Das Notfall-Set - Dr. Jessica Braun - ebook

Das Notfall-Set ebook

Dr. Jessica Braun

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Opis

So handeln Sie im Notfall richtig! In diesem Buch geht es sowohl um die praktische Unterstützung durch klare Erste-Hilfe-Anleitungen als auch darum, gut vorbereitet zu sein, falls man selbst in eine Notfallsituation gerät. Mit der Angabe der Blutgruppe, eventueller Vorerkrankungen, dem Medikamentenplan oder besonderen Behandlungswünschen bis hin zu Organspendeausweis, Patientenverfügung und Vollmachten haben Sie im Ernstfall alles Wichtige zur Hand. Und es gib noch weitere Dinge, die Sie vorab klären können: Wer soll im Notfall informiert werden? Ist eine Krankenhauswahl möglich? Was soll ins Krankenhaus gebracht werden? Wer kümmert sich um Kinder, Haustier, Post? Das Notfall-Set ist die perfekte Unterstützung: Alle Formulare sowie einen Notfallpass finden Sie als Download-Link in diesem Buch.

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Liczba stron: 115

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Das Notfall-Set

Erste Hilfe

Vollmachten & Verfügungen

Schweigepflichtentbindung

Mit Notfallpass

Dr. med. Jessica Braun

Marcus von Jordan

Inhalt

Zu diesem Buch

Kurzratgeber

Antworten auf die 15 wichtigsten Fragen

Formulare und Listen für den Notfall

Erste Hilfe

Rettungsschema

Bewusstlosigkeit

Stabile Seitenlage

Atemkontrolle und Atemspende

Wiederbelebung bei Erwachsenen

Wiederbelebung bei Kindern und Säuglingen

Schock

Herzinfarkt

Schlaganfall

AED – der Defibrillator

Atemstörungen

Kopfverletzungen

Wunden und Knochenbrüche

Verbrennungen

Vergiftungen

Elektrounfälle

Augenverletzungen

Gefahren durch Sonne und Hitze

Fieber

Insekten

Hausapotheke

Vom Notarzt bis zur Intensivstation

Unfälle vermeiden

Der Notfallsanitäter

Ein Sanitäter berichtet aus seinem Arbeitsalltag

Der Notarzt: Wer er ist, was er tut

Im Krankenhaus

Notaufnahme

Kommunikation mit dem Arzt

Intensivstation

Spezielle Notfallzentren

Infektionen im Krankenhaus

Notruf bei psychiatrischen Notfällen

Die psychiatrische Klinik

Service

Adressen

Ausfüllhilfe Patientenverfügung

Register

Formulare und Listen für den Notfall

Notrufnummern

Ihr „Notfallhelfer“

Ihr 2. „Notfallhelfer“

Informationen für Helfer

Kontaktdaten Ihrer Ärzte

Medikamentenplan

Persönliche medizinische Daten

Versicherungsdaten

Patientenverfügung

Schweigepflichtentbindung

Bankvollmacht

Vollmacht für Kommunikationsangelegenheiten

Zu diesem Buch

Die Auseinandersetzung mit Notfällen, Unfällen und Krankheit ist unpopulär. Zwar versteht jeder, dass es sinnvoll ist, bestimmte Vorbereitungen zu treffen. Und doch gelingt es uns meist sehr gut, Gedanken daran zu verdrängen, dass man auch selbst betroffen sein könnte.

Man will sich von der Angst vor einer Situation, die vielleicht niemals eintreten wird, nicht die unbeschwerte Zeit verderben lassen. Dieses Buch wird Ihnen dabei helfen, ganz unaufgeregt einen klaren Blick auf das Thema „Notfall“ zu werfen.

Denn genau darum geht es im Ernstfall: ohne Angst aktiv mit der Situation umgehen zu können! Das gelingt nur mit Selbstsicherheit, und diese gewinnen Sie, indem Sie sich möglichst gut vorbereiten und sich grundsätzliches fachliches Wissen aneignen.

Lassen sie sich also ohne Anspannung auf das Thema ein. Übernehmen Sie Verantwortung für sich und für Ihre Mitmenschen. Lernen Sie ein paar elementare Regeln, treffen Sie einige einfache Vorbereitungen und lassen Sie sich den ein oder anderen wertvollen Ratschlag geben.

Wir freuen uns mit Ihnen, wenn Sie diesen Aufwand umsonst auf sich nehmen sollten. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass Sie die Informationen dieses Buches auch verwenden können werden, ist jedoch sehr hoch.

Nach einer Schätzung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin haben über 10 % der Bevölkerung im Jahr 2015 einen Unfall erlitten. Diese Zahl beinhaltet natürlich auch viele eher harmlose Vorfälle, allerdings fehlen hier auch sämtliche krankheitsbedingten Notfälle.

Wir zeigen Ihnen mittels Illustrationen die eigentlichen Erste-Hilfe-Maßnahmen – Schritt für Schritt, damit Sie wissen, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge durchgeführt werden sollen. Zusätzlich haben wir viele Informationen rund um die Themen Rettung, Vorbeugung, psychische Notfälle sowie Wissenswertes zu Abläufen und Aufenthalten in Krankenhäusern für Sie zusammengetragen.

Im Anhang finden Sie zudem eine ganze Reihe hilfreicher Vordrucke, um Ihre wichtigsten gesundheitlichen Daten zu erfassen und im Notfall parat zu haben. Außerdem enthält dieses Buch einen Notfallpass und einen Organspendeausweis, die Sie beide – ebenso wie die Vordrucke – ganz einfach heraustrennen können.

Sie werden sehen: Es ist ein gutes Gefühl, vorbereitet zu sein, und ein noch viel besseres, anderen im Notfall effektiv helfen zu können! Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und ein allzeit sicheres und aktives Leben!

Kurzratgeber

Vorbeugung, Vorbereitung – als selbst Betroffener oder als Ersthelfer –, Informationen zum Euronotruf 112, zu Erste-­Hilfe-Kursen, einer guten Hausapotheke und zu Versicherungen: Auf den folgenden Seiten bekommen Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Notfall und Erste Hilfe.

Antworten auf die 15 wichtigsten Fragen

Ein Notfall ist nicht planbar. Aber man kann sich sehr wohl darauf einstellen. Denn wer gut informiert ist, kann im Ernstfall ruhig bleiben und zielgerichtet handeln. So schaffen Sie mehr Sicherheit und werden sich auch selbst sicherer fühlen.

Frage 1 An wen richtet sich dieses Buch?

Dieses Buch soll allen helfen, die lernen wollen, worauf es im Notfall ankommt und was zur Vorbeugung und Absicherung getan werden kann. Dabei geht es nicht darum, überall lauernde Katastrophen zu wittern und in ständiger Sorge vor möglichen Unfällen zu erstarren, sondern vielmehr darum, ein paar grundsätzliche Dinge zu verstehen, Wissen zu erwerben und effektive Vorbereitungen zu treffen. Und auch darum, dass Sie sich entspannt darauf verlassen können, einem möglichen Notfall organisiert und ruhig zu begegnen.

Frage 2 Wie bereitet man sich vor?

Neben allgemeinem Wissen zu Erste-Hilfe-Maßnahmen ist es wichtig, dass Sie sich Gedanken über Ihre persönliche Situation machen und wie sie sich auf mögliche Notfälle auswirkt. Am besten geht das im Team! Spielen Sie verschiedene Notfallszenarien gemeinsam mit Nachbarn, Verwandten oder Arbeitskollegen durch. Machen Sie sich klar, welche Risiken für einen Notfall bestehen, was zur Vorbeugung und Vorbereitung getan werden kann und wer im Notfall für den jeweils anderen als Helfer zur Verfügung steht. Überlegen Sie, wen Sie wann und wie erreichen können und wer Ihre Schlüssel haben sollte, um sich im Notfall Zugang zu Ihren Räumen verschaffen zu können. Auch scheinbar banale Dinge sollten bedacht werden: Wenn Sie plötzlich gesundheitliche Probleme bekommen und deswegen unerwartet nicht zu Hause sein können, wird es Ihnen ein gutes Gefühl geben zu wissen, dass zumindest Haustier und Blumen versorgt sind und der Briefkasten geleert wird.

Frage 3 Wer sollte sich im Besonderen auf einen Notfall vorbereiten?

Natürlich gibt es besondere Risikogruppen für Notfälle: ältere Menschen, alleinstehende Menschen und Personen mit bekannten Gebrechen oder Vorerkrankungen sollten unbedingt beizeiten die wichtigsten Vorkehrungen für den medizinischen Notfall treffen. Ihre Angehörigen, Freunde, Nachbarn oder Kollegen sollten sie darin unterstützen, sich als Ansprechpartner zur Verfügung stellen und sie ermutigen, mögliche Szenarien durchzuspielen und so weit wie möglich zu planen.

Frage 4 Kann man einen Notfall vermeiden?

Notfälle kann man nicht ausschließen. Aber viele Notfälle werden durch Unfälle verursacht – und zur Unfallvermeidung kann man einiges beitragen! Es hilft, sich einige statistische Fakten zu Risiken klarzumachen und das persönliche Umfeld und die eigenen Tätigkeiten diesbezüglich zu betrachten.

Eine große Rolle spielt auch das „psychologische Momentum“ – also die Frage, in welchen Lebenslagen und in welchen sozialen Situationen häufig Unfälle passieren und inwieweit das Bewusstsein darüber uns beeinflusst. Typische Beispiele sind die Überschätzung der eigenen Belastbarkeit im zunehmenden Alter oder auch der sprichwörtliche jugendliche Übermut. Im Abschnitt „Unfälle vermeiden“ ab S. 64 finden Sie hierzu Informationen und ein paar gedankliche Anregungen.

Frage 5 Welche Rolle spielt Erste Hilfe?

Die große Mehrheit aller Notfälle wird entweder durch einen Unfall oder einen sich plötzlich zuspitzenden Krankheitsverlauf verursacht. Oft entscheidet über Leben und Tod, was in der Zeit passiert, bis professionelle medizinische Hilfe vor Ort eintrifft. Und genau um diesen Zeitraum geht es bei der Ersten Hilfe. Deshalb haben wir einen guten Teil dieses Buches genau diesem Thema gewidmet. Es soll Sie dabei unterstützen, Wissen aufzufrischen, das Sie sich vielleicht schon einmal angeeignet haben.

Es wird Ihnen helfen, sich besonders wichtige Handlungsanweisungen zu merken. Es kann allerdings nie einen Erste-Hilfe-Kurs ersetzen! Deshalb sollten Sie auf jeden Fall darüber nachdenken, mal wieder einen solchen Kurs zu belegen. Idealerweise binden Sie Menschen aus Ihrem sozialen Umfeld – Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen – gleich mit ein. Gemeinsam macht der Kurs mehr Spaß, und je mehr Menschen mit Erste-Hilfe-Maßnahmen vertraut sind, desto besser.

Frage 6 Was erwartet mich bei einem Notfall?

Eine Notfall-Situation ist auch deshalb so belastend, weil sie mit vielen Ungewissheiten einhergeht: etwa die Sorge um die eigene Gesundheit oder die des Hilfsbedürftigen und die Herausforderung, organisatorische Dinge unter Zeitdruck zu bewältigen. Auch die Frage, was einen erwartet, wenn der Notruf erst einmal abgesetzt ist – wer kommt da jetzt, was passiert als Nächstes mit mir und wie sind die Abläufe im Krankenhaus? Im Kapitel „Vom Notarzt bis zur Intensivstation“ ab S. 63 geben wir Ihnen einige Antworten auf diese Fragen und erklären, wie Sie sich als Betroffener oder als Angehöriger am besten verhalten sollten. Wenn es zu einem Notfall kommen sollte, wird Ihnen das helfen, die Ruhe zu bewahren und sich konstruktiv zu verhalten.

Frage 7 Kann man den Notfall versichern?

Wenn Sie einen Versicherungsmakler fragen, werden Sie schnell feststellen, dass Sie natürlich jede Eventualität versichern können – so werden Sie vielleicht sicherer, ganz bestimmt aber arm. Allerdings können die Zugehörigkeit zu einer besonderen Risikogruppe (z. B. chronische Erkrankungen oder das Ausüben extremer Sportarten) und besonders gefährliche Tätigkeiten im Job einen besonderen Versicherungsschutz rechtfertigen. Wichtig ist, dass Sie sich zunächst einmal darüber klar werden, wie Sie aktuell für den Notfall versichert sind und welche Lücken es in Ihrem Versicherungsschutz gegebenenfalls gibt. Wichtige Infos und Tipps zum Thema Krankenhauszusatzversicherung finden Sie auf S. 73. Ein Formular zu Ihren Versicherungsdaten finden Sie auf S. 125.

Frage 8 Welche medizinischen Unterlagen sollte man parat haben?

Ihre Behandlung im Notfall hängt nicht davon ab, ob Sie alle notwendigen „Papiere“ bei sich haben. Beunruhigen Sie sich also nicht, wenn Sie unvorbereitet in eine Klinik eingewiesen werden. Trotzdem ist es sinnvoll, die wichtigsten medizinischen Informationen zu sammeln und griffbereit zu haben. Sie finden verschiedene Vorlagen dazu im Anhang dieses Buches (siehe „Formulare“, S. 97). Diese Informationen können sowohl für das Rettungspersonal als auch für die Ärzte sehr hilfreich sein, wenn es darum geht, schnell die für Sie richtigen medizinischen Maßnahmen zu ergreifen. Wer diese Unterlagen sammelt und pflegt, wird außerdem die wichtigsten medizinischen Daten über sich selbst gut kennen und weitergeben können, auch wenn die Unterlagen nicht zur Hand sind.

Kümmern Sie sich darum, dass Ihre Ansprechpartner im Notfall wissen, wo diese Unterlagen zu finden sind, falls Sie selber nicht ansprechbar sein sollten. Umgekehrt sollten Sie Ihrerseits wissen, wo Ihre Angehörigen, Nachbarn oder Freunde ihre Unterlagen aufbewahren (siehe auch „Formulare und Listen für den Notfall“, S. 17).

Frage 9 Was muss ich zum Euronotruf 112 wissen?

Bei Gefahr für Leben, Gesundheit sowie Umwelt gilt in allen europäischen Ländern: 112 wählen und die Fragen der Rettungsleitstelle beantworten! Je nach gemeldetem Notfall werden der Notarzt, die Polizei oder Feuerwehr zum Unfallort geschickt. Der Euronotruf 112 funktioniert ohne Vorwahl, ist rund um die Uhr erreichbar und kostenfrei. Wichtig: Legen Sie bitte nie auf, bevor alle Fragen beantwortet worden sind. Der Mitarbeiter der Leitstelle führt Sie durch das Gespräch und beendet es, sobald er alle notwendigen Informationen von Ihnen bekommen hat.

Frage 10 Wie gehe ich mit meiner Angst um?

Erfolgreich helfen ist vor allem eine Frage der richtigen Einstellung. Jeder Helfer wird zunächst einmal ängstlich sein – und das ist wichtig! Denn die Angst macht uns wachsam und hilft, drohende Gefahren zu erkennen. Mutig ist, wer handelt, obwohl er Angst hat! Angesichts eines Unfalls ist oft der erste Gedanke: „Ich will weg hier, ich will damit nichts zu tun haben.“ Das ist normal. Angst ist ein gutes Warnsignal vor Gefahren, aber Angst kann auch lähmen. Lassen Sie das nicht zu! Nehmen Sie sich die nötige Zeit, um die Situation zu erfassen und mögliche Gefahrenquellen zu erkennen. Gehen Sie mit Bedacht vor, aber handeln Sie. Gehen Sie so ruhig wie möglich auf den Verletzten zu. Versuchen Sie Blickkontakt herzustellen und sagen Sie: „Ich helfe Ihnen!“ Sprechen Sie langsam und deutlich. Binden Sie so schnell wie möglich auch andere in die Hilfsmaßnahmen ein – z. B. für den Notruf oder die Absicherung der Unfallstelle. Geben Sie dazu klare Anweisungen. Sollten Sie sich nicht in der Lage fühlen, selbst Erste-Hilfe-Maßnahmen an einem Verletzten durchzuführen, beginnen Sie dennoch mit dem Wesentlichen: Organisieren Sie Hilfe, verständigen Sie die Rettungskräfte und binden Sie Mitmenschen in die Notfallsituation ein, indem Sie Passanten oder vorbeifahrende Autos anhalten oder bei Nachbarn läuten. Fordern Sie Mithilfe und Unterstützung! Oft hat man dabei Glück und findet einen erfahrenen Ersthelfer, mindestens aber Beistand, bis die Rettungskräfte eintreffen.

Frage 11 Kann jede/r helfen?

Unbedingt! Wissen, Entschlossenheit und Übung machen manches möglich, was zunächst vielleicht enorm schwierig erscheint. Wenn Sie wissen, wie es geht, können Sie z. B. einen Verletzten bergen oder in die stabile Seitenlage bringen, obwohl er viel schwerer ist als Sie selbst. Und auch wenn Sie an Ihre körperlichen Grenzen stoßen oder aus Angst nicht aktiv eingreifen können, können und müssen Sie die wichtigste Hilfestellung immer leisten: Verständigen Sie unter allen Umständen den Notruf 112 und bleiben Sie bis zum Eintreffen der Rettungskräfte vor Ort. Sichern Sie die Unfallstelle und entschärfen Sie nach Möglichkeit und ohne sich selbst in Gefahr zu bringen Risikoquellen (Maschinen oder Motoren abstellen, Stromversorgung unterbrechen, Verkehr aufhalten). Leisten Sie dem Betroffenen Zuspruch, sagen Sie ihm, dass Sie Hilfe gerufen haben und dass Sie bei ihm bleiben werden, bis diese eintrifft.

Frage 12 Wie ist die Rechtslage bei der Ersten Hilfe?

Sie haften grundsätzlich nur für unterlassene Hilfeleistung. In Deutschland ist jeder Bürger verpflichtet, in Not geratenen oder hilflosen Personen Hilfe zu leisten, wenn es ihm den Umständen nach zuzumuten ist. Nicht zumutbar ist Hilfeleistung, wenn das Leben oder die Gesundheit des Helfers dadurch bedroht werden (z. B. bei auslaufenden Chemikalien oder Rauchgasentwicklung). Sollten durch einen Laienhelfer, der nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat, gesundheitliche Beeinträchtigungen beim Verletzten entstehen, schützt der Gesetzgeber diesen und es drohen keine rechtlichen Konsequenzen. Es gilt also: Wer Hilfe anbietet und auch versucht zu helfen, macht alles richtig. Nur zu gaffen oder wegzuschauen, ohne die Rettungskräfte zu rufen, fällt unter den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung und kann mit einer Geld- oder sogar Freiheitsstrafe geahndet werden.

Ebenfalls wichtig zu wissen: Für Helfer im Notfall besteht gesetzlicher Unfallversicherungsschutz, d. h. dass der jeweilige Versicherungsträger für Körper- oder Sachschäden, die Sie in der Ausübung der ersten Hilfe erleiden, haftet. Sie können auch nicht für von Ihnen begangene Sachbeschädigungen oder Ordnungswidrigkeiten im Kontext mit Ihrer Hilfeleistung zur Verantwortung gezogen werden. Der sogenannte „rechtfertigende Notstand“ schützt Sie davor, weil Sie gehandelt haben, um eine Gefahr für das Leben und die Gesundheit eines Verletzten abzuwenden.

Frage 13 Wie geht man mit seelischen Notlagen um?

Nicht immer entsteht ein Notfall aus einem körperlichen Problem. Schicksalsschläge, traumatische Erlebnisse wie Unfälle oder Verbrechen und natürlich psychische Erkrankungen führen oft zu Situationen, die für den Betroffenen völlig unkontrollierbar sind und in denen er sofort Hilfe braucht. Beziehen Sie also auch seelische Notfälle in Ihre Überlegungen mit ein – Sie sollten wissen, wo Sie in solchen Fällen Hilfe finden und wie man betroffenen Personen in solchen Notlagen begegnet. Hilfreiche Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt „Notruf bei psychiatrischen Notfällen“ auf S. 84.

Frage 14 Was muss ich zum Thema Erste-Hilfe-Kurs wissen?