Die neue 5 Elemente Küche - Dr. Claudia Nichterl - ebook

Die neue 5 Elemente Küche ebook

Dr. Claudia Nichterl

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Warum fühlen wir uns nach dem Essen müde? Warum tun uns bestimmte Speisen gut, während sie anderen schwer im Magen liegen? Weil jeder Mensch anders ist! Lebensmittel wirken ganz unterschiedlich auf das Wohlbefinden verschiedener Menschen. Mit Hilfe der Traditionellen Chinesischen Ernährungslehre können Sie einfach Ihre individuelle Konstitution entdecken und die für Sie richtige Ernährung finden.

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Die neue

5Elemente

Küche

 

 

 

 

Der Mund ist das Tor zur Gesundheit. Jeden Tag auf´s Neue.

Chinesisches Sprichwort.

Dr. Claudia Nichterl

Die neue

5Elemente

Küche

Rezepte für Gesundheit und Wohlbefinden

 

Fernöstliches Wissen – heimische Zutaten

Vorwort

Vorwort

Meine ausgiebigen Reisen nach Asien und meine Studienaufenthalte in Mexiko ermöglichten mir einen intensiven Kontakt mit anderen Ernährungsgewohnheiten. Das Interesse an traditionellen Ernährungsgewohnheiten und das bewusste Verwenden von Kräutern und Gewürzen führte mich schließlich zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Eine ausgewogene Ernährung gehört heute zu den Grundpfeilern unserer Gesundheit und ist unabdingbar für unser Wohlbefinden. Doch was ist eine ausgewogene Ernährung? Aus Sicht der TCM gibt es individuelle Unterschiede: Was dem einen gut tut, kann dem anderen Verdauungsbeschwerden verursachen. Entdecken Sie Ihre Konstitution und erfahren Sie, welche Lebensmittel Ihnen gut tun. Was hält Sie gesund und leistungsfähig und was ist zu beachten, um Sie vor Allergien und Unverträglichkeiten zu verschonen? Vielleicht haben Sie dieses Buch zur Hand genommen, weil Sie sich nicht wohlfühlen oder eine andere Sichtweise auf Ihre Ernährung finden wollen. Wie Ihnen, so geht es auch vielen anderen. Nach über zehn Jahren als Ernährungsberaterin konnte ich zahlreiche Erfahrungen sammeln, eine Menge von meinen Kunden lernen, die oft mit viel Geduld und Experimentierfreude einen Ausweg aus ihrem „Ernährungsdilemma“ fanden. Viele dachten, sich mit Rohkost und Vollkornprodukten ja so gesund zu ernähren. Aber der Bauch signalisierte etwas Anderes: Ständige Blähungen, häufiger Durchfall oder Verstopfung, chronische Müdigkeit und ein schwaches Immunsystem regten zum Nachdenken an.

Wenn auch Sie nach alternativen Lösungen zur klassischen Ernährungswissenschaft suchen, dann ist die Ernährungslehre nach TCM (5-Elemente-Küche) genau das Richtige. Die Fünf-Elemente-Küche liefert Hinweise und Anleitungen, um Ihnen Vitalität, Wohlbefinden und Gesundheit zurückzugeben. Sie stellt Ihre Verdauungskraft und Ihre Konstitution in den Vordergrund und ist ein einfaches – und nach kurzer Einführung – logisches Konzept. Auch wenn die Prinzipien der TCM aus Asien kommen, ähnliches Wissen war auch in unserem Kulturkreis vorhanden - traditionelle Rezepte unserer Großmütter erinnern noch daran. Einfache, schnell nachzukochende Gerichte aus heimischen Zutaten, die überall und kostengünstig zu erstehen sind, zeigen die Umsetzung im Alltag.

Dieses Buch soll Ihnen helfen, die Weichen zu stellen für einen wohltuenden, genüsslichen Lebens- und Ernährungsstil. Probieren Sie es aus! Ich wünsche Ihnen dazu Guten Appetit und wohl bekomm´s!

 

Claudia Nichterl

PS: Über Feedback würde ich mich freuen.

Schreiben Sie mir an [email protected]

 

Lebensmittel wirken wie Heilkräuter auf Körper und Geist, nur wesentlich sanfterSie sind ein wunderbar einfaches Mittel, um sich täglich etwas Gutes zu tun.

