Dramen und Schauspiele - Achim von Arnim - ebook

Dramen und Schauspiele ebook

Achim von Arnim

0,0

Opis

Dieser Band beinhaltet folgende Bühnenwerke Achim von Arnims: Inhalt: Die Gleichen Marino Caboga Mißverständnisse Die Vertreibung der Spanier aus Wesel

Ebooka przeczytasz w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS
czytnikach certyfikowanych
przez Legimi
czytnikach Kindle™
(dla wybranych pakietów)
Windows
10
Windows
Phone

Liczba stron: 390

Odsłuch ebooka (TTS) dostepny w abonamencie „ebooki+audiobooki bez limitu” w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS



Dramen und Schauspiele

Achim von Arnim

Inhalt:

Achim von Arnim – Biografie und Bibliografie

Die Gleichen

Personen

Erster Aufzug

1

2

3

4

5

Zweiter Aufzug

1

2

3

Dritter Aufzug

1

2

3

Vierter Aufzug

1

2

3

4

Fünfter Aufzug

1

2.

Sechster Aufzug

Marino Caboga

Personen

Erste Handlung

Zweite Handlung

Dritte Handlung

Mißverständnisse

Personen

I

II

III

IV

V

VI

VII

VIII

IX

X

XI

XII

XIII

XIV

Die Vertreibung der Spanier aus Wesel

Personen

Erste Handlung

I

II

III

IV

V

VI

Zweite Handlung

I

II

III

IV

V

VI

VII

VIII

Dritte Handlung

I

II

III

IV

V

VI

VII

VIII

IX

X

Dramen und Schauspiele, Achim von Arnim

Jazzybee Verlag Jürgen Beck

Loschberg 9

86450 Altenmünster

ISBN: 9783849603724

www.jazzybee-verlag.de

[email protected]

Achim von Arnim – Biografie und Bibliografie

Dichter der romantischen Schule, geb. 26. Jan. 1781 in Berlin, gest. 21. Jan. 1831 in Wiepersdorf (bei Jüterbog), studierte in Göttingen Naturwissenschaften und veröffentlichte eine »Theorie der elektrischen Erscheinungen« (Halle 1799), wendete sich aber bald ausschließlich der poetischen Produktion zu, ließ sich nach längern Reisen 1806 in Heidelberg nieder, wo er, mit Klemens Brentano eng befreundet, die »Zeitung für Einsiedler« (deren Titel dann in »Tröst-Einsamkeit« umgewandelt ward; neu hrsg. von Pfaff, Heidelb. 1883) herausgab und mit Brentano eine Sammlung der ältern deutschen Volkslieder: »Des Knaben Wunderhorn« (s. Wunderhorn), veranstaltete (das. 1806–1808, 3 Bde.). In seinen Jugendromanen: »Hollins Liebeleben« (Göttingen 1802; neue Ausg. von Minor, Freiburg 1883) und »Ariels Offenbarungen« (das. 1804), offenbarte sich schon die phantastische Willkür, die den begabten Dichter nie verlassen sollte. Die Novellensammlung »Der Wintergarten« (Berl. 1809) erneuerte vergessene Erzählungen. Höher stand der Roman »Armut, Reichtum, Schuld und Buße der Gräfin Dolores. Eine wahre Geschichte, zur lehrreichen Unterhaltung armer Fräulein aufgeschrieben« (Berl. 1810, 2 Bde.), worin der Dichter den Fall und die Buße einer heißblütigen Frauennatur mit ergreifender Wahrheit, wenn auch nicht ohne einiges störende Beiwerk schildert. 1811 verheiratete sich A. mit Brentanos Schwester Elisabeth (Bettina), lebte von da an teils in Berlin, teils auf seinem Gut Wiepersdorf in der Mark, ununterbrochen poetisch tätig, überdies durch eine anziehende, im besten Sinne ritterliche Persönlichkeit ausgezeichnet. Seine Dramen »Halle und Jerusalem. Studentenspiel und Pilgerabenteuer« (Heidelb. 1811) und die in seiner »Schaubühne« (Berl. 1813) vereinigten Stücke schwanken zwischen dem Ton des Ernstes und dem toller, phantastischer Puppenspiele in einer Weise, die den rechten Eindruck gefährdet. (Vgl. Bottermann, Die Beziehungen des Dramatikers Achim v. A. zur altdeutschen Literatur, Götting. 1896.) Dagegen sind seine Erzählungen, die teils einzeln in Taschenbüchern, teils gesammelt unter den Titeln: »Vier Novellen« (Berl. 1811), »Landhausleben« (Leipz. 1826) und »Sechs Erzählungen« (Berl. 1835) erschienen, meist anschaulich und anziehend geschrieben, von Humor und warmem Gefühl durchdrungen, aber auch nicht frei von barocken Absonderlichkeiten. Die besten sind: »Isabella von Ägypten«, »Der tolle Invalid auf dem Fort Ratonneau«, »Die Majoratsherren« und »Fürst Ganzgott und Sänger Halbgott«. Seine Hauptschöpfung sollte der historische Roman »Die Kronenwächter« werden, dessen erster Teil noch den Titel: »Bertolds erstes und zweites Leben« (Berl. 1817) führte, während ein zweiter, unfertiger Teil erst aus Arnims Nachlaß hervortrat. »Die Kronenwächter« sind ein historischer Roman von großartiger Anlage und mächtiger Ausführung; die bedeutende Zeit, der Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit (Beginn des 16. Jahrh.), ist lebensvoll und farbenreich geschildert, und die ausgeführten Episoden sind voll Wärme und Heimatszauber. Arnims »Sämtliche Werke« mit einer Vorrede von W. Grimm (Berl. 1839–46, 19 Bde.; 1853–56, 22 Bde.) fanden nur ungenügende Verbreitung; bessere wurde den »Ausgewählten Novellen und Erzählungen« (das. 1853, 3 Bde.) zu teil. Eine Auswahl der Werke Arnims besorgten Koch für Kürschners »Deutsche Nationalliteratur« und Dohmke für Meyers Klassikerausgaben (Leipz. 1892). Arnims Beiträge zum »Gesellschafter« aus den Jahren 1817–1820 gab Geiger heraus: »Unbekannte Aufsätze und Gedichte von A.« (Berl. 1892). Vgl. »Achim v. A. und die ihm nahe standen«, hrsg. von R. Steig u. Herm. Grimm (Bd. 1, Stuttg. 1894).

Die Gleichen

Personen

Graf von Neugleichen

Gräfin                                                

Hartmann, Hofmeister                       

Barbara Hartmann, Schaffnerin         

Bilibald, Schloßvogt von Neugleichen.         

Gottschalk, Pferdehirte                      

Gottschälkchen, dessen Sohn            

Ein Bote                                             

Burgmänner, Frauen                          

Ritter Plesse von der Plesse, Lehnvetter der beiden Gleichen. Ritter Bernhard von Hanstein, Bruder der Gräfin von Neugleichen.

Gisella, Gräfin                                   

Norbert

ihre Kinder, Grafen von Altgleichen.

Gangolph                                           

Joseph                                               

Anneliese, Magd

Amra, Tochter des Sultans von Egypten.

Ein Geistlicher. Pilger, Freischöffen, Jäger.                

