Die Rückkehr der Vako - Ute Raasch - ebook

Die Rückkehr der Vako ebook

Ute Raasch

0,0

Opis

Als ein gewaltiges Meteoritenfeld auf ihren Planeten zurast, verlassen die Vako ihre Heimatwelt. Viele der Evakuierten fliegen zur Erde und leben fortan Seite an Seite mit den Menschen. Aus den Beziehungen zwischen Vako und Mensch gehen Mischlingskinder hervor, die eine ganz besondere Gabe haben: Sie sind Telepathen. Shenaya ist eines dieser Kinder …

Ebooka przeczytasz w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS
czytnikach certyfikowanych
przez Legimi
czytnikach Kindle™
(dla wybranych pakietów)
Windows
10
Windows
Phone

Liczba stron: 231

Odsłuch ebooka (TTS) dostepny w abonamencie „ebooki+audiobooki bez limitu” w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS



Ute Raasch

Die Rückkehr der Vako

Bibliografische Informationen der Deutschen Bibliothek: Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte Dateien sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Impressum:

© 2014 Verlag Kern

Autorin: Ute Raasch

© Inhaltliche Rechte bei der Autorin

Herstellung: Verlag Kern, Bayreuth

Umschlagdesign und Satz: www.winkler-layout.de

Titelfoto: ©sdecoret - Fotolia.com

Lektorat: Manfred Enderle

ISBN 9783957160-119

ISBN E-Book: 9783957160423

www.verlag-kern.de

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Der Anfang

15 Jahre später…

Erde, 2375 Das Unheil nimmt seinen Lauf

Verlagsinfos

Der Anfang

„Die restliche Bevölkerung wird aufgefordert, sich unverzüglich zum Raumhafen zu begeben. Um Punkt fünf Uhr heute Nachmittag werden die letzten Schiffe starten.“

Etwa vor einem halben Jahr hatte man mehrere Kometen entdeckt und festgestellt, dass sie auf Kollisionskurs zu Vako lagen. Als sich ein Forschungsschiff die Sache näher ansah, stellten die Wissenschaftler an Bord voller Entsetzen fest, dass es sich um eine beträchtliche Anzahl von Kometen handelte, deren Ausmaße teilweise gigantisch waren. Die einzige Möglichkeit zu überleben, bestand für die Vako darin, ihre Heimatwelt zu verlassen. Sie nahmen Kontakt zu befreundeten Völkern auf, und diese gewährten ihnen Unterstützung bei der Evakuierung und Ansiedlung auf ihren eigenen Planeten.

In einem kleinen, spärlich möblierten Zimmer saß ein Mann und verfolgte aufmerksam die Nachrichtensendungen. Jetzt endlich war es soweit: Auch er konnte Vako verlassen, und zwar unbehelligt, davon war er überzeugt.

Dieser Kometenschwarm war genau das, was er gebraucht hatte. Die Polizei war ihm schon seit geraumer Zeit hart auf den Fersen, und er konnte sich nicht mehr öffentlich zeigen, sonst wäre er verhaftet worden. Bereits vor Jahren hatte er dieses Haus über einen Strohmann gekauft und das kleine Apartment im Souterrain unter dem Namen Nourdin „gemietet“. Hier versteckte er sich nun bereits eine ganze Weile, immer nach einer Gelegenheit Ausschau haltend, die es ihm ermöglichen würde, Vako zu verlassen. Das Apartment verließ er nur, um das Nötigste zu besorgen und dann auch nur in Verkleidung. Unter normalen Umständen hätte er sich bei einem der Chirurgen, die alles taten, wenn nur der Preis stimmte, unters Messer gelegt, um sein Aussehen verändern zu lassen. Aber es gab niemanden mehr, dem er trauen konnte. Zu hoch war die auf ihn ausgesetzte Belohnung.

