Deutschland außer Rand und Band - Petra Paulsen - ebook

Deutschland außer Rand und Band ebook

Petra Paulsen

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Opis

Sie schrieb einen emotionalen Brief an Bundeskanzlerin Merkel, der durch die Medien ging. Über eine Million Menschen sahen ihre Botschaft auf YouTube. Spätestens seit ihrer Teilnahme an der ZDF Sendung “Wie geht's Deutschland“ wurde sie einem breiten Publikum bekannt. Die Rede ist von Petra Paulsen. Als eine unübersehbare Zahl von Menschen aus dem Nahen Osten und Nordafrika im Herbst 2015 plötzlich unkontrolliert nach Deutschland strömte, stellte sich die Gymnasiallehrerin die Frage „Was ist hier bloß los?“. Sie machte sich auf die Suche nach den Hintergründen einer Entwicklung, die sich immer mehr als ein Verhängnis abzeichnet – für Deutschland wie für Europa. Die Autorin begann, Recherchen anzustellen und Fakten zusammenzutragen. Ihre analytische Neugier überspannte dabei einen weiten thematischen Bogen: Von den katastrophalen Folgewirkungen der Zuwanderung auf die innere Sicherheit, über den sinkenden Bildungsstand, die demografische und mentale Verformung der Gesellschaft, bis zum fatalen Verlust des Geschichtsbewusstseins – vor allem aber das schicksalsschwere Versagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, zu deren Wählern Petra Paulsen sich einst selbst zählte. Was daraus entstand, unterscheidet sich in mancherlei Hinsicht von den üblichen Darstellungen der Gegenwart. Dieses Buch ist ein Höhenflug an Heimatliebe, gepaart mit dem sezierenden Intellekt der Naturwissenschaftlerin, gespickt mit akribisch belegten Tatbeständen sowie spannend lesbaren und aufrüttelnden Informationen. Durch seine inhaltliche Fülle leistet es einen Beitrag zum Geschichtsverständnis dieses Jahrhunderts. Es ist ein Weckruf an alle Menschen, die nicht verstehen, was in diesem Land gerade geschieht. Andreas Kirschhofer-Bozenhardt, Publizist und Sozialforscher Mit einem Vorwort von Thorsten Schulte, Autor des Bestsellers "Kontrollverlust".

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PETRA PAULSEN

DEUTSCHLAND

außer Rand und Band

Zwischen Werteverfall, Political (In)Correctness und illegaler Migration

Vorwort von Thorsten Schulte, Autor des Bestsellers »Kontrollverlust«

Hinweis

Alle Links in diesem Buch wurden zuletzt im Dezember 2017 geprüft.

Sollten Sie, liebe Leserin und lieber Leser, über einen Link stolpern, der nicht mehr funktioniert, würden wir uns freuen, wenn Sie uns dies unter [email protected] mitteilen, damit wir dies in der nächsten Auflage beheben können.

Alle Rechte vorbehalten

© Macht-steuert-Wissen Verlag, Mühlenbecker Land, 2018

1. Auflage

ISBN: 978-3-945780-35-0

Weitere Informationen zum Buch finden Sie unter: www.macht-steuert-wissen.de

Coverfoto: Inga Sommer

Gestaltung & Satz: XPresentation, Güllesheim

Druck und Bindung: Finidr, s.r.o. Cesky Tesin

Besuchen Sie uns im Internet unter: www.macht-steuert-wissen.de

Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.

MSW – Macht steuert Wissen ist eine beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragene und geschützte Marke.

Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen.

Marie Curie, polnische Physikern (1867-1934)

Für Jana, Jannis und Jandrik,

deren Zukunft noch vor ihnen liegt,

und Opa Bobbie,

der sein ganzes Leben hart

für dieses Land gearbeitet hat.

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Vorwort von Thorsten Schulte

Mut zur Wahrheit

Einleitung

Was ist hier bloß los?

Es steht viel auf dem Spiel

Sommermärchen Teil 2

Brot und Spiele

Die Zeichen der Zeit richtig deuten

Schweden, das Multikulti-PISA-Gewinner-Musterland

Deutsche Nachkriegsgeschichte im Zeitraffer

Muss nur noch kurz die Welt retten

Grenzenlos offenes Land

Mit dem Schlauchboot in Seenot

Weiter so, immer weiter so

Rette sich, wer kann!

Alles tanzt nach Merkels Pfeife

Wer ist eigentlich Angela Merkel?

Einerlei und Allerlei

DDR 2.0 – wir kommen

Wir schaffen das

Deutschland hat fertig

Überall nur Terroristen und Querulanten

(Meinungs-)Terror und Rudeljournalismus

Unter dem Mantel der Verschwiegenheit

Islam(ismus) – Kritik, die keiner hören will

Hexenjagd

Live dabei im Staatsfernsehen

Wir brauchen Feindbilder

Billigend in Kauf genommene Opfer

Die vielen Opfer der Political Correctness

Wahrnehmungsstörungen

Selbsternannte Elite

Die Sache mit der German Angst

Das schwache Geschlecht

Bildung wird völlig überbewertet

Schulen – Deutschlands Armenhäuser

Traumberuf Lehrer

Wasch laberscht du, Digga?

Alle Hände voll zu tun

Abi für alle

No chance

Sicherheit ist nicht so wichtig

Notrufe von der Polizei

Alles halb so wild

Bunter Haufen Bundeswehr

Die Truppe im Inneren

Das hätte man uns doch sagen können

Der Fluch der bösen Tat

Krisen über Krisen

Der Wilde Westen

Im Namen der Globalisierung

Who´s Mr. Barnett?

Alles läuft nach Plan

Der heilige Schein der Scheinheiligkeit

Deutsche Doppelmoral

Ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht

Gefährliches Spiel1

Schlusswort

Anhang

Ländervergleich

Mein offener Brief an Angela Merkel vom 23.05.2017

Dank

Die Autorin

Anmerkungen

Vorwort von Thorsten Schulte

Mut zur Wahrheit

Zu diesem Buch bedarf es Mut, gerade weil die Verfasserin dieser Zeilen von Beruf Lehrerin ist. Dies dürften viele, zu viele in unserem Land für eine Übertreibung halten. Nur wer am eigenen Leib die Folgen zu spüren bekommt, erkennt die Bedrohung unserer Meinungsfreiheit. Wer heute die Komfortzone der Gutmenschen mit schonungsloser Analyse und Fakten stört, macht sich höchst unbeliebt. Die Fairness bleibt bei der dann folgenden öffentlichen Schelte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf der Strecke. Petra Paulsen zeigt mit diesem Buch Mut, und dies ist insbesondere für eine Lehrerin alles andere als selbstverständlich. Sie wird gewiss ins Fadenkreuz der selbsternannten Moralapostel geraten. Aber schon meine Großmutter pflegte mir zu sagen: „Wer sich wehrt, wird geehrt, und wer sich duckt, wird angespuckt“.

Nach dem Erfolg meines Buchs Kontrollverlust1 in der Spiegel-Bestsellerliste bezeichnete mich Denis Scheck in der ARD als „durchgeknallten Verschwörungstheoretiker“2, und der Tagesspiegel sprach von einer „verschwörungstheoretischen Schrift, die das Gruseln lehrt“3. Begründungen für diesen Vorwurf fehlten. Schimpfte die katholische Kirche Abweichler von der offiziellen Kirchenlehre Ketzer, so greift das Establishment heute zum Begriff des Verschwörungstheoretikers. Ende November trat Scheck in der ARD nach und forderte das Publikum in Bezug auf meine Person auf: „Glauben Sie diesem Mann kein Wort: Öffentliche Selbstverbrennung ist auch keine Lösung“4. Inhaltliche Fehler fand man in meinem Buch nicht. Also greifen die Vertreter unserer politischen Kaste zu Schmähungen und Ehrabscheidungen. Oftmals werden Menschen dabei ganz subtil beeinflusst. In einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Sonntag, dem 5. November 2017, über mich mit dem Titel „Der Provokateur“5 bekam auch Prof. Max Otte einen Seitenhieb ab. Ihm wurden nur „mittelmäßige Anlagetipps“ unterstellt. Wertungen, Abwertungen von Menschen werden unterschwellig in die Artikel eingewoben. Wer aufmerksam und kritisch liest, erkennt dies. Die Mehrheit dürfte jedoch nicht aufhorchen. Im besagten Artikel unterstellt man mir beispielsweise, ich würde mich für einen besseren Redner als jemand sehr Bekanntes halten. Schulte ist also ein selbstverliebter und arroganter Schnösel. Genau so will mich der Mainstream negativ einfärben. Jeder, der aus der Reihe tanzt, wird mit dem Bannstrahl der regierungstreuen Meinungswächter belegt.

„Sage mir, wer dich lobt, und ich sage dir, worin dein Fehler liegt“, soll Lenin einmal gesagt haben6. „Sage mir, wer dich kritisiert, und ich sage dir, was du richtig machst“, formuliere ich lieber. Petra Paulsen wird sich mit diesem Buch Kritik einhandeln, aber dies spricht für sie und nicht gegen sie. Insbesondere die Aussagen zur Lage an unseren Schulen und zum „Traumberuf Lehrer“ dürften den rot-grünen Bildungsideologen die Schamesröte ins Gesicht treiben. Petra Paulsen ist praktisch der Spiegel des Gewissens dieser Bildungs-Gutmenschen, die eine Bildungswüste zu verantworten haben. In Baden-Württemberg ist nach den Bildungsreformen der letzten Jahre ein dramatischer Niedergang der Schuldbildung feststellbar. Wir brauchen in allen gesellschaftlichen Bereichen eine schonungslose Bestandsaufnahme und Offenlegung der Fehler. Dies macht uns unbequem für die Herrschenden, aber ihre unerträgliche Arroganz der Macht gehört abgestraft.

Petra Paulsen spricht an, dass sich Politik und Volk mittlerweile weit voneinander entfernt haben. Ein Beispiel ist der G20-Gipfel 2017 in Hamburg, der von drei Viertel der Teilnehmer einer Umfrage des Hamburger Abendblattes abgelehnt worden war7. Für mich benötigen wir dringend direkte Demokratie auf Bundesebene. Natürlich wird diese von der politischen Kaste in Berlin vehement bekämpft. Aber das Primat der Politik ist längst abhandengekommen. Lobbyisten nehmen Einfluss, supranationale Konzerne treiben Regierungen vor sich her, Freihandelsabkommen sind in Wahrheit Konzernermächtigungsgesetze, EU-Zentralismus und der Geldsozialismus der EZB sind nicht demokratisch legitimiert, die Europäische Zentralbank steht außerhalb jeder Kontrolle.

Kein Wunder, dass in Deutschland nur noch 48 Prozent der nach 1980 Geborenen die Demokratie noch als essenziell bezeichnen. In den Niederlanden sind es mit 35 Prozent noch weniger und in den USA sogar nur noch 30 Prozent. Von den in den 1930er Jahren Geborenen sagen noch 72 Prozent der US-Bürger, Demokratie sei für sie essenziell. Hauchen wir unserer Demokratie wieder neues Leben ein mit Büchern wie diesem von Petra Paulsen und einem klaren JA zu direkter Demokratie. Das Volk muss wieder gefragt werden. Schwache Regierungen haben Angst vor Volksentscheiden. Wir brauchen wieder starke Regierungen und Mitsprache für unser Volk. Haben wir weder Angst vor der Wahrheit noch Sorge vor dem Volk.

Ihr Thorsten Schulte*

* Der Konjunktur- und Kapitalmarktexperte Thorsten Schulte war im Frankfurter Handel der Deutschen Bank tätig, beriet bei der DZ Bank deutschlandweit Vorstände der Genossenschaftsbanken und Sparkassendirektoren und dozierte an der Sparkassenakademie in den Fächern Wirtschaftspolitik und Wertpapiermanagement. Als Vorsitzender des Vereins „Pro Bargeld – Pro Freiheit e.V.“ kämpft er leidenschaftlich für das Bargeld. Sein Video Merkels Rechtsbruch8, zu finden bei YouTube, erzielte binnen kurzer Zeit über 1,2 Millionen Aufrufe.