Markesa aus Venedig.

Galeratus                                           

Galerata, dessen Frau                         

Pietro, Gefangenwärter                      

Wache, Ratsherrn, Ratsdiener            

Erster Aufzug

1

Erstes Morgenlicht. Weideplatz mit alten Eichen; auf einer Seite ein großer Stein, auf der andern eine Kapelle, im Hintergrunde die Burg Neugleichen. Gottschalk liegt mit dem Kopfe auf einem Tönnchen schlafend unter einer der Eichen, sein Hirtenhorn neben ihm. Gottschälkchen kommt gelaufen, schüttelt ihn, doch ohne ihn erwecken zu können, endlich nimmt er das Horn und bläst Feuerlärm.

Gottschalk: Feuer blase ich? Warum denn? Wo ist Feuer, im Himmel oder auf Erden? Freilich, Himmel und Erde, Stirn und Magen, alles ein Feuer. Laß brennen, Gottschalk, laß brennen! Lauf und rette dein bißchen Leben, alter Narr! Das wäre zu viel, wenn du für deine paar Sünden lebendig verbrennen solltest!

Gottschälkchen: Vater, wenn das ein ehrlicher Mensch hörte!

Gottschalk: Nun – nun – wo ist denn das Feuer geblieben, das ich soeben angeblasen habe?

Gottschälkchen: Er denkt wohl noch, daß Er Nachtwächter ist, ja, wenn Er das Trinken hätte lassen können, so wären wir noch in dem guten Brot. Nun läßt Er die Pferde ins Korn laufen, da werden sie gepfändet, und Er muß Strafe zahlen. Muß ich Ihn da nicht wecken?

Gottschalk: Also du hast nur so geblasen, um mich zu wecken! So, so, – daß du mich geweckt hast, war gut, dafür gebe ich dir meinen stiefväterlichen Segen, daß du mich aber erschreckt hast, dafür wische ich dir mit diesem Backenstreiche den Segen rein ab.

Gottschälkchen: Der Backenschlag hat mich nicht getroffen, etsch, den Segen hab ich weg.

Gottschalk: Ein spitzfindiger Spitzbube. Junge, Junge, was könnte aus dir werden, wenn es Krieg gäbe; Junge, wie heißt der Reim des Herrn Bilibald, wenn er die Rüstkammer putzen läßt?

Gottschälkchen: Lauf Er lieber den Pferden nach.

Gottschalk: Junge, du sollst mir nichts vorschreiben, die Pferde haben vier Beine, und ich habe nur zwei, wer kann ihnen nachkommen! Wie heißt der Spruch vom Kriege?

Gottschälkchen: Wach auf, du friedlich müdes Schloß! Es schimmern die Helme, es wiehert das Roß, Wach auf, es steiget der Heldenglanz, Es glänzen die alten Lorbeern im Kranz Und treiben der jungen Zweige so viel, Viel tausend Blätter an einem Stiel; Es fällt ein Tau, der sie alle erfrischt, Es ist das Blut, das sich kämpfend vermischt Von Freund und Feind, von Roß und Mann, Es schimmert die Röte schon himmelan!

Gottschalk: Sing weiter, Allerweltsjunge, als ich so alt war wie du, konnte ich auch was behalten, aber die Feldzüge haben mir den Kopf geschwächt. Sing weiter!

Gottschälkchen: Die Hähne krähen und putzen die Sporn, Die Stiere zerwühlen die Erde im Zorn, Die Hündlein jagen aus Lust in dem Feld, Der Marketender der zählt schon sein Geld, Er geht nicht in den Streit, er zieht nur hinterher, Er hat das ganze Geld, stirbt uns das ganze Heer.

Gottschalk: Das soll ein Stich auf mich sein, ich wollt', es wäre wahr, da brauchte ich jetzt nicht Pferde zu hüten. Aber das Sprichwort sagt: wer im zwanzigsten Jahre nicht schön, im dreißigsten nicht kräftig, im vierzigsten nicht geehrt, im funfzigsten nicht reich ist, aus dem wird im sechzigsten Jahre ein Lump.

Gottschälkchen: Ihr werdet bald sechzig, was wird aus Euch?

Gottschalk: Ein Lump. Ich war im zwanzigsten Jahre grundhäßlich, im dreißigsten beständig krank, im vierzigsten wollte mich niemand ehren, funfzig bin ich arm und fromm wie eine Kirchenmaus, und der Schloßvogt hält mich für einen fressenden Schaden im Schloß, obgleich ich eigentlich mehr trinke als esse. Sohn, Sohn, wir haben viel Unglück erlebt, daß dein Gevattersmann, der alte Hartmann, mit dem Grafen im Morgenlande verloren ging, der hätte mein Glück gemacht und deins, – wir wollen miteinander weinen.

Gottschälkchen: Seine Tränenstunde hat wieder im Weinfaß angeschlagen. Wie kommt er nur zu dem Wein?

Gottschalk: Ein schlechtes Kellerschloß ist recht zum Trost der Armut vom Himmel eingerichtet; das öffnet sich vor meinen Fingern, als wären's Springwurzeln, husch, bin ich drunten, mein Fäßchen mit mir, keck ist der Hahn aufgedreht, zisch, zisch, ist mein Fäßchen voll. (Er trinkt.) Andre durstige Menschen schreien und singen, wenn sie trinken, aber ich mag gern dabei in aller Stille mein Unglück überdenken, wie deine Mutter, das Rabenhaar, – ja, schöne schwarze Haare hatte sie wie du – mit dem Venetianer und allem meinem Gelde davonlief. Dich ließ sie mir zum Angedenken, dich mußte ich nun selbst stillen.

Gottschälkchen: Wie will Er mich gestillt haben! Wer wird Ihm das glauben!

Gottschalk: Wie ich dich gestillt habe? Mit dem Ochsenziemer, wenn ich keine Ruhe vor dir hatte. Küß die Hand, Gottschälkchen, aus Dankbarkeit, du wärst sonst elendig in deiner Unart krepiert. Kannst du nicht aus Dankbarkeit beten, daß es bei uns einen langen, großen Krieg gibt, wobei viel Lebensmittel verbraucht werden? Auf dich wird noch geachtet im Himmel, denn du bist unschuldig, ich steh aber schon im Register schlecht angeschrieben.

Gottschälkchen: Es läßt sich wohl, um größeres Unglück abzuwenden, beten: in dieser Nacht war mir recht bange, Gott sei uns gnädig!

Gottschalk: Was sahst du denn, den alten Herrn Hug?

Gottschälkchen: Nein, viel mehr hab ich gesehn. Ich hatte mich eben aufs Stroh gelegt, da fuhr es über mich hin, ein solcher Sturm, als jagte er viel tausend scharfbeschlagene Rosse übers Dach. Die Ziegel klatschten nieder, die Glasscherben klingelten, als zöge eine Schlittenfahrt. Ich schöpfte nach Luft, wie ein Fisch auf dem Grase. Endlich sprang ich ans Fenster.

Gottschalk: Und was sahst du?

Gottschälkchen: Die Wolken wirbelten, sonst sah ich nichts, aber fern hallte noch Waffengeklirr und Rosseschnauben und Trompeten.

