Die großen Western Classic 29 – Western - G.F. Wego - ebook

Die großen Western Classic 29 – Western ebook

G.F. Wego

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Opis

Diese Reihe präsentiert den perfekten Westernmix! Vom Bau der Eisenbahn über Siedlertrecks, die aufbrechen, um das Land für sich zu erobern, bis zu Revolverduellen - hier findet jeder Westernfan die richtige Mischung. Lust auf Prärieluft? Dann laden Sie noch heute die neueste Story herunter (und es kann losgehen). Cecil Woods sieht den Revolver und den Arm. Er bemerkt im spärlichen Lichtschimmer, der aus dem Küchenfenster in den Hof fällt, daß der Mann seinen Colt auf ihn gerichtet hat und der Hammer gespannt ist. "Stell die Tasche hin, Doc. Dies ist kein Spaß. Wenn du schreist, wirst du sterben! Wir schießen, wenn du nicht genau das machst, was wir sagen. Stell die Tasche hin und steh still!" "Verda…" Der Doc will etwas sagen, aber der Druck der Revolvermündung in seinem Rücken wird hart und gefährlich scharf. Er fühlt, wie der Mann mit der einen Hand nach seiner Tasche greift und sie ihm aus den Fingern reißt. Dann gibt es hinter dem Zaun einen dumpfen Aufprall. "Steh still", sagt der Mann hinter ihm noch einmal leise und zischend. "Dir passiert nichts, wenn du schweigst. Aber wage es nicht, zu schreien. Es kostet dich mehr, als du bezahlen kannst." Cecil Woods sieht den Mann vor sich undeutlich, Nebel kommt vom Arkansas gezogen, und überall ist milchiges Grau, das nur an den Lampenstellen rötlich-düster schimmert. Der Mann vor ihm tritt dicht an ihn heran, greift blitzschnell unter die Jacke des Doc und zieht den alten Reitercolt heraus. "Das ist alles, was er hat", sagt er nach einer kurzen Durchsuchung kalt.

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Liczba stron: 158




Leseprobe: 282 - Trail zur Hölle

Clayd Dallas’ Mutter starb bei seiner Geburt. Sein Vater, ein stadtbekannter Säufer, zog ihn groß. Clayd hörte niemals ein gutes Wort, wurde von jedem verstoßen und verjagt. Er bekam Schläge und man behandelte ihn schlimmer wie den räudigsten Straßenköter. Er war allein, einsam und verbittert. Sein Haß auf die Menschen wuchs, wurde größer und immer größer. Mit vierzehn Jahren lief er seinem Vater davon. Damit begann sein Weg – sein Zickzack-Trail zur Hölle. Clayd Dallas erwarb sich auf diesem Trail den Beinamen »Black«, wurde einer der gefürchtesten Revolvermänner, Spieler und Schießer des Landes Texas. Sein Ruf war berüchtigt, denn er verkaufte seine Schießkunst an den Meistbietenden. Er handelte ohne Herz und Gewissen, war ein Mann ohne Freunde. Irgend etwas lag in seinem Gesicht, das ihm einen Hauch von Männlichkeit gab und das Herz mancher Lady höher schlagen ließ… Er hatte pechschwarzes Haar, und da er sich stets ganz in Schwarz kleidete, gab man ihm den Beinamen »Black«. Er war von mittelgroßer Statur, breitschultrig und schmal in den Hüften. Quer über seine Stirn zog sich eine brandrote Narbe, die ihm einst eine Coltkugel zog. Nirgends fand er Frieden, nirgends ließ man ihn zur Ruhe kommen. Er war einsam und wurde immer verbitterter, denn er fühlte sich als Ausgestoßener. Das aber machte ihn hart, gewalttätig und skrupellos. So wurde er ein Verlorener auf dem Trail zur Hölle: Clayd »Black« Dallas, in der Zeit um 1875 einer der gefürchtesten Revolvermänner von Texas.

Die großen Western Classic – 29 –

Drei plündern eine Bank

...und rechnen nicht mit Jesse Rimcon

G.F. Wego

Cecil Woods sieht den Revolver und den Arm. Er bemerkt im spärlichen Lichtschimmer, der aus dem Küchenfenster in den Hof fällt, daß der Mann seinen Colt auf ihn gerichtet hat und der Hammer gespannt ist.