Im Juli 2017 erschien sein Buch Kontrollverlust: Wer uns bedroht und wie wir uns schützen, das innerhalb weniger Wochen auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste sowie auf Platz 1 der Bild-Bestsellerliste kletterte.

Einleitung

Was ist hier bloß los?

Für viele Menschen, Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund wie auch Ausländer, ist Deutschland ein tolles Land, das Land ihrer Träume. Für viele ist es das Schlaraffenland, in dem Milch und Honig fließen, das gelobte Land. Für viele Einheimische und Menschen anderer Länder ist Deutschland mittlerweile weniger die Bundesrepublik, sondern vielmehr eine Bananenrepublik. Für andere wiederum ist Deutschland eine Art Villa Kunterbunt, in der es wie bei Pippi Langstrumpf drunter und drüber geht. Manch einer bezeichnet Deutschland bereits als Absurdistan, und für so manchen ist Deutschland schon gar kein Rechtsstaat mehr.

Und für mich? Was ist Deutschland für mich? Es ist mein Heimatland. Ich liebe dieses Land mit seinen unterschiedlichen Landschaften, Menschenschlägen und kulinarischen Spezialitäten. Hier bin ich geboren, habe ich den größten Teil meines Lebens verbracht und in diesem Land Kinder in die Welt gesetzt. Als Bürgerin, Mutter und Lehrerin zahle ich brav Lohn-, Mehrwert-, Versicherungs-, Schaumwein- und diverse andere Steuern sowie die GEZ-Gebühren. Mit nicht einmal zwei Krankheitstagen pro Schuljahr bin ich überdurchschnittlich selten krank und somit ein echter Glücksfall für Schüler und andere Steuerzahler.

Meine drei Kinder habe ich zu offenen, toleranten, anständigen und hilfsbereiten Menschen erzogen. Ich selbst unterstütze regelmäßig soziale Projekte, bin registrierte Knochenmarkspenderin, Inhaberin eines Organspenderausweises, und meine sterblichen Überreste werden eines hoffentlich noch fernen Tages der medizinischen Forschung zur Verfügung stehen. Mein persönlicher Traum wäre es, irgendwann ein Kinderhospiz zu eröffnen, und seit meiner Kindheit bete ich dafür, dass es endlich Frieden unter den Menschen geben möge. Dabei sind mir persönlich aufrichtige und friedliebende Menschen wichtig, die sich an die demokratischen Grundwerte sowie die Regeln und Gesetze unseres Landes halten.

Selbstverständlich trenne ich sorgfältig meinen Müll und benutze, wann immer es möglich ist, die „Pipisparspültaste“. Ebenso vermeide ich unnötige Fahrten mit dem Auto, um einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck auf dieser Erde zu hinterlassen. Über die Mogelpackungen bei Discountern, die beispielsweise bei gleicher Verpackungsgröße nur noch 400 statt 500 Gramm gemischtes Hack enthalten, wundere ich mich schon seit einiger Zeit.

Aus dem Staunen komme ich jedoch über das, was sonst noch so alles in Deutschland geschieht, gar nicht mehr heraus. Meine Heimat ist mir in der Vergangenheit aufgrund ganz unterschiedlicher Dinge zunehmend fremder geworden, und mittlerweile frage ich mich, ob ich nicht im falschen Film sitze? Dabei hätte ich gerne gewusst, wer das Drehbuch für diesen geschrieben hat, verantwortlich für die Regie ist und welche Rolle den Bürgern darin zukommt? Diese Fragen und ein mulmiges Gefühl im Bauch haben mich dazu veranlasst, dieses Buch zu schreiben, um Menschen zum Nachdenken zu bewegen und zu ermutigen, ihren Mund aufzumachen. Die friedliche und erfolgreiche Zukunft dieses Landes können wir nur gestalten, wenn wir in einem gemeinsamen Gespräch bleiben, auch wenn wir ganz unterschiedlicher Meinung sind.

Es steht viel auf dem Spiel

Völlig kalt erwischt hat mich im Herbst 2016 – wohlgemerkt nach einer Biologie- und nicht etwa nach einer Politikstunde – die Äußerung eines Oberstufenschülers, er befürchte, dass wir bald Bürgerkrieg in Deutschland haben werden. Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Schließlich fühle ich mich selbst aufgrund der derzeitigen Situation in meinem Heimatland oft ohnmächtig, hilflos und befremdet. Dann wiederum bin ich wütend, verdammt wütend darüber, was in Deutschland schon seit einiger Zeit, aber erst recht seit der Migrationskrise 2015 passiert.

Zugegebenermaßen war ich bislang ein eher unpolitischer Mensch. So gehöre ich auch keiner Partei an und bin das, was man landläufig als Wechselwählerin bezeichnen würde. Die Entscheidungen der Politik des Herbstes 2015 und der darauffolgende Aktionismus haben jedoch für mich alles bislang Dagewesene in den Schatten gestellt. Seitdem haben mich politische Themen nicht mehr losgelassen. So wurde ich zu einer Leserin politischer Bücher und bin regelrecht zu einem Internet- und Newsjunkie mutiert, was aufgrund des immensen Zeitinvestments bei meiner Familie nicht immer auf Verständnis gestoßen ist. Im Jahr 2016 habe ich das getan, was ich nie zuvor gemacht hatte: Ich habe Briefe an Politiker, an den Deutschen Bundestag und an verschiedene Mainstreammedien geschrieben. Daneben habe ich eine Rundmail zu verschiedenen politischen Themen an diverse Personen geschickt, die auf Wunsch einiger Adressaten im Internet u. a. bei Epoch Times veröffentlicht wurde.9 Als ich mir wieder einmal mehr das Hirn darüber zermarterte, was ich denn noch tun könnte, um mir und meinen Sorgen Gehör zu verschaffen, kam mir am 6. November 2016 – ich war gerade dabei, den Bügelwäscheberg einer fünfköpfigen Familie zu bewältigen – die Idee zu diesem Buch. Nein, es war keine Idee. Vielmehr war es eine Eingebung, wusste ich doch sofort, dass es den Titel „Deutschland außer Rand und Band“ tragen würde.