Gottschalk: Küssen muß ich dich für die Botschaft, Tedeum wollen wir singen, alle Heilige bekränzen, und ich habe die Glücksbotschaft verschlafen können!

Gottschälkchen: Was für Botschaft?

Gottschalk: O hätte ich es doch mit meinen leiblichen Ohren alles das selige Geschmetter in den Lüften gehört, mir wäre zumute gewesen, als ob ein Beutel mit Gelde vor mir umgestürzt würde. Hast du es nicht von Frau Barbara vernommen, was dieser reisige Zug in den Lüften bedeutet? Da zieht Herr Hug mit seinen Waffenbrüdern, und das bedeutet Krieg.

Gottschälkchen: Der alte Narr meint wohl, er will mitziehen, und muß doch im Grabe still liegen. Was aber nun unsere Frau Barbara anbetrifft, so muß sie wohl Herr Hug diese Nacht mit für den Kriegszug geworben haben, ich finde sie nirgends.

Gottschalk: Laß die Frau Großmutter ihre Wege gehen, sie hat überall ihr bißchen Hexenwesen.

Gottschälkchen: Ich meine aber, ich hab sie hier bei dem Steine schreien und zanken hören, und darum kam ich eigentlich heruntergelaufen, ihr zu helfen.

Gottschalk: Laß sie nur, die weiß sich schon zu helfen, wir aber wollen den Marketenderwagen schmieren.

Gottschälkchen: Da backen wir auch Kuchen, den will ich den Landsknechten verkaufen.

Gottschalk: Aber friß mir nicht die Rosinen heraus, sonst geht's nicht gut, lieber die Stücken etwas kleiner, das Rosinenfressen merkt jeder.

Gottschälkchen: Verlaß Er sich auf mich, Vater, wenn ich Rosinen will essen, so esse ich sie vor dem Backen, wie gestern, als Barbara dem Ritter Plesse einen Kuchen backen mußte, den er den beiden jungen Hochzeitleuten schenkte. Ach, der hat wieder diese Nacht gesungen, ganz leise, daß ich nichts verstehen konnte, aber es klang doch verliebt.

Gottschalk: Du Narr, was verstehst denn du davon, ob etwas verliebt klingt?

Gottschälkchen: Das hab ich schon recht gemerkt, wenn es so auf der Brust kocht, dann ist es ein Liebeslied, auch verdrehen die Leute dabei die Augen und lesen allerlei Abschabsel, Lappen, Haare, verwelkte Blumen auf; o wie oft hab ich das vom Ritter gesehen, wenn er in das Gärtchen kommt, wo die Gräfin gesessen hat.

Gottschalk: Der Junge hat rechte Pfiffe im Kopf! – Wer weiß, ob uns nicht daher der Krieg kommt, denn Gangolph und Norbert von Altengleichen leiden sicher nicht, daß der Plesse die Gräfin heiratet und sich zum Herrn in Neugleichen einsetzt. Wenn's nur Krieg gibt, mag er kommen, woher er will, der Krieg deckt mir den Tisch.

Gottschälkchen: Aber denkt Er denn, Vater, weil die Kriegsgeister diese Nacht in der Luft gerumpelt haben, daß sie darum schon fertig sind mit allen Rüstungen? Da müssen sie vielleicht noch diesen wecken, jenen hetzen, haben wir doch nicht einmal einen guten Hefenkuchen in ein paar Stunden fertig.

Gottschalk: Hast recht, Allerweltsjunge! wollen die Pferde noch heut aus dem Korn herausjagen, komm schnell, ehe sie der Schloßvogt sieht. (Beide ab.)

2

Burg Altgleichen. Gewölbter Hausflur in erster Morgendämmerung. Gräfin Gisella pocht an eine Türe.

Gisella: Anneliese, steh auf und frag nicht lange, ob der Wächter sein Morgenlied abgesungen hat; die Hähne krähen, die Kühe rufen nach dir, der Hirte wird bald blasen. Wenn dich die Sonne im Bette bescheint, so kriegst du nimmermehr einen Mann! – Ist es nicht eine Schande, sie hört nicht mehr auf mich, seit Norbert und Gangolph mit ihr schön tun. Sie werden einander noch darüber feind werden, es gibt ein Unglück, aber was darf ich den herrischen Söhnen sagen? Wenn ich sie nur ansehe, so meine ich, daß ich verraten sei, die Strafe Gottes spricht aus allen ihren Gesichtszügen, und doch sagen die Leute, daß sie meinem seligen Manne ähnlich sehen. Wenn es nur niemand hört, was ich so für mich spreche, ich werde so schwach im Kopfe von aller Not. (Die Magd kommt.) Anneliese, wie die Augenlider herunterhängen, das bedeutet schlecht Wetter. (Die Magd geht gähnend nach dem Hofe, die Gräfin ruft ihr nach.) Schlag auch Feuer an zur Morgensuppe, meine Söhne werden bald von der Jagd zurückkommen. Wenn sie nur was mitbringen, ich weiß nicht, was ich heute kochen soll.

Joseph (springt in einem Mantel die Haustreppe hinunter): Hast du mich gerufen, liebe Mutter? wie mir das Herz schlägt, ich träumte so schön, so schön!

Gisella: Du armer Junge, warum hast du nicht länger geschlafen, wenn du so schön träumtest; leg dich wieder hin, vielleicht träumst du wieder fort wie vorher, ich will mich in acht nehmen und nicht so laut reden. Geh, lieber Joseph!

Joseph: Mutter, wie kommt's, ich hab's schon oft versucht, zu träumen, was mir gefällt, aber es geht nicht. Der Traum gehört einem gewiß nicht so recht an wie andere Gedanken. Ob es wohl die Engel sein mögen, die einem so was Gutes vorspiegeln?

Gisella: Freilich, wenn du artig bist, da spielen die Engel mit dir im Schlafe.

Joseph: Und dann werden die Engel müde, und dann ist der wunderschöne Traum aus. Nicht wahr, Mutter?

Gisella: Ja, du armes Kind, der Himmel wird seiner Gnade gegen uns müde und überdrüssig, und dann sind wir verlassen.

Joseph: Ich bin kein armes Kind, Mutter, ich werde sehr reich werden und dir will ich alles schenken; sei ruhig, du sollst keine Not mehr leiden, sollst ruhig ausschlafen, aus silbernem Becher trinken, und immer soll der Küchenschornstein rauchen. Wir wollen recht lustig sein und den ganzen Tag spielen.

Gisella: Du fabelst aus deinem Traume, der Fasttag gestern hat dich mit Eßlust eingewiegt, und mit Heißhunger bist du aufgewacht. Die Morgensuppe soll bald fertig sein.

Joseph: Nicht vom Fasttage, nein, aus der seltsamen Geschichte im großen Hausbuche kam der Traum: die Ameisen an der Wurzel der Eiche trugen edle Steine zusammen, und die Bienen auf dem Wipfel bauten Zellen von Silber und füllten sie mit Gold, und die Eiche war erwachsen auf unserm Wachtturm und drüben auf dem hohen Wachtturme in Neugleichen aus zwei Wurzeln, das tiefe Tal zwischen beiden war aber schon ganz mit Edelsteinen ausgefüllt, so daß die Eiche ganz fest stand. Norbert und Gangolph traten auf mich, um an der Mauer heranzuklettern, aber sie fielen, ich aber konnte fliegen, es ging so herrlich, und mir gehörte der Schatz der drei Brüder.

