Abiszett - König der Wörter - Claudia Gürtler - ebook

Abiszett - König der Wörter ebook

Claudia Gürtler

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Opis

Langeweile gehört verboten! Das jedenfalls findet Abiszett der Hundertneunundzwanzigste, der kleine, spindeldürre König der Wörter, der eines Tages über den Fenstersims zu Marea ins Zimmer klettert. Ausgerechnet in den Ferien ist Marea krank geworden. Nun langweilt sie sich schrecklich, bis der König sie einlädt auf den größten und schönsten Spielplatz der Welt. Mit nichts weiter als 26 Buchstaben spielt man da die lustigsten und kurzweiligsten Spiele. Unglaubliche Schätze breiten sich aus ... Und das Beste ist, dass Leser ab 8 Jahren mitspielen dürfen! Seine Majestät König Abiszett höchstpersönlich lädt dazu ein. Mit diesem Buch kann das Wort "Langeweile" ganz und für immer gestrichen werden.

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Claudia Gürtler

Abiszett

König der Wörter

Geschichten und Spiele mit Buchstabenund Wörtern

Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt.

© edition zweihorn Gerhard Kälberer,

D-94089 Neureichenau, Riedelsbach 46

Tel: +49 (0) 85 83 24 54, Fax: +49 (0) 85 83 9 14 35

E-Mail: [email protected]

Internet: www.edition-zweihorn.de

Copyright © 2008 edition zweihorn, Neureichenau

Illustrationen: Marina Krämer, Thann

ISBN-13: 978-3-935265-70-6

ISBN-10: 3-935265-70-0

eISBN: 978-3-943199-77-2

Inhalt

1. Königlicher Besuch und die lustigsten Wörter des Alphabets

2. Ein Besuch beim Tierarzt

3. Ausflug mit Angel

4. Lehrerinnen, Blumentöpfe und andere gar nicht langweilige Sachen

5. Eine halbe Zeitreise

6. 0 bis 1000 Punkte für den König!

7. Rudolf hat Angst!

8. Ein Häuptling bittet den König der Buchstaben um Hilfe

9. „Trödelfritze“ und andere schrecklich schöne Schimpfwörter machen sich selbstständig

10. Jede Menge komische Zoobewohner, oder: Das glaubt nur, wer’s selbst gezeichnet hat

11. Durcheinander im Blumengarten

12. Pflanzen und ihre „Kinder“

13. Was genau ist das denn?!

14. Nixe, Troll, ET, Gremlin und Co. Unsere Welt ist bevölkerter, als wir denken

15. Abschiedstanz und Lorbeerkranz – Wir dichten!

Marea trifft König Abiszett den Hundertneunundzwanzigsten zum ersten Mal:

Königlicher Besuch und die lustigstenWörter des Alphabets

Zum Lesen waren Mareas Augen zu müde. Sie brannten und die Buchstaben hüpften in unordentlichen Reihen auf und ab. Mit einem Seufzer legte das Mädchen „Ronja Räubertochter“ aufs Nachtkästchen.

Sie hatte keine Lust, ein Glas Lindenblütentee zu trinken, und einschlafen konnte sie nicht, weil ihr zu warm war. Sie stand auf, um das Fenster zu öffnen und etwas frische Luft hereinzulassen, aber die Wände begannen sich sogleich zu drehen wie ein Karussell. Marea fasste sich stöhnend an den Kopf.

„Meine Knie sind aus Pudding“, murmelte sie, „und meine Knochen sind aus Gummi.“

Endlich bekam sie den Fenstergriff zu fassen. Frische Luft strömte ins Zimmer. Ah, das tat gut! Draußen auf dem nahen Spielplatz lärmten und lachten Kinder.

„Mist aber auch,“ beklagte sich Marea halblaut, „wie konnte ich nur in den Ferien krank werden!?“

Sie legte sich wieder ins Bett und starrte an die Zimmerdecke, die weiß war, einfach weiß, glatt und langweilig. Bestimmt waren viele ihrer Freunde weggefahren. Ans Meer oder in die Berge.

