contentplus city guide Augsburg - Isabella Fetzer - ebook

contentplus city guide Augsburg ebook

Isabella Fetzer

0,0
22,40 zł

Opis

Prächtige Renaissancebauwerke, malerische Altstadtgassen und die älteste Sozialsiedlung der Welt – dies sind nur einige der Highlights der süddeutschen Großstadt Augsburg. Der Reiseführer, speziell für das iPad und andere digitale Lesegeräte entwickelt, gibt einen Einblick in die lange Geschichte Augsburgs und ihren heutigen Charakter. Die 50 Highlights der Stadt werden ausführlich beschrieben und mit eindrucksvollen Farbfotos vorgestellt. Top-Tipps, Vorschläge für Rundgänge und detaillierte Karten helfen dem Besucher bei der Orientierung. Auch auf die Spuren von Augsburgs berühmtesten Söhnen kann man sich mithilfe des Buchs begeben. Zu guter Letzt gibt es viele praktische Hinweise, etwa auf Restaurants und Hotels, mit Öffnungszeiten, Telefonnummern und Links ins Internet. Die neue Auflage wurde um zahlreiche Tipps erweitert und auf den aktuellsten Stand gebracht.

Ebooka przeczytasz w aplikacjach Legimi lub dowolnej aplikacji obsługującej format:

EPUB
MOBI

Liczba stron: 187




IMPRINT / IMPRESSUM

contentplus city guide Augsburg Aktualisierte und erweiterte Auflage Herausgeber: contentplus communications GmbH Autoren: Holger Hühn, Isabella Fetzer, Martin Holland published by: epubli GmbH, Berlin, www.epubli.de Copyright: © 2012 contentplus communications GmbH ISBN 978-3-8442-3414-5

Realisation: contentplus communications GmbH, Augsburg, www.contentplus.de
Konzept: Holger Hühn, Isabella Fetzer
Redaktion: Holger Hühn, Isabella Fetzer, Martin Holland, Christine Leonhard
Technische Umsetzung: Martin Holland
Kartografie: alphamap GmbH, München
Bildnachweis: alle Fotos Holger Hühn bis auf: Kapitel Highlights, Sehenswürdigkeiten 2, 11, 14, 26, 28, 31, 37, 41, 45, 48 Martin Holland; Kapitel Dreißigjähriger Krieg, Domviertel, Sehenswürdigkeiten 1, 8, 12, 16, 22, 23, 43, 44 Isabella Fetzer

Alle Angaben dieses Werkes wurden von der Redaktion sorgfältig recherchiert und auf den aktuellen Stand (Oktober 2012) gebracht. Für die Richtigkeit der Angaben kann jedoch keine Haftung übernommen werden. Für Hinweise und Anregungen sind wir jederzeit dankbar.

VORWORT

Augsburg gilt zu Recht als eine der schönsten Städte Deutschlands. Imposante Bauwerke aus der Zeit der Renaissance, verwinkelte Altstadtgassen und eine lebendige Innenstadt machen die Stadt an den Flüssen Lech und Wertach zu einem beliebten Reiseziel.

Augsburg ist zudem der Sitz unseres Büros contentplus communications. Nicht zuletzt deshalb bot sich ein moderner Reiseführer über die Stadt hervorragend als Thema für unser erstes elektronisches Buch an. Der „contentplus city guide Augsburg“ ist noch immer das einzige touristische eBook über die Stadt, das auf dem deutschen Markt überhaupt erhältlich ist.

Nachdem das Buch nun seit einem Jahr im Verkauf ist, haben wir es nochmals überarbeitet und erweitert. Unter anderem enthält das eBook jetzt noch mehr Übernachtungs- und Restaurantempfehlungen. An anderen Stellen haben wir die Daten aktualisiert und außerdem einen Hinweis auf die aktuelle Situation im Augsburger Nahverkehr ergänzt, da die Innenstadt derzeit massiv umgestaltet wird.