So gibt es die Geschichte Pippi außer Rand und Band von Astrid Lindgren tatsächlich. Und wie passend: Der Grünen-Politiker Boris Palmer äußerte im Jahr 2016 hinsichtlich der Flüchtlingspolitik gegenüber dem SPIEGEL: Es sind nicht die Zeiten für Pippi-Langstrumpf- oder Ponyhof-Politik.10 Und unglaublich, aber wahr: Schon im Jahr 2013 stimmte SPD-Arbeits-ministerin Andrea Nahles das Pippi-Langstrumpf-Lied vor der versammelten Mannschaft des Deutschen Bundestages an.11 Wenngleich der Anlass zu diesem Buch weniger lustig ist, als es die Geschichten Astrid Lindgrens sind, so möchte ich mir von meinem Nachwuchs eines Tages nicht vorwerfen lassen müssen, so viel gewusst, aber einfach nur geschwiegen zu haben.

Ich kann nicht leugnen, dass ich mir als verbeamtete Lehrerin nicht auch Gedanken darüber gemacht habe, ob die Veröffentlichung eines solchen Buches möglicherweise berufliche Repressalien für mich bedeuten könnte. Diese Bedenken habe ich jedoch schnell über Bord geworfen, heißt es doch: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Schließlich habe nicht nur ich viel zu verlieren. Wir alle könnten einen hohen Preis zu bezahlen haben. Auf der einen Seite steht zunehmend unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung auf dem Spiel, andererseits sogar unser innen- wie auch außenpolitischer Frieden. Dabei ist die im Grundgesetz verbriefte Meinungsfreiheit das höchste Gut der Demokratie, und so machte ich mich an die Arbeit. Wer möchte schon in der Demokratie einschlafen und in einer Diktatur aufwachen?

Es lässt sich nicht wegreden, dass es in Deutschland – wie übrigens auch in vielen anderen Ländern Europas – in den letzten Jahren zunehmend Probleme durch bestimmte Personengruppen mit Migrationshintergrund gibt. Darüber wurde bislang jedoch nicht so gerne offen gesprochen, da dies eben als politisch nicht korrekt gilt. Wer so etwas äußert, ist aber per se nicht gleich fremdenfeindlich, wie auch nicht jeder Ausländer zweifelsohne ein guter Mensch ist. Das Leben und meine Erfahrungen im Umgang mit Menschen ganz unterschiedlicher sozialer, ethnischer und religiöser Herkunft haben mich jedoch für bestehende Probleme und Differenzen offen und sensibel gemacht. Privat wie auch von Berufs wegen habe ich es mit ganz unterschiedlichen Menschen zu tun, deren Sorgen und Nöte mich nicht unberührt lassen. Anders als viele Politiker, von denen mittlerweile viele in dem sprichwörtlichen Elfenbeinturm zu leben scheinen, wohne ich einerseits als Bürgerin und Mutter in einem kleinen Dorf in Norddeutschland, andererseits arbeite ich als Lehrerin in der Millionenmetropole Hamburg.

Natürlich ist vieles, was ich beschreibe, politisch nicht korrekt. Wenn Deutschland aber aus dem unruhigen Fahrwasser, in dem es sich momentan befindet, herausgelotst werden soll, ist es an der Zeit, die sprichwörtliche rosarote Brille abzunehmen, oder um es mit den oftmals scharfen und sehr deutlichen Worten des Publizisten und Buchautors Henryk M. Broder zu sagen: Wir leben in einer Gesellschaft, der die Kraft abhandengekommen ist, der Wirklichkeit ins Auge zu schauen.12 Noch etwas drastischer fällt übrigens die Diagnose der beiden Ökonomen und Politiker Hans-Olaf Henkel und Joachim Starbatty mit ihrem Buch Deutschland gehört auf die Couch13 aus, mit dem sie Deutschland ein schwaches Selbstwertgefühl und den deutschen Eliten ein Helfersyndrom attestieren. Vielleicht ist auch deswegen schon so manch einer der Meinung, wir leben mittlerweile in einem Irrenhaus?

Sommermärchen Teil 2

Viele Dinge haben sich in den letzten Jahrzehnten in unserem Land zum Positiven entwickelt. So steht Homosexualität nicht mehr unter Strafe, die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau wurde vorangetrieben, und für die Belange von Menschen mit Behinderungen wird sich verstärkt eingesetzt. In der EU übernahm Deutschland eine führende Rolle und wurde zu einer Art wirtschaftlichem und politischem Luxusliner. Die Großwetterlage in Deutschland ist bestens: Die Wirtschaft boomt gerade aufgrund des schwachen Euros, niedriger Zinsen, eines tiefen Ölpreises, einer vermeintlich guten Beschäftigungslage sowie der Kauflust der Deutschen.

Anders verhält es sich jedoch mit vielen politischen Entscheidungen wie beispielsweise der kaputtgesparten Polizei, der prekären Personalnot an oftmals maroden Schulen, dem Investitionsstau bei der Infrastruktur, den Veränderungen in der politischen Parteienlandschaft und natürlich auch bezüglich der nach wie vor stattfindenden illegalen Migration. Vielfach wurde sich über geltendes deutsches, aber auch europäisches Recht seitens der Politiker in einem noch nie dagewesenen Anfall von Selbstermächtigung hinweggesetzt. Zunehmend erscheinen viele politische Entscheidungen völlig irrational und mit halbwegs normalem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar. Deren Folgen sind es aber, die den Alltag der Bevölkerung zunehmend bestimmen, die Gesellschaft und sogar ganze Familien spalten, zu steigender Unruhe in der Bevölkerung durch fehlende soziale Gerechtigkeit, dem evidenten Verlust an innerer Sicherheit, zunehmenden Werteverfall und wachsender Verrohung führen.

