Der Weg eines Mädchens - Ravina Fall - ebook

Der Weg eines Mädchens ebook

Ravina Fall

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Opis

Ravina Fall ist ein Avatar auf der Online Plattform Second Life. Die Autorin hat ihre Erlebnisse aus dem Rollenspiel zusammengefasst und zu diesem Roman verarbeitet. <<Eine junge Frau namens Ravina wird von der Erde entführt und findet sich auf dem Planeten Gor wieder. Verschleppt von der Erde, ist sie hier zu einem Leben als Sklavin gezwungen. Die Geschichte beschreibt ihren inneren Kampf gegen die Unterwerfung. Ravinas irdische Erziehung lässt sie in einen tiefen Zwiespalt fallen. Doch mehr und mehr fühlt sie, wie die Sklavin in ihr zu erwachen beginnt. >>

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Ravina Fall

Der Weg eines Mädchens

Eine Geschichte aus dem Rollenspiel in Second Life

Texte: © 2011 Ravina Fall

Umschlaggestaltung: © 2011 Greta Heron

Verlag:

Ravina Fall

c/oPapyrus Autoren-Club,R.O.M. Logicware GmbHPettenkoferstr. 16-1810247 Berlin

Druck: epubli ein Service der neopubli GmbH, Berlin

Die bereits veröffentlichten Romane um Ravinas Geschichte:

Teil 1: Der Weg eines Mädchens

Teil 2: Irrwege eines Mädchens

Teil 3: Sklavenseele

Inhalt

Prolog

1.Samanu

2.Frei

3.Torburg

4.Auf See

5.Nine Wells

Prolog

Eswar eine sternenklare Nacht am Hafen von Samanu. Ein Schiff, das vom Aussehen her wohl aus dem Norden zu kommen schien, legte in der Dunkelheit an. Mit lautem Poltern konnte man die Mannschaft von Bord gehen hören und in der Stille der Nacht waren weithin die derben Scherze zu vernehmen, die man sich zurief.

„Das erste Fass Paga gehört mir alleine, Männer!“, rief einer der Matrosen, was allgemeines Gelächter auslöste.

„Ja, betrink dich nur!“, erwiderte ein anderer. „Dann liegst du schnarchend in den Fellen und für uns bleiben mehr Sklavinnen übrig!“

Daraufhin erschallten johlende Jubelrufe, die jedoch schnell immer leiser wurden, bis sie endgültig in der Ferne verhallten. Schon bald war nur noch das leise Knarren des Schiffes zu hören, das sich ganz sanft auf den Wellen der Thassa hin und her bewegte.

Im schummrigen Licht des Frachtraumes streckte ein Mädchen seinen Kopf lauschend aus einem Haufen von Fässern und Kisten hervor. Völlig bewegungslos verharrte sie für einige Ehn, bis sie ganz sicher war, das auch der letzte dieser rauen Kerle das Schiff verlassen hatte. Dann erst wagte sie es, sich aus ihrem sicheren Versteck zu lösen.

Einer der Monde schickte sein Licht durch die Einstiegsluke hinab. Für einige Ihn leuchtete ihr feuerroter Schopf auf, blitzte ein Stück weißer Stoff auf ihrer Haut und ihr Gesicht wurde in gelbes Licht getaucht. Grüne Augen blickten wachsam in die Nacht. Ravina, so hieß das Mädchen, sah sich noch einmal um. Dann stellte sie sich aufrecht hin und streckte ihren ganz steif gewordenen Körper wohlig durch. Drei Tage lang hatte sie in ihrem Versteck verharrt, stumm, immer voller Furcht vor Entdeckung, hungrig und durstig. Doch sie hatte es geschafft!

Als ihr Körper langsam beweglicher wurde und ihr wieder zu gehorchen schien, machte sie sich auf die Suche nach Nahrung. Vorsichtig kletterte sie die Leiter zum Deck hinauf, und atmete seit Tagen zum ersten Mal wieder herrlich frische Luft. Sie ließ ihren Blick umher schweifen und es wurde ihr um einiges leichter ums Herz, als sie feststellte, dass wohl keine Wachen zurück geblieben waren.

Ravina lief geduckt übers Deck zu einigen Kisten, die sie erspäht hatte und öffnete leise die Erste. Das Wasser lief ihr im Mund zusammen, als sie Brot und getrocknete Fleischstücke entdeckte. Heißhungrig griff sie hinein und nahm sich ein Stück Brot heraus. Sie stopfte es gierig in den Mund, kaute, griff sich dann ein Stück Fleisch und zerriss es mit den Zähnen wie ein Tier. Ravina vergaß alles um sich herum und aß bis ihr der Magen schmerzte, so groß war das Verlangen nach Essbarem. Als sie endlich gesättigt war spürte sie einen unbändigen Durst in sich. Das Mädchen schloss, jetzt wieder umsichtig, den Deckel der Kiste, verwedelte die Krümel, die sie auf dem Schiffsdeck hinterlassen hatte und sah sich erneut um. In den tiefen Schatten der Nacht vermeinte sie einige Bota mit Flüssigkeit zu erkennen. Und so ging sie, noch immer leise und vorsichtig, in die Ecke des Schiffes, wo sie sie erspäht hatte. Ravina öffnete die Erste, roch misstrauisch am Inhalt und rümpfte die Nase, als starker Metgeruch hervordrang. Schnell verschloss sie das Gefäß wieder und nahm das nächste. Erst in der dritten Bota befand sich Wasser. Gierig trank Ravina das kühle Nass und fühlte, wie wohl es ihr tat. Auch hier stellte sie wieder alles säuberlich aufgereiht hin, genau so, wie sie es vorgefunden hatte, um nur ja kein Misstrauen unter den Seeleuten zu erwecken.

Als Ravina sich gestärkt fühlte, sah sie sich noch einmal um. Dann ging sie direkt zur Mitte des Schiffes, wo ein Steg hinunter zum Hafen der fremden Insel führte. Zögernd schaute sie nach unten. Sollte sie es wirklich wagen? Das Mädchen schluckte schwer und sprach sich Mut zu, die Fäuste fest geballt. Sie setzte einen ihrer nackten Füße auf das Holz, dann den Zweiten.

Und dann ging sie langsam, Schritt für Schritt, über die schwankenden Holzplanken hinab in die Fremde.

1.Samanu

In den Schatten der Nacht war kaum etwas zu erkennen. Doch es schien ein Markt zu sein, der sich vor ihr auftat als sie den Hafen verließ. Mit flinken Schritten ging sie die wenigen Stufen, die zu den Verkaufsständen führten, hinauf und sah sich um. Sie entdeckte einen Stand, dessen Verkaufstisch mit dunklem Tuch bis zum Boden bedeckt war und huschte eilig dort hin. Sie kroch unter den Tisch, zupfte das Tuch um sich herum so zu Recht, dass wirklich nichts mehr von ihr zu sehen war und starrte dann blicklos in die Dunkelheit. Um sie herum raschelte es immer wieder leise und geheimnisvoll. Das Mädchen lauschte mit angehaltenem Atem diesen Geräuschen der Nacht. Sie betete, dass es keine bissige Urt sein möge, die gleich das Versteck mit ihre teilen wolle, oder sogar noch Schlimmeres.

