Adlige auf Tour - Thomas Freller - ebook

Adlige auf Tour ebook

Thomas Freller

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Opis

Versklavt in den Gefängnissen nordafrikanischer Beys, als Freiwilliger auf christlichen Korsarenschiffen türkische Handelssegler jagend, die faszinierenden Metropolen des Orients - Istanbul, Damaskus, Kairo oder Smyrna - durchstreifend oder die Flagge Brandenburgs an der westafrikanischen Goldküste hissend. Überall, wo Abenteuer und Exotik zu vermuten war, zog es Mitglieder deutscher Adelsgeschlechter der Frühen Neuzeit hin, um sich in entfernten und exotischen Ländern einen Namen zu machen. Thomas Freller präsentiert eine Galerie der farbigsten und schillerndsten Vertreter und Vertreterinnen dieser Reisenden und bietet gleichzeitig eine Geschichte der sogenannten "Kavalierstour" vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert.

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Cover

Haupttitel

Inhalt

Bibliographie

Bildnachweis

Über den Autor

Über das Buch

Impressum

Hinweise des Verlags

Thomas Freller

Adlige auf Tour

Die Erfindung der Bildungsreise

Jan Thorbecke Verlag

INHALT

Der Aufbruch in die FREMDE – Motive, Hintergründe und Entwicklungen

Bildung und Frömmigkeit – Humanismus und Gegenreformation

Ein Protestant im Heiligen Land

Bernhards von Hirschfeld Touren in Ägäis und Levante

»Edelfest und gestreng«

Hans Johanns von Hürnheim Reise nach Italien, Kreta, Zypern und Palästina

Zwischen Pilgerfahrt, Abenteuerlust und »weltmännischer« Erziehung

Hans Ludwig von Lichtenstein in Italien, Malta, Palästina und Ägypten

Auf den Spuren eines Rätsels

Rekonstruktion der Palästinareise des Karl Ferdinand von Rechberg im Jahr 1587

Sklave in Tunis

Die tragische Tour des Georg Albrecht von Erbach

»Die wundersamen Wege eines Pilgers«

Friedrich Eckher von Käpfing in Ägypten, Palästina und Syrien

Kavaliere, Generäle und Korsaren – Die Suche nach Ruhm und Ehre

Ahasverus von Lehndorff und seine zehnjährige »Tour d’Europe«

Die geheimnisvollen Touren des Christian August von Holstein-Norburg

Wenn Reisen zur Passion wird

»Der Wunderliche« durchstreift Europa

Ein märkischer Weltmann und die Früchte einer »wissenschaftlichen und feinern Ausbildung«

Hans Adam von Schöning in Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, England und Ungarn

Die Sorgen eines Hofmeisters

Die Europareise des Siegfried Innocenz von Lüttichau

Ein Brandenburger auf Korsarenschiffen

Otto Friedrich von der Gröben im Mittelmeer und an der Goldküste

Galanterie und klassische Spuren – Die mediterrane Welt im Spiegel von Beobachtungen des 18. Jahrhunderts

Der Graf von Trausnitz in Italien

Ein zukünftiger deutscher Kaiser und sein »Reisediarium«

Eine Musentochter auf den Spuren des klassischen Altertums

Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth in Frankreich und Italien

Johann Hermann von Riedesel

Der Mentor Goethes in Italien, Griechenland, Ägypten, Spanien und England

Romantik, Tourismus und Exotik – Aufbruch in die Moderne

Eine Gräfin durchforscht Italien

Die Touren der Elisa von der Recke

Ein Fürst in Eile

Herzog Wilhelm zu Nassau in Wien, Rom und Neapel

Geschichten aus Tausendundeiner Nacht

Der »tolle Pückler« in Afrika und im Orient

Bibliographie (Auswahl)

Bildnachweis

Der Aufbruch in die Fremde – Motive, Hintergründe und Entwicklungen

Versklavt in den Gefängnissen nordafrikanischer Beys, als Volontär auf christlichen Korsarenschiffen türkische Handelssegler jagend, die faszinierenden Metropolen des Orients – Konstantinopel, Damaskus, Kairo oder Smyrna – durchstreifend oder die Flagge Brandenburgs an der westafrikanischen Goldküste aufrichtend, das waren die Schicksale und Aktivitäten von Mitgliedern deutscher Adelsgeschlechter der Frühen Neuzeit, die sich durch ihre Reisen und Abenteuer in entfernten und exotischen Ländern einen Namen machten. Auf umfangreichem Quellenstudium basierend, präsentiert dieses Buch eine Galerie der farbigsten und schillerndsten Reisenden.

Das Leben und die Karriere dieser Männer waren untrennbar verknüpft mit einigen kulturhistorischen Phänomenen, die uns heute fremd anmuten: Da ist zum einen die sogenannte Kavaliersreise des europäischen Ancien Régime. Diese Form des Reisens war Erziehungsreise, Lehrfahrt und Eintritt in die »berufliche« Welt des Adels gleichermaßen. Nur derjenige, der diese Tour erfolgreich absolviert hatte, galt im Ancien Régime als Mann von Welt, als »honnête homme«, um in der frankophilen Diktion der Zeit zu sprechen. Im allgemeinen wurden die jungen Aristokraten von einem Hofmann oder sogenannten Mentor begleitet. Dieser war ein erfahrener Reisender, häufig hatte er ein Universitätsstudium absolviert. Er diente als Erzieher, Reiseführer und väterlicher Berater. Ziele des Reisens waren die mondänen Zentren des Abendlands: das kulturell und politisch sich immer mehr zur europäischen Hauptstadt entwickelnde Paris, die prosperierenden Handelsstädte Amsterdam und London sowie Rom, die Ewige Stadt. Hinzu kamen die Herzogshöfe von Norditalien, die Metropole Neapel und als südlichster Punkt der Tour Malta, die Residenz des Johanniterordens. Ein Studium auf einer der sogenannten Ritterakademien in Frankreich und Norditalien, häufig auf der berühmten Akademie von Turin, rundete die Kavaliersreise ab.

Der Hofmeister und Mentor hatte auf ein gründliches Studium der Zivil- und Militärwissenschaften zu achten. Die für den jungen Kavalier im 17. Jahrhundert entwickelte Reisetheorie forderte nicht die gründliche Beherrschung einer Einzeldisziplin, sondern die weitgefächerte Kenntnis verschiedener Wissenschaften. Als sogenannte »Kavaliersfächer« galten Rechtswissenschaft, Geschichte, Genealogie, Mathematik, Architektur, Geometrie, Militär- und Festungswesen. Als unabdingbar für den künftigen Funktionsträger am Hof und im Staat galten die »Exercitien« Fechten, Tanzen, Reiten, Jagen, Musizieren und Zeichnen. Sehr wichtig war die Wissenschaft der »Conduite«, worunter man das Beherrschen von protokollarischen Abläufen, Komplimente, Dispute, Besuche und Gegenbesuche, das Auftreten und repräsentative Einkleiden verstand. Zu den nützlichen Rechts- und Staatswissenschaften, zu Politik, Naturrecht und Moral kam das Studium von Heraldik, Statistik und Geographie. Körperliche Fähigkeiten und geistige Bildung sollten ein harmonisches Miteinander ergeben. Mit der Klientel der Kavaliersreisenden senkte sich das Durchschnittsalter der jungen aristokratischen Reisenden auf etwa zwanzig Jahre.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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