Die Migrationskrise wurde anfänglich als zweiter Teil des Sommermärchens der Fußballweltmeisterschaft 2006 zelebriert, wo die Welt zu Gast bei Freunden war und man dieser ein weltoffenes und freundliches Gesicht zeigen konnte. Die Euphorie der politisch und medial verordneten Willkommenskultur ist jedoch schon längst einer großen Skepsis gewichen, und aus einem Wir schaffen das der Bundeskanzlerin14 ist in vielen Köpfen ein Ist das überhaupt zu schaffen? bzw. ein Wollen wir das überhaupt schaffen? geworden. Anders als die vielen Gäste aus aller Welt während der WM wird der Großteil der nach Deutschland gekommenen Migranten dieses Land entgegen aller Aussagen aufgrund bisheriger Erfahrungen der Vergangenheit nicht wieder verlassen, auch wenn man uns gerne solche Märchen erzählt.

Unabhängig von der nach wie vor stattfinden illegalen Migration hat in Deutschland schon jetzt gut jede fünfte Person einen Migrationshintergrund – in den alten Bundesländern fast jede vierte, in den neuen Bundesländern jede zwanzigste Person –, was ein neuer Rekord ist.15 Von allen Personen mit Migrationshintergrund sind zwei Drittel selbst eingewandert, und ein Drittel ist in Deutschland geboren. Deutlich über die Hälfte der Personen mit Migrationshintergrund sind Deutsche (54,6 Prozent), d. h. sie haben einen deutschen Pass. Mittelfristig wird sich der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund weiter erhöhen, denn 2016 hatten bundesweit 38 Prozent der unter Fünfjährigen einen Migrationshintergrund.16 Zu den fünf Hauptherkunftsländern der ausländischen Bevölkerung zählen die Türkei, Polen, Syrien, Italien und Rumänien.17 Die Geburtenrate stieg im Jahr 2015 erneut an und ist auf den höchsten Wert seit über 30 Jahren angewachsen, was vor allem an Familien mit ausländischem Pass lag.18

In diesem Zusammenhang sehr interessant: Nach dem Rat für nachhaltige Entwicklung, der die Bundesregierung mit Rat und Tat unterstützt, wird die Bevölkerung 2040 in Deutschland so gemischt sein, dass es Begriffe wie Migrationshintergrund und Ausländer aufgrund der Gründung eines Europäischen Staates nicht mehr geben wird.19 Nebenbei sei hier angemerkt, dass es auch den Normalbürger, das Bargeld, die traditionelle Familie und selbst – sicherlich zum großen Bedauern vieler Fußballfans – den FC Bayern München nicht mehr geben soll. Ob es dann Deutschland überhaupt noch geben wird? George Orwells fiktiver Roman 1984 lässt jedenfalls ganz herzlich grüßen.20 Henryk M. Broder spricht im Zusammenhang mit dem Buch Dialoge Zukunft Vision 2050 des Nachhaltigkeitsrates übrigens vom Lieblingsbuch der Kanzlerin21, und auch in der Welt konnte man bereits am 1. September 2011 lesen, dass dieses Buch von ihr überschwänglich gelobt wurde.22

Brot und Spiele

Apropos Bücher: Gerade in letzter Zeit wurde der deutsche Büchermarkt mit Buchtiteln wie Deutschland schafft sich ab, Neukölln ist überall, Deutschland im Blaulicht, Deutschland in Gefahr und Kontrollverlust u. v. a. regelrecht geflutet. Alles nur Zufall? Ich glaube nicht. Immer mehr Menschen spüren, dass in diesem Land etwas nicht stimmt, auch wenn versucht wird, alles, was nur ansatzweise kritisch klingt und nicht auf Linie der Regierungspolitik ist, zu tabuisieren, bagatellisieren und zu relativieren. Tja – man macht sich die Welt, wie sie einem gefällt.

Während deutsche Politiker mit erhobenem Zeigefinger auf andere Länder hinsichtlich Meinungs- und Pressefreiheit zeigen und osteuropäische Staaten wegen ihrer Verweigerung der Aufnahme von Flüchtlingen gerügt werden, werden wir in Deutschland mit Begriffen wie Hate Speech, Fake News und Bashing malträtiert. Ungefragt hat man der Bevölkerung in Deutschland die Aufgabe aufs Auge gedrückt, hunderttausende Menschen aus völlig fremden Kulturkreisen zu integrieren. Zugleich werden jedoch andersdenkende Einheimische gesellschaftlich stigmatisiert, diffamiert, denunziert und zunehmend ausgegrenzt. Gegenüber der Russischen Föderation unter Präsident Wladimir Putin wird in einem neuen Kalten Krieg samt verschärfter Sanktionen mit den Säbeln gerasselt. Undiplomatisch, regelrecht hetzerisch gehen Politiker und Journalisten mit dem demokratisch gewählten amerikanischen Präsidenten Donald Trump um. Was soll das alles? Und überhaupt: Was läuft da im Nahen und Mittleren Osten, wo ein Krisengebiet nach dem anderen entsteht? Sollte uns die Aufforderung der Bundesregierung vom August 2016, sich für den Fall einer Katastrophe oder eines Terroranschlags mit Lebensmitteln für zehn Tage einzudecken23, nicht zu denken geben? Wohl nur die wenigsten haben etwas von der Empfehlung des Bundesinnenministeriums im Mai 2017 mitbekommen, die Regierungsgebäude in Deutschland besser gegen atomare, biologische und chemische Angriffe zu schützen, wie zum Beispiel durch eine Härtung der Außenfassade.24 Kommt da möglicherweise etwas auf uns zu, von dem wir Bürger noch gar nichts ahnen?