Im gleichen Augenblick rammt ihm ein Mann von hinten den Colt in den Rücken und sagt zischend:

»Stell die Tasche hin, Doc. Dies ist kein Spaß. Wenn du schreist, wirst du sterben! Wir schießen, wenn du nicht genau das machst, was wir sagen. Stell die Tasche hin und steh still!«

»Verda…«

Der Doc will etwas sagen, aber der Druck der Revolvermündung in seinem Rücken wird hart und gefährlich scharf. Er fühlt, wie der Mann mit der einen Hand nach seiner Tasche greift und sie ihm aus den Fingern reißt. Dann gibt es hinter dem Zaun einen dumpfen Aufprall.

»Steh still«, sagt der Mann hinter ihm noch einmal leise und zischend. »Dir passiert nichts, wenn du schweigst. Aber wage es nicht, zu schreien. Es kostet dich mehr, als du bezahlen kannst.«

Cecil Woods sieht den Mann vor sich undeutlich, Nebel kommt vom Arkansas gezogen, und überall ist milchiges Grau, das nur an den Lampenstellen rötlich-düster schimmert.

Der Mann vor ihm tritt dicht an ihn heran, greift blitzschnell unter die Jacke des Doc und zieht den alten Reitercolt heraus.

»Das ist alles, was er hat«, sagt er nach einer kurzen Durchsuchung kalt. »Gehen wir, es ist nicht weit.«

Er geht im Bogen um den Doc herum, sie treten beide an seine Seite, und es sieht aus, als wenn sie einen Spaziergang in den Nebel machen wollen.

Ihre Schritte platschen in den Pfützen. Als sie hinter dem Schuppen der alten Weinbrennerei anhalten, die längst verlassen ist, sagt der Doc leise:

»Kann ich jetzt reden? Hier ist doch keine Seele.«

»Was willst du wissen?« fragt der eine Mann und tritt einen Schritt zur Seite.

»Ihr habt mir die Tasche weggenommen, also braucht ihr mich nicht als Arzt«, sagt Cecil Woods gepreßt. »Ich frage mich, wozu ihr mich sonst brauchen könnt?«

»Dreimal darfst du raten«, antwortet der größere Mister kalt und spottend. »Wir stehen hier gut. Nur noch eine Weile warten, dann wirst du bald gebraucht. Doc, wie alt bist du eigentlich?«

»Achtundfünfzig«, antwortet der Doc leise. »Warum interessiert es dich?«

»Nun, deine Frau ist tot, deine Tochter hat niemanden außer dir, und wenn du sterben solltest, was wird sie anfangen? Gelernt hat sie nichts, denke ich.«

Der zweite Mann sagt es seltsam sanft und hält, als wenn er leblos erstarrt zu Stein ist, seinen Revolver auf den Doc gerichtet.

»Was soll das?« fragt der Doc, und nun zittert seine Stimme unmerklich, denn seine Tochter ist alles, was er auf dieser Welt noch liebt. »Was hat meine Tochter mit euch zu tun?«

Er sieht, wie einer der Männer in die Tasche greift, langsam seine Uhr herauszieht und sie dicht an die Augen hält. Der Mann nickt und sieht ihn über den Rand des Halstuches kalt und eisig an.

»Doc!« sagt er kalt. »Doc, ich verspreche niemals etwas, was ich nicht auch halte. Aber ich verspreche dir, daß du tot sein wirst, wenn du nicht genau das tust, was wir dir sagen. Und dann werden wir deine Tochter mitnehmen. Ganz gleich, wohin es ist, wir nehmen sie mit.«

Dem Doc ist es, als wenn eine eiskalte Hand sein Herz umklammert. »Ihr wißt genau Bescheid«, sagt er bitter. »Ich will wissen, wozu ihr mich braucht, denn ich ahne nicht, was es sein kann. Laßt meine Tochter aus dem Spiel, bei allem, was euch etwas bedeutet. Nur nicht meine Tochter, das sage ich euch. Man würde euch jagen, wenn ihr es macht, und ihr seid schlau genug, das zu wissen.«

»Wir sind auch schlau genug, sie zu zerbrechen, ehe uns ein Aufgebot erwischen kann, denke daran!« erwidert der Größere glatt und bewegt die Hand mit dem Revolver. »Nun gut, es ist gleich soweit, Doc! Du bist zweiter Vorsitzender der Bank, wie? Und dir macht man immer auf, ganz gleich, wann du kommst! Ist das so, oder ist es anders? Du kannst ruhig lügen, wir wissen, wie es ist.«

Einen Augenblick sieht der Doc starr vor sich hin. Sein Atem versiegt, und seine Stimme klingt heiser, als er antwortet:

»Jetzt weiß ich es. Nun gut, ihr wollt also in die Bank. Und dort sind acht Männer. Acht Männer, bedenkt das! Es kann auch schiefgehen und dann…«

»Es wird nicht schiefgehen!« antwortet der Mann links von ihm träge. »Es geht gar nichts schief, mein Freund! Wirst du uns…«

Er schweigt nun mit jener Plötzlichkeit, die einen Mann trifft, wenn er überrascht ist.

Die Glocke im Kirchturm beginnt zu schlagen. Sie läutet jeden Abend genau um sechs Uhr und keine Minute später. Es ist keine große Glocke, die in dem Holzturm hängt und die der Küster Sam Ferguson mit einem Strick zum Schwingen bringt.

Und es ist der Augenblick eines Mannes, der für sein Alter zu hart, zu unbeugsam und zu wild ist.

Dieser Augenblick gehört dem Mann Jesse Rimcon. Er sieht einen Schatten, aber er sieht ihn zu kurz, um schießen oder rufen zu können. Außerdem will er nicht rufen, denn er hält nichts davon, einem Brandstifter nachzuschreien, daß er ihn beobachtet hat.

Jesse Rimcon, der jüngste Mann aus der Sippe der Rimcons, die neun Männer im Sattel haben, zweitausend Rinder auf der Weide und eine kleine Ranch. Dieser Jesse Rimcon hat das, was manche Leute Ruhe nennen würden. Er ist groß, hat es niemals eilig und ist ziemlich faul.

Sein Blick fliegt nach hinten. Er sieht eine Feuerlohe, die selbst durch den Nebel zu sehen ist. Sie wächst höher und höher, kommt schnell, rasend schnell hochgeschossen.

Jesse Rimcon richtet sich jäh auf, starrt einen Augenblick auf das Feuer und wirbelt dann herum.

Der Mann kommt, die Erde dröhnt ein wenig und dann ist er fast schon weg, hinter den Büschen verschwunden.

»Da rennt er«, sagt Jesse heiser und setzt in langen Sprüngen nach. »Du rennst mir nicht weg, oder ich bin ein Narr.«

Er hetzt zwischen den Häusern hindurch, hört immer mehr Rufe und sieht einmal zurück.

Aus dem dunklen Nebelvorhang, hinein in das Läuten der Kirchenglokken, steigt eine Feuersäule, beleuchtet den Nebel von unten, und man hört das Vieh brüllen, laut und durchdringend. Aus den Saloons stürzen Männer, auf der Straße rennen Leute.

Jesse Rimcon stürmt in langen Sätzen den rechten Gehsteig entlang. Seine Augen fliegen über die Vorbauten, er sucht Männer von kleiner und untersetzter Gestalt, er sucht nach dem Reiter, der irgendwo abgestiegen sein muß. Und er sieht ihn nicht. Er sieht keinen Mann, der so aussieht wie jener, den er sah.

Fluchend bleibt er vor dem Barbiershop stehen. Der Barbier stürzt an ihm vorbei. Jesse wird um ein Haar von der dicken Mrs. Brigham Aberdeen umgerannt, die ihrem Mann nachläuft. Und dann blickt er fluchend die Straße hinunter, wendet den Kopf und erstarrt.

Jesse Rimcon sieht einen Mann reiten. Er sieht einen Mann, der klein, gedrungen und schwer im Sattel eines braunen Pferdes sitzt, genau unter der Laterne am Sheriff-Office durchreiten.

Der Mann sieht sich um, als wenn er nicht beobachtet werden will. Jesse erkennt, daß der untersetzte Mann hämisch lächelnd auf die Menschen sieht, die brüllend die Straße nach Norden zu rennen.

Das ist er, denkt Jesse und bleibt wie angenagelt stehen. Verdammt, der und kein anderer ist es. Er hat zwei Pferde an den Zügeln gepackt und zieht sie mit. Verdammt, was soll das heißen? Was will der Kerl mit drei Pferden?

Er geht vorsichtig weiter und behält den Revolver fest in der Hand. Sein Weg führt ihn nach links, aber er hört nichts. Nur einmal ist es ihm, als wenn vor ihm jemand spricht. Dann wieder Stille.

Im nächsten Augenblick poltert etwas an der Tür eines Hauses. Es ist vielleicht 60 Yards vor ihm, und der Nebel ist dicht. Zu dicht für seine Augen, die nichts sehen.

Auf das Poltern kommt die Stimme des Doc, und Jesse bleibt stehen, als er es hört.

»Ich bin es!« sagt der Doc laut und deutlich aus dem Nebel vor ihm. »Hier ist Cecil Woods! Mach auf, Nat, ich muß dringend nach Florence, werde gebraucht und muß ein paar Tage bleiben. Es ist eilig, Mann!«

Jesse Rimcon bleibt stehen und lauscht. Er hört, wie eine Tür knarrt und schwere Schritte auf einer Treppe. Und dann schnaubt weiter vorn links ein Pferd, ein anderes antwortet kurz darauf, und Jesse Rimcon zuckt heftig zusammen.

Der Doc, denkt Jesse verstört. Und dort vorn, was ist da? Dort ist die Bank. Er muß hinter der Bank im Hof sein. Und der nun mit ihm redet, das ist niemand anderes als Art Mungall, der Schießer!

Jesses Blick richtet sich auf den Boden, und dann sieht er im Lehm und Dreck eine Spur. Er sieht sie deutlich. Drei Stiefelpaare nebeneinander laufen die Gasse entlang.

Jesse erkennt es innerhalb einer Sekunde, daß etwas nicht stimmen kann. Drei Pferde, drei Männer. Und einer von ihnen muß der Doc sein.

Jesse Rimcon hastet vorwärts. Und dann hört er den dumpfen Laut, den ein Körper macht, wenn er zu Boden geht. Vor ihm ist der Nebel wie eine Wand voller Schleier, eine Wand, aus der irgendwo ein Lichtschein fällt, der den Hof hinter dem Bankgebäude erhellt.

Jesse Rimcon sieht plötzlich den Fleck verschwinden. Er hört nichts mehr, außer dem Zufallen der Tür.

Hastig geht er weiter, geduckt und vorsichtig schiebt er sich an dem Wagen vorbei, der auf dem Hof steht. Beinahe stößt er gegen die Deichsel, sieht sie noch im letzten Augenblick und hält an. Seine Augen durchforschen den Nebel an der Hintertreppe zur Bank, huschen an der düsteren Wand entlang, und dann sieht er die Beine.

Dunkelheit, Nebel und entfernt die Rufe der Männer, die Reden der Frauen, ein Stimmengemurmel.

Der Mann liegt still auf dem Hof dicht an der Treppe. Er hatte einen Hut, der von seinem Kopf gefallen und ein Stück weiter über den Boden gerollt ist.

Jesse beugt sich über den leblosen Körper, und er erkennt den Doc.

Art Mungall, der im Flur ist und die Tür geöffnet hat, sieht plötzlich drei Männer vor sich stehen.

Sie kommen aus dem Nebel vor der Tür, aber der Doc ist nicht dabei, und Mungall denkt, daß er sich geirrt hat, daß kein Doc Cecil Woods vor der Tür war.

Er sieht starr und voller Schreck die drei Revolver, die Halbmasken aus Halstüchern und die kalten Augen über ihnen.

»Streck die Hände hoch«, sagt der eine Mann zischend. »Keinen Laut, oder ich blase dich mitten durch. Umdrehen, Mann!«

Von der linken Seite geht der schwergewichtige Ben Rayne durch die Tür, macht zwei Schritte und packt Art Mungall mit einem Ruck am Kragen.

Juke MacBorden starrt eine Sekunde auf den matt schimmernden Lauf seines Revolvers. Der Revolver blitzt einmal kurz auf, und dann geht Mungall lautlos zu Boden. Er stürzt nicht, er sinkt, gehalten von den gewaltigen Armen des ehemaligen Preisboxers, langsam an der Wand herunter, und der Nebel zieht durch die Tür in das Haus.

»Mach sie zu«, sagt Clement Hastings zu MacBorden.

Juke MacBorden dreht sich um, zieht die Tür zu und dreht den Schlüssel um.

Und dann starren sie alle drei aus engen Augen auf das Gangende und die nächste Tür. Sie sehen, daß diese Tür einen kleinen Spalt offensteht und gehen leise und vorsichtig los. Clement Hastings bückt sich und blickt durch das Schlüsselloch, starrt in den Räum und sieht Jordan Gallecker an seinem Tisch sitzen.

Gallecker hat einen Federhalter in der Hand und schreibt.

Er wendet nicht den Kopf, als er Schritte hört. Er leiert die Zahlen vor sich hin, wie es jeden Tag seine Beschäftigung ist, wenn er zusammenzählt.

Und dann ist er still. Er ist still, weil plötzlich die kalte Mündung eines Revolvers an seinem Nacken ist. Dann hört er Schritte links und rechts und sieht in zwei Revolvermündungen.

Jordan Gallecker atmet nur seltsam pfeifend. Die drei Burschen sprechen keinen Ton. Juke MacBorden hebt den Revolver und schlägt zu.

Rayne fängt den Schreiber auf und legt ihn auf den Boden.

Der Preisboxer zieht ein Stück Bindfaden aus der Hosentasche und bindet ihm die Hände auf dem Rükken.

Sie gehen auf die nächste Tür zu, halten an der Wand neben dem Regal mit den Ordnern und Listen an, und Clement Hastings winkt blitzschnell mit der Hand.

Drüben kommen Schritte auf die Tür zu, harte Schritte, schnell und eilig. Juke MacBorden weicht nach links hinter die Tür zurück. Hastings steht rechts, und nur Rayne huscht neben das Regal, klemmt sich in die Ecke und streckt die Hand aus.

Und da geht die Tür auch schon auf. Jemand kommt herein, der einen grünen Schirm auf der Stirn hat. Es ist der Clerk Gustave Mercon. Er sagt heiser und überstürzt, ehe er die Tür aufzieht:

»Mr. Gallecker, es brennt. Die Viehgesellschaft…«

Rayne holt aus und schlägt ihn nieder, fängt ihn auf und legt ihn blitzschnell neben das Regal auf den Boden.

Die Tür ist offen, und ein langer Tresen teilt den nächsten Raum in zwei Hälften. In ihm sind noch sechs Männer. Von denen sind drei besonders diensteifrig und werfen keinen Blick durch eines der Fenster nach draußen.

Keiner sieht hoch, keiner achtet auf Mercon, der hinter der halbgeöffneten Tür verschwunden ist.

Juke MacBorden lächelt düster, als er die Tür ganz aufstößt und Clement rechts an ihm vorbeihuscht. Links macht Rayne einen Satz, und nun hat Juke MacBorden seine beiden Eisen in den Händen.

Vor einem Fenster stehen drei Männer und blicken hinaus auf die Straße.

Der erste Mann, der überrascht und gestört durch die harten Schritte, die durch die Tür kommen, den Kopf hebt, heißt John Arden.

Fünf Revolver sind auf ihn und seine Partner gerichtet.

»Keine Bewegung!« sagt Clement Hastings schneidend und peitschend über den Tresen hinweg. »Wer sich bewegt, wird erschossen! Hoch die Hände und ihr da vom Fenster weg! Es ist nicht euer Geld. Macht keine Dummheiten! Dies ist kein Spaß!«

»Was?« fragt John Arden.

Er starrt den untersetzten Mann an, der auf ihn zugeht und in dessen Revolver er blickt. Und dann denkt er an Gus Willard, der vor drei Minuten in den Nebenraum gegangen ist und Geldsäcke holen sollte.

Ben Rayne kommt zu ihm, reißt ihn am Kragen hoch und schleudert ihn mit einem einzigen harten Ruck gegen die Wand.

Arden liegt an der Wand und starrt auf seine Schublade, in der sein Revolver liegt. Er sieht nach rechts, und dort schleudert der untersetzte Mann seinen Partner auch an die Wand.

Nick Carter, der zweite Clerk, rammt sein Bein vor und will treten. Er schafft es beinahe, aber Rayne dreht sich blitzschnell weg, holt dann aus und schlägt zu. Carter sackt besinnungslos an der Wand zusammen, und Rayne sagt bissig:

»Du da, aufstehen und an die Wand! Steh still, sonst geht es dir noch schlechter als deinem Freund! Warte, erst die Taschen!«

Er packt Poulsen, den dritten Clerk, am Kragen, durchsucht ihn und wirft dann dessen Revolver unter den Tresen. Und dann grinst er und starrt auf den offenen Geldschrank in der Ecke. Er sieht sich nach Juke MacBorden um, der reglos und mit den Revolvern im Anschlag mitten in der Tür steht und die Männer in Schach hält.

»Nur ruhig«, sagt Juke heiser und starrt die Männer aus glitzernden Augen an. »Ben, versorge die Burschen an der Wand, ich helfe ein wenig.«

Er hebt die Klappe des Tresens hoch, geht in den Vorraum und tritt hinter die drei Männer, die aus dem Fenster gesehen haben.

Blitzschnell zieht er den einen ein Stück weiter, durchsucht ihn und bringt den Bullcolt des Mannes zum Vorschein. Grinsend wirft er ihn an den Tresen, nimmt sich den nächsten Mann vor und dann wieder den nächsten.

Es dauert genau zwei Minuten, dann sind die sechs Männer waffenlos, und Clement Hastings treibt sie in einer Ecke zusammen. Juke MacBorden stellt sich an die Wand. Er starrt die Männer wachsam und eiskalt an, seine beiden Eisen drohen stumm, und Hastings sagt zischelnd: »Ben, einen Sack, und dann pack ein! Mach schnell, wir haben nicht viel Zeit.«

Ben Rayne bückt sich hinter dem Tresen, sieht Ledersäcke im Regal liegen und zerrt sie hervor. Er nimmt die Zahlbretter und kippt die Münzen und die Scheine in den Sack. Es klappert und klirrt im Sack.

Gus Willard, der im Nebenraum steht, starrt durch das Schlüsselloch.

Er sieht drei Männer, atmet heiser und tastet nach seinem Colt.

Ein Überfall, denkt er verstört und beginnt zu schwitzen. Ich muß Hilfe holen.

Er sieht sich gehetzt um, sein Revolver zittert leicht, und dann schleicht er auf die nächste Tür zu. Langsam zieht er sie auf, hält den Atem an und erschrickt fast zu Tode, als die Tür mißtönig in den Angeln kreischt.

Im Schalterraum hebt Juke MacBorden den Kopf und starrt Arden an, dessen Augen auf die Tür gerichtet sind und dessen Gesicht voller Spannung ist.

Juke MacBorden faucht wie ein Tiger, schlägt mit dem Colt zu und schleudert Arden zu Boden. Dann rast er auf die Tür zu und zieht sie mit einem Ruck auf.

Gus Willard hastet nach oben und hört, wie die Tür aufgeht. Er hat noch drei Stufen vor sich, wirft sich mit einem scharfen Keuchen die Treppe hoch. Und er sieht vor sich das Fenster des oberen Flures, das auf die Straße hinausgeht.

Er denkt nicht daran, daß sein Schatten zu sehen sein muß für den, der unter ihm steht. Er denkt nur daran, um Hilfe zu rufen.

Unten reißt Juke MacBorden den Colt hoch und ruft peitschend: