Antigone von Sophokles. - Sophokles - ebook

Antigone von Sophokles. ebook

Sophokles

0,0
34,99 zł

Opis

Königs Erläuterungen - Textanalyse und Interpretation mit ausführlicher Inhaltsangabe und Abituraufgaben In einem Band bieten dir die neuen Königs Erläuterungen alles, was du zur Vorbereitung auf Referat, Klausur, Abitur oder Matura benötigst. Das spart Zeit bei der Vorbereitung! Alle wichtigen Infos zur Interpretation. - von der ausführlichen Inhaltsangabe über Aufbau, Personenkonstellation, Stil und Sprache bis zu Interpretationsansätzen - plus 4 Abituraufgaben mit Musterlösungen und 2 weitere zum kostenlosen Download . sowohl kurz als auch ausführlich. - Die Schnellübersicht fasst alle wesentlichen Infos zu Werk und Autor und Analyse zusammen. - Die Kapitelzusammenfassungen zeigen dir das Wichtigste eines Kapitels im Überblick - ideal auch zum Wiederholen. - Das Stichwortregister ermöglicht dir schnelles Finden wichtiger Textstellen. . und klar strukturiert. - Ein zweifarbiges Layout hilft dir Wesentliches einfacher und schneller zu erfassen. - Die Randspalte mit Schlüsselbegriffen ermöglichen dir eine bessere Orientierung. - Klar strukturierte Schaubilder verdeutlichen dir wichtige Sachverhalte auf einen Blick. . mit vielen zusätzlichen Infos zum kostenlosen Download.

Ebooka przeczytasz w aplikacjach Legimi lub dowolnej aplikacji obsługującej format:

EPUB
MOBI

Liczba stron: 124




KÖNIGS ERLÄUTERUNGEN

Band 41

Textanalyse und Interpretation zu

Sophokles

ANTIGONE

Thomas Möbius

Alle erforderlichen Infos für Abitur, Matura, Klausur und Referat plus Musteraufgaben mit Lösungsansätzen

Zitierte Ausgaben: Sophokles: Antigone. Übersetzt von Wilhelm Kuchenmüller. Stuttgart: Reclam 1955 (Reclams Universal-Bibliothek 659).

Über den Autor dieser Erläuterung: Thomas Möbius, geboren 1963 in Heidelberg, Studium der Germanistik und ev. Theologie, Promotion zum Dr. phil. in der germanistischen Mediävistik, Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung, Lehraufträge an der Universität Heidel­berg, 1991–2001 Lehrer an einem Gymnasium in Mannheim, seit 2002 Akademischer Rat an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, mehrjährige Auslandsaufenthalte in Mailand, Rom und Singapur, Autor von Lernhilfen und Königs Erläuterungen des Bange Verlags.

Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages. Hinweis zu § 52 a UrhG: Die öffentliche Zugänglichmachung eines für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmten Werkes ist stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig.

3. Auflage 2014

ISBN 978-3-8044-6937-2

© 2003, 2011 by C. Bange Verlag, 96142 Hollfeld Alle Rechte vorbehalten! Titelbild: Szenenfoto aus einer Theateraufführung der Antigone des Sophokles von Bertolt Brecht am Stadttheater Chur/Schweiz 1948. Helene Weigel (Mitte) als Antigone. © Ruth Berlau/Hoffmann. Bild-Nr. 47-153.

Hinweise zur Bedienung

Inhaltsverzeichnis Das Inhaltsverzeichnis ist vollständig mit dem Inhalt dieses Buches verknüpft. Tippen Sie auf einen Eintrag und Sie gelangen zum entsprechenden Inhalt.

Fußnoten Fußnoten sind im Text in eckigen Klammern mit fortlaufender Nummerierung angegeben. Tippen Sie auf eine Fußnote und Sie gelangen zum entsprechenden Fußnotentext. Tippen Sie im aufgerufenen Fußnotentext auf die Ziffer zu Beginn der Zeile, und Sie gelangen wieder zum Ursprung. Sie können auch die Rücksprungfunktion Ihres ePub-Readers verwenden (sofern verfügbar).

Verknüpfungen zu Textstellen innerhalb des Textes (Querverweise) Querverweise, z. B. „s. S. 26 f.“, können durch Tippen auf den Verweis aufgerufen werden. Verwenden Sie die „Zurück“-Funktion Ihres ePub-Readers, um wieder zum Ursprung des Querverweises zu gelangen.