Einleitung – Jeder Mensch is(s)t anders

Einleitung

Jeder Mensch is(s)t anders

Warum tun uns bestimmte Speisen gut, während sie einem anderen schwer im Magen liegen? Ganz einfach, weil jeder Mensch eine individuelle Konstitution hat und die tägliche Nahrung unterschiedliche Auswirkungen auf das alltägliche Wohlbefinden hat. Einer friert mehr, dem anderen ist es schnell zu warm. Gutes Essen sorgt durch eine ausgewogene Zusammenstellung der Lebensmittel für einen ausgeglichenen Energiefluss im Körper. Sind Störungen im energetischen Gleichgewicht vorhanden (chronische Müdigkeit, ausgeprägtes Kälteempfin-den, Verdauungsstörungen), so kann eine angepasste Ernährung unterstützen. Nach den Prinzipien der 5-Elemente-Ernährung hat jedes Lebensmittel eine bestimmte Energetik, das heißt eine bestimmte Temperatur - heiß, warm, neutral, erfrischend oder kalt – einen bestimmten Geschmack – sauer, bitter, süß, scharf oder salzig – und eine bestimmte Wirkungsrichtung – nach innen, unten, oben, außen oder verteilend. Durch diesen Energiecharakter werden Lebensmittel zu Heilmitteln. Richtig eingesetzt bringen wir unseren Körper durch die Nahrung wieder in Balance. Die praktische Umsetzung ist recht einfach. Wenn Ihnen kalt ist, sollten Sie mehr Erwärmendes essen. Wenn Sie Verdauungsstörungen haben, ist es wichtig, auf die Bekömmlichkeit zu achten. Nach einer kurzen Einführung in die Philosophie der Traditionellen Chinesischen Medizin bekommen Sie in diesem Buch allgemeine Tipps und Hinweise für die Umsetzung der 5-Elemente-Küche:

• Wie können Sie Verdauungsprobleme, Schlafstörungen, Abwehrschwäche, Kälteempfindlichkeit, Konzentrationsstörungen, chronische Müdigkeit und andere Beschwerden richtig deuten und was können Sie dagegen tun?

• Welche Lebensmittel unterstützen Sie in den jeweiligen Jahreszeiten und Altersphasen?

• Wieso werden Sie durch Essen schlank und nicht durch Hungern?

• Welche Speisen sind bekömmlich und erhöhen Ihr Wohlbefinden?

 

Im zweiten Teil des Buches können Sie dann herausfinden, wie Ihr „Essen zum Wohlfühlen“ aussehen kann. Durch eine Einteilung nach den häufigsten Symptomen, die in der Praxis auftreten, können Sie Ihre eigene Konstitution „entdecken“.

 

Einfache und schmackhafte Rezepte aus regionalen und saisonalen Zutaten zeigen die praktische Umsetzung. Die Betonung liegt auf Einfachheit! Wir leben in einer Zeit, wo alles schnell gehen muss. Das tolle 6-Gänge-Menü, welches Sie zu einem besonderen Anlass für Ihre Freunde kochen – das ist in diesem Buch nicht das Thema. Es geht um einfache, schnell nachzukochende Speisen für den Alltag. Sie sollen sich mit wenig Aufwand, mit heimischen Zutaten und einfachen Rezepturen täglich etwas Gutes tun. Das ist der Sinn der 5-Elemente-Küche.

5-Elemente-Ernährung: Was ist das?

5-Elemente-Ernährung:Was ist das?

