Das Neue Entspannt Erziehen - Gerhard Spitzer - ebook

Das Neue Entspannt Erziehen ebook

Gerhard Spitzer

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Opis

Jetzt neu überarbeitet! "Das Neue Entspannt Erziehen" - das unverzichtbare Standardwerk für zahlreiche spannende Erziehungsfragen, direkt aus der täglichen Praxis zum Nachschlagen und Entspannen. Harmonie statt Konfrontation? Kinder "erspüren" statt Kinder "bekämpfen"? Positives fördern anstatt Negatives austreiben? Zulassen statt Zutexten? Tägliche Entspannung statt täglichem Stress? All das ist möglich - Gerhard Spitzer verrät Ihnen, wie!

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Über dieses Buch

Jetzt neu überarbeitet – »Das NEUE Entspannt Erziehen« – Ein unverzichtbares Standardwerk für zahlreiche spannende Erziehungsfragen, direkt aus der täglichen Praxis zum Nachschlagen und Entspannen.

Harmonie statt Konfrontation? Kinder »erspüren« statt Kinder »bekämpfen«? Positives fördern anstatt Negatives austreiben? Zulassen statt zutexten? Tägliche Entspannung statt täglichem Stress?

All das ist möglich – Gerhard Spitzer verrät Ihnen, wie!

GERHARD SPITZER

DAS NEUEENTSPANNT

UND WIE MAN MIT SEINEN AUFGABEN WÄCHST

ERZIEHEN

ueberreuter

Vorwort

Meine Gattin Tünde als Erziehungspsychologin und ich haben schon für viele Bücher das Vorwort verfasst. Jedes Werk ist in irgendeiner Weise spezifisch und wir haben das in den Vorworten gewürdigt. Das gilt auch für das vorliegende Werk von Gerhard Spitzer, das in der sechsten Auflage erscheint.

Dieses Buch hat neben der hohen Spezifität noch etwas ganz anderes anzubieten: Kurzweil und die Kunst, Geschichten mehr als plastisch zu erzählen, so als ginge der Autor direkt neben den Protagonisten, Kindern, Eltern, Großeltern und Lehrern, einher. Wir haben das Werk mit großer (Ent-)Spannung gelesen. Dabei ist es uns immer schwerer gefallen, dieses spannende Buch auch mal zu unterbrechen. Die zahlreichen Beispiele aus der langjährigen und reflektierten Praxis von Gerhard Spitzer sind beeindruckend, äußerst anschaulich, hochkreativ und mit tiefgründigem Humor vorgetragen. Die Exempel sind erfrischend und wohl intelligent – nicht nur für die Erziehung der »Normalkinder«, sondern auch für besonders »Verhaltenskreative«. Die Beispiele fordern zum unmittelbaren Handeln heraus – inklusive Perspektivenwechsel: Sehen mit den Augen Ihres Kindes/Ihrer Kinder!

Der polnische Autor Stanisław Lec hat einmal gemeint: »Es genügt nicht, zur Sache zu reden, man muss zu den Menschen reden.« Spitzer gelingt dies auf vortreffliche Weise. Die »Sache Erziehung« ist durch mögliche Perspektivenvielfalt sachgerecht aufgearbeitet. »Man muss zu den Menschen reden«, mit Verständnis, Eingehen-Wollen, Vertrauen und Liebe! Das gelingt dem Autor nicht nur wegen der hoch entwickelten Prägnanz und ausgereiften Anschaulichkeit, sondern auch aufgrund des liebevollen und vor allem authentischen Stils.

Die gewählten Problemlöseansätze (»Szenarienansatz«) erscheinen uns voll sachgerecht. Ein »Falsch« oder »Richtig« gibt es in Erziehungsfragen ohnehin nicht. Sie selbst entscheiden mit Ihrem Kind/Ihren Kindern, was als (Problem-) Lösung für Sie ins Kalkül kommt.

Der Salzburger Erziehungspsychologe Hans-Jörg Herber hat erst unlängst – mit einem gewissen Schuss Ironie – die Meinung vertreten: »Wer immer selbstlos ist, ist bald das Selbst los!« Die Aussagen des Buches »Entspannt erziehen« erscheinen unendlich wichtig und problemangemessen. Es sollte allerdings auch eine wohlbegründete Basis für partnerschaftliche Erziehung und Begegnung sein – für die Kinder selbst und für das Selbst der Eltern!

Wir wünschen, dass Sie viel Freude mit diesem Buch haben und dass Sie das Problemlösen mit Ihrem Kind/Ihren Kindern – gemeinsam – lernen. Wir hoffen, ge- wie entspannt, dass sowohl »Entspannt erziehen« als auch das Gesamtwerk von Gerhard Spitzer jene Verbreitung finden mögen, die sie unserer bescheidenen Auffassung nach zu Recht verdienen.

Prof. Dr. Friedrich Buchberger

Prof. Dr. Tünde Kovacs-Cerovic

Pädagogische Hochschule Linz

Erziehungspsychologin, Universität Belgrad

Inhalt

Vorwort

 

TEIL 1

… ein erster Einblick in die oft wundersamen Denk- und Sichtweisen unserer Lieblinge, die man dann am leichtesten verzeihen kann, wenn man sie auch zutiefst versteht.

Inklusive verblüffend einfacher Lösungsansätze für einen entspannten Einstieg.

Ins rechte Licht gerückt

Reden oder handeln?

Hilfe! Mein Kind kopiert mich!

Na toll! Mein Kind ist verhaltenskreativ!

Das »Home-Coaching-Modell«

Wundersame Denkweisen

TEIL 2

… ein behutsam geführter Rundgang zu den »beliebtesten« erzieherischen Stolpersteinen, die manch eine herausfordernde Situation erst auslösen.

Inklusive schonungsloser Fallen-Aufdeckung und spannender Lösungsansätze für Fortgeschrittene.

Die Na-gut-Falle (NAGUFA)

Die Eskalations-Falle (ESKAFA)

Die Fies-Falle (FIFA)

Die Totale-Überforderungs-Falle (TÜFA)

Die Egal-Falle (EGAFA)

Die Unwahrheits-Falle (UWAFA)

Die Uneinigkeits-Falle (UEFA)

TEIL 3

… ein Ausflug zu besonders anspruchsvollen Herausforderungen und Blickwinkeln, die in dieser flotten und gut nachvollziehbaren Form noch nie in einem Elternratgeber geschildert worden sind.

Inklusive alles enthüllender »Lauschangriffe« auf kindliche Gedanken und zahlreicher Top-Tipps für angehende Entspannungsprofis.

Von Helikoptern und Baumhäusern – Entspannung durch Loslassen

Von Konsequenzen und Strafen – Entspannung durch logische Folgen

Vom Loben und Belohnen – Entspannung durch Anerkennen

Von Wortklaubern und Samurais – Entspannung durch Präzision

Von Inhalten und Gesten – Entspannung durch Körpersprache

Von Erfahrungen und Eigenschaften – Entspannung durch Sicherheit

 

Danksagung

Liebe entspannte Leserinnen und Leser!

Liebe Eltern und Großeltern!

Liebe Bezugspersonen in Schule und Freizeit!

Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder.

Dante Alighieri

Unbescheiden?

Schön, dass Sie mein Buch erworben haben!

Gratuliere! Ein guter Anfang! Und eine gute Wahl! … Wenn ich so unbescheiden sein darf. Ich bin mir aber sicher, dass Sie mir diese kleine Unbescheidenheit alsbald verzeihen werden.

Es ist schließlich kein Zufall, dass Sie hier eine völlig neue Bearbeitung von »Entspannt erziehen«, meinem Erstlingswerk, vor sich haben: Das vorliegende Buch war nämlich schon in seiner ersten Version eigentlich viel weniger ein klassischer Erziehungs-Ratgeber als in erster Linie ein Motivationstrainer. Es sollte Eltern wie auch alle anderen Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen gleichermaßen motivieren, vieles in ihrer häuslichen oder schulischen »Erziehungsarbeit« aus einem deutlich entspannteren Blickwinkel zu sehen: aus dem Blickwinkel ihres Kindes oder ihrer Kinder.

Sie werden erstaunt sein, wie einfach und klar diese Sichtweise zuweilen ist, wenn man sie nur zulässt. Genau zu diesem Zulassen möchte ich Sie motivieren und ich gehe aus gutem Grund davon aus, dass mir dies auch gelingen wird.Schon wieder ein Anflug von Unbescheidenheit?Diesmal nicht! Ich habe es nämlich schriftlich …

Rückmeldungen

Klar war es schon von Anfang an mein Anliegen, dass »Entspannt erziehen« allen Eltern, Großeltern wie auch Lehrern und Betreuern nicht nur Mut, sondern auch Spaß machen sollte. Doch dass dieser ehrgeizige Plan auch tatsächlich aufgegangen ist, habe ich mittlerweile durch viele begeisterte Leserzuschriften bestätigt erhalten, ebenso natürlich durch noch mehr mündliche Rückmeldungen anlässlich meiner zahlreichen Eltern-, Lehrer- und Management-Seminare.

Gabriele T., Mutter zweier regelrechter Wirbelwinde, sieben und elf Jahre jung, bekommt hier als beispielhafte Stimme für viele ganz ähnlich klingende Lesermeinungen ihren Auftritt: »Ich habe vor allem bei jenen Textpassagen unwillkürlich schmunzeln müssen, bei denen ich mich in Fallbeispielen oder sogar Lösungsansätzen selber wiedererkannt habe!«

Auf ganz ähnliche Weise hat sich Eva S., eine Grundschullehrerin nach einer dreitägigen Fortbildung, die ich zum Thema »Körpersprache« gehalten habe, bei mir verabschiedet: »Ich habe es beim Lesen total spannend gefunden, mich zwar nur allzu deutlich wiederzuerkennen, jedoch ohne dabei das Gefühl zu haben, dass Sie als Autor ständig einen mahnenden Zeigefinger gegen mich erheben, noch dazu, wo ich sowohl Elternteil als auch Lehrerin bin.«

Das hat mich damals klarerweise besonders gefreut, weil ich mit meinen Werken trotz tiefer verhaltenspädagogischer Einblicke meine Leserinnen und Leser weder schulmeistern noch ermahnen möchte. Es macht ohnehin sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen viel mehr Spaß, Menschen zu ermutigen, als sie zu belehren.

Entspannend?

Klingt das alles für Sie schon jetzt nach einem spannenden … Verzeihung, einem entspannenden Buch?

»Ja, schon irgendwie entspannend! So weit, so gut!«, meint die zweifache Mutter Susanne E. ganz spontan, als ich ihr anlässlich einer Beratung, wie jeder gewissenhafte Autor das täte, auch mein Buch ans Herz lege. »Aber läuft so ein Ratgeber nicht immer darauf hinaus, dass schon wieder bloß vor allem wir Eltern und dann auch noch die Lehrer an allem schuld sein sollen? Wie geht das denn, wenn man keine Fehler machen darf? Sollen wir denn immer perfekt sein?«

»Nein, liebe Susanne, sollen Sie nicht! Perfekt zu sein und dabei gleichzeitig auch noch entspannt erziehen zu wollen, kann nämlich gemeinsam gar nicht funktionieren!«

Es gibt keine perfekten Menschen, nur perfekte Absichten.

George Bernard Shaw

So weit ist das sicher klar: Man ist eben nie wirklich entspannt, wenn einem der Wunsch nach Perfektion andauernd im Genick sitzt.

Aber wie ist das dann mit den Erziehungsfehlern?, mag manch einer spontan denken. Nun, das ist leicht zu beantworten: Fehler in der Interaktion mit Ihren Kindern zu machen, ist nicht nur erlaubt, sondern ein Gebot. Machen Sie ruhig Fehler, beglückwünschen Sie sich eventuell sogar zuweilen dafür: Etwas falsch gemacht zu haben, ist nämlich das absolut Menschliche an uns. Wir sind eben nicht fehlerfrei. Der Punkt ist vielmehr, wie man mit dem gemachten Fehler umgeht. Dazu ist »Entspannt erziehen« unter anderem geschrieben worden.

Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.

Konfuzius

Das vorstehende wunderbare Zitat des berühmten chinesischen Philosophen ruft uns deutlich in Erinnerung, dass wir im Leben niemals aus jenen Ereignissen etwas hinzulernen, welche wir ohnehin leichtfüßig und problemlos durchschritten haben. Stets ziehen wir den wahren Nutzen für unsere Weiterentwicklung aus den unerwarteten Hindernissen, über die wir gerade, vielleicht sogar schmerzhaft, gestolpert sind.

Um jetzt einige Voraussetzungen für die von mir gewünschte Entspannung noch komplett zu machen und damit den Kreis zu schließen, darf ich nun noch auf die vorhin von Susanne E. stellvertretend für viele Eltern gestellte »Schuldfrage« eingehen. Sie erinnern sich? »Sollen bloß wieder wir Eltern an allem schuld sein …?«

Behutsam beruhigt habe ich die besorgte Mutter damals mit folgenden Worten: Nein, keinesfalls! Außerdem bin ich von Herzen Verhaltenspädagoge, kein Richter. Ich verwende nicht einmal in meinen Elternberatungen je das Wort »Schuld«, schon allein deshalb, weil ich Begrifflichkeiten wie »schuldig« und »unschuldig«, im gleichen Atemzug mit einer Eltern-Kind-Beziehung genannt, überhaupt nicht leiden mag. Eher gefällt mir eben jener entspannte Blickwinkel, der uns über manch ein wundersames »erzieherisches Verhaltensmuster« milde lächeln lässt – und damit hoffentlich zuweilen auch über uns selbst.

Mit einem Lächeln auf den Lippen, so viel ist klar, stehen Sie sowieso alle Arten von erzieherischen Herausforderungen weit besser durch als beispielsweise in verärgertem Zustand.

Diese Aussage können Sie sogar schon jetzt ganz leicht überprüfen …

Würden Sie allein nach Lektüre dieser Einleitung bereits ein Lächeln zustande bringen, wenn Ihr kleiner Sonnenschein in diesem Moment vor Ihnen stünde und gerade sein professionelles Ich-mach’-jetzt-sicher-nicht-was-du-willst-Gesicht aufgesetzt hätte? Wie jetzt? Dafür sind Sie noch nicht entspannt genug? Dann freuen Sie sich nun auf rund 200 gleichermaßen hilfreiche wie entspannende Seiten.

Lehrreich?

Weil ich aber notorisch ungeduldig bin und schon jetzt zur Sache kommen will, bekommen jene, bei denen zuweilen daheim so etwas wie erzieherischer Anarchiezustand herrschen mag, quasi als »Starthilfe« gleich einen ersten, überaus nützlichen Tipp:

Ein wahrer Hattrick zum Erreichen erzieherischer Entspannung ist nämlich allein schon das Trainieren der Fähigkeit, sich selbst nicht immer allzu ernst zu nehmen, anstatt beispielsweise kraftraubendem Ärger Platz zu geben. Sobald Ihnen das sogar bei besonders kniffeligen erzieherischen Situationen gelingt, finden Sie danach ganz sicher viel leichter und rascher Kraft zu einem neuen, eventuell besseren Weg zum Erfolg.

Ärgern wollen wir uns ja sowieso nicht, das brächte auch keinerlei Lerneffekt. Schließlich soll und wird ebendieser am Ende des Buches auch noch »zu Buche schlagen«.

Und das wird er! Versprochen!

Ich pflege übrigens meine Versprechen konsequent zu halten. Oder, wenn ich spüre, dass ich es nicht kann, verspreche ich konsequent einfach nichts.

Das ist natürlich ein unabdingbares Grundprinzip in meiner Beratungspraxis und in der damit verbundenen Arbeit mit verhaltensoriginellen Kindern und Jugendlichen sowie mit deren – verhaltenskreativen – Eltern, Lehrern und Betreuern.

Autsch!

»Verhaltenskreativ«? Wir Eltern? Lehrer?

So ’ne Unverschämtheit!

Ein erster Missgriff des Autors?

Keine Sorge! War nicht so ernst gemeint!

Aber die bangen Fragen, die Ihnen mit diesem verbalen »Ausrutscher« vielleicht in den Sinn gekommen sein mögen, sollen und werden noch für interessante und hoffentlich auch amüsante Lesestunden sorgen …

Ansprechend?

Klassisch ansprechend soll die Lektüre übrigens nicht nur für jene Eltern sein, die schon durch zahlreiche »erzieherische Besonderheiten« hindurchgegangen sein mögen. Auch für junge Menschen, die vielleicht jetzt erst ein Kind »planen«, wird deren künftige häusliche Welt mithilfe dieses Buches nun womöglich ganz entspannt durch die Augen eines Kindes betrachtet werden können. Zu guter Letzt möchte ich mit »Entspannt erziehen« auch meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen im Lehrbetrieb ansprechen. Das ist Ihnen sicherlich nicht verborgen geblieben. Schließlich tragen auch sie oft »von außen« einen ganz wichtigen Teil zur familiären Erziehungsarbeit bei.

Viel Spaß und gutes Gelingen beim Erhalten des harmonischen häuslichen Familien- oder vielleicht sogar des »Schulklassen-Lebens«! Manchmal aber auch beim notwendigen Wiederherstellen desselben

wünscht Ihnen

Ihr

Gerhard Spitzer

Ein Kind ist eine sichtbar gewordene Liebe.

Novalis

Infos für Kreuz- und Querleser

Ich selbst bezeichne mein Buch »Entspannt erziehen« gerne als »Nachschlagewerk mit Unterhaltungswert für viele erzieherische Herausforderungen«.

So ist es jedenfalls konzipiert.

Deshalb dürfen und sollen Sie es bald nach dem ersten Durchlesen auch buchstäblich als Nachschlagewerk benützen. Bitte tun Sie das jedoch nicht erst dann, wenn gerade schier unlösbare erzieherische Herausforderungen anstehen oder, etwas mutiger formuliert, vielleicht schon der »pädagogische Anarchiezustand« eingekehrt ist.

Frühzeitig lesen – rechtzeitig entspannen!

So könnte Ihre Devise für die Arbeit mit meinem Buch lauten.

Von zahlreichen Leserinnen und Lesern habe ich übrigens erfahren, dass sie bei Sachbüchern eher zum »Querlesen« neigen, also nicht zum kontinuierlichen Durcharbeiten vom Anfang bis zum Schluss.

Auch gut!

»Entspannt erziehen« eignet sich sowieso auch dafür hervorragend.

Genau deswegen habe ich einige Hervorhebungen eingebaut, die Sie sicher sehr nützlich finden werden. Darum gibt es, noch bevor Sie so richtig einsteigen, jetzt einen kurzen Überblick zur leichteren Anwendung.

Passagen zum Nachschlagen und Wiederfinden

Alle Fallbeispiele sind zum Wiederfinden durchnummeriert und haben gleichermaßen einprägsame wie unverwechselbare Titel, beispielsweise Fall 1: »Tobermann«.

Zahlreiche Fallbeispiele werden durch gleichermaßen praxisgerechte wie pädagogisch wertvolle Lösungsansätze abgerundet. Sie können unter dem Symbol der Glühbirne daher ganz gezielt nach diesen Lösungsansätzen suchen.

Auch nach diesen jeweils in aller Kürze zusammengefassten theoretischen Grundlagen oder besonders spannenden pädagogischen Ansätzen lohnt es sich, zu suchen. Wenn Sie nach Beendigung von »Entspannt erziehen« ein Gutteil dieser Merksätze gesammelt haben, steht Ihnen bereits ein reichlich gepackter Rucksack voller nützlicher und vor allem entspannender Erkenntnisse sowie Praxis-Tools zur Verfügung. Stöbern Sie im Fall der Fälle einfach in Ihrer persönlichen Sammlung oder nochmals im Buch. Sie finden sicher etwas Brauchbares zur sofortigen Anwendung.

Doch es kann nicht schaden, trotz all der nützlichen pädagogischen Werkzeuge, über die Sie bald verfügen werden, Folgendes zu bedenken:

Ich habe euch nur die Werkzeuge gegeben. Die Handwerker seid Ihr selber.

Albert Einstein

In diesem Sinne!

Noch eine Kleinigkeit:

Damit Sie mein Buch und meine Herangehensweise gleich von Anfang an richtig einzuschätzen wissen, darf ich noch darauf hinweisen, dass nicht alle Formulierungen hundertprozentig wörtlich oder kompromisslos ernst gemeint sind. Deshalb stehen auch ungewohnt viele Begriffe und Umschreibungen unter behutsam augenzwinkernden »Anführungszeichen«!

Alles klar so weit?

Dann auf ins entspannte Kinderzimmer …

TEIL 1

VOM VERSTEHEN UND VERZEIHEN

Im ersten Teil des Buches befassen wir uns schwerpunktmäßig mit besserem Verständnis für die besonderen Sicht- und Denkweisen von Kindern, die man zumeist eigentlich nicht anders als »pfiffig« bezeichnen könnte. Während wir uns unter diesem Blickwinkel bereits an erste Praxistipps herantasten, werden wir wahrscheinlich schon bald herausfinden, wie einfach es zuweilen sein kann, unsere kleinen Pfiffikusse von Herzen zu verstehen, womit es ganz automatisch leichter wird, vieles zu verzeihen. Der erste Teil von »Das Neue Entspannt erziehen« soll also einen behutsamen Bogen zwischen Erklärung und Einsicht spannen, dessen lustvolle Erkundung Sie allerdings schon ein wenig Ihrer wertvollen Zeit kosten darf …

Bei der Erziehung von Kindern sollten wir lernen, Zeit zu verlieren, um Zeit zu gewinnen.

Célestin Freinet

Ins rechte Licht gerückt

Ehe wir uns überhaupt mit entspanntem Erziehen befassen, fühle ich mich verpflichtet, erst einmal das Wort »Erziehung« als solches zu entspannen! Das könnte schon ganz zu Anfang spannend werden.

Als Familienberater lasse ich, unverschämt, wie ich nun mal bin, Worte wie »erziehen« oder gar »Erzieher« natürlich des Öfteren fallen und spüre dabei manchmal fast körperlich eine aufkommende Spannung, zuweilen fast Abwehrhaltung bei meinem Gegenüber. Wahrscheinlich waren frühere umgangssprachliche Begriffe wie »Erziehungsheim« oder »schwer erziehbar« maßgeblich an der negativen Besetzung beteiligt. Daher bleibt mir gar nichts anderes übrig, als die Ehre dieses Wortes zu retten, damit wir es überhaupt entspannt anwenden können.

Wundersame Leute

In einer Stadtchronik im fränkischen Nürnberg aus dem Jahr 742 bin ich fündig geworden:

Das Wort erziehen hat offenbar seine Wurzeln in der althochdeutschen Sprache. Klangvoll heißt es hier »irziohan« und bedeutet nichts anderes als »herausziehen«.

Spannend, nicht?

Und so gut nachvollziehbar!

Ein paar ganz offensichtlich wundersame Leute im achten Jahrhundert haben also bereits mit einem einzigen Wort klar formuliert, dass sie lieber etwas aus ihren Kids herausholen möchten, als ständig etwas in sie hineinzustopfen. Dieser Gedanke schreit förmlich danach, weitergedacht zu werden: Was genau tun wir heutzutage mit unseren lieben Kleinen?

»Ziehen« wir voller Neugier konsequent etwas heraus, das ohnehin schon in ihnen steckt?

Fördern wir ganz entspannt ausschließlich die Stärken, anstatt die Schwächen wegzuerziehen?

Nehmen wir freudig hauptsächlich das positive Verhalten wahr, anstatt das Fehlverhalten zu bekämpfen?

Das ist zu schwierig?

Mitnichten …

Moderne Ansätze, unmoderne Begriffe

In zahlreichen Einrichtungen, aber auch seitens vieler Eltern werden bereits gleichermaßen moderne wie auch schon lange Zeit bekannte kindgerechte Ansätze angewendet. Dazu gehören unter anderem pädagogische Vorgehensweisen, die ich in diesem Buch übrigens noch mit meinem eigenen Begriff »positive Steuerung« beschreiben möchte.

Bei der Erziehung von Kindern sollten wir lernen, stets das Positive zu fördern,

anstatt das Negative auszutreiben. Johann Heinrich Pestalozzi

In diesem Sinne darf es wohl auch erlaubt sein, zu hinterfragen, warum uns Eltern, Lehrern und überhaupt allen Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen trotz all der modernen Ansätze ausgerechnet Worte wie die folgenden so sehr geläufig sind: schimpfen, maßregeln, bestrafen, sanktionieren, strafpredigen, zutexten, niederreden, belehren, unterweisen, einweisen, einschärfen, drängen, eintrichtern, zurechtstutzen, disziplinieren und ähnliche.

Bei unseren schulischen »Stopfarbeiten« gibt es als fleißige Helfer sogar besonders häufig strapazierte Worte wie Diktat, Test, Schularbeiten, Prüfung, Mahnung, Ermahnung, Gefährdung und dergleichen mehr.

Wenn wir manch eines dieser Worte kritisch hinterfragen, tun sich plötzlich viele Blickwinkel für eine behutsame Nachdenkarbeit auf.

Lust auf noch mehr Denksport?

Bitte sehr!

Worte wie Standpauke, Konsequenzen, Zurechtweisung, Anpassung, Konditionierung und auch den neudeutschen Begriff Overprotection hören wir nur allzu oft im Kontext Erziehung.

Bitte seien Sie nachsichtig mit mir: Diese »ketzerischen« Gedanken sind nicht mein ureigenes Gut. Schon weit bedeutendere Denker haben sich dieser heiklen Frage angenommen.

Zum Beispiel dieser hier:

Bei der Erziehung muss man etwas aus dem Menschen herausbringen und nicht in ihn hinein.

Friedrich Wilhelm August Fröbel

Der deutsche Pädagoge Fröbel, ein Schüler Pestalozzis, hat übrigens 1837 den ersten durchgehend kindgerecht konzipierten Kindergarten begründet und gehört wie auch sein berühmter Lehrmeister zu jenen Menschen, die ich in meinen Veröffentlichungen und Seminaren gerne die »intuitiv Wissenden« nenne.

Moderne Fachleute umschreiben den Begriff Erziehung natürlich mit noch viel »wissender« klingenden Sätzen. So steht zum Beispiel in einem österreichischen Gesetzestext: »Erziehen heißt, den Geist und Charakter eines Kindes zu bilden und sich auf die Förderung von dessen gesunder Entwicklung zu konzentrieren, mit Schwerpunkt auf die seelischen, körperlichen und geistigen Kräfte.«

Gut! Klingt auch nicht so schlecht. Sogar ziemlich schlüssig für meine Ohren, wahrscheinlich aber für manch einen zu geschraubt, zu verspannt …

Wir hingegen wollen uns ja bei der Erziehung so richtig entspannen. Also dürfen wir es auch genauso entspannt sehen wie wohl die Leut’ in Nürnberg anno dazumal: »Erziehen« soll für uns somit ab heute exakt das Gegenteil dessen bedeuten, was diesem armen Wort den schlechten Ruf eingebracht hat! Betrachten Sie also das Wort Erziehung ab jetzt bitte nicht mehr als ein vielleicht überholtes Negativwort, sondern schlicht als durchaus modernen und in sich stimmigen Begriff. Schon fühlen Sie sich – hoffentlich – in Ihrer derzeitigen »Haut« als Elternteil oder vielleicht sogar als professionelle »Erzieherin« oder professioneller »Erzieher« entschieden wohler.

Alle Erziehung ist nur Handreichung zur Selbsterziehung.

Eduard Spranger

So gesehen muss es doch einfach sein, Ihrem Kind bloß die Hand zu reichen und sanft etwas »herauszuziehen«! Oder?

Horchen Sie bitte jetzt in sich hinein. Was hat allein dieser erste neue Blickwinkel in Ihnen bewirkt?

Reden oder handeln?

Sind Sie startbereit für einen ganz besonderen Einblick in die kindliche Lebenswelt? Eigentlich sollte ich sagen »Handlungswelt«, auch wenn das bloß ein Kunstwort wäre. Erst mal erfahren wir, dass es eigentlich nur zweierlei Dinge gibt, die Kinder überhaupt zu selbstständigen Handlungen bewegen. Danach dürfen wir uns bewusst machen, dass gerade das Handeln den größten Teil der kindlichen Erlebenswelt ausmacht und nicht das Reden. Im selben Aufwaschen muss ich dann leider eine unbequeme Wahrheit aufdecken: Gerade in anspruchsvollen erzieherischen Situationen handeln die allermeisten genervten Eltern nicht wirklich, sie »labern« lieber! Genau dieser Selbsterkenntnis müssen wir uns in diesem Kapitel behutsam, aber trotzdem selbstkritisch nähern, ob wir wollen oder nicht. Die beiden aufsässigen Töchter Sarah und Melanie sowie die beiden Wüteriche Tommy und Harry helfen uns freundlicherweise dabei, indem sie uns mit kindlich-genialer Handlungsorientierung in eine ganz neue Richtung schubsen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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