Beziehungsreise - Sabine M Gruber - ebook

Beziehungsreise ebook

Sabine M Gruber

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Opis

Alles beginnt mit dem Ende. Mit dem jähen, gewaltsamen Ende der fatalen Stop-and-go-Beziehung zwischen Sophia und Marcus. ­Warum nur hat diese Liebesbeziehung zehn Jahre überdauert? Was verbindet die beiden? Gemeinsame Leidenschaften etwa? Oder: Sex? Was sie verbinden sollte, trennt sie. Was der Beziehung ­Struktur und Inhalt gibt, Hoffnung nährt und Brüchiges kittet, ist: das Reisen. Sabine M. Gruber erzählt die spannende Liebesgeschichte als ­Abfolge von kleinen und großen Reisen - ­rückwärts. Wie in ­einem Krimi enthüllen sich so die destruktiven ­Mechanismen der ­Beziehung nach und nach, ganz allmählich erst erschließt sich das Wie und das Warum.Hautnah und aufwühlend bis zuletzt führt die Rückwärts-Reise von einem Schloss in der Steiermark über Ungarn, Portugal, ­Siebenbürgen, die Slowakei, Tschechien, die Türkei, Island und Italien bis ins Salzkammergut, wo die Geschichte ihren ­Anfang ­nehmen wird. Jedes neue Reiseziel lässt die Beziehung in ­neuem Licht erscheinen, ist Stoff für Sophias Gedanken, Träume und ­Gefühle, die sich dicht mit ihren ungewöhnlichen Reiseeindrücken verflechten.

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Sabine M. Gruber

Beziehungsreise

Copyright © 2012 Picus Verlag Ges.m.b.H., Wien Alle Rechte vorbehalten Grafische Gestaltung: Dorothea Löcker, Wien Umschlagabbildung: © Dominic CRISTOFOR Datenkonvertierung E-Book: Nakadake, Wien ISBN 978-3-7117-5109-6 Dieses E-Book ist urheberrechtlich geschützt

Informationen über das aktuelle Programm des Picus Verlags und Veranstaltungen unterwww.picus.at

Sabine M. Gruber

Beziehungsreise

Roman

Picus Verlag Wien

Für Rudi und Julius

Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber man muss es vorwärts leben.

SØREN KIERKEGAARD

There are no hard distinctions between what is real and what is unreal, nor between what is true and what is false. A thing is not necessarily either true or false; it can be both true and false.

I believe that these assertions still make sense and do still apply to the exploration of reality through art.

HAROLD PINTER

Zehntes Jahr

STEIERMARK, IM MAI

»Ritterzimmer. Von der gemütlichen Fensternische aus haben Sie an schönen Tagen einen grenzüberschreitenden Blick nach Südosten, bis weit nach Ungarn und Slowenien. Das Zimmer ist liebevoll gestaltet, teilweise mit antiken Möbeln. Es hat einen kleinen Vorraum, eine separate Toilette und ein Badezimmer mit Holzwaschtisch und Badewanne. Der Schlafraum ist mit einem Doppelbett ausgestattet.«

Sophia sitzt auf dem Boden, im kleinen Badezimmer, in ihrem dünnen Nachthemd, an die Wanne gelehnt, auf dem weißen Badetuch, das sie auf den weißkalten Fliesenboden gebreitet hat; die Beine hat sie angewinkelt; zwischen ihrem Rücken und dem Wannenrand klemmt ein Handtuch, zusammengelegt, als Kissen; fest lehnt sie sich an, um es am Rutschen zu hindern; mit beiden Händen hält sie ein Buch, ein dünnes Taschenbuch, aufgeschlagen, viel fester hält sie es, als sie sonst ein Buch hält; der Raum ist grellkalt erleuchtet; Sophia liest aufmerksam Zeile für Zeile, aufmerksamer, als sie jemals zuvor ein Buch gelesen hat: Der Förster vom Silberwald.

Jenseits der Badezimmertür ist ein schmaler Lichtstreifen zu sehen, im fensterlosen Vorraum; die Tür, die den Vorraum vom Schlafraum trennt, hat Sophia hinter sich zugezogen, wann? Sorgfältig und leise, um den Mann im Doppelbett, der schläft oder vorgibt zu schlafen, nicht auf sich aufmerksam zu machen, oder nicht gegen sich aufzubringen? Auf der anderen Seite dieser Tür herrscht pechschwarze Finsternis, hinter dicht geschlossenen Fensterläden aus Holz. Dark Room. Wer hat die Läden geschlossen, verriegelt? Der Mann, der im Doppelbett liegt, neben dem Bücherregal, aus dem Sophia den Förster vom Silberwald genommen hat? Der Mann, der kerzengerade auf dem Rücken liegt, die Arme über der Brust gefaltet, als würde er sich in einen Sarg einpassen?

Die Tür zum Badezimmer lässt sich nicht versperren. Wie lange schon sitzt Sophia so da? Eine Stunde? Eine halbe? Sie friert. Sie hindert sich am Denken, indem sie die Augen sorgfältig auf das Buch richtet, sich zwingt, von einem Ende der Zeile zum anderen zu lesen und dabei lautlos die Lippen bewegt und umblättert, sobald ihr Blick am Ende der letzten Zeile der rechten Seite angelangt ist, und mit Sorgfalt die Seiten glatt streicht. Nicht denken, nicht denken, nicht vor morgen früh. Jemand klopft an die Tür, erst leicht, dann heftig; jemand ruft ihren Namen, laut.

Alles in Ordnung?

Sophia ist müde, so müde.

Ja, alles in Ordnung.

Es muss ein gutes Ende nehmen. Wenn die Geschichte vom Förster gut ausgeht, und sie wird gut ausgehen, dann geht auch ihre eigene Geschichte gut aus, ganz sicher; sie muss nur so sitzen bleiben, regungslos, bis morgen früh, das Buch zu Ende lesen, die Nacht überstehen, dann wird alles gut. Sie muss auf jeden Fall alles zu einem Ende bringen, zu einem guten. Sie ist müde, ertaubt, wie ihre Beine, die sie kaum mehr spürt. Sie liest weiter, blättert, streicht glatt, liest, blättert. Da wird die Tür aufgerissen. Sophia fährt zusammen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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