„Ich wollte, ich wäre am Meer“, sagte Marea zur Zimmerdecke. „Ich wollte, ich wäre am Strand. Der Strand ist der größte Spielplatz der Welt.“

„Genau genommen der zweitgrößte. Auf dem größten Spielplatz der Welt befindest du dich nämlich gerade. Du hast es nur noch nicht gemerkt, und deshalb langweilst du dich.“

Marea wandte den schmerzenden Kopf in die Richtung, aus welcher die unbekannte, quäkende Stimme kam.

„Darf ich vorstellen?“, fragte das nur zwei Hände große und spindeldürre Männchen auf dem Fenstersims. „Ich bin Abiszett der Hundertneunundzwanzigste, König der Wörter.“ Er verneigte sich höflich und die Krone rutschte ihm auf die Nase.

Marea unterdrückte ein Kichern und sagte:

„Vielen Dank für deinen aufmunternden Besuch, spindeldürrer König der Wörter!“

„Oh ja“, sagte Abiszett erfreut und schnalzte genüsslich mit der Zunge, „ich sehe, du verfügst über große Schätze. ‚Aufmunternd’ und ‚spindeldürr’ sind seltene, aber sehr brauchbare und interessante Wörter. Doch, doch, du hast ganz schön viel Material gestapelt.“

Marea guckte unters Bett, wo nur ein paar Flusen lagen, und fragte verdutzt: „Was für Material meinst du? Und von was für Schätzen sprichst du?“

„Nun, von Buchstaben und Wörtern natürlich, mit denen man spielen und Spaß haben kann, weil man aus ihnen Sätze und ganze Geschichten oder sogar lange Romane bauen kann.“

„Puh!“, empörte sich Marea. „Hat dir niemand gesagt, dass wir Ferien haben? Ich meine, wo denkst du denn, dass wir hier sind? In der Schule etwa?“

„Nein“, rief Abiszett, dessen Begeisterung offenbar durch nichts zu dämpfen war, „wir sind auf dem größten Spielplatz der Welt. Du hast sechsundzwanzig Buchstaben, aus denen du Tausende von Wörtern machen kannst, gewöhnliche und ernste und lustige und ausgefallene. Und aus den vielen, vielen Wörtern kannst du Sätze machen und aus den Sätzen ...“

Marea versuchte vergebens, ein gewaltiges Gähnen zu unterdrücken. König Abiszett sah sie strafend an und schlenkerte aufgebracht mit den kurzen Beinen.

„Weißt du, was ich denke?“, schnappte er wütend.

„Ich denke, dass es wahrhaftig eine Sünde ist, sich zu langweilen, wenn einem solche Schätze zu Füßen liegen. Es ist ein ... ein ...“

„Verbrechen?“, half Marea freundlich nach.

„Genau“, bestätigte König Abiszett.

„Oh“, wunderte sich Marea. „Und was genau sollte ich deiner Meinung nach spielen auf dem größten Spielplatz der Welt? Noch dazu ganz allein?“

„Jetzt bin ich ja da“, tröstete Abiszett, der offenbar schnell zu versöhnen war. Er versuchte, vom Fenstersims direkt aufs Bett zu springen. Er verhedderte sich aber im Vorhang, der einen kleinen Riss bekam, und plumpste unsanft auf sein Hinterteil.

„Oje“, sagte Marea.

„Rabauz“, ergänzte der König.

„Rums“, sagte Marea.

„Plumps“, sagte der König. Dann besah er sich den Riss im Vorhang und sagte besorgt:

„Ratsch!“

„Ritsch!“, fügte Marea hinzu.

Abiszett kletterte mit einiger Mühe aufs Bett. Marea zog an seinen dünnen Armen.

