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Das meist missverstandene Buch aller Zeiten ist vermutlich das Kamasutra. Die indische Liebeslehre, geschrieben vor rund 1700 Jahren, wurde und wird nur allzu gern als bloße Sammlung von Sexstellungen missdeutet. Dabei ist dieser Klassiker der Liebesliteratur wesentlich mehr: Ein Einblick in die hinduistische Philosophie, ein Ratgeber zur Gestaltung von Partnerschaft, ein Wegweiser auf der Suche nach dem Glück. In Zeiten platter Pornographie ist das altehrwürdige Lehrbuch ein wirksames Gegengift gegen sinnlose Sexualisierung. Sie werden in dem Buch viel mehr als nur neue Sexstellungen entdecken: Es behandelt die ganze Palette des menschlichen Liebeszyklus: Lust, Liebe, Schüchternheit, Werbung, Ablehnung, Verführung, Manipulation, Partnerwahl, Ehe, Ehebruch, Dreiecksbeziehungen, käufliche Liebe, und sogar den Gebrauch von Drogen beim Sex. Dieses Buch enthält historische, gleichwohl explizite Darstellungen des Sexualaktes, die unter Umständen von manchen Lesern als anstößig empfunden werden könnten. Mit Vatsyayanas Kamasutra hatte das Sexualwissen im alten Indien den Höhepunkt erreicht, und so wurde es für die folgenden Generationen zur unumstrittenen Autorität auf dem Gebiet der Erotik. In den Werken weiterer Autoren bis hin ins 15. Jahrhundert ist Vatsyayanas Handschrift deutlich zu erkennen. Er prägte in Indien nicht nur den Bereich der Sexualität, sondern auch die Literatur und die Bildhauerei. Das Kamasutra wurde vermutlich zwischen 200 und 300 n. u. Z. von Vatsyayana Mallanaga verfasst. Das Werk gehört zur indischen Tradition der Lehrwerke über Erotik. In der westlichen Rezeption beeindruckte das Werk vor allem durch Beschreibungen von Positionen beim Sex, es lehrt jedoch in vielen Differenzierungen den Umgang von Männern mit Frauen und umgekehrt - wie vor 1800 Jahren von der ersten Annäherung bis zum Ende einer Beziehung. Vatsyayana bezog sich auf Vorgänger in den Liebeswissenschaften der Gattung der Kamasastras, der Lehrbücher über die Sexualität.
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Liczba stron: 722
Rok wydania: 2026
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