Opis

Dieses eBook enthält die vollständige Ausgabe der Pilgerreise von John Bunyan. Als Grundlage diente eine deutsche Übersetzung von 1859, die für diese Ausgabe überarbeitet und der neuen Rechtschreibung angepasst wurde. Zusätzlich enthält sie die Zeichnungen aus der ursprünglichen Ausgabe. Das Besondere an diesem eBook sind die verknüpften Bibelstellen in den Fußnoten. Insgesamt sind es über 500 Fußnoten mit ca. 1000 Bibelstellen, die direkt im eBook aufgerufen und gelesen werden können. Diese zahlreichen biblischen Verweise führten Charles H. Spurgeon zu folgender Aussage über John Bunyan: Dieser Mann ist eine lebende Bibel! Wo immer du ihn auch anzapfst, wirst du feststellen: Sein Blut ist Biblin, die Essenz der Bibel selbst. Er kann nicht sprechen, ohne ein Bibelwort zu zitieren, denn seine Seele ist voll des Wortes Gottes.

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Die Pilgerreise zur seligen Ewigkeit

John Bunyan

Impressum

© 2016 Folgen Verlag, Bruchsal

Autor: John Bunyan

Cover: Peter Voth, Düren

Lektorat: Mark Rehfuss, Schwäbisch Gmünd

ISBN: 978-3-95893-005-6

Verlags-Seite: www.folgenverlag.de

Kontakt: [email protected]

Shop: www.ceBooks.de

Die Inhalte dieses eBooks sind der Glaubensstimme (www.glaubensstimme.de) entnommen.

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Inhalt

Vorwort von Hanniel Strebel

Teil I. Der Pilger

1. Pilgers Angst, Flucht und Wegweiser

2. Pilgers Irrfahrt, Reue und Umkehr

3. Pilgers Ankunft an der Pforte und Eingang

4. Pilger in der Schule Auslegers

5. Pilgers Erfahrungen am Kreuze

6. Pilgers Erlebnisse an und auf dem Hügel Beschwerde

7. Pilgers Erlebnisse im Palast Prachtvoll

8. Pilger im Tale Demut

9. Pilger im Tal der Todesschatten

10. Pilgers Gefährte

11. Ein Dritter gesellt sich hinzu

12. Pilger findet einen treuen Freund wieder

13. Die Pilger in der Stadt Eitelkeit

14. Herr Nebenwege und Genossen

15. Der Pilger Verirrung, Einkerkerung und Errettung aus der Zweifelsburg

16. Die Pilger bei den Hirten auf den lieblichen Bergen

17. Kleinglaubens Art und Treiben

18. Was soll ich tun, dass ich selig werde?

19. Unwissenheit und Abfall

20. Der Pilger Ankunft im himmlischen Jerusalem

Teil II: Die Pilgerin

Vorwort zum 2. Teil

1. Wie die Pilgerin sich zur Reise anschickt

2. Der Gang zur Pforte und was die Pilgerin dabei erfahren muss

3. Die Pilgerinnen in Anfechtung und im Hause des Auslegers

4. Aufbruch zur Weiterreise; neue Belehrungen und Erfahrungen unter dem Geleit eines treuen Führers

5. Der Pilger Angst und Erquickung

6. Die Pilger im Tal der Demut und der Todesschatten

7. Die Pilger setzen die Reise unter des Führers Geleit fort

8. Die Pilger in der Herberge

9. Kampf und Sieg über den Riesen Verzweiflung; Zerstörung der Zweifelsburg; Ankunft in den lieblichen Bergen

10. Ende der Pilgerreise und Ankunft in der himmlischen Stadt

Anmerkungen

Unsere Empfehlungen

Vorwort

des Herausgebers

Dieses eBook enthält die vollständige Ausgabe der Pilgerreise von John Bunyan. Als Grundlage diente eine deutsche Übersetzung von 1859, die für diese Ausgabe überarbeitet und der neuen Rechtschreibung angepasst wurde. Zusätzlich enthält sie die Zeichnungen aus der ursprünglichen Ausgabe.

Das Besondere an diesem eBook sind die verknüpften Bibelstellen und den Fußnoten. Insgesamt sind es über 500 Fußnoten mit ca. 1000 Bibelstellen, die direkt im eBook aufgerufen und gelesen werden können. Diese zahlreichen biblischen Verweise führten Charles Spurgeon zu folgender Aussage über John Bunyan:

Dieser Mann ist eine lebende Bibel! Wo immer du ihn auch anzapfst, wirst du feststellen: Sein Blut ist Biblin, die Essenz der Bibel selbst. Er kann nicht sprechen, ohne ein Bibelwort zu zitieren, denn seine Seele ist voll des Wortes Gottes.

Vorwort

von Hanniel Strebel

Eigentlich wüsste ich, wie mein Leben als Christ aussehen müsste. Hier sind fünf Aufforderungen zeitgenössischer Frömmigkeit:

Zweifle an allem, außer an dir selbst! Damit hältst du dir alle Möglichkeiten offen. Sonst wirst du einer dieser Super-Pseudo-Heiligen.

Entwickle deine Spiritualität! Damit holst du dir emotional das ab, was dir fehlt. Sonst gerätst du in die Falle des Intellektualismus.

Zelebriere dein Unterwegssein! Damit kannst du problemlos auf Nebenstraßen bleiben. Sonst wird dein Christsein langweilig.

Sei begeistert für Jesus! Damit sorgst du dafür, dass der Spaß-Faktor hoch bleibt. Sonst wird dein Leben zu ernst.

Gewinne Menschen für Jesus! Damit ist für eine bunte Reisegesellschaft gesorgt. Sonst wirst du abgelehnt.

Am diesen Maximen ist nicht alles verkehrt. Wir zweifeln, wir erleben emotionale Durststrecken, wir sind unterwegs zum himmlischen Ziel, wir wollen uns über Jesus freuen, wir wollen Menschen die beste Botschaft der Welt bringen.

Der Bestseller „Die Pilgerreise“ hebt uns aus dieser zeitgebundenen Sicht des Christseins heraus. Der Autor lebte im 17. Jahrhundert. Er verbrachte Jahre im Gefängnis. Dafür musste er seine große, Not leidende Familie zurücklassen, was ihm fast das Herz brach. Wie hat Bunyan das christliche Leben beschrieben?

Er ist dem Verderben entflohen und auf dem Weg in die himmlische Stadt. Durch das Lesen der Bibel hat er erkannt, welche riesige Last der Sünde er mit sich schleppte; diese Last wog viel schwerer als die größten Anfechtungen, die er nachher durchlebte. Nicht der Zweifel dominierte seine Reise, sondern die Gewissheit über das Ziel und die Herrlichkeit des Retters. Unterwegs begegnete er zahlreichen Menschen. Von vielen trennte er sich nach kurzer Zeit wieder. Diese Erfahrungen führten nicht zu frommer Überheblichkeit, sondern zur Zerknirschung über das eigene Versagen.

Diese Beschreibung passt viel besser zu meinem Alltag. Ich muss mich nicht in zwei Welten bewegen – einer Humor-Scheinwelt und einer harten Alltagswelt. „Die Pilgerreise“ gehört deshalb auf jedes Lesegerät. Das ist kein billiger Werbespot, sondern eine kostspielige Aufforderung. John Bunyan holt uns auf den harten, glücklichen Pfad der Heiligung.

Hier sind drei Empfehlungen für die Lektüre: Nehmen Sie sich dieses Buch abschnittsweise vor. Denken Sie über das Gelesene nach, schlagen Sie die Bibelstellen auf. Lesen Sie Ihrem Ehepartner und Ihren Kindern daraus vor. Und bleiben Sie getrost, falls Sie wie Christ Ihre Last beim Kreuz ablegen durften: Ihre Zielankunft ist so gewiss, wie sie erstaunlich ist.