Bei der Umsetzung war es unser Ziel, die vielfältigen Möglichkeiten eines eBooks bestmöglich zu nutzen. So sind die einzelnen Kapitel des Buchs intensiv untereinander verlinkt, um weitere Informationen zu einem Thema zu erhalten. Alle 50 ausführlich vorgestellten Sehenswürdigkeiten und auch die anderen Kapitel werden mit eindrucksvollen hochauflösenden Fotos bebildert, die sich auf dem Kindle bzw. mit der Kindle-Software auch vergrößern und in iBooks auf dem iPad, iPhone und iPod touch per Doppelklick bildschirmfüllend genießen lassen. Die zehn Stadtpläne lassen sich sogar auf 200 % vergrößern, was ihren praktischen Nutzen bei einem Stadtrundgang durch Augsburg erhöht.

Wir haben die neue Auflage unseres „contentplus city guide Augsburg“ außerdem dahingehend überarbeitet, dass sie nun auf möglichst vielen Geräten und in zahlreichen Programmen gelesen werden kann. Das Layout ist grundsätzlich farbig. Die Schriftgröße kann beliebig angepasst werden. Mit Lesezeichen und Notizen lässt sich der „contentplus city guide Augsburg“ personalisieren, mit der Volltextsuche schnell durchsuchen.

Viel Spaß beim Lesen des „contentplus city guide Augsburg“ wünschen

Holger Hühn, Isabella Fetzer und Martin Holland

TOP-TIPPS

Augsburgs schönste Sehenswürdigkeiten

(A) Rathaus

(B) Perlachturm

(C) Maximilianstraße

(D) Fuggerei

(E) Dom

(F) St. Ulrich und Afra

(G) Schaezlerpalais

(H) Augsburger Puppenkiste

(I) Kunstmuseen im Glaspalast

(J) tim – Staatliches Textil- und Industriemuseum

Aufgrund seiner langen Geschichte hat Augsburg zahlreiche beeindruckende Sehenswürdigkeiten wie das Rathaus (Bild) vorzuweisen. Bei einem Besuch sollte man folgende zehn auf keinen Fall verpassen:

Rathaus

Das Augsburger Rathaus (A) ist ein imposantes Bauwerk im Stil der Renaissance und ist zusammen mit dem Perlachturm das Wahrzeichen der Stadt. Der Goldene Saal im Rathaus fasziniert mit seiner üppigen Innenausstattung und der kunstvollen Decke.

Perlachturm

Der Perlachturm (B) bildet mit dem Rathaus ein stimmiges Ensemble, das den Rathausplatz dominiert. Vom Turm aus kann man bei klarem Wetter bis zu den Alpen sehen.

Maximilianstraße

Die Maximilianstraße (C) führt vorbei an prächtigen Bürgerhäusern verschiedener Epochen und an den drei berühmten Prachtbrunnen aus der Zeit der Renaissance.

Fuggerei

Die Fuggerei (D) ist die älteste Sozialsiedlung der Welt, die noch heute bewohnt ist. Sie ist eine Stiftung des Augsburger Kaufmanns Jakob Fugger und bildet eine kleine Stadt in der Stadt.

Dom

Der Augsburger Dom (E) entstand schon in romanischer Zeit, wurde später gotisch ausgebaut und beeindruckt mit mittelalterlichen Glasfenstern, die zu den ältesten bemalten Fenstern der Welt zählen.

St. Ulrich und Afra

Die Basilika St. Ulrich und Afra (F) ist Augsburgs zweitgrößte Kirche und bildet den Abschluss der Maximilianstraße. Sie beherbergt in ihrem Inneren die Grabstätten der Heiligen Ulrich von Augsburg, Afra und Simpert.

Schaezlerpalais

Das Schaezlerpalais (G) ist ein imposanter Patrizierpalast in der Maximilianstraße. Im Inneren beeindrucken der Rokokofestsaal und mehrere Kunstsammlungen mit zahlreichen Gemälden aus der Zeit des Barocks.

Augsburger Puppenkiste

Die Augsburger Puppenkiste (H) ist dank ihrer Produktionen für das Fernsehen in ganz Deutschland bekannt und ist ein Aushängeschild der Stadt. Im angeschlossenen Augsburger Puppentheatermuseum „die Kiste“ können die „Helden an Fäden“ aus vergangenen Jahren bestaunt werden.

Kunstmuseen im Glaspalast

Der Glaspalast, eine ehemalige Produktionsstätte der Textilindustrie, ist in den letzten Jahren durch die Kunstmuseen im Glaspalast (I) zu einem Zentrum der modernen Kunst aufgestiegen.

tim – Staatliches Textil- und Industriemuseum

Das hochmoderne, 2010 eröffnete tim – Staatliches Textil- und Industriemuseum (J) setzt der einst bedeutenden Augsburger Textilindustrie ein würdiges Denkmal in einem faszinierenden Industriebau.

GESCHICHTE

Vorgeschichte und Römerzeit

Schon in der Jungsteinzeit war die Gegend um Augsburg besiedelt, aber die Stadtgeschichte begann mit der Gründung eines römischen Militärlagers unter Kaiser Augustus (Bild) um das Jahr 15 v. Chr. Augusta Vindelicorum stieg zu einer der bedeutendsten Römerstädte nördlich der Alpen auf.

In der Region um das heutige Augsburg hatten sich schon in der Jungsteinzeit im 6. Jahrtausend v. Chr. Menschen angesiedelt. Aufgrund von archäologischen Funden geht man von einer kontinuierlichen Besiedlung in der gesamten Jungsteinzeit, der Bronzezeit und schließlich in der Eisenzeit aus.

Am Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. drangen römische Truppen unter der Führung von Drusus und Tiberius, den Stiefsöhnen des Kaisers Augustus, bis an Lech und Wertach vor. Hier lebten zu dieser Zeit die nach dem Lech benannten Licatier, eine Untergruppe der keltischen Vindeliker. Um das Jahr 15 v. Chr. gründeten Drusus und Tiberius an der Mündung der Wertach in den Lech ein Militärlager, das sie nach dem Kaiser sowie dem Keltenstamm „Augusta Vindelicorum“ (auch „Augusta Vindelicum“) nannten.

Das erste römische Lager befand sich direkt an den beiden Flüssen und wurde im frühen 1. Jahrhundert n. Chr. durch ein Hochwasser zerstört. Daraufhin erbauten die Römer ein höher gelegenes zweites Militärlager, das in etwa beim heutigen Dom lag und das bis zu 3.000 Mann Platz bot. Um das Lager entwickelte sich allmählich eine kleine Siedlung und auch die Infrastruktur wurde ausgebaut: Ab etwa 47 n. Chr. verband die Via Claudia Augusta, eine römische Fernhandelsstraße, Augusta Vindelicorum mit Oberitalien. Feuer suchten mehrfach das Lager und die Vorstadt heim, doch die Siedlung wuchs weiter und war wohl schon unter der Herrschaft von Kaiser Trajan in den Jahren 98 bis 117 die Hauptstadt der römischen Provinz Rätien.

Um das Jahr 121 war Kaiser Hadrian zu Gast in Augsburg und verlieh der Siedlung unter dem Namen „Municipium Aelia Augusta“ offiziell das Stadtrecht. Die Stadt erlebte nun eine erste Blütezeit. Ihre Einwohner kamen aus allen Ecken des Römischen Reichs. Zum einen lebten hier die romanisierten Vindeliker, zum anderen aber auch Römer, einige Germanen und sogar Menschen aus dem Orient und Nordafrika. Die Einwohnerzahl stieg im Lauf der Antike vermutlich auf mehr als 10.000 an und machte die Stadt zu einer der größten nördlich der Alpen.

Aelia Augusta war ein Zentrum des Handels. Bis aus Spanien und Palästina wurden Waren hierher transportiert. Zahlreiche kleinere Bauernhöfe in der Umgebung sorgten zudem für die Grundversorgung. Ebenso vielfältig wie die Einwohnerschaft war auch die Götterwelt des antiken Augsburgs. Neben den römischen Göttern wurden hier auch keltische, orientalische und ägyptische Gottheiten verehrt. Wohl zu Beginn des 4. Jahrhunderts drang das Christentum nach Augsburg vor. Anfänglich war die Religion noch verboten und ihre Anhänger wurden verfolgt, doch bis zum Ende des Jahrhunderts setzte sich die neue Religion durch.

Ab dem 2. Jahrhundert war es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen dem Römischen Reich und den Germanen gekommen. Davon war auch Augsburg betroffen. Während der Markomannenkriege um 170 wurde Augsburg mit Stadtmauern verstärkt. Bis ins 5. Jahrhundert hinein konnte sich Augsburg so erfolgreich zur Wehr setzen und blieb eine römische Stadt. Dann jedoch konnte es den Angriffen der Alemannen nicht mehr standhalten und gelangte unter die Herrschaft dieses germanischen Stamms.

Die Legende der Heiligen Afra

Über das Leben der Heiligen Afra ist nur wenig bekannt. Der Legende nach soll sie die Tochter eines zyprischen Königs gewesen sein, die Ende des 3. Jahrhunderts nach dem Tod des Vaters zusammen mit ihrer Mutter Hilaria nach Augsburg kam. Hier arbeitete sie offenbar als Prostituierte. Pilger sollen sie zum christlichen Glauben bekehrt haben, woraufhin sich Afra und ihre Mutter taufen ließen. Unter dem damals herrschenden Kaiser Diokletian wurden Christen jedoch verfolgt. Als Afra sich weigerte, dem neuen Glauben abzuschwören, wurde sie deshalb durch den römischen Statthalter von Augsburg um das Jahr 304 auf einer Insel im Lech hingerichtet. Ihr Leichnam wurde auf einem Gräberfeld südlich der Stadt begraben. Dieser Ort wurde schon bald zu einer christlichen Wahlfahrtsstätte.

Ein erster schriftlicher Hinweis darauf findet sich bei dem merowingischen Dichter Venantius Fortunatus in einem Text aus dem Jahr 565. Am Ort von Afras Grab wurde später die Basilika St. Ulrich und Afra errichtet. In ihr findet sich auch ein Sarkophag, der ihre Überreste enthalten soll.

Chronik
7. Jahrtausend v. Chr. – Erste Besiedlung der Augsburger RegionUm 15 v. Chr. – Gründung eines römischen MilitärlagersUm 121 n. Chr. – Verleihung des römischen StadtrechtsUm 304 – Gewaltsamer Tod der Afra5. Jahrhundert – Eroberung Augsburgs durch die Alemannen

Aufstieg zur Reichsstadt

Erst unter Bischof Ulrich von Augsburg (Bild) erlangte die Stadt im 10. Jahrhundert langsam wieder die Bedeutung, die sie in der Spätantike besaß. Er besiegte 955 die Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld. Nun wuchs auch die Bevölkerung der Stadt wieder an. Mit dem Stadtrecht von 1276 wurde sie weitgehend unabhängig vom Bischof und erlangte 1316 die Reichsfreiheit.

Wie Augsburg im frühen Mittelalter aussah, ist weitgehend unbekannt. Nach der Übernahme durch die Alemannen verlor die Stadt auf jeden Fall deutlich an Bedeutung und wohl auch an Einwohnern. Vermutlich siedelten sich die Alemannen in den Ruinen der römischen Stadt an. Das Christentum scheint eine Konstante geblieben zu sein. Ab dem 8. Jahrhundert sind Bischöfe in Augsburg belegt. Sie wurden die neuen Herren der Stadt. Ende des 8. oder Anfang des 9. Jahrhunderts entstand unter dem später heilig gesprochenen Bischof Simpert der erste Dom an der heutigen Stelle. Größere Bedeutung erlangte Augsburg aber erst wieder unter Bischof Ulrich von Augsburg im 10. Jahrhundert.

Damals wurde Augsburg durch die Einfälle der Ungarn in das Reichsgebiet bedroht. Bischof Ulrich stellte sich den Ungarn jedoch entschieden entgegen und verteidigte seine Stadt. 955 leistete er so einen wichtigen Beitrag, dass das Reichsheer unter König Otto die Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld entscheidend schlagen und sie dadurch dauerhaft zurückdrängen konnte. Augsburg wurde im Reich nun auch aufgrund seiner günstigen strategischen Lage wieder zu einer bedeutenden Stadt: Auf dem flachen Lechfeld südlich von Augsburg sammelten Kaiser und Könige ihre Heere zum Kriegszug Richtung Süden.

Zu dieser Zeit hatte Augsburg vermutlich drei Siedlungskerne. Der größte befand sich im Norden um den Dom, wo die römische Stadt gestanden hatte und auch der Bischof residierte. Ein zweiter entstand um das Grab der Heiligen Afra, wo ein Kloster gegründet wurde und heute die Basilika St. Ulrich und Afra steht. Zwischen beiden Siedlungen lag eine „Perlach“ genannte Anhöhe, auf der sich nun ebenfalls Menschen niederließen. Von diesen drei Kernen aus wuchs die mittelalterliche Stadt heran und erreichte im 14. Jahrhundert ihre größte bauliche Ausdehnung, die erst im 19. Jahrhundert wieder überschritten wurde.

Ab dem 10. Jahrhundert weilten zahlreiche Kaiser und Könige in Augsburg und hielten hier Hof- und Reichstage ab. Kaiser Friedrich Barbarossa stellte Augsburg 1156 ein erstes mittelalterliches Stadtrecht aus. Darin hatte noch immer der Bischof die weitgehende Macht in Augsburg. Doch die Stadt entwickelte sich allmählich zu einer Bürgerstadt. Ein wichtiger Schritt war dabei die von König Rudolf von Habsburg genehmigte Niederschrift des Stadtrechts im Jahr 1276. Da die Bedeutung Augsburgs und seine wirtschaftliche Macht immer weiter wuchsen, wurde die Stadt auch für die Herrscher des Deutschen Reichs wichtiger. König Ludwig der Bayer schrieb 1316 die Unveräußerlichkeit Augsburgs vom Reich fest. Augsburg wurde damit zur Reichsstadt und war nicht mehr dem Bischof untertan.

Augsburg wurde ab dem 14. Jahrhundert von einem Kleinen und Großen Rat regiert. An der Spitze standen zwei sogenannte Stadtpfleger, die in etwa heutigen Bürgermeistern entsprechen. Zum eigentlichen Machtzentrum entwickelte sich aber der Geheime Rat, dem neben den Stadtpflegern noch einige Ratgeber angehörten. Die Zusammensetzung des Kleinen und Großen Rats führte immer wieder zu Auseinandersetzungen. In einem Aufstand erkämpften sich die Zünfte 1368 größere Macht gegenüber den Patriziern, dem Stadtadel. Dadurch wurde der Einfluss der Handwerker auf die Stadtpolitik gestärkt.

Das Spätmittelalter brachte für Augsburg auch mehrere Krisen. Im Zuge der Pest wurden 1349 die ansässigen Juden gewaltsam aus der Stadt vertrieben. Mehrere Krisen des Textilhandwerks warfen die Stadt immer wieder zurück. Dennoch war Augsburg im 15. Jahrhundert eine der mächtigsten Städte des Deutschen Reichs.

Die Schlacht auf dem Lechfeld

Wo genau die Schlacht auf dem Lechfeld stattfand, ist bis heute nicht bekannt. Lediglich, dass es in der Nähe von Augsburg gewesen sein muss, steht fest, denn mit der Belagerung der Stadt im August 955 nahm sie ihren Ausgang. Schon einige Jahre vorher hatten die Ungarn die Stadt angegriffen. Nun rückten sie erneut auf sie zu. Doch Bischof Ulrich von Augsburg unternahm alles, um seine Stadt zu halten. Dazu soll er sogar persönlich und völlig ohne Schutz zu den Verteidigern geritten sein und ihnen Mut zugesprochen haben. Der königstreue Ulrich verschaffte Otto auf diese Weise genug Zeit, seine Truppen zu sammeln. So kam es in der Umgebung von Augsburg zur legendären Schlacht auf dem Lechfeld, bei der es dem König gelang, die Ungarn endgültig aus seinem Reich zu vertreiben. Er ging als Otto der Große in die Geschichte ein und wurde wenige Jahre nach der Schlacht zum Kaiser gekrönt.

Chronik
955 – Schlacht auf dem Lechfeld1156 – Erstes mittelalterliches Stadtrecht1276 – Festschreibung eines neuen Stadtrechts1316 – Reichsfreiheit Augsburgs1368 – Aufstand der Zünfte

Augsburgs Blütezeit

Zu Beginn der Neuzeit erlebte Augsburg sein „Goldenes Zeitalter“. Im 16. Jahrhundert wurden 13 Reichstage in der Stadt abgehalten. Die „Confessio Augustana“, das evangelische Glaubensbekenntnis, wurde dabei verlesen und der Augsburger Religionsfrieden verabschiedet. Berühmte Augsburger Kaufmannsfamilien wie die Fugger und die Welser bauten weltweite Handelsimperien auf. Von Augsburgs einzigartiger Stellung zeugt noch heute der Reichsadler an der Fassade des damals erbauten Rathauses (Bild).

Augsburg hatte sich im Lauf des Mittelalters zu einer bedeutenden Handwerker- und Handelsstadt entwickelt. Zu einem wichtigen Standbein einiger Augsburger Kaufmannsfamilien wurden der Bergbau und das Finanzwesen. Zu nahezu sagenhaftem Reichtum gelangten so vor allem zwei Familien: die Fugger und die Welser, die weltweite Handelsnetze aufbauen konnten. Den Welsern gehörte beispielsweise im 16. Jahrhundert das heutige Venezuela. Die Fugger waren die wichtigsten Finanziers des Herrscherhauses der Habsburger. So hielten die Kaiser Maximilian I. und sein Enkel Karl V. zahlreiche Reichstage in Augsburg ab. 1521 stiftete Jakob Fugger der Reiche die Fuggerei, die älteste noch bestehende Sozialsiedlung der Welt.

Bereits 1517 hatte mit dem Thesenanschlag Martin Luthers an der Wittenberger Schlosskirche die Reformation begonnen und ein Jahr später war Luther deshalb zum Reichstag nach Augsburg zitiert worden, wo er sich vor dem päpstlichen Gesandten, Kardinal Cajetan, rechtfertigen musste. Luther lehnte einen Widerruf seiner Thesen ab und floh aus Augsburg, weil ihm die Verhaftung drohte. Die Reformation ging dennoch weiter: 1530 verlas Philipp Melanchthon auf einem weiteren Augsburger Reichstag die „Confessio Augustana“, das evangelisch-lutherische Glaubensbekenntnis. Kaiser Karl V., seit 1519 an der Macht, war jedoch ein überzeugter Katholik und lehnte das Augsburger Bekenntnis ab.

Trotz der Verbundenheit mit den Habsburgern und mächtiger katholischer Familien wie der Fugger setzte sich in der Stadt die Reformation allmählich durch. In den 20er-Jahren des 16. Jahrhunderts fanden die ersten evangelischen Gottesdienste statt. Neben Anhängern der lutherischen Konfession fanden sich in der Stadt auch Mitglieder anderer evangelischer Strömungen. Die Zwinglianer waren die Hauptverantwortlichen für mehrere Bilderstürme, die unter anderem den Dom heimsuchten. War der Rat der Stadt anfangs neutral, schlug er sich zunehmend auf die Seite der Protestanten. 1534 griff er erstmals reformatorisch ein und beschränkte den katholischen Gottesdienst auf nur noch acht Kirchen. 1536 schloss sich die Stadt dem Schmalkaldischen Bund an, ein Jahr später verbot der Rat die katholische Religion dann ganz in der Stadt. Der Bischof floh nach Dillingen.

1547/48 fand ein weiterer bedeutender Reichstag in Augsburg statt: Nach dem Sieg über den Schmalkaldischen Bund wollte Karl V. den Protestantismus weiter zurückdrängen. Er verabschiedete das Augsburger Interim, das eine Zwischenlösung bis zum nächsten Konzil darstellen sollte. Es schrieb eine eigene Form der Religionsausübung vor und wurde weder von Protestanten noch Katholiken begrüßt. Nach dem Fürstenaufstand 1552 musste es wieder aufgegeben werden. Der religiöse Konflikt schwelte in der Stadt genauso wie im Deutschen Reich weiter. 1555 wurde er schließlich zumindest vorläufig beigelegt. In diesem Jahr handelte Ferdinand I., der Bruder des Kaisers, den Augsburger Religionsfrieden aus. Er erkannte die „Confessio Augustana“ und damit das lutherische Glaubensbekenntnis offiziell an. Damit konnten im Deutschen Reich nun beide Konfessionen gleichberechtigt nebeneinander existieren, der jeweilige Herrscher sollte die Religion seiner Untertanen vorgeben. Für Augsburg als Reichsstadt bedeutete dies, dass die Bikonfessionalität festgeschrieben wurde.

Mit dem Religionsfrieden beruhigten sich die religiösen Unruhen in der Stadt. Sie war weiterhin ein Zentrum der politischen Macht im Deutschen Reich und sah im 16. Jahrhundert noch einige prunkvolle Reichstage. In der Stadt blühte nicht nur der Handel sondern auch die Kunst, vor allem die Architektur. Die Fugger hatten mit mehreren Bauwerken die italienische Renaissance in die Stadt gebracht. Der Stadtrat beschloss nun einen weiteren Ausbau, um für künftige Reichstage gerüstet zu sein. So wurden drei Prachtbrunnen beauftragt, die bis 1602 fertiggestellt wurden. Maßgeblich geprägt wurde das Aussehen der Stadt vom Architekten Elias Holl, der 1602 zum Stadtbaumeister von Augsburg ernannt und mit dem Bau zahlreicher prachtvoller Bauten beauftragt wurde, darunter auch das Rathaus, das 1615 begonnen und 1624 fertiggestellt wurde. Weitere Reichstage fanden in Augsburg allerdings nicht mehr statt, denn mit den Verheerungen des Dreißigjährigen Kriegs endete schließlich auch Augsburgs „Goldenes Zeitalter“.

Kaiser Maximilian I. – der „Bürgermeister von Augsburg“

Der 1459 geborene Maximilian I. aus dem Hause Habsburg wurde 1486 deutscher König und 1508 Kaiser. Um Kriege zu führen und seine Hofhaltung zu finanzieren, musste er immer wieder Kredite bei der Kaufmannsfamilie Fugger, insbesondere bei Jakob Fugger, aufnehmen. Aufgrund der engen Geschäftsbeziehungen hielt sich Maximilian I. insgesamt 17 Mal mit einer Gesamtdauer von weit über zwei Jahren in Augsburg auf. 1501 kaufte er hier sogar ein Haus. Spöttisch wurde er deshalb auch als „Bürgermeister von Augsburg“ bezeichnet. Zwischen 1500 und seinem Tod 1519 hielt er zudem fünf Reichstage in Augsburg ab. Ein Reiterstandbild an einem Geschäftshaus in der Annastraße erinnert in Augsburg noch heute an den Kaiser.

Chronik
1518 – Verhör Luthers durch Kardinal Cajetan1521 – Stiftung der Fuggerei1530 – Verlesung der „Confessio Augustana“1548 – Augsburger Interim1555 – Augsburger Religionsfrieden1588–1602 – Errichtung der Augsburger Prachtbrunnen1615 – Baubeginn des Augsburger Rathauses

Dreißigjähriger Krieg und die Folgen

Der Dreißigjährige Krieg hatte für Augsburg verheerende Folgen. Die Stadt verlor dabei rund zwei Drittel ihrer Einwohner und erholte sich danach nur langsam. An diese dunkle Zeit erinnert noch die Figur des Steinernen Manns (Bild) an der Stadtmauer. Die Handwerkskunst verhalf der Stadt schließlich wieder zu Ansehen und Geld.

Nachdem der Augsburger Religionsfrieden für mehr als 60 Jahre Frieden im Deutschen Reich gesorgt hatte, brachen die alten Konflikte 1618 wieder auf und der Dreißigjährige Krieg begann. In den ersten Jahren waren die Auswirkungen in Augsburg nur indirekt zu spüren. Die Kampfhandlungen fanden fernab der Stadt statt. Allerdings herrschte in Augsburg eine hohe Inflation, die vor allem dazu führte, dass der Brotpreis stark anstieg und viele Einwohner hungern mussten. Auch ansonsten litt die Augsburger Wirtschaft stark unter den Folgen des Kriegs, da dieser den für die Stadt lebenswichtigen Handel erheblich einschränkte. Im Jahr 1628 wurde Augsburg darüber hinaus von einer schweren Pestepidemie getroffen, mehr als 9.600 Menschen starben innerhalb eines einzigen Jahres.

1629 verabschiedete Kaiser Ferdinand II. das Restitutionsedikt, das zu einer Rekatholisierung seines Reichs führen sollte. Augsburg galt dabei als Modellstadt für die Umsetzung des Edikts. So wurden die öffentlichen Ämter der Stadt bis 1631 – entgegen der städtischen Mehrheit – wieder weitgehend katholisiert und die Protestanten unterdrückt. Doch der Kriegsverlauf änderte sich: Der protestantische König von Schweden, Gustav II. Adolf, drang bis weit nach Süddeutschland vor und siegte schließlich in der Schlacht bei Rain am Lech am 14./15. April 1632. Der bayerische Kommandeur von Augsburg übergab danach die Stadt kampflos an die Schweden. Der König höchstpersönlich zog am 24. April in Augsburg ein. Die schwedische Besatzung machte die Rekatholisierung wieder rückgängig und setzte nun einen protestantisch geprägten Stadtrat ein. Während Gustav Adolf vielen Protestanten als Erlöser erschien, stellte die Besatzung für die Stadt dennoch eine große, vor allem finanzielle Belastung dar.

1633 verschlechterte sich die Versorgungslage Augsburgs dramatisch, da die kaiserlichen Truppen außerhalb der Stadt wieder an Boden gewannen. Im selben Jahr brach erneut die Pest aus. 1634/35 starben 11.000 Menschen daran. Ab September 1634 wurde Augsburg zusätzlich von kaiserlichen Truppen belagert. Für die Stadt begann damit die verheerendste Phase des Kriegs. Der Hunger war im Winter 1634/35 so groß, dass sogar Hunde, Katzen und Leichenteile gegessen wurden. Als die Situation aussichtslos wurde, übergaben die schwedischen Truppen im März 1635 die Stadt an die Kaiserlichen. Die Bevölkerungszahl hatte nach der Belagerung einen Tiefstand erreicht: Lebten vor dem Krieg noch 45.000 Menschen in Augsburg, waren es jetzt nur noch rund 16.400.

Unter der Herrschaft der kaiserlich-bayerischen Truppen wurde die Stadt wieder weitgehend katholisch. Die Protestanten wurden unterdrückt, doch die Stadt konnte sich langsam wieder erholen und die Bevölkerungszahl nahm durch Zuzug aus dem Umland zu. 1646 wurde Augsburg nochmals belagert, allerdings mit weniger verheerenden Folgen. Mit dem Westfälischen Frieden endete 1648 schließlich der Dreißigjährige Krieg. Der Frieden griff die Prinzipien des Augsburger Religionsfriedens wieder auf. Für Augsburg bedeutete dies die Wiederherstellung der protestantischen Besitzverhältnisse von 1624 und die Einführung der Parität: Alle städtischen Ämter mussten danach zu gleichen Teilen protestantisch und katholisch besetzt werden. Bei einer ungeraden Zahl von Amtsträgern sollte ein Posten abwechselnd besetzt werden. Die neue Ordnung bedeutete eine Gleichberechtigung von Katholiken und Protestanten und so wurde von den zuvor unterdrückten Protestanten am 8. August 1650 das erste Augsburger Friedensfest gefeiert.