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Tulpenmanie 1637 zeigte, wie schnell Wohlstand in Misstrauen umschlagen kann. Eine seltene Blume wurde zum Maßstab für Ansehen, Schuld und Selbsttäuschung. Blüten aus Gier betrachtet die niederländische Spekulationswelle als Krise der moralischen Ordnung. Im Mittelpunkt stehen nicht nur Preise, sondern Spottgedichte, Flugschriften, religiöse Warnungen und das Bedürfnis einer Handelsgesellschaft, den eigenen Kontrollverlust zu erklären. Die Niederlande Geschichte des 17. Jahrhunderts erscheint hier als Welt aus Bürgertugend, Luxusangst und öffentlicher Beschämung. Wer Tulpen kaufte, kaufte auch Zugehörigkeit zu einer Kultur, die Schönheit, Rang und Gewinn miteinander verwechselte. Für die europäische Erinnerung wurde die Tulpenmanie mehr als ein Marktfall. Sie wurde ein Gleichnis darüber, wie Gesellschaften nach dem Zusammenbruch ihrer Erwartungen Schuld verteilen und Vernunft neu erfinden.
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Liczba stron: 188
Rok wydania: 2026