Hanniel Strebel,

ein Pilger auf dem Weg zur ewigen Seligkeit

Teil I: Der Pilger

1. Pilgers Angst, Flucht und Wegweiser

Als ich durch die Wüste dieser Welt wanderte, kam ich an eine Stelle, wo eine Höhle1 war. Hier legte ich mich nieder, um zu schlafen, und als ich schlief, hatte ich einen Traum. Mir träumte, und siehe, ich sah einen Mann da stehen, der war gekleidet in schmutzige Lumpen, das Gesicht hatte er von seinem Hause weggewandt, ein Buch in der Hand und eine große Last auf dem Rücken.2 Ich gab Acht und sah, dass er das Buch aufmachte und darin las. Und als er las, fing er an zu weinen und zu zittern, und da er sich nicht länger halten konnte, brach er in den Angstschrei aus: »Was soll ich tun?«3

In solchem Zustande ging er nach Hause und suchte die Angst seines Herzens, so lange wie er konnte, vor Weib und Kindern zu verbergen; da aber seine Unruhe zunahm, war es ihm nicht möglich, lange zu schweigen. Deswegen schüttete er zuletzt sein Herz vor ihnen aus und sprach: »O, liebe Frau und liebe Kinder, ich muss euch sagen, es ist vorbei mit mir, denn es liegt mir eine schwere Last auf, und außerdem habe ich in gewisse Erfahrung gebracht, dass die Stadt4, worin wir wohnen, durch Feuer vom Himmel verzehrt werden wird; bei dieser furchtbaren Zerstörung sollen wir aber alle, ich, du liebe Frau und ihr, meine süßen Kindlein, jämmerlich umkommen5, es sei denn, dass wir einen Weg ausfindig machten, auf dem wir dem Verderben entrinnen könnten, aber ich weiß keinen.«

Durch diese Äußerungen wurden die Seinigen in schmerzliche Bestürzung vernetzt, aber nicht darum, weil sie glaubten, dass das, was er ihnen gesagt, wahr sei, sondern weil sie meinten, dass er verwirrt im Kopfe geworden. Sie hofften indessen, dass der Schlaf seine Sinne wieder in Ruhe bringen werde, und suchten ihn daher, indem gerade die Nacht kam, in aller Eile zu Bette zu bringen.

Doch die Nacht war nicht minder beunruhigend für ihn wie der Tag, und so brachte er sie, statt mit Schlafen, nur mit Seufzen und Weinen hin. Als die Seinigen ihn am anderen Morgen fragten, wie es ihm gehe, sagte er: »Es wird nur schlimmer und schlimmer!« Auch fing er wieder an zu ihnen zu reden, wie am Tag vorher; aber er predigte tauben Ohren. Nun nahmen sie sich vor, seine Seelenangst durch ein barsches und finsteres Benehmen gegen ihn zu vertreiben, und so kam es denn, dass sie ihn bald zum Gespött machten, bald ausschalten und bald sich gar nicht um ihn bekümmerten. Daher zog er sich in sein Kämmerlein zurück, wo er voll Mitleid für die Seinigen betete und sein eigenes Elend beklagte; zuweilen ging er auch einsam hinaus ins Feld, und las oder betete – auf diese Weise brachte er einige Tage seine Zeit zu. Als ich ihn so eines Tages im Felde umher gehen und seiner Gewohnheit nach in seinem Buche lesen sah, bemerkte ich, dass er sehr bekümmert ward, dabei rief er oft wie früher aus: »Was soll ich tun, dass ich selig werde?«

Hierauf sah ich, wie er bald auf diesen, bald auf jenen Weg hinblickte, als hätte er davonlaufen wollen, indessen blieb er dennoch stehen, denn (ich merkte) er war ungewiss, welchen Weg er wählen sollte. Endlich sah ich einen Mann, namens Evangelist, auf ihn zukommen, der fragte ihn: »Warum schreiest du so?« Er antwortete: »Ach, lieber Herr! Aus dem Buche, was ich hier habe, sehe ich, dass ich verurteilt bin zu sterben, danach aber in das Gericht zu kommen; indessen finde ich, dass ich weder zu dem einen willig, noch zu dem andern geschickt bin.«6 Da sagte Evangelist: »Wie? Du bist nicht willig zu sterben, da doch das Leben mit so viel Übel und Plagen verbunden ist?« »Ja«, antwortete der Mann, »ich fürchte aber, dass die Last, die ich auf dem Rücken habe, mich noch tiefer hinabdrücken werde, als in das Grab, dass ich in die Hölle hinunterfalle.7 Bin ich nun nicht geschickt ins Gefängnis zu gehen, so bin ich auch nicht geschickt ins Gericht zu treten und danach die Strafe auszustehen. Das sind die Gedanken, die machen, dass ich so ängstlich rufen muss.« »Ist es so mit dir«, sagte Evangelist, »wie kommt es dann, dass du noch stille stehest?«

»Ach«, erwiderte er, »weil ich nicht weiß, wo ich hingehen soll.« Da zeigte Evangelist, wie geschrieben steht in dem Buche: »Entrinnet dem zukünftigen Zorn.«8 Als der Mann diese Worte gelesen hatte, sah er betrübt Evangelist an und fragte: »Wo soll ich denn hin fliehen?« Hierauf sagte Evangelist, indem er mit seinem Finger über ein weites, weites Feld hin zeigte: »Siehst du dort die kleine, enge Pforte?«9 »Nein«, antwortete der Mann. Da sagte der andere: »Siehst du denn da nicht ein scheinendes Licht?«10 »Ja«, sprach der Mann, ich glaube wohl. »Nun«, fuhr Evangelist fort, »so behalte dieses Licht im Auge und gehe gerade darauf zu, so wirst du die enge Pforte sehen, und wenn du an dieselbe anklopfest, so wird man dir weiter sagen, was du tun sollst.«

Nun sah ich in meinem Traume, dass der Mann sogleich anfing zu laufen. Als er aber nahe an seiner Türe vorbeikam, riefen seine Frau und Kinder ihm nach: »Kehre doch um!« allein der Mann hielt sich die Ohren zu und lief vorwärts, indem er ausrief: »Leben! Leben! Ewiges Leben!« Er sah nicht hinter sich, sondern eilte gerade fort durch das Feld hin.11 Ebenso kamen die Nachbarn heraus, ihn zu sehen,12 und als sie ihn so laufen sahen, verspotteten ihn einige, andere aber drohten ihm, und wieder andere riefen ihm nach, er möge doch umkehren. Zwei von ihnen nahmen sich vor, ihn mit Gewalt zurückzuholen. Der eine hieß Störrig, der andere Willig. Indessen hatte der Mann einen ziemlichen Vorsprung vor ihnen gewonnen, nichts desto weniger beharrten sie dabei, ihm nachzusetzen und holten ihn auch wirklich bald ein. Da fragte sie der Mann: »Liebe Nachbarn, was wollt ihr?« Sie antworteten: »Wir wollen dich bewegen, mit uns umzukehren.« Er aber sagte: »Das kann auf keinen Fall geschehen; ihr wohnt in der Stadt Verderben, in der auch ich geboren ward. Ich weiß aber gewiss, dass wer darin stirbt, früher oder später tiefer hinabsinkt, als in das Grab, in einen Ort, der mit Feuer und Schwefel brennt. Drum macht weiter keine Umstände, liebe Nachbarn, und gehet mit mir.«

Störrig: »Was sagst du da? Mit dir gehen, und unsere Freunde und Vergnügungen aufgeben?«

»Ja«, sagte Christ (denn das war der Name des Mannes), »weil all jene Dinge nicht wert sind der Herrlichkeit, die ich suche.13 Wollt ihr nun mit mir gehen, dann werdet ihr sie gleicherweise erlangen. Denn wo ich hingehe ist kein Mangel, sondern volle Genüge.14 Kommet, und ihr werdet finden, dass ich recht habe.«

Störrig: »Was für Dinge sind es denn, die du suchst und die du zu finden die ganze Welt verlässest?«

Christ: »Ich suche ein unvergängliches, unbeflecktes und unverwelkliches Erbe, das behalten wird im Himmel, auf dass es zur bestimmten Zeit gegeben werde denen, die danach trachten mit allem Fleiß. Hier, sehet, wenn ihr wollt, wie das in meinem Buche steht.«15

Störrig: »Pah! Weg mit deinem Buche! Willst du umkehren mit uns oder nicht?«

Christ: »Nein, ich nicht, denn ich habe die Hand einmal an den Pflug gelegt.«16

Störrig: »So komm denn, Nachbar Willig, und lass uns ohne ihn wieder nach Hause gehen. Es gibt eine Art verschrobener Köpfe, die, wenn sie einmal einen tollen Gedanken gefasst haben, sich weiser dünken, als sieben vernünftige Menschen, welche sagen können, warum sie etwas tun.«