Bereits im antiken Rom wurde nach dem Motto „panem et circenses“ – Brot und Spiele für das Volk – regiert und Politik gemacht. Auch heute, gut 14 Jahrhunderte später, gibt es Parallelen zu diesem Prinzip und zwar in Form des heutigen Fernsehprogramms sowie der Konsum- und Eventgesellschaft. Während die einen schon seit Jahren von Sendungen wie Deutschland sucht den Superstar oder Das Supertalent auf der Couch sediert werden oder nicht minder menschenverachtende und entwürdigende Fremdschämsendungen wie Das Dschungelcamp oder Big Brother konsumieren, hängen andere bereits nachmittags am narkotischen Tropf des Assi-TVs, spielen stundenoder auch nächtelang Computerballerspiele oder jagen blindlings mit dem Smartphone Pokémons. Derweil fragen sich wiederum andere, ob sie sich nicht noch ein drittes iPhone 8 – diesmal in Pink – oder lieber gleich den neuesten Porsche Cayenne samt kompletter Sonderausstattung zulegen sollten. Und während schon der nächste Urlaub in Richtung Karibik gebucht ist, geht so manch einer einem Zweit- oder gar Drittjob nach. So haben die einen ein echtes Luxusproblem, während die anderen ums nackte Überleben für sich (und ihre Familie) kämpfen. Eines ist aber vielen gemeinsam: Zeit, um sich politisch hinreichend zu informieren, fehlt vielen Menschen aufgrund ihrer Berufstätigkeit, des Konsumterrors oder des täglichen Überlebenskampfes.

Sowohl rechte als auch linke Ideologien sind für mich ein No-Go. Ein Leben in einem Land unter einem nationalsozialistischen Regime oder nach dem Vorbild der ehemaligen DDR wäre für mich undenkbar. Ich bin weder pro bzw. kontra Amerika bzw. Russland eingestellt, toleriere keinerlei Gewalt, Hetze, Hass, Rassismus und Terror gleich welchen Ursprungs. Als Kind des Geburtsjahres 1966 der Babyboomer-Generation, die bislang von dem Thema Krieg im eigenen Land verschont geblieben ist, kam ich während meiner Kindheit mit den Folgen des Zweiten Weltkrieges nahezu täglich in Berührung, da meine Mutter als Flüchtlingskind aus Ostpreußen sehr durch diese Zeit geprägt wurde. Mit dem RAF-Terror der 1970er Jahre wurde ich als kleines Mädchen durch meinen Vater persönlich konfrontiert, der am Tag des Anschlags auf den Axel Springer Verlag in Hamburg als Drucker Schicht hatte. Somit habe ich aufgrund meines Alters, meiner sozialen Herkunft als Arbeiter- und Scheidungskind, meiner eigenen Geschichte und meines Berufes schon so einiges in meinem Heimatland miterlebt.

Daraus resultierend ist dieses Buch in einer politisch sehr bewegten Zeit entstanden, in der mittlerweile sehr vieles aus den Fugen geraten ist und in der die Wellen der Deutschland-, Europa- und Weltpolitik immer höher schlagen. Es soll ein Weckruf sein an alle wenig politisch bzw. nicht mehr politisch interessierten Menschen sowie insbesondere an junge Menschen nach dem Motto „Wach´ auf, informiere dich in alle Richtungen, setze deinen gesunden Menschenverstand ein, sei kritisch und denke selber!“ Und vor allem: „Redet miteinander statt übereinander! Es geht schließlich um unser aller Zukunft.“ Zu vieles ist in der Vergangenheit schon schiefgelaufen und dies nicht nur in Deutschland.

Die Zeichen der Zeit richtig deuten

Schweden, das Multikulti-PISA-Gewinner-Musterland

Werfen wir zunächst einmal einen Blick in die Heimat von Pippi Langstrumpf. Das politisch äußerst liberale Königreich Schweden mit dem Wohnst-du-noch-oder-lebst-du-schon-Möbel-Giganten IKEA, der international tätig ist und in Deutschland ganz legal keine Steuern zahlt, galt viele Jahre als Einwanderungsmusterland und Sehnsuchtsort vieler Menschen aus aller Herren Länder, nachdem es sich das Ziel gesetzt hatte, seinen Wohlstand zu teilen und zu einem multiethnischen Wohlfahrtsstaat zu werden. Ein bereits im Jahr 1975 verabschiedetes Einwanderungsgesetz und das ein Jahr später eingeführte kommunale und regionale Wahlrecht für Einwanderer, zu dem sich Schweden als erster Staat der Welt entschlossen hatte, sollte den Weg dahin ebnen. Kostenlose Schwedischkurse und das Etableringsersättning, eine Art Einführungsgeld, wurden als geeignet erachtet, die Integration der Zuwanderer zu erleichtern. Daneben gibt es umfassende Sozialhilfe- und kostenlose medizinische Versorgungsleistungen sowie zusätzliche finanzielle Unterstützungen u. a. für Versicherungsprämien und Haushaltsgeräte.25

Doch was ist geschehen? Schon seit vielen Jahren ist die Stimmung im Land der Mitternachtssonne gegenüber den Einwanderern gekippt. Viele der „Invandrare“, also der Einwanderer, arbeiten im Niedriglohnsektor, wo gerade in den letzten Jahren zahlreiche Arbeitsplätze wegrationalisiert wurden, zählen mit 42 Prozent zu den (Langzeit-)Arbeitslosen und beanspruchen 58 Prozent der Sozialhilfeleistungen, wobei das schwedische System der sozialen Absicherung auf Vollbeschäftigung basiert.27 Erstmals übertraf im November 2016 die Zahl der ausländischen Arbeitslosen mit 162.500 die der Einheimischen ohne Job mit 160.600. Dabei erreicht die Beschäftigungsquote der Migranten selbst nach 15 Jahren nur 60 Prozent.28 Viele der Zuwanderer sind für den Arbeitsmarkt unterqualifiziert, da sie keinen Hochschulabschluss haben bzw. kein perfektes Schwedisch sprechen und der Niedriglohnsektor vergleichsweise klein ist.29 Von den nach dem Jahr 2000 in Schweden eingewanderten Menschen verfügen nur rund 20 Prozent maximal über eine Grundschulbildung.30 Aus humanitären Gründen wurde bei der Bewilligung einer Aufenthaltsgenehmigung bislang natürlich nicht auf die schulische Vorbildung geachtet, für den Arbeitsmarkt und das Sozialhilfesystem konnte das jedoch nicht ohne Folgen bleiben. Und so stiegen gerade in letzter Zeit parallel zur Zunahme der Asylbewerberzahl auch die Umfragewerte der Schwedendemokraten – dem schwedischen Pendant der AfD – auf 26,8 Prozent im Juli 2017, was mehr als einer Verdoppelung des Stimmenanteils gegenüber dem Jahr 2014 entspricht.31 Gründe sind hierfür der Unmut über die Auflösung des Sozialstaates, die wachsende Arbeitslosigkeit – allein die Jugendarbeitslosigkeit liegt seit 2010 zwischen 22 und 25 Prozent – und die massive Zuwanderung.32 Obgleich die Geburtenrate im Land von IKEA, Volvo und H&M deutlich höher als in Deutschland ist, wächst die schwedische Gesellschaft vor allem aufgrund der Zuwanderung.