Die Dunkelheit wollte nur langsam der Morgendämmerung weichen und dem Mädchen kamen die Ehn vor wie Ahn als es starr vor Angst und Aufregung, in ihrem Versteck verweilte. Erst als es hell genug war, um ihre Umgebung wirklich zu erkennen, hob Ravina das Tuch ein kleines Stückchen an und lugte hinaus.

Der Markt lag noch immer still und verlassen vor ihr. Sie wagte es, kroch unter dem Tisch hervor und blinzelte ins Morgenlicht. Ravina stand auf einer kleinen Plattform die mit Marktständen umgrenzt war. Mit leisen Schritten, sich ständig umsehend und immer darauf bedacht nicht entdeckt zu werden, ging sie von Stand zu Stand. Wenn der Kies unter ihren Füssen allzu sehr knirschte stockte sie. Sie wartete mit klopfendem Herzen, sich sicher, dass doch gleich ein Freier um die Ecke kommen und sie entdecken müsse, doch alles blieb still. Ravina schaute hinter alle Stände, hoffend, noch ein wenig Nahrung zu finden. Doch sie entdeckte nur Stoffe, Bilder und alle Art von Hausrat, den man sich auf einem Markt zu kaufen wünscht. Nachdenklich hielt Ravina inne in ihrer Suche. Was sollte sie tun? Sie hatte nun den ganzen Markt umrundet und stand wieder am Anfang. Zögernd ging sie die wenigen Stufen vom Markplatz wieder hinab.

Sie ließ den Hafen und das Schiff, das sie vom kalten Norden weggeführt hatte links hinter sich und ging auf die Stadt zu, die noch in friedlichem Schlummer zu liegen schien.

Ravina drückte sich im Schatten der Häuser entlang. Sie hatte keine Ahnung, wohin sie sich am Klügsten wenden sollte. Immer wieder schweifte ihr Blick unstetig umher, als er plötzlich an etwas hängen blieb.

Wie magisch angezogen ging sie auf einen Käfig zu, der auf der Veranda eines einstöckigen Hauses stand. Dort saß, hinter dicken Holzstangen gefangen, ein ihr fremdes, großes Tier mit einem ungewöhnlich dreieckigen Kopf und schien sie misstrauisch anzustarren. Es war groß, irgendwie hässlich und machte einen aggressiven Eindruck auf Ravina. Dennoch fühlte sie sich ihm verbunden, wie es da, hinter den Gitterstäben gefangen, kauerte. Gefangen, wie sie es noch vor wenigen Tagen selbst gewesen war! Mit sanfter Stimme redete sie leise auf es ein. „Haben sie dich auch einfach eingesperrt, du armes Ding? Ich weiß, wie du dich fühlst! Aber wie du siehst…“ Sie deutete auf ihren nackten Hals „ist es möglich zu entkommen! Das hätten die nie gedacht, dass ich weglaufe!“ Ravina seufzte. „Ach, am liebsten würde ich dich auch freilassen, aber…“ Sie blickte auf die spitzen Reißzähne des Tieres. „Weißt du, ich denke es ist besser, du bleibst doch da drin!“

Völlig mit sich und dem gefangenen Lebewesen vor ihr beschäftigt hatte Ravina nicht bemerkt, dass jemand hinter sie getreten war und sie stumm beobachtete. Mitfühlend blickte sie hinter die Gitterstäbe und murmelte „Mal sehen ob ich hier nicht irgendwo was zu fressen für dich finde, mein Großer.“

Sie drehte sich von dem Tier weg und erstarrte. Vor ihr stand ein großer, fremder Mann und beobachtete sie ruhig von oben herab. Ravina wurde blass. Ihr Arm hob sich und fast hätte sie an ihren Hals gefasst, um zu prüfen, ob sie auch wirklich ohne Kragen vor ihm stand. Im letzten Augenblick konnte sie sich bremsen, fuhr sich stattdessen mit der Hand durchs Haar und begann wild drauflos zu plappern.

„Oh, ähem... Tal... also… grüße… ich… ähem“ Ravina stockte, räusperte sich und riss sich zusammen. Ungeachtet ihrer weißen Tunika und ihres offensichtlich ramponierten Äußeren, versuchte sie in ihre Stimme die Arroganz und Sicherheit einer freien Frau zu legen. „Ich bin neu hier, Sir und habe mich ein wenig verlaufen, aber ich denke ich gehe dann besser weiter.“ Sie machte bei jedem Wort einen kleinen Schritt zur Seite, um so viel Distanz wie möglich zwischen sich und den Fremden zu bringen.

Der Mann hob eine Augenbraue und folgte sofort jedem Schritt, den sie wich. „Tal, gute Frau.“ Er sprach mit tiefer, angenehm melodiöser Stimme, doch der Spott darin war unüberhörbar. „So lasst euch doch geleiten, wenn ihr euch verlaufen habt! Mein Name ist Xeno aus der Kaste der Händler und ich wohne hier auf der Insel. Samanu ist ja nicht groß und ich kann euch gerne führen, wohin ihr mögt… Vielleicht möchtet ihr mir erzählen, woher ihr kommt und was euer Begehr ist?“

Ravina starrte ihn nur an, nahm den feinen Spott in seiner Stimme wahr und all ihre dummen Träume von Freiheit zerplatzten wie Seifenblasen. Auch wenn ihr Hals ohne Kragen und ihre Beine ohne Brandzeichen waren, ihre Kleidung wies sie aus als das, was sie hier auf diesem Planeten immer sein würde. Dazu kam der feine Akzent der Barbarin, den sie in der kurzen Zeit, die sie auf Gor weilte, noch nicht hatte ablegen können. Fieberhaft suchte sie nach einem Ausweg. Doch die Furcht, erneut gefangen und in den Kragen gesteckt zu werden, ließen keinen vernünftigen Gedanken mehr zu.

Ein einziges Wort schien in ihr aufzuschreien: Flieh!

Und das tat sie! Ravina drehte sich ohne ein weiteres Wort auf dem Absatz um und rannte in den fremden Ort hinein. Über unbefestigte Wege, wahllos nach rechts und links Haken schlagend. Sie hörte die schnellen Schritte des Fremden hinter sich, die sich nicht weiter entfernen wollten und mehr als einmal sah sie sich im Laufen um. Rote Strähnen flatterten ihr dabei um die Augen und vernebelten die Sicht. Er verfolgte sie unerbittlich, als wolle er sie treiben wie ein Tier bei der Jagd. Er hielt immer den gleichen Abstand. Es war fast, als spiele er ein grausames Spiel mit ihr. Ravinas Atem flog, ihre Lungen begannen zu brennen von der Anstrengung. Sie kam ins Straucheln. Ihre Beine schienen ihr nicht mehr gehorchen zu wollen, doch sie nahm noch ein letztes Mal alle Kraft zusammen und bog um eine weitere Hausecke. Noch immer hoffte sie, vielleicht ein Versteck oder irgendeinen Ausweg zu finden, doch dann sah sie wieder den Käfig mit dem seltsamen Tier vor sich. Sie war im Kreis gelaufen!

