Der Engelfotograf - Gino Chiellino - ebook

Der Engelfotograf ebook

Gino Chiellino

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Opis

Rusco wächst in den 1950er-Jahren in Kalabrien auf. Seine Kindheit endet, als seine Eltern ihn in ein katholisches Internat nach Norden schicken. Schon sieht er sich als Missionar in Afrika wirken. Doch sein Gott, auf den er voll Zuversicht setzt, schützt ihn nicht vor traumatischen Erfahrungen. Und so sagt er sich von Gott ebenso los wie von seinen Eltern und nimmt den stillen Kampf auf, um zwischen der Sprache der Kindheit und dem Verstummen im Kloster eine neue Sprache für sein Leben zu finden. Er lernt, sich auf sich selbst zu verlassen, und schlägt seinen eigenen Weg ein in ein selbstbestimmtes Leben jenseits von Elternhaus und Klosterschule.

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Liczba stron: 163

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Gino Chiellino

Der Engelfotograf

© Jana Chiellino

DER AUTOR

Gino Chiellino, geboren 1946 in Kalabrien, Studium in Rom, seit 1970 in Deutschland, lebt in Augsburg.

Mitbegründer der interkulturellen Literatur in deutscher Sprache. Lyriker, Essayist, Übersetzer. Adelbert-von-Chamisso-Preis 1987.

Poetikdozentur an der Sächsischen Akademie der Künste, Dresden, 2001.

Fünf Lyrikbände, zuletzt Landschaft aus Menschen und Tagen (Hanser 2010).

www.chiellino.eu

Gino Chiellino

Der Engelfotograf

Eine Kindheit in Kalabrien

Roman

TransferBibliothek

FolioVerlag

TransferBibliothek CXXIX

Der Engelfotograf ist eine deutschsprachige Originalausgabe.

Lektorat: Joe Rabl

© Folio Verlag Wien • Bozen 2016Alle Rechte vorbehalten

Coverbild: ArchivGrafische Gestaltung: Dall’O & Freunde

ISBN 978-3-85256-701-3

www.folioverlag.com

E-Book: eISBN 978-3-99037-062-9

In a task which mainly consists in laying one’s soulmore or less bare to the world, a regard for decency,even at the cost of success, is but the regard for one’sown dignity which is inseparably united with thedignity of one’s work.

Joseph Conrad, A Personal Record, 1912

Nur unter großen Mühen machte ich eine weitereLernerfahrung, die sich in vier Worten darstellen lässt.Die Tatsachen sind freundlich.

Carl R. Rogers, Entwicklung der Persönlichkeit, 1973

Kalabrien, 1957

Im Jahre 1957 war der Sommer im Süden anhaltend heiß, jedoch nicht so heiß, dass man nicht hätte reisen können. Per Zug, allein in der ersten Klasse, oder per Bus, mit anderen Fahrgästen zusammen, waren die Patres aus dem Norden mit ihren schwarzen Soutanen aus federleichter Schurwolle zwei Monate lang unterwegs. Nicht einmal die kleinsten Pfarreien an der ionischen und der tyrrhenischen Küste oder in den Apenninen sparten sie aus, und dabei trugen sie ihre breiten Hüte aus unbehandelter Bastseide gegen Sonne und Schweiß stets korrekt. Ihre Lederschuhe mit den flachen Absätzen glänzten so schwarz, als ob der Staub noch hätte erfunden werden müssen.

Das Holzkreuz mit dem Christus trugen die Patres an einer schwarzen Kordel aus Leinen, fest in die breite Schärpe aus feinem Ripsband eingesteckt. Die dunkelrote Schärpe mit den handgeknüpften Fransen an beiden Enden raffte ihnen die Soutane um die Hüften zusammen und ließ sie mit femininer Eleganz bis zu den Spitzen ihrer Schuhe fallen.

Der Christus aus Silber lag so in der Schärpe, dass seine nackte Brust, der sterbende Kopf mit der Dornenkrone und die angenagelten Hände jedem sofort ins Auge sprangen. Mit ungetrübter Demut holten die Patres das Kreuz unermüdlich aus der Schärpe hervor und hielten es Kindern, Mädchen und Jungen, Frauen und Männern, Alten und Sterbenden in ihren gepflegten Händen zum Küssen hin.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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