Natürlich inspizierte er in regelmäßigen Abständen den Raumhafen. Die Polizeipräsenz dort war verstärkt worden und bei all seinen Besuchen musste er zu seinem Ärger feststellen, dass diese immer noch sehr hoch war. Niemand achtete indes auf den alten Mann, der von Schalter zu Schalter schlurfte und offenbar interessiert die Angebote studierte. Dabei ergab sich auch die Gelegenheit, einen Blick auf den Handcomputer eines Polizisten werfen: Sein eigenes Konterfei prangte ihm entgegen! An ein Entkommen mit einem Personen- oder Frachtschiff war also nicht zu denken.

Und dann rasten plötzlich diese Kometen auf sie zu, und Vako musste evakuiert werden. Nourdin erkannte sofort: Das war seine Chance, zumindest wenn er die Nerven behielt! Er musste nur lange genug warten und sich als einer der Letzten evakuieren lassen.

Und jetzt war es also soweit. Er schnappte sich seine bereits gepackte Reisetasche und machte sich auf den Weg zum Raumhafen. Auf seine übliche Verkleidung hatte Nourdin diesmal verzichtet. Sicherlich würde er mehrere Tage und Nächte, wenn nicht gar Wochen, in einer Massenunterkunft verbringen müssen; das hätte seine Maske nicht durchgehalten, und er wäre unweigerlich aufgefallen. Er strebte durch Straßen, die wie leergefegt da lagen, dem Raumhafen entgegen. Sogar die ansonsten bei solchen Gelegenheiten immer ihr Unwesen treibenden Plünderer gab es hier nicht oder vielleicht auch nicht mehr. Es hatten wohl offensichtlich alle begriffen, dass jetzt nur noch eines wichtig war, und zwar von hier fortzukommen. Als Nourdin am Raumhafen ankam, wurde ihm schnell klar, dass er mit seiner Vermutung genau richtig gelegen hatte. Keine Spur mehr von überhöhter Polizeipräsenz und niemanden interessierte es, wer an Bord ging. Die Verantwortlichen sorgten nur noch dafür, dass die Massen gleichmäßig auf die Schiffe verteilt wurden und trieben zur Eile an. Wie durch ein Wunder schafften sie es, alle unterzubringen und die Schiffe pünktlich starten zu lassen.

Kaum hatten sie das freie All erreicht, beschleunigten die Raumschiffe, um möglichst schnell eine große Distanz zwischen sich und Vako zu bringen. Über die Monitore an Bord konnte jeder, wenn er wollte, die Vernichtung der Heimatwelt beobachten. Drei Stunden nach ihrem Start schlugen die ersten Kometen ein. Es war ein schauriges Schauspiel, das sich ihren Augen bot. Viele Vako begriffen erst jetzt, dass es nie wieder ein Zurück geben würde. Ihr Heimatplanet war nun für Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte unbewohnbar.

„An alle Passagiere und Besatzungsmitglieder. Wir, die als Letzte Vako verlassen haben, werden zur Erde fliegen. Die Erdregierung hat unserem Ersuchen stattgegeben, dass jeder, der möchte, fortan dort leben kann. Das bedeutet, dass wir zwei Wochen unterwegs sein werden. Bitte machen Sie es sich bequem, so gut es unter den gegebenen Umständen möglich ist.“

Zufriedenes, zustimmendes Gemurmel machte sich breit. Auch Nourdin grinste innerlich. Besser hätte es für ihn gar nicht laufen können. Niemand hatte ihn bisher behelligt und wenn er sich unauffällig verhielt, würde das auch so bleiben. Er beschloss, den Namen Nourdin zu behalten. Bei der Ankunft würde er den irdischen Behördenvertretern einfach erklären, er hätte seine gesamten Papiere in der Aufregung auf Vako vergessen. Wer wollte und konnte ihm schon nachweisen, dass er sie absichtlich dort gelassen hatte?!

Jetzt aber sah er sich erst einmal interessiert um. Es war sicherlich kein Luxusapartment, das man ihm zugewiesen hatte, aber für die Dauer von zwei Wochen würde es wohl ausreichen. Außerdem hatte er das große Glück, seine Unterkunft nur mit drei anderen teilen zu müssen: zwei Männern und einem Kind. Der kleine Junge sah sehr krank aus und Nourdin erkannte sofort die Symptome. Er litt unter Kolabira, einer Erbkrankheit, für die man bisher noch kein Heilmittel gefunden hatte.

