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Der Name Stephen Hawking steht weltweit für eine seltene Verbindung: höchste theoretische Abstraktion und eine körperliche Existenz, die sich nahezu vollständig der Bewegung entzogen hatte. Während seine Arbeiten zur Kosmologie und zu Schwarzen Löchern in Fachkreisen tief verankert sind, wurde seine Person weit darüber hinaus zu einem Symbol – erkennbar, reduzierbar, beinahe ikonisch. Die Unbeweglichkeit des Körpers und die Beweglichkeit des Denkens traten in ein Spannungsverhältnis, das sich der öffentlichen Wahrnehmung unausweichlich aufdrängte. So entstand ein Bild, das nicht allein aus wissenschaftlicher Leistung gespeist wird, sondern aus der Gleichzeitigkeit von Erkenntnis und Begrenzung. Doch was genau wurde hier bekannt: der Physiker, die Theorie – oder die Figur? Zwischen populärwissenschaftlicher Vermittlung und medialer Verdichtung entwickelte sich ein Narrativ, das den Menschen hinter den Formeln ebenso sichtbar machte wie die Formeln selbst unsichtbar blieben. Komplexe Begriffe wie Ereignishorizont oder Singularität fanden ihren Weg in eine breite Öffentlichkeit, ohne dabei notwendig verstanden zu werden. An ihre Stelle trat eine Vorstellung von Genie, die weniger aus Nachvollzug als aus Zuschreibung entstand. Die Wissenschaft wurde nicht verdrängt, aber sie wurde gerahmt. Dieses Buch folgt den Spuren dieser Rahmung. Es betrachtet die Entstehung einer Figur, die sich aus Forschung, Krankheit und öffentlicher Wahrnehmung zusammensetzt, ohne in einer dieser Dimensionen aufzugehen. Dabei entsteht kein Gegenbild, sondern eine Verschiebung des Blicks: weg von der fertigen Ikone, hin zu den Bedingungen, unter denen sie entstehen konnte. Manchmal zeigt sich dabei weniger der Mensch selbst als das Bedürfnis, ihn auf eine bestimmte Weise zu sehen.
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Liczba stron: 373
Rok wydania: 2026
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