Die Ernährung nach den 5 Elementen ist eine zeitgemäße, ganzheitliche Ernährungslehre. Die Grundsätze beruhen auf klassischen Gesundheits- und Ernährungsprinzipien, die auf die antike griechische Heilkunde und die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) zurückgehen. In Grundzügen sind sowohl die westliche als auch die östliche Tradition seit dem 4. Jahrhundert vor Christus (!) im Hinblick auf die Ursachen von Krankheit, die Bedeutung der Diätetik und die Prinzipien dazu – thermische Wirkung und Geschmack der Lebensmittel – sehr ähnlich. Die Aussage „Das, was die Gesundheit aufrecht erhält, ist die gleiche Verteilung der Qualitäten (dinamies=Kräfte) des Feuchten, des Warmen, des Trockenen, des Kalten, des Bitteren, des Süßen und der anderen. Die Vorherrschaft einer einzigen von ihnen bewirkt die Krankheiten“ wird Alkmaion, einem Schüler von Pythagoras um 525 v. Chr. zugeschrieben. Die 5-Elemente-Ernährung ist also nichts Neues, Exotisches, Esoterisches – sie ist eine „moderne“ Ernährungsform. Die Anlehnung an die klassischen Prinzipien der TCM fand deshalb statt, weil diese sehr gut dokumentiert ist. Außerdem wird die TCM bis heute angewendet und weiterentwickelt, die in den Prinzipien sehr ähnliche Blut- und Säftelehre der europäischen Medizin ist aus unserem Denken praktisch verschwunden.

Die chinesische Ernährungslehre, bei uns als „5-Elemente-Ernährung“ bekannt, stellt ganz stark Genuss und Freude in den Vordergrund – sie verbietet nichts, setzt keine Dogmen, sondern zeigt einen Weg zu mehr Wohlbefinden. Die extremen Ausprägungen in unserer Kultur sind stark geprägt von den Begriffen „gesund“ und „ungesund“ – vieles wird mit dem Etikett „schlecht“ betitelt. Entsprechende Medienberichte über Fleisch-, Hormon- und Pestizidskandale verstärken dieses Image. Beim Konsumenten führt das zu Schuldgefühlen, insbesondere wenn diese sogenannten „schlechten“ Dinge gegessen werden. Mit einer solchen „Schuld“ beladene Lebensmittel sind dann für uns „schwer“ – sie liegen uns im Magen und sind schwer verdaulich.

Die 5-Elemente-Ernährung geht andere Wege: Sie spricht nicht von gesund oder ungesund, sondern vielmehr von einem zu viel oder zu wenig. Alles, was wir unserem Körper im Überfluss zumuten, ist ungesund. Ein großes Anliegen dieses Buches ist, dass Sie lernen, die Nahrung nicht nach Ideologien wahrzunehmen, sondern in Bezug auf Ihren eigenen Körper. Erst dann können Sie – und eigentlich nur Sie – bewerten, ob diese Ernährung für Sie gut oder schlecht ist. Das hat auch den Vorteil, dass Sie selbstbewusster gegenüber den vielen – oft sehr widersprüchlichen – Ernährungsinformationen der heutigen Zeit werden. Es ist enorm hilfreich, sich darauf zu besinnen, wie Sie Ihren Körper durch die der Nahrung innewohnenden Qualitäten stärken können, anstatt sich immer darauf zu konzentrieren, was ihrem Körper Schaden zufügt.

Für ein besseres Verständnis der 5-Elemente-Ernährung ist eine kurze Einführung in das Denken der Traditionellen Chinesischen Medizin erforderlich. Auf den folgenden Seiten werden die wichtigsten Grundlagen kurz zusammengefasst. Verwendete und weiterführende Literaturhinweise finden Sie im Anhang.

Traditionelle Chinesische Medizin – ein kurzer Überblick

Seit mehr als 3 000 Jahren bedient sich die TCM eines ganzheitlichen Ernährungssystems, um die Gesundheit des Menschen zu erhalten. Eine angemessene Ernährung im Sinne der chinesischen Medizin reflektiert die Verbundenheit des Menschen mit seiner Umwelt, den Jahreszeiten, dem Klima und mit allen Zyklen der Natur. Neben der Ernährungslehre sind sanfte Bewegungs- und Atemübungen wie Tai Chi Juan und Qi Gong, Tuina-Massage, Akupunktur und die chinesische Kräuterkunde für die Gesunderhaltung wichtig.

 

Akupunktur wird in der chinesischen Medizin nicht nur für die Heilung sondern auch für die Gesunderhaltung eingesetzt. (Foto: Principal/shutterstock.com)

 

Qi, Yin und Yang

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird der energetische Zustand eines Organismus durch Begriffe wie Qi, Yin oder Yang beschrieben. Qi – die Lebenskraft – lässt sich am ehesten mit unserer modernen Vorstellung von Energie verbinden. Qi hält das Universum in Bewegung und fließt durch unseren Körper.