Willig: »Lass doch das Schimpfen! Wenn das wahr ist, was der gute Christ sagt, dann sind die Dinge, nach denen er trachtet, besser als die unsrigen. Ich bin willens mit meinem Nachbar zu gehen.«

Störrig: »Wie! Noch ein Narr mehr? Lass dir doch raten von mir und kehre wieder mit mir um. Wer weiß, wohin dich solch ein hirnkranker Mensch noch führen wird? Komm zurück! Komm zurück und sei klug!«

Christ: »Komm mit mir, Nachbar Willig, denn all die Dinge, von denen ich vorhin sprach, sind dort zu bekommen und noch viel herrlichere dazu. Glaubst du mir nicht, so lies einmal in diesem Buche, und wisse, dass die Wahrheit von allem, was darin steht, bekräftigt ist mit dem Blute dessen, der es gemacht hat.«17

Willig: »Wohlan, Nachbar Störrig, ich komme zu einem Entschluss, ich will mit diesem guten Manne gehen und es wagen mit ihm. Aber, lieber Reisegefährte, weist du auch den Weg zu dem Orte, nach dem wir verlangen?!«

Christ: »Ein Mann namens Evangelist hat mich belehrt, dass ich auf eine kleine Pforte zueilen solle, die vor uns liegt. Dort werden wir weitere Anweisung über den Weg bekommen.«

Willig: »Wohlan, komm, lieber Nachbar.«

Und so gingen denn beide miteinander fort.

Störrig: »Ich aber will wieder nach Hause gehen, denn ich mag mit solchen verrückten Schwärmern nichts zu tun haben.«

Nun sah ich in meinem Traume, dass, während Störrig umgekehrt war, Christ und Willig über die Ebene dahingingen. Dabei hatten sie folgendes Gespräch miteinander:

Christ: »Nun, Nachbar Willig, wie steht’s mit dir? Ich bin froh, dass du dich hast bewegen lassen mit mir zu gehen. Hätte Störrig nur die Macht und Schrecken der Dinge, die noch unsichtbar sind, wie ich gefühlt, so würde er uns nicht so leichtfertig den Rücken gewandt haben.«

Willig: »Nachbar Christ, wir sind nun hier allein, drum sage mir weiter, was es denn eigentlich für Dinge sind, die wir suchen und wie wir derselben teilhaftig werden?«

Christ: »Es sind göttliche Dinge; die kann man aber besser im Herzen erfahren, als mit der Zunge aussprechen; doch weil du ein so großes Verlangen hast, sie kennenzulernen, so will ich dir etwas von ihnen aus meinem Buche vorlesen.«

Willig: »Glaubst du denn auch, dass die Worte in deinem Buche gewiss wahr seien?«

Christ: »Ja, wahrlich, denn es ist gemacht von dem, der nicht lügen kann.«18

Willig: »Gut, aber was für Dinge sind es denn, die du göttlich nennst?«

Christ: »Es ist ein Königreich, das kein Ende nimmt, in dem wir immerdar wohnen sollen, und das ewige Leben, welches uns zum Erbe gegeben wird.«19

Willig: »Gut, und was sonst noch?«

Christ: »Da empfangen wir Kronen der Ehre und Kleider, darinnen wir leuchten werden, wie die Sonne am Himmel.«20

Willig: »O, wie herrlich! Was noch mehr?«

Christ: »Da wird nicht mehr sein Leid, noch Geschrei, denn der König dieses Ortes wird abwischen alle Tränen von unsern Augen.«21

Willig: »Und womit werden wir dort zusammen sein?«

Christ: »Mit Seraphim und Cherubim,22 Geschöpfe, die du nicht anschauen kannst, ohne dass deine Augen geblendet werden. Auch wirst du da zusammenkommen mit Tausend und Abertausenden, die vor uns zu diesem Orte eingegangen sind, da ist keiner unter ihnen, der uns Böses tut, sondern alle gehen einher in Liebe und Heiligkeit, jeder wandelt vor Gottes Angesicht und steht vor Ihm in Seinem ewigen Wohlgefallen. Mit einem Worte, dort werden wir schauen die Ältesten mit ihren goldenen Kronen23, schauen die heiligen Jungfrauen mit ihren goldenen Harfen24, und schauen all die Märtyrer, die aus Liebe zu dem Herrn jenes Ortes von der Welt in Stücke zerhackt, auf dem Scheiterhaufen verbrannt, von wilden Tieren zerrissen oder im Meere ersäuft worden sind25 – da sind sie alle selig und alle überkleidet mit Unsterblichkeit, gleich wie mit einem Gewand.«26

Willig: »Man wird schon entzückt, wenn man diese Dinge nur hört. allein kann man sie dann auch bekommen? Und wie können wir sie erlangen?«

Christ: »Das hat der Herr, welcher der Beherrscher des Landes ist, in diesem Buche gesagt.27 Die Summe dieser Sprüche aber ist: So jemand von Herzen nach jenen Dingen verlangt, dem will Er sie aus Gnaden geben umsonst.«

Willig: »Gut, lieber Reisegefährte, ich freue mich, solche Dinge zu hören, komm, wir wollen unsere Schritte beschleunigen.«

Christ: »Ich kann nicht so rasch gehen, wie ich wohl möchte, denn die Last, die ich auf dem Rücken habe, hindert mich daran.«

Nun sah ich in meinem Traume, dass, als die beiden eben ihr Gespräch beendet, sie sich einem morastigen Pfuhle näherten, der mitten in der Ebene lag, und wie sie, da keiner von ihnen darauf achtete, beide plötzlich in den Sumpf fielen. Dieser Sumpf hieß Verzagtheit. Als sie nun eine Zeit lang darin herumgewühlt und sich jämmerlich besudelt hatten, fing Christ, wegen der Last auf seinem Rücken, an, in dem Schlamm zu versinken.

»Ach, Nachbar Christ«, rief Willig, »wo sind wir nun?« »Wahrlich, ich weiß es nicht«, antwortete Christ. Da wurde Willig sehr aufgebracht und fragte ärgerlich seinen Reisegefährten: »Ist das die Glückseligkeit, wovon du mir so viel vorgeredet hast? Geht es uns im Anfang schon so übel, was mögen wir dann erst noch bis zum Ende unserer Reise zu erwarten haben? Komme ich nur mit dem Leben davon, so magst du meinetwegen das schöne Land allein in Besitz nehmen.« Und hiermit machte er ein- oder zweimal einen verzweifelten Ansatz, und arbeitete sich aus dem Morast an der Seite des Pfuhls heraus, die seinem Hause zunächst lag. Dann lief er rasch davon und Christ sah ihn nie wieder.

So lag denn Christ allein im Sumpfe der Verzagtheit und drehte sich hin und her, doch suchte er sich nach der Seite des Sumpfes hinzuarbeiten, die von seinem Hause am weitesten und der engen Pforte zunächst lag. Das gelang ihm nun zwar, aber herauskommen konnte er nicht, wegen der Last, die er auf seinem Rücken hatte. Da sah ich in meinem Traume, dass ein Mann, namens Helfer, zu ihm kam, der fragte ihn, was er da mache.

»Herr«, sagte Christ, »ein Mann, namens Evangelist, hieß mich diesen Weg gehen und wies mich nach der Pforte dort, damit ich entrinnen möchte dem zukünftigen Zorn, nun bin ich auf dem Wege zu derselben hier hineingefallen.«

Helfer: »Aber warum gabst du nicht Acht auf die Fußstapfen?«28

Christ: »Die Furcht verfolgte mich dermaßen, dass ich den nächsten Weg einschlug, und so fiel ich in den Morast.«

Helfer: »Gib mir deine Hand!«

Christ tat es und er zog ihn heraus, danach stellte er ihn auf einen festen Grund29 und hieß ihn seines Weges weitergehen.