Gisella: Wenn dir dein Leben lieb ist, wenn du mich liebst, so schweig von diesem Traum, deine Brüder ärgern sich ohnedies an dir wegen .. nun, du weißt es ja, daß sie dich immer ärgern. Hätte nie gedacht, daß du schon so gut lesen könntest, verstehst mehr davon als ich, gab dir das Buch bloß wegen der schönen Bilder, und du sprichst daraus wie ein geistlicher Herr, und all das böse Geheimnis vom Dreibrüderschatze lastet nun auf deinem Gewissen. Versprich mir's in die Hand, denn du bist schwatzhaft, daß du keinem Menschen von dem Schatze erzählen willst.

Joseph: Warum sollte ich's erzählen? ich behalte es gern für mich.

Gisella: Nein, gib mir die Hand, es keiner lebenden Seele zu erzählen.

Joseph: Da meine Hand, liebe Mutter.

Gisella: Da hast du einen Kuß dafür, und sag mir nun auch, wie du so schnell hast lesen lernen und von wem.

Joseph: Von dem alten Pater Benedikt, der mich alle Tage bei der ausgebrannten Kirche in meinem Gärtchen besucht.

Gisella: Wer ist denn dieser geistliche Herr, seh ihn doch nie kommen oder weggehen? Es wird einem gar ängstlich bei so etwas in dem alten Hause. Geh nicht wieder nach der alten Kirche, die Leute erzählen so schon genug von einem alten Pater, der nachts da sitzt und blankes Geld zählt, daß es blitzt. Kein Mädchen will abends die Hühner da heraustreiben.

Joseph: Mutter, du warnst mich vor allem, und wenn wir uns auch vor allem in acht nehmen, es geht uns doch nicht gut.

Gisella: Du wirst ganz überklug bei deinem Lesen, wart nur, deine Brüder werden's schon an dir abstrafen, ich höre ihr Jagdhorn, sie bringen etwas für die Küche, sie jubeln.

Joseph: Ach, wäre ich auch dabei gewesen, da könnte ich mitjubeln!

Gisella: Bitte nicht darum, sie gehen nicht auf rechten Wegen, – aber die liebe Not!

(Norbert und Gangolph tragen singend ein Reh und legen es der Mutter zu Füßen.)

Norbert: Wenn der Baum kracht In dem Nachtsturm,Wacht der Leuchtwurm Auf der Lustjagd.

Gangolph: Auf zur Freijagd In das Grenzland, Wem das Herz lacht Nach dem Wildstand.

Norbert: Wir gaben nicht acht Auf Bann und auf Acht.

Gangolph: Wir konnten nicht sehen, Wohin wir da gehen, Das Netz ward gestellt, Kein Stern hat's erhellt, Kein Hund hat gebellt, Kein Bogen geschnellt.

Norbert: Da gab's kein Gehetz, Da gab's kein Geschwätz. Das Reh lief ins Netz, Als wär's sein Gesetz.

Gangolph: Da schlugen wir's sacht Und trugen's bedacht Und warfen's ins Haus, Nun teilet's zum Schmaus.

Norbert: Den Jägern zum Hohn Ihr segnet den Lohn, Zum Trotz und zum Spott Behütet uns Gott.

Gisella: Gott sei gedankt, daß es so abgegangen, ihr seid warm, ich muß euch die Stirn trocknen. Das ist brav, lieben Kinder, ihr kommt zur rechten Zeit, wußte nicht, was ich euch heute kochen sollte.

Norbert: Wir wußten's, die Anneliese ließ uns keine Ruh', wir mußten auf die Jagd. Joseph, nimm dich doch in acht, das Reh schweißt noch.

Joseph: Das liebe Tier, wie weich sein Mund, wie klar seine Augen; wenn ich ihm den Atem wieder einhauchen könnte, wie wollte ich es füttern, es sollte mir nachlaufen wie ein Hund, es sollte bei mir schlafen.

Norbert: Da wäre noch ein unnützer Brotesser wie du im Hause. Was hast du heute getan, Junge? bist noch nicht einmal ordentlich angezogen.

Gisella: Schelte doch nicht immer und ewig mit ihm, du machst ihn am Ende ganz schüchtern gegen dich, und er ist dir doch so gut.

Norbert: Mutter, für den feinen Einschlag habe ich zu harten Aufzug, das gibt kein gut Gewebe. Was kümmern mich des Jungen Gedanken; aber fleißig soll er werden, denn wir haben's nötig.

Gangolph: Der Joseph luleit den ganzen Tag im Garten, bemalt die Mauern mit Eulen und Affen.

Joseph: Ei, Gangolph, wie kannst du so reden; die Gräfin, wie ich sie neulich mit dem Ritter Plesse lustwandeln sah, als ich im Dickicht an der Grenze die Vögel behorchte, die habe ich an der Gartenmauer abgemalt, ganz wie sie leibt und lebt, sonst habe ich den ganzen Tag geharkt und gelesen.

Gangolph: Du sollst geistlicher Herr werden, weil du so gern lesen willst. Aber, Mutter, das muß ich dir sagen, zwischen der Gräfin und dem Plesse ist's nicht richtig, es munkelt sich allerlei. Er ist gesund wie ein Fisch und läßt sich immer noch von der Gräfin pflegen, ohne an seine Kreuzfahrt zu denken; er hat ein Kreuz auf dem Mantel, den Schalk im Herzen.

Gisella: Von wem hast du das gehört?

Gangolph: Von Gottschalk; er ist ja der einzige von dem Gesindel drüben, der mit uns zu verkehren wagt und uns die Kunde bringt, wenn die Jäger drüben lieber schlafen als die Forst bewachen.

Norbert: Auch soll der Plesse schon in früher Zeit mit ihr verlobt gewesen sein, und alte Liebe rostet nicht.

Gangolph: Erben wir die Grafschaft gleich, wenn sie den heiratet?

Gisella: Freilich, und dann käme auch Frau Brigitte, die weiße Frau, zur Ruhe.

Norbert: Die Geschichte hast du mir noch nicht erzählt, ich glaube auch nicht an die Frau Brigitte, denn ich habe sie noch nicht gesehen.

Gisella: Nur Geduld. Eben der Herr Hug, von dem es heißt, daß er drüben umgeht, so wie seine Frau Brigitte die weiße Frau sein soll, die immer erscheint, wenn einer aus unsern Häusern stirbt –

Norbert: Laß sie nur kommen, will sie abweisen mit dem Jagdspieß, das alte Biest.

Gangolph: Du bringst die Mutter ganz ab von der Geschichte. Was verordnete Herr Hug?

Gisella: Aus Liebe zu seiner Frau Brigitte, die ihren jüngern Sohn viel mehr als ihren ältern Sohn liebte (Gott weiß, warum, die Leute sagen aber, aus bösem Grunde), teilte er die Äcker und Wälder so ungleich, daß der ältere Sohn, unser Ahnherr, darben mußte, während jener drüben schwelgte. Und wegen dieses Unrechts, woran wir noch leiden, haben jene beiden, Herr Hug und Brigitte, keine Ruhe im Grabe und sind verflucht, umherzuwandeln zu jedermanns Schrecken, bis beide Stämme der Gleichen sich wieder zu einem verbunden haben. Das ist auch meine Hoffnung für euch, ihr Kinder.