Die Yin und Yang Lehre unterscheidet sich sehr grundlegend von der westlichen Medizin und Philosophie. In der westlichen Welt stehen sich immer Gegensätze gegenüber – z.B. rund und eckig, hell und dunkel, voll und leer. Diese Gegensätze schließen einander aus. Yin und Yang dagegen gehen immer ineinander über, Dinge können gleichzeitig sowohl Yin als auch Yang sein, sie bedingen sich gegenseitig, wandeln sich ineinander um und werden daher als sich ergänzende Eigenschaften verstanden, die in ständiger Bewegung sind. Das zeigt auch das Symbol:

 

Das Tao Symbol vereint beide Eigenschaften – das Yin und das Yang.

 

Die beiden Pole bewegen sich und jeder enthält wie eine Keimzelle immer einen kleinen Teil des anderen, der sich auf dem Höhepunkt des einen zu entfalten beginnt. Diese Bewegung nennt man Qi.

Vereinfacht gesagt ist der menschliche Stoffwechsel ein enges Zusammenspiel von Yin und Yang – eine ständige Umwandlung. Unser Körper ist normalerweise in der Lage, bei Ungleichgewichten einen Ausgleich zu finden. Wenn wir z.B. müde sind, dann ruhen wir uns aus, schlafen und tanken neue Energie. Wenn wir durstig sind, trinken wir und verhindern dadurch, dass unser Körper austrocknet.

Ob sich Symptome von chronischem Ungleichgewicht zu einer Krankheit entwickeln hängt davon ab, wie lange sie bestehen und ob sie beachtet werden oder nicht. Hier kommt die Diagnostik der Traditionellen Chinesischen Medizin zum Einsatz. Mit Zungen -und Pulsdiagnose und ausführlicher Befragung über Verdauung, Allgemeinbefinden, Ernährungsgewohnheiten etc. sind Ungleichgewichte feststellbar, noch bevor sie sich als Krankheiten manifestieren.

 

 

Die Essenz – Jing

In der TCM ist die Essenz Jing (gespr. dsching) jene Substanz, die allem Leben zugrunde liegt. Jing ist kostbar und es gilt, es zu bewahren. Philosophisch gesehen hat Jing zwei Quellen:

Das vorgeburtliche Jing, auch „angeborene Essenz“ genannt, entsteht bei der Befruchtung aus dem Jing der Eltern und bestimmt die Konstitution des Menschen. Es ist damit unwiderruflich festgelegt und nicht ersetzbar bzw. nicht regenerierbar. Vorgeburtliches Jing ist vergleichbar mit unserer genetischen Veranlagung.

Das nachgeburtliche Jing wird aus der täglichen Nahrung erworben. Ein kleiner Teil kann zusätzlich durch Atmung und Meditation gewonnen werden.

 

Nüsse sind „Essenz“-Nahrung pur – sie stärken das nachgeburtliche Jing. (Foto: Krzysztof Slusarczyk/Shutterstock.com)

 

Nach Auffassung der TCM bestimmt die Menge des vorgeburtlichen Jing die Lebensqualität und Lebenserwartung des Menschen. Wie bereits erwähnt ist die Substanz Jing nicht regenerierbar. Sie ist vergleichbar mit einer „inneren Energie-Uhr“, die unsere individuelle Lebenszeitspanne bestimmt. Ist diese Uhr „abgelaufen“, so stirbt der Mensch. Aus dieser Sichtweise kommt die Bedeutung des schonenden Umgangs mit dem Jing, auf dessen Erhalt sehr großer Wert gelegt wird.