Da trat ich selbst zu dem, der ihn herausgezogen hatte und fragte ihn: »Herr, ihr wisset es, dass der Weg, der von der Stadt Verderben zu jener Pforte führt, sich über diese Stelle hinzieht; wie kommt es denn nun, dass der Sumpf hier nicht wegsam gemacht wird, damit die armen Reisenden mit mehr Sicherheit dahin gelangen könnten?« Da antwortete er mir: »Dieser sumpfige Pfuhl kann nicht wegsam gemacht werden, denn es ist der Platz, an welchem sich der Abschaum und Unflat, der sich durch die Erkenntnis der Sünde herausstellt, beständig ansammelt, darum heißt er auch Pfuhl der Verzagtheit. Denn wenn dem Sünder die Augen aufgehen über seinem verlorenen Zustande, so steigen in seiner Seele viel Furcht und Zweifel und allerlei beängstigende Sorgen auf. Die fließen nun alle an dieser Stelle zusammen, und das ist die Ursache, weshalb dieser Boden so schlecht ist.

Es ist nicht des Königs Wille, dass dieser Ort so schlecht bleiben soll.30 Auch sind seine Arbeiter, unter der Anleitung königlicher Aufseher, schon länger als achtzehnhundert Jahre mit diesem Stücke Land beschäftigt gewesen, um es wegsam zu machen.«

»Ja, soviel ich weiß«, sagte er, »sind hier schon wenigstens zwanzigtausend, ja, Millionen Karren voll der besten und heilsamsten Unterweisungen zu allen Zeiten und aus allen Gegenden des Königsreichs zusammengefahren und eingefüllt worden, um wo irgend möglich die Stelle zu verbessern. allein es ist immer noch der Pfuhl der Verzagtheit, und er wird es bleiben, wenn sie auch alles getan haben, was sie konnten.

Es sind zwar gute und feste Fußstapfen, nach Anleitung des Gesetzgebers mitten durch den Sumpf gelegt, allein um die Zeit, wenn dieser Ort seinen Unflat und böse Dünste am meisten aufsteigen lässt (wie denn solches bei Veränderung der Witterung zu geschehen pflegt), so kann man diese Fußstapfen kaum sehen; geschieht es aber auch, so werden die Menschen oft vom Schwindel ergriffen und tun Fehltritte; die Folge davon ist dann, dass sie sich schändlich besudeln, ungeachtet der Fußstapfen, die da sind. Der Boden aber, wenn man einmal durch die enge Pforte eingegangen, ist gut.«31

Hierauf sah ich im Traume, wie Willig mittlerweile wieder zu Hause angelangt war. Nun kamen seine Nachbarn, ihn zu besuchen. Ihr Urteil über ihn fiel aber sehr verschieden aus. Einige nannten ihn, weil er zurückgekommen, einen weisen Mann, andere einen Toren, weil er sich mit Christ in Gefahr begeben, und wieder andere trieben ihren Spott mit ihm, weil er sich so feige erwiesen – sie sagten nämlich: »Hätten wir einmal das Wegstück angefangen, dann würden wir’s um weniger Schwierigkeiten willen wahrlich nicht so jämmerlich aufgegeben haben.«

So saß dann Willig ganz armselig unter seinen Nachbarn da. Zuletzt jedoch fasste er wieder mehr Mut, da ließen sie denn von ihm ab, und fielen über den armen Christ hinter seinem Rücken mit ihrem Spotte her. So viel, was Willig betrifft.

2. Pilgers Irrfahrt, Reue und Umkehr

Als Christ nun für sich allein weiter ging, bemerkte er in der Ferne jemanden, der mitten über das Feld auf ihn zukam. Sie trafen aber gerade zusammen, als jeder von beiden den Weg des andern überschreiten wollte. Der Name des Herrn, welcher ihm begegnete, war Herr Weltklug; er wohnte in der Stadt Fleischesklugheit; dies ist eine sehr große, volkreiche Stadt, ganz nahe bei dem Orte, wo Christ herkam. Dieser Mann, mit dem Christ zusammentraf, hatte einige Kunde von ihm erhalten. Christs Auswanderung aus der Stadt Verderben hatte nämlich viel Gerede verursacht und war nicht nur an seinem früheren Wohnorte zum Stadtgespräch geworden, sondern fing an, es auch ringsumher in andern Orten zu werden. Deswegen erriet Herr Weltklug schon aus dem schwermütigen Gange, dem Seufzen und Stöhnen, wen er vor sich habe, und so ließ er sich denn ohne weiteres mit Christ in ein Gespräch ein.

Weltklug: »Wie, wohin so schwer beladen, guter Freund?«

Christ: »Ja, wohl schwer beladen, ich glaube, so schwer wie jemals ein armes Geschöpf beladen gewesen ist. Und weil ihr mich fragt wohin, so will ich euch sagen, Herr, dass ich auf das enge Pförtlein dort zugehe, das vor mir liegt, denn dort soll mir, wie ich unterrichtet worden bin, ein Weg gezeigt werden, dass ich meiner schweren Bürde ledig werde.«

Weltklug: »Hast du Frau und Kinder?«

Christ: »Ja, aber ich bin so beladen mit dieser Bürde, dass ich keine Freude an ihnen wie früher haben kann. Ich habe wohl Frau und Kinder, doch es ist mir, als hätte ich keine.32«

Weltklug: »Willst du mich anhören, wenn ich dir einen guten Rat gebe?«

Christ: »Gerne, wenn er gut ist, denn guter Rat ist’s gerade, was ich nötig habe.«

Weltklug: »So will ich dir denn raten, dass du dich selbst von deiner Bürde in aller Eile losmachst, denn sonst wirst du niemals zur Ruhe deines Herzens kommen, auch dich eher nicht der Güter erfreuen, mit welchen Gott dich gesegnet hat.«

Christ: »Das ist es eben, was ich suche, diese schwere Bürde loszuwerden, aber durch mich selbst vermag ich das nicht. Auch ist kein Mensch in unserm ganzen Lande, der sie mir von meinen Schultern nehmen kann, darum habe ich diesen Weg eingeschlagen, wie ich euch sagte, damit ich meiner Bürde entledigt werden möge.«

Weltklug: »Wer hieß dich diesen Weg gehen, um ihrer loszuwerden?«

Christ: »Ein Mann, den ich für groß und ehrwürdig hielt; sein Name ist, wie ich mich erinnere, Evangelist.«

Weltklug: »Aber sein Rat war schlecht!33 Es gibt in der ganzen Welt keinen gefährlicheren und mühsameren Weg als diesen; das wirst du finden, wenn du seinem Rate weiter folgst. Du hast, wie ich merke, schon etwas davon erfahren, denn ich sehe noch den Schmutz von dem Pfuhle der Verzagtheit an dir. Dieser Pfuhl ist aber nur der Anfang von den Trübsalen, welche derer warten, die diesen Weg gehen. Höre auf mich, ich bin älter als du: auf dem Wege, welchen du eingeschlagen hast, treffen dich Mühseligkeit, Schmerz, Hunger, Gefahr, Blöße, Schwert, Löwen, Drachen, Finsternis, mit einem Worte, der Tod selbst und was es noch alles mehr geben mag. Dies ist gewisslich wahr, und durch viele Zeugnisse bestätigt. Warum sollte nun ein Mensch, nur um einem Fremden Gehör zu schenken, sich selbst so sorglos preisgeben?«

Christ: »Aber diese Bürde, mein Herr, die ich auf dem Rücken habe, ist schrecklicher für mich, als alle die Dinge, welche Sie mir eben genannt haben. Wahrlich, es dünkt mich, dass ich nicht danach frage, was mir auf meinem Wege immerhin begegnen möge, wenn ich nur von meiner Last befreit werde.«

Weltklug: »Wie bist du zuerst an diese Last gekommen?«

Christ: »Dadurch, dass ich das Buch las, welches ich hier in der Hand habe.«

Weltklug: »Das dachte ich wohl; da ist es dir gegangen, wie so manchen andern schwachen Leuten, die sich mit Dingen abgeben, welche ihnen zu hoch sind und dann auf einmal verwirrt werden. Durch solche Verwirrung verliert man aber nicht bloß alles Vertrauen zu sich selbst (was, wie ich sehe, auch bei dir der Fall ist), sondern man greift auch zu verzweifelten Mitteln, um, man weiß selber nicht was, zu erlangen.«

Christ: »So sieht’s aber bei mir nicht aus, ich weiß recht gut, was ich zu erlangen wünsche: Erleichterung von meiner schweren Last.«

Weltklug: »Aber warum willst du Erleichterung auf diesem Wege suchen, auf dem, wie du siehst, doch so viele Gefahren sind? Zumal da ich dir (wenn du nur Geduld hättest, mich anzuhören) zeigen könnte, wie du das, wonach du verlangst, bekommen kannst ohne die Gefahren, worin du dich auf diesem Wege mutwillig stürzest. Ja, wirklich, das Mittel ist bei der Hand. Außerdem will ich dir noch sagen, dass, wenn du es gebrauchst, du statt all jener Gefahren große Sicherheit, Freundschaft und Zufriedenheit finden wirst.«

Christ: »Ach, lieber Herr, ich bitte, macht mich doch mit diesem Geheimnis bekannt.«

Weltklug: »Nun ja, dort liegt ein Flecken, der heißt Gesetzlichkeit, darin wohnt ein Mann, namens Gesetzlich, ein Mann von Einsicht und von sehr gutem Ruf, der besitzt die Kunst, den Menschen solche Bürden, wie du eine trägst, von den Schultern zu nehmen.