„Vielleicht sollten wir uns vorstellen“, ergriff jetzt der ältere Mann das Wort. „Mein Name ist Vartan. Dies sind mein Enkel Varin und unser Hausarzt Dr. Fjonn.“

Jetzt kam er wohl nicht umhin, sich ebenfalls vorzustellen. „Sehr angenehm. Ich heiße Nourdin.“

Varin bekam einen der für diese Krankheit üblichen Krämpfe, und sofort kümmerte sich Dr. Fjonn um ihn. „Er braucht jetzt dringend Ruhe.“ Der Arzt sah die beiden anderen Männer an. „Wenn es Ihnen nichts ausmacht, sollten Sie die Kabine für einige Zeit verlassen. Ich bleibe hier und passe auf Varin auf.“

Vartan nickte sofort, und auch Nourdin gab – etwas zögerlich zwar – sein Einverständnis; innerlich allerdings fluchte er. Es war immerhin nicht ausgeschlossen, dass ihn außerhalb dieser Kabine irgendjemand erkannte. Aber dieses Risiko musste er wohl eingehen, sonst wäre er jetzt unangenehm aufgefallen und sah sich sicherlich noch unangenehmeren Fragen ausgesetzt. Also verließ er zusammen mit Vartan die ihnen zugeteilte Unterkunft.

„Eigentlich könnten wir zum Essen gehen; Dr. Fjonn kann dann später alleine essen“, bemerkte Vartan, als er die Tür hinter sich zuzog.

Nach einigem Suchen fanden sie den Speisesaal: ein für diese Zwecke umfunktionierter großer Lagerraum; schließlich mussten auf diesem Flug Tausende von Passagieren verköstigt werden. Die anderen Lagerräume des Schiffes waren entweder mit Lebensmitteln und Medikamenten vollgestopft oder dienten als Notunterkünfte.

Während der Mahlzeit bestritt hauptsächlich Vartan das Gespräch. Er erzählte von Varins Eltern, dessen Mutter kurz nach seiner Geburt gestorben war. Nourdin hörte nur mit halbem Ohr hin, was der Großvater des Kleinen da so alles vor sich hin babbelte. Aber die nächsten Worte elektrisierten ihn: „Sein Vater ist im Moment auf Mogador, hat an einem Austauschprogramm der Polizei teilgenommen. Ich werde nachher versuchen, ihm eine Mitteilung zukommen zu lassen, dass wir zur Erde fliegen. Er durfte nämlich gar nicht mehr zurückkehren nach Vako, verstehen Sie?“

Nourdin nickte geistesabwesend. Er hatte vor allem ein Wort gehört: Polizei! Schon sprach der Alte weiter: „Was haben Sie denn eigentlich beruflich gemacht?“

„War ziemlich lange unterwegs. Ich wollte mir die Welt ansehen und habe auf allen möglichen Fracht- und Personenschiffen angeheuert. Ungefähr drei Wochen bevor diese Kometen auftauchten, bin ich wieder auf Vako gelandet. Ich hatte mich noch gar nicht richtig entschieden, was ich jetzt mit meinem Leben anfangen wollte, da rasten diese Kometen auf uns zu und es hieß: Alle müssen Vako verlassen.“

Diese Lebensgeschichte hatte er sich flugs einfallen lassen, während sie den Speisesaal suchten. Er kannte solche Leute wie den Alten und hatte geahnt, wie sich die Konversation entwickeln würde.

„Verstehe, verstehe. Also junger Mann, wenn Sie nichts dagegen haben, werde ich Sie jetzt alleine lassen und versuchen, meinem Sohn eine Nachricht zukommen zu lassen.“ Innerlich aufatmend nickte Nourdin und wünschte Vartan viel Glück. Nachdem der Alte ihn verlassen hatte, beendete Nourdin hastig seine Mahlzeit und machte sich danach auf den Rückweg zur Kabine. Dr. Fjonn war nicht so recht glücklich darüber, dass Nourdin bereits wiederkam und es sich in seiner Koje bequem machte. Aber er konnte den Mann ja schlecht rauswerfen, auch wenn er ihm nicht gefiel. Irgendetwas stimmte mit diesem Typen nicht, davon war Fjonn überzeugt; er hatte einen untrüglichen Instinkt dafür und lag meistens richtig mit seinen Beurteilungen. Aber hier konnte er wohl nicht mehr tun, als seinen Zimmergenossen im Auge zu behalten.

Eine Stunde später traf Vartan ebenfalls wieder ein. „Gute Neuigkeiten, mein Kleiner“, wandte er sich sofort an seinen Enkel, dem es jetzt wieder besser ging. „Ich konnte mit deinem Vater sprechen. Er wird zur Erde fliegen und uns dort erwarten.“

Nourdin fluchte lautlos in sich hinein. Er musste diese Leute loswerden, durfte auf gar keinen Fall mit ihnen zusammen das Schiff und die Abfertigungshalle auf der Erde verlassen, sonst würde er der Polizei direkt in die Arme laufen.

Als sie zwei Wochen später auf der Erde landeten, stand Nourdin tatsächlich ohne die drei in einer Warteschlange. Wie erwartet, hatte Vartan ihn eingeladen, mit ihnen zusammenzubleiben. „Mein Sohn kann Ihnen bestimmt weiterhelfen.“

Das bezweifelte Nourdin doch sehr, aber das konnte er natürlich nicht laut äußern. Also hatte er die Geschichte vom menschlichen Freund erfunden, der ihn selbstverständlich abholen würde.

Bei seiner Abfertigung verlief alles reibungslos. Dem Beamten am Einwanderungsschalter erzählte Nourdin die Story mit den Papieren und bekam daraufhin prompt neue ausgestellt. Das war sein Freifahrtschein. Jetzt allerdings wollte er sich wirklich mit einem Menschen in Verbindung setzen, den er vor zwanzig Jahren auf einem Kongress kennengelernt hatte. Professor Senner machte zunächst einen durch und durch seriösen Eindruck, so wie er damals auf der Fachtagung auftrat. Als Nourdin ihn später am Abend in der Hotelbar traf, lernten sie sich besser kennen. Die Konferenz dauerte mehrere Tage und am Ende stand für Nourdin fest: Er und Senner waren vom gleichen Schlag! Schon damals hatte er daran gedacht, mit Senner zusammenzuarbeiten, es aber wieder verworfen. Die Erde und Vako lagen doch zu weit auseinander.

Nachdem er den Raumhafen verlassen hatte, stellte der Vako an einem der öffentlichen Computerterminals fest, wo Senner jetzt lebte und machte sich auf den Weg. Als der Mensch die Tür öffnete, traute er seinen Augen nicht: Da stand ein Wissenschaftler, den er vor zwanzig Jahren getroffen hatte, und er sah noch genauso aus wie damals!

Bevor der Professor auch nur einen Ton sagen konnte, zischte Nourdin hastig: „Kein Wort, keinen Namen. Sind Sie allein?“, und als Senner nickte, fuhr Nourdin in ruhigerem Ton fort: „Lassen Sie mich rein. Ich muss mit Ihnen sprechen.“

***

15 Jahre später…

Die Elfjährige saß im Garten der McGrays auf einer Bank und ließ den Kopf hängen. Wie durch einen Nebel hatte sie die Geschehnisse der letzten Tage wahrgenommen. Vor einer Woche war es, als zwei Polizisten vor der Haustür gestanden und ihr die Nachricht vom Unfall ihrer Eltern überbracht hatten. Ihr Wagen war auf eisglatter Straße ins Schleudern geraten, von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt.

An diesem Tag kam Mrs. McGray gerade vom Einkaufen. Als sie am Haus der Winders vorbeiging und die beiden Ordnungshüter sah, die einer kreidebleichen Shenaya gegenüberstanden, machte sich ein ungutes Gefühl in ihrer Magengegend breit. Sie ließ die Einkaufstüten einfach fallen und eilte zu den dreien hinüber.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!