Ravina heulte verzweifelt auf und spürte gleichzeitig, wie ihre Kräfte sie endgültig verließen. Sie wurde langsamer, blieb schließlich keuchend stehen und lies den Kopf gegen einen Zaun vor ihr sinken. Hilflose Wut auf ihr ungerechtes Schicksal überkam sie und mit beiden Fäusten hieb sie auf die Holzlatten ein. Ihre Augen füllten sich mit Tränen.

Xeno kam mit ruhigen Schritten und augenscheinlich kaum außer Atem näher heran. Direkt hinter ihr blieb er stehen. Er packte sie an den Schultern, drehte sie zu sich herum, legte eine Hand unter ihr Kinn, so dass sie zu ihm aufsehen musste und sah sie mit festem Blick an. „Gib auf, Kajira.“ Seine Stimme klang ruhig und befehlsgewohnt. „Niemand würde dir je abkaufen, du könntest eine freie Frau sein!“

Ravinas Lippen begannen zu zittern und nun liefen ihr die Tränen doch über die Wangen.

Der Mann beobachtete das völlig ungerührt. „Du wirst nun ohne weitere Ausflüchte mit in mein Haus kommen, Sklavin. Dort hast du einige Fragen zu beantworten.“

Sie spürte, wie ein ängstliches Wimmern in ihr aufstieg und presste fest die Lippen aufeinander. Sein Blick ließ ihren Widerstand schnell dahin schmelzen und schließlich nickte sie stumm.

Zufrieden registrierte Xeno ihre Zustimmung. „Schön! Aber nur zu deiner Warnung: Solltest du erneut versuchen mir davon zu laufen, wird ein Pfahl das letzte sein, was du auf dieser Welt spürst, Kajira!“

Seine Stimme schien völlig emotionslos und Ravina lief es eiskalt über den Rücken. Überdeutlich sah sie das Bild vor sich: wie der Freie sie nicht mehr für würdig befindet zu leben, der Pfahl, der durch ihren Körper getrieben wird... Ihre Schultern sackten herab und eine tiefe Hoffnungslosigkeit breitete sich in ihr aus. Sie schloss für einige Ihn die Augen und atmete tief durch. Dann stieß sie sich von der Mauer ab und eilte ihm hinterher, den Blick starr auf seinen Rücken gerichtet. Sie war viel zu sehr gefangen in ihrer Furcht vor seiner Strafe, als dass sie auch nur einen einzigen Gedanken an eine erneute Flucht zugelassen hätte.

Ravina folgte ihm durch die verwinkelten Gassen der Insel, für deren Schönheit sie auch jetzt keinen Blick übrig hatte. Nicht lange und sie erreichten ein großes Anwesen.

Der Freie öffnete das Tor und deutete Ravina an einzutreten. Einen Augenblick zögerte ihr Schritt, doch ein strenger Blick des Mannes ließ sie erneut aufgeben. Hastig drückte sie sich an ihm vorbei, in einen großen Innenhof und schon schlug das Tor hinter ihr zu.

Ravina musste hart gegen die Panik ankämpfen, die in ihr aufstieg. Flehend schaute sie zu Xeno auf. Doch sein Blick traf nur kühl den ihren und dann deutete er in Richtung Haus. Mit kleinen unwilligen Schritten ging Ravina über den Hof und dann durch eine schön verzierte Türe in das Gebäude hinein.

Weiche Teppiche verwöhnten ihre nackten Füße. An den Wänden hingen wunderschöne Gemälde. Die bunten Kissen auf dem Boden hätten das Auge jedes anderen Besuchers sicher erfreut. Doch sie nahm nichts von alledem wahr. Mit gesenktem Kopf ging sie voran bis in die Mitte des Zimmers, das wohl als Wohnraum diente. Dort kniete sie nieder, mit geschlossenen Schenkeln, so wie man es sie gelehrt hatte und wartete, welches Schicksal der Freie ihr zugedacht hatte.

Xeno folgte ihr in den Raum hinein, schlenderte dann ohne Hast zur gegenüber liegenden Wand und nahm eine lange braune Sklavenpeitsche vom Haken. Locker ließ er sie in der Hand schwingen. Dann ging er mit nachdenklichem Gesichtsausdruck auf Ravina zu. Streng schaute er auf das vor ihm gebeugte Köpfchen hinab als er begann zu sprechen. „So Kleines, nun wirst du mir Rede und Antwort stehen. SIEH MICH AN!“

Ravinas Kopf fuhr erschrocken hoch, als er sie so anherrschte und ihr Blick flackerte angstvoll, doch sie schaute ihm in die Augen, wie er es verlangt hatte. Kein Zeichen von Güte konnte sie darin erkennen und innerlich wurde ihr immer banger ums Herz.

„Weißt du nicht, dass du jeden Befehl bestätigen musst, Kajira?“Er fasste ihr grob ins Haar und sah sie böse an.

Ravina wimmerte unter seinem stahlharten Griff, doch sie wehrte sich nicht dagegen. Zu deutlich war ihr bewusst, wie aussichtslos dies wäre. „Ja Herr… bitte, verzeiht mir, Herr. Ich… ich fürchte mich so“, brachte sie dann stotternd heraus.

„ICH?“, herrschte Xeno sie an. „Wer ist denn bitte schön ICH? Weißt du etwa nicht, wie eine Kajira zu sprechen hat?“ Er ließ mit einem verächtlichen Schnauben ihre Haare los und murmelte: „Das kann noch was werden. Keinerlei Ausbildung das Ding!“

Ravina rieb sich verstohlen den schmerzenden Haaransatz und sah dann verwirrt zu ihm auf. „Herr, bitte, ich verstehe nicht.“

Kaum hatte sie die Worte ausgesprochen, da holte Xeno aus und gab ihr eine schallende Ohrfeige.

Ravinas Kopf flog zur Seite, der Schmerz ließ Funken vor ihren Augen blitzen und sie hob erschrocken eine Hand an die rot glühende Wange. Tränen schossen ihr in die Augen und sie schluchzte leise, während der Mann wieder auf sie einredete.

„Eine Kajira ist nicht mehr als ein Tier und wenn du von dir sprichst, so wirst du dich als „diese Sklavin“ bezeichnen! Hast du das verstanden?“

Unter Schluchzen schaffte es Ravina, ihm die Antwort zu geben, die er wohl hören wollte. „Diese Sklavin hat verstanden, Herr“ Es fühlte sich scheußlich an so sprechen zu müssen.

Xeno nickte zufrieden und ging dann ein paar Schritte in seinen Wohnraum hinein. Er ließ sich gemütlich auf einem der weichen Kissen nieder, legte die Kurt deutlich sichtbar neben sich auf den Boden und winkte Ravina herbei. „Nun sprich, wie ruft man dich, woher kommst du und vor allen Dingen… warum hast du keinen Kragen?“

Ravina folgte ihm wohl oder übel zu seinem Platz und kniete vor ihm nieder. Mit dunklen Augen schaute sie ihn an, in ihr das Wissen, dass er sie bestrafen würde, bestrafen MUSSTE,für das was sie ihm erzählen würde, schließlich war sie ein geflüchtete Sklavin! Doch sie sah keinen Ausweg und begann gehorsam zu reden.