Es ist mir wirklich bekannt, dass er auf diese Weise viel Gutes ausgerichtet hat. Ja, außerdem versteht er’s auch Leute zu heilen, die durch ihre Last etwas schwach im Kopfe geworden sind. Gehe nur, wie gesagt, zu ihm hin, dann wird dir sogleich geholfen werden. Sein Haus ist noch nicht ganz eine halbe Stunde von hier entfernt. Solltest du ihn selbst aber nicht zu Hause treffen, so findest du doch seinen Sohn da, der ist ein artiger junger Mann und heißt Weltfein, er versteht, wie ich sagen darf, die Sache ebenso gut wie der alte Herr selbst. Dort kannst du, sag ich dir, Erleichterung deiner Last finden. Und, wenn du nicht vorhast, zu deinem früheren Wohnort zurückzukehren (was ich für dich selbst nicht wünschen möchte), so kannst du ja Frau und Kinder in diesen Flecken nachkommen lassen. Es stehen gerade jetzt mehrere Häuser dort leer, von denen du ohne Zweifel eines für einen guten Preis bekommen kannst; auch sind die Lebensmittel dort wohlfeil und gut, und, was dir das Leben noch angenehmer machen wird, ist, dass du bei ehrbaren Nachbarn sicher in Vertrauen und Ansehen stehen wirst.«

Christ hatte den Lockungen willig zugehört und hatte sie durch das Ohr in sein Herz hineingelassen. Drum stand er nachdenklich da. Aber nicht lange währte es, da sprach er in sich: Wenn es wahr ist, was dieser Herr da gesagt hat, so kann ich nichts Besseres tun, als seinen Rat befolgen, und so ließ er sich denn weiter mit ihm ein.

Christ: »Herr, welches ist dann der Weg zu dem Hause dieses vortrefflichen Mannes?«

Weltklug: »Siehst du den hohen Berg34 dort?«

Christ: »Jawohl, ganz gut.«

Weltklug: »Auf diesen Berg musst du zugehen, und das erste Haus, woran du kommst, ist das Haus des Mannes.«

So wandte sich Christ nun von seinem Wege ab, um im Hause des Herrn Gesetzlichkeit Hilfe zu suchen. Aber siehe, als er ganz nahe an den Berg gekommen war, kam ihm derselbe so hoch vor und bemerkte er auch, dass die Seite, welche dem Wege zunächst lag, so hinüber hing, dass er sich gar nicht weiter wagte, indem er fürchtete, der Berg möchte ihm auf den Kopf fallen. Deswegen stand Christ still und wusste nicht, was er tun sollte. Auch meinte er, seine Bürde sei schwerer als vorhin, da er noch auf seinem Wege war. Dazu kamen flammende Blitze aus dem Berge heraus35, dass Christ bange war, er möchte davon verzehrt werden. Er schwitzte und zitterte vor Angst36, aber fing nun auch an es zu bereuen, dass er Herrn Weltklugs Rate gefolgt war. Zugleich sah er Evangelist auf ihn zukommen und wurde rot vor Scham bei seinem Anblick. Evangelist aber kam näher und näher, und da er bei ihm war, heftete er einen strengen und furchtbaren Blick auf ihn. Dann stellte er folgende Verantwortung mit ihm an:

Evangelist: »Was machst du hier, Christ?« Christ wusste nicht, was er darauf antworten sollte. Darum stand er im ersten Augenblicke sprachlos vor ihm da. Evangelist ließ es aber nicht dabei, sondern fragte weiter: »Bist du nicht der Mann, den ich vor der Stadt Verderben so jammernd stehen fand?«

Christ: »Ja, lieber Herr, ich bin es.«

Evangelist: »Habe ich dir nicht den Weg zu der engen Pforte gewiesen?«

Christ: »Jawohl, lieber Herr.«

Evangelist: »Wie kommt es denn, dass du dich so schnell davon abgewandt? Denn jetzt bist du auf einem ganz andern Wege.«

Christ: »Sobald ich über den Pfuhl der Verzagtheit gekommen war, begegnete mir ein Herr, der überredete mich, ich möchte in den Flecken gehen, der dort vor mir liegt, da würde ich einen Mann finden, der mir meine Last abnehmen könnte.«

Evangelist: »Was war es für ein Mann?«

Christ: »Er hatte ein vornehmes Aussehen, redete mir viel zu und brachte es am Ende so weit, dass ich seinen Aufforderungen folgte; so kam ich denn hierher. Als ich aber diesen Berg sah und wie er über den Weg hinüberhängt, da blieb ich plötzlich stehen, damit er mir nicht auf den Kopf fallen möchte.«

Evangelist: »Was sagte der Herr zu dir?«

Christ: »Er fragte mich, ob ich Frau und Kinder hätte, und ich sagte: Ja; aber ich fügte hinzu, dass ich so beladen wäre mit der Bürde, die ich auf dem Rücken habe, dass ich keine Freude mehr wie früher an ihnen haben könnte.«

Evangelist: »Und was sagte er darauf?«

Christ: »Er hieß mich in aller Eile meine Bürde ablegen; und ich sagte ihm, das wäre es gerade, was ich suchte, eben darum wäre ich auch auf dem Wege nach jener Pforte, um dort weiter unterwiesen zu werden, wie ich zu dem Orte meiner Erlösung kommen könnte. Da sagte er, er wolle mir einen besseren Weg zeigen, der kurz und nicht so beschwerlich wäre, als der, auf den ihr, Herr, mich gebracht hattet. Der Weg, den ich dir anweise, sprach der Mann, wird dich zum Hause eines Herrn bringen, welcher die Kunst versteht, solche Lasten abzunehmen. Ich glaubte ihm nun und wandte mich nun von jenem Wege ab auf diesen, ob ich vielleicht von meiner Last bald befreit werden möchte. Als ich aber hierher kam und die Dinge sah, wie sie wirklich sind, da stand ich still aus Furcht vor der Gefahr. Nun aber weiß ich nicht, was ich tun soll.«

Evangelist: »Bleib einen Augenblick stehen, damit ich dir Gottes Wort vorhalte.« Da stand Christ mit Zittern und Evangelist sprach: »Sehet zu, dass ihr euch dessen nicht weigert, der da redet. Denn so jene nicht entflohen sind, die sich weigerten, da er auf Erden redete, viel weniger wir, so wir uns dessen weigern, der vom Himmel redet.«37

Ferner sagte er: »Der Gerechte wird des Glaubens leben. Wer aber weichen wird, an dem wird meine Seele keinen Gefallen haben.«38 Von diesen Worten machte er nun sogleich eine Anwendung, indem er sich an Christ wandte und sprach: »Siehe, du bist der Mann, welcher ins Elend hineinrennt, du hast angefangen, den Rat des allerhöchsten zu verwerfen und deinen Fuß abzuwenden vom Pfade des Friedens und dies zwar auf Gefahr, ewig zu verderben.«

Da fiel Christ wie tot zu seinen Füßen nieder, indem er ausrief: »Wehe mir, ich vergehe!«39 Als aber Evangelist dies sah, ergriff er ihn bei seiner rechten Hand und sprach: »Alle Sünde und Lästerung40 wird den Menschen vergeben. Sei nicht ungläubig, sondern gläubig.« Dadurch wurde Christ wieder ein wenig beruhigt; zitternd richtete er sich auf und stand vor Evangelist wie vorhin.

Hierauf fuhr Evangelist weiter fort: »Gib nun besser Acht auf das, was ich dir sagen will. Ich will dir nun zeigen, wer der war, der dich verführte und auch wer der war, zu dem er dich sandte. Der Mann, welcher dir begegnete, heißt Weltklug, und so heißt er mit Recht, teils, weil er nur an der Lehre dieser Welt41 Geschmack findet, weshalb er auch immer in dem Orte Gesetzlichkeit zur Kirche geht; und teils, weil er jene Lehre jeder andern vorzieht, da sie ihm nicht das Kreuz auflegt;42 weil er aber so fleischlich gesinnet ist, sucht er meine Wege, obgleich sie recht sind, zu verkehren. Ich will dich nun auf drei Stücke in dem Rate dieses Mannes aufmerksam machen, welche du ganz und gar verabscheuen musst:

Das Erste ist, dass er dich vom Wege, den ich dir angewiesen, abwendig machte; das andere, dass er dir das Kreuz verhasst zu machen suchte, und das Dritte, dass er deine Füße auf den Weg leitete, welcher zu dem Amte führt, das den Tod predigt.43

Erstens musst du es verabscheuen, dass er dich von dem Wege abbrachte, auf den ich dich geführt hatte; aber auch dass du selber willig dazu warst, denn so etwas heißt nichts anderes, als den Weg Gottes zu verwerfen, um dem Rate eines Weltklugen zu folgen. Der Herr spricht: ›Ringet danach, dass ihr durch die enge Pforte eingehet‹44, und das ist die Pforte, zu der ich dich gewiesen, ›denn die Pforte ist eng, die zum Leben führet, und ihrer sind wenige, die sie finden.‹45 Von diesem engen Pförtchen und von dem Wege, der dahin führt, hat dieser gottlose Mann dich abgeleitet und dich beinahe ins Verderben gebracht. Verabscheue daher, dass er dich vom Wege abgeleitet und habe einen Ekel an dir selbst, dass du ihm Gehör geschenkt hast.

Zweitens musst du es verabscheuen, dass er sich bemüht hat, dir das Kreuz verhasst zu machen; denn dir gebührt’s, dasselbe den Schätzen Ägyptens vorzuziehen.46 Zudem hat der König der Herrlichkeit dir gesagt: ›Wer sein Leben will erhalten, der wird es verlieren‹, und: ›So jemand zu mir kommt und hasset nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigenes Leben, der kann nicht mein Jünger sein, und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, der ist meiner nicht wert.‹47 Darum sage ich dir, so jemand dich zu überreden sucht, es gereiche dir solches zum Tode – da du doch, wie der Mund der Wahrheit spricht, ohne dasselbe das ewige Leben nicht haben kannst –, so musst du eine solche Lehre verabscheuen.

Drittens musst du es hassen, dass er deine Füße auf den Weg leitete, welcher dich in die Knechtschaft des Todes bringt. Und hierbei musst du bedenken, zu wem er dich sandte, und wie unfähig derselbe ist, dich von deiner Last zu befreien.

Der, zu dem er dich sandte, damit du Erleichterung finden möchtest, und der da Gesetzlich heißt, ist der Sohn der Magd, die nun dienstbar ist mit ihren Kindern48 und ist in geheimnisvoller Weise der Berg Sinai, von dem du befürchtetest, dass er dir auf den Kopf fallen werde. Ist dieselbe aber mit ihren Kindern dienstbar, wie kannst du dann erwarten, dass sie dich frei machen werde? Dieser Gesetzlich ist daher nicht in der Lage, dich von deiner Last zu erlösen. Es ist noch nie einer von seiner Last durch ihn befreit worden und es wird auch nimmer geschehen. Du kannst nicht durch des Gesetzes Werke gerecht,49 folglich auch nicht durch sie frei werden von deiner Last, und folglich ist Herr Weltklug ein Fremdling in der Wahrheit und Herr Gesetzlich ein Betrüger; sein Sohn Weltfein ist aber, trotz seines freundlichen Wesens, ein Heuchler, der dir nicht helfen kann. Glaube mir, all dem Geschwätz, was jene törichten Leute gemacht haben, liegt nichts anderes zugrunde, als die Absicht, dich von dem Wege, auf den ich dich geleitet, abzubringen und dich dadurch um deine Seligkeit zu betrügen.«

Hiernach rief Evangelist den Himmel laut zum Zeugen und zur Bekräftigung dessen an, was er gesagt hatte; da kam alsbald eine Stimme und Feuer aus dem Berge heraus, woran der arme Christ stand, dass sich ihm die Haare auf dem Haupte in die Höhe richteten. Die Stimme aber redete also: »Die mit des Gesetzes Werken umgehen, die sind unter dem Fluch. Denn es stehet geschrieben: Verflucht sei jedermann, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben steht im Buche des Gesetzes, dass er’s tue.«50

Nun erwartete Christ nichts anderes als den Tod und fing an jämmerlich zu schreien, dabei verfluchte er die Zeit, in welcher er sich mit Herrn Weltklug eingelassen und schalt sich wohl tausendmal einen Narren, dass er auf den Rat desselben geachtet hätte. Auch fühlte er sich tief beschämt, wenn er bedachte, dass alle Gründe, die Herr Weltklug ihm vorgehalten, doch einzig und allein vom Fleische hergenommen seien und dass diese einen so großen Einfluss auf ihn ausgeübt hätten, dass er vom rechten Wege abgewichen wäre. Nachdem dies vorhergegangen, wandte er sich wieder an Evangelist und richtete folgende bewegte Worte an ihn:

Christ: »Herr, was meint ihr, ist noch Hoffnung da für mich? Darf ich wohl wieder umkehren und auf die enge Pforte zugehen? Werde ich wohl um meines Fehltritts willen nun aufgegeben und dort mit Schanden zurückgewiesen werden? Es ist mir leid, dass ich auf den Rat jenes Mannes gehört habe; aber kann mir meine Sünde auch vergeben werden?«

Da sagte Evangelist: »Deine Missetat ist groß, denn du hast zwiefältig gesündigt: du hast den guten Weg verlassen und den verbotenen betreten; aber dennoch wird der Mann an der engen Pforte dich aufnehmen, denn er ist den Pilgern sehr zugetan. Hüte dich aber, dass du abermals zur Seite abweichest, damit du nicht ›umkommest auf dem Wege, denn sein Zorn wird bald anbrennen.‹«51

Darauf schickte Christ sich an wieder umzukehren. Nachdem Evangelist ihn aber geküsst und mit einem freundlichen Blick angelächelt hatte, wünschte er ihm gute Reise. Und so pilgerte Christ eilends voran, sprach unterwegs mit niemandem und gab dem, der ihn fragte, auch keine Antwort. Er ging gerade wie einer, der sich auf verbotenem Grund und Boden befindet und konnte sich nirgends sicher achten, bis er wieder auf dem Wege anlangte, den er auf Herrn Weltklugs Rat verlassen hatte.

3. Pilgers Ankunft an der Pforte und Eingang

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4. Pilger in der Schule Auslegers

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5. Pilgers Erfahrungen am Kreuze

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6. Pilgers Erlebnisse an und auf dem Hügel Beschwerde

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7. Pilgers Erlebnisse im Palast Prachtvoll

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8. Pilger im Tale Demut

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9. Pilger im Tal der Todesschatten

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10. Pilgers Gefährte

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11. Ein Dritter gesellt sich hinzu

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12. Pilger findet einen treuen Freund wieder

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13. Die Pilger in der Stadt Eitelkeit

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14. Herr Nebenwege und Genossen

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15. Der Pilger Verirrung, Einkerkerung und Errettung aus der Zweifelsburg

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16. Die Pilger bei den Hirten auf den lieblichen Bergen

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17. Kleinglaubens Art und Treiben

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18. Was soll ich tun, dass ich selig werde?

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19. Unwissenheit und Abfall

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20. Der Pilger Ankunft im himmlischen Jerusalem

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Teil II: Der Pilgerin

1. Wie die Pilgerin sich zur Reise anschickt

2. Der Gang zur Pforte und was die Pilgerin dabei erfahren muss

3. Die Pilgerinnen in Anfechtung und im Hause des Auslegers

4. Aufbruch zur Weiterreise; neue Belehrungen und Erfahrungen unter dem Geleit eines treuen Führers

5. Der Pilger Angst und Erquickung

6. Die Pilger im Tal der Demut und der Todesschatten

7. Die Pilger setzen die Reise unter des Führers Geleit fort

8. Die Pilger in der Herberge

9. Kampf und Sieg über den Riesen Verzweiflung; Zerstörung der Zweifelsburg; Ankunft in den lieblichen Bergen

10. Ende der Pilgerreise und Ankunft in der himmlischen Stadt

1. Wie die Pilgerin sich zur Reise anschickt

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2. Der Gang zur Pforte und was die Pilgerin dabei erfahren muss

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3. Die Pilgerinnen in Anfechtung und im Hause des Auslegers

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4. Aufbruch zur Weiterreise; neue Belehrungen und Erfahrungen unter dem Geleit eines treuen Führers

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5. Der Pilger Angst und Erquickung

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6. Die Pilger im Tal der Demut und der Todesschatten

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7. Die Pilger setzen die Reise unter des Führers Geleit fort

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8. Die Pilger in der Herberge

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9. Kampf und Sieg über den Riesen Verzweiflung; Zerstörung der Zweifelsburg; Ankunft in den lieblichen Bergen

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10. Ende der Pilgerreise und Ankunft in der himmlischen Stadt

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Anmerkungen zu Teil I

1 Das Gefängnis zu Bedford, in welches Bunyan um seines Bekenntnisses willen geworfen ward.

2 Jes 64, 6: und niemand ist da, der deinen Namen noch anruft, niemand, der sich aufrafft, um an dir festzuhalten; denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen und läßt uns unter dem Druck unserer Sünden vergehen. / Ps 68, 5: Singet Gott, lobsingt seinem Namen, machet Bahn ihm, der durch Wüsten einherfährt – ›HERR‹ ist sein Name –, und jauchzet vor seinem Angesicht! / Lk 14, 33: Ebenso kann keiner von euch mein Jünger sein, der sich nicht von allem lossagt, was er besitzt.

3 Apg 2, 37: Als sie das hörten, ging es ihnen wie ein Stich durchs Herz, und sie wandten sich an Petrus und die anderen Apostel mit der Frage: »Was sollen wir tun, werte Brüder?« / 9, 6: Doch stehe auf und geh in die Stadt hinein: dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst!« / 16, 30: dann führte er sie hinaus und fragte sie: »Ihr Herren, was muß ich tun, um gerettet zu werden?«

4 die Welt

5 2. Petr 2, 7: Den gerechten Lot aber, der unter dem ausschweifenden Lebenswandel der Zuchtlosen schwer litt, hat er gerettet.

6 Hebr 9, 27: Und so gewiß es den Menschen bevorsteht, einmal zu sterben, danach aber das Gericht. / Hiob 16, 21: daß er dem Manne Recht schaffe Gott gegenüber und zwischen dem Menschen und seinem Freunde entscheide. / Hes 22, 14: Wird wohl dein Herz standhalten, oder werden deine Hände stark bleiben zu der Zeit, wo ich mit dir ins Gericht gehen werde? Ich, der HERR, habe es angesagt und werde es auch vollführen!

7 Jes 30, 33: Denn längst ist eine Greuelbrandstätte hergerichtet: auch sie ist für den König bestimmt; tief und breit hat er ihren Scheiterhaufen angelegt, mit Feuerung und Holz in Menge: gleich einem Schwefelstrom setzt der Hauch des HERRN ihn in Brand.

8 Mt 3,7: Als er aber einmal viele Pharisäer und Sadduzäer zu seiner Taufe kommen sah, sagte er zu ihnen: »Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch auf den Gedanken gebracht, dem drohenden Zorngericht zu entfliehen? / vgl. 1. Mo 3,17: Zu dem Manne aber sagte er: »Weil du der Aufforderung deines Weibes nachgekommen bist und von dem Baume gegessen hast, von dem zu essen ich dir ausdrücklich verboten hatte, so soll der Ackerboden verflucht sein um deinetwillen: mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang!

9 Mt 7,13: Gehet in das Reich Gottes durch die enge Pforte ein; denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der ins Verderben führt, und es sind ihrer viele, die auf ihm hineingehen.

10 Psalm 119,105: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege / 2. Petr 1,19: und um so fester steht uns nun das prophetische Wort, das wir besitzen, und ihr tut wohl, auf dieses achtzugeben als auf ein Licht, das an einem dunklen Ort scheint, bis der volle Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht.

11 Lk 14,26: »Wenn jemand zu mir kommt und nicht seinen Vater und seine Mutter, sein Weib und seine Kinder, seine Brüder und seine Schwestern, ja sogar sein eigenes Leben haßt, so kann er nicht mein Jünger sein. / 1. Mo 19,17: Als sie nun mit ihnen draußen im Freien waren, sagte der eine: »Rette dich: es gilt dein Leben! Sieh dich nicht um und bleibe nirgends in der Jordan-Ebene stehen! Rette dich in das Gebirge, damit du nicht auch ums Leben kommst!«

12 Jer 20,10: Ach, ich habe viele schon flüstern hören – Grauen ringsum! –: »Zeigt ihn an!« und »Wir wollen ihn anzeigen!« Alle, die zu meiner Freundschaft gehören, lauern auf einen Fehltritt von mir: »Vielleicht läßt er sich betören, daß wir ihn in der Gewalt haben und Rache an ihm nehmen können!«

13 2. Kor 4,17 Denn unsere Bedrängnis, die schnell vorübergehend und leicht ist, verschafft uns eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit.

14 Lk 15,17: Er kam aber zu sich selbst und sprach: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluß, ich aber verderbe vor Hunger! / 22,35: Und er sprach zu ihnen: Als ich euch aussandte ohne Beutel und Tasche und Schuhe, hat euch etwas gemangelt? Sie sprachen: Nichts! / Joh 10,11: Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe.

15 1. Petr 1,4: zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das im Himmel aufbewahrt wird für uns; Hebr 11,16: nun aber trachten sie nach einem besseren, nämlich einem himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden; denn er hat ihnen eine Stadt bereitet. / Röm 2,7: denen nämlich, die mit Ausdauer im Wirken des Guten Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben, ewiges Leben.

16 Lk 9,62: Jesus aber sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes!

17 Hebr 9,17-24: denn ein Testament tritt auf den Todesfall hin in Kraft, da es keine Gültigkeit hat, solange derjenige lebt, der das Testament gemacht hat. Daher wurde auch der erste Bund nicht ohne Blut eingeweiht. Denn nachdem jedes einzelne Gebot nach dem Gesetz von Mose dem ganzen Volk verkündet worden war, nahm er das Blut der Kälber und Böcke mit Wasser und Purpurwolle und Ysop und besprengte sowohl das Buch selbst als auch das ganze Volk, wobei er sprach: »Dies ist das Blut des Bundes, den Gott mit euch geschlossen hat!« Auch das Zelt und alle Geräte des Gottesdienstes besprengte er in gleicher Weise mit Blut; und fast alles wird nach dem Gesetz mit Blut gereinigt, und ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung. So ist es also notwendig, daß die Abbilder der im Himmel befindlichen Dinge hierdurch gereinigt werden, die himmlischen Dinge selbst aber durch bessere Opfer als diese. Denn nicht in ein mit Händen gemachtes Heiligtum, in eine Nachbildung des wahrhaftigen, ist der Christus eingegangen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen. / Joh 18,37: Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du also ein König? Jesus antwortete: Du sagst es; ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich der Wahrheit Zeugnis gebe; jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.

18 Tit 1,2: Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du also ein König? Jesus antwortete: Du sagst es; ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich der Wahrheit Zeugnis gebe; jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme. / Offb 3,14: Und dem Engel der Gemeinde von Laodizea schreibe: Das sagt der »Amen«, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Ursprung der Schöpfung Gottes.

19 Jes 45,17: Israel aber wird durch den HERRN errettet mit einer ewigen Errettung. Ihr sollt nicht beschämt noch zuschanden werden in alle Ewigkeiten! / Joh 10,27-29: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen. / Hebr 12,28: Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, laßt uns die Gnade festhalten, durch die wir Gott auf wohlgefällige Weise dienen können mit Scheu und Ehrfurcht! / Mt 25,34: Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, und erbt das Reich, das euch bereitet ist seit Grundlegung der Welt! / Dan 7,14: Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm; seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie zugrundegehen.

20 2. Tim 4,8: Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebgewonnen haben. / 1. Petr 5, 4: Dann werdet ihr auch, wenn der oberste Hirte offenbar wird, den unverwelklichen Ehrenkranz empfangen. / Offb 3, 5: Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden; und ich will seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens, und ich werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. / Dan 12, 3: Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung, und die, welche die Vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich. / Mt 13, 43: Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat zu hören, der höre!

21 Jes 25, 8: Er wird den Tod auf ewig verschlingen. Und Gott, der Herr, wird die Tränen abwischen von allen Angesichtern und die Schmach seines Volkes hin- wegnehmen von der ganzen Erde. Ja, der Herr hat es gesprochen. / 35, 10: Und die Erlösten des Herrn werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen. Ewige Freude wird über ihrem Haupt sein; Wonne und Freude werden sie erlangen, aber Kummer und Seufzen werden entfliehen! / Offb 7, 17: denn das Lamm, das inmitten des Thrones ist, wird sie weiden und sie leiten zu lebendigen Wasserquellen, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. / 21, 4: Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

22 Jes 6, 2: Seraphim standen über ihm; jeder von ihnen hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckten sie ihr Angesicht, mit zweien bedeckten sie ihre Füße, und mit zweien flogen sie.

23 Offb 4, 4: Und rings um den Thron waren 24 Throne, und auf den Thronen sah ich 24 Älteste sitzen, die mit weißen Kleidern bekleidet waren und auf ihren Häuptern goldene Kronen hatten.

24 Offb 14, 1-5: Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion, und mit ihm hundertvierundvierzigtausend, die trugen den Namen seines Vaters auf ihren Stirnen geschrieben. Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel wie die Stimme vieler Wasser und wie die Stimme eines starken Donners; und ich hörte die Stimme von Harfenspielern, die auf ihren Harfen spielten. Und sie sangen wie ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier lebendigen Wesen und den Ältesten, und niemand konnte das Lied lernen als nur die Hundertvierundvierzigtausend, die erkauft worden sind von der Erde. Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben; denn sie sind jungfräulich rein. Diese sind es, die dem Lamm nachfolgen, wohin es auch geht. Diese sind aus den Menschen erkauft worden als Erstlinge für Gott und das Lamm, und in ihrem Mund ist kein Betrug gefunden worden; denn sie sind unsträflich vor dem Thron Gottes.

25 Hebr 11, 33-40:die durch Glauben Königreiche bezwangen, Gerechtigkeit wirkten, Verheißungen erlangten, die Rachen der Löwen verstopften; sie haben die Gewalt des Feuers ausgelöscht, sind der Schärfe des Schwertes entkommen, sie sind aus Schwachheit zu Kraft gekommen, sind stark geworden im Kampf, haben die Heere der Fremden in die Flucht gejagt. Frauen erhielten ihre Toten durch Auferstehung wieder; andere aber ließen sich martern und nahmen die Befreiung nicht an, um eine bessere Auferstehung zu erlangen; und andere erfuhren Spott und Geißelung, dazu Ketten und Gefängnis; sie wurden gesteinigt, zersägt, versucht, sie erlitten den Tod durchs Schwert, sie zogen umher in Schafspelzen und Ziegenfellen, erlitten Mangel, Bedrückung, Mißhandlung; sie, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen, in Höhlen und Löchern der Erde. Und diese alle, obgleich sie durch den Glauben ein gutes Zeugnis empfingen, haben das Verheißene nicht erlangt, weil Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hat, damit sie nicht ohne uns vollendet würden.

26 2. Kor 5, 2-4: Denn in diesem Zelt seufzen wir vor Sehnsucht danach, mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet zu werden — sofern wir bekleidet und nicht unbekleidet erfunden werden. Denn wir, die wir in dem Leibes-Zelt sind, seufzen und sind beschwert, weil wir lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden möchten, so daß das Sterbliche verschlungen wird vom Leben.

27 Jes 55, 1-2: Wohlan, ihr Durstigen alle, kommt her zum Wasser; und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und eßt! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch!Warum wiegt ihr Geld ab für das, was kein Brot ist, und euren Arbeitslohn für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich, so sollt ihr Gutes essen, und eure Seele soll sich laben an fetter Speise! / Joh 6, 37: Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. / 7, 37: Aber am letzten, dem großen Tag des Festes stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke! Offb 21, 6: Und er sprach zu mir: Es ist geschehen! Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden geben aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst! 22, 17: Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst!

28 Die göttlichen Verheißungen. Siehe Ps 97, 11: Licht wird dem Gerechten gesät und Freude den von Herzen Aufrichtigen. / 119, 105: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg. / Jes 1, 8: Und die Tochter Zion ist übriggeblieben wie eine Hütte im Weinberg, wie ein Wachthäuschen im Gurkenfeld, wie eine belagerte Stadt. / 43, 25: Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen, und an deine Sünden will ich nie mehr gedenken! / 44, 22: Ich tilge deine Übertretungen wie einen Nebel und deine Sünden wie eine Wolke. Kehre um zu mir, denn ich habe dich erlöst!

29 Ps 40, 3: Er zog mich aus der Grube des Verderbens, aus dem schmutzigen Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels; er machte meine Schritte fest.

30 Jes 35, 3-4: Stärkt die schlaff gewordenen Hände und macht fest die strauchelnden Knie; sagt zu denen, die ein verzagtes Herz haben: Seid tapfer und fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott! Die Rache kommt, die Vergeltung Gottes; er selbst kommt und wird euch retten!

31 1. Sam 12, 22: Der HERR aber wird um seines großen Namens willen sein Volk nicht verstoßen, denn es hat dem HERRN gefallen, euch zu seinem Volk zu machen.

32 1. Kor 7, 29: Das aber sage ich, ihr Brüder: Die Zeit ist nur noch kurz bemessen! So sollen nun in der noch verbleibenden Frist die, welche Frauen haben, sein, als hätten sie keine.

33 Und dabei stieß Weltklug einen Fluch aus.

34 Berg Sinai

35 2. Mo 19, 16. 18: Und es geschah, als der dritte Tag kam und es noch früh am Morgen war, da erhob sich ein Donnern und Blitzen, und eine dichte Wolke lag auf dem Berg, und es ertönte ein sehr lauter Schall von Schopharhörnern. Da erschrak das ganze Volk, das im Lager war. Aber der ganze Berg Sinai rauchte, weil der HERR im Feuer auf ihn herabstieg. Und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Schmelzofens, und der ganze Berg erbebte heftig.

36 Hebr 12, 21: Und so schrecklich war die Erscheinung, daß Mose sprach: »Ich bin erschrocken und zittere!«

37 Hebr 12, 25: Habt acht, daß ihr den nicht abweist, der redet! Denn wenn jene nicht entflohen sind, die den abgewiesen haben, der auf der Erde göttliche Weisungen verkündete, wieviel weniger wir, wenn wir uns von dem abwenden, der es vom Himmel herab tut!

38 Hebr 10,38: »Der Gerechte aber wird aus Glauben leben«; doch: »Wenn er feige zurückweicht, so wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben«.

39 Jes 6,5: Da sprach ich: Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volk, das unreine Lippen hat; denn meine Augen haben den König, den HERRN der Heerscharen, gesehen!

40 Mt 12,31: Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden. / Joh 20,27: Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

41 1. Joh 4,5: Sie sind aus der Welt; darum reden sie von der Welt, und die Welt hört auf sie.

42 Gal 6, 12: Alle, die im Fleisch wohlangesehen sein wollen, nötigen euch, daß ihr euch beschneiden laßt, nur damit sie nicht um des Kreuzes des Christus willen verfolgt werden.

43 2. Kor 3, 7. 9: Wenn aber der Dienst des Todes durch in Stein gegrabene Buchstaben von solcher Herrlichkeit war, daß die Kinder Israels nicht in das Angesicht Moses schauen konnten wegen der Herrlichkeit seines Antlitzes, die doch vergänglich war ... Denn wenn der Dienst der Verdammnis Herrlichkeit hatte, wieviel mehr wird der Dienst der Gerechtigkeit von Herrlichkeit überfließen!

44 Lk 13, 24: Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen! Denn viele, sage ich euch, werden hineinzugehen suchen und es nicht können.

45