Wir können aber im Verlauf unseres Lebens – nachgeburtlich - Jing/Essenz über die Atmung und über die tägliche Ernährung zu uns nehmen. Je besser wir auf uns achten, uns gut ernähren, desto weniger müssen wir auf vorgeburtliches Jing zurückgreifen. Fasten ist daher – bis auf Ausnahmefälle – keine Therapieform der Traditionellen Chinesischen Medizin. Durch das Ausbleiben der Nahrungsaufnahme wird keine nachgeburtliche Essenz gebildet und der Körper muss dann vermehrt auf das vorgeburtliche Jing zurückgreifen. Viele Fastende und Extremsportler (auch hier wird auf das vorgeburtliche Jing zurückgegriffen) kennen ein Gefühl der Leichtigkeit und des Glücks, was darauf beruht, dass Sie durch das Fasten bzw. die extreme körperliche Anstrengung auf die Essenz zurückgreifen. Von der Essenz leben ist mit einem Hochgefühl verbunden, welches aber eigentlich sehr trügerisch ist, weil dadurch vorzeitig Essenz aufgebraucht wird.

 

Gönnen Sie sich beste Qualität

Ein wichtiger Aspekt für das nachgeburtliche Jing ist die Nahrungsqualität. Über unsere Ernährung nehmen wir sozusagen „kosmisches Qi“ zu uns und Essen bewegt etwas in unserem Körper. Nahrung, die im Einklang mit der Natur steht, ist daher sehr wichtig – symbolisch gesehen essen wir Himmel und Erde. Die Quelle unserer Nahrung ist unter diesem Aspekt von Bedeutung. Ob unsere Nahrung natürlich gewachsen ist oder künstlich erzeugt, ob in der Erde oder ohne Erde, ob mit oder ohne Sonne – alles hat auf unser Qi eine Auswirkung. Biologische Lebensmittel aus der Region und Saison sind daher die bessere Nahrung!

Die Kraft der 5 Elemente

Die 5-Elemente-Ernährung orientiert sich an den Wandlungsphasen der Natur bzw. dem Verlauf unseres Lebens. Ähnlich wie bei der 4-Elemente-Lehre der Antike oder der westlichen Astrologie werden im 5-Elemente-System Körperorgane, Jahreszeiten, Farben, Emotionen und andere Erscheinungsformen zugeordnet. In der TCM werden den 5 Elementen – Holz, Feuer, Erde, Metall oder Wasser – zusätzlich Geschmacksrichtungen zugeordnet, anhand derer die chinesische Ernährungslehre Aussagen darüber macht, wie die Lebensmittel auf den Körper wirken. Der Geschmack der Lebensmittel – bitter, süß, scharf, salzig und sauer – ist eine Zusatzinformation über die Wirkungsweise der zugeführten Nahrung in unserem Körper. In der oben stehenden Übersicht sind die Elemente und ihre Zuordnungen zusammengefasst.

 

Die 5 Elemente und ihre Zuordnungen

Element

Holz

Feuer

Erde

Metall

Wasser

Geschmack

sauer

bitter

süß

scharf

salzig

Organbezug

Leber/Gallenblase

Herz/Dünndarm

Milz/Magen

Lunge/Dickdarm

Niere/Blase

Gewebe

Muskeln/Sehnen

Blutgefäße

Bindegewebe

Haut

Knochen

Sinnesorgan

Augen

Zunge

Mund

Nase

Ohren

Jahreszeit

Frühling

Sommer

Erntezeit/Spätsommer

Herbst

Winter

Klima

Wind

Hitze

Feuchtigkeit

Trockenheit

Kälte

Gefühlsäußerung

schreien

lachen

singen

weinen

stöhnen

Emotion

Wut

Freude

Sorgen

Trauer

Angst

 

Entsprechend der Zuordnung des Geschmacks zum Element ergibt sich eine positive Wirkung auf das dazugehörige Organ, z.B. der saure Geschmack „wandert“ zur Leber und nährt diese, der bittere Geschmack zum Herz usw. Ein übermäßiges Verlangen nach einer bestimmten Geschmacksrichtung kann also ein Hinweis auf eine energetische Problematik im entsprechenden Organ sein. Ein Beispiel dafür ist das Verlangen nach sauren Gurken nach einer durchzechten Nacht – sozusagen ein „Hilfeschrei“ der Leber, die nach einem solchen Exzess etwas ins Ungleichgewicht geraten ist.

Bei bewusstem Einsatz des Geschmacks und der Wirkrichtung können Lebensmittel therapeutisch wirksam werden:

Der süße Geschmack, z.B. von Fenchel und Mohrrüben, wirkt entspannend und nährend. Dieser Geschmack soll bei jeder Mahlzeit im Vordergrund stehen, denn genährt werden Milz und Magen, die wichtigsten Quellen für die Produktion von nachgeburtlichem Jing. Die anderen Geschmacksrichtungen sind die ergänzenden „Gewürze“.

Der scharfe Geschmack z.B. von Meerrettich, Ingwer, Rettich und Radieschen zerstreut, bewegt und löst Stagnationen. Er ist vor allem bei Schleimerkrankungen (z.B. Erkältungen, Husten), aber auch bei Übergewicht hilfreich.

Der salzige Geschmack von Lebensmitteln aus dem Wasserelement (z.B. Fisch, Meeresfrüchte, Meersalz) wirkt kühlend, aufweichend und leitet nach unten.

 

 

Der saure Geschmack zieht zusammen (adstringierend) und wirkt bewahrend. Denken Sie an das Beispiel von Zitrone – sie ist sauer und es zieht sich alles in einem zusammen. Diese zusammenziehende Wirkung hilft Körperflüssigkeiten zu bewahren. Lebensmittel mit saurem Geschmack (Früchtetee, Soda mit Zitronensaft) sind aber nicht geeignet, um Übergewicht abzubauen, weil sauer festhält. Zum Abbau von Übergewicht ist das Gegenteil – Loslassen – gefragt.

Der bittere Geschmack trocknet aus, regt die Transformation an und leitet nach unten – ein Beispiel dafür ist der Kaffee.

 

 

Diese Einteilung der Lebensmittel nach ihrer Geschmacksrichtung und Auswirkung auf uns ist ein uraltes, faszinierendes Prinzip. Aber auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift. Jede der fünf Geschmacksrichtungen wirkt in kleinen Dosierungen kurzfristig anregend, in einer Überdosis kehrt sich die Wirkung ins Gegenteil und das entsprechende Organ wird gehemmt oder gar beeinträchtigt. Man darf keinesfalls den Rückschluss ziehen, dass Probleme des Herzens NUR mit dem bitteren Geschmack zu behandeln wären – „bitter“ und Herz gehören beide zum Element Feuer – oder dass man im Sommer nur Bitteres zu sich nehmen sollte. Das System so zu sehen, wäre sehr starr und auch falsch. Vielmehr geht es darum, die Bewegungsrichtungen der Jahreszeiten und der Organe zu kennen und letztere durch die Auswahl der Geschmacksrichtungen zu unterstützen, oder auszugleichen, wenn ein Ungleichgewicht vorliegt. Einseitige Ernährung mit Auswirkung auf das tägliche Wohlbefinden ist oft eine Überbetonung einer Geschmacksrichtung. Alle fünf Geschmacksrichtungen, gemeinsam in der richtigen Dosierung eingesetzt, schaffen ein „rundes“ ausgewogenes Gericht und bringen so Ordnung in die Organe – Gesundheit und Wohlbefinden sind damit garantiert!

 

Die Vielfalt der Elemente auf dem Tellermacht Ihre Speisen ausgewogen und harmonisch.

Die thermische Wirkung von Lebensmitteln

Viele Kulturen haben ein großes Erfahrungswissen über die thermische Wirkung von Lebensmitteln. Im Grunde müssten wir nur ein bisschen in uns hinein hören und auf die Signale unseres Körpers reagieren. So wünschen wir uns im Sommer mehr kühlende Speisen (erfrischende Salate) und im Winter bevorzugen wir lang gekochte wärmende Suppen und Eintöpfe.

In den kalten Wintermonaten hat die Ernährung eine vorbeugende und die Gesundheit erhaltende Funktion. Eine thermisch ausgewogene Mahlzeit kann die klimatischen Einflüsse wie Wind, Kälte und Feuchtigkeit gut ausgleichen. Sicher haben Sie schon einmal bemerkt, dass Ihnen nach dem Genuss von Rotkohl, einem Glas Rotwein oder einem Lammragout ziemlich warm wurde. Es gibt also Lebensmittel, die in unserem Körper Wärme abgeben und uns dadurch „erwärmen“.

Hier eine Übersicht über die thermische Wirkung der Lebensmittel: