Die Elegien des Properz - Hans Peter Syndikus - ebook

Die Elegien des Properz ebook

Hans Peter Syndikus

0,0
179,99 zł

Opis

Properz gehört zu den bedeutendsten lateinischen Dichtern der augusteischen Zeit. Über sein Leben wissen wir wenig: Er stammte aus einer vornehmen Familie in Assisi, strebte aber selbst keine öffentliche Ämterlaufbahn an. Nach Rom übersiedelt, wurde er bald in den Dichterkreis um Maecenas aufgenommen. Zur Politik zog es ihn offenbar nicht; die Taten und Siege des neuen Herrschers Augustus spielen in seinem Werk keine Rolle. Seine Elegien behandeln ›private‹ Motive – in den Liebesgedichten besingt er Liebe und unerfülltes Verlangen, Eifersucht und Klagen über die Untreue der Geliebten. Im letzten Elegienbuch behandelt er Sagen der römischen Mythologie und Geschichte; auch hier fehlen nicht die erotischen Themen, für die Properz berühmt ist. Das Latein der Gedichte ist oft schwer, ja unverständlich, und die Textüberlieferung ist relativ unsicher. Der Kommentar von Hans Peter Syndikus erschließt die kritischen Stellen und führt systematisch interpretierend durch die vier Elegienbücher.

Ebooka przeczytasz w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS
czytnikach certyfikowanych
przez Legimi
Windows
10
Windows
Phone

Liczba stron: 800




Hans Peter Syndikus

Die Elegien des Properz

Eine Interpretation

[Menü]

Impressum

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung in und Verarbeitung durch elektronische Systeme.

ISBN der gedruckten Ausgabe: 978-3-534-23213-0 © 2010 by WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), Darmstadt Die Herausgabe dieses Werkes wurde durch die Vereinsmitglieder der WBG ermöglicht. eBook ISBN 978-3-534-70559-7 (epub) Als epub veröffentlicht 2010.

www.wbg-wissenverbindet.de

Menü

Buch lesen

Innentitel

Inhaltsverzeichnis

Informationen zum Buch

Informationen zum Autor

Impressum

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

Leben und Werk

Der Dichter in seiner Zeit

Cynthia

Der Charakter von Properzens Elegiendichtung

Properzens Geltung bei seinen Zeitgenossen und sein Nachruhm in der Antike

Das erste Buch

Einleitung

1. Elegie

2. Elegie

3. Elegie

4. Elegie

5. Elegie

6. Elegie

7. Elegie

8. Elegie

9. Elegie

10. Elegie

11. Elegie

12. Elegie

13. Elegie

14. Elegie

15. Elegie

16. Elegie

17. Elegie

18. Elegie

19. Elegie

20. Elegie

21. und 22. Elegie

Das zweite Buch

Einleitung

1. Elegie

2. Elegie

3. Elegie, Vers 1– 44

3. Elegie, Vers 45–54 und 4. Elegie

5. Elegie

6. Elegie

7. Elegie

8. Elegie

9. Elegie

10. Elegie

11. Elegie

12. Elegie

13. Elegie

14. Elegie

15. Elegie

16. Elegie

17. Elegie

18. Elegie, Vers 1– 22

18. Elegie, Vers 23–38

19. Elegie

20. Elegie

21. Elegie

22. Elegie

23. Elegie und 24. Elegie, Vers 1– 16

24. Elegie, Vers 17–52

25. Elegie

26. Elegie

27. Elegie

28. Elegie

29. Elegie, Vers 1– 22

29. Elegie, Vers 23–42

30. Elegie, Vers 1– 12

30. Elegie, Vers 13–40

31. Elegie

32. Elegie

33. Elegie

34. Elegie

Das dritte Buch

Einleitung

1. Elegie

2. Elegie

3. Elegie

4. Elegie

5. Elegie

6. Elegie

7. Elegie

8. Elegie

9. Elegie

10. Elegie

11. Elegie

12. Elegie

13. Elegie

14. Elegie

15. Elegie

16. Elegie

17. Elegie

18. Elegie

19. Elegie

20. Elegie

21. Elegie

22. Elegie

23. Elegie

24. Elegie

25. Elegie

Das vierte Buch

Einleitung

1. Elegie

2. Elegie

3. Elegie

4. Elegie

5. Elegie

6. Elegie

7. Elegie

8. Elegie

9. Elegie

10. Elegie

11. Elegie

Bibliographie

[Menü]

Vorwort

Den ersten Anstoß zu diesem Buch gab Professor Hans-Christian Günther. Er hatte mich gebeten, zu seinem ‚Companion to Propertius‘ eine Interpretation der Elegien des 2. Buches beizusteuern. Diese Interpretationen sind 2006 in dem von Günther herausgegebenen ‚Brill’s Companion to Propertius‘ erschienen. Inzwischen ist dieser erste Versuch wesentlich erweitert und vertieft worden, und es ist neben einer Einleitung über Leben und Werk die Behandlung der Bücher 1, 3 und 4 hinzugekommen.

In diesem Buch versuche ich, Properz so zu erklären, wie ich das bei Catull und Horaz getan habe. Vor dem Hintergrund der poetischen Tradition, der Properz vielfach verpflichtet ist, und der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse der augusteischen Zeit möchte ich Thematik, Gedankengang und Struktur der einzelnen Elegien erhellen, was bei diesem Dichter nicht immer einfach ist; denn so sehr er viele Topoi der antiken literarischen Tradition aufgreift, so sehr betritt er mit seinen Motivzusammenstellungen und Gefühlsäußerungen oft absolutes Neuland. Von größter Hilfe bei meinem Versuch einer Annäherung an die Aussage und Form dieser Dichtungen waren mir die vier Kommentarbände von Paolo Fedeli, die in jahrzehntelanger Arbeit entstanden sind und in umfassender Weise die vielfältigen Probleme, die diese Texte stellen, behandeln.

Erschwert wird die Beschäftigung mit Properz durch die oft sehr unsichere Überlieferung. Eine besondere Herausforderung für mich war, daß sich die Beurteilung dieser Überlieferung in den letzen Jahren sehr geändert hat. Während bis zu den Textausgaben von Barber und Fedeli bei aller Kritik im einzelnen doch ein weitgehender Anschluß an den überlieferten Text vorwaltete, zweifeln seitdem Butrica, Giardina, Goold, Günther, Heyworth und Hutchinson in hohem Maße an der Zuverläßlichkeit des überlieferten Textes und nehmen nicht nur Überlieferungsfehler im einzelnen, sondern auch zahlreiche absichtliche Entstellungen, Textlücken, Interpolationen und Textumstellungen an. Ich verdanke dieser intensiven Beschäftigung mit dem Text viel, besonders Hinweise auf lange zu Unrecht vergessene Konjekturen empfand ich oft erhellend, aber ich wollte mich doch nicht so sehr von der Überlieferung lösen; vor allem kann ich mir nicht vorstellen, daß der Properztext irgendwann einmal im Laufe der Überlieferungsgeschichte von einem Herostrat absichtlich in großem Umfang verfälscht und entstellt worden sein soll. So gehe ich im allgemeinen von der Textgestaltung aus, die Fedeli in seiner Teubneriana bietet – auf die dort anerkannten Abweichungen von der Überlieferung gehe ich im allgemeinen nicht mehr ein, weise aber nicht selten auf Punkte hin, wo andere Lesarten oder Konjekturen bedenkenswert oder auch eindeutig besser sind.

Wie mancher Vorgänger empfand ich oft, daß man bei jedem Gedanken über diesen Dichter und seine Gedichte auf eine Tradition von vielen Jahrhunderten stößt und ihr das meiste verdankt. Die Ausgaben und Werke, mit denen ich mich hauptsächlich beschäftigte, sind in einer knappen Bibliographie zusammengestellt. Aus ihr erhellen sich auch die Abkürzungen im Text und in den Anmerkungen.

Hans Peter Syndikus

[Menü]

Einleitung

Leben und Werk

Über Properzens Herkunft und Jugend unterrichten nur die Selbstaussagen des Dichters. Er spricht in den Elegien 1,22,9f. und 4,1,63–66.121– 126 davon: Seine Heimat sei Umbrien und zwar Assisi (Asisium) und sein Umland. Wenn er dabei in Vers 4,125f. sagt, Assisi sei durch ihn berühmt geworden, muß das seine Heimatstadt sein.1Sein Vorname war, wie die Virgilvita Suetons überliefert,2Sextus. Properz berichtet 4,1,127–130 weiter, daß er seinen Vater früh verlor und daß der ursprünglich große Landbesitz der Familie durch die Landverteilungen an die Veteranen im Jahre 41 v. Chr. sehr beschnitten wurde. Seine Familie gehörte also zur dortigen Landaristokratie, und auch durch die Landverteilungen kam Properz schwerlich in wirklich bedrängte Verhältnisse. Wenn er in 4,1,133f. sagt, daß seine Hinwendung zur Dichtung ihn davon abgehalten habe, auf dem Forum als Redner aufzutreten, also die Politikerlaufbahn einzuschlagen, bedeutet das klar, daß er wie später Ovid3von seiner gesellschaftlichen Stellung her eigentlich dazu bestimmt gewesen wäre, diese Laufbahn einzuschlagen. Auch die Namen seiner Freunde legen nahe, daß er zur höheren römischen Gesellschft gehörte. Besonders deutlich wird das dadurch, daß ihn, wie er in der Elegie 1,6 berichtet, der Neffe des Prokonsuls Volcatius Tullus einlud, mit ihm in dessen Gefolge in die Provinz Asia zu ziehen.4Das zeigt, daß er eine ähnliche gesellschaftliche Stellung hatte wie Catull und seine Freunde, die im Gefolge des Propraetors Memmius in die Provinz Bithynien zogen.5Wie viele Gedichte zeigen, scheint Properz nach seiner Übersiedlung nach Rom dort unter der jeunesse dorée ein ungebundenes Leben geführt zu haben, das der Liebe und Dichtung geweiht war.6Wenn er gelegentlich von seinen bescheidenen Verhältnisssen spricht,7meint das wie bei Catull und Horaz den Gegensatz zu den Großen Roms, nicht wirkliche Armut. Auf die Stellung der Familie weisen auch zahlreiche in Assisi gefundene Inschriften, die zeigen, daß die Propertii dort eine angesehene Familie waren.8Und ein vornehmer Bekannter des jüngeren Plinius ist stolz darauf, daß der Dichter Properz sein Vorfahre war.9Von diesem gesellschaftlichen Status aus ist das selbstbewußte Betonen des eigenen Standpunkts auch gegenüber der augusteischen politischen Linie in der Elegie 2,7 oder das kompromißlose Beharren auf der eigenen Lebensform besonders an Stellen wie 2,15,41–46, 3,4,21f. und 3,5,47f. gut verständlich: Properz hatte keine demütige Unterwürfigkeit nötig. Gewiß war er stolz darauf, daß Maecenas ihn in seinen Dichterkreis eingeladen hat,10als Patron brauchte er ihn nicht.

Eine ursprünglich starke Heimat- und Familienbindung wird in den beiden Schlußgedichten des 1. Elegienbuches deutlich. Ihr Sphragischarakter läßt eigentlich erwarten, daß in ihnen nüchterne Lebensdaten berichtet würden. Properz schiebt aber die Erinnerung an einschneidende Jugenderlebnisse in den Vordergrund, die Erinnerung an die Zerstörung der Nachbarstadt Perusia im Jahre 40 v. Chr. und an den Tod eines nahen Verwandten (mei propinqui),der Perusia gegen das Belagerungsheer Octavians verteidigt hatte und vergeblich versucht hatte, sich nach dem Fall der Stadt durch eine Flucht über die etruskischen Berge zu retten. Properzens Schmerz wird deutlich, wenn er noch Jahre nach den Ereignissen Perusia das Grab der Heimat, ja Italiens nennt. Auch für seine Mutter, in deren Haus er nach dem Tode des Vaters die Männertoga empfing (4,1,131), hatte er ein warmes Empfinden: Als er seine Fürsorge für die Geliebte betonen wollte, fiel ihm keine größere Steigerung ein, als daß die Fürsorge für seine ihm teuere Mutter nicht größer sei (1,11,21). Und nach ihrem Tode ist sein heiligster Schwur der bei den Gebeinen des Vaters und der Mutter (2,20,15). Auch an die Heimatlandschaft, in der er aufgewachsen war, denkt er noch später und vergegenwärtigt sich ihre Schönheiten: Als die Geliebte einmal auf das Land reisen und er ihr nachfolgen wollte, tritt ihm unwillkürlich die schöne Uferlandschaft am heimatlichen Clitumnus vor Augen (2,19), und in dem Bericht über seine Herkunft schildert er 4,1,123–126 im einzelnen die neblige Ebene seiner Heimat, die von den Mauern Assisis überragt wird. Aber noch mehr als Catull wird Properz ganz und gar Stadtrömer und lebt in der Gesellschaft der Hauptstadt.

Properzens Lebensdaten sind nur ungefähr zu erschließen. Wenn er 4,1,131 sagt, daß er die Männertoga bald (mox) nach der das Familienvermögen sehr verkleinernden Landverteilung im Jahre 41 angelegt hatte, ist das keine sichere Zeitangabe, zumal das Datum für das Anlegen der Männertoga zwischen dem 14. und 16. Lebensjahr schwankt,11aber üblicherweise bedeutet mox ‚bald danach‘;12man sollte also die Daten nicht zu weit herabrücken, wie das manchmal geschieht. Properz dürfte also eher früher als 50 v. Chr. geboren sein als später. Auch eine andere Überlegung führt auf diesen Ansatz: Wenn der Oheim des Freundes Tullus, der ihn aufgefordert hatte, ihn in die Provinz Asia zu begleiten, L. Volcatius Tullus war, der im Jahre 33 Konsul war und die Provinz Asia höchstwahrscheinlich 30/29 v. Chr. als Prokonsul verwaltete,13konnte Properz damals schwerlich jünger als 20 Jahre gewesen sein; er wäre dann auch nach dieser Überlegung eher vor dem Jahre 50 v. Chr. geboren und wäre bei der Veröffentlichung seines ersten Gedichtbuches wohl im Jahr 29 21 Jahre alt oder eher etwas älter gewesen.14

Für die Datierung der einzelnen Gedichtbücher gibt es nur wenig Anhaltspunkte.15Das 1. Buch, das bereits in der ersten Elegie das entscheidende Thema, die Liebschaft mit Cynthia, nennt und dann in verschiedenen Aspekten entfaltet, veröffentlichte der noch sehr jugendliche Dichter einzeln: Die beiden Schlußgedichte mit ihrem Sphragischarakter weisen auf eine Einzelveröffentlichung, und zu Beginn des 2. Buches blickt er 2,3,3f. darauf als kurz zuvor erschienen zurück.16Auch 2,24,2 weist auf das erste Buch zurück: Danach scheint sein ursprünglicher Titel ‚Cynthia‘ gewesen zu sein.17Diese ‚Cynthia‘ werde auf dem ganzen Forum gelesen, war also ein durchschlagender Erfolg.18Später wurde dann das Buch als liber primus in die Gesamtausgabe eingereiht.19Das einzige für eine Datierung verwertbare Ereignis im 1. Buch ist das oben erwähnte Prokonsulat des L. Volcatius Tullus wohl im Jahre 30/29. Wenn Properz von dessen Neffen aufgefordert wurde, ihn im Stab des Oheims in die Provinz zu begleiten, kann das Buch nicht früher als 30/29 v. Chr. veröffentlicht worden sein, aber auch nicht viel später; denn im 2. Buch, das, wie gesagt, auf die Veröffentlichung des 1. zurückblickt, gibt es ein fixierbares Datum für das Jahr 28.

Das 2. Buch ist vom 1. dadurch abgehoben, daß es Maecenas, in dessen Dichterkreis Properz aufgenommen wurde, gewidmet ist. In ihm wird die Liebesthematik des 1. in Variationen, aber auch in neuen Situationen weiter verfolgt. Im Laufe des Buches wird eine Reihe von datierbaren Ereignissen genannt: Das 1. Gedicht blickt in in Vers 30–34 auf den Triumphzug nach der Eroberung Ägyptens, der im Jahre 29 gefeiert wurde, zurück. Die in der 31. Elegie als eben geschehen erwähnte Einweihung des Apollotempels auf dem Palatin geschah im Oktober des Jahres 28. Auch die in 2,7 mit Erleichterung empfangene Nachricht von der Rücknahme der ersten Sittengesetzgebung fiel wahrscheinlich in das Jahr 28. Die 10. Elegie muß wegen der Benennung des Kaisers mit dem Ehrennamen Augustus nach dem Januar des Jahres 27 verfaßt sein, und die in ihr erwähnten Pläne für Kriegszüge gegen die Parther passen wegen der Hervorhebung von Arabien und vielleicht auch von Britannien am besten zu den Ereignissen der Jahre 27 und 26 v. Chr. Jedenfalls kann zur Zeit der Abfassung des Gedichts der Feldzug gegen Arabien im Jahre 25/24 noch nicht begonnen worden sein (intacta!).Der Tod des Elegikers Gallus, der 2,34,91 erwähnt wird, fällt auch in das Jahr 26.

Wegen der von Properz in der Elegie 2,13,25f. genannten drei Gedichtbücher, die seinen Leichenzug begleiten sollen, vermutete Lachmann, daß das überlieferte 2. Buch nach einem Textverlust in der frühen Überlieferung künstlich aus ursprünglich zwei Büchern (2,1–9; 2,10–34) verschmolzen wurde.20Diese Hypothese wurde von Hubbard und O. Skutsch21aufgenommen. J. K. King und Günther22denken an eine ursprüngliche Teilung zwischen 2,12 und 2,13. Fedeli und Lyne schlagen 2,12 als das ursprüngliche Prologgedicht eines 3. Buches vor.23Aber alle diese Hypothesn haben ihre Schwierigkeiten, wie die Diskussion von Fedeli l. c. gut zeigt. Bedenkenswert ist auch die Feststellung von R. Tarrant, daß 2,1 und 2,34 den Charakter von Einleitungs- bzw. von Schlußgedichten eines Buches haben, daß aber keines der Gedichte, die man als Einleitungsgedicht eines neuen Gedichtbuchs diskutierte, diesen Charakter besitzt.24Gewiß scheint Properz zur Abfassungszeit von 2,13 beabsichtigt zu haben, nach dem Erfolg des ersten Elegienbuchs (2,24,1f.) dieses mit der folgenden übersprudelnden Gedichtproduktion (2,3,3f.) in drei Büchern zusammenzufassen. Aber das besagt nicht – zur Abfassungszit von 2,13 konnten die drei Bücher jedenfalls noch nicht existieren –, daß dieser Plan verwirklicht wurde und daß das überlieferte 2. Buch eimmal aus zwei, teilweise verloren gegangenen Büchern bestand. Die spätere Antike kannte jedenfalls Properz in der überlieferten Bucheinteilung.25

Die andere Art des 3. Buches zeigt bereits das Prologgedicht. Nicht mehr die Gestalt der Geliebten ist der Ausgangspunkt, sondern die hellenistischen Dichter Kallimachos und Philitas, denen Properz nacheifern will. Die ‚literarischere‘ Thematik des Buches zeigt auch die mehrfache Bezugnahme auf verschiedene Horazoden. Das ist auch ein klarer Anhalt für die Datierung des Buches. Die erste Odensammlung des Horaz ist im Jahre 23 v. Chr. erschienen. Auch der Tod des Marcellus, der in der 18. Elegie betrauert wird, fällt in das Jahr 23. Die beiden Schlußgedichte, die 24. und 25. Elegie, ziehen einen entschlossenen Schlußstrich unter die bisherige poetische Produktion. Sie zeigen das Ende der Liebesbeziehung mit Cynthia an, das bedeutet aber auch das Ende der Liebesdichtung, jedenfalls in der bisherigen Art.

Das 4. Buch, das erst im Abstand von mehreren Jahren erschien, zeigt im Eröffnungsgedicht die Absicht, poetisches Neuland zu betreten. Als neues Thema wählt Properz im ersten Teil dieses Prologgedichts die römische Frühzeit. Diese neue Thematik wird aber im zweiten Teil durch einen Kritiker, der Einspruch erhebt und die bisherige Thematik gewahrt wissen will, in Frage gestellt. Und in der Tat bringen die Elegien des 4. Buches keine völlige Neuorientierung. Das im Eröffnungsgedicht anvisierte Thema römischer Sagen der Frühzeit wird nur in einem Teil der Gedichte aufgenommen, und das nicht immer sehr ernsthaft. Nur am Rand mit der römischen Frühzeit verbunden ist der als Verwandlungskünstler geschilderte Vertumnus der 2. Elegie, und das Schicksal der Tarpeia in der 4. Elegie ist in der Weise hellenistischer Liebessagen erzählt; der Herakles der 9. Elegie aber ist eher eine halbkomische Figur, wie sie Kallimachos in den Aitien schilderte.26In den Gedichten 3, 5, 7 und 8 werden erneut Liebesthemen aufgenommen, in 7 und 8 taucht sogar Cynthia wieder auf, in der 7. Elegie die Tote als Traumerscheinung, in der 8. ist sie auf dem Höhepunkt ihrer Lebenslust geschildert. Die spätesten Daten, die im 4. Buch erwähnt werden, sind in 4,6,77 die Unterwerfung der Sugambrer im Jahre 16 v. Chr. und in der 11. Elegie der Tod Cornelias, ebenfalls im Jahre 16. Das 4. Buch scheint aber auch früher entstandene Gedichte zu enthalten. Die 3. Elegie mit ihrer Erwartung eines unmittelbar bevorstehenden Partherkrieges scheint vor dem Partherausgleich im Jahre 20 geschrieben zu sein. Nach dem Jahre 16 ist nichts mehr über das Leben des Properz überliefert. Ovid spricht in seinen Remedia amoris, die 2 n. Chr. erschienen sind, in Vers 764 von ihm offensichtlich als von einem Verstorbenen.

Die Elegien des Properz sind nicht in einer biographischen Reihenfolge als Art Liebesroman in die Bücher eingereiht, wie man früher geglaubt hat. Aber in der Anordnung der Gedichte sind durchaus Elemente einer durchdachten Anordnung erkennbar. Die Bücher haben Prologe und Epiloge, die auf den Charakter der betreffenden Bücher weisen, und auch im einzelnen gibt es sinnvolle Bezüge: In den Gedichten 2–9 des ersten Buches tritt immer wieder ein neuer Aspekt in der Charakterisierung der Geliebten und der Eigenart der Liebesdichtung hervor. In 1,7–9 wird zwischen zwei Gedichte, die von der Nutzlosigkeit der epischen Dichtung in Liebesdingen sprechen, eines geschoben, in dem die Gunst der Geliebten durch die eigene leichte Muse gewonnen wird. In den fünf ersten Elegien des 3. Buches wird die Eigenart der eigenen Poesie in immer anderen Aspekten und Gegenüberstellungen aufgezeigt. Schließlich wird die Absage an Liebe und Liebesdichtung in den beiden Schlußgedichten des 3. Buches schon in den Elegien 17 und 21 vorbereitet. Auch sonst finden sich erkennbare Ordnungsprinzipien: Nicht selten stehen zwei themenverwandte oder aber gegensätzliche Gedichte beziehungsreich nebeneinander. Dann scheint aber wieder in weiten Partien die variatio, die größtmögliche Abwechslung, das einzige Anordnungsprinzip zu sein. Es wurden zwar verschiedene Versuche unternommen, durchgängige Aufbauprinzipien ausfindig zu machen, aber die Unvereinbarkeit der einzelnen Vorschläge zeigt, daß hier noch keine schlüssige Lösung gefunden wurde.27

Der Dichter in seiner Zeit

Properz wird gelegentlich als Einzelgänger gesehen. Gewiß, wenn man an all die Menschen aus Politk und Gesellschaft denkt, die Horaz in seinen Gedichten anspricht oder auftreten läßt, könnte Properzens Welt fast menschenleer erscheinen. Es ist fast immer nur die einzige Cynthia, die er anspricht oder von der er spricht. Aber dieses Fehlen einer bunten Welt liegt wahrscheinlich weniger an der persönlichen Lebensweise als an der Eigenart der gewählten literarischen Form, der Liebeselegie. Properzens Welt ist keineswegs menschenleer. Immer wieder spricht er Freunde an, und die oft erwähnten Symposien hat er ja gewiß nicht alleine gefeiert. Im 1. Buch fallen die Namen einiger dieser Freunde, zweier Dichter, die wie der jüngere Ovid mit Properz im gleichen Dichterzirkel verbunden waren, in dem er oft seine Gedichte vorgetragen habe.28Jeweils viermal spricht er die wohl gleichaltrigen Freunde Gallus und Tullus an, was auf ein vertrauteres Verhältnis schließen läßt. Tullus widmet er sogar das 1. Buch. Das 2. Buch zeigt ihn als Mitglied des Maecenaszirkels.29Mit Maecenas verband ihn sichtlich kein so enges freundschaftliches Verhältnis, wie das Horaz von sich schildert, aber wenn er in 2,1,73–78 erwartet, daß Maecenas eimal trauernd an seinem Grab stehen wird und dabei Verständnis für sein Schicksal hat, muß auch eine persönliche Verbindung bestanden haben. Properzens geachtete Stellung in einem größeren Dichterkreis zeigt dann Horazens Epistel 2,2,90–104. Horaz schildert hier mit Ironie und Selbstironie das eitle Treiben römischer Poeten. Er führt zwei Dichter, sich selbst und einen Elegiendichter, der unverkennbar Züge des Properz trägt, vor, die sich am Versammlungsort der römischen Dichter nach bewundernden Zuhörern umsehen und sich mit gegenseitigen Komplimenten überbieten. Natürlich hat diese Szene menschlicher Eitelkeit ihre lächerlichen Seiten, aber wenn Horaz das Werk des anderen, also Properzens Dichtung als mirabile visu caelatumque novem Musis opus rühmt, zeigt das keine geringe Anerkennung, die der ältere Dichter dem jüngeren bezeigt.30

Von Kritikern des 20. Jahrhunderts wird Properzens politische Haltung oft als antiaugusteisch angesehen.31Gewiß schrieb er kein Epos über die Taten und Siege des Herrschers, wie das offenbar erwartet wurde (3,9,3!). Aber gegen solche Zumutungen wehrte sich Horaz von der Satire 2,1,1–20 an mit den gleichen Argumenten.32Properzens Haltung war nicht antiaugusteisch, sondern eher apolitisch und friedliebend. Nach der Elegie 4,1,133f. verzichtete er auf eine politische Betätigung nicht wegen des neuen Regiments, sondern weil für ihn wie später für Ovid die Welt der Dichtung anziehender war. Und als Mensch, der in seiner Jugend die Verwüstungen des Bürgerkriegs hautnah erlebt hatte, galt seine Sehnsucht stets einem friedlichen Leben.33Bezeichnend für seine Haltung ist die Schlußelegie des 1. Buches 1,22. In dem Gedicht, in dem er den Untergang Perusias und den Tod eines nahen Verwandten beklagt, findet man keine Schuldzuweisung: In der harten Zeit, in der die Zwietracht die römischen Bürger gegeneinander trieb, beschreibt er die damalige Lage. Dieselbe Klage über die Verheerungen des Bürgerkriegs findet man auch in in der 7. und 16. Epode des Horaz und in der 1. und 9. Ekloge Virgils.

Für einen heutigen Leser ist es sogar erstaunlich, wie der friedliche und auf ein friedliches Leben angewiesene Dichter alle Unternehmungen, die Augustus zur Alleinherrschaft brachten, durchaus anerkennt34und auch für die Zukunft alle Ziele einer römischen Eroberungspolitik gelten läßt, wenn er auch klar sagt, daß das nicht seine Welt ist. Sollte diese Zustimmung zur augusteischen Herrschaft und ihren Zielen pure Verstellung und Heuchelei sein? Aber ein furchtsamer Heuchler war Properz gerade nicht. Wenn seine persönliche Welt tangiert war, konnte er sogar sehr deutlich sein, etwa in der Ablehnung der augusteischen Ehegesetzgebung in der Elegie 2,7.

Cynthia

Wie es der erste Vers des 1. Buches programmatisch verkündet, steht im Mittelpunkt von Properzens Liebeselegien eine einzige Gestalt: Cynthia. Anders als bei den Dichtern der griechischen Anthologie ist das ein bezeichnender Zug für die römische Liebesdichtung mit Ausnahme von Horaz, der die griechische Art, mit den Objekten der Leidenschaft zu wechseln, vorzieht. Properz selbst kennt in der Elegie 2,34,85–92 bei einem Überblick über seine römischen Vorgänger in der Liebesdichtung, also bei Varro Atacinus, Catull, Calvus und Gallus immer nur eine Geliebte. Das nimmt Ovid auf. Er hält wie bei Catull und Gallus bei Properz und ihm selbst die eine Geliebte für einen bezeichnenden Zug. Auch Martial hält die eine den Dichter inspirierende Geliebte für das zentrale Motiv der römischen Elegiker. Zu der Liste des Properz fügt er noch Tibulls Nemesis und Ovids Corinna hinzu.35Bei Properz ist die Konzentration auf eine einzige Geliebte sogar noch ausgesprochener als etwa bei Catull. Immer wieder versichert er auch in Gedichten, die von Abkehr und Treulosigkeit Cynthias sprechen, daß er seiner einzigartigen Geliebten treu bleiben wolle.36Vorschläge, sich mit anderen Mädchen zu trösten, weist er entschieden zurück.37

Eine vergleichbare Erhöhung einer einzigartigen Geliebten und die Hinnahme ihrer nicht seltenen Treulosigkeiten ist bei Catull und Gallus vorgeprägt. Catull empfindet im 68. Gedicht in ungewöhnlichen Bildern das Nahen der Geliebten wie eine Rettung aus Todesnähe, und ihr erstes Kommen feiert der wie die Epiphanie einer Göttin (Vers 70: candida diva). Unterwürfig nennt er sie seine Herrin (Vers 68, 136 und 156). Ihre Treulosigkeiten nimmt er demütig hin und sieht sich in Vertauschung der üblichen Geschlechterrollen in der Gestalt der Hera, die die Seitensprünge ihres Göttergemahls ertragen mußte (Vers 135–139). Abschließend betont er, die Geliebte sei das Glück und Licht seines Lebens, die ihm sein Leben erst lebenswert mache (Vers 158–160). Ebenso scheint bei Gallus in den vier Büchern seiner Liebeselegien nur die geliebte ‚Lycoris‘ im Mittelpunkt gestanden zu sein.38Nach der Darstellung Virgils in der 10. Ekloge war ein unstillbares Liebesleid bezeichnend für seine Dichtung. Auch der neugefundene Galluspapyrus zeigt klar das Weiterwirken von Catulls Liebesauffassung: Gallus nimmt wie vor ihm Catull und nach ihm Properz39die nequitia, also die Treulosigkeit seiner Geliebten hin und nennt sie seine domina. Bei Properz scheint vom Prologgedicht des ersten Buches an das alles noch gesteigert. In der Elegie 1,19,13–16 kann keine der mythischen Schönen, deren Schönheit er oft feiert, an die Schönheit Cynthias heranreichen, und in 2,3,25–32 preist er sie wie eine auf Erden erschienene Göttin.40Aber auch das Zerstörerische bei seiner leidenschaftlichen Bindung an die einzige und einzigartige Geliebte wird ohne Illusionen gesehen. Er nennt seine Verfallenheit einen Wahnsinn gegen jede Vernunft, ein hartes Schicksal, eine unheilbare Krankheit. Aber die Anziehung der Geliebten ist so überwältigend, daß er nicht von ihr lassen kann.

Cynthia ist ein Poesiename: Apollon wurde von Kallimachos nach dem Berg Kynthos auf der Insel Delos, dem Geburtsort Apollons, mehrfach Kynthios genannt.41Der Name bedeutet also etwa ‚die Apollinische‘. Diese Verhüllung der Lebenswirklichkeit war bei den römischen Liebesdichtern üblich. Apuleius beleuchtet diesen Brauch42und nennt als Beispiele außer Properz, die Dichter Catull, Ticidas und Tibull, die alle für ihre Geliebten Pseudonyme wählten. Nach dieser Nachricht sei der bürgerliche Name Cynthias Hostia gewesen, was auf eine gebürtige Römerin oder wenigstens Italikerin hindeutet.43

Properzens Elegien, die Cynthia gelten, sind, wie vor allem die zahlreichen Motivaufnahmen aus der griechischen Dichtung zeigen, gewiß nicht immer treue Widerspiegelungen bestimmter Lebenssituationen, also keine Erlebnisgedichte im Sinne Goethes oder der Lyrik des 19. Jahrhunderts. Boucher hat klar gesehen,44daß die drei ersten Bücher des Properz seine Liebesbeziehung nicht als eine Art Liebesroman, gar in chronologischer Reihenfolge widerspiegeln wollen, wie man früher vielfach geglaubt hat. Properzens Ziel sei nicht die Widerspiegelung gelebten Lebens, sondern die Schaffung von Kunstwerken gewesen, die nach künstlerischen Gesichtspunkten, etwa im Aufeinandertreffen von Kontrasten oder in thematisch verwandten Gedichtguppen, zusammengestellt seien. Wie andere augusteische Dichter greift Properz vielfach literarische Motive, also typische Situationen auf, sieht also nicht selten die Geliebte im Lichte der literarischen Tradition, wie er sie ja auch immer wieder durch Vergleiche mit mythischen Gestalten erhöht.45

Aber es ist kaum richtig, die Liebesbegegnungen der Elegien als pure Fiktion, als Spiel der Phantasie in der Nachfolge literarischer Vorbilder aufzufassen. Die heute so beliebten Bezeichnungen ‚persona‘, Sprecher oder ‚lyrisches Ich‘ sind wohl viel zu papierene philologische Begriffe, die dem unauslotbaren Zusammenspiel zwischen persönlichen Erfahrungen und Gefühlen und dem Leben in einer literarischen Tradition nicht gerecht werden können. Die Kritiker, die die römische Liebesdichtungen als rein literarische Konstruktionen ohne Lebenshintergrund auffassen, beachten wohl zu wenig, wie gerade Properz auch die aus anderen Quellen stammenden Motive verändert und ihnen einen sehr einheitlichen persönlichen Stempel aufdrückt. Properz vertieft traditionelle Motive und gestaltet aus einem oft wenig ernsthaften Stoff ein bewegendes Schicksal. Eigentümlich Properzisch ist auch, wie er jede Gefühlsbewegung bis zum Extrem auskostet. Und Properzens Cynthia ist in vielfacher Weise in der stadtrömischen Welt der damaligen Gegenwart verwurzelt. Diese selbstbewußte,46unabhängige,47mit allen Rafinessen vertraute, aber wenig um ihren Ruf oder gar um das herkömmliche Verhalten einer römischen Matrone bekümmerte Dame erscheint ganz als eine Schwester der Sempronia,48Lesbia oder Lycoris der vorherigen Generation. Diese Gestalten zeigen eine tiefgreifende Umwandlung der römischen Gesellschaft an. Wie O. Lyne an vielen Beispielen dargetan hat,49traten in Rom in Anlehnung an das griechische Hetärenwesen seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. immer mehr emanzipierte Frauen auf, die, verheiratet oder unverheiratet, mit allen Künsten einer raffinierten Kultur ausgestattet, auch hochstehende Römer anzuziehen verstanden und sie in oft dauernden Bindungen an sich fesselten. In dieser Weise war Cynthias Lebensstil der einer griechischen Hetäre.50Wenn sie einen Liebhaber erwartet, steht ihm ihre Türe die ganze Nacht offen,51und wenn die Türe geschlossen ist, bitten Nachtschwärmer vor der Tür um eine Liebesstunde.52Wie eine Hetäre trägt sie ein verführerisches koisches Gewand und schminkt sich aufreizend.53Und wie eine Hetäre ist sie eine zügellose Teilnehmerin an den Symposien der römischen Jugend54und glänzt mit ihren Tanzkünsten und ihren musikalischen Talenten.55Schließlich hat Properz nicht selten zu klagen, daß sie ihm andere Liebhaber vorzieht, auch weil sie von ihnen größere Geschenke erhält.56

An anderen Stellen wird aber deutlich, daß Cynthia doch eine ungewöhnliche Frau war, die nicht von ungefähr eine große Anziehungskraft ausübte. Properz war von ihrer Schönheit überwältigt, und nur der Vergleich mit den größten Schönheiten des griechischen Mythos schien ihm die einzig ihr würdige Huldigung.57Aber ihm gefiel nicht weniger, daß sie literarisch gebildet war, Verständnis für seine Dichtung hatte, ja selbst Verse schrieb.58Und so wetterwendisch Cynthia sein konnte, zog sie ihren Dichterfreund doch auch reichen Liebhabern vor wie in der Elegie 1,8 dem Praetor, der sie nach Osten in seine Provinz locken wollte. Die von vielen umschwärmte Frau hat doch auch immer wieder Properz, ohne Geschenke von ihm zu erwarten, Herz und Tür geöffnet.59Und als er einmal zornig wegbleibt, schließt sie sich traurig in ihrem Haus ein und denkt nicht daran, sich mit einem anderen Liebhaber zu trösten.60Schließlich läßt Properz in der Elegie 4,7,15–20 in der Traumerscheinung der toten Cynthia sie daran erinnern, daß sie sich immer wieder, offenbar in einem Zustand gesellschaftlicher Erniedrigung und Abhängigkeit, heimlich an einem Strick von einem hochgelegenen Fenster zu ihrem Liebhaber herabgelassen habe und daß sie sich auf dem Straßenpflaster geliebt hätten. Und in Vers 93f. dieses Gedichtes beteuert sie, daß auch für sie der Liebesbund mit Properz etwas Einzigartiges war, ein Leben und Tod umfassender Bund.

Der Charakter von Properzens Elegiendichtung

Als die griechischen Vorbilder für seine Elegiendichtung bezeichnet Properz mehrfach die alexandrinischen Dichter Philitas und Kallimachos.61Und wenn er in der Elegie 2,34,32 einen Dichterkollegen mahnt, er solle, wenn er auf Mädchen Eindruck machen wolle, nicht abgelegene Stoffe wählen, sondern die ‚Träume‘ des Kallimachos nachahmen, scheint das ausdrücklich auf den Dichtertraum der Aitien hinzuweisen, in dem sich Kallimachos von den Musen zu den Sagenerzählungen seiner Aitien inspirieren ließ.62Aber wieso kann Properz auf Kallimachos als Vorbild hinweisen? Kallimachos’ in den Fragmenten der Aitien gut kenntliche Elegiendichtung hat ja thematisch einen ganz anderen Charakter als Properzens Liebeselegien.63Den Charakter der hellenistischen und also auch der kallimacheischen Elegiendichtung hat F. Jacoby erschlossen.64Sie hat seit Antimachos einen sehr einheitlichen Charakter. Oft in einem persönlichen Rahmen werden Sagenschicksale erzählt. Für die Eigenart der hellenistische Elegiendichtung ist schon das erste Werk dieser Dichtungsweise, Antimachos’ Lyde, bezeichnend. Der Dichter tröstet sich in diesem Werk über den Tod der geliebten Lyde durch die Sammlung und Erzählung leidvoller Sagenschicksale.65Alle erhaltenen Fragmente stammen aus den verschiedensten Sagenzusammenhängen; der persönliche Rahmen läßt aber vermuten, daß erotische Themen im Vordergrund standen. Die Zusammenstellung von Sagenschicksalen ist nun allen hellenistischen Elegiendichtern von Antimachos bis Parthenios gemeinsam. Auch die Aitien des Kallimachos erzählen nach einem persönlichen Eingang Sagen. Elegienbücher in der Art des Properz, der in fast allen Elegien in Ich-Form von eigenen Liebesschicksalen und -gefühlen spricht,66finden sich in der hellenistischen Elegiendichtung nicht.67

Der Vorbildcharakter insbesondere der kallimacheischen Elegien lag, wie Puelma gezeigt hat,68offenbar in der poetischen Gestaltung der Stoffe. Kallimachos’ Darstellungsweise seiner Stoffe war sehr persönlich und modern. Anstelle weitläufiger Sagenzusammenhänge mit breit geschilderten Szenen ließ Kallimachos in den Aitien kurze Einzelelegien ohne thematischen Zusammenhang aufeinander folgen. Den Zusammenhang bildet die Gestalt des Dichters, der persönlich hervortritt und sich seine Stoffe erzählen läßt. Er befragt die Musen und kommentiert das von ihnen und anderen Erzählern Erfahrene in persönlichen Urteilen. Ein ausgesprochen subjektiver Zug ist auch, wie er sich in die Personen seiner Geschichten hineinversetzt, ihre Freuden und Schmerzen mitfühlt.69Besonders der Ausdruck von Liebesgefühlen scheint in der Nachfolge des Euripides in der hellenistischen Sagenelegie zentral gewesen zu sein. Ein aufschlußreiches Beispiel ist Kallimachos’ Elegie ‚Die Locke der Berenike‘, die Catull ja nicht von ungefähr übersetzt hat. Sie bietet ein gutes Beispiel einer emotional bewegten Liebessprache, wie es sich römische Elegiendichter zum Vorbild nehmen konnten.70

Das Liebesthema in Gedichten in Ich-Form wurde von den Dichtern der griechischen Anthologie in Epigrammen behandelt. Diese Form stammt ursprünglich von Steininschriften, in denen man etwas Erinnerungswürdiges festhalten wollte. Als dann in der hellenistischen Zeit auch Liebesbegebenheiten in literarischen Epigrammen dargestellt wurden,71zeigt die epigrammatische Kürze wohl auch an, daß man dergleichen gegenüber würdigeren Themen, die dem Mythos entstammten, für Bagatellen hielt, was ja oft auch die sehr ironische Behandlung der Themen zeigt.

In Rom tauchen erotische Themen zuerst in Nachfolge der griechischen Neuen Komödie auf. Für die römischen Zuschauer mußten solche Komödien mit ihren griechischen Sitten zunächst eine sehr fremde Welt sein. Gewiß sahen sie nicht ohne Erstaunen, welch freies Leben die jungen Athener, ihre Sklaven und Mädchen führten. Aber die Komödie bereitete doch auch die Aufnahme einer erotischen Thematik in anderen Literaturformen vor. Die ersten erotischen Epigramme von Valerius Aedituus, Porcius Licinius oder Lutatius Catulus waren Übersetzungen griechischer Epigramme. Das Interesse war zunächst vor allem formal: Man wollte etwas gut und geistreich Gesagtes auch lateinisch ausdrücken können.

In der Neoterikergeneration gewann man eine größere Freiheit gegenüber den griechischen Vorbildern. Wie G. Williams gesehen hat,72weitet Catull Themen, die in griechischen Epigrammen in gedrängter Kürze dargestellt waren, in seinen lyrischen Gedichten aus. Etwa in Carmen 44 formt er aus einem Scherz über den frostigen Stil einer Rede ein vielfältigeres Gebilde, in dem der lyrische Preis seines Landguts zentral ist. Oder in Carmen 4 entfaltet er die zugrundeliegende Form eines Weiheepigramms zu einer lyrischen Vergegenwärtigung der Reise aus der äußersten Fremde an den heimatlichen See. Das 35. Gedicht spielt mit der Form eines Weiheepigramms, kehrt aber das von Lesbia geforderte Brandopfer in heiterem Spiel in ein ganz anderes Brandopfer um. Und in einer vergleichbaren stilistischen Veränderung verwandelt er auch das Trauergedicht c. 101 auf seinen in Bithynien verstorbenen Bruder. Durch die Konzentration auf einen lyrischen Augenblick verliert es die Züge eines Grabepigramms, die das thematisch verwandte Meleagrosepigramm A.P. 7,476 zeigt.

Wichtig für die Entfaltung der elegischen Form ist auch, wie schon bei Catull das Interesse am eigenen Ich in den Mittelpunkt tritt. Wie vorher ganz selten – die Gedichte der Sappho sind zu nennen und in Rom vielleicht Lucilius – tritt bei Catull anders, als es in dem mehr nach den üblichen Normen lebenden Rom üblich war, das Interesse gerade an den persönlichen Eigenheiten und an den sich vom Üblichen unterscheidenden Ansichten und Urteilen in den Mittelpunkt.73Dazu gehört auch, daß die Liebe des Dichters eine ungemeine Bedeutsamkeit erhält. Das unterscheidet Catulls Liebesgedichte entscheidend von den thematisch verwandten der griechischen Anthologie. In ihr führte eine leichtfertige Auffassung der Liebe zu witzigen, ironischen Epigrammen in einer pointierten, oft in einem Scherz endenden Form. Bei Catull hat die Liebe einen tieferen Lebensernst. Das erweckte ein lebhaftes Interesse an den Empfindungen und Widersprüchen der eigenen Seele. Wohl gelingt es ihm, diese Widersprüche in ganz kurzen, ungemein zugespitzten Epigrammen herauszuarbeiten, aber in seinen lyrischen Gedichten entfalten sich die Gefühlsbewegungn viel freier. Ein verwandtes Bestreben führte dazu, daß er seine Seelenbewegungen auch in längeren Elegien darstellte.74Von zentraler Bedeutung ist das in der Form noch sehr experimentelle 68. Gedicht, in dem er durch eine Annäherung an griechische Mythen versucht, ein überwältigendes persönliches Geschehen darstellbar zu machen.75

Nach Catulls und vielleicht auch Calvus’ Seelenerkundung konnten die Elegiendichter der nächsten Generation nicht mehr hinter diesen Entdeckungen zurückbleiben. Sie übernahmen Grundpositionen Catulls, mit denen man die eigenen Liebesgefühle interpretierte. Die große Einheitlichkeit der Liebesauffassung dieser Dichter hat hier ihre Ursache. Schon Gallus empfing von Catulls Liebesauffassung entscheidende Anregungen.77Formal hat er die Ausweitung der Form zu längeren Elegien entschiedener als Catull vollzogen; sonst hätte man ihn nicht seit Ovid als den ersten der vier klassischen römischen Elegiker bezeichnen können.78Im Mittelpunkt von Gallus’ Amoresbüchern stand wie bei Properz eine einzige Geliebte, die wenig getreue Lycoris.79Auch thematisch waren also seine Elegien offenbar mit denen des Properz vergleichbar. Das zeigen auch Widerspiegelungen seiner Themen in der 10. Ekloge Virgils, die dann im 1. Buch des Properz auftauchen. Ähnlich wie Properz in der Elegie 1,4 möchte auch der Virgilische Gallus mit seiner Geliebten bis zum Tod verbunden sein und wie Properz in der Elegie 1,8 fürchtet schon der Gallus der 10. Ekloge, daß die Geliebte, die ihn verlassen hat, mit ihren zarten Füßen in einer unwirtlichen Gegend auf Schnee treten muß. Und wie Properz in der Elegie 1,18 ließ schon Gallus in der 10. Ekloge seine Liebesklage in einsamen Wäldern verströmen, und auch er schnitzte den geliebten Namen in die Rinde von Bäumen.80

Thematisch benützt Properz, wohl über Gallus hinausgehend, viele erotische Motive, die sich in den Epigrammen des Kallimachos und anderer hellenistischer Dichter finden.81Geradezu programmatisch beginnt die erste Elegie des 1. Buches mit Versen, die ein bekanntes Meleagrosepigramm variieren,82und in zahlreichen anderen Elegien verweisen die Kommentare auf teilweise recht enge motivliche Berührungen mit hellenistischen Epigrammen.83Aber wie schon Catull und Gallus biegt er nicht selten die Sinnrichtung der Epigramme um und weitet die epigrammatisch pointierte Kürze durch andere Motive aus, die er auch aus literarischen Quellen bezog. P. Boyancé und P. Fedeli unterstreichen, daß die römische Elegie eine offene literarische Gattung ist, die ohne Scheu Motive aus unterschiedlichen Quellen aufnimmt.84Insbesondere kannte Properz auch Liebesdarstellungen der Neuen Komödie, deren Situationen und Motive er in einer Reihe von Elegien übernahm.85

Properzens Geltung bei seinen Zeitgenossen und sein Nachruhm in der Antike

Die Veröffentlichung des ersten schmalen Büchleins machte Properz schlagartig bekannt. Wie die Elegien 2,7,17f. und 2,24,1 zeigen, wurde es in Rom von jedermann gelesen und diskutiert. Aber schon im ersten Buch ist sich der Dichter sicher, daß sein poetisches Talent von den Zeitgenossen anerkannt wird und daß besonders die stadtrömische Jugend in ihm den Dichter sieht, der ihre Lebensstimmung und ihre Gefühle auszudrücken verstand. ihren Gastmälern und von den dort weilenden Mädchen als Dichter gefeiert und in mehreren Gedichten äußert er die Überzeugung, daß ihn auch die Nachwelt nicht vergessen werde: Sein Grab werde berühmt sein wie das Achills, und Rom werde ihn noch unter den spätesten Enkeln rühmen. auf: Das Denkmal der Schönheit seiner Geliebten werde in seinen Gedichten dauernder sein als die Pyramiden; Feuer, Regen und der Zahn der Zeit mögen andere Denkmäler zerstören, seinem könnten sie nichts anhaben.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!