Babys fotografieren - Robin Long - ebook

Babys fotografieren ebook

Robin Long

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Opis

Die ersten Tage nach der Geburt in Bildern festzuhalten, stellt besondere Anforderungen an Fotografen: Kreativität beim Erstellen des Sets und Finden der richtigen Posen, Sicherheit im Umgang mit dem Neugeborenen, eine genaue Vorbereitung und nicht zuletzt handwerkliches Können von der Fotosession bis zur Aufbereitung und Präsentation der Bilder. Die bekannte Baby-Fotografin Robin Long zeigt Ihnen in diesem Buch, wie Sie mit wenigen Hilfs- mitteln natürliche und bezaubernde Baby-Fotos machen. Ob Sie als Profi in diesem Markt Fuß fassen möchten oder Fotografie als Hobby betreiben: Die in langer Praxis erprobten Anleitungen und Tipps helfen Ihnen, die natürliche Schönheit Neugebore- ner in perfekten, ungekünstelten Bildern einzufangen. Auf über 200 inspirierenden Seiten lernen Sie: - wie Sie Konzepte für Ihre Fotosessions entwickeln - von der ersten Idee bis zum Erzählen einer Geschichte - wie Sie eine vertrauensvolle Beziehung zu den Eltern aufbauen - wie Sie eine für das Kind optimale Umgebung schaffen und unruhige Babys wieder beruhigen - mit welchen Kameraeinstellungen und welchem Zubehör Sie arbeiten - wie Sie Ihre Bilder entwickeln und mit Photoshop und ACR zur Perfektion bringen und - wie sich Profis als Baby-Fotograf/in erfolgreich positionieren und vermarkten

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Babys fotografieren

Die ersten Wochen perfekt in Szene setzen

Robin Long

Übersetzung: Johannes Leckebusch, www.johannes-leckebusch.de

Lektorat: Boris Karnikowski, München, www.karnikowski.com

Fachlektorat: Birgit Hart, Ishtar Najjar, www.lala-fotografie.de

Copy-Editing: Friederike Daenecke, Zülpich

Herstellung: Friederike Diefenbacher-Keita

Satz: Ulrich Borstelmann, Dortmund

Umschlaggestaltung: Helmut Kraus, www.exclam.de, unter Verwendung eines Bildes von

Robin Long

Druck und Bindung: M.P. Media-Print Informationstechnologie GmbH, 33100 Paderborn

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN:

Buch 978-3-86490-114-0

PDF 978-3-86491-397-6

ePub 978-3-86491-398-3

1. Auflage 2013

Translation Copyright für die deutschsprachige Ausgabe © 2013 dpunkt.verlag GmbH

Wieblinger Weg 17

69123 Heidelberg

Copyright der amerikanischen Originalausgabe Robin Long © 2013

Title of American original: Natural Newborn Baby Photography (Peachpit Press)

Published by Peachpit Press, San Francisco

ISBN: 978-0321903617

Die vorliegende Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung der Texte und Abbildungen, auch auszugsweise, ist ohne die schriftliche Zustimmung des Verlags urheberrechtswidrig und daher strafbar. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung, Übersetzung oder die Verwendung in elektronischen Systemen. Es wird darauf hingewiesen, dass die im Buch verwendeten Soft- und Hardware-Bezeichnungen sowie Markennamen und Produktbezeichnungen der jeweiligen Firmen im Allgemeinen warenzeichen-, marken- oder patentrechtlichem Schutz unterliegen. Alle Angaben und Programme in diesem Buch wurden mit größter Sorgfalt kontrolliert. Weder Autor noch Verlag können jedoch für Schäden haftbar gemacht werden, die in Zusammenhang mit der Verwendung dieses Buches stehen.

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Für meinen Ehemann und unsere drei wundervollen Töchter.Ihr seid die Liebe meines Lebens.

Inhaltsverzeichnis

KAPITEL 1 Inspiration

Was mich inspiriert

Legen Sie ein Moodboard an

Definieren, Entwickeln, Umsetzen

Geschichtenerzähler

Das ungeschriebene Wort

KAPITEL 2 Schönes Licht

Lichtqualität und Tageszeit

Hilfsmittel zur Lichtlenkung

Arbeiten mit natürlichem Licht

Die Bedeutung der korrekten Belichtung

Blende, ISO und Belichtungszeit verstehen

Histogramme

Weißabgleich

Anpassen des Wiedergabemenüs

Meine Einstellungen

Raw vs. JPEG

Was ich in meiner Kameratasche habe

KAPITEL 3 Die Planungsphase

Vorbereitung der Eltern

Planung des Termins

Verkaufsfotos

Einfacher Aufbau

Dinge, die jeder Neugeborenen-Fotograf zur Hand haben sollte

Das Alter ist wichtig

KAPITEL 4 Posen für Neugeborene

Posenlehre

Die vier Grundposen

Sanfte Umbettungstechniken

Auswahl der Requisiten

Bezaubernde Familienbilder

Die Sitzung abschließen

KAPITEL 5 Die Anatomie eines Neugeborenen

Kreislaufsystem

Neugeborenenhaut

Frühgeborene

Die Körpersprache des Babys

Beruhigungstechniken

Weitere Beruhigungstechniken

KAPITEL 6 Natürlich erzählte Bildgeschichten

Die Details erfassen

Das Baby einwickeln

Die Ästhetik von Schwarzweiß

Die Kraft der natürlichen Bildsprache

KAPITEL 7 Die digitale Dunkelkammer

Kalibrierung Ihres Monitors

Verwendung von Adobe Camera Raw und Adobe Photoshop

Effizienz der Nachbearbeitung

Ihr Markenzeichen

KAPITEL 8 Die Neugeborenen-Nische

Definieren, Gestalten und Umsetzen

Sich selbst etablieren

Werte schaffen

Ihr Kundenstamm

Ihr Geschäft vermarkten

Soziale Medien

Einen Businessplan aufstellen

Preisgestaltung und Produkte

Index

Danksagungen

Mein erster Dank gilt Gott, dafür, dass Er mir die Gabe meiner Kunst verliehen hat und die Fähigkeit, sie mit der Welt zu teilen. Die Leidenschaft und Ausdauer, mit denen Er mich gesegnet hat, haben es mir ermöglicht, eine Reise fortzusetzen, von der ich nie erwartet hatte, an ihr Ziel zu gelangen.

Besonderer Dank geht an die Liebe meines Lebens, meinen Ehemann Dennis, für seine liebevolle und fortdauernde Unterstützung. Meine berufliche Laufbahn und dieses Buch wären nicht möglich gewesen, wäre er nicht die ganze Zeit an meiner Seite.

Den größten Dank schulde ich meinen drei Töchtern Heather, Nichole und Rebecca, zusammen mit meinen fünf Enkelinnen Emelie, Ashlie, Abbie, Katie und Nora und – nicht zu vergessen – unserem Hund Toto. Ihre Bereitschaft, mit mir gemeinsame Sache zu machen, wenn ich sie als Motiv ins Licht setzte, und dort geduldig sitzen zu bleiben, während ich meine Arbeit machte (auch wenn manchmal eine kleine Bestechung nötig war), hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin. Ohne sie wären meine Träume unerfüllbar geblieben.

Besonderer Dank gilt meiner Mutter, meiner ewigen Freundin, für die gezeigte Liebe und Ermutigung mein ganzes Leben hindurch. Egal, was ich zustande brachte oder auch nicht, sie stand mir auf meinem Weg mit Rat und Ermutigung zur Seite.

Ich möchte mich bei all meinen Kunden bedanken, die mir die Ehre zuteil werden ließen, ihre wunderbaren Babys zu fotografieren und in diesem Buch zu porträtieren.

Vielen Dank an das wunderbare Team bei Peachpit Press, besonders an Susan Rimerman, meine Projektleiterin, und Anne Marie Walker, meine Developmentund Copy-Editorin, die mich anspornte, meine Grenzen zu überschreiten, und die während des Projekts außerordentliche Geduld aufbrachte. Ich danke auch Lisa Brazieal, meiner Produktionsleiterin, für ihre Sachkenntnis und dafür, dass sie mir jederzeit zur Verfügung stand, wenn ich sie benötigte. Ich danke Mimi Heft, meiner Layouterin, für ihre sachkundige Gestaltung eines wunderbaren Layouts; und ich danke Sara Todd, meiner Marketing-Managerin, für ihre entschiedene Zielsetzung. Ich hätte mir kein besseres Team wünschen können. Sie haben alle dazu beigetragen, dass dies eine wunderbare und spannende Erfahrung wurde.

Einleitung

Ich erinnere mich, wie ich damals, als ich mit der Fotografie begann, auf die Babys in ihren friedlichen, tollpatschigen Posen schaute und dachte, das wäre doch eine ganz einfache Aufgabe. Ein bisschen Milch und ein warmes Zimmer schienen mir alles zu sein, was nötig war, um ein Neugeborenes in Positur zu bringen. Schließlich hatte ich selbst drei Babys und wusste, wie man es ihnen gemütlich macht und sie zum Schlafen bringt. Aber konnte ich sie von einer Pose in eine andere bewegen, ohne sie zu stören? Mir wurde rasch klar, dass es eine Menge gab, was ich über die Fotografie von Neugeborenen zu lernen hatte, bevor ich mich auf diesem besonderen Gebiet bewähren konnte.

Das Hauptthema dieses Buches ist, Neugeborene auf einfache und natürliche Weise in Szene zu setzen, und zwar in einer sicheren Umgebung, die für das Baby passend temperiert ist. Ich bespreche auch die Grundvoraussetzungen, um in das Geschäft mit der Neugeborenen-Fotografie einzusteigen. Dieses Buch handelt nicht von Requisiten oder von der nächstbesten Pose oder dem Versuch, den anderen Fotografen Konkurrenz zu machen. Hier wird Ihnen nicht gezeigt, wie Sie Montagen mit modischen Posen, wie dem Frosch, machen oder es so aussehen lassen, als ob das Baby in einem Tuch von einem Ast hängt. Stattdessen finden Sie Anleitungen für Grundpositionen, die Gestaltung von Bildgeschichten und das Vergnügen an zeitlos natürlichen Bildern, um eine dauerhafte Grundlage für Ihr eigenes Werk zu schaffen.

Wir fangen mit Grundposen an und sammeln Erfahrungen, wie man Babys so von Pose zu Pose bewegt, dass sie ruhig bleiben und dabei weiterschlafen. Das kann ziemlich schwierig sein, darum erkläre ich, wie Sie es am besten machen. Ich beschreibe die verschiedenen Posen für Neugeborene, die weniger als zwei Wochen alt sind, und jene, die sich am besten für Babys bis zu sechs Wochen eignen. Über die Fotografie älterer Babys oder Kinder werde ich in diesem Buch nichts schreiben, da es sich ganz bewusst auf die Bilder von Neugeborenen beschränkt.

Außerdem geht es um die für die Fotografie von Neugeborenen benötigten Hilfsmittel. Sie können mit einer Grundausstattung anfangen und später für fortgeschritteneres Arbeiten weiteres Zubehör anschaffen. Es ist in Ordnung, einfach mit ein paar Decken und Tüchern zu beginnen. Sie müssen nicht jenen nacheifern, die Unmengen an Geld investieren, um ihr Geschäft zu gründen. Des Weiteren gebe ich Tipps, wie man die Eltern vorbereitet, damit die Sitzung reibungslos abläuft, und worauf Sie im Voraus achten sollten. Sie lernen auch, wie man eine komplette Fotosession so plant, dass man die Zeit besser ausnutzt.

Ich begann mein Unternehmen in meiner Garage an einem heißen Sommertag mit einem Sitzsack und einer Vliesdecke, die ich im Supermarkt gekauft hatte. Typischerweise verbrachte ich meine Tage mit stundenlangen Recherchen im Internet, um etwas über Beleuchtung und Kameratechnik zu lernen. Kaum vier Jahre später konnten wir uns zu Hause ein Studio einrichten. Die Gründung eines Unternehmens geschieht nicht über Nacht, es dauert manchmal Jahre, das gesetzte Ziel zu erreichen. Die meisten Unternehmen starten mit ein paar einfachen Hilfsmitteln am Küchentisch. Man muss dann mit der Arbeit wachsen, anstatt vorzeitig aufzugeben.

Auch wenn Hobbyfotografen dieses Buch schätzen mögen, richtet es sich doch vor allem an diejenigen, die aus der Neugeborenen-Fotografie einen Beruf machen und sich das Handwerkszeug für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit aneignen wollen. In der Fotografie geht es darum, eine Geschichte zu erfassen und wiederzugeben, nicht einfach nur darum, eine Aufnahme zu machen. Die können Sie auch mit Ihrem Handy machen. Wenn Sie sich ernsthaft mit Neugeborenen als Marktnische beschäftigen wollen, bereit sind, sich von Grund auf mit der Materie zu beschäftigen, und das sichere, natürliche Positionieren bei natürlichem Licht lernen wollen, dann werden Sie in diesem Buch reichlich Material finden.

Als professioneller Fotograf, der sich auf Neugeborene spezialisiert, ist es entscheidend, dass Sie sich nicht nur mit bestimmten fotografischen Techniken auskennen, sondern dass Sie sich auch darüber im Klaren sind, dass der sichere und behutsame Umgang mit den Neugeborenen absolut wichtig ist. Bevor Sie sich auf diesem Gebiet betätigen, sollten Sie genau wissen, was Sie tun.

Ich werde Ihnen zeigen, wie Sie sich von anderen Fotografen abheben und Bemerkenswertes schaffen, sich vermarkten und einen Businessplan aufstellen können. Sie werden keine konkreten Vorgaben für Preislisten Ihrer Produkte oder die Zusammenstellung von Bildern finden. Ich weiß, dass das ein wichtiger Bestandteil der Vermarktung ist, aber es gibt viele ausführliche Preisübersichten, an denen Sie sich im Einzelnen und umfassend orientieren können. Stattdessen finden Sie allgemeine Hinweise für die Preisgestaltung und die mit dem Fotografenberuf verbundenen Kosten. Sie werden sehen, dass zur Preisgestaltung mehr gehört als aus der Luft gegriffene Zahlen.

Ich werde beschreiben, welche Nachbearbeitung ich auf alle meine Aufnahmen anwende, und wie man seinen Workflow effizient und einheitlich gestaltet. Sie erfahren, wie man Aufnahmen grundlegend korrigiert, bevor man sie mit künstlerischen Effekten anreichert. Die effiziente Organisation des Arbeitsablaufs ist entscheidend, um seine Zeit möglichst gut zu nutzen und profitabel zu arbeiten.

Um den größtmöglichen Gewinn aus diesem Buch zu ziehen, sollten Sie die Hinweise befolgen und üben, üben, üben. Es ist nicht einfach, als Fotograf ein einträgliches Geschäft aufzubauen. Zunächst müssen Sie sich einige Grundlagen aneignen, und Sie sollten zur Vorbereitung einige Kurse in Geschäftsführung machen, bevor Sie selbst ein Unternehmen gründen. Versuchen Sie nicht, ins kalte Wasser zu springen und alles zu hastig in Angriff zu nehmen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Planung, und machen Sie einen Schritt nach dem anderen. Es kommt auf Sie an und darauf, wie Sie sich in Ihrer persönlichen Nische von allen anderen abgrenzen. Gehen Sie Ihren Weg!

– Robin Long

ISO 400, 1/200 Sek., f/1.8, 50 mm

KAPITEL 1

Inspiration

Damit ein Foto den Betrachter anspricht, müssen Sie bei der Umsetzung Ihrer Bildidee selbst mit dem Herzen dabei sein. Manchmal ist es aber nicht so einfach, seine eigenen künstlerischen Inspirationen umzusetzen.

Inspiration kommt von innen heraus – aus Ergriffenheit, Gefühlen und aus dem Herzen. Vieles im Leben hinterlässt ein Gefühl von Frieden und Wohlbefinden. Ihre Inspiration und Ihr Stil sind es, was Sie als Fotografen und als Person auszeichnen. Inspiration läuft einem nicht über den Weg, man muss sie leben.

Man begegnet tagtäglich vielem, das einem Anregungen geben kann, aber bei der Inspiration, auf die ich mich beziehe, geht es um das wahre Lebensgefühl. Es ist eine Begeisterung, die einen beflügelt und frei macht und voller Energie sein lässt. Es ist eine Vision vom Ziel Ihres eigenen kreativen Weges. Die Art, wie Sie an Ihr Motiv herangehen, beeinflusst die Art, wie Sie es gestalten. Es gibt dabei kein Richtig oder Falsch. Es kommt auf Ihre Wahrnehmung an und darauf, wie Sie diese als Vision umsetzen. In diesem Kapitel will ich Sie auf eine Reise mitnehmen, auf der ich zeige, wie man Anregungen erkennt, seinen Stil entwickelt, zum Erzähler in Bildern wird und seine Inspirationen in der eigenen Arbeit zum Ausdruck bringt.

Was mich inspiriert

Meine Anregungen finde ich in meinem Alltag und den Dingen, die mich umgeben, die mich berühren und meine Gefühle ansprechen. Es ist die Fülle an natürlichem Licht, frischen Blumen, einfachen Stoffen, sommerlichen Brisen, sanftem Gezwitscher der Vögel, herzlichen Umarmungen, Babylächeln, Kuscheln, wehenden Vorhängen – und ein klarer blauer Himmel. Diese Dinge prägen meinen Stil und drücken aus, wer und wie ich bin. In meinem Studio habe ich einen reichen Vorrat an Spitzentüchern, um Babys oder werdende Mütter in Szene zu setzen. Ihre Schönheit regt meine Kreativität an.

Inspiration läuft einem nicht über den Weg, man lebt sie.

Ein elegantes, in wunderschönes Licht getauchtes Spitzentuch inspiriert mich.

ISO 400, 1/160 Sek., f/1.8, 50 mm

Dieses perfekte kleine alte Kleidchen gehört zu meiner Kleidersammlung für Neugeborene.

ISO 400, 1/200 Sek., f/1.8, 50 mm

Damit Ihr Stil unverwechselbar wird, muss er das zum Ausdruck bringen, was Sie selbst fasziniert. Sie müssen ein Gespür dafür entwickeln, was Sie ausdrücken möchten; erst dann können Sie Ihren eigenen Stil entwickeln.

Eines Tages war ich in Antiquitätenläden auf Einkaufstour und entdeckte dieses weiße, klassische Kleidchen. Es regte meine künstlerische Fantasie dermaßen an, dass ich mir sagte: »Das muss ich haben.« Die Reinheit und Originalität des kleinen Kleidchens entsprachen wirklich meinem Stil.

Dies war der perfekte Augenblick, um das Kleidchen einzusetzen. Schauen Sie, wie perfekt es zur Bluse der Mutter passt, die liebevoll auf ihr Baby hinunterblickt. Das war ein ganz besonderer Moment für die junge Mutter, da die kleine Prinzessin unerwartet erschien, viele Jahre nachdem Mama dachte, ihre Familie sei komplett.

Ich positionierte den Rücken der Mutter in einem leichten Winkel von 45 Grad gegen das Licht links hinter ihr und drehte sie ein wenig, sodass das Licht sie und das Gesicht des Babys erfasste.

ISO 400, 1/250 Sek., f/2, 50 mm

Legen Sie ein Moodboard an

Sie sollten zusammenstellen, was Sie inspiriert. Dazu eignet sich ein »Inspiration Board«, auch »Moodboard« genannt. Fangen Sie damit an, alles zu fotografieren, was Sie »anspricht« – Dinge, die Sie faszinieren und die Gefühle in Ihnen auslösen, auch Farben, die Sie gerne mögen. Es kann sich um Leute, Plätze oder Objekte handeln; alles, was Ihnen gefällt. Es gibt keine Regeln. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Visionen. Machen Sie verschiedene Fotos, aus denen Sie eine Auswahl treffen können.

Ordnen Sie dann alle Fotos auf einem Moodboard an, das Sie entweder von Hand anfertigen oder in einer digitalen Tabelle ablegen. Es kann so umfangreich sein, wie Sie möchten. Wählen Sie vier Farben aus den selektierten Bildern, und ordnen Sie sie in einer Collage an, wie in meinem Beispiel.

Legen Sie sich ein »Inspiration Board« (oder »Moodboard«) an, eine Zusammenstellung der Themen, Farben, Gegenstände und von allem sonst, das Sie auf irgendeine Weise begeistert.

ISO 400, 1/400 Sek., f/1.8, 50 mm

Als Nächstes wählen Sie drei Wörter aus, die stellvertretend dafür sind, was Sie sehen, beispielsweise weich, luftig, dunkel, stimmungsvoll, lustig, ausgefallen und so weiter. Fragen Sie ein paar Freunde oder Kollegen ebenfalls nach drei Wörtern, die Ihre Bilder beschreiben. Sie werden Ihre eigene Arbeit bald mit neuen Augen sehen und die Richtung erkennen, in die Sie mit Ihrer Fotografie gehen. Ich finde es sehr hilfreich, die Dinge auf andere Weise zu sehen und mich auf meine eigenen Inspirationen zu konzentrieren. Nehmen Sie sich Zeit, über Ihre Auswahl und die Wörter nachzudenken. Es ist wichtig, dass Sie während dieser Phase keine Arbeiten anderer Fotografen betrachten, um einen freien Kopf zu behalten und sich auf sich selbst zu besinnen. Drucken Sie Ihre digitale Bildtafel aus oder tragen Sie die handgefertigte immer bei sich, wenn Sie fortgehen. Schauen Sie öfter darauf. Denken Sie über die vor Ihnen liegenden Aufgaben nach. So beginnen Sie, Ihren eigenen Stil zu entwickeln.

Definieren, Entwickeln, Umsetzen

Sobald Sie zusammengestellt haben, was Sie inspiriert, können Sie Ihre Identität festlegen, entwickeln, umsetzen und vervollständigen. Erledigen Sie jeden Schritt dieses Verfahrens sorgfältig, und lassen Sie sich so viel Zeit wie nötig. Es geht um Ihr Warenzeichen, an dem andere Ihre Arbeit erkennen. Finden Sie heraus, in welche Richtung Ihre Neigung geht und was Sie fasziniert. Das braucht manchmal seine Zeit, also überstürzen Sie nichts. Seien Sie selbstbewusst, und vertrauen Sie Ihrer Persönlichkeit. Ihr Stil wird sich im Laufe der Zeit entwickeln und mit wachsender Erfahrung immer besser werden. Sie werden auch mal ins Stolpern kommen, das ist okay. Es ist ein Wachstumsprozess, den jeder durchmachen muss. Später werden Sie das zu schätzen wissen, wenn Sie zurückschauen und sehen, wie weit Sie gekommen sind.

Definieren Sie Ihren Stil

Als »Stil« bezeichnet man die Kombination verschiedener Elemente des künstlerischen Ausdrucks, Vortrags oder der Darstellung, die eine bestimmte Person auszeichnet. Der Stil repräsentiert eine Marke und schafft eine persönliche Marktnische. Ihre Identität drückt sich in einer natürlichen, Ihnen eigenen Ausdrucksweise aus, die Sie von anderen unterscheidet. Er ist einfach ein Spiegel Ihrer Persönlichkeit.

Zu meinem stilistischen Repertoire gehören einfache Schwarzweiß-Bilder. Dieser Augenblick eines heftigen Gähnens gewann einen ersten Preis im Wettbewerb bei der National Association of Professional Child Photographers 2012.

ISO 200, 1/200 Sek., f/1.8, 50 mm

Hat schon einmal jemand zu Ihnen gesagt: »Das sind ganz Sie!« Wer das sagt, kennt Ihren Stil und weiß, wer und wie Sie sind. Manchmal kennen uns andere Leute besser als wir uns selbst. Scheuen Sie sich nicht, zur Bewertung Ihrer eigenen Visionen Freunde nach deren Meinung zu fragen.

Eines der schwierigsten Probleme, die man lösen muss, um ein professioneller Fotograf zu werden, ist, sich und seinen Stil zu etablieren. Manchmal erkennt man seinen eigenen Stil nicht, weil man so viel auf die Arbeiten von anderen schaut und versucht, ihnen nachzueifern. Nehmen Sie sich Zeit, sich auf Ihre eigenen Intentionen und den eigenen Stil zu konzentrieren, ehe Sie Zeit damit verschwenden, andere nachzuahmen.

Natürliche Bildgestaltung ist mir in der Fotografie am liebsten. Sie ist einfach, zeitlos und unverfälscht.

ISO 200, 1/320 Sek., f/1.8, 50 mm

Wenn Sie eine Reihe von Fotos auslegen, würden andere erkennen, welche von Ihnen stammen? Könnte jemand »Das sieht aus wie eine Arbeit von Ihnen« sagen? Wir streben alle danach, Künstler zu sein, deren Stil man auf Anhieb erkennt. Dafür müssen wir uns aber auf unsere eigene Kreativität konzentrieren.

Das Bild oben ist charakteristisch für meinen Stil. Das Baby war im Begriff, einzudösen. Ich wickelte es in ein Baumwollstricktuch und ließ es sich frei bewegen. Als das Mädchen begann, seine Augen zu reiben und somit signalisierte, wie müde es war, war ich bereit, jeden der Momente einzufangen. Ihr Stil wird sich fortwährend ändern, weiterentwickeln und reifer werden, dennoch bleibt er Ausdruck Ihrer Persönlichkeit. Es geht nicht darum, ein Spitzenfotograf zu werden oder einen Trend zu setzen, sondern darum, in der eigenen Arbeit seine Visionen zum Ausdruck zu bringen. Lassen Sie zu, dass Ihr Stil sich entwickelt, es geht darum, Ihre Arbeit als Marke zu etablieren.

Stilistische Weiterentwicklung

Sobald Sie Ihren eigenen Stil gefunden haben, sollten Sie ihn pflegen und weiterentwickeln. Bleiben Sie neuen Erfahrungen gegenüber empfänglich, die Ihre Kreativität beflügeln und Sie in Kontakt mit der Umgebung halten. Nach ein paar Jahren werden Sie vielleicht feststellen, dass Sie Ihren Stil neu definieren und Ihren Ansatz verändern müssen. Alle Künstler wachsen mit der Zeit und suchen sich neue Herausforderungen. In fünf Jahren mag Ihr Stil ein ganz anderer als der heutige sein, aber er wird immer ein Spiegel Ihres Selbst und Ihrer Leidenschaften sein.

Stil kann sich in vielerlei Weise ausdrücken. Es geht nicht darum, wie Sie ein Foto nachbearbeiten. Nehmen Sie Ihre Persönlichkeit, das Licht, Farben, Stimmungen und Gefühle, die Protagonisten, die Umgebung und die Schatten, und werfen Sie alles in eine gedankliche Schachtel. Analysieren Sie dann, in welcher Weise jeder dieser Bestandteile zum endgültigen Foto beiträgt. Ziehen Sie alle diese Aspekte für die Entwicklung Ihres persönlichen Stils in Betracht. Manchmal findet ein Stil zu uns, wenn wir gar nicht danach suchen. Der persönliche Stil ist das Ergebnis der Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit in der künstlerischen Arbeit. Es macht nichts, wenn Sie ihn nicht sofort definieren können; experimentieren Sie freizügig, und lernen Sie, so viel Sie nur können. Scheuen Sie sich nicht, den einmal gesteckten Rahmen gelegentlich zu verlassen oder Ihren Stil nach Jahren zu verändern. Manchmal muss man sich neu orientieren, um sich lebendig und herausgefordert zu fühlen.

Stehen Sie zu Ihrem Stil.

Der nächste Schritt besteht darin, dass Sie in Ihrer Arbeit Ihren persönlichen Stil zum Ausdruck bringen. Setzen Sie die anregenden Elemente, die Farben, das Licht und die Gefühle praktisch ein. Bleiben Sie Ihrem Stil treu. Wenn Sie Arbeiten von anderen sehen und sich versucht fühlen, das auch einmal zu probieren, weil es Ihnen so gut gefällt, fragen Sie sich: »Passt das zu mir und meinem Stil?« Falls nicht, können Sie es trotzdem ausprobieren, aber Sie sollten es nicht in Ihr Portfolio aufnehmen, um Ihre Kunden bezüglich Ihrer künstlerischen Identität nicht zu verunsichern. Konzentrieren Sie sich auf Ihr Moodboard, und lassen Sie sich aus sich selbst heraus inspirieren.

Bei mir fing alles mit Farbe, Licht und Gefühlen an. Beim Fotografieren von Kindern habe ich es gern, wenn viele Farben im Spiel sind, aber bei Neugeborenen bevorzuge ich neutrale und weiche Farben; letzten Endes ergänzen beide Konzepte einander und gehören zu meinem Stil. Sobald ich mir über die Farben im Klaren war und darüber, was mich anregt, begriff ich, dass ich viel Licht in meinem Bildern liebe. Sie erkennen das an meiner Zusammenstellung von anregenden Elementen – ich will nicht nur Licht auf meinem Motiv, sondern Licht überall – helles, schönes Licht. Es spricht mich an. Wie Sie in dem Foto unten sehen, strahlte das helle Licht auf die gestreckten Zehen des Babys, das ich ungefähr einen Meter von dem nach Norden zeigenden Fenster entfernt positioniert hatte.

Aber vielleicht spricht ein schattiges, dunkleres Bild Sie mehr an. Sie werden die Antwort in Ihrer Seele spüren, sie ist ein Teil von Ihnen. Nehmen Sie sich die Zeit, sie zu finden.

Ein von Licht erfülltes Bild in weichem einfachen Weiß entspricht meinem Stil. Es ist ein Nebenprodukt meiner Inspiration und soll mir helfen, meinen Stil zu definieren, zu entwickeln und umzusetzen.

Tipp:In Ihrem Stil sollte sich alles widerspiegeln, was Sie tun – wie Sie fotografieren, wie Sie arbeiten, Ihr Signet, Ihr Markenzeichen. Machen Sie ihn sich zu eigen, und scheuen Sie sich nicht, anders zu sein als andere.

Vielleicht brauchen Sie Bestätigung von anderen, um Ihren Stil zu festigen. Bitten Sie Freunde, die Familie und Kollegen um Hilfe. Deren subjektive Sicht kann entweder bestätigen, was von Anfang an Ihre Auffassung war, oder sie öffnen Ihnen die Augen für andere inspirierende Visionen, die Ihnen selbst entgangen waren.

Denken Sie daran, dass es wichtig ist, zu wissen, wer Sie sind und was Sie auszeichnet. Es ist in Ordnung, die Arbeit von anderen zu mögen und deren Stil zu bewundern oder sich sogar davon inspirieren zu lassen. Doch Sie müssen Ihren eigenen Stil entwickeln, einen Look, der typisch für Sie ist. Was wäre das für eine Welt, in der wir alle einander gleichen würden? Es sind die verschiedenen Persönlichkeiten, die die Welt bereichern, und wir alle leisten unseren kleinen Beitrag dazu.

Dieser kleine Liebling genoss es so richtig, die Beine auszustrecken. Die Kleine machte das während der Aufnahmen immer wieder, sodass ich es als persönliche Eigenheit erkannte und mir Zeit nahm, die Geste zu fotografieren.

ISO 400, 1/1600 Sek., f/1.4, 50 mm

Dieses Foto ist die perfekte Entsprechung zu meinem Moodboard – es entspricht meinem wahren Ich.

ISO 400, 1/1600 Sek., f/1.4, 50 mm

Geschichtenerzähler

Beim »Storytelling« geht es darum, durch Fotos eine Geschichte zu erzählen. Sie sind der Geschichtenerzähler. Es ist Ihre Aufgabe, die Augenblicke zu erfassen, um die Geschichte darzustellen. Wovon wollen Sie die Betrachter überzeugen? Was sollen sie sehen, fühlen und erleben?

Die Geschichte kann einen Anfang und ein Ende haben, oder sie kann sich in Kreisen drehen, die sich niemals auflösen. Sie kann einfache Bewegungen darstellen, die Sie das Baby machen lassen, oder von einer Situation zwischen Mutter, Vater und dem Baby erzählen. Die Bildgeschichten über Neugeborene sollen deren Persönlichkeit und Einmaligkeit darstellen. Das kann durch eine Reihe von Bildern geschehen, auf denen ihr Haar, die Nase, Zehen und Füße gezeigt werden. Oder es kann um den Moment gehen, in dem die Mutter ihrem Baby etwas vorsingt und das Baby ihr mit einem Ausdruck der Verwunderung ins Gesicht blickt. Auch das Stillen des Babys fügt der Geschichte ein starkes Gefühlsmoment hinzu.

Meine Termine fangen alle mit einer Ruhezeit an, um über die Informationen nachzudenken, die ich beim Vorgespräch von den Eltern erhalten habe. Da die Beratungen im Allgemeinen Monate vor den Fototerminen stattfinden, greife ich auf meine Notizen zurück, um mein Gedächtnis aufzufrischen. Ein paar Tage vor dem Termin fange ich an, ihn vorzubereiten. Ich beginne mit der Planung und den Vorbereitungen, immer im Sinne der »Geschichte«. Besondere Berücksichtigung finden Geschichten, die mir die Eltern über sich selbst erzählt haben, über die Schwangerschaft, ihre Familie und ihre Wünsche und Träume in Bezug auf ihr neues, kleines Baby, das in ihr Leben getreten ist. Alles, was sie mir erzählt haben, habe ich mir aufgeschrieben, und ich habe darüber nachgedacht, sodass ich die Geschichte zusammensetzen kann.

Genauso wichtig ist aber Flexibilität. Sie mögen zwar einen wohlüberlegten Plan haben, aber manchmal – gut, in den meisten Fällen – verlaufen die Aufnahmen nicht so wie geplant. Lernen Sie, sich anzupassen und auf alles vorbereitet zu sein. Konzentrieren Sie sich darauf, das Baby so aufzunehmen, dass Sie seine Geschichte mit Ihren Fotos erzählen können. Bildgeschichten über Neugeborene beruhen darauf, dass man das neue Baby in einem bestimmten Augenblick erfasst und dieses Gefühl des Augenblicks vermittelt. Um diesen wichtigen Moment einzufangen, schaffe ich einen besonderen Aufbau, der die Stimmung erzeugt, die ich vermitteln will. Für mich sind Glücksmomente die Substanz einer Geschichte. Meine liebsten Szenarien für Bildgeschichten sind diejenigen, in denen ich eine Serie von Bildern bekomme, auf denen das Baby lächelt, mit den Beinen strampelt, die Zunge herausstreckt oder sich reckt.

Babys geben kleine Hinweise, bevor sie zu lächeln beginnen. Ich sitze einfach da und warte auf den richtigen Moment.

ISO 400, 1/200 Sek., f/1.8, 50 mm

Inszenieren Sie Ihre Geschichte

Wenn Fotografie Gefühle weckt, dann immer durch die Geschichte, die in den Bildern erzählt wird. Requisiten sind beim Erzählen der Geschichte hilfreich, aber achten Sie auf alles, was sich im Bild befindet. Wenn Sie Requisiten verwenden, achten Sie darauf, dass sie für die Geschichte von Belang sind.

Eine Fotogeschichte kann entstehen, indem Sie etwas aufnehmen, das gerade geschieht. In anderen Fällen müssen Sie das Geschehen inszenieren. Mein Ziel ist es, dass die Betrachter das Gefühl haben, direkt neben mir zu sitzen und mitanzusehen, wie die Geschichte sich entwickelt. Das verleiht meinen Bildern ihre Ausdruckskraft. Man braucht Erfahrung, sich diese Denkweise anzueignen, denn meistens platziert man nur sein Motiv dahin, wo man es haben will und drückt auf den Auslöser. Das Erzählen einer Geschichte geht darüber hinaus und bedeutet mehr – und es macht den Unterschied zwischen einem gestalteten Bild und einem Durchschnittsfoto aus. Zu einem guten Foto gehört, dass es die Aufmerksamkeit der Betrachter fesselt, sie neugierig macht und gefühlsmäßig in seinen Bann zieht. Wie ein gutes Buch fesselt es ihre Aufmerksamkeit, und sie warten gespannt, was das nächste Bild zeigen wird. Wenn Sie das schon einmal beim Betrachten der Arbeit eines anderen Fotografen erlebt haben, wissen Sie, wovon ich rede. So sollen die Leute Ihre Arbeit betrachten.

Es liegt etwas Magisches darin, die Schönheit einer Mutter und die Bindung zu ihrem Neugeborenen einzufangen. Ich möchte etwas über die Neugeborenen erzählen: über ihre feinen Züge, das Lächeln und die Bewegungen, die ihre Persönlichkeit ausmachen. Man kann das in einem Bild erzählen oder in mehreren. Das liegt ganz bei Ihnen und hängt von dem ab, was Sie vermitteln wollen.

In diesem Foto wollte ich die Liebe zwischen der Mutter und ihrem neugeborenen Mädchen ausdrücken. Anstatt sie nur zu bitten, während der Aufnahme die Augen zu schließen, bat ich sie, es zu liebkosen, die Augen zuzumachen, die Liebe zu ihm in sich zu spüren und an die ersten Augenblicke der Geburt zu denken und wie sie sich dabei fühlte. Ich wollte, dass man die Liebe im Ausdruck und der Wärme ihres Gesichtes spürt. Ihr feines Lächeln beflügelte mich, als ich auf den Auslöser drückte.

Manchmal braucht es ein paar Aufnahmen, bis die Mutter sich entspannt und bei der Sache ist. Warten Sie geduldig auf den richtigen Augenblick.

ISO 200, 1/100 Sek., f/1.8, 50 mm

Wenn die Eltern in einigen Jahren Ihre Fotos wieder anschauen, werden sie Charakterzüge erkennen, aus denen sich die Persönlichkeit ihres Kindes entwickelt hat. Es könnte ihnen schwerfallen, sich ohne die Fotos an diese Dinge zu erinnern. Achten Sie also darauf, diese Feinheiten zu erfassen.

Elemente des »Storytellings«

Wie lassen sich Geschichtenerzählen und Neugeborenen-Fotografie miteinander verbinden? Die bekanntesten erzählerischen Fotografien stammen aus der »Lifestyle«-Neugeborenen-Fotografie, wo die Fototermine bei den Eltern zu Hause abgehalten werden. Der Fokus liegt auf Bildern im Kinderzimmer oder im Schlafzimmer der Eltern, die zeigen, wie die Familienmitglieder miteinander umgehen. Es gibt aber im Fotostudio andere Mittel, über das Neugeborene eine Geschichte zu erzählen.

Es gibt viele Inhalte für eine Bildgeschichte. Zwei der überzeugendsten sind bei Neugeborenen Gefühle und Beziehungen; sie können aber auch gemeinsam eingesetzt werden.

Gefühlsgeschichten

Eine Gefühlsgeschichte in einem Bild erzeugt bestimmte Empfindungen, wie Glück, Begeisterung, Traurigkeit oder Ärger. Sie kann zugleich eine Beziehungsgeschichte sein, konzentriert sich aber in erster Linie auf das vermittelte Gefühl.

Gefühlsbetonte Fotografien haben eine Aussage und können gestellt oder ungeplant sein. Ihre Geschichte besitzt die Kraft, die Gefühle des Betrachters anzusprechen, ganz besonders, wenn er eine persönliche Beziehung zum Protagonisten hat. Man ist mit dem Herzen dabei, wenn man die Geschichte interpretiert. Selbstverständlich können Beziehungsgeschichten auch Gefühle wecken, da beide Hand in Hand gehen.