Anwenderhandbuch FI-CAx (SAP-Debitorenbuchhaltung) - Stephan Eichenberg - ebook

Anwenderhandbuch FI-CAx (SAP-Debitorenbuchhaltung) ebook

Stephan Eichenberg

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Opis

Debitorenbuchhaltung, Vertragskontokorrent oder auch Massenbuchhaltung, die SAP-Komponente FI-CAx (Contract Accounting Cross Industries) kennt mehrere Übersetzungsvarianten. Allen ist eines gemeinsam: Es geht um ein effizientes, möglichst automatisiertes Management von Vertrags- und Kundenprozessen überall dort, wo Millionen von Zahlungen und Mahnungen auftreten. Damit ist FI-CAx die SAP-Lösung für die Debitorenbuchhaltung in Branchen wie der Energiewirtschaft, Telekommunikation, im Öffentlichen Sektor oder auch im Versandhandel. Das Buch richtet sich gleichermaßen an Einsteiger wie auch an Anwender, die schon länger mit FI-CAx arbeiten. Hierbei werden u.a. die folgenden Themen vertieft: • Vertragskontokorrent (FI-CAx) versus klassische Debitorenbuchhaltung (FI-AR) • Verwaltung der offenen Forderungen • Integration mit Hauptbuch, Vertrieb und CRM • Zahlungsverwaltung (Überweisungen, Abbuchungen) Die Autoren haben in dieses Buch ihr umfassendes praktisches Know-how aus langjähriger Beratungstätigkeit im Bereich SAP-Finanzprozesse eingebracht. Stephan Eichenberg ist spezialisiert auf SAP-Finanzprozesse und berät seit 1999 in verschiedenen Rollen und Branchen insbesondere im Massenkontokorrent mit den spezifischen Branchenlösungen IS-U (Versorgungsindustrie) und PS-CD (öffentlicher Bereich) sowie deren Integration zum Controlling. Karl-Heinz Sahm ist Senior-zertifizierter FI/CO-Berater und arbeitet seit mehr als 13 Jahren als SAP-Consultant mit Schwerpunkt FI, CO, AA (ECC 6.0) und ABAP-Programmierung. Seine Tätigkeiten umfassten bisher sowohl die Realisierung fachspezifischer Anforderungen in den SAP-Finanzanwendungen, als auch die Durchführung von Datenmigrationen in das Massenkontokorrent, die Umsetzung von Schnittstellen zu externen Finanzdienstleistern (u.a. Inkasso) und der FICA-Integration in das CRM (FCC).

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EPUB

Liczba stron: 127




Stephan Eichenberg Karl-Heinz Sahm

Anwenderhandbuch FI-CAx (SAP®-Debitorenbuchhaltung)

ISBN:978-3-945170-02-1 (ePUB) 978-3-945170-01-4 (Kindle)Lektorat:Anja AchillesKorrektorat:Christine WeberCoverdesign:Philip Esch, Martin MunzelCoverfoto:Shutterstock: #127588322 ©yanugkelidSatz & Layout:Johann-Christian Hanke

Alle Rechte vorbehalten

1. Aufl. 2014, Gleichen

© Espresso Tutorials GmbH

URL:www.espresso-tutorials.com

Das vorliegende Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das Recht der Übersetzung, des Vortrags, der Reproduktion und der Vervielfältigung. Espresso Tutorials GmbH, Zum Gelenberg 11, 37130 Gleichen, Deutschland.

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Inhaltsverzeichnis

Cover
Titelseite
Copyright / Impressum
Einleitung
1 Was ist FI-CAX?
1.1 Einsatzbereiche von FI-CAX
1.2 Unterschiede von FI-CAX und FI-AR
2 Integration von FI-CAX
2.1 Integration zum Hauptbuch/FI-GL
2.2 Integration zum Vertrieb/SD mit CRM
2.3 Integration zum Vertrieb/SD ohne CRM
3 Prozesse und Transaktionen im FI-CAX
3.1 Die Kontenstandanzeige als zentrale Bearbeitungsmöglichkeit der OP-Verwaltung
3.1.1 Aufbau der Kontenstandanzeige
3.1.2 Exkurs Belegaufbau im FI-CAX
3.1.3 Funktionen direkt aus dem Kontenstand
3.2 Mahnverwaltung
3.2.1 Ablauf einer Mahnung im FI-CAX
3.2.2 Ausgabe der erzeugten Korrespondenz
3.2.3 Abgabe an das externe Inkasso
3.3 Zahlungsverwaltung
3.3.1 Unternehmensinitiierte Zahlungen/Lastschriften
3.3.2 Kundeninitiierte Zahlungen/Überweisungen
4 Abschlussarbeiten im FI-CAX
4.1 Zweifelhaftstellung und Einzelwertberichtigung
4.1.1 Buchungslogik bei Zweifelhaftstellung und Einzelwertberichtigung
4.1.2 Posten berichtigen nach Alter
4.1.3 Manuelle Berichtigung
4.1.4 Berichtigte Posten umbuchen
4.2 Ausbuchungen
4.2.1 Manuelles Ausbuchen
4.2.2 Maschinelles Ausbuchen
4.3 Transfer von Posten
4.4 Maschinelle Kontenpflege
5 Fazit
A Die Autoren
B Disclaimer