Gangolph: Hier darf keiner eine Hoffnung fassen, hier erfriert die Weinblüte alle Jahr, und die Kelter steht da zum Spektakel.

Norbert: Verdammt, daß so einem toten Mann der Wille gelassen wird und uns nicht, die wir tapfer leben und das Nest alle Tage erstürmen könnten.

Gangolph: Es ist zu merken an dem Unheil, daß es von einer Frau kommt, ein Mann hat doch zu viel Verstand zu solchen Einfällen, es ist immer die alte Geschichte mit der Eva.

Norbert: Eine Frau sollte in ihrer Spinnstube bleiben und nicht in der Gerichtsstube mitsprechen, eine Frau ist zu gar nichts gut, und meiner Stammutter zum Ärger will ich nicht heiraten, damit der ganze Plunder an fremde Leute fällt, die sie auslachen in der Ewigkeit. Was hilft mir die Grafschaft, wenn ich alt und stumpf bin, und habe meine Jugend verhungert und verkümmert. Begegnet mir nun einmal die Frau Stammutter, sie soll auf immer die Lust verlieren, aus ihrem alten Sargdeckel hervorzukriechen!

Joseph: Bruder Norbert, sprich ja nicht so; wenn sie nun da wäre und dich zur Rede setzte! – da bewegt sich so eine weiße Gestalt an der Türe.

Norbert: Der Teufel sei uns gnädig.

Gangolph: Ich habe nichts gegen die gnädige Frau gesprochen, ich weiß von nichts, es muß der Joseph gewesen sein.

Gisella: Mir wird so schwach, das wird wohl mein Tod sein, ach Gott, warum scheue ich mich zu sterben, und meine eigene Kinder achten mich doch nicht.

Joseph: Nein, Mutter, du mußt leben, oder ich sterbe mit dir, hier ist ohne dich kein Auskommen mehr.

(Frau Barbara Hartmann steht an der Tür.)

Barbara: Laßt mich nur los, ihr bösen Knaben; sehen sie drüben, daß ich hier vom Schloß komme, so gibt's nur üble Nachrede.

Norbert: Du bist es, altes Fegefeuer.

Gangolph: Die ist's, die alte Hexe Barbara, da hatten wir uns selbst eine Rute gebunden.

Norbert: Ich möchte die Alte wie einen Raubvogel ans Tor nageln, aber da besuchte uns gar niemand, es mag so keiner in unsre magre Küche blicken. Alte, was gibst du Lösegeld?

Barbara: Wenn ihr nicht so böse wäret, ich könnte euch reich machen.

Joseph: Mutter, beruhige dich, es ist die alte Hartmann von drüben.

Gisella: Wie kommt sie denn so früh hieher?

Gangolph: Sie ist gar nicht gern gekommen, sie trieb da drunten bei den Eichen ihr Hexenwesen und fiel in unser Jagdnetz, da nahmen wir sie mit und haben sie draußen im Hof vergessen. Ja, wenn man sich die ganze Nacht herumgetrieben hat, vergeht einem das Gedächtnis.

Norbert: Der Spaß ist uns recht versalzen, es lief mir eiskalt über den Rücken! – Nun gesteh, Alte, was du da unten triebst, oder ich werf dich ins Verließ zu Ottern und Schlangen.

Barbara: Dir sag ich's nicht, du störriger Krauskopf, aber der Mutter will ich's vertrauen.

Gisella: Mag nichts mit Eurem Hexenkram zu tun haben.

Norbert: Mir sollst du alles sagen, oder ich zwicke dich mit der glühenden Kohlenzange.

Gangolph: Sag's mir nur, wenn dir der zu wild ist. Was treibst du bei dem großen Steine?

Barbara: Nun ja, dir will ich's sagen, bist du auch nicht viel besser wie dein Bruder, das böse Blut tritt dir doch nicht gleich so ins Gesicht. Ich tat gar nichts Böses, ich sag's euch, ich hatte mir nur eine frische Wünschelrute geschnitten, um zu prüfen, ob der große Hausschatz, der Dreibrüderschatz, noch läge, oder ob er schon gehoben.

Gisella: Ich befehle Ihr, Sie schweigt und geht, will Sie uns mit ihrem aberwitzigen Zeuge den Kopf verrücken? wir wollen nichts von dem Schatze wissen.

Norbert: Mutter, so heftig habe ich dich nie gesehen, fährst ja gegen sie an wie eine Glucke, die ihre Küchlein führt.

Barbara: Ich schweige bis zum jüngsten Tage, wenn's die Gräfin, eure Frau Mutter, nicht dulden will, sie muß am besten wissen, ob die drei Söhne den Schatz heben können, das Blut vom Grafen Heinrich klebt noch an dem Steine. Freilich, es ist gefährlich.

Gisella: Geht nur, alte tückische Seele, Ihr könnt doch das Reden nicht lassen, ich muß Euch noch selbst zur Burg hinausführen. Ich sag dir, Norbert, halt sie nicht, bei meinem Fluche!

Barbara: Ich geh ja gerne, hätte Euch sonst noch viel erzählen können von unsrer Gräfin, was wir da für Not haben mit dem Ritter Plesse, da darf nur einer eine Türe hart zumachen, so wird er ausgescholten, sie bewahrt ihn wie ein rohes Ei.

Gisella: Geht, Alte, geht, und laßt Euch niemals wieder sehen.

Barbara: Gräfin, Gräfin, bei aller Demut, die ich gegen Euer Haus im Herzen trage, wenn Ihr mich so hinausweist, die ich viel früher schon darin gewesen, Euch wird's gereuen, daß ich Euch hier erschienen bin, als wäre ich die weiße Frau gewesen.

Gisella: Ich meine, daß Ihr's seid, so ernst und leuchtend blickt Ihr aus den weißen Tüchern, beim allmächtigen Gott, wie das Bild von Frau Brigitten auf dem Saale. Fort, fort, Ihr deutet Tod mir an! (Geht ab mit Barbara.)

Norbert: So zornig habe ich die Mutter noch nie gesehn, ich fürchtete mich vor ihr wie sonst, als ich noch ein Kind war. Und dann predigt sie mir Sanftmut!

Gangolph: Mit dem Schatz muß es eine eigne Bewandtnis haben; wie sie sagte, daß meine Mutter es wissen müsse, ob wir den Schatz heben dürften, da ward die Mutter so wild und angst wie beim Gewitter.

Norbert: Ich habe keine Ruhe, bis ich die Geschichte vom Schatz weiß, bei Gottschalk will ich mich aufs Kundschaften legen.

Joseph: Ich weiß alles, ich weiß alles.

Gangolph: Gelbschnabel, was wirst du wissen!

Norbert: Wie der Naseweis sich angewöhnt, mitzureden!

Joseph: Ich weiß alles aus meinem Buche, aber die Mutter hat's mir verboten zu sagen.

Gangolph: Der Junge ist am Ende mit seiner Leserei doch zu etwas gekommen, wie die blinde Henne zum Gerstenkorn. Sprich nur, Joseph, die Mutter ist nicht hier, und wir sagen's ihr nicht wieder.

Joseph: Ich hab's ihr in die Hand zugesagt, es keiner lebenden Seele zu sagen.

Norbert: Ich schlag dich tot, wenn du nicht sprichst.

Joseph: Ich sage kein Wort.

Gangolph: Ich schenke dir mein Eichhörnchen im Rade.

Norbert: Du schüttelst doch mit dem Kopfe?

Gangolph: Das Heil'genbildchen sollst du auch haben.

Joseph: Ich hab's der Mutter in ihre Hand versichert, es keiner lebenden Seele zu sagen, sonst sagte ich's gern, wenn du mir das Eichhörnchen und das Bild gibst und es mir nachher nicht wieder nimmst.

Gangolph: Keiner lebenden Seele sollst du's sagen, so erzähl es dem heiligen Georg dort.

Joseph: Der hat auch eine Seele, die sitzt halb im Himmel und halb sieht sie aus jenem Bilde hervor, o der weiß alles, der ist so gescheit.

Gangolph: Ei Narr, so erzähl's der Mauer, hab ich ja oft gefunden, wie du dich mit den Mauern unterhalten hast, wir hören nicht zu, wir wollen unser Reh ausweiden.

Joseph (wendet sich gegen die Mauer): Ich hab was Neues gelesen, du alte ehrliche Mauer, das habe ich dir noch nicht erzählt, du mußt es aber nicht wiedererzählen.

Gangolph: Die Mauer sagt kein Wort, hab noch nichts von ihr gehört.

Joseph (nimmt ein Buch und liest): Drunten im Tale da liegt ein Schatz unterm großen Steine, das ist der Dreibrüderschatz, den Graf Hug mit seinen beiden geistlichen Brüdern zusammenlegte aus der Beute im Wendenlande, fingerdicke goldne Armringe, silberne Schilder, Degenhefte, alles in einer kupfernen Braupfanne, die damals eben durchgebrannt war. Und weil es mit vielem Blutvergießen erworben war, so hatte der Teufel sein Recht daran, und sie wurden ihn dadurch los, daß sie das Geld eingruben. Und ging der Geldteufel die Bedingung ein, es solle so lange sein werden zum Spielen in der Erde, bis drei eheliche Söhne des Hauses, die alle dreie kein Geld hätten, den Stein vor Sonnenaufgang miteinander abhüben. Es war aber ungleich geteilt worden von Herrn Hug zwischen seinen beiden Söhnen, Weizen und Wein wuchs lustig auf den Feldern von Neugleichen, aber bei Altgleichen wurde es immer schlechter und fror alles ein, so daß schon die Enkel von Herrn Hug, die Grafen Jost, Heinrich und Hennig, in große Not gerieten. Da sie nun kein Geld hatten, gedachten sie des Schatzes an der Grenze, gingen in der Mainacht hin und riefen: Da sind wir drei eheliche Söhne des Hauses Altgleichen, haben kein Geld und wollen unsern Schatz heben; Geldteufel, zähl auf, und daß nur nichts fehlt! Da bullerte es in der Tiefe, der Stein schlug auf, und sie sahen die Braupfanne voll Gold, Silber und Edelgestein, und eine Schlange lag darauf, streckte den Kopf mit rotem Kamm in die Höhe und fragte: Seid ihr auch eurer drei eheliche Söhne? Da sahen sich Jost und Hennig zugleich um und sahen, daß Bruder Heinrich nicht bei ihnen, sie schimpften, daß er ein furchtsamer Hase sei, aber er war fort und blieb fort. Da brummte und zischte die Schlange: Kommt wieder, wenn ihr eurer drei seid, und der Stein klappte zu. Sie fluchten, aber es half nicht, sie suchten den Grafen Heinrich am Morgen, aber sie fanden ihn nicht, endlich sahen sie seinen Leichnam in den Ästen der Eiche über dem Steine hängen, und sein Blut klebte am Steine, die Leute aber sprachen: Wir wußten es wohl, der war ein Kaiserssohn aus dem Hoflager zu Goslar, der konnte den Schatz nicht heben. (Er macht das Buch zu.)

Norbert: Teufel, wir könnten so leicht reich werden, und die Mutter gönnt uns das nicht. Auf jeden Pfennig ist sie ersessen, und den Schatz läßt sie verschimmeln.

Joseph: Mein Eichhörnchen, Gangolph? Mein Heil'genbild?

Gangolph: Du sollst es haben, aber du mußt einmal nachts mit uns gehen nach dem Steine. Wir wollen den Schatz heben und der Mutter eine heimliche Freude machen, dann kann sie ruhig, sorgenlos leben.

Joseph: Sie würde aber so betrübt werden, wenn sie mich vermißte, sonst machte ich ihr gern die Freude.

Gangolph: Wenn wir ihr den Schatz hieher stellen am Morgen, ist alle Sorge vergessen, wer weiß, ob sie es merkt, du schleichst dich fort, wenn sie eingeschlafen ist. Hat sie sich nicht übers Reh gefreut? und gestern verbot sie uns, daß wir nicht drüben auf die Jagd gehen sollten.

Joseph: Es ist wohl wahr – auch habe ich geträumt, daß ich den ganzen Schatz erhöbe, aber ihr beide, nehmt euch in acht, ihr kommt dabei zu Schaden. – Die Mutter ruft draußen nach mir – ich komme gleich! (ab.)

Norbert: Wie boshaft der Joseph von uns träumt, das schenk ich ihm nicht.

Gangolph: Träume deuten das Gegenteil an. Hör, Norbert, wenn ich alles zusammenhalte, was die Leute, als wir noch klein waren, sagten, als Joseph so spät nachgeboren ward, er sei des Landgrafen Sohn, der hier eine Woche herbergte – warum ängstete sich die Mutter, wir möchten das Geheimnis vom Schatze erfahren? Das Gewissen, daß sie uns ein Unrecht getan.

Norbert: Die Tollader schwillt mir. Der Junge, den sie verhätschelt, der sollte ihre Liebe zu uns stehlen, ohne von unserm Stamm zu sein? Er gehört nicht zu uns beiden, es muß ihm jeder das ansehen, ich dulde ihn nicht, und wenn auch kein Schatz hier zu teilen wäre. Ich prüfe ihn am Stein, ob er ein echter Gleichen ist.

Gangolph: An dem Jungen ist nichts gelegen, aber die Mutter wird uns verfluchen, es ist ihr Augapfel.

Norbert: Wir sind im Recht, da schadet uns kein Fluch. Ist der Joseph echt, so ist der Schatz unser, nichts fehlt uns, wir können der reichen Gräfin drüben lachen. Ist Joseph unecht, war's unsre Schuld? Unsre Ehre fordert, daß wir kein falsches Blut in unserm Hause dulden, kein Halbgeschlecht kann mit Würde in dieser Höhe hausen, unsre Not, unsre Ehre mit Dauer ertragen,

Gangolph: Es mag wohl etwas Unrechtes hier geschehen sein, alle Not heckt hier tausendfältig, und das Glück stirbt uns ab wie die Fruchtbäume; wenn wir eine vergnügte Stunde haben, ist gewiß immer ein Unglück in der Nähe.