Verknüpfungen zu den Online-Aufgaben Im Abschnitt 6 „Prüfungsaufgaben“ finden Sie einen Hinweis zu zwei kostenlosen zusätzlichen Aufgaben. Diese Aufgaben können über die Webseite des Verlages aufgerufen werden. Tippen Sie auf die Verknüpfung und Sie werden direkt zu den Online-Aufgaben geführt. Dazu wird in den Web-Browser Ihres ePub-Readers gewechselt – sofern Ihr ePub-Reader eine Verbindung zum Internet unterstützt und über einen Web-Browser verfügt.

Verknüpfungen zu Inhalten aus dem Internet Verknüpfungen zu Inhalten aus dem Internet werden durch eine Webadresse gekennzeichnet, z.B. www.wikipedia.de. Tippen Sie auf die Webadresse und Sie werden direkt zu der Internetseite geführt. Dazu wird in den Web-Browser Ihres ePub-Readers gewechselt – sofern Ihr ePub-Reader eine Verbindung zum Internet unterstützt und über einen Web-Browser verfügt.  Hinweis:

INHALT

1. Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

2. Sophokles: Leben und Werk

2.1 Biografie

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

Der Dionysoskult

Das griechische Theater

2.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken

3. Textanalyse und -interpretation

3.1 Entstehung und Quellen

3.2 Inhaltsangabe

3.3 Aufbau

Die Grundstruktur der Handlung

Drei Einheiten

Chronologie der Szenen

3.4 Personenkonstellationen und Charakteristiken

Zweifigurendrama

Kreon

Kreon und Haimon

Kreon und Teiresias

Antigone

Der Chor

Der Wächter

3.5 Sachliche und sprachliche Erläuterungen

3.6 Stil und Sprache

3.7 Interpretationsansätze

Tragödie von der freien Selbstbestimmung

Historisch-politische Bezüge

4. Rezeptionsgeschichte

Dramatische Bearbeitungen

Epische Bearbeitungen

Inszenierungen

5. Materialien

Mat. 1 Aristoteles (384–322): Poetik (Auszüge)

Mat. 2 Über den Antigone-Monolog im Werkstatt-Theater Darmstadt im Jahre 1998

Mat. 3 David Bösch inszeniert Antigone im Essener Grillo Theater im Jahre 2008

Mat. 4 Inszenierung in antiker Spielpraxis auf den Münchner Dionysien im Jahre 1997

Mat. 5 Projekt Antigone 2000 der Arbeitsgruppe Parate Labor

6. Prüfungsaufgaben mit Musterlösungen

Aufgabe 1 ***

Aufgabe 2 *

Aufgabe 3 ***

Aufgabe 4 *

Literatur

Zitierte Ausgabe

Sekundärliteratur

1.Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

Damit sich jeder Leser in unserem Band rasch zurechtfindet und das für ihn Interessante gleich entdeckt, hier eine Übersicht.

Im 2. Kapitel beschreiben wir Sophokles’ Leben und stellen den zeitgeschichtlichen Hintergrund dar:

Sophokles lebte von ca. 497/496 bis 406 v. Chr. in Athen. (Abschnitt 2.1)

Die Zeit war politisch geprägt durch die Rivalität zwischen Athen und Sparta. Das wichtigste innenpolitische Ereignis waren die demokratischen Reformen des Perikles. (Abschnitt 2.2)

Die Antigone wurde um 442/441 während der Feiern zu Ehren des Gottes Dionysos uraufgeführt. (Abschnitt 2.3)

Im 3. Kapitel bieten wir eine Textanalyse und -interpretation.

Entstehung und Quellen:

Der Antigonestoff ist vermutlich Bestandteil einer thebanischen Lokalsage. Möglicherweise hat die Tragödie des Sophokles auch selbst den Antigonestoff begründet. (Abschnitt 3.1)

Inhalt:

Die Tragödie behandelt die Frage nach den Grundlagen und den Grenzen menschlichen Handelns. Antigone handelt gegen das Bestattungsverbot Kreons und begräbt ihren Bruder Polyneikes. Sie begründet ihre Haltung mit dem Göttergebot, das die Bestattung eines Toten zur heiligen Pflicht macht. Kreon verurteilt sie deswegen zum Tode. (Abschnitt 3.2)

Chronologie und Schauplätze:

Der Handlungszeitraum erstreckt sich von frühmorgens bis zum Abend desselben Tages; die Tragödie spielt durchgehend an einem Ort, vor dem Königspalast in Theben. (Abschnitt 3.3)

Personen:

Die Hauptpersonen sind:

Kreon:

absolutistischer Herrscher

Unbestechlichkeit und Unabhängigkeit als oberste Prinzipien seines Handelns

weicht nur gezwungenermaßen der göttlichen Macht.

Antigone

beruft sich auf göttliches Recht.

bereit zur Selbstaufopferung

wirkt auch unbesonnen.

Wir stellen diese Hauptfiguren und die Nebenfiguren ausführlich vor. (Abschnitt 3.4)

Stil und Sprache:

Stil und Sprache werden einerseits durch die Übersetzung aus dem Griechischen geprägt, zum anderen ist die reichhaltige Metaphorik sowie zahlreiche Anspielungen auf griechische Götter-und Heldensagen auffällig. (Abschnitt 3.5/3.6)

Zwei Interpretationsansätze: Die Antigone ist

eine Tragödie von der freien Selbstbestimmung.

eine Tragödie mit historisch-politischen Bezügen. (Abschnitt 3.7)

2.Sophokles: Leben und Werk

Sophokles (um 497–406 v. Chr.)

2.1Biografie

Das Leben des Sophokles ist vor dem Hintergrund der griechischen Polis zu begreifen; seine Lebenszeit von ca. 497 v. Chr. bis 406 v. Chr. umfasst die höchste Blüte der athenischen Sklavenhalterdemokratie. Die vollständige Niederlage Athens im Kampf gegen Sparta hat er nicht mehr erlebt. Von Sophokles, der bereits zu Lebzeiten durch seine dichterischen und politischen Leistungen Berühmtheit erlangte, sind nur sieben von 123 Dramen ganz überliefert, der Rest besteht aus Titelangaben oder Fragmenten.

JAHR

ORT

EREIGNIS

ALTER

ca. 497/496

Kolonos

Hippios bei Athen

Geburt als Sohn eines wohlhabenden Fabrikanten (Waffen, Ackergeräte)

490

1. Perserkrieg

7

480

Athen

Zerstörung Athens durch den Perser­könig Xerxes I.

17

479

Salamis

Sieg der Athener über die Perser

18

461–446/45

Athen/Sparta

Rivalität Athen/Sparta; erster Krieg um die Vorherrschaft in der Region

36–52

461–430

Athen

demokratische Reformen unter Perikles

36–67

445

Friedensschluss zwischen Athen und Sparta

52

443

Athen

Ernennung zum Schatzmeister der Bundeskasse

54

443–429

Athen

perikleisches Zeitalter: Perikles beseitigt Opposition und wird jährlich in die beherrschende Stellung des Strategen gewählt. Perikles genießt große Autorität beim Volk.

54–68

441–439

Athen

Ernennung des Sophokles zum Strategen neben Perikles

56–58

439

Athen

Pest in Athen, Tod des Perikles

58

431

Beginn erneuter Konfrontation zwischen Athen und Sparta im peloponnesischen Krieg (bis 404)

66

420

Athen

Aufnahme des Gottes Asklepios in Athen, Stiftung seines Heiligtums durch Sophokles

77

413

Sieg Spartas über Athen mit Unterstützung der Perser

84

411

Athen

Mitglied der oligarchischen Regierung Athens

86

408

Athen

Tod des Euripides

89

406

Athen

Tod des Sophokles

91

405

Vernichtung der athenischen Seestreitkräfte durch die spartanische Flotte

404

Athen

Oligarchie von „Dreißig Tyrannen“

403

Athen

Wiederherstellung der Demokratie

2.2Zeitgeschichtlicher Hintergrund

ZUSAMMENFASSUNG

Wichtig im 5. Jh. v. Chr.:

Entwicklung des Theaters aus religiösen Feiern zu Ehren des Dionysos

Dionysoskult als Teil einer fünftägigen politischen Veranstaltung

Feiern als Demonstration der Macht Athens und als Initiationsrahmen für die volljährigen Söhne, die in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen werden

Entwicklung Athens nach 449 zur 3. Großmacht im Mittelmeer

458 wird die Demokratie durch die Zulassung der 3. Klasse zum Archontat vollendet.

429: Tod des Perikles

Der Verfall der Demokratie bedeutet auch das Ende der klassischen Zeit des antiken Dramas.

Der Dionysoskult

Die griechische Tragödie, wie sie sich im 5. Jh. v. Chr. in Athen zu entwickeln beginnt, ist von Anfang an ein Bestandteil des staatlichen Kultes; zur Zeit des Perikles gibt es in Athen sogar ein Tagegeld für den Besuch des Theaters. Das Theater entwickelt sich aus religiösen Feiern zu Ehren des Gottes Dionysos. Das von der Kultgemeinde während der Dionysosfeier gesungene Chorlied, der Dithyrambus (griech. „Bocksgesang“), ist das Grundelement und in den späteren Stasima erhalten.

Der Dionysoskult selbst setzt sich vom 7. Jh. v. Chr. an auf der Peloponnes durch: Es ist überliefert, dass Arion in Korinth um 600 v. Chr. einen Chor mit mythologischem Inhalt für Dionysosfeste einstudiert hat; die Mitglieder dieses Chores sind als Böcke verkleidet und rufen die lokale Gottheit des Dionysos Lysios mit einem formlosen Kultruf, dem Dithyrambus, an. Das Chorlied des Arion übernimmt den traditionellen Namen „Dithyrambus“. Ab 560 v. Chr. ist der „Bocksgesang“ auch für Athen überliefert, wo ihn Peisistratos aufgenommen und auf die Verehrung des Dionysos Eleuthereus übertragen hat. Zum Inhalt des Chorliedes wird dort der Mythos als eine Form der zentralen Sinngebung der Wirklichkeit durch göttliches Wirken. Durch den mythischen Bezug finden auch die Anfänge einer dargestellten Handlung Eingang in das Chorlied, das sich zu einem Stasimon, einem Standlied, entwickelt. Zwischen den einzelnen Chorpartien kann ein Sprecher, ein Hypokrites (griech. „Antworter“, „Schauspieler“), seinen persönlichen Empfindungen Ausdruck geben; dieser Sprecher entwickelt sich zu einer Vollfigur, da sich das Interesse des Publikums immer stärker auf die Handlung konzentriert.

Eine echte Handlung wird durch die Einführung eines zweiten Schauspielers durch Aischylos (525–456 v. Chr.) möglich, Sophokles führt sogar noch einen dritten Schauspieler ein; diese Zahl wird in der Folge nicht mehr überschritten. Mit der Betonung der Handlung sinkt die Zahl der Chormitglieder; sind es bei Aischylos noch 50 gewesen, so verwendet Sophok­les nur noch 15 Chorsänger.

Die griechische Tragödie, entstanden aus und eingebettet in den Dionysoskult, ist also eine Mischung aus musikalischen Partien des Chores und dramatischer Rede der Schauspieler. Die – ausnahmslos männlichen – Schauspieler tragen Masken aus leichtem, bemaltem Stoff, die den jeweils dargestellten Typus verkörpern: Mit der Zeit entwickeln sich 25 tragische und 40 komische Masken.

Die Verwendung von Masken lässt sich sowohl technisch als auch religiös begründen: Sie erleichtert das Hineinschlüpfen in andere Rollen, da infolge der Begrenzung der Spielerzahl ein Schauspieler während einer Aufführung mehrere Rollen zu spielen hat; die Verkleidung ist darüber hinaus ein Zeichen dafür, dass die Schauspieler zu Ehren des Gottes ihre Individualität aufgeben und auf diese Weise aus sich selbst heraustreten. Das griechische Wort Ekstase – ein zentraler Bestandteil des Dionysoskultes – bedeutet nichts anderes als „aus sich selbst heraustreten“.

Sophokles; Darstellung in der Schedelschen Weltchronik von 1493 © ullstein bild

Das griechische Theater

Den Aufführungsraum der Tragödie bietet das griechische Theater, das in seinen Anfängen eine Kultstätte zu Ehren des Dionysos ist. So war beispielweise das Dionysostheater unterhalb der Akropolis in Athen im 5. Jh. zunächst ein Dionysos­tempel, in dessen Nähe sich die Orchestra, der Tanzplatz, mit dem Dionysos-Altar in der Mitte befindet. Diese Orchestra ist die Urzelle des Theaters, das erst im 4. Jh. (330 v. Chr.) aus Stein erbaut wird. Vorher saßen die Zuschauer auf Holztribünen, auch das Bühnengebäude ist aus Holz gezimmert.

Wesentliche Bestandteile des Theaters sind:

das Zuschauerhalbrund (das Theatron), das in z. B. Athen ein Fassungsvermögen von bis zu 15 000 Zuschauer hat;

der Tanzplatz (die Orchestra), der einen Durchmesser von rund 30 Metern hat und dem Chor vorbehalten bleibt;

der Weg zwischen Bühnenhaus und Zuschauerhalbrund (die Parodos), der der Eingang für Chor und bestimmte Schauspieler während der Aufführung ist und den Zuschauer als Eingang vor der Aufführung benutzen dürfen;

das Bühnenhaus (die Skene), auf der Schauspieler auftreten und das auch für die Installation technischer Geräte gedacht ist, mit denen Effekte erzielt werden können. So kann z. B. ein Kran das Herabschweben hilfreicher Götter ermöglichen („Deus ex machina“), eine Maschine (das Bronteion) verursacht Donnergeräusche durch herabfallende Metallkugeln. Die Skene ist nach rechts und links von Seitenflügeln (das Paraskenion) begrenzt; der Skene vorgelagert ist die vordere Bühnenwand (das Proskenion).

Als Teil des Staatskultes ist der Dionysoskult mit eingeschlossener Theateraufführung eine politische Veranstaltung, die sich über fünf Tage erstreckt. Teilnehmen dürfen nur die Athener, die das Bürgerrecht besitzen; das sind zur Zeit des Perikles etwa 40 000. An den ersten beiden Tagen wird der eigentliche Gottesdienst mit dem feierlichen Opfer am Altar des Gottes abgehalten. Dabei sind in der Orchestra auch die Tribute der Mitglieder des Attischen Seebundes ausgestellt. Der politische Charakter wird darüber hinaus dadurch betont, dass die volljährigen Söhne der im Krieg gefallenen Athener feierlich in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen werden und als Ehrengeschenk die Rüstungen erhalten, die in der Orchestra liegen. Am dritten, vierten und fünften Tage werden die Dramen, jeweils drei Tragödien und ein Satyrspiel, aufgeführt, die für die Teilnahme am Wettbewerb bestimmt worden sind. Fünf Preisrichter entscheiden nach der letzten Aufführung über den Sieger, der mit einem Efeukranz und einem Geldpreis geehrt wird.

Theater des Dionysos in Athen, Ansicht entstanden um 1850 © Cinetext/Sammlung Richter

Eine Wiederholung erfolgreicher Stücke außerhalb des staatlich vorgegebenen Rahmens ist nicht vorgesehen. Wiederaufführungen bereits gespielter Tragödien werden erst ab 386 v. Chr. zugelassen. Mit der Zeit bildet sich ein Kanon von als klassisch erachteten Werken heraus. Zu diesem Kanon gehören die Stücke des Aischylos (525–456 v. Chr.), des Sophokles (497–406 v. Chr.) und des Euripides (480–406 v. Chr.). Mit dem Verlust der Verbindung von Polis und Dionysostheater/Tragödie, die dem Niedergang der attischen Seeherrschaft dem Verfall der Demokratie folgt, geht auch die klassische Zeit des antiken Dramas zu Ende. Mit seiner Komödie Die Frösche (405 v. Chr.) zieht Aristophanes (445–385 v. Chr.) gleichsam einen Schlussstrich unter die klassische Epoche der attischen Tragödie.

2.3Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken

Sophokles hat wohl mehr als 100 dramatische Werke verfasst, überliefert sind aber nur sieben: Zu den Tragödien, die den Thebenstoff, also die Ödipussage, gestalten, gehören neben der Antigone auch König Ödipus (ca. zwischen 429–425 v. Chr. aufgeführt) sowie Ödipus auf Kolonos (ca. 401 aufgeführt). In anderen erhaltenen Werken wird die Trojasage gestaltet: In der Tragödie Aiais, die zwischen 455 und 450 aufgeführt wurde, wird das Schicksal des Griechen Aias aufgegriffen, der sich aus Wut darüber, dass ihm nicht die Waffen des gefallenen Achill zugesprochen worden sind, rächen will. Die Göttin Athene trübt sein Bewusstsein; als er nach dessen Wiedererlangung erkennen muss, dass er Schafe statt der Soldaten getötet hat, nimmt er sich das Leben. Im Zentrum der Tragödie Elektra, die ca. 413 v. Chr. aufgeführt wurde, steht die Rache des Orest an der Gatten- und Vatermörderin Klytaimnestra, zu der ihn seine Schwester Elektra anspornt. In den Tragödien Die Trachinierinnen (um 442 v. Chr.) und Philoktetes (um 409 v. Chr.) arbeitet Sophokles mit dem Herakles-Sagenstoff.

3.Textanalyse und -interpretation3.1Entstehung und Quellen

ZUSAMMENFASSUNG

Sophokles gestaltet vermutlich eine thebanische Lokalsage.