Einleitung

Das vorliegende Buch widmet sich dem FI-CAX Massenkontokorrent innerhalb des ERP Financials. Die Enterprise Core Component der Software SAP ERP gliedert sich in unterschiedliche Komponenten (früher Module). Diese umfassen die verschiedenen Funktionen und Prozesse der betrieblichen Standardsoftware. Die in diesem Buch gezeigten Systembeispiele basieren auf dem EHP 6.0 Service Pack 9.

Die Lösung ERP Financials deckt die Bereiche Hauptbuchhaltung, Debitorenbuchhaltung, Kreditorenbuchhaltung, Kreditmanagement, Anlagen- und Bankbuchhaltung ab. Über die Komponente Controlling wird die gesamte Kostenrechnung (Kostenarten, Kostenstellen, etc.) abgebildet.

Das FI-CAX bildet in diesem Rahmen die Debitorenbuchhaltung für das Massenkontokorrent und kommt bei Unternehmen mit einem sehr hohen Aufkommen an Geschäftspartnern zum Einsatz. In diesem Buch beschreiben wir Ihnen Prozesse, mit denen Sie die damit einhergehenden, zahlreichen Buchungsposten effektiv bearbeiten und überwachen können.

Sofern das Modul CO integriert ist, können für die Kostenrechnung parallel die Beträge an die entsprechenden Kontierungsobjekte im Controlling übergeben werden.

Erweiterungspakete und Business Functions wie das generische Vertragskontokorrent FI-CAX ermöglichen es, den Prozess der Einführung und Nutzung neuer Entwicklungen wesentlich zu vereinfachen. Es ist eine Technologie, mit der selektiv einzelne Neuentwicklungen eingeführt und zur Optimierung ausgewählter Geschäftsprozesse genutzt werden können. FI-CAX unterliegt hierbei einer separaten Lizenzierung.

Über das sogenannte Customizing werden die Funktionen und Prozesse an die jeweiligen Anforderungen angepasst. Es handelt sich bei dem Customizing um einen separaten Bereich, in dem vielfältige Einstellungen – im Normalfall durch Berater oder Mitarbeiter in der IT – vorgenommen werden. Zu den grundsätzlichen Einstellungen sollten allerdings auch die sogenannten Keyuser in den Fachabteilungen ausreichend geschult sein.

Dieses Buch beschreibt vorrangig die Durchführung der Anwendung in Form einer FI-CAX-»Bedienungsanleitung« und geht nicht im Detail auf das zugrundeliegende Customizing ein.

Zielgruppe sind in erster Linie Anwender, denen das Arbeiten mit FI-CAX im Tagesgeschäft erleichtert werden soll und denen ein grundsätzliches Verständnis der Möglichkeiten dieser Komponente vermittelt wird. Darüber hinaus werden dem Anwender praktische Tipps und Erfahrungen für die tägliche Arbeit weitergegeben.

Das Buch ersetzt daher keine vollständige Dokumentation und auch keine Schulung der Anwendung oder des Customizings. In den 4 Hauptkapiteln stehen die folgenden Themen im Fokus:

Was ist FI-CAX? In diesem Kapitel werden wir in tabellarischer Form die Unterschiede zur klassischen Debitorenbuchhaltung FI-AR darlegen.

Integration von FI-CAX Die Besonderheiten der Integration von FI-CAX zur Hauptbuchhaltung FI-GL, zum Vertriebsmodul SAP SD und zum Modul Customer Relationship Management (SAP CRM) werden in diesem Kapitel erläutert.

Prozesse und Transaktionen im FI-CAX Die Prozesse, die bei der täglichen Arbeit mit der Debitorenbuchhaltung FI-CAX relevant sind, werden anhand von Beispielen dargestellt und erläutert. Dabei werden Tipps und Hinweise gegeben. Außerdem weisen wir auf »Fallstricke« hin, die bei der Arbeit auftreten können.

Abschlussarbeiten im FI-CAX Zu den Abschlussarbeiten, wie Zweifelhaftstellung und Einzelwertberichtigung, werden Beispiele dargestellt. Außerdem werden Abschlussarbeiten erläutert, unabhängig davon, ob diese jährlich, quartalsweise- oder täglich ausgeführt werden.

Die einzelnen Kapitel sind auch unabhängig voneinander verständlich. So können einzelne übersprungen und nur die aktuell interessanten Abschnitte gelesen werden.

Im Text verwenden wir Kästen, um wichtige Informationen besonders hervorzuheben. Jeder Kasten ist zusätzlich mit einem Piktogramm versehen, der diesen genauer klassifiziert:

Hinweis

Hinweise bieten praktische Tipps zum Umgang mit dem jeweiligen Thema.    

Beispiel

Beispiele dienen dazu, ein Thema besser zu illustrieren.  

Warnung

Warnungen weisen auf mögliche Fehlerquellen oder Stolpersteine im Zusammenhang mit einem Thema hin.

Zum Abschluss des Vorwortes noch ein Hinweis zum Copyright: Sämtliche in diesem Buch abgedruckten Screenshots unterliegen dem Copyright der SAP AG. Alle Rechte an den Screenshots liegen bei der SAP AG. Der Einfachheit halber haben wir im Rest des Buches darauf verzichtet, darauf unter jedem Screenshot gesondert hinzuweisen.

1   Was ist FI-CAX?

Das FI-CAX (Financial Accounting, Contract Accounting Extended/Vertragskontokorrent) als SAP-Modul für die Nebenbuchhaltung ermöglicht Unternehmen mit hohem oder sehr hohem Belegaufkommen eine effiziente und schnelle Bearbeitung der Buchungsposten in der Debitorenbuchhaltung.

1.1   Einsatzbereiche von FI-CAX

Das FI-CAX kommt vor allem in den Unternehmensbereichen zum Einsatz, in denen mit Massendaten gearbeitet werden muss. So besteht für große Versandhandelsunternehmen mit angeschlossenem Web-Shop und mehreren tausend Rechnungen pro Tag die Herausforderung darin, neben der logistischen Abwicklung eine effiziente Überwachung der buchhalterischen Daten zu gewährleisten. Dazu müssen offene Forderungen buchhalterisch verwaltet und im Zahlungsverkehr sowie im Mahnwesen mit einbezogen werden.

Ähnliche Probleme stellen sich für Versorgungsunternehmen, die im Privatkundenbereich eine hohe Anzahl von Zahlungseingängen z.B. aus der Verwaltung der Abschlagspläne verarbeiten müssen.

Für Unternehmen der Telekommunikationsbranche wiederum besteht die Herausforderung darin, den Kunden monatlich eine Rechnung zu stellen und die offenen Posten buchhalterisch zu verwalten. Die klassische Buchhaltung stößt bei diesen Massendaten sehr schnell an ihre Grenzen. SAP bietet hier jeweils branchenspezifischen Lösungen an:

1.2   Unterschiede von FI-CAX und FI-AR

Zunächst werden die Unterschiede zwischen der klassischen Debitorenbuchhaltung FI-AR und dem FI-CAX dargestellt.

Die wesentlichen Unterschiede bestehen in den Datenkonstrukten der Stammdaten und den Customizingtabellen, die bei der Konfiguration der Geschäftsvorfälle bearbeitet werden. Außerdem sind bei den Geschäftsvorfällen (Mahnung, Zahlungslauf etc.) andere Transaktionen relevant.

Ein weiterer und entscheidender Unterschied zum FI-AR besteht in den Anwendungsbereichen. Im FI-CAX wird der Anwendungsbereich in allen wesentlichen Datenbeständen des Vertragskontokorrents vermerkt. Somit kann die Verarbeitung der Daten anwendungsspezifisch gesteuert werden, etwa durch Bereitstellung gezielter Zusatzfunktionen oder Standardverarbeitungen. Die möglichen Anwendungsbereiche werden in der folgenden Abbildung 1.1 dargestellt.

Abbildung 1.1: Anwendungsbereiche für FI-CAX

Unterschiede FI-CAX und FI-AR

Auf den folgenden Seiten werden die zentralen Unterschiede aus Sicht der Anwendungen und Geschäftsvorfälle dargestellt

Kaufmännische Stammdaten

FI-CAX

FI-AR

Es wird der zentrale Geschäftspartner (GP) verwendet.

Es werden die »klassischen« Debitoren verwendet.

Je GP sind mehrere Adressen möglich.

Pro Debitor kann nur eine Adresse hinterlegt werden.

Je GP sind mehrere Kommunikationskanäle möglich (Telefon, Fax, E-Mail).

Beim Debitor existieren fixe Felder für die Kommunikation.

Es sind Änderungen in die Zukunft möglich.

nicht möglich

Es wird das GP-Rollenkonzept umgesetzt.

Der Debitor kann für SAP-SD verschiedene Partnerrollen annehmen.

FI-CAX

FI-AR

separate Behandlung von Beziehungen (z.B. Ansprechpartner als eigene GP)

Beziehungsfelder hängen direkt am Debitor.

Erweiterung über Business Data Toolset (BDT) möglich, flexible Oberfläche

eingeschränktes Erweiterungskonzept, flexible Oberfläche

Verwendung des Vertragskontos

Verwendung des Debitorenkontos

Mehrere Vertragskonten je GP möglich

Bankdaten getrennt nach Ein- und Ausgangszahlung möglich

nicht möglich

FI-CAX

FI-AR

Kontenfindungsmerkmal in Verbindung mit Buchungskreis, Haupt-, Teilvorgang und evtl. Sparte steuert die Findung von Bilanz- und GuV-Konto.

Abstimmkonto wird über den Debitorenstammsatz gefunden.

Steuerung der Zahlungszuordnung/Toleranz je Vertragskonto

abweichende(r) Mahnempfänger/Mahnadresse möglich

abweichender Mahnempfänger möglich

zeitlich begrenzte Mahn-, Zahl- und Zinssperren möglich

leicht erweiterbar

Bonität

FI-CAX

FI-AR

dient der Kundenbeurteilung

in vergleichbarer Form nicht vorhanden

Bonitätspunkt aus Mahnaktivitäten, Bankrückläufern und Ausbuchungen

Buchungen/Belege

FI-CAX

FI-AR

Haupt- und Teilvorgänge

Buchungsschlüssel

Vorgänge sind im Customizing vordefinierbare Geschäftsvorfälle.

Buchungsschlüssel definiert Soll und Haben, ist mit zwei Stellen nicht ausbaubar.

Vordefinierte Buchungsvorgänge dienen in Kombination mit Buchungskreis und Konten-findungsmerkmal (hinterlegt im Vertragskonto) zur Ableitung der Belegkontierung, Umsatzsteuerkennzeichen, Kostenstelle, PSP-Elemente, Mahn-, Zahl-, Zinssperre, Zinskennzeichen.

Buchungsschlüssel definiert gemeinsam mit Sachkonto die Bildauswahl je Konto; Sachkonten werden manuell in jeder Buchungszeile eingetragen.

FI-CAX

FI-AR

Statistische Buchungen (z.B. Mahngebühren) erfolgen nur im FI-CAX. Buchungen im FI-GL erfolgen erst bei Zahlung.

Statistische Buchungen sind nur über Sonderhauptbuchvorgänge möglich und als Belege im FI-GL verankert.

Statistische Buchungen werden im FI-CAX wie »normale« Buchungen behandelt.

Es gibt keine automatische Verrechnung der Sonderhauptbuchvorgänge.

Mehrwertsteuer

FI-CAX

FI-AR

Mehrwertsteuerermittlung erfolgt auf Basis eines Umsatzsteuer-Ermittlungskennzeichens (UStE). Das UStE wird datumsabhängig in das FI-Umsatzsteuerkennzeichen umgesetzt, d. h., auch wenn sich im FI-GL das USt-Kennzeichen ändert, bleibt das UStE gleich.

Das Umsatzsteuerkennzeichen wechselt bei Änderung des Steuersatzes.

Rechnungen

FI-CAX

FI-AR

Sammelrechnungen sind möglich.

nur über SAP-SD

Mahnungen/Inkasso

FI-CAX

FI-AR

variable Anzahl von Mahnstufen je Mahnverfahren

max. Anzahl von Mahnstufen

diverse Folgeaktivitäten je Mahnung möglich – differenzierte Ansteuerung von Formularen, einfache Einbindung von »Events« für kundenindividuelle Funktionen, Mailversand, Anstarten von Workflows für externe Aktivitäten etc.

Mahnaktivität ist ausschließlich das Formular

Mahnhistorie – jede Mahnung auf Belegebene im System nachvollziehbar

keine Mahnhistorie, nur Info, welcher Beleg in der letzten Mahnung war

Freigabe der gemahnten Posten an externes Inkasso aus der Mahnung möglich

keine spezielle Inkassofunktion

Mahnaktivität in Abhängigkeit der Kundenbonität

keine vergleichbaren Funktionen

Zahlungslauf/Lastschrift

FI-CAX

FI-AR

Zahlung/Rückzahlung über unterschiedliche Bankkonten möglich

Zahlung/Rückzahlung immer über das gleiche Bankkonto

Zahlung/Rückzahlung getrennt sperrbar

Zahlungssperre gilt sowohl für Ein- als auch für Ausgangszahlungen.

Banken je Zahlungslauf individuell auswählbar, keine starren Rangfolgen per Customizing

Bankprioritäten sind im Customizing festgelegt, andere Bankwahl erfolgt nur über das Betragslimit und/oder die Währung, jedoch nur alternativ, keine individuelle Umreihung möglich.

Kundenüberweisungen

FI-CAX

FI-AR

Zahlungsstapel (definierte Anzahl von Zahlungsvorgängen) maschinell und manuell erfassbar

Kontoauszüge nur komplett verarbeitbar oder manuelle Einzelbuchungen

Der Stapel wird nach definierten Kriterien im Hintergrund automatisch gebucht.

Kontoauszug wird online oder im Hintergrund gebucht

Teilzahlung auf eine Belegposition möglich, ohne neue Belege zu erzeugen (Bildung von Teilpositionen)

keine Teilzahlung bei Erhaltung der originären Belegnummer, sondern Restbildung durch neuen offenen Posten

Führen die definierten Ausgleichskriterien zu keinem Ausgleich, wird die Zahlung auf den Klärungsbestand oder Akonto auf das Vertragskonto gebucht.

Akontobuchung erfolgt nur manuell, maschinelle Akontobuchung bedarf einer Ausprogrammierung von User-Exits in der Kontoauszugsverarbeitung.

Klärungsbestand

FI-CAX

FI-AR

Der Klärungsbestand ist ein »Wartekonto« für nicht maschinell zuordenbare Zahlungen aus dem Zahlungs- und Rückläuferstapel.

Unklare Bankeingänge sind nur auf einem Verrechnungskonto im Hauptbuch möglich.

Statusverwaltung der Klärungspositionen

keine vergleichbare Funktion

Vergleich mit früheren Klärungsfällen des gleichen Bankkontos, der Verwendungs-zweckangabe etc.

keine vergleichbare Funktion

Rückläufer

FI-CAX

FI-AR

Rückläufer sind nicht einziehbare (Lastschrift) Forderungen. Der Rückläufer öffnet die Ursprungsforderung und gleicht stattdessen die Zahlungsbuchung aus. Es sind Aktivitäten je Rückläufergrund möglich – abhängig von der Anzahl der Rückläufer und der Bonität des Geschäftspartners.

Es ist keine eigene Funktionalität vorhanden. Die Realisierung erfolgt durch Ausgleichsrücknahme, manuelle Buchung des Rückläufers und Pflege des Kontos.

Sicherheiten

FI-CAX

FI-AR

Sicherheiten können sowohl bar als auch unbar verwaltet werden

Sicherheiten können nur als Sonderhauptbuchvorgang realisiert werden.

Sicherheiten können extra verzinst werden. Die Zinsen der Sicherheit können als Wertsicherung einbehalten, verrechnet oder ausbezahlt werden.

Es gibt keine Verwaltung.

Stundung/Ratenplan

FI-CAX

FI-AR

Geschäftspartnerpositionen können in ihrer Fälligkeit verschoben werden, ohne die Ursprungsfälligkeit zu verändern.

Eine Stundung kann nur über das Zahlungsfristen-Basisdatum erfolgen, unter Verlust der Originalwerte.

Positionen eines Vertragskontos und einer Währung können zu einem Ratenplan zusammengefasst werden. Ein Ratenplan kann Gebühren und Zinsen für den zu erwartenden Zahlungsverzug enthalten.

Raten werden nur durch eine spezielle Zahlungskondition abgebildet, die mehrere Buchungszeilen generiert.

Die Ratenzahlungen werden auf die Ursprungspositionen wie Teilzahlungen verwaltet. Der Ratenplan kann maschinell und manuell gelöscht werden.

Das Löschen/Verändern der Raten ist nur durch zusätzliche(s) Buchen/Stornos möglich. Gebührenbuchungen und Verzinsung der Raten sind nicht unterstützt, sondern manuell durchzuführen.

Wertberichtigung

FI-CAX

FI-AR

Forderungen eines Geschäftspartners können zweifelhaft gestellt und einzelwertberichtigt werden.

Die Wertberichtigung kann nur über Sonderhauptbuchvorgänge erfolgen.

Rücknahme kann automatisch und manuell erfolgen.

keine vergleichbare Funktion

Forderungen können aus verschiedenen Gründen (Customizing) wertberichtigt werden.

keine vergleichbare Funktion

Die Umbuchung auf die Aufwandskonten erfolgt durch Angabe eines Berichtigungs-prozentsatzes und der Auswahl der Posten.

keine vergleichbare Funktion

Ausbuchen

FI-CAX

FI-AR

Uneinbringliche Forderungen können automatisch und manuell ausgebucht werden, dabei erfolgt eine automatische Ermittlung der Aufwandskonten.

Uneinbringliche Forderungen müssen manuell ausgebucht werden.

Überleitung Hauptbuch

FI-CAX

FI-AR

keine direkte Fortschreibung von Hauptbuchdaten aus dem Nebenbuch

direkte Fortschreibung von Hauptbuchdaten aus dem Nebenbuch

Die Buchungen werden nach Buchungsdatum und Abstimmschlüssel in Summensätzen verdichtet. Die Summensätze werden periodisch in das FI-GL übergeleitet.

keine vergleichbare Funktion

Je Summensatz gibt es einen Beleg im FI-GL.

keine vergleichbare Funktion

Parallelisierung

FI-CAX

FI-AR

Jobs können parallel auf mehreren Applikationsservern gestartet werden.

keine vergleichbare Funktion

Kundenerweiterungen

FI-CAX

FI-AR

über 1.200 »Events« (Funktionsbausteine) verfügbar für individuelle Kundenerweiterungen im Bereich der Stamm- und Bewegungsdaten

begrenzte Anzahl an User-Exits

2   Integration von FI-CAX

In diesem Kapitel werden Besonderheiten der Integration der Nebenbuchhaltung FI-CAX in Bereiche der Hauptbuchhaltung sowie in das Vertriebsmodul SAP-SD (Sales and Distribution) aus technischer und Anwendungssicht beschrieben.

2.1   Integration zum Hauptbuch/FI-GL

Bei der Integration vom FI-CAX in die Hauptbuchhaltung FI-GL (Financial Accounting-General Ledger) gibt es technisch sowie in der Buchungslogik wesentliche Unterschiede zur klassischen Nebenbuchhaltung FI-AR. Die folgenden Grafiken und Erläuterungen verdeutlichen die Besonderheiten dieser Integration:

Die Buchung der Verkehrszahlen auf den Sachkonten erfolgt nicht in Echtzeit, sondern anhand der

Überleitung der Buchungsposten

. Dies bedeutet, dass es bei der Integration vom FI-CAX zum FI-GL eine zeitlich asynchrone Fortschreibung der Verkehrszahlen gibt.

Die Buchungsposten aus dem FI-CAX werden nicht 1:1 auf den Sachkonten gebucht, sondern so weit wie möglich kumuliert an die Hauptbuchhaltung übergeben.

Abbildung 2.1 verdeutlicht den Zusammenhang von Buchungsposten aus dem FI-CAX und den Verkehrszahlen im Hauptbuch.

Abbildung 2.1: Integration FI-CAX und FI-GL

In diesem Zusammenhang ergibt sich eine neue Entität, nämlich der Abstimmschlüssel. Die Buchungsposten, die im FI-CAX erzeugt bzw. die an das FI-CAX übergeben werden (siehe Kapitel 2.2), sind in den Abstimmschlüsseln enthalten. Alle buchungsrelevanten Posten im FI-CAX werden immer einem Abstimmschlüssel zugeordnet, der im Belegkopf des FI-CAX-Belegs enthalten und somit für alle Belegpositionen relevant ist.

Dabei ist zu beachten, dass in einem Abstimmschlüssel Belegpositionen nur einerHerkunft enthalten sein können. Der Eintrag im Feld Herkunft