Norbert: Es ist was hier, das nicht ins Haus gehört, die Hausgeister quälen uns so lange, bis wir es hinausgeschafft. Am Stein, da prüfen wir das Gold unsers Adels. Es muß anders werden, oder ich entführe einmal die reiche Gräfin drüben. Gottschalk hat mir die Anstalten im Schloß genau erzählt. Da ist nichts in Ordnung, der Schloßvogt denkt nur ans Sparen, und das Geld verschwendet die Gräfin an die Pilger. Die guten, starken Reisigen müssen Schafe hüten. Einige von unsern entschlossenen Freijägern mit uns, und ..

Gangolph: Unser eignes Erbe, unser Haus feindlich anzufallen, das ist hart; da möchten die heimlichen Richter mit ihren Messern unsre Herzen kitzeln. Nein, Bruder, lieber mit allen Teufeln beim Schatz gerungen.

Norbert: Das versuch ich zuerst, wenn das aber nicht hilft, so ..

Gangolph: Nur auf den Joseph heute Achtung gegeben, daß er der Mutter nichts wiedererzählt! du hast ja gesehen, wie wenig seinem Versprechen zu trauen ist, er ist noch ganz Kind.

Norbert: Stirbt er, so ist er selig, denn er ist ein Kind.

Gangolph: Was gibt's wieder für neues Unglück draußen?

Norbert: Die Mutter zankt mit Pilgern, die zum heiligen Lande ziehen, sie sind nie zufrieden mit dem, was sie ihnen schenkt, und ich habe ihr schon lange anbefohlen, daß sie dem Gesindel gar nichts geben soll. Es tut doch nur heilig, um betteln und faulenzen zu können.

Gangolph: Wir wollen doch Frieden stiften. (Beide ab.)

3

Neugleichen. Ein Blumengarten zwischen dem Schlosse und der Wallmauer. In einer Wandvertiefung steht das steinerne Bild eines geharnischten Ritters. Vor einer Tür des Schlosses steht ein Tisch, worauf ein zierliches Kästchen und ein Gebetbuch zu sehen. Nicht fern der Türe ist ein Portal, durch welches Ritter Plesse mit Jagdspieß und Horn eintritt.

Plesse: Wohin verirr ich mich! Das tut Gewohnheit!

Zum Burgtor wollte ich hinaus mich schleichen, Und geh den Seitenweg zum kleinen Garten,Den ich ihr angelegt. Wie sie ihn pflegt, Wie alles hier gedeiht durch ihre Hand!

(Er blickt aufmerksam auf einzelne Pflanzen.)

Gebetet hat sie hier, an dieser Stelle, Wo ihre Kniee in den Sand gedrückt, Dies Büchlein hielten ihre zarten Finger, Die Lippen atmeten so fromm hinein, Den tiefen Worten ging ihr Auge auf, So ward das Wort Gedanke und auch Wille, Der Garten feiert es in Demut stille, Es hält der Morgenwind den Atem an Und hat das Blatt des Büchleins nicht gewendet, Das mit dem Rosenblatt bezeichnet ruht. O dieses Büchlein wär' mein letzter Wunsch, Vielleicht gewährt sie es dem schweren Abschied. Ich hör den Schritt der Gräfin durch die Zimmer, So geht kein andrer Fuß, so fest und leicht, Jetzt still, mein Herz, du mußt dich ruhig stellen, Nun sel'ge Schauder über dich hinwallen Wie eine höhre, unsichtbare Flut. Die Vögel singen alle ihr entgegen, O sagt nicht wieder, was mich hier entzückt, Und werd' ich rot, so ist's der Morgenglanz.

(Die Gräfin tritt aus ihren Zimmern heraus.)

Gräfin: Wie, treff ich Euch mit Jagdspieß und mit Horn Bei dem Gebetbuch? Wollt Ihr beten für Die Sünde, wie Ihr Euch vernichten wollt? Vom Fieber kaum genesen, wollt Ihr Fieber Im feuchten, kühlen Dunst des Waldes sammeln, Wo nie ein Sonnenstrahl den Boden wärmt?

Plesse: Mir ist es gut, daß ich, der Ruh' entrissen, Allmählich den Beschwerden mich gewöhne, Der Müßiggang ziemt dem Genes'nen nicht.

Gräfin: Genesen meint Ihr Euch, und seid noch krank, Ihr wacht so manche Nacht und seufzet viel, Und müßig sah ich Euch noch nimmermehr, Seit Kraft zurückgekehrt in Eure Arme. Dies liebe Gärtchen dank ich Eurer Mühe, Jetzt ist's mein liebster Aufenthalt am Morgen.

Plesse: Ihr dankt für solche kleine Müh' – und ich, Wie soll ich schweigen bei so großer Mühe, Die Ihr in treuer Pflege mir geschenkt, Nur als ein Opfer pflanzte ich die Blumen, Euch wollte ich des Jagens Beute opfern.

Gräfin: Mein Herz verlangt so blut'ge Opfer nicht, Ihr kleidet ein als Dienst, was Euch vergnügt, Seid heute noch vernünftig, laßt das Jagen, Es läßt Euch gut im Jagdstaat, seid zufrieden, Ihr gleicht dem Jäger auf dem Bilde droben, Wie heißt der Mann?

Plesse: Adonis war sein Name, Und sein Geschick war lieblich und doch schmerzlich, Der Venus Kuß verschloß den Mund im Sterben, Als er die Jagd geübt, die sie verboten.

Gräfin: Kein Heil ist bei der Jagd, Ihr könnt's da drüben Bei unsern Vettern merken. Das sind Jäger, Sie achten nicht der Freunde Grenzen, nicht Die Schonungszeit, ihr Jagen ist Vertilgen. Sie scheuen keine Mühe und kein Wachen, Und sind doch arm, versäumen ihre Äcker, Und wenn hier alles freudig blühend prangt, So steigt das Unkraut drüben übers Korn; Das treue Milchtier muß im Winter darben, Das abgetriebne Roß nagt an der Krippe, Die Wirtschaft sinkt mit jedem Jahre tiefer.

Plesse: Ihr kennt die Wirtschaft gründlich und auch klüglich, Ihr solltet sie belehren, güt'ge Gräfin, Es sind die nächsten Lehnsverwandten Euch, Ich gründe die Bekanntschaft auf der Jagd, Was gehn Euch an des Hauses Streitigkeiten, Ich führe sie zu Euch an diesem Abend, Und Ihr bleibt nicht vereinsamt, wenn ich scheide.

Gräfin: Vergeblich ist das Mühen guter Herzen, Wo Haß und Neid schon seit Jahrhunderten Wie Winterfrost den Stamm gespalten hat, Wo jede Hälfte lebt ein eignes Leben Und sich der anderen verschlossen hat. Ich hab's versucht, ich ward dafür gestraft,Sie wuchsen auf im Haß und in der Falschheit, Und was sie nährte, können sie nicht missen, Sie neideten um alles, was sie wünschten, Und mochten nicht die kleinste Habe nehmen. Sie säten böse Saat und Streit ins Haus, Mein Ansehn suchten sie zu untergraben Und milde Gaben nannten sie Verschwendung, Um die sie zur Verantwortung mich zogen; Um zu bestehen, machte ich mich los Von dieser Bettlerschar, die mich verhöhnte.

Plesse: Ich fühle Euer Recht, doch tut mir's leid, Die Krone der gesell'gen feinen Freuden, Euch hier zu lassen ohne eine Seele, Die Euren Reiz, die Euren Wert versteht.

Gräfin: Ihr sprecht vom Scheiden, eh ich's Euch erlaubte, Der Arzt hat Rechte über seinen Kranken, Wenn Ihr genesen, weiß ich ganz allein; Ihr seid hier mein Gefangner, gebt die Waffen.

Plesse: Hier ist mein Jagdzeug, hier zu Euren Füßen, Ich fühl in Dankbarkeit mich lang gefangen, Vergelten möchte ich und muß noch fordern, O könntet Ihr dies heil'ge Buch mir leihen? Es wird mir Ruhe geben und Geduld!

Gräfin: Ihr könnt es doch nicht lesen, guter Plesse.

Plesse: So gebt mir Unterricht wie einem Kinde Und laßt mich dann zum Lohn mit Euren Schätzen, Die in dem kleinen Kästchen glänzen, spielen, Die seltnen Sachen regen meine Neugier.

Gräfin: Gar mancher Schmuck aus meiner eitlen Zeit, O laßt ihn ruhn, erst müßt Ihr lesen lernen.

Plesse: Dies Wort heißt Liebe; hab ich recht gelesen?

Gräfin: Gott ist die Liebe, stehet da geschrieben.

Plesse: So darf ich nun mit Eurem Schmucke spielen Zum Lohn, daß ich dies schöne Wort entdeckte?

Gräfin: Genügt Euch nicht Gespräch mit mir wie sonst?

Plesse: O laßt mein Herz sich künstlich selbst zerstreuen, In jener Zeit da durfte ich Euch hören.

Gräfin: So seht die schönen Kleinigkeiten an. Dies Halsband gab zum Abschied mir der Graf.Granaten sind die Steine, sind die einz'gen, Die in der Trauer selbst getragen werden.

Plesse: So scharfe Ecken und so dunkles Blut, Ihr legt's um Euren Hals, da läßt es schön Und macht mich nachdenklich wie jenen Ritter, Von dem Ihr gestern abend vorgelesen: Die Tropfen Blut, die er im Schnee gesehn, Er mußte weinen um die ferne Liebe.

Gräfin: So fern von Euch, so nahe geht Euch Liebe, Daß Rührung Eure Stimme fast erstickt.

Plesse: So fern wie jene Sonne unsrer Tage, So nahe wie die Glut, die sie entzündet, Vergangenheit in engster Gegenwart, So ist die Rührung, die mich heut durchdringt; Zum Glück gibt mir dies Kreuz die Richtung wieder, Das an dem Halsband hängt in schöner Mitte.

Gräfin: Wer liebte nicht in Ehrfurcht dieses Zeichen, Das alle Welt zum innern Heil geführt? Doch jenes äußre, das am Mantel klebt, Das Ihr beschaut, als hättet Ihr's vergessen, Das unsre Zeit zum Todesstrudel rollt, Zum Morgenland, aus dem kein Wiederkehren, Es schreckt mich wie ein drohender Komet, Der schuld'ge Völker in unschuld'gen Menschen Bestraft, – das hat den Grafen mir entrissen Am Tag, der mich im Sterben ihm vermählt. Mir war's, als würde ich dem Tod verbunden, Und Tote schienen mir die Ritter alle, Die mit ihm zogen zu dem Heer des Kaisers; Und keiner kehrte heim aus jenem Grabe, Die frisch und blühend mich umstanden, Nur ich genas für diese Einsamkeit Und trag die Jugend zögernd hier zu Grabe.

Plesse: Sie läßt sich nimmermehr von Euch begraben Denn sie hat Euch durchlebt wie keine andre. Ich seh Euch noch, leichtfüßig wie ein Reh, Mit wildem Rosenkranz geschmückt, so sprangt Ihr nieder von dem Schloß zur Gartenhecke Und über Hecken, Beete, Gräben in den Wald,Um grüne Zweige zu der Ehrenpforte Mit eignen Händen eilig abzureißen. Ich konnte Euch nicht nach in meinem Harnisch, Der zum Turnier schon prüfend angelegt, Ich ward von Brombeerranken fest umschlungen, Ihr spranget ungehemmt zurück mit Büschen, Und eilig schlangt Ihr sie um grüne Bogen. So schwebet Ihr mir ewig deutlich vor, Und fern ist nun, unendlich fern der Tag.

Gräfin: Ihr nanntet diesen Tag mir nicht bisher, Bei allen Rosen! ja, es trägt der heut'ge Dieselbe Zahl und ist doch nicht derselbe, Zehn Jahre sind's – und damals war ich sechzehn Und mehr geneigt zum Tanz als zum Gebetbuch. Es war mein letzter froher Tanz. Mich traf, Die Unbesonnene im Eigensinn, Die Hand des Herren, wollte mich in Krankheit zähmen Und warf mich nieder wie das wilde Roß, Das durch die Wälder schweift und keinem nutzt, Bis es dem Zügel folgt und Lasten zieht. Und ein Gelübde tat ich für der Kranken Pflege Und meiner Eltern Willen zu gehorchen, Als ich von Schmerz und Schwachheit war gebeugt.

Plesse: So dank ich jenem Unglückstag mein Leben, Das Eure milde Pflege mir erhalten.

Gräfin: Neunhundert Pilger hab ich schon verpflegt, Wie Euch – doch waret Ihr der erste Freund, An dem ich die gelobte Hilfe konnte üben. O wüßtet Ihr, was dieses Kästchen birgt, Ihr spieltet nicht mit seinen kleinen Schätzen; Eröffnet nicht dies Täschlein von Korallen, Nicht heut, – es ist das Grab der ersten Liebe.

Plesse: Zu spät – schon ist der Grabstein aufgesprungen, Der Demant, der die goldne Feder hielt. Was ist denn so Erstaunliches darin? Das Armband hier mit zweien goldnen Händen, Die ineinander greifend sich verbinden.

Gräfin: Ihr ändert Eure Farbe, fasset Euch.

Plesse: Mein Auge fühlt sich träumend festgehalten,Was zweifle ich: die Flechten sind mein Haar, Zwar dunkler ist, was jetzt die Stirn umschattet, Dies glänzt noch heller von dem Jugendschein. Sie sind's, die Ihr zerrissen und zerstreut! Sagt, welche Nixe hob sie aus dem Strom, In den Ihr sie an jenem Tag gestreut, Als meine Eifersucht von Euch verlangte, Mit Gleichen nicht zu tanzen, den die Eltern Als Bräutigam mit Euch verbinden wollten; O da erkannte ich, Ihr liebtet ihn.

Gräfin: Wer zweifelt noch, daß Seelen der Verstorbnen Aus Grabestiefen können wiederkehren, Um ein geliebt Geheimnis zu enthüllen, Wenn so des Zufalls Geist Verschwiegnes öffnet; Wie soll ich widerstehen seinem Drange! Erkennt den Trotz von mir und Eure Wildheit: