Didaktik des Unterrichts mit blinden und hochgradig sehbehinderten Schülerinnen und Schülern -  - ebook

Didaktik des Unterrichts mit blinden und hochgradig sehbehinderten Schülerinnen und Schülern ebook

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Opis

Band 1 dieses zweibändigen Lehrbuchs erarbeitet die Grundlagen einer Didaktik für den Unterricht mit blinden und hochgradig sehbehinderten Schülerinnen und Schülern. Band 2 liefert die Ausdifferenzierung in Fachdidaktiken und fächerübergreifende Bildungsanliegen. Thematisiert werden hierbei folgende Unterrichtsbereiche: Lesen und Schreiben; Mathematisches Lernen; Veranschaulichung in historischen, geografischen und naturwissenschaftlichen Kontexten; Musik; Bewegungserziehung; Kunst und Gestalten; Informationstechnologie; Selbst- und Sozialkompetenzen. Die dargestellten Fachdidaktiken beziehen sich ausdrücklich auf Unterrichtssituationen in heterogenen Lerngruppen und schließen die Zielgruppe mehrfachbehinderter sehgeschädigter Schülerinnen und Schüler mit ein.

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Band 1 dieses zweibändigen Lehrbuchs erarbeitet die Grundlagen einer Didaktik für den Unterricht mit blinden und hochgradig sehbehinderten Schülerinnen und Schülern. Band 2 liefert die Ausdifferenzierung in Fachdidaktiken und fächerübergreifende Bildungsanliegen. Thematisiert werden hierbei folgende Unterrichtsbereiche: Lesen und Schreiben; Mathematisches Lernen; Veranschaulichung in historischen, geografischen und naturwissenschaftlichen Kontexten; Musik; Bewegungserziehung; Kunst und Gestalten; Informationstechnologie; Selbst- und Sozialkompetenzen. Die dargestellten Fachdidaktiken beziehen sich ausdrücklich auf Unterrichtssituationen in heterogenen Lerngruppen und schließen die Zielgruppe mehrfachbehinderter sehgeschädigter Schülerinnen und Schüler mit ein.

Dr. Markus Lang vertritt eine Professur für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Dr. Ursula Hofer ist Bereichsleiterin Blinden- und Sehbehindertenpädagogik an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich. Dr. Friederike Beyer ist Sonderpädagogin, Hermann-Herzog-Grundschule Berlin, und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Förderpädagogik der Universität Leipzig.

Markus Lang Ursula Hofer Friederike Beyer (Hrsg.)

Didaktik des Unterrichts mit blinden und hochgradig sehbehinderten Schülerinnen und Schülern

Band 2: Fachdidaktiken

Verlag W. Kohlhammer

Gedruckt mit freundlicher Unterstützung der Paul-und-Charlotte-Kniese-Stiftung

© 2011 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart Printed in Germany ISBN 978-3-17-20151-4

Print: 978-3-17-020151-4

E-Book-Formate

pdf:

epub:

978-3-17-027756-4

mobi:

978-3-17-027757-1

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Kapitel 1 Lesen und Schreiben

