die Tür.

Ein Cop in Zivil hielt mir seine Marke unter die Nase. Er faselte etwas davon, dass Schüsse zu hören gewesen wären und jemand die Polizei alarmiert hatte.

Gut möglich, dass jemand gehört hatte, was hier geschehen war. Schließlich hatte ich ja keinen Schalldämpfer benutzt.

„Lieutenant Rigder, New York Police Department”, sagte er.

„Er liegt im Wohnzimmer. Ich habe ihn erschossen, nachdem er hier eingedrungen ist und mich umlegen wollte.”

Rigder machte seinen Kollegen ein Zeichen. Sie gingen an mir vorbei. Ein kleiner dicker Mann mit riesigen Ohren tastete mich nach Waffen ab.

„Bin kitzlig”, sagte ich. „Und wenn Sie meine Knarre suchen, dann sollten Sie in der Küche nachsehen. Sie liegt auf der Anrichte mit der Schublade für das Besteck.”

„Sie wissen, dass die Waffengesetze von New York recht streng sind.”

„Ich darf eine Waffe besitzen, sie aber nicht in der Öffentlichkeit mit mir herumtragen”, sagte ich. „Aber das hier sind meine vier Wände. Nicht groß, aber hier darf ich bewaffnet sein. Und wäre ich es nicht gewesen, hätte dieser Kerl mich umgelegt!”

„Gut, wir werden Ihre Aussage zu Protokoll nehmen.”

„Hören Sie...”

„Auf unserem Revier. Sie stören hier ohnehin nur, wenn die Spurensicherung kommt.”

Ich knurrte etwas vor mich hin. Ich hoffte nur, dass es nichts Deutsches und nichts Französisches war. Jeder Hinweis auf meine wahre Nationalität und meine Herkunft konnte mich in Schwierigkeiten bringen. Und dasselbe galt für jeden Hinweis darauf, dass ich mal in der französischen Fremdenlegion gewesen war. Besser, man wusste nichts über mich. Ein Phantom mit Jedermann-Identität. So hatte ich die letzten zwei Jahrzehnte zugebracht, seit ich in Tanger beinahe von ein paar sehr unangenehmen Zeitgenossen durchsiebt worden war.

New York, Singapur, Kapstadt, Nairobi, Buenos Aires, Amsterdam, Frankfurt, Berlin... Es waren so viele Stationen gewesen, an denen ich mich mehr oder weniger lang aufgehalten hatte. Ich hatte es aufgegeben, sie zu zählen. Ich merkte sie mir nicht einmal mehr bewusst.

Und dasselbe galt für all die Namen, die ich seitdem getragen hatte

Ich wartete immer noch auf den Tag, an dem ich gezwungen war, zuerst in meinen gegenwärtigen Pass zu sehen, um mich korrekt vorstellen zu können.