In Sachen Bildung rutschte der einstige Klassenprimus schon im Jahr 2007 zum PISA-Verlierer ab.33 Den Ergebnissen der Schulleistungsuntersuchungen zufolge ist das Schulniveau in den Jahren 2006 bis 2012 im einstigen Wunderland erfolgreicher Bildung so stark gesunken wie nirgendwo anders und lag z. B. bei den Lesekompetenzen unter dem OECD-Durchschnitt. Der Anteil von Schülern mit ausländischen Wurzeln stieg in diesem Zeitraum um 6 Prozent auf 22 Prozent und unter diesen vergrößerte sich der Anteil derjenigen, die in der Schule gescheitert sind, von 37 auf 50 Prozent. Die schwedischen Behörden stellten einen direkten Zusammenhang her zwischen dem sinkenden Schulniveauabfall bis zu 85 Prozent und dem steigenden Zuzug von Einwanderern, häufig jenseits des Einschulungsalters.34 Eine weitere Schülerzunahme aus dem Nicht-EU-Ausland erfolgte 2015, wobei die zugewanderten Kinder überwiegend aus Ländern mit desaströsen Schulsystemen wie z. B. dem Irak kamen.35

Schon 2014 sprach die Nationalpolizei von nicht weniger als 55 Krisengebieten in 22 schwedischen Städten.36 Diese zeichnen sich durch einen hohen Migrantenanteil, hohe Arbeitslosigkeit sowie geringe Einkommen aus. Für Schweden wurde deshalb sogar eine App entwickelt, um User vor den gefährlichsten Gegenden zu warnen.37 Bandenkriege, brennende Autos, Tö-tungsdelikte auf offener Straße und Anschlagsserien mit Bomben und Handgranaten, Jagdszenen auf Flüchtlinge, brennende Flüchtlingsheime usw. sind keine Seltenheit und machen der Polizei das Leben schwer. Deswegen haben einer neueren Umfrage unter schwedischen Polizeibeamten zufolge ungefähr 80 Prozent von ihnen zumindest schon einmal darüber nachgedacht, ihren Dienst aufgrund der Gefährlichkeit und der schlechten Bezahlung zu quittieren.38 (Gruppen-)Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe durch Migranten wurden oft über eine lange Zeit von der Polizei und den Medien verschwiegen.3940 Die Zahl der Sexualdelikte soll von 4.208 im Jahr 2006 auf 6.560 Fälle im Jahr 2016 gestiegen sein.41 26 Prozent aller Gefängnisinsassen sind Ausländer und Migranten, von denen wiederum die Hälfte wegen schwerer Straftaten zu mehr als fünf Jahren Haft verurteilt wurde.42 Im April 2017 ereignete sich in Stockholm ein islamistischer Terroranschlag mit einem gestohlenen Brauereilaster. Vier Menschen starben, 15 Personen wurden verletzt. Der Täter war ein 39jähriger abgelehnter Asylbewerber aus Usbekistan, der bereits im Juni 2016 hätte ausgewiesen werden sollen43 Bereits 2010 ist Schweden, das Land, das seit über 200 Jahre keinen Krieg mehr geführt hat, nur knapp einem islamistischen Terroranschlag entgangen.44 Dies ist umso trauriger, als dass Schweden als Weltmeister in Sachen Frieden gilt. Seit 203 Jahren hat sich dieses Land keinen Krieg mehr geführt und dann das.

Das Märchen vom schwedischen Wohlfahrtsstaat begann mit den Worten Es war einmal ein Land im Norden Europas, das alle Welt mit offenen Armen aufnahm und seinen Wohlstand teilen wollte. Trotz vermeintlich bester Rahmenbedingungen endete die Einwanderungsgeschichte der schwedischen Supermacht der Mitmenschlichkeit leider nicht mit den Worten Slutet gott, allting gott, also Ende gut, alles gut, wie die vielen Geschichten von Astrid Lindgren, der berühmtesten Schriftstellerin des Landes. Vielmehr standen am Ende dieses Märchens die Wiedereinführung von Passkontrollen im November 201547, die Rückweisung von Migranten an der schwedischen Grenze und die geplante Abschiebung tausender Asylbewerber48. Das einstige Einwanderungs- und Bildungsmusterland ist in der EU zu einer der Nationen geworden, die nunmehr eine sehr restriktive Asylpolitik verfolgt, denn offene Grenzen und ein ausgebauter Wohlfahrtsstaat vertragen sich auf Dauer nun einmal nicht.

Von Politikern und Medienvertretern ist zu hören, die Welt rücke immer näher zusammen. Dennoch erfährt man über die aktuelle gesellschaftliche und politische Situation des EU-Mitglieds Schweden durch die Mainstreampresse kaum etwas. Mag sein, dass es am Code 291 liegt, der schwedische Polizisten bei Straftaten im Zusammenhang mit Migranten zum Schweigen bringen soll.49 Vielleicht blendet man die Realität in Deutschland aber lieber einfach auch nur aus, um dann irgendwann aus eigenem Schaden klug zu werden? Pippi Langstrumpf, offen, ehrlich und direkt, hätte hierzu bestimmt gesagt: Was in aller Welt ist mit euch los? Ich will euch nur sagen, dass es gefährlich ist, zu lange zu schweigen. Die Zunge verwelkt, wenn man sie nicht gebraucht.50

Wie aber sieht es eigentlich bei uns in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges aus?

Deutsche Nachkriegsgeschichte im Zeitraffer

Weltweit zwischen 60 und 70 Millionen Tote.51 Allein zwischen 5,6 und 6,3 Millionen europäische Juden als Opfer der Gräueltaten des Holocaust. 1,7 Millionen Menschen starben auf der Flucht oder überlebten die Vertreibung nicht.52 Über 14 Millionen deutsche Flüchtlinge und Vertriebene sowie nahezu ebenso viele ehemalige Zwangsarbeiter und ausländische Insassen aus den Konzentrationslagern wurden heimatlos. Deutschland war ein Land, das in Schutt und Asche lag. Ein Land, das in die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik geteilt wurde. Das ist die bittere Bilanz der NS-Zeit und des Zweiten Weltkrieges, deren Folgen aus Sicht vieler Menschen noch immer nachwirken.

Mitte der 1950er Jahre herrschte aufgrund des Krieges ein Arbeitskräftemangel, weswegen die Bundesrepublik Deutschland vermehrt Arbeiter im Ausland anwarb. Hierzu zählten in den ersten Jahren Arbeitskräfte aus Italien, Spanien, Griechenland und der Türkei. Durch den Mauerbau im Jahr 1961 ebbte der Zustrom von ostdeutschen Arbeitskräften ab, und es wurden weitere Anwerbeabkommen mit Marokko, Portugal, Tunesien und Jugoslawien geschlossen.53 In der ehemaligen DDR gab es Exil-Chilenen, und als sogenannte Vertragsarbeiter arbeiteten dort Menschen aus Vietnam, Mosambik, Kuba und Angola.54

Sowohl für die ausländischen Gastarbeiter, bei denen man davon ausging, dass sie das Land in ein paar Jahren wieder verlassen würden, als auch für die Bundesrepublik ergab sich eine Win-Win-Situation zu beiderseitigem Nutzen: Die einen fanden aufgrund ihrer oft geringen Bildung, die sie in ihrem Heimatland erworben hatten, in der BRD Beschäftigungen im Niedriglohnsektor des Baugewerbes, in der Industrie oder im Bergbau und konnten einen Teil des verdienten Geldes in ihre Heimat schicken. Den Westdeutschen blühte in den 1950ern ein Wirtschaftswunder. Dennoch: Ein Land, das den Arbeitsmigranten kulturell völlig fremd war, bereitete diesen oftmals große Probleme. Dagegen konnten auch Maßnahmen wie Lehrfilme, die ihnen die deutsche Lebensweise und deutsche Gepflogenheiten näherbringen sollten, nicht helfen.55 Wenngleich sich ein Teil der Gastarbeiter über die Jahre hinweg gut in die deutsche Gesellschaft integriert hatte, gab es einen anderen Teil, der aufgrund von Sprachproblemen und mit dem Aufeinandertreffen ganz unterschiedlicher Mentalitäten seine Probleme hatte.

1973 kam es aufgrund der Öl- und Wirtschaftskrise zu einem Anwerbestopp und zu Entlassungen, von denen in erster Linie die gering qualifizierten Gastarbeiter betroffen waren, die infolgedessen von Einzahlern in die Sozialkassen zu Arbeitslosen- und Sozialhilfeempfängern wurden. Viele von ihnen verließen Deutschland aber nicht, denn sie fürchteten, nicht wieder erneut einreisen zu dürfen. Stattdessen holten sie ihre Familien nach. Aus einem vorübergehenden Aufenthalt wurde somit ein dauerhafter. Die Migrantenkinder schickte man ohne deutsche Sprachkenntnisse direkt in die öffentlichen Schulen, welche nicht auf geeignete Fördermaßnahmen vorbereitet waren, und viele dieser Kinder verließen die Schule ohne Abschluss oder mit geringer Bildung, weswegen ein ähnlicher Weg wie der ihrer Eltern in schlecht bezahlte Jobs oder in die Arbeitslosigkeit vorgezeichnet war. Identitätsprobleme sowie große Orientierungslosigkeit zwischen der Kultur des Heimatlandes und der Deutschlands ließen viele Migrantenkinder nur schwer in der deutschen Gesellschaft Fuß fassen.56

In einer multikulturellen Gesellschaft, in der jeder völlig unbeeinflusst die Gepflogenheiten seines Heimatlandes ausleben konnte und eine Anpassung an Normen und Gesetze des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Deutschland häufig nicht erfolgte, konnte in vielen Fällen keine echte Integration gelingen. Ganz im Gegenteil: Es wurde dadurch die Entstehung von Parallelgesellschaften und von Clanwirtschaft, die sich bis heute überwiegend in den Großstädten wie beispielsweise Berlin und Dortmund, aber auch in Duisburg, Essen und Gelsenkirchen konzentrieren, gefördert bzw. verstärkt.57 Beispielsweise zogen sich viele Türken und deren Kinder aufgrund ihrer oftmals viel konservativeren Ansichten und Vorstellungen von der deutschen Gesellschaft in die Isolation zurück.58

Der gescheiterten Integration vieler Zuwanderer, die von Beginn an aufgrund falscher Annahmen und fehlender Maßnahmen, wie beispielsweise verbindlicher Sprachkurse, nicht forciert wurde, versuchte man zur Regierungszeit von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) in den Jahren 1982 bis 1998 verstärkt durch das Rückkehrförderungsgesetz mit finanziellen Anreizen zu begegnen. Hierdurch sollten die Einwanderer, die teilweise schon jahrzehntelang in Deutschland lebten, zur Rückkehr in ihre Heimatländer bewegt werden. Diese Pläne wurden seitens der Bevölkerung unterstützt.59 So hatte der damalige CDU-Frontmann die Bundestagswahl 1983 u. a. aufgrund dieses Versprechens gewonnen. Kohl sah eine gelungene Integration ausländischer Mitbürger als machbar bei einer nicht weiteren Zunahme von Zuwanderern in der Bundesrepublik.60 Die Zahl der Ausländer sollte sogar bis zum Jahr 1993 um die Hälfte reduziert werden. Diese Maßnahme scheiterte jedoch, da sich viele Migranten mittlerweile ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland aufgebaut hatten und keinen Grund sahen, dieses Land zu verlassen.