1 Das System der Deutschen Blindenschrift

2 Das Lesen der Brailleschrift

2.1 Das Leseorgan

2.2 Die Lesebewegungen

2.3 Der Wahrnehmungsprozess

2.4 Lesegeschwindigkeit

2.5 Sitzhaltung

3 Das Schreiben der Brailleschrift

3.1 Die Brailleschreibmaschine

3.2 Der Computer

3.3 Tafel und Stichel

4 Schriftspracherwerb

4.1 Entwicklungsprozesse des Braille-Schriftspracherwerbs

4.1.1 Präliteral-symbolische Phase

4.1.2 Logographemische Phase

4.1.3 Alphabetische Phase

4.1.4 Orthographische Phase

4.1.5 Integrativ-automatisierte Phase

4.2 Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb

4.3 Vorbereitung auf den Lese- und Schreiblehrgang

4.3.1 Emergent Literacy

4.3.2 Die Materialsammlung „Auf der Taststraße zur Punktschrift“

4.4 Der Lese- und Schreiblehrgang

4.4.1 Grundlagen

4.4.2 Fibellehrgang

4.4.3 Offene Konzeptionen des Schriftspracherwerbs

4.4.4 Übungsmaterialien und Spiele

4.5 Die Reihenfolge der Schriftsysteme und Schreibmedien

4.6 Förderung der Lesegeschwindigkeit

5 Didaktische Überlegungen zum Einsatz des Computers in den Bereichen Lesen und Schreiben

5.1 Computereinsatz bei geistig- und körperbehinderten sehgeschädigten Kindern und Jugendlichen

5.2 Computereinsatz in der Grundschule

5.3 Computereinsatz in der Sekundarstufe

6 Schriftentscheidung bei hochgradig sehbehinderten Schülerinnen und Schülern

6.1 Prüfung des primären Lernmediums: Die Entscheidung über das Schriftmedium vor dem Schriftspracherwerb

6.2 Die Einführung von Brailleschrift bei Schwarzschriftnutzerinnen und -nutzern

6.3 Konkretes Vorgehen bei der Umstellung auf Brailleschrift

7 Literatur

Anhang 1: Groß- und Kleinbuchstaben in Eurobraille

Anhang 2: Raster zur Entscheidung über das primäre Schriftmedium des Schriftspracherwerbs

Anhang 3: Raster zur Entscheidung über die Einführung von Brailleschrift bei Schwarzschriftnutzerinnen und -nutzern

Kapitel 2 Mathematisches Lernen

1 Grundlagen der Mathematikdidaktik in den ersten Schuljahren

1.1 Ausgangspunkt einer spezifischen Mathematikdidaktik für blinde und hochgradig sehbehinderte Schülerinnen und Schüler

1.2 Die didaktische Konzeption des Mathematikunterrichts

1.3. Grundlagen mathematischen Lernens

1.3.1 Mathematische Vorläuferfähigkeiten

1.3.2 Möglichkeiten der Förderung mathematischer Vorläuferfähigkeiten

1.4 Aufbau des Zahlbegriffs

1.4.1 Aspekte des Zahlbegriffs

1.4.2 Zählkompetenz und zählendes Rechnen

1.4.3 Taktile und auditive Mengenerfassung

1.5 Materialien zur Veranschaulichung

1.5.1 Materialkriterien

1.5.2 Materialbeispiele

1.6 Punktschriftnotation der Grundschulmathematik

1.7 Rechenverfahren

1.8 Übungen und Spiele

1.9 Literatur

2 Geometrieunterricht

2.1 Einführung

2.2 Geometrische Grundbildung

2.3 Didaktisch-methodische Anregungen für die Unterrichtspraxis

2.4 Zeichnen im Geometrieunterricht

2.4.1 Ein Handlungskonzept

2.4.2 Spezielle Zeichenhilfsmittel

2.4.3 Methodisches Vorgehen beim Zeichnen

2.4.4 Ein Praxisbeispiel aus dem Geometrieunterricht

2.5 Literatur und Materialien

2.5.1 Literatur

2.5.2 Weitere didaktische Materialien zum Geometrieunterricht

3 LaTeX als Mathematikschrift

3.1 Ausgangsproblem: 6-Punkt-Mathematikschrift am Computer

3.2 Wie ist LaTeX entstanden?

3.3 Das LaTeX-Konzept in fünf einfachen Regeln

3.4 Methodische Aspekte

3.4.1 Eingabehilfe TeXShell

3.4.2 Verwendung von LaTeX-Abkürzungen

3.4.3 Müssen Schülerinnen und Schüler syntaktisch korrekte, d.h. „übersetzbare“ LaTeX-Dokumente erstellen?

3.4.4 Mathematik – gesprochen und geschrieben

3.5 Literatur

Kapitel 3 Veranschaulichung in historischen, geografischen und naturwissenschaftlichen Kontexten

1 Blind und sehend: zwei verschiedene Welten?

2 Was leisten tastbare Abbildungen und wie entstehen sie?

2.1 Mögliche Ebenen taktiler Veranschaulichung

2.2 Abstraktionsgrade und Kontextfaktoren

2.3 Beispiel: „... sich Einlassen auf die nicht-visuelle Vorstellungswelt“ – Linien und Perspektive

3 Gestaltungsgesichtspunkte (Beispiele)

4 Exemplarisches Lernen

5 Ungelöste Probleme der taktilen Veranschaulichung

5.1 Das Ressourcenproblem (Materialbeschaffung)

5.2 Das Zeitproblem

6 Literatur

Kapitel 4: Musik

1 Kapitelübersicht

2 Spezifische Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler für den Musikunterricht

2.1 Ziele – Inhalte, didaktische Prinzipien, Medien

2.1.1 Ziele des Musikunterrichtes

2.1.2 Gegenwartsbedeutung

2.1.3 Zukunftsbedeutung: Musik als Beruf oder Freizeitbeschäftigung

2.2 Inhalte

2.3 Allgemeine didaktische Aspekte

2.4 Medien und technische Hilfsmittel

2.4.1 Übertragung von Noten und Texten in Brailleschrift

2.4.2 Portable Aufnahmegeräte

2.4.3 PC-Anwendungen

3 Singen

3.1 Atmung, Haltung, Stimme

3.2 Aufnahme und Speicherung

4 Bewegen und Tanzen

4.1 Aufbau eines Bewegungsrepertoires

4.2 Bewegungsvermittlung

4.3 Sicheres Bewegen im Raum

5 Hören

5.1 Auditive Wahrnehmung

5.2 Musik hören

6 Spielen nach Gehör – Spielen mit Noten

6.1 Spielen ohne Noten

6.2 Spielen mit Noten

6.2.1 Merkmale der Notation in Schwarzschrift

6.2.2 Braillenoten

7 Instrumente

7.1 Instrumentenwahl

7.2 Aspekte einzelner Instrumentenfamilien als Auswahlkriterien

7.3 Zwei Ensembles mit ausschließlich hochgradig sehbehinderten und blinden Musikerinnen und Musikern

8 Musikunterricht in bildungspolitischer Diskussion

9 Literatur

Kapitel 5 Bewegungserziehung

1 Didaktische Grundlagen

2 Die Bedeutung der Bewegungserziehung für blinde und hochgradig sehbehinderte Schülerinnen und Schüler

3 Ophthalmologische Aspekte

4 Das Bewegungslernen sehgeschädigter Kinder und Jugendlicher

5 Organisatorische Aspekte

6 Psychomotorik

7 Rhythmik und Tanz

7.1 Rhythmik

7.2 Tanz

8 Schwimmen

9 Leichtathletik

9.1 Lauf

9.2 Sprung

9.3 Wurf

10 Sportspiele

10.1 Goalball und Torball

10.2 Blindenfußball

10.3 Weitere Ballspiele

10.4 Lauf- und Fangspiele

11 Ausblick: Weitere Sportarten

12 Literatur und Internetadressen

12.1 Literatur

12.2 Internetadressen

Kapitel 6 Kunst und Gestalten

1 Ausgangslage

2 Methodische Grundlagen des Kunstunterrichts mit blinden und hochgradig sehbehinderten Kindern und Jugendlichen

2.1 Vorstellungen und Beschreibungen

2.2 Tasten

2.3 „Haptomorphe Gestaltung“

2.4 Gestaltungsprozess

2.5 Unterrichtsorganisation

2.6 Grundtechniken

2.7 Bewertungskriterien

2.8 Kunstbetrachtung

3 Didaktische Aspekte

3.1 Unterrichtsziele

3.2 Unterrichtsinhalte

3.2.1 Lernbereich Körper

3.2.2 Lernbereich Raum

3.2.3 Lernbereich Fläche

3.2.4 Lernbereich Objekt

4 Ungelöste Aufgaben

5 Literatur

Kapitel 7 Informationstechnologie (IT)

1 Die Bedeutung von IT-Systemen in der Förderung blinder und hochgradig sehbehinderter Schülerinnen und Schüler

2 Assistive Technologie

2.1 Braillezeile

2.2 Sprachausgabe

2.3 Screenreader

2.4 Vergrößerungssoftware

2.5 Weitere assistive Technologien für Blinde und Sehbehinderte

2.6 Produkte, Anbieter, Informationsquellen

3 Methodische Aspekte

3.1 Notwendigkeit eines speziellen Windows-Zugangs

3.2 Objekt-orientierte Navigation in Windows – „ohne Maus“

3.3 Kontextmenü

3.4 Tastatur statt Maus

3.5 Anwählen, Markieren, Aktivieren

3.6 Menüs vor Kurztasten

3.7 Windowsfunktionen vor Screenreader-Funktionen

3.8 Klare Begrifflichkeit

4 Informationstechnische Bildung für Blinde und Sehbehinderte

5 Digitale Lehr- und Lernmittel

5.1 Problempunkt Barrierefreiheit

5.2 Literatur in digitaler Form

5.3 DAISY

6 Literatur und Informationsquellen im Internet

6.1 Literatur

6.2 Informationen über Hilfsmittelprodukte, Anbieter und Beratungsstellen

6.3 Methodische Hinweise

Kapitel 8 Selbst- und Sozialkompetenzen

1 Förderung sozialer Kompetenzen

1.1 Definitionen und Modelle sozialer Kompetenz

1.2 Individuelle und professionelle Voraussetzungen

1.3 Professionelle Differenzierung

2 Inhaltsbereiche in der Förderung sozialer Kompetenzen

2.1 Fokus „Soziale Interaktion“

3 Didaktische Umsetzungsvorschläge im Überblick

3.1 Ausführungsmodell (modelling) (Guldimann 1996)

3.2 Metakognition – Prozessevaluation

3.3 Körpersprache gestalten: Theaterarbeit und bewegter Unterricht

3.3.1 Bewegungsstereotypien

3.4 Sozialkompetenz stärken durch Interaktionsspiele

3.5 Entspannungstechniken im Training sozialer Kompetenzen

4 Förderung kommunikativer Kompetenzen

4.1 Inhalte und Ziele

4.2 Sozialkommunikative Voraussetzungen zur Führung von Gesprächen

4.3 Didaktische Umsetzungen: Exemplarische Auswahl

4.3.1 Selbstdarstellung durch lebendige, klare und differenzierte verbale Kommunikation

4.3.2 Rollenspiel: Komplexität reduzieren und experimentieren

4.4 Unterstützte Kommunikation

4.4.1 Definition, Zielsetzungen und Voraussetzungen

4.5 Aufbau ausgewählter Kommunikationsmethoden und Hilfsmittel

4.5.1 Basale kommunikative Kompetenzen (nicht nur) zur Nutzung elektronischer Hilfsmittel

4.5.2 Körpereigene Kommunikationsformen

4.5.3 Nichtelektronischen Kommunikationshilfen

4.5.4 Elektronische Kommunikationshilfen

4.6 Förderorte und Unterrichtsgestaltung UK

4.7 Literatur

5 Förderung von Orientierung und Mobilität

5.1 Orientierung und Mobilität (O&M) im Überblick

5.1.1 Definitionen, Aufgaben und Ziele

5.1.2 Klientel von O&M-Schulung

5.1.3 Entwicklungspsychologische Voraussetzungen

5.1.4 Individualisierung und Kooperation

5.1.5 Rahmenbedingungen des Unterrichts

5.2 Aktuelle fachdidaktische Diskussionen

5.2.1 Selbstständig oder selbstbestimmt?

5.2.2 Echolokalisation: Seeing without Sight (www.worldaccessfortheblind.org)

5.3 Inhalte und didaktische Ausgestaltung von O&M

5.3.1 Inhalte in ausgewählten Lebensbereichen

5.3.2 Orientieren und Bewegen im Raum: Fortbewegung und Schutz

5.3.3 Kontextgestaltung

5.4 Didaktische Konzepte

5.4.1 Individualisierung: Ausgehen von Ressourcen

5.4.2 Vermittelte Erfahrungen mit Begriffen verbinden

5.4.3 Vom markanten Punkt zum kognitiven Plan

5.4.4 Gestaltungsprinzipien einer O&M-Unterrichtssequenz im öffentlichen Raum

5.4.5 Raumerfahrungen für rollstuhlfahrende Kinder

5.5 Hilfsmittel

5.5.1 Der Langstock: Unterstützung und Schutz

5.5.2 Alternativen zum Langstock

5.5.3 Hilfsmitteltraining am Beispiel „Monokular“

5.6 Literatur

6 Förderung Lebenspraktischer Fähigkeiten (LPF)

6.1 Lebenspraktische Fähigkeiten (LPF) im Überblick

6.1.1 Aufgaben und Ziele von LPF

6.1.2 Klientel von LPF-Schulung

6.1.3 Entwicklungspsychologische Voraussetzungen

6.2 Aktuelle fachdidaktische und strukturelle Diskussionen

6.2.1 Selbstständig oder selbstbestimmt?

6.2.2 LPF als sehbehinderten- und blindenspezifisches Unterrichtsfach oder als fächerübergreifendes Prinzip?

6.2.3 LPF als Voraussetzung beruflicher und sozialer Integration oder als Kompensation nicht zu verwirklichender beruflicher Integration?

7 Inhalte und didaktische Ausgestaltung von LPF

7.1 Inhalte und Lebensbereiche

7.1.1 Bedeutsamkeit zu vermittelnder Inhalte

7.1.2 Der LPF-Inhalt „Körperpflege“

7.2 Didaktische Konzepte

7.2.1 Voraussetzungen auf verschiedenen systemischen Ebenen

7.2.2 Didaktisches Grundprinzip: Entwicklungsbegleitender Unterricht

7.2.3 Unterricht strukturieren und rhythmisieren

7.2.4 Gestaltung von Lernprozessen im LPF-Unterricht

7.2.5 Didaktische Umsetzung am Beispiel „Essen“

7.3 Hilfsmittel

7.3.1 Zunehmende Komplexität

8 Literatur

Autorinnen und Autoren

Vorwort

Nach dem ersten Band der „Didaktik des Unterrichts mit blinden und hochgradig sehbehinderten Schülerinnen und Schülern“ legen wir nunmehr den zweiten der „Fachdidaktiken“ vor. Enthielt der erste Band zentrale Grundlagengebiete blindenpädagogischen Handelns, folgt nun im zweiten eine Ausdifferenzierung in konkrete Lernbereiche und fächerübergreifende Bildungsanliegen. Hierbei haben dankenswerterweise kompetente Kolleginnen und Kollegen aus den jeweiligen Praxisfeldern mitgewirkt, was den Band sprachlich und stilistisch vielfältig erscheinen lässt.

Im Zentrum stehen die Bildungsbedürfnisse blinder und (auch) auf Blindentechnik angewiesener, daher „hochgradig sehbehinderter“ Kinder und Jugendlicher. Visuelle Aspekte werden in allen Kapiteln in die Überlegungen einbezogen, Basis ist jedoch das Lernen auf taktiler, auditiver und kinästhetischer Grundlage. Die Zielgruppe des Bandes sind wiederum alle Fachpersonen, die in Schule, Erziehung, Frühförderung oder Therapie mit hochgradig sehbehinderten, blinden oder sehgeschädigt-mehrfachbehinderten Kindern und Jugendlichen arbeiten bzw. sich in entsprechender Ausbildung, in Studium oder Weiterbildung befinden. Alle Aussagen werden grundsätzlich unabhängig von der Institution getroffen, in der eine Schülerin oder ein Schüler lernt. Der inhaltliche Focus richtet sich jedoch ganz klar auf die didaktische Herausforderung des Lernens in heterogenen Gruppen. Mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche gehören selbstverständlich zur Zielgruppe dieser Fachdidaktik. Je nach Themenzusammenhang kommt dies unterschiedlich stark zur Geltung – im Bereich der unterstützten Kommunikation natürlich deutlicher als im Kontext von LaTeX als Mathematikschrift.

Der Begriff der Fachdidaktik steht in diesem Band einerseits „klassisch“ für die Konkretisierung blindenpädagogischer didaktischer Grundlagen an einzelnen Fachwissenschaften (Mathematik, Deutsch, Musik, Kunst, Sport), zum anderen für die Realisierung fächerübergreifender spezifischer Bildungsanliegen und Fragestellungen in den Bereichen Veranschaulichung, Bewegungserziehung, Informationstechnische Bildung sowie Selbst- und Sozialkompetenz. Mit dieser Breite versuchen wir der Fülle der spezifischen Fragestellungen gerecht zu werden, ohne dabei jedes einzelne in den Stundentafeln der deutschsprachigen Länder tatsächlich verankerte Unterrichtsfach berücksichtigen zu können. Aus der Beschränkung des Buchumfangs ergab sich die Notwendigkeit exemplarischen Vorgehens. So wurden jene Lernbereiche ausgewählt, die als grundlegend für den Erwerb der Kulturtechniken gelten („Lesen und Schreiben“ sowie „Mathematisches Lernen“), des weiteren Fächer, die für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen von besonderer Bedeutung sein können oder hohe pädagogische Anforderungen im gemeinsamen Unterricht stellen (Kunst, Musik, Sport/Bewegungserziehung).

Auch die Kapitel zu fächerübergreifenden spezifischen Bildungsbereichen für den Unterricht mit blinden und hochgradig sehbehinderten Schülerinnen und Schülern sind ausgewählt und hätten um viele weitere ergänzt werden können. Da eine einzelne Darstellung der Fächer Geografie, Geschichte und Naturwissenschaften nicht möglich erschien, wurde das Problem der Veranschaulichung als didaktisches Hauptproblem isoliert und im Kapitel „Veranschaulichung in historischen, geografischen und naturwissenschaftlichen Kontexten“ zusammengefasst. Es enthält einen Überblick über Grundprobleme der taktilen Veranschaulichung und konkretisiert diese noch einmal anhand von vier Beispielen.

In ähnlicher Weise wurden die Bereiche der Informationstechnischen Bildung, der Bewegungserziehung sowie der Selbst- und Sozialkompetenzen hinsichtlich Kommunikation, Orientierung und Mobilität sowie Lebenspraktischer Fähigkeiten als wichtige blindenspezifische didaktische Querschnittsfächer identifiziert, in ihren spezifischen Zielen, Inhalten, Methoden, Sozialformen und Medien dargestellt, aber auch exemplarisch konkretisiert.

Für einige Kapitel konnten Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland und der Schweiz gewonnen werden, die gemeinsam mit den Herausgebern arbeiteten und ihre Kompetenzen aus dem jeweiligen Praxisfeld einbrachten. Zusätzlich wurden die Kapitel „Mathematisches Lernen“ von Markus Lang, „Musik“ von Ursula Hofer und „Kunst und Gestalten“ von Friederike Beyer redaktionell betreut.

Auch in diesem Band war die Angleichung der ständig wechselnden Fach- und Verwaltungstermini zwischen Deutschland und der Schweiz, jedoch auch innerhalb der verschiedenen deutschen Bundesländer wieder ein unmögliches Unterfangen. Um die Verständlichkeit des Textes zu sichern, wurden jeweils die bekanntesten Begrifflichkeiten verwendet und wo notwendig kurz definiert.

In allen Kapiteln finden Praktikerinnen und Praktiker, Einsteigende wie Berufserfahrene eine Fülle von Anregungen, weiterführenden Fragen und auch Antworten, jedoch keine fertigen Unterrichtsrezepte. Diese bleiben den Leserinnen und Lesern bzw. dem kollegialen Austausch vorbehalten.

Markus Lang, Ursula Hofer, Friederike Beyer

Kapitel 1 Lesen und Schreiben

Markus Lang

Blinde Kinder und Jugendliche sind hinsichtlich der Schriftsprache auf ein taktiles Schriftsystem angewiesen. Hieraus ergeben sich grundlegende und spezifische didaktische Entscheidungen und Vorgehensweisen.

Bei der nachfolgenden Darstellung der didaktischen Besonderheiten im schriftsprachlichen Lernen wird besonderes Gewicht auf den Schriftspracherwerb gelegt. Daneben finden der Computereinsatz in verschiedenen Lerngruppen und die Problematik der Schriftentscheidung bei hochgradig sehbehinderten Kindern und Jugendlichen intensive Berücksichtigung.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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