„Diese Sklavin wird Ravina gerufen, Herr. Sie kam einst von einem anderen Planeten, der Erde genannt wird, hierher nach Gor. Warum, weiß sie nicht.“ Ravina stockte kurz um sich zu sammeln, ihr Blick wanderte zum Herdfeuer. In Erinnerungen versunken blickte sie hinein und rot spiegelte sich das Licht der Flammen in den Pupillen des Mädchens. Dann wandte sie den Kopf wieder zu dem Freien und eine tiefe Traurigkeit war in ihren Augen zu sehen. „Man hat dieses Mädchen wohl betäubt, damals in ihrer Heimat. Sie kann sich nur erinnern, in einem seltsamen Dorf aufgewacht zu sein. Es war eiskalt dort und ich...“ Ravina stockte, als sie ihren Fehler bemerkte und schaute furchtsam zu dem Freien.

Xenos Augen verengten sich kurz, doch dann nickte er ihr zu und sagte nur knapp: „Mach weiter und sei jetzt aufmerksamer, Ravina.“ „Ja, Herr! Danke, Herr!“ erleichtert atmete sie auf. Kurz schweifte ihr Blick über die Kurt, die so drohend dort am Boden lag, dann redete sie schnell weiter. „Es war sehr kalt dort und die Sklavin war immer völlig nackt. Alle redeten in einer Sprache, die die Sklavin nicht verstehen konnte und sie hatte furchtbare Angst. Man hat der Sklavin dann beigebracht, was sie jetzt ist.“ Ravina schluckte schwer und sah kurz mit dunklen Augen zu dem Freien, der den Blick jedoch kühl und völlig ungerührt erwiderte. „Die Sklavin war nicht lange dort, Herr. Sie hat wohl die Sprache gelernt und das sie zu dienen hat, aber… aber sie...“ Ravina schaute erneut zu ihm und musste sich sichtlich zusammen reißen, um weiter zu sprechen.

Xeno hob nur stumm eine Augenbraue und so nahm sie sich zusammen und sprach weiter. Nun fast tonlos, wissend, dass dem Freien nicht gefallen würde, was er gleich zu hören bekäme. „Die Sklavin war sehr unglücklich mit ihrem Los, Herr. Und bei der ersten Gelegenheit ist das Mädchen geflüchtet.“ Sie schwieg für einige Augenblicke und wartete, doch als er nicht reagierte, erzählte sie mit dumpfer Stimme weiter. „Die Sklavin hatte Glück, sie entkam unbemerkt in der Nacht und schon nach einem halben Tag ist sie auf wilde Frauen gestoßen. Diese Frauen haben sie sehr freundlich aufgenommen und ihr sogar geholfen den Kragen abzufeilen. Aber sie waren wirklich seltsam. Also ist die Sklavin nach wenigen Tagen auch von dort wieder weggelaufen. Diesmal hatte sie sich einige Vorräte in einen kleinen Sack eingepackt und so konnte sie sich tagelang problemlos ernähren, während sie immer weiter in Richtung Süden flüchtete. Irgendwann kam sie zur Thassa. Von da an ist sie immer an der Küste entlanggelaufen, bis sie an eine Hafenstadt kam. Nachts hat die Sklavin sich auf eines der Schiffe dort geschlichen, ohne zu wissen wohin die Reise geht.“ Ravinas Blick glitt wieder in die Ferne, als würde sie alles genau vor sich sehen. „Auf drei Schiffen ist das Mädchen als blinder Passagier mitgereist, bis sie letzte Nacht hier auf der Insel ankam. Die Luft hat sich so herrlich warm angefühlt und sie dachte, hier ist sicher kein Norden mehr und vielleicht könne sie hier bleiben…doch nun…“

Ravina stockte, ihr Blick wurde wieder klar und mit einem Mal vergrub sie ihren Kopf in den Händen und schluchzte heftig. All die Angst, die vergebliche Hoffnung auf Freiheit und die Anspannung, brachen nun aus ihr heraus. „Nun ist Ravina wieder gefangen und alles war umsonst!“

Xeno schaute nachdenklich auf das Häufchen Elend vor ihm, dann streckte er die Hand aus und streichelte sanft ihren Kopf.

Verwundert sah das Mädchen hoch und tausend Fragen lagen in ihrem Blick. „Nun höre mir zu, Kajira“, sagte er mit ruhiger Stimme und sah sie ernst aber nicht böse an. „Ich werde dich nicht für deine Flucht bestrafen. Mir hast du damit nicht geschadet und die Übergangshand ist wohl vorbei – Damit gehörst du mir!“ Er beobachtete sie genau bei diesen Worten. „Ich werde dich bei mir im Haus aufnehmen und dir Essen und ein Fell zum Schlafen geben. DU aber, wirst dich mir unterwerfen und mir bedingungslos gehorchen. Du wirst die Sklavenschule der Insel besuchen, um zu lernen wie eine gute Kajira sich verhält. Und du wirst nie mehr versuchen zu fliehen, denn eine Sklavin, die aus meinem Hause flüchtet, hat den Tod gewählt!“

Ravina sah ihn fassungslos an. Ein Wechselbad an Gefühlen spiegelte sich in ihrem Blick als seine Worte langsam in sie eindrangen. Erleichterung, Angst und dann nach einer ganzen Weile, Resignation. Zögerlich und kaum erkennbar nickte sie, sie hatte sich entschieden.

Langsam, als wollte sie sich selbst jede Bewegung bewusst machen, streckte sie ihren Rücken noch fester durch, senkte den Blick demütig vor dem Herrn, hob die Arme über den Kopf und überkreuzte die Handgelenke. Ihre Stimme zitterte stark, als sie die Worte herauspresste, doch sie sprach laut und deutlich: „La Kajira, Herr. Diese Sklavin möchte sich euch unterwerfen!"

Schon eine ganze Hand war vergangen, seitdem Ravina im Haus ihres Herrn diente. Und auch wenn er nicht zuließ, dass sie müßig herum saß, so ging es ihr doch nicht schlecht bei ihm. Sie verrichtete gehorsam die Arbeiten, die er ihr zuwies und bisweilen schien sie sogar richtig darin aufzugehen. Nur noch ab und zu verharrte sie plötzlich mitten in ihrem Tun, ließ traurig den Blick aus einem der Fenster in die Ferne schweifen. Dann konnte man wieder das einsame Erdenmädchen in ihr erkennen, das die Sehnsucht nach der Heimat wohl nie ganz überwinden würde.