„Wir könnten das A wie Ananas-Spiel spielen“, schlug der König vor, kaum dass er bequem saß.

„Oje“, sagte Marea wieder und gähnte ganz offen.

„Du wirst sehen, es ist kein bisschen langweilig“, versprach der König. „Und außerdem ...“ Er kramte umständlich in der Hosentasche. „Außerdem kannst du ein gestreiftes Bonbon gewinnen.“

„Ist es ein schwieriges Spiel?“, fragte Marea, die vom Kranksein müde war.

„Überhaupt nicht“, versicherte der König munter.

„Du musst dir nur von A bis Z besonders besondere Wörter ausdenken. Derjenige von uns beiden, der das lustigere Wort gefunden hat, bekommt einen Punkt. Und wer am Ende am meisten Punkte hat, bekommt das gestreifte Bonbon.“

Marea nickte verstehend und rief sogleich: „Achtung, fertig, los!“

„Ananastorte“, sagte der König.

„Ananastortenfabrik“, konterte Marea.

„Anzugsreinigung.“ Der König überlegte kurz, schlug sich dann mit der flachen Hand auf die Stirn und urteilte: „Überhaupt nicht lustig! Du bist dran.“

„Autobuswettrennen“, sagte Marea.

„Sehr witzig“, lobte der König, und Marea bekam einen Punkt für dieses Wort.

Nun ging das Spiel bei „B“ weiter.

„Buntspecht“, sagte der König.

Buntspechtfamilienfeier“, ergänzte Marea verschmitzt. Auch dieser Punkt ging an sie.

Bei „C“ wurde es schwierig. Wenige lustige Wörter beginnen mit „C“. Der König holte schließlich den Punkt mit „Chamäleonschielweltmeisterschaften“.

Als die beiden bei „K“ angekommen waren, versuchte es Marea mit „Kühlschrankbewohner“, und König Abiszett der Hundertneunundzwanzigste purzelte vor lauter Lachen ohne alle Würde vom Bett. Marea half ihm seine Krone wieder zu finden, die hinter die Kommode gerollt war.

Als sie bei „P“ waren, hatte Marea schon sieben Punkte Vorsprung, und der König, der nicht erpicht darauf war, zu verlieren, strengte sich mächtig an. Bei „T“ dachte er so lange und gründlich nach, dass Marea sich inzwischen ein bisschen hinlegte. Vom vielen Nachdenken und Lachen war sie schrecklich müde geworden. Und noch bevor der König sich für ein Wort entscheiden konnte, war sie auch schon eingeschlafen. König Abiszett der hundertneunundzwanzigste legte das gestreifte Bonbon aufs Nachtkästchen und kletterte durchs Fenster.

Ob er noch mal wiederkommen würde?

Lassen wir Marea schlafen! Nun bist Du dran mit den lustigsten Wörtern von A bis Z. Mal sehen, ob du dir auch ein gestreiftes Bonbon verdienst. Am besten treten zwei Kinder gegeneinander an und das dritte ist Schiedsrichter. Natürlich geht es auch mit zwei Gruppen und einem oder drei Schiedsrichtern. Dazwischenrufen ist erlaubt.

Marea trifft König Abiszett den Hundertneunundzwanzigsten zum zweiten Mal:

Ein Besuch beim Tierarzt

„Tut mir leid, ich bin zu spät“, entschuldigte sich König Abiszett, während er durchs Fenster in Mareas Zimmer kletterte.

„Waren wir denn verabredet?“, fragte Marea erfreut.

„Natürlich“, antwortete Abiszett und versuchte zu Atem zu kommen. „So lange du dich auf dem größten Spielplatz der Welt nicht selbst unterhalten kannst, sind wir täglich verabredet.“

„Fein!“, freute sich Marea. „Ich werde mir also Mühe geben, mich noch möglichst lange und gründlich zu langweilen.“

„Untersteh dich“, knurrte Abiszett, „ich habe schließlich noch andere Patienten.“