Ravina durfte das Haus nicht verlassen. Stets war das Tor verschlossen und selbst wenn Xeno das Anwesen verließ, um sich mit den Händlern der Stadt zu treffen oder seinen Freizeitvergnügungen nachzugehen, blieb sie immer alleine zurück. Es dauerte nicht lange und sie begann die Zeit zu ersehnen, wenn er wieder nach Hause käme. Ohne es zu bemerken hatte sie ihr Sklavendasein zu einem Teil doch akzeptiert. Heimlich schlich sich auch ein Gefühl der Wärme in ihr Herz, wenn sie abends neben ihrem Herrn sitzen durfte, wenn er ihr sanft über das Haar strich oder mit ihr sprach.

Wieder einmal war er den ganzen Tag unterwegs gewesen und als die Abendsonne tief ins Fenster schien, schaute das Mädchen erwartungsfroh nach draußen. Sie hatte ihre Arbeiten sorgfältig erledigt und ein leckeres Mahl aus gebratenem Boskfleisch, Suls und frisch gebackenem SaTarnaBrot für ihn bereitet. Ravina lief immer wieder zum Fenster, um zu sehen wo er blieb. Ständig strich sie sich dabei nervös übers Haar, glättete die Falten ihrer Tunika wohl zum hundertsten Mal mit der Hand und konnte es kaum erwarten ihren Herrn zu begrüßen.

Doch als endlich das vertraute Quietschen des Tores erklang und Ravina freudig hinauslief stand ihr eine böse Überraschung bevor. Neben ihrem Herrn stand, leicht verdeckt von seinem Körper, ein wunderhübsches blondes Mädchen. Ihr Haar schimmerte in der Abendsonne wie Gold und ihre Haut schien wie Seide.

Xeno schien den Blick gar nicht von dem Mädchen abwenden zu können, als er sie nach vorne zog und Ravina stolz vorstellte. „Dies ist Lana, mein erstes Mädchen“, sagte er gut gelaunt. „Sie ist endlich von ihrer Botenreise für mich zurückgekehrt.“ Dann wurde sein Ton strenger. „Du wirst sie Herrin nennen und ihr gehorchen als wäre sie frei. Sie hat das Recht dich zu bestrafen, wenn du sie verärgerst.“

Ravina starrte die Fremde an, dann presste sie unwillig: „Ja, mein Herr“ heraus. Innerlich wurde ihr eiskalt, als ihr klar wurde, was dies für sie bedeutete. Eine andere Sklavin, die über ihr stand, der sie gehorchen musste, die sie sogar bestrafen durfte... sicher würde ihr Herr diese immer vorziehen! Noch einmal schaute sie in die kalten Augen der Blonden, kurz schweifte der Blick über das nahezu perfekt anmutende Wesen, doch dann riss sie sich zusammen. Sie zwang sich demütig den Blick zu senken und grüßte, so wie es von ihr erwartet wurde. Aber das kurze Aufblitzen ihrer Augen, bevor sie sie niederschlug und die Finger, die sich hart in die Tunika krallten, sprachen Bände.

Lana sah all dies wohl und erwiderte mit spöttischem Blick den Gruß. Dann drehte sie Ravina mit wohl berechnetem Hüftschwung den Rücken zu, warf die blonde Mähne zurück und lächelte Xeno lasziv an. „Wollt ihr nun ein wenig verwöhnt werden, mein Herr? Sicher habt ihr solche Freuden lang entbehren müssen! Das Ding da …“, sie wedelte abfällig zu Ravina, „kann ja solange das Mahl bereiten. Währenddessen wird euch euer erstes Mädchen den Staub des Tages vom Rücken waschen und eure Muskeln mit einer Massage entspannen. Das Badehaus ist doch geheizt, oder Ravina?“ Sie schaute ihre Kettenschwester kurz von oben herab an, lies sie aber gar nicht erst zu Wort kommen. Schon wandte sie sich wieder zum Herrn und strich ihm neckend über die Arme.

Xeno lachte auf, packte Lana bei den Hüften und hob sie hoch. „Aber sicher Kleines, gehen wir rüber ins Badehaus“ Er warf sie sich über die Schultern und ging über den Hof in das Nebengebäude, ohne Ravina auch nur eines weiteren Blickes zu würdigen.

Ravina starrte ungläubig hinterher. Er hatte sie einfach stehen gelassen! Nicht mehr beachtet und kümmerte sich lieber um sein erstes Mädchen! Sie schaute an sich runter und spürte einen harten Kloß im Hals. War sie ihm denn gar nichts wert? Nur weil sie von weißer Seide und für die Felle noch zu ängstlich gewesen war? Hatte sie sich denn nicht auch hübsch für ihn gemacht? Fand er die andere vielleicht sogar so viel schöner, dass er Ravina von nun an gar nicht mehr beachten würde? Würde sie seine Putzsklavin sein und für die Vergnügungen hatte er nun eine bessere?

Ravina spürte, wie ihr langsam eine Träne über die Wange kullerte. Wütend wischte sie sie weg und versuchte sich zu beruhigen. Doch dann stieg unaufhaltsam Zorn in ihr auf, lies die Wangen heiß erglühen und die Fäuste ballten sich unwillkürlich. Wozu sich aufregen? Schließlich war sie ein Erdenmädchen, das gar keine Sklavin sein wollte! Sie brauchte das nicht! Auf keinen Fall!

Trotzig stand sie da und starrte zum Nebengebäude hinüber. Sollten sie sich doch vergnügen, dann würde der Braten eben kalt, das war ihr doch egal! Eine ganze Weile stand sie so da und versuchte sich einzureden, dass ihr völlig gleich war, was ihr Herr dort ohne sie trieb. Doch immer wieder glitt ihr Blick zum Badehaus, wie magisch angezogen von dem kleinen Fenster, das in der Seite des Nebengebäudes eingelassen war. Sie spürte kaum wie ihre Schritte sie in Richtung Badehaus trugen, sich leise immer näher herantasteten und schon lugte sie über den Fensterrand und durch die leicht angelaufene Scheibe hinein.

In einer Ecke des Raumes war das halbrunde, marmorne Bad eingelassen, der Stolz ihres Herrn, von dem er immer sagte, so etwas zeige, dass man Erfolg in der Kaste habe. Am Rand des Beckens stand ihr Herr und direkt vor ihm kniete Lana. Die Sklavin entkleidete ihn langsam und liebevoll. Ravina hielt den Atem an, als Schicht um Schicht seiner Kleidung zu Boden fiel. Achtlos liegen gelassen, da die Sinne der beiden wohl von der Lust zu vernebelt waren, als dass sie darauf noch geachtet hätten. Ravinas Blick glitt am Körper ihres Herrn entlang und sie spürte wie ihr Mund plötzlich trocken wurde. Ihre Schwester hatte sich indes auch entkleidet und rieb nun ihren herrlichen Sklavenkörper an seinen Beinen. Ravina konnte den Blick nicht mehr von den Beiden wenden. Unwillkürlich legte sie ihre Hände auf den dünnen Tunikastoff über ihren Brüsten, begann sie zu streicheln und zu liebkosen, während sie die Zwei beobachtete. Ein verlangendes Keuchen drang aus ihrer Kehle.

Der Kopf ihres Herrn fuhr so schnell herum, dass Ravina keine Möglichkeit mehr hatte sich hinter der Scheibe zu ducken. Sein Blick fiel auf sie und ungläubig weiteten sich seine Augen. Ravina sah, wie er stirnrunzelnd etwas zu ihrer Schwester sagte. Dann öffnete sich auch schon die Türe zum Badehaus. Lana stand vor ihr und befahl ihr mit einem boshaften Lächeln, hinein zu kommen. Ravina schob sich scheu an ihr vorbei in den kleinen Raum, in dem die Luft von Feuchtigkeit und dem zarten Duft der Badekräuter durchtränkt war.

Mit gesenktem Blick ging sie auf ihren Herrn zu und kniete mit geschlossenen Schenkeln vor ihm nieder.

„So, so, Ravinas Körper scheint danach zu verlangen, geöffnet zu werden?“ Xenos Stimme triefte geradezu vor Spott und die Sklavin wand sich verlegen unter seinem Blick. „Antworte!“, sagte er scharf.

Ravina schüttelte wild den Kopf und wieder einmalgewann ihr Trotz die Oberhand. „Nein, Herr! Nein, die Sklavin will nicht geöffnet werden. Diese Sklavin ist kein solches Mädchen!“ Dabei schaute sie mit abfälligem Blick zu ihrer Schwester hinüber und es blieb kaum fraglich, wen sie mit „solches Mädchen“ meinte.

Der Freie lachte laut auf. „Ist sie nicht? Nein?“ Er fasste ihr grob ins Haar und zwang sie aufzustehen und ihn anzusehen. „Ich glaube doch, Kajira“, sagte er gefährlich leise und schon spürte sie, wie seine raue Männerhand grob an ihren Busen fasste und ihr dann boshaft in die Brustwarzen zwickte.

Vor Schmerz stöhnte Ravina laut auf und versuchte sich von ihm weg zu drehen, doch mit der anderen Hand hielt ihr Herr sie unerbittlich am Haar gepackt und jede Bewegung verursachte ihr zusätzliche Schmerzen. Er drehte und zwirbelte ihre Brustwarze immer weiter bis sie hart abstand, dann lachte er erneut auf. „Wie man sieht, gefällt deinem Körper was ich mit ihm mache, Sklavin! Wer weiß, vielleicht gefällt es dir HIER…“ Er tippte auf ihre Stirn, „ja auch bald!“ Er drehte sich zu Lana um und winkte sie mit einem amüsierten Lächeln zu sich. „Meine Erste, streichle ihre Hitze! Wir wollen doch mal sehen ob dieses Ding nicht doch schon in den Fellen zu gebrauchen ist!“

Die vollen Lippen zu einem amüsierten Lächeln verzogen, kniete sich Lana hinter Ravina, fasste durch deren Beine hindurch und begann nun tatsächlich mit der Hand über den Venushügel zu reiben.

Ravina erstarrte entsetzt und ihre Wangen wurden feuerrot vor Scham. Verzweifelt begann sie dann zu zappeln und sich zu wehren, doch sie hatte keine Chance. Der Griff des Freien hielt sie eisern in ihrer Stellung. Immer wieder kreisten die kundigen Finger ihrer Kettenschwester um Ravinas Hitze, streiften zart über ihre Perle und ließen kleine Schauder durch ihren Körper rieseln. Es dauerte nicht lange und sie konnte ein heißeres Stöhnen nicht mehr unterdrücken. Ihr Unterleib bog sich verlangend den streichelnden Fingern entgegen. Sie schloss die Augen und gab sich völlig diesem neuen, unglaublichen Gefühl hin. Ravina wusste nicht, dass Xeno sie von oben herab schweigend beobachtete. Sie bemerkte nicht einmal, dass er längst ihr Haar freigegeben hatte, sah nicht seinen zufriedenen Gesichtsausdruck und das stumme Nicken zu seinem ersten Mädchen. Zu herrlich war der Rausch, in den die erfahrenen Finger ihrer Schwester sie brachten. Immer wieder seufzte und stöhnte sie genüsslich, vollkommen jedem Geschehen um sich herum entrückt.

Lana hingegen reagierte sofort auf das Zeichen ihres Herrn. Sie nahm ihre Hand von Ravinas Hitze, packte diese dann grob an den Schultern und stieß sie seitlich nach vorne weg.

Ravina konnte sich gerade noch mit den Händen auf dem harten Steinboden auffangen. „Mein Herr? Herrin?“ wimmerte sie erschrocken und wollte den Kopf zu Xeno drehen.

Doch Lana riss ihn grob wieder nach unten und zerrte dann Ravinas Hände hinter den Nacken. „Halte still, du kleine Schlampe…“, sagte sie mit boshaftem Unterton in der Stimme, „Halte still und empfange demütig, was unser Herr dir zu geben hat.“ Sie kniete nun aufrecht neben Ravina und hielt weiter mit einer Hand deren Hände im Nacken fest. Mit der andern drückte sie Ravinas Rücken runter, so dass ihr Po einladend nach oben ragte und ihre Hitze gut einzusehen war.

Ein hartes Lächeln umspielte Xenos Mund, als er hinter seine Kajira trat und genüsslich auf das ihm Dargebotene blickte. Kurz nickte er zufrieden zu seinem ersten Mädchen, sah, dass sie wohl alles gut im Griff hatte, dann blickte er wieder voller Vorfreude auf die jungfräuliche Hitze vor ihm. Er rieb einmal kurz mit dem Finger durch ihren Spalt und ergötzte sich an dem widerwilligen, doch eindeutig lustvollen Aufstöhnen des Mädchens. Dann rammte er ihr ohne weitere Vorwarnung seinen längst harten Speer tief in die feuchte Hitze.

Ravina schrie auf, als ein scharfer Schmerz ihren Unterleib durchzog. Sie versuchte sich aufzubäumen, doch noch immer wurde sie rücksichtslos nach unten gedrückt.

Xeno beachtete ihre Schreie nicht. Hart stieß er immer wieder in sie hinein. Er keuchte dabei lustvoll und genoss es sichtlich, die enge Hitze des Mädchens zu öffnen. Der Freie ließ seiner Lust freien Lauf, grob und ohne jede Rücksicht auf das schmerzgepeinigte Wimmern des Mädchens. Er achtete weder auf Ravinas Körper, der sich voller Widerstreben verhärtete und nur durch die Hände seines ersten Mädchens gehalten wurde, noch auf ihre Fäuste, die Lana entkommen waren und nun wild auf die Erde trommelten. Er nahm sie weiterhin mit tiefen, harten Stößen und schon nach kurzer Zeit ergoss er sich heiß in den Mädchenleib.

Mit einem äußerst selbstzufriedenen Lächeln trat er dann zurück und gab seiner Ersten einen Wink, Ravina jetzt frei zu lassen.

Lana nickte, ließ Ravina los und augenblicklich sackte diese mit dem ganzen Körper auf den Steinboden und rollte sich dort weinend zusammen.

Der Freie schaute nur kurz abfällig auf sie herunter und sagte grob: „Stell dich nicht so an, Kajira! Es ist schließlich deine Aufgabe, mir zu dienen!“ Dann befahl er Lana, ihn nach dieser Anstrengung zu reinigen und zu verwöhnen.

Ohne einen weiteren Blick auf die weinende Ravina zu verschwenden, gingen Beide zum Bad hinüber und ließen das verzweifelt schluchzende Mädchen einfach liegen.

Die ganze Nacht hatte Ravina sich unruhig von einer Seite zur anderen geworfen. Sobald sie für einige Ehn Schlaf fand, verfolgten sie wirre Träume und ließen sie immer wieder aufschrecken. Dann lag sie mit klopfendem Herzen wach und starrte aus dem Fenster in das schwache Licht der drei Monde. Ihr Unterleib brannte, doch noch viel schmerzhafter brannte das Feuer des Hasses in ihrem Herzen. Wie spöttisch Lana sie angesehen hatte – danach – als sie selbst weinend vor Scham und Schmerz auf dem Steinboden des Badehauses gelegen hatte. Nicht eine Ihn hatte sie sich um die schluchzende Ravina gekümmert, sondern sich wieder schamlos an ihren Herrn herangemacht, ihn gebadet und umsorgt. Und ihr Herr, Ravina zerriss es bei der Erinnerung beinahe, er hatte sich abgewandt, kaum, dass er mit ihr fertig gewesen war und sie einfach liegen gelassen. Ravina wälzte sich erneut herum.

Ach, was hatten ihr die Mädchen im Norden einst für romantische Geschichten erzählt. Wie schön es sein würde, wenn ihr Herr sie das erste Mal im Fell umarmen und lieben würde. Nun ja, schön hatte es sich tatsächlich zuerst angefühlt, als er sie berührte. Selbst den Liebkosungen ihrer Schwester hatte sie nicht widerstehen können. Auch wenn sie sich jetzt innerlich wand vor Scham bei der Erinnerung. Doch dann… wie ein Stück Vieh hatte er sie benutzt, völlig gefühllos, sie geöffnet – ja, sicher, so war es Brauch - doch sollte das wirklich auf diese Art sein? Nur Schmerzen? Ohne jede Zärtlichkeit? Warum hatte sie keiner mehr beachtet, als sie so verstört am Boden lag? Wäre es nicht Aufgabe ihrer Schwester gewesen, sie zu trösten und aufzufangen? Wieder rollte eine Träne über Ravinas Wange und ein leises Wimmern drang aus ihrer Kehle. Sie starrte in die Nacht und ihr Blick war leer, so leer wie sie sich auch in ihrem Inneren fühlte. „Das bist du ihm also wert!“, dachte sie. „Ein Besitz, den man benutzt und dann wegwirft.“ Sie hob leicht den Kopf an und schaute hoch zum Schlaffell ihres Herrn, das er in dieser Nacht mit ihrer Schwester teilte. Wie liebevoll er den Arm um die Andere gelegt hatte. Ravinas Gedanken kreisten und kreisten. Schließlich gab sie es auf einschlafen zu wollen und erhob sich leise.

Das fahle Licht der Monde genügte ihr, um den Weg durch die vertraute Umgebung zu finden und sie schlich sich leise nach unten. Ein Entschluss war in ihr gereift. Ganz vorsichtig, sich ständig umsehend, ob auch wirklich keiner da war, durchwühlte sie den Reisebeutel ihres Herrn. Ihre suchenden Finger fassten etwas Hartes, Kaltes, zogen es heraus und ihre Augen leuchteten triumphierend auf, als sie auf das Jagdmesser in ihrer Hand blickte. „Damit bekomme ich sie auf!“ flüsterte sie hoffnungsvoll. Ravina nahm das Messer fest in die Hand und ging dann auf Zehenspitzen wieder aus dem Wohnraum. Vorsichtig schob sie die Haustür auf, damit sie nicht quietschte und schlich sich dann über den Hof bis zum Tor. Das Messer war sicher unter ihrer Tunika versteckt. Ravinas Herz klopfte bis zum Hals, als sie das schwere Vorhängeschloss des Tores betrachtete. „Jetzt oder nie!“ murmelte sie, dann steckte sie die Spitze des Messers in die Öffnung des Schlosses und begann darin herum zu stochern und gleichzeitig am Verschluss zu reißen. Er bewegte sich keinen Millimeter. Ravina biss sich auf die Lippen und dachte fieberhaft nach. Ihr Blick glitt am Tor entlang nach oben, doch die scharfkantigen eisernen Spitzen nahmen ihr jede Hoffnung es einfach überklettern zu können. Verzweifelt packte sie das Messer wieder fester und rammte erneut die Spitze ins Schloss, drehte und stach… nichts geschah. Frustriert schlug das Mädchen mit beiden Fäusten auf das Tor ein und ein metallisches Klappern drang laut durch die stille Nacht. Erschrocken riss sie den Kopf hoch, stand dann völlig starr und lauschte. Wie hatte sie nur so unvorsichtig sein können! Ravina spürte wie ihr die Knie weich wurden bei der Vorstellung, ihr Herr könnte sie hier entdecken. Bei einem Fluchtversuch! Noch dazu mit einem Messer in der Hand!

Mit zitternden Knien schlich sie sich ins Haus zurück, alle paar Schritte innehaltend und in die Nacht lauschend – doch alles blieb ruhig. Ravina ging an der Treppe vorbei die nach oben zum Schlafraum führte um das Messer zurückzulegen, als sie plötzlich innehielt. Wie in Trance sah sie zuerst nach oben, dann auf die Waffe in ihrer Hand. Nachdenklich, zögernd - dann machte sie den ersten Schritt auf die Treppe zu.

Wieder pochte ihr das Herz bis zum Hals, als sie Stufe für Stufe nach oben schlich, vorsichtig, damit das vertraute Knarren des alten Holzes nicht erklang, das Messer hinter dem Rücken verborgen haltend, der Blick grimmig, entschlossen. „Sie werden bezahlen… sie werden bezahlen… und wenn es das letzte ist was ich tu… alle beide… zahlen sollen sie!“ Die hasserfüllten Gedanken waren auf einmal da gewesen. Sie schalteten jede Vernunft aus und ließen das Mädchen zielstrebig weiter nach oben gehen. Immer wieder lief es wie ein Film vor ihren Augen ab. Sie selbst dort kniend, auf den kalten Steinen des Badehauses, von ihrer Schwester erbarmungslos nach unten gedrückt, ihr Herr hinter ihr und dann… Ein Schluchzen stieg in ihrer Kehle auf, doch eisern unterdrückte sie es und ging weiter – fest entschlossen Rache zu nehmen.

Ravina war endlich auf dem oberen Absatz angekommen und wandte ihren Blick nach rechts in Richtung des Schlafraumes. Sie verharrte kurz und versuchte ihren Atem zu beruhigen, dann ging sie so lautlos wie möglich zum Fell ihres Herrn und schaute auf die beiden hinab.

Noch immer schlummerten sie friedlich, Arm in Arm auf dem weichen Fell und ahnten nichts von der Gefahr. Ravina wagte kaum zu atmen und ihr Herzschlag trommelte so laut in ihren Ohren, dass sie meinte, es müsste die beiden aufwecken. Ihr Blick glitt über die Schlafenden, fiel zuerst auf Lana und wieder loderte beißender Hass in ihr auf. Hass auf diese Fremde, die ihre Gefühle mit Füßen getreten und dafür gesorgt hatte, dass die ganzen mädchenhaften Träume Ravinas sich in Luft auflösten. Sie sollte als Erstes zahlen! Ravina kniete sich vor das Fell, fasste vorsichtig in die lange blonde Mähne, schob das Haar etwas zurück, so dass die Kehle des Mädchens frei lag und packte mit entschlossenem Griff das Messer noch fester. Ihre Schwester murmelte etwas im Schlaf und bewegte leicht den Arm, doch sie wachte nicht auf.

Ravina presste hart und konzentriert die Lippen aufeinander und führte langsam die Waffe an den Hals ihrer Schwester. Der kalte Stahl berührte die helle Haut der Sklavin und Ravina hätte nur den Druck erhöhen und durchziehen müssen – doch ihre Hand erstarrte. „Du musst sie bezahlen lassen… du musst!“, redete sie sich innerlich zu. Unsicher flog ihr Blick Xeno hinüber, der so friedlich dort lag.

Und mit einem Mal wich der lodernde Hass aus ihrem Herzen und ein seltsames Gefühl der Leere machte sich in ihr breit. Wut, Enttäuschung, Trauer, all dies stürzte über Ravina herein, doch gleichzeitig schien sie alle Entschlossenheit verloren zu haben und die Hand mit dem Messer sank kraftlos nach unten. Im selben Augenblick begann sie am ganzen Leib heftig zu zittern und ohne dass man einen Laut von ihr gehört hätte rannen ihr die Tränen über die Wangen. Wie blind starrte sie auf die Klinge in deren Metall sich das Mondlicht spiegelte, die aufblitzte mit jedem Erzittern der Mädchenhand. Durch den Tränenschleier hindurch zwang sie ihren Blick weg von dem Messer, sah im Dämmerlicht auf die beiden vor sich und sie fühlte, dass sie es nicht konnte… nicht heute… nicht morgen… sie war seine Kajira, was auch immer er ihr angetan hatte oder noch tun würde.

Ganz langsam stand Ravina auf, völlig in sich gekehrt, mit ungelenken Bewegungen, nur mühsam das laute Schluchzen unterdrückend, dass so fest in ihrer Kehle saß und herauswollte. Ein letzter Blick auf die beiden, dann zog sie sich zurück, hinaus aus dem Zimmer der ahnungslos Schlafenden, die nicht wussten, welchem Unheil sie gerade nur mit knapper Not entronnen waren.

Ravina schleppte sich die Treppe hinab, legte das Messer wieder in den Beutel des Freien und sank dann leise weinend auf die Knie. Sie vergrub das Gesicht in den Händen und versuchte zu verstehen, was gerade geschehen war.

Am Morgen erwachte sie auf dem Fell im Wohnraum und fühlte sich wie zerschlagen. Nur langsam kam die Erinnerung an die vergangenen Stunden in ihr Bewusstsein zurück. Stück für Stück ließ sie das Geschehene Revue passieren. Hätte jemand das Mädchen beobachtet, hätte er sicher sehen können, wie unendlich viel Unglück und Kummer in ihren Augen zu lesen war.

Leise Stimmen waren aus dem Obergeschoß zu hören und mit einem Mal schüttelte sie sich und ihr Blick wurde wieder klar. Sie wusste, sie hatte sich letzte Nacht entschieden und es gab kein Zurück. Und so machte sie sich an ihre Arbeit, stumm zwar und ohne den Elan, der sie am Morgen zuvor noch angetrieben hatte, doch gehorsam, wie es sich für ein gutes Sklavenmädchen gehörte. Ravina begann das Feuer anzufachen, dann setzte sie den Wasserkessel auf und stellte eine Teeschale und einen Teller für ihren Herrn bereit. Lachend kamen Xeno und Lana die Treppe herab, eher wie Partner, denn wie Herr und Kajira, doch Ravina registrierte es kaum. In der letzten Nacht war etwas tief in ihr zerbrochen und sie wusste, dass sie lange nichts und niemanden mehr an sich heranlassen würde.

„Ravina, wir müssen heute noch verreisen. Packe einen Reisesack für mich, für… nun ich denke drei Tage“, wies Xeno sie an.

Einen Moment lang schaute Ravina ihn verständnislos an, bis die Worte zu ihr hindurch drangen, dann nickte sie mechanisch. „Ja, mein Herr. Die Sklavin wird sofort alles richten“ Ihre Stimme klang ungewohnt monoton.

Xeno sah ihr irritiert hinterher, als sie nach oben ging, doch dann wandte er sich mit spöttischem Unterton an Lana: „Ich habe sie heute Nacht wohl sehr beeindruckt. Scheint ja ganz abwesend die Kleine. War wirklich Zeit das sie geöffnet wurde!“

Lana lachte nur höhnisch und sah Ravina ebenfalls kurz hinterher, dann machte sie sich daran in der Küche Reiseproviant zusammenzusuchen.

Ravina packte oben alles, was ihr Herr an Kleidung benötigen würde, in einen Sack und hievte diesen dann ächzend die Treppen hinab.

Xeno hatte in der Zwischenzeit wohl bereits gefrühstückt, stand schon im Reiseumhang bereit und sah ungeduldig zu ihr hoch, um ihr letzte Anweisungen zu geben. „Ravina, du wirst das Haus sauber halten und keinen hereinlassen. Ich werde das Tor nicht abschließen, doch ich verlasse mich darauf, dass du das Grundstück nicht verlässt!“ Er warf ihr einen strengen, prüfenden Blick zu und sie nickte stumm. „Im Keller sind ausreichend Vorräte, damit du dir für die drei Tage deinen Brei zubereiten kannst. Du kennst deine Aufgaben. Sei fleißig und mach keinen Unsinn!“ Unpersönlich strubbelte er ihr über die roten Haare, drückte dann Lana den schweren Sack in die Hand und ging mit einem kurzen „Sichere Wege, Sklavin“ hinaus.

„Diene mit Feuer, Ravina“ tönte es noch spöttisch von ihrer Schwester, als diese hinter ihrem Herrn das Haus verließ. Dann war alles still.

Ravina starrte noch eine ganze Weile die Haustüre an, durch die die Beiden gerade verschwunden waren, dann ging sie hinaus über den Hof zum Tor. Sie drückte die Klinke, um zu prüfen ob ihr Herr Wort gehalten hatte und tatsächlich ließ es sich öffnen. Starr sah sie durch den Spalt, der sie in die Freiheit führen könnte, sie müsste nur weiter öffnen und losgehen. Ravina seufzte abgrundtief, dann schloss sie das Tor ganz langsam wieder und ging zurück ins Haus, um aufzuräumen – so wie ihr